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Borderliners: Irland, Trump & Brexit

Kolumnen_Rainer

Am Anfang kommt erst mal das Ende. Ich hatte in meiner Reihe “CheckUp Ireland” für die Netzpiloten über irische Tech-Themen geschrieben. Als die “Chefpiloten” dann wegen einer neuen Kolumne an mich herantraten, lag das Thema Brexit als eine Art Bogen für die Kolumne auf der Hand. Und warum “Borderliners”? Erinnert Ihr Euch noch an den Film “Flatliners” mit einem Kiefer Sutherland, bevor er mit „24“ omnipräsenten war? Dort wurde mit dem Tod gespielt und mit immer riskanteren Wiederbelebungen Grenzen überschritten.

In dieser Kolumne wird es auch um Grenzen und um Tod gehen. Zwar sehen viele in England, Wales, Schottland, Nordirland (na ja) und sogar hier in Irland Chancen im Brexit. Aber es gibt auch zahlreiche Beobachter in Irland (und in Nordirland, wenn sie nur ehrlich sind), die den Tod ganzer Industrien vorhersehen und sogar Tote befürchten, wenn es wieder Grenzkontrollen geben sollte. Ich komme also gar nicht umhin, am Anfang erst mal wieder zum Ende zurückzukommen.

Da wir gerade vom Ende reden…

Während ich hier so tippe, läuft im Hintergrund CNN live aus Davos und der Mann, der den größeren Atomknopf als der andere Irre hat, aber gemeinsam mit ihm unser aller Ende ein bischen näher bringt, läuft durch’s Bild, was ich persönlich als Störung desselben empfinde. Da schaue ich mir doch lieber “Friends” auf Comedy Central an. Diese Möglichkeit hat aber nicht jeder und so mancher Entscheider kann dem pompösen Präsidenten gar nicht entgehen. Trumps Steuer-“Reform”, die im Grunde nichts anderes als eine radikale Steuersenkung ist, erzeugte in Dublin bei denen, die US-Multinationals nach Irland bringen, Herzkasper bis fast schon hin zum Stillstand (womit wir wieder bei den “Flatliners” wären).

Aber zurück zu den “Borderliners”. Nordirland hatte zwar mehrheitlich gegen Brexit gestimmt. Die Regional-Regierung in Belfast ist aber wegen Streitereien zwischen der pro-irischen nationalistischen Partei Sinn Féin und der unionistischen und stolz am lautesten “God save the Queen” singenden DUP seit über einem Jahr suspendiert. Es kann also zumindest nicht gemeinsam Einfluss auf Brexit-Entscheidungen in London genommen werden. Böse Zungen behaupten, dass das der DUP gar nicht mal unrecht ist, hält sie doch die Minderheitsregierung der Tories (noch) unter Theresa May davon ab, Kiefer Sutherlands “Flatliners” beizutreten. Aber die Briten bauen ja eh auf all die verbesserten Handelsverträge, die nach Brexit ohne die böse EU mit der ganzen Welt abgeschlossen werden.

Vor allem der “besondere Freund” im Weissen Haus stehe bereit, versucht Theresa May die Zweifler in Belfast zu beschwichtigen. In Belfast? Das Belfast, in dem der kanadische Flugzeugbauer Bombardier Teile für Flugzeuge von tausenden “stolzen Briten” bauen lässt? Teile, die für Kunden in den vom besonderen Freund regierten USA bestimmt sind? Der Freund kündigte nach einer Intervention des Bombardier-Konkurrenten Boeing mal eben an, Strafzölle in Höhe von 292 Prozent auf die Teile aus Belfast zu knallen.

Zwar entschied die US-Handelskommission gerade erst in dieser Woche gegen die radikale Maßahme, dennoch bekam Theresa May hier einen Vorgeschmack darauf, dass “America First” auch zwischen Freunden nicht als “Britain First” missverstanden werden darf. “Britain First” ist für Trump halt nur dann interessant, wenn er hetzerische Videos der Anti-Immigrations-Bewegung gleichen Namens retweetet.

Tja, wer solche Freunde hat …

Kein Wunder also, dass es immer mehr Stimmen gibt, die ein zweites Referendum der Briten ins Spiel bringen. Dass zu diesen Stimmen neben den bereits erwähnten herzkranken Iren und einigen Londoner Labour-Abgeordneten auch immer mehr Mitglieder von Theresa Mays Tories zählen, darf eigentlich nicht verwundern. Vielen Konservativen wird schlecht, wenn sie den eigenen Ministern dabei zuhören müssen, wie sie sich gegenseitig widersprechen, was die Brexit-Strategie der Regierung anbetrifft. Dass aber ausgerechnet Nigel Farage, der ehemalige Anführer der UK Independence Party und Freund von Donald Trump, neulich im BBC-Interview mit Andrew Marr ein zweites Referendum ins Spiel brachte, ließ nicht nur den Kiefer seines Gastgebers nach unten sinken. Nur dieser arrogante Nigel, der seinem pompösen Buddy Donald sehr nahe kommt, was die Verachtung von Umfragen (und Einwanderern) anbetrifft, konnte es fertig bringen, Andrew Marr und der britischen Öffentlichkeit bei einem eventuellen Referendum noch höhere Prozente für Brexit vorherzusagen.

Ob nach einem zweiten Referendum oder ohne eine erneute Abstimmung (aber dafür ohne einen Plan) – Theresa May gab sich dennoch in Davos weiterhin zuversichtlich, was die Zukunft des Empire anbetrifft. Klar, die Wege dort wurden ja für Staatsoberhäupter und Konzernchefs gut gestreut. Derweil schlittert das Königreich aber weiter ins Ungewisse, was die Zukunft nach Brexit anbetrifft. Und gegenüber, auf der anderen Seite der irischen See, verschlingt man lieber “24” im Boxset, als sich so am Brexit zu verschlucken, dass statt dessen “Flatliners” auf dem Programm steht.

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Check-up Ireland: Ein Nachtrag & ein Vortrag

Coworking (adapted) (Image by rawpixel.com [CC0 Public Domain] via Unsplash)

Seit 1997 lebe ich nun schon in der irischen Hauptstadt Dublin. Mein erster Job bei AOL hatte auch ein wenig mit Tech zu tun – wenn man die berüchtigten Freistunden-CDs als “Tech” ansieht oder das Verbinden an die technische Hotline durchgehen lässt. Im November letzten Jahres hatte ich damit begonnen, die “Tech-Insel” ein Jahr lang aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Das Jahr ist nun rum. Und wie sagt man hier so schön? „It’s been a blast!“

Nachtrag in Sachen „Athenry & Apple“ und einen Kollegen

Zuerst zum Nachtrag. In meiner letzten Kolumne hatte ich von den Problemen berichtet, die Apple mit der Baugenehmigung für ein 850 Millionen Euro teures Datenzentrum in Athenry hat. Es gab drei Widersprüche gegen das Projekt – zwei von Einwohnern aus Athenry, die sich Sorgen um die Umwelt machen, sowie einen eines Projektentwicklers für Datenzentren aus Dublin, der sich offensichtlich Sorgen um seine Brieftasche macht. Zum Glück hat sich der Mann nicht getraut, seinen abgeschmetterten Widerspruch erneut beim High Court vorzubringen. Die beiden Einwohner aus Athenry nahmen allerdings ihr Recht in Anspruch, beim zweithöchsten Gericht Widerspruch gegen das Abschmettern ihrer Bedenken einzulegen.

