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Alternative App-Stores: Lohnen sich die Gegenlösungen zum Google Play Store?

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Jeder Besitzer eines Android-Smartphones hat mit ihnen jeden Tag zu tun und lädt sie hauptsächlich aus dem Google Play Store. Die Rede ist von Applikationen, kurz Apps. Was vielen nicht bekannt ist: Die erweiternde Software lässt sich auch über diverse andere Quellen legal auf das Telefon laden: Alternative App-Stores. Wie gut ist deren Angebot? Wie sicher sind sie? Ob sich der Blick über den Tellerrand lohnt oder ob es sich bei den Inhalten nicht doch um nervige Adware handelt, habe ich für euch herausgefunden.

Amazon Underground: Apps gegen Daten

Es gibt viele alternative App-Stores. Der wohl bekannteste ist Amazon Unterground. Dabei lädt man sich per APK-Datei die Anwendung für den App-Store auf das Android-Telefon. Wie auch beim offiziellen Google-Pendant können die Inhalte über eine Kategorien-Übersicht durchsucht und direkt geladen werden – sofern man ein Amazon-Account besitzt. Vor einigen Wochen hat Julia das Angebot bereits näher unter die Lupe genommen und Missstände beim Datenschutz aufgezeigt. Mit der Installation räumt der Nutzer dem Shopping-Riesen ein die Nutzungszeit der Apps zu tracken und zu speichern. Für jede Minute schüttet das Unternehmen einen bestimmten Betrag an die Entwickler aus. Es sollte also jeder selbst wissen, was einem das kostenlose App-Vergnügen wert ist.

F-Droid: Freeware für Geeks

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Der Open-Source-App-Store F-Droid ist dank Kategorisierung sehr übersichtlich. Screenshot by Jonas Haller

Fans von Freeware kommen bei F-Droid auf ihre Kosten – so versprechen es zumindest die Entwickler. Wie auch bei Amazon Underground könnt ihr die entsprechende APK-Datei direkt über die Webseite laden und installieren. Der App-Store listet alle Open-Source-Programme auf, die kostenfrei und gleichzeitig werbefrei ist. Es finden sich sogar etliche, nützliche Root-Apps, die bereits aus dem Play Store entfernt wurden. Aber Vorsicht: Genau das könnte bei unsauber programmierten Programmen zum Zerstören des Telefons führen, da die Software tief ins Android-System eingreift. F-Droid selbst verspricht allerdings nur „saubere“ Anwendungen aufzulisten.

Neben empfohlener Software in „Was gibt es Neues“ findet sich auch eine umfangreiche, kategorisierte Auflistung der verfügbaren Apps. Selbst Beta-Software lässt sich über F-Droid downloaden und updaten. Ein Vorteil gegenüber Amazon Underground ist zudem der Wegfall des Anmeldezwangs. Einzig Gaming-Freaks dürften mit einem weinenden Auge auf den kostenlosen App-Store schauen: Die Inhalte sind doch sehr übersichtlich und zum Großteil nicht wirklich ansprechend. Außerdem handelt es sich bei der Open-Source-Freeware oft um englische, simpel gehaltene Anwendungen, die für Normalanwender nur mit Eingewöhnung nutzbar sind.

Get Jar: Eingeschränkter Play Store ohne Google Konto

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Den App-Store Get Jar ist lediglich als Webseite verfügbar. Screenshots by Jonas Haller

Die Entwickler hinter Get Jar haben es auf all jene abgesehen, die kostenlose Android-Software ohne Google-Konto downloaden und nutzen wollen. Der App-Store kommt als Webseite daher, die einfach mobil aufgerufen werden kann. Eine Kategorisierung sowie eine kuratierte Auswahl sorgt für die nötige Übersicht. Die ist allerdings nicht zwingend notwendig, denn die App-Auswahl ist stark begrenzt. Zudem sucht man kostenpflichtige Anwendungen bei Get Jar vergebens. Entgegen dem großen Vorbild von Google wird die App-Prüfung sehr stiefmütterlich behandelt. Man sollte Anwendungen also mit einer gewissen Skepsis in Augenschein nehmen. Allzu schnell könnte infizierte Software auf dem Mobiltelefon landen und sensible Daten abgreifen.

Auch die Update-Möglichkeiten sind nur rudimentär. Aktualisierungen müssen händisch aufgespielt werden. Vom fehlenden Google-Zwang abgesehen, bietet Get Jar also überwiegend Nachteile und sollte in der Praxis nicht genutzt werden.

Slide Me: App-Store für jedermann

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Der App-Store Slide Me kommt im Kacheldesign daher. Screenshots by Jonas Haller

Einen etwas speziellen Weg gehen die Entwickler von Slide Me. Anders als bei F-Droid oder Get Jar legt der Nutzer einen eigenen Account an. Über das Konto können durch ein Developer-Upgrade auch eigene Anwendungen veröffentlicht werden. Der Store bietet neben kostenlosen auch kostenpflichtige Inhalte. Für letztere muss ein spezielles Prepaid-Konto aufgeladen werden, eine einzelne Bezahlung der Apps ist nicht möglich. Die Untergrenze zum Aufladen liegt bei 5 US-Dollar. Die Aufwertung kann neben der Mobilfunkrechnung und Kreditkarte auch sicher per Paypal erfolgen. Wer Software-Empfehlungen abgibt, kann ähnlich der Google-Umfrage-App Geld hinzu verdienen. Nervig: Trotz kostenpflichtigen Inhalten wird Werbung angezeigt.