Mehrere Dutzend Bürger aus Athenry versammelten sich am vergangenen Mittwoch im High Court – während Hunderte mehr daheim am Handy auf Nachrichten aus Dublin warteten – und lauschten wie ihre zwei Nachbarn gebannt den Ausführungen des Richters. Justice Paul McDermott lies zur Freude der Befürworter des Projekts den erneuten Widerspruch mit der Begründung nicht zu, dass die Antragssteller keinen Punkt in der Rechtssprechung genannt hätten, der neue Aspekte öffentlichen Interesses hervorbringen könnte.

Theoretisch können die beiden Einwohner nun zwar Einspruch beim höchsten Gericht des Landes, dem Supreme Court, einlegen – dort gilt aber noch mehr, dass ein Einspruch nur dann Aussicht auf Erfolg hat, wenn es im öffentlichen Interesse ist. Der Jubel war natürlich laut in Athenry, aber was immer noch Sorgen bereiten sollte, ist der Fakt, dass Apple sich immer noch nicht geäußert hat. Der irische Ministerpräsident Leo Varadkar, der jetzt auf seiner USA-Reise auch bei Apple vorbeischauen wird, um mit Tim Cook zu reden, wird da nachhaken müssen.

Als unser Editor at Large vor gut einem Jahr das Vorhaben einer regulären Kolumne an mich herantrug, geschah das im Hinblick auf die Coworking Europe Konferenz  – auf die ich quasi ein Jahr lang hinschreiben sollte. Nun ist es soweit. Tobias ist in Dublin. Hoffentlich nicht, um mir persönlich eine Kündigung zu überreichen, aber mit Sicherheit, um den Vortrag zu halten, den ich in der Überschrift erwähnt habe.

Ich bin zwar nicht sehr mit der Coworking-Materie vertraut, aber ein Coworking Space, an dem ich, nein, niemand in Dublin vorbeikommt, ist zweifelsohne Dogpatch Labs im Herzen nicht nur der Hauptstadt, sondern vor allem auch der Silicon Docks. Der Name stammt von der Nachbarschaft in San Francisco, in der ein Investment Fond beheimatet ist, der vor Jahren einen eigenen Coworking Space in Dublin betrieben hat, dann aber feststellte, dass so ein eigenständiger Geschäftszweig nicht mal eben auf halber Flamme neben dem Hauptgeschäft betrieben werden kann. Man wollte den Coworking Space schon aufgeben, doch zum Glück ist Dublin nicht nur Hauptstadt, sondern in vielen Belangen auch ein Dorf. Man kennt sich halt. Patrick Walsh, mit Mervyn Greene Gründer von Dogpatch Labs, hörte von den Plänen und man übernahm den Coworking Space.

Die Heimat von Dogpatch Labs, das historische chq wurde 1820 gebaut und war einst ein Lagerhaus für Tabak, Wein und Whiskey. Das letzgenannte leckere Zeug wurde im Keller, den sogenannten Vaults, bei entsprechender Temperatur gelagert. Heute werden die Vaults von Dogpatch Labs genutzt und beherbergen Büros, Meeting-Räume, sowie einen Event Space für 100 Leute. Die Vaults waren Phase 2 des imposanten Coworking Spaces. Phase 1 war das Erdgeschoss und zuletzt wurde Phase 3, das geräumige Mezzanine, eröffnet.

Hier finden sich Hot Desks, ein Communal Garden, aber auch die neuen Büros von Pivotal, einer typischen Dogpatch Labs-Erfolgsgeschichte: Als das Unternehmen nach einem geeigneten Standort in Dublin für das Starter-Team von vier Developern suchte, wurde man bei Dogpatch Labs im Erdgeschoss fündig. Schnelles Wachstum brachte Bedarf nach mehr Raum mit sich, womit man aber bei den Machern von Dogpatch Labs offene Türen einrannte. Pivotal wollte nicht weg, Dogpatch wollte Pivotal behalten und der Ausbau ward beschlossen.

Das Credo von Dogpatch Labs lautet, dass man ein Coworking Space sein will, der nur solche Tech-Unternehmen unterstützt, die von Developern vorwärtsgetrieben werden. 77 Startups und über 300 Mitglieder belegen, dass dieser „strenge“ Weg, mit dem man sich von anderen Coworking Spaces abgrenzt, der richtige ist. Die Arbeit von Dogpatch Labs ruht hierbei auf drei Pfeilern: Coworking Space, Events (wie zum Beispiel Tech-MeetUps oder Hackathons) und Community.

Menno Axt, der mich rumgeführt hat, ist Membership Manager und erklärt die Wichtigkeit dieser Community wie folgt: „Sobald Du Leute zusammenbringst, springen die Ideen nur so heraus.“ Alles an Dogpatch Labs (ich gebe zu – vor allem die Vaults für mich persönlich) ist so beeindruckend, dass die Frage an Menno gehen musste, ob es nicht Neid gibt bei der Konkurrenz. Die Antwort lautete Nein. Im Gegenteil – man habe ein gutes Verhältniss und empfehle auch hier und da einen anderen Coworking Space, nämlich in solchen Fällen, wenn ein anfragendes Unternehmen schlicht und einfach nicht zur eigenen, sehr eng gefassten Philosophie passt.

Was weitere Coworking Spaces anbetrifft, so liefert diese Website einen guten Überblick. In diesem Sinne – lieber Tobias, viel Spaß in Dublin bei der Coworking Europe. Und Euch, liebe Leser, vielen Dank! It’s been a blast!


Image (adapted) „Coworking“ by rawpixel.com [CC0 Public Domain]


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Check-up Ireland: Steuern im Fokus – und vor Gericht?

Blue (adapted) (Image by andreistroe [CC BY-SA 2.0] via flickr

Irland und seine Multinationals werden kritisch beäugt

Vorab ein Eingeständnis – ich habe in so manch einer Ausgabe meiner Kolumne tendenziell eher positiv über Multinationals geschrieben als negativ. Das kann durchaus damit zusammenhängen, dass mir gleich mehrere dieser Unternehmen Jobs gegeben haben. Ich war somit stets bemüht, dem Argument, dass einige der Multinationals sich sehr effektiv ums Zahlen von Steuern drücken, das Argument entgegenzuhalten, dass zehntausende Mitarbeitern, die von diesen Firmen beschäftigt werden, schließlich selbst Steuern zahlen und zudem für Umsatz – und somit auch Umsatzsteuer – bei lokalen Unternehmen sorgen. War ich zu bemüht? Vielleicht. Hab ich mich zum Sprecher der Multinationals gemacht? Mit Sicherheit nicht.

Beim jüngsten EU-Gipfel in Tallinn ging es vordringlich um die Digitalisierung innerhalb der EU. Wenn man jedoch über Digitalisierung spricht, kommt man um Namen wie Google und Facebook nicht herum; und schon ist man beim Thema Steuern angelangt. Von daher durfte sich niemand wundern, dass eine schnelle Harmonisierung der Körperschaftssteuer innerhalb der EU dringlich geboten ist. Gleich mehrere Staatsoberhäupter klangen hier wie ein Echo der Rede, die Emmanuel Macron unmittelbar vor dem Gipfel gehalten hatte. Seine Vorstellung einer neuen, reformierten EU beinhaltete auch eben jene Forderung nach Harmonisierung im Bereich Körperschaftssteuer.

In diesen unruhigen Brexit-Zeiten mag Irland zwar generell besonders harmoniesüchtig sein, was aber das Thema Körperschaftssteuer anbelangt, so klingt der Begriff Harmonie für irische Ohren verdammt schief. In der absoluten Opposition der irischen Regierung gegen Körperschaftssteuer-Harmonisierung manifestiert sich die Furcht vor deutlich geringeren Steuereinnahmen, aber auch vor geringeren Investitionen von Multinationals. Taoiseach bzw. Ministerpräsident Leo Varadkar verteidigte seinen Kollegen gegenüber sowohl niedrige Besteuerung als auch „Regulierung Light“ für den digitalen Sektor.

Das war aber wohl ein wenig zu locker und leicht für Kommissions-Chef Jean-Claude Juncker, der in seiner Abschluss-Pressekonferenz, zwar ohne Irland direkt zu nennen, aber doch sehr deutlich, seiner Überzeugung Ausdruck verlieh, dass Steuern dort erhoben werden müssten, wo Gewinne erzeugt werden und nicht etwa dort, wo Unternehmen ihre europäischen Zentralen haben.

In einem Fall von „whoops – talk about bad timing“ wurden am Rande des Gipfels auch die neuesten Zahlen bekannt, die der staatliche Auditor zu den Steuereinnahmen Irlands veröffentlicht hat. Demnach zahlen 13 der Top 100 Firmen in Irland effektiv einen Körperschaftssteuer-Satz von nur einem Prozent – was mit dem offiziellen Körperschaftssteuer-Satz von 12,5 Prozent natürlich herzlich wenig zu tun hat. Wenn selbst die 12,4 Prozent, die effektiv im Durchschnitt von allen in Irland ansässigen Unternehmen gezahlt werden, anderen Staaten ein Dorn im Auge sind, muss klar sein, dass die ein Prozent der „Glorreichen 13“ wie ein Dornenkranz wirken müssen, den Irland seinen EU-Partnern ins Gesicht klatscht.

Zwar wurden die Namen der 13 Unternehmen im schlecht getimeten Zahlenwerk nicht genannt, aber eigentlich musste jedem klar sein, dass Apple dazugehört. Schon vergessen? Es ist gerade mal ein Jahr her, dass die EU-Kommission Irland dazu verdonnert hat, 13 Milliarden Euro an fälligen Steuern von Apple einzutreiben. Zwar hatten Apple und die irische Regierung sofort Widerspruch eingelegt, aber gleichzeitig der Kommission gegenüber versichert, zu Jahresbeginn das Geld bis zur endgültigen Entscheidung auf einem Escrow-Konto zu verwahren. Hat Irland DAS vergessen?

Nach Auffassung der EU-Wettbewerbs-Kommissarin Margrethe Vestager schon. Die hat nun die Geduld verloren und zerrt Irland vor den EU-Gerichtshof, wo heftige und nicht gerade billige Strafen drohen. Mit der Verteidung, dass das mit dem Escrow-Konto nur so lange dauere, weil der Vorgang laut EU-Regularien ausgeschrieben werden müsse – irisch für „Ihr seid selber schuld“ – macht sich der irische Finanzminister Paschal Donohoe sicher auch keine Freunde in der EU. Herr Donohoe gab sich beim Fernsehsender RTE ohnehin recht locker: „Wir regeln das zeitnah und vor das EU-Gericht wird das niemals kommen.“ Na dann.

Auf jeden Fall vor das EU-Gericht kommen wird aber der bedeutende Fall „Max Schrems gegen Facebook“. Facebook hat sein europäisches Hauptquartier in Dublin – und nein, wie viel oder wenig Steuern die hier zahlen interessiert hier am Ende meiner Kolumne grad mal nicht – was dazu geführt hat, dass Max Schrems seine Beschwerde über den Transfer seiner persönlichen Daten durch Facebook in die USA erneut beim High Court in Dublin vorgebracht hat. Schon seine erste Klage war von dem irischen Gericht an den Europäischen Gerichtshof verwiesen worden, der dann in Folge das transnationale Safe-Harbour-Abkommen beendete.

Schrems änderte seine Beschwerde daraufhin ab, die wieder auf dem Schreibtisch der für Facebook zuständigen irischen Datensicherheits-Beauftragten Helen Dixon landete. Da Dixon in der Beschwerde einige bedeutende Punkte erkannte, die EU-weiten Belang hätten, bat sie den Dubliner High Court, die Beschwerde zur Entscheidung an den Europäischen Gerichtshof zu verweisen. Der High Court gab der Bitte nach, so dass zumindest eine der Top 13 Firmen in Irland vor den Richtern in Luxemburg vorstellig werden muss.


Image (adapted) „Blue“ by andreistroe (CC BY-SA 2.0)


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Check-Up Ireland: Irland forscht

Microskop (adapted) (Image by PublicDomainPictures[CC0] via pixabay)

Seit 1997 lebe ich nun schon in der irischen Hauptstadt Dublin. Mein erster Job bei AOL hatte auch ein wenig mit Tech zu tun – wenn man die berüchtigten Freistunden-CDs als „Tech“ ansieht oder das Verbinden an die technische Hotline durchgehen lässt. Im November habe ich damit begonnen, die „Tech-Insel“ ein Jahr lang aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Mein Blick nach vorn was die Förderung von Forschung anbetrifft geht hier in gleich vier Richtungen.

114 Millionen Euro, 650 Forscher und 80 Projekte in gleich 4 neuen Forschungszentren – beeindruckende Zahlen, die gerade die Science Foundation Ireland bei der Vorstellung eben jener vier neuen Forschungszentren genannt hat. Das Geld kommt sowohl vom Staat als auch von der Industrie. Die € 114 Millionen sollen helfen, so Ministerpräsident Leo Varadkar, sich die Welt der Zukunft vorzustellen.

Der ambitionierte Plan, den der junge Politiker vorstellte, dem man eher abnimmt, dass ihn neue Ideen faszinieren, sieht vor, dass irische und internationale Forscher in Kollaboration mit Privatfirmen helfen, hochkarätige Jobs und stetes Wachstum zu generieren.

Die Forschungszentren werden Universitäten angegliedert sein und die 650 Forscher werden in den nächsten 6 Jahren an über 80 Projekten arbeiten. Was die Fördergelder anbetrifft, die über die 6 Jahre Laufzeit des ambitionierten Plans zur Verfügung stehen, so kommen diese sowohl von der Industrie (€ 40 Millionen) als auch vom Wirtschaftsministerium (€ 74 Millionen). Die SFI-Zentren repräsentieren laut Leo Varadkar ein bemerkenswertes Dreieck aus Regierung, Industrie und Höherer Bildung: „Die Zentren beweisen, was alles möglich ist, wenn es eine gemeinsame Vision über die Art von Ambition gibt, die wir realisieren können.“

    Die vier neuen Forschungszentren sind:

  • CONFIRM – UL (University of Limerick) – hat das Ziel, die irische Industrie zu transformieren. Irland soll zu einer der führenden Nationen im Bereich „Smart Manufacturing“ (inklusive Robotics) werden. Schon jetzt generiert der Sektor 110 Milliarden Euro an Exporten, aber AI & stets verbesserte IT-Lösungen sollen helfen, dass die Industrie noch „smarter“ wird und für stetes Wachstum gesorgt ist.