Etwas ungewohnt ist die Optik, denn die kommt im schicken Kacheldesign daher. Neben von den Betreibern vorgestellten Anwendungen werden unter anderem auch „Top kostenpflichtige“ oder „Aktuellste Neue“ angezeigt. Wer öfters im App Store stöbert, bekommt auf diese Weise also einen schnellen Überblick über Neueinstellungen. Da ist es umso trauriger, dass die Auswahl dem Google Play Store um etliches nachsteht.

Fazit: Alternative App-Stores mit Kompromissen

Nicht grundlos ist der Google Play Store der unangefochtene Primus im Bereich der App-Stores. Er bietet die größte Auswahl an Android-Software und ist die sicherste Möglichkeit Anwendungen auf dem Mobiltelefon zu installieren.

Alternative App-Stores wie Amazon Underground oder Get Jar locken meist mit der Kostenlos-Mentalität. Allerdings bezahlt man oft mit den eigenen Nutzungsdaten oder im schlimmsten Fall mit der Sicherheit des Smartphones. Durch die Möglichkeit der Slide-Me-Nutzer eigene Apps hochzuladen ist auch einer der wenigen Stores mit kostenpflichtigen Inhalten nicht zwingend sicher.

Für Geeks kann einzig F-Droid eine Empfehlung ausgesprochen werden, da dort zum Großteil gute Open-Source-Software gelistet und angeboten wird. Die wohl beste Variante für Otto Normalverbraucher ist es jedoch, Anwendungen weiterhin aus dem Google Play Store zu beziehen und somit Sicherheit in Sachen Daten und Geräte-Funktionsfähigkeit zu genießen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Netzpiloten Android.


Teaser Image / Screenshots by Jonas Haller


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Discovery-Dogma: Warum wir online entdecken und nicht nur suchen sollen

Search (adapted) (Image by Pleuntje [CC BY-SA 2.0] via Flickr)

Suchmaschinen waren gestern, künftig sollen wir wie zufällig über interessante Dinge im Netz stolpern.

Ob in den neuen Google Maps, in der offiziellen Twitter-App oder beim Musik-Streamingdienst Spotify: Internet-Unternehmen schreiben “Discovery” neuerdings ganz groß und läuten damit still und heimlich eine neue Ära des Web ein. Konsumenten soll ermöglicht werden, online auch mal zu stöbern und zu schmökern, anstatt nur gezielt nach etwas zu suchen.

Wenn der Newsfeed nichts Neues bietet

Du hast dir Boysetsfire und letlive. angehört. Check mal Comeback Kid”, schlägt mir die Spotify-App vor, in der ich in einer gelangweilten Minute die neue “Entdecken”-Rubrik aufgerufen habe. “Diesen Bereich erkunden: Bars, Restaurants, Cafés”, schreibt das neue Google Maps unter das Suchfeld, während ich in einer freien Minute die Satellitenaufnahmen von Venedig erforsche. “Comedy, Cats & Special FX”, listet mir Twitters Kurzvideo-App Vine, sobald ich in den “Explore”-Bereich klicke, weil der Newsfeed nichts mehr Neues bietet.

Ähnliche Vorschläge wollen mir auch andere Web-Dienste präsentieren: Bei der Foto-App Instagram lohnt sich immer wieder ein Blick in die “Erforschen”-Sektion, wiel sich dort interessante Schnappschüsse aus der ganzen Welt finden. Beim Location-Dienst Yelp gibt es seit Juni in den “Schlagzeilen” die Rubrik “In deiner Nähe”, wo man immer wieder über interessante Lokalrezensionen von Nutzern in der eigenen Umgebung stolpert. In der offiziellen Twitter-App ist das “Entdecken” prominent platziert und lädt dazu ein, aus der eigenen Filter-Blase auszubrechen und einmal auch Tweets von Nutzern zu lesen, denen man nicht folgt. Und klarerweise ist auch die Location-App Foursquare zur Stelle, wenn man “Das Beste in der Nähe” entdecken will.

Stöbern wie am Flohmarkt, Schmökern wie im Magazin

Man sieht schon: “Discovery”-Funktionen – da als “Erforschen”, dort als “Entdecken” tituliert – poppen neuerdings überall im Internet auf. Egal ob am Desktop oder am Smartphone: Statt gezieltem Suchen soll spielerisches Stöbern erlaubt werden – also etwas, was dem Web noch ein wenig fehlt. Mit Google als seit vielen Jahren führendem und prägendem Unternehmen ging es bisher stark ums Suchen: Immer optimiertere Treffer sollen die Anfragen der Nutzer effizient beantworten. Doch das Schmökern, wie es etwa in Museum-Shops, Flohmärkten oder Hochglanzmagazinen möglich ist, ist bislang zu kurz gekommen. Mit dem neuen “Discovery”-Dogma wollen Internet-Dienste jetzt das Stöbern erlauben. Nicht mehr der effizienteste Link ist mehr das Wichtigste, sondern eine spannende Auswahl an Content, falls der Nutzer einmal Lust auf Neues hat.