  • BEACON – UCD (University College Dublin) – das Bioeconomy Research Centre reagiert auf schwindende fossile Energiequellen mit der Entwicklung von alternativen Technologien, die auf biologisch-wiederverwertbaren Resourcen basieren. Hier kommen Irland die Massen von (glücklichen) Kühen zugute, deren reine, weisse „Ausscheidungen“ zu Butter verarbeitet nach Deutschland oder zu Milchpulver verarbeitet nach China exportiert werden. Was die „anderen“ Ausscheidungen und Abgase anbetrifft, die Irland zurecht Sorgen bereiten, was die Klimaziele des Landes anbetrifft, so kann jetzt damit begonnen werden, in der Herausforderung auch Chancen zu sehen.

  • I-FORM – ebenfalls UCD – wird im Industriesektor vor allem im Bereich 3D-Druck aktiv sein und Firmen mit maßgeschneiderten Komponenten unterstützen.

  • FutureNeuro – RCSI (Royal College of Surgeons Dublin) – wird sich schwerpunktmässig mit der sozio-ökonomischen Belastung durch neurologische Erkrankungen beschäftigen, mit denen in Irland 700,000 Menschen zu leben haben. Ganz abgesehen von der Last an Schmerzen, die die Erkrankungen mit sich bringen, werden die Kosten (Gesundheits- & Wirtschafts-Kosten) jährlich auf 3 Milliarden Euro beziffert.

Die vier Forschungszentren werden zudem mit zahlreichen Partnern in den Bereichen Höhere Bildung (vor allem die ITs = Institutes of Technology = Fachhochschulen) und Krankenhäuser (Beaumont Hospital, Mater Hospital, Temple Street Childrens Hospital) kollaborieren. Sie sind somit eine willkommene Erweiterung zu den bereits bestehenden, Dutzenden von Forschungszentren, die landesweit 4.200 Forscher unterstützen. Eine Investition, die laut Frances Fitzgerald, der Ministerin für Wirtschaft, Jobs und Innovation, ein höchst wichtiger Teil der langfristigen Planung der Regierung bis 2020 darstellt. „Die vier neuen Zentren werden ihren wichtigen Platz neben ihren Schwester-Institutionen einnehmen und unserem Land in Zukunft zahlreiche Jobs, enorme wirtschaftliche Vorteile und auch kaum messbare, aber dennoch wichtige soziale Vorteile bringen“, so die Ministerin.

Die 114 Millionen Euro seien gut angelegt, ergänzte am Schluss noch ihr Stellvertreter Staatsminister John Halligan. Der internationale Wettbewerb um innovative Unternehmen und um die besten Wissenschaftler werde immer härter – man müsse sich nur die jüngsten Entwicklungen in den USA anschauen, wo Trump mit der Karotte niedrigerer Steuern wedelt, und über die irische See und vor allem hoch nach Nordirland blicken, wo das Vereinigte Königreich mit dem Knüppel rumfuchtelt – BANG! BREXIT!


Image (adapted) „Microscop“ by PublicDomainPictures (CC0 Public Domain)


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Check-Up Ireland: Ein Blick aufs „Kingdom of Kerry“

King Puck bronze statue near Laune River in Killorglin,Kerry,Ireland

Seit 1997 lebe ich nun schon in der irischen Hauptstadt Dublin. Mein erster Job bei AOL hatte auch ein wenig mit Tech zu tun – wenn man die berüchtigten Freistunden-CDs als “Tech” ansieht oder das Verbinden an die technische Hotline durchgehen lässt. Im November habe ich damit begonnen, die „Tech-Insel” ein Jahr lang aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Heute schaue ich einmal genauer auf die Grafschaft Kerry.

Sportlich ist die Stimmung in der Grafschaft Kerry gerade ziemlich im Keller, da das Gaelic Football Team aus dem „Kingdom“ am Wochenende das Halbfinal-Wiederholungsspiel gegen Mayo verloren hat. Zum Glück gibt es in Kerry aber weiterhin Konstanten wie die tolle Landschaft oder die gleichnamige, gute Butter. Die Seen in Killarney und Kerrygold sind Tourismus- bzw. Export-Schlager. Was die Exporte anbetrifft, so macht aber auch Fintech immer mehr von sich reden. Das „Kingdom“ ist zur Hochburg erwachsen.

Auf dem nicht nur bei Deutschen beliebten Rundweg „Ring of Kerry“ ist Killorglin eine wichtige Station, die tolle Pubs und Restaurants und gemütliche B&Bs zu bieten hat. Busse parken dicht an dicht und entlassen einen konstanten Strom von zahlungskräftigen Touristen in die Gassen von Killorglin. Um 13 Uhr müssen diese dann mit einer weiteren, nicht minder wichtigen Gruppe um Platz auf den Gehsteigen und in den Cafés kämpfen. Statt Wanderschuhen und Cargohosen werden High Heels und Anzüge getragen und nur wenigen der amerikanischen Touristen wird klar sein, dass diese Gruppe immer öfter Hand anlegt an genau jene finanziellen Transaktionen, die noch am Flughafen in den USA oder bei der Ankunft in Irland getätigt wurden – dem Geldumtausch.

Die Fintech-Hochburg Kerry

Hier in Killorgin befindet sich die Zentrale von „Fexco“ die jährlich mehr als $ 10 Millarden an finanziellen Transaktionen bewälltigt. Die Mitarbeiter strömen aus zwei Gebäuden in Killorglin und einem weiteren Gebäude im 40 Kilometer entfernten Cahersiveen. Insgesamt beschäftigt Fexco 1,000 Leute in Kerry.

„Made in Kerry“ im Jahr 1981 ist Fexco mittlerweile ein wahrer Global Player geworden, mit Büros in Europa, Asien, dem Mittleren Osten, Nord- & Lateinamerika, sowie Australien. Unter den Mitarbeitern in Kerry findet sich eine immer größer werdende Anzahl im Bereich Tech, die mit Kollegen weltweit an den neuesten Lösungen kollaborieren. Das Innovation-Team in Killorglin ist das schlagende Herz von Fexco, welches es dem Managment ermöglicht, seinen Kunden wie „First Data“, „Bank of China“ oder „Barclaycard“ mit Stolz & Sicherheit den Slogan entgegen zu rufen „Wir können den Zahlungsverkehr für Euch vereinfachen.“

Fexco ist in Kerry nicht allein. Andere Fintech-Unternehmen haben ebenfalls schon lange erkannt, dass es reichlich Geschäft bei den „alten“ Banken zu holen gibt. Eine Studie von PwC hat zum Beispiel vor kurzem ergeben, dass geschätzt 25 Prozent des traditionellen Geschäfts der Banken von Fintech bedroht ist. Zu den Unternehmen, die aus Kerry heraus an diese 25 Prozent heran wollen, gehört die Firma „Monex“ die in Killarney, der zweiten bekannten Stadt am „Ring of Kerry“, ihren Sitz hat und durchschnittlich über 206 Millionen Karten-Transaktionen im Jahr in 48 Ländern abwickelt.

Seit der Gründung im Jahr 1996, als noch alles auf Papier, per Fax und am Telefon lief, hat Monex seine Kunden auf dem Weg begleitet, der sie sicher online geführt hat. Zwar gibt es in Killarney immer noch einen Raum, in dem Schecks gedruckt werden, aber das Scheckteam schrumpft mit dem Volumen von Schecks, die dort aus dem Drucker kommen. Auch Monex mit seinem Fintech-Hub in Kerry ist mittlerweile eine globale Firma geworden, die 24 Stunden an 365 Tagen für ihre Kunden da ist.

Für das Fintech-Ökosystem in Kerry von großer Wichtigkeit ist das IT Tralee (Institute of Technologie = Technische Hochschule). Die Absolventen von ITT haben quasi die Wahl, was den zukünftigen Arbeitgeber im Bereich Fintech anbetrifft, was nicht zuletzt damit zu tun hat, dass die Technische Hochschule einen Fokus auf „Career Readiness“ hat. Studenten sind immer wieder bei Tech-Unternehmen zu Gast und somit gewappnet für die Anforderungen „draussen in der wahren Welt“.

Das Tom Crean Business Centre des IT Tralee ist ein Startup-Hub mit 20 Firmen. Eine davon, Finukan Labs ist ein Fintech-Startup mit einer besonderen Geschichte. Gründer Anthony Griffin wurde nach einer langen Karriere am Londoner Finanzmarkt von einer skandinavischen Bank umworben. Statt dort anzuheuern, entschied er sich aber dafür, in seine Heimat Kerry zurückzukehren und sein eigenes Unternehmen zu gründen. Sein erster Kunde: die oben erwähnte Bank aus Skandinavien. Eins von vielen Beispielen dafür, wie gut es möglich ist, im „Kingdom of Kerry“ seine eigene Fintech-Dynastie aufzubauen.


Image (adapted) „King Puck“ by youngoggo/stock.adobe.com


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Check-Up Ireland: P2P-Kredite – “Fast wie damals bei AOL”

App (adapted) (Image by Torsten Dettlaff) (CC0 Public Domain) via pexels

Seit 1997 lebe ich nun schon in der irischen Hauptstadt Dublin. Mein erster Job bei AOL hatte auch ein wenig mit Tech zu tun – wenn man die berüchtigten Freistunden-CDs als “Tech” ansieht oder das Verbinden an die technische Hotline durchgehen lässt. Im November habe ich damit begonnen, die “Tech-Insel” ein Jahr lang aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Heute beschäftige ich mich mit P2P-Krediten. Dabei geht mein Blick auch 20 Jahre zurück zu AOL, denn ein wichtiger Aspekt des Arbeitslebens dort war das liebe Geld – oder besser gesagt die Knappheit des selben.

Ende der 90er habe ich mir bei AOL in Dublin wirklich alles andere als eine golden Nase verdient. Zum Glück haben die Bosse aber damals nicht nur die Realität niedriger Gehälter anerkannt und nicht drumrum geredet, sondern gleich eine typisch irische Lösung für ein irisches Problem gefunden – die Gehälter wurden einfach an zwei verschiedenen Tagen ausgezahlt. Die eine Hälfte der Belegschaft wurde am Monatsersten bezahlt, die andere Hälfte am Fünfzehnten, was dazu führte, dass man sich seinen “Buddy” suchte, um sich gegenseitig über die Runden zu helfen. OK – manch ein Kollege wechselte dann eben zu einer Firma, die besser bezahlen konnte, aber was die Kameradschaft unter den verbliebenen “Armen” anbetraf, so war diese doch sehr groß.

So selbstverständlich, wie damals die Transaktionen am Abend des Zahltags immer in bar und (fast) immer im Pub stattfanden, so selbstverständlich würden wir heutzutage quasi “Peer to Peer” das Geld von Smartphone zu Smartphone verschicken – und auch gleich mit dem Gerät im Pub bezahlen. P2P-Kredite werden hier von zahlreichen Unternehmen angeboten. Zuletzt machte der Neuankömmling Flender auf sich aufmerksam.

Flender hilft Freunden, sich gegenseitig Geld zu leihen

In dieser Kolumne habe ich die lebhafte Startup-Szene Dublins schon öfter angesprochen. Doch so manch ein Startup, das am Anfang nur so vor Energie strotzte, musste unzureichende Finanzierung mit dem plötzlichen Tod bezahlen. Nicht jeder Gründer kann auf Familie und Freunde zurückgreifen, staatliche Fördergelder sind begrenzt und bei den Banken sitzt das Geld nach dem großen Crash auch nicht mehr so locker. Andere Lösungen mussten her und P2P-Kredite wurden geboren.

Hierbei können sich Einzelpersonen oder Firmen Geld leihen oder selbst als Kreditgeber auftreten, ohne dabei auf traditionelle Finanzdienstleister als Mittelsmann zurückgreifen zu müssen. Der Vorteil für die Kreditgeber liegt bei den Zinsen, die oftmals höher liegen als Zinsen, die man auf traditionellen Wegen bei klassischen Finanz-Institutionen bekommt. Der Vorteil für die Kreditnehmer liegt auf der Hand. In einem wirtschaftlichen Klima, in dem aufgrund von Fehlern der Banken in der Vergangenheit die gleichen Institutionen indirekt junge Unternehmen bestrafen, indem Kredite selten gewährt werden, eröffnen sich neue Möglichkeiten der Finanzierung durch Personen und Unternehmen, die oftmals im gleichen Boot sitzen. Wem das Problem der Knappheit von Krediten und die Gründe dafür bewusst sind, der ist eher bereit, Gleichgesinnte zu unterstützen.

Das Dubliner Startup Flender ist zwar erst seit Ende des vergangenen Jahres aktiv, hat aber bereits zahlreiche Läden, Restaurants und kleine Organisationen unterstützt. Jemand, der einen Kredit für ein Projekt sucht, kreiert bei Flender einen personalisierten Link zur betreffenden Kampagne. Dieser kann dann in sozialen Netzwerken geteilt werden oder direkt per eMail an ausgesuchte Empfänger verschickt werden.

Nicht selten, so die Macher von Flender, würden sich Firmen von ihren Kunden Geld leihen. Irgendwie liegt das ja auch auf der Hand – wenn ich Vertrauen in ein Produkt oder eine Dienstleistung habe und diese regelmäßig erwerbe, dann liegt es nahe, dass ich auch dem Verkäufer und seiner Vision für das Unternehmen vertraue.

Flender verdient sein Geld mit einer Marge bei den Zinsen und mit einer Erfolgsprämie, die fällig wird, wenn eine Kampagne abgeschlossen wurde. Zur Zeit können sich Unternehmen bis zu 100.000 Euro leihen, während das Limit für Einzelpersonen bei 20.000 Euro liegt. Selbstredend liegt der Fokus des Dubliner Startups zur Zeit auf dem irischen Markt. Man hat aber auch längst ein Auge auf die britischen Nachbarn geworfen und eine entsprechende Lizenz wurde von der Financial Conduct Agency (FCA) bereits erteilt. Wie in zahlreichen anderen Geschäftsbereichen sind sich Iren und Briten im Konsumverhalten auch im Bereich P2P-Kredite so ähnlich, dass dieser nächste Schritt Sinn macht. Man vertraut halt demjenigen, den man kennt. Daran wird auch der Brexit nichts ändern.