Suchmaschinen bieten signifikanten Nutzen, aber wir müssen immer noch viel Energie dafür aufbringen, um zu finden, was wir wollen, nachdem Suchresultate algorithmisch angezeigt werden”, analysiert Techcrunch-Autor Semil Shah in Bezug auf den Siegeszug des Bilder-Dienstes Pinterest, bei dem Nutzer durch die Fotosammlungen anderer stöbern können. “Diese neue Generation an Social-Media-Firmen helfen dabei, dass das Entdecken online möglich wird und bedrohen die traditionelle Suche.” Wichtig für den Discovery-Trend ist, dass die Menschen immer länger online sind (am “Second Screen” auch während dem Fernsehen) und so Zeit und Lust haben, mal nicht etwas gezielt zu suchen, sondern sich auch mal überraschen zu lassen. Das steigert nicht nur die Nutzungszeit – Spotify-Nutzer sollen so mehr Minuten Musik pro Monat hören -, sondern ist auch gut fürs Geschäft. Der Online-Shop Fab etwa soll den Digital-Consultern von SeedWalker zufolge enorm davon profitieren, dem Nutzer eine Palette an hübschen Design-Produkten zu bieten, durch die man wie in einem Geschäft für Inneneinrichtung stöbern kann.

Durchschaut vom Algorithmus

Für Marketing-Strategen ist das “Discovery”-Dogma spannend. Denn anders als bei einer Google-Suche (man weiß schon ganz genau, was man will, und tippt es ein) steht das Entdecken ganz am Anfang des Prozesses einer Kaufentscheidung. Der Nutzer weiß noch gar nicht, was er will, hat aber gerade Lust, auf gut Glück nach etwas zu suchen – wer ihm Spannendes bietet, kann viel Geld verdienen. Anders als im analogen Shop passiert beim Online-Entdecken aber nichts rein zufällig: Die Songs, Restaurants, Produkte, Tweets und Videos, die uns die Internet-Services in ihren Discovery-Bereichen präsentieren, sind Resultat einer tiefgehenden Analyse unserer Surfgewohnheiten. Was haben wir zuvor angehört? Was mögen unsere Freunde? Was kaufen User, die sich so verhalten wie wir? Anders als im Analogen empfehlen uns keine Verkäufer, Redakteure oder DJs Neues, sondern Algorithmen, die in Echtzeit in unseren Daten nach Hinweisen auf unsere Vorlieben suchen.


Image (adapted) „Search“ by Pleuntje (CC BY-SA 2.0)


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EnemyGraph auf Facebook – Feind statt Freund

Wie heißt es doch so schön? Sei deinen Freunden nah, und deinen Feinden noch näher. So oder so ähnlich lautet das Sprichwort, welches sich das Entwickler-Team von EnemyGraph auf die Fahnen geschrieben hat. EnemyGraph ist eine Anwendung, die es erlaubt unsägliche Personen und Seiten, oder mal etwas drastischer ausgedrückt – seine Feinde – in eine Liste zu packen und dient dabei als nette Abwechslung zur eingestaubten Like-Button-Kultur auf Facebook.

 

Dislike-Button war gestern…

Den Ruf nach einem Dislike-Button, der immer mal wieder auftaucht, ist dabei allzu nachvollziehbar. Zu gerne würde man auch mal per Klick mitteilen wollen, wenn etwas als unnütz oder schlecht empfunden wird, ohne dabei gleich ein Statement zu verfassen. Was wir von YouTube schon kennen, wird auf Facebook mit Absicht außen vor gelassen, da die Like-Mentalität nur positive Assoziationen zulassen soll. Willkommen in der Konsumwerbewelt!

Nehmen wir doch die Seite von Big Brother auf Facebook. Satte 2.3 Mio Fans hat der große Bruder. Die Annahme, dass diese Sendung unterhaltend, ja vielleicht sogar „wertvoll“ ist, liegt nicht fern. Natürlich wissen wir es besser. Doch sicherlich genauso interessant wäre es einmal zu erfahren, wie viele Personen das RTL II-Flagschiff nominal nicht mögen. Ja, die Show gar als „Feind“ betrachten. Eine adäquate Lösung hierfür gab es bisher nicht. Doch nun kommt der EnemyGraph ins Spiel.

Wer sich die Anwendung in sein Facebook-Profil installiert, hat dort die Möglichkeit seinen Feind in eine Übersicht hinein zu adden. Dort bekommt man dann direkt einen Einblick, wer diese Meinung ebenfalls teilt. Am Beispiel Big Brother ist die Anzahl bis jetzt zwar enttäuschend – nur 12 Personen – aber der Graph ist auch relativ neu und vereint derzeit erst 10.000 Nutzer, die überwiegend in den Staaten beheimatet sind.

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