Image (adapted) Space Gray iPhone 6 by Torsten Dettlaff (CC0 Public Domain)


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Check-up Ireland: Die MoneyConf kommt nach Dublin

DAY THREE OF THE WEB SUMMIT [DUBLIN 2015]-109985 (adapted) (Image by William Murphy) (CC BY-SA 2.0) via flickr

Seit 1997 lebe ich nun schon in der irischen Hauptstadt Dublin. Mein erster Job bei AOL hatte auch ein wenig mit Tech zu tun – wenn man die berüchtigten Freistunden-CDs als “Tech” ansieht oder das Verbinden an die technische Hotline durchgehen lässt. Im November habe ich damit begonnen, die “Tech-Insel” ein Jahr lang aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten.

Zuletzt hatte ich im zweiten Teil meines irischen Startup-ABC ein Unternehmen vorgestellt, dessen App ein “Instagram meets Money”-Konzept umsetzt. Das Startup taucht – wenn auch nur kurz – in dieser Kolumne erneut auf.

Was das wohl für den großen Bruder “Web Summit” bedeutet

“Plynk”, “Plynk”, “Plynk” – und das gleich 25 Millionen Mal. Ich hatte in dieser Kolumne vor zwei Wochen auch Plynk vorgestellt. Mit der Money-Messenger-App des Startups kann einer finanziellen Transaktion Kontext gegeben werden. Die Nachricht, die die Mitarbeiter von Plynk zuletzt aus Madrid erreichte, stammte von ihren Bossen, die dort im Rahmen der MoneyConf eine erfolgreiche funding-round in Höhe von 25 Millionen Euro bekanntgaben. Vom Kontext dieser Nachricht her betrachtet, konnte der Ort kaum besser gewählt sein, da Plynk Spanien und das benachbarte Portugal als die nächsten Märkte in der EU angreifen wird. Für das Vorhaben sollen 30 neue Leute eingestellt werden.

Das Plynk-HQ ist in Dublin beheimatet, wo auch der Web Summit-HQ zuhause ist. Die Macher des “Web Summit sind auch die Organisatoren der MoneyConf. Die Truppe um Paddy Cosgrave hatte in Madrid auch große Nachrichten zu verkünden. Ganz im Sinne von “Komm zu Mama!” wird MoneyConf 2018 in Dublin stattfinden. Der genaue Veranstaltungsort steht noch nicht fest, aber wahrscheinlich wird es das RDS werden, wo über Jahre der Web Summit stattfand, bevor nach vielen Diskussionen (im Bezug auf irische Regierungsmitglieder muss man aber eher von Kämpfen sprechen) der Umzug nach Lissabon erfolgte, wo der Web Summit Anfang November erneut stattfindet.

Im Bezug auf die MoneyConf finden die Organisatoren Erklärungen, die einem schon etwas bekannt vorkommen. So soll zum Beispiel die Kapazität von jetzt 1.800 Gästen auf 5.000 erhöht werden. Immer wieder neue Besucher-Rekorde zu setzen ist bei Cosgrave & Co. Methode und hatte letztendlich dazu geführt, dass das RDS zu klein für den Web Summit wurde – oder aber wie viele hier vor Ort sagen: “Web Summit? Too big for its own good!”

Die MoneyConf sei nicht der Web Summit, lautet jetzt das Mantra der Organisatoren. Dublin als ein etablierter Standort für Fintech sei ideal für diese Konferenz. Im Übrigen habe der MoneyConf-Anteil des Web Summit lediglich zehn Prozent betragen und für die verbliebenen 90 Prozent sei das RDS einfach nicht mehr tragbar gewesen. “Was die Infrastruktur anbetrifft, kann Dublin den Web Summit nicht verkraften.”, heisst es. Und dann folgte die interessante Beifügung “in seiner JETZIGEN Größe”. MoneyConf war ja aus dem eigentlichen Web Summit heraus zu einer Konferenz erwachsen, die auf eigenen Füßen steht, was sich wenn die Bedingungen denn stimmen, durchaus auch auf andere Teile wie Sport oder SaaS übertragen liesse.

Ausgliedern und Wachsen bdeutet Gesundschrumpfen. Heisst das, der Web Summit kommt zurück nach Dublin? Ich persönlich finde es interessant, dass die Organisatoren zwei Bereiche als mögliche Kandidaten für weitere Ableger nennen, die in den vergangenen zwölf Monaten bereits in Dublin mit Tech-Konferenzen abgedeckt wurden. Man könnte die Aussagen der Organisatoren wohl in zweierlei Hinsicht interpretieren – als Aufgeben (was diese Bereiche anbetrifft) und als Anerkennen, dass Konkurrenten gute Konferenzen organisieren; oder aber als Kampfansage an die Konkurrenz. Ich wage einfach mal eine Prognose – Cosgrave & Co. werden mit Teilbereichen erst mal testen und kleine Kämpfe führen, bevor man ernsthaft über die eigentliche Konkurrenz in Dublin nachdenkt, die man in der Zwischenzeit beobachten wird. Mein Plan für den 18. & 19. April 2018 beim Dublin Tech Summit sieht wie folgt aus: “Mr. Cosgrave! Rainer Kiebat, representing NETZPILOTEN from Germany. Do you have a minute?”


Image (adapted) „Day 3 of the Web Summit (Dublin 2015) 109985“ by William Murphy (CC BY-SA 2.0)


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Check-up Ireland: Das irische Startup-ABC (Teil 2) von M bis S

Bücher (adapted) (Image by jenikmichal [CC0 Public Domain] via pixabay

Seit 1997 lebe ich nun schon in der irischen Hauptstadt Dublin. Mein erster Job bei AOL hatte auch ein wenig mit Tech zu tun – wenn man die berüchtigten Freistunden-CDs als „Tech“ ansieht oder das Verbinden an die technische Hotline durchgehen lässt. Im November habe ich damit begonnen, die „Tech-Insel“ ein Jahr lang aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Nachdem ich schon im April ein paar Startups in verschiedenen Regionen Irlands vorgestellt habe, folgt heute der zweite Teil.


In Cork im Südwesten Irlands sind viele große Pharma-, Biotechnologie- und Medizintechnik-Unternehmen beheimatet. Kein Wunder also, dass sich auch Startups solchen Clustern angliedern. Ein Beispiel aus dem Bereich Medizintechnik ist die Firma „Mirai Medical„, ein junges Unternehmen, das sich der effektiven Behandlung von Krebs verschrieben hat. Firmengründer Dr. Declan Soden kann auf 15 Jahre Erfahrung in der Krebsforschung zurückblicken und ist zur Zeit auch General Manager des „Cork Cancer Research Centre„. Bei „Mirai Medical“ hat er eine Energietechnologie namens Electroporation entwickelt, die es möglich macht, minimal-invasiv gegen Krebs im Darmbereich vorzugehen. Klinische Studien der Technologie werden zur Zeit in der Uni-Klinik in Kopenhagen vorgenommen.

Cyber Security ist in aller Munde. Dass Hacker auch vor dem Bereich Gesundheitswesen nicht Halt machen, war beim globalen „WannaCry“-Angriff nur zu offensichtlich als die britische NHS besonders stark betroffen war und es auch einige Probleme beim irischen Gegenstück HSE gab. Das in Dundalk an der Ostküste ansässige Unternehmen „Nova Leah“ hat sich schon seit einer Weile dem Bereich Cyber Security in der Medizintechnik verschrieben. Das Nova Leah-Produkt „SelectEvidence“ ist ein System für Cyber Security-Risikoanalyse bei Geräten, die in Krankenhäusern eingesetzt werden. In einem Bereich mit stets größer werdender Vernetzung bei sich gleichzeitig rapide wandelnder Cyber Security sorgen die „SelectEvidence“-Lösungen dafür, dass Schutzmechanismen stets auf dem neuestem Stand sind, sodass Ärzte und Pfleger sich auf die Gesundheit ihrer Patienten konzentrieren können.

Von M wie „Mirai Medical“ bis S wie „Skytango“

Ein „Plynk“-Geräusch auf dem Smartphone bedeutet nicht immer eine gute Nachricht – bei „Plynk“ aber schon, denn hier hat die Nachricht mit Geld zu tun. Der Money Messenger des Startups ist eine App, die es Usern möglich macht, innerhalb eines Chats (1-2-1 oder in einer Gruppe) Geld zu verschicken oder zu erhalten. Wartezeiten und Gebühren sollen hierbei eliminiert werden, sodass die User Kontrolle über ihre Zahlungen haben. Bei diesem „Instagram meets Money“-Konzept verbindet sich „Plynk“ mit den Facebook-Kontakten des jeweiligen Nutzers, der dann die Möglichkeit hat, mit einer Zahlung Bilder zu senden oder zu empfangen. So kann eine Geschichte zum Geld erzählt werden und einer finanziellen Transaktion der notwendige Kontext gegeben werden.

Ein weitaus schrilleres Geräusch verbunden mit einem Smartphone-Alarm an Familie und Freunde kommt von „Run Angel“ in Cork. Jogger, die sich auf einmal in Gefahr befinden, lösen per Knopfdruck einen 120-Dezibel-Alarm aus und senden gleichzeitig über ihr Smartphone eine Nachricht mit ihrem Aufenthaltsort an Familie und Freunde. Die Idee zum Wearable-Tech „Run Angel“ kam Firmengründer David Caren beim Joggen. Caren wurde von jemandem über den Haufen gerannt, der eine Joggerin verfolgte.

Die Gründer von „Skytango“ haben gemeinsam 30 Jahre Filmerfahrung vorzuweisen. Von Susan Talbot und Steve Flynn, nach ihrer Rückkehr aus den USA im Jahr 2012 gegründet, bietet „Skytango“ Drohnen-Piloten eine Plattform, um ihre Arbeit zu kuratieren und zu verkaufen. Zuzüglich wird es durch die Partnerschaft mit „Audio Network“ noch möglich, die Filme mit lizensierter Musik zu verknüpfen. Das Thema Lizenzen wird bei „Skytango“ generell sehr ernst genommen – Flugdaten und Informationen zu bestehenden Lizenzen von Landbesitzern, die Piloten den Überflug erlauben, geben den Käufern die Garantie, einen legalen Film zu erwerben. Selbstredend muss jeder Pilot auch eine Lizenz besitzen. Am Himmel über Irland wird nicht aus der Reihe getanzt.


Image (adapted) „Bücher“ by jenikmichal (CC0 Public Domain)


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Check-up Ireland: Der Google-Effekt

Seit 1997 lebe ich nun schon in der irischen Hauptstadt Dublin. Mein erster Job bei AOL hatte auch ein wenig mit Tech zu tun – wenn man die berüchtigten Freistunden-CDs als “Tech” ansieht oder das Verbinden an die technische Hotline durchgehen lässt. Im November habe ich damit begonnen, die “Tech-Insel” ein Jahr lang aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Heute werfe ich einen Blick auf die steigenden Mieten in Dublin. Was hat das mit Tech zu tun? Google hat die Antwort …

Gutbezahlte Techies sorgen für steigende Mieten in Dublin

Der ‚Google-Effekt‘ wird auch als digitale Amnesie bezeichnet. Hier in Irland hat man wiederum oft den Eindruck, dass große Teile der Bevölkerung unter Amnesie leiden, was den Immobilien-Crash anbelangt, der das Land an den Rande des Abgrunds und in einen Bailout geführt hat. Kein Wunder also, dass der ‚Google-Effekt‘ in Dublin auch viel mit rasant steigenden Mieten zu tun hat.

Google Effect
Screenshot by Rainer Kiebat

Wenn man hier dieser Tage Nachrichten zum Thema Mietpreise liest, hat man sofort einen Schlager im Kopf: “Ich glaub, es geht schon wieder los. Das darf doch wohl nicht wahr sein!” Leiden denn hier alle unter kollektiver Amnesie? Warum steigen Immobilienpreise und Mieten im Tandem so rasant? Die Antwort ist oft ganz simpel – es werden schlicht und einfach nicht genügend Häuser und Appartments gebaut. Angebot und Nachfrage. Punkt. Im Zentrum von Dublin kommt aber ein besonderer ‚Google-Effekt‘ zum Tragen.

Der ‚Google-Effekt‘ ist hier eine Medaille mit zwei Seiten. Google & Co. beschäftigen in den “Silicon Docks” Tausende, so dass hier von der Rezession nichts mehr zu spüren ist. Die Kehrseite der Medaille? Rasant steigende Mietpreise.

Und eben jene Mieten, die zunehmend ausser Kontrolle geraten, stellen so manchen Mitarbeiter in Unternehmen wie Facebook, Twitter oder Google vor eine Wahl – will ich nahe bei der Arbeit wohnen und einen großen Teil meines Gehalts quasi direkt an meinen Vermieter überweisen lassen, oder nehme ich einen längeren Weg zur Arbeit in Kauf?

Der neueste Mietpreis-Report der “Bibel” macht nur zu deutlich, was das Dubliner Dilemma ist. National betrachtet sind Mietpreise eh schon so hoch wie nie. In der Hauptstadt sind die Mieten 15,5 Prozent höher als auf dem Höchststand in 2008 und 66 Prozent höher als auf dem niedrigsten Stand inmitten der Rezession. Die Miete für ein normales Zwei-Betten-Appartment liegt im Dubliner Stadtzentrum bei 1.900 Euro – was einen an einen weiteren Schlager denken lässt: “Tränen lügen nicht”. Und schnell folgt dem ‚Google-Effekt‘ der ‚Domino-Effekt‘ – steigende Mieten sorgen für erhöhten Druck auf Arbeitgeber, was Gehälter anbetrifft; steigende Gehälter sorgen für mehr Druck auf die Preise von Konsumgütern – und schon steigen die Kosten für alle.

Zwar steht Dublin nicht allein, was dieses Mietpreis-Phänomen anbetrifft, unter dem auch Mieter in anderen Metropolen wie London oder Berlin zu leiden haben. Auch dort gibt es Cluster von Finanz- oder Tech-Firmen, die gute Gehälter zahlen und somit unfreiwillig auch für steigende Mieten innerhalb des Clusters sorgen. Investionen gerade von Tech-Unternehmen sind seit dem Crash rapide gestiegen und haben für einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung gesorgt. Gleichzeitig wird aber auch der Druck auf Mieten in diesem Cluster, das eh schon die größten Anwaltskanzleien, Unternehmensberatungen und Finanzunternehmen des Landes beherbergt, immer stärker.

Als Google 2004 sein erstes Büro in Dublin eröffnete, arbeiteten dort 70 Mitarbeiter – und ein halbes Dutzend unter einem Tarnnamen beim Dienstleister arvato outgesourced . Heute sind es rund 6.000 im Google-Docks-Komplex – plus ein paar Hundert bei arvato und ähnlichen Firmen. Facebook folgte 2008 und hat heute rund 2.000 Beschäftigte. 80 Tech-Firmen haben sich mittlerweile im Silicon Docks-Cluster angesiedelt und beschäftigen Tausende von meist gut bezahlten Leuten.

Der Großteil der Angestellten sind jedoch nicht Iren, sondern kommen aus Spanien, Italien, Polen oder Deutschland – jenen Märkten, die von den Multinationals aus ihren Dubliner Europa-Zentralen heraus bedient werden. Sie alle müssen irgendwie untergebracht werden. Sie alle haben relativ viel Geld auszugeben. Sie alle sorgen für den ‚Google-Effekt‘ – auch wenn sie für die Konkurrenz arbeiten.

Zweifelsohne haben Google & Co. einen bedeutenden Anteil am irischen Aufschwung, was in der Breite anerkannt wird und (noch) trotz Wohnungsnot sowie steigenden Immobilien- und Mietpreisen nicht zu Neid führt. Zwei Aussagen sollten aber als Warnung dienen. Die US-Irische Industrie- & Handelskammer sprach neulich von einem “Nachdenken” über Investitionen, wenn mehr und mehr Mitglieder ihre Angestellten nicht mehr unterbringen können. Viel bedenklicher war für mich aber die Forderung eines “Solidarity”-Politikers im irischen Parlament, US-Firmen zu enteignen, um Wohnungsbau zu finanzieren. Hm – mal “Populismus” bei Google eingeben …


Image (adapted) „Google Ireland“ by Stephen Bergin (CC0 Public Domain)


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Check-up Ireland: Das irische Startup-ABC (Teil 1: Von A wie “AventaMed” bis L wie “Lowflo”)

Dogpatch Labs Dublin (adapted) (Image by Heisenberg Media [CC BY 2.0] via flickr)

Das Medizintechnik-Unternehmen AventaMed beweist, dass interessante Startups nicht unbedingt in Dublin beheimatet sein müssen. Die Firma hat ihren Sitz in Cork. Das Team um CEO Olive O’Driscoll und CTO John Vaughan hat es sich zum Ziel gemacht, den Bereich der Ohr-Chirugie zu transformieren. Bisher verlangten chirugische Eingriffe, um Infektionen oder Hörverlust zu behandeln, das Einführen einer Röhre unter Vollnarkose. Weltweit müssen sich jährlich zwei Millionen Kinder dieser Prozedur unterziehen – ein fünf Milliarden Euro-Markt. “AventaMed” hat ein Handgerät entwickelt, dass das Einführen der entsprechenden Röhre innerhalb weniger Minuten möglich macht – und das ohne Vollnarkose.

Ebenfalls in Cork zuhause ist “Blink”, ein Startup im Bereich Versicherungs-Tech, das trotz der Tatsache, dass es erst ein paar Monate alt ist, bereits ein Partnerschafts-Abkommen mit der Rückversicherungsgesellschaft Munich Re. abgeschlossen hat. Gemeinsam entwickeln die beiden Unternehmen nun eine neue Technologie für die britische Versicherungs-Industrie. Im Zuge dieser Kooperation wird “Blink” auch ein Büro in London eröffnen. Im Bereich Flugversicherung wird “Blink” schon in naher Zukunft ein Produkt auf den Markt bringen, das Kunden in Real Time signalisiert, wenn ein Flug verspätet oder gar abgesagt ist. Das System bucht auch gleich um – ohne dass Kosten für den Kunden anfallen und ohne dass ein Versicherungs-Anspruch geltend gemacht wird. Das Produkt wird in Zusammenarbeit mit Reisebüros, Geschäftsreise-Agenturen, Flugbuchungs-Plattformen und Fluglinien auf den Markt gebracht.

In Dublin, aber auch an den Flughäfen der Welt, ist “Coindrum” zuhause. Das Startup hat eine Maschine entwickelt, mit der Münzen, die nach einer Reise übriggeblieben sind, in Duty Free Gutscheine umgewandelt werden. Neben Dublin und Belfast findet man “Coindrum” auch an den Flughäfen in Venedig, Mailand Malpensa, Faro, Larnaca und Schönefeld. Das Team um Gründer Lukas Decker ist noch sehr klein und hat vom ersten Tag in 2014 an seinen Sitz im Coworking Space “Dogpatch Labs”, ist aber gut aufgestellt für die weitere Expansion. Im letzten Jahr wurden zwei Millionen Euro von Privatinvestoren eingesammelt und das Team um Lukas Decker hofft, demnächst auch den ersten US-Flughafen als Kunden gewinnen zu können.

In Irland kommt Tech nicht an Kühen vorbei. Der Agrarsektor exportiert, egal ob lebend, geschlachtet oder zu Milchpulver verarbeitet, Milliardenwerte in alle Welt. In Mullingar in der Grafschaft Westmeath hat “Efficient Farm Solutions” ein Produkt entwickelt, das Bauern die Kontrolle des Prozesses des Kalbens erleichtert. Das System beobachtet die Temperatur und die Fruchtbarkeit der Kühe und schickt dem Bauern ein Signal, wenn die Geburt eines Kalbs näher kommt. Das Produkt richtet sich vor allem an Teilzeit-Farmer, von denen es aufgrund der auf dem Land weiterhin angespannten wirtschaftlichen Situation immer mehr gibt. Viele Farmer sind gezwungen, Zweit- oder gar Drittjobs anzunehmen und können nicht immer nah bei ihren Kühen sein.

Was für “Immersive VR Education” in Waterford vor zwei Jahren mit einem Crowdfunding von 36.500 Euro begann, setzte sich vor kurzem mit einer Investitionsrunde fort, die eine Million Euro einbrachte. Das Unternehmen entwickelt VR-Lern-Produkte für Schulen und Universitäten, aber auch für Unternehmen und im Bereich Gesundheitswesen. Hier entwickelt man gemeinsam mit den Partnern “Royal College of Surgeons” in Dublin und der “Oxford University” VR-basierende Trainingsmethoden für Ärzte.

Wassergebühren sind hier seit Jahren ein Dauerthema. Die viel zu alten Leitungen lecken überall und laut des neuesten Kompromisses, der gefunden wurde, um Neuwahlen rund um das Thema Wasser zu vermeiden, sollen nur diejenigen bezahlen, die ihre Lecks nicht fixen lassen. Kein Wunder also, dass “Lowflo” mehrere Standorte über das ganze Land verteilt hat. Die Technologie des Unternehmens findet Lecks im Auftrag von Privatleuten, Stadtverwaltungen und Unternehmen.

Zu den namhaften Klienten, die auf “Lowflo”-Technologie setzen, zählt interessanterweise auch “Irish Distillers”, die den weltbekannten, köstlichen Jameson-Whiskey brennen. Whiskey heisst auf irisch “Uisce Beatha”, also “Wasser des Lebens”. Lecks bei Jameson? Das käme hier einer Todsünde gleich!


Image (adapted) „Dogpatch Labs Dublin“ by Heisenberg Media (CC BY 2.0)


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