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Google stellt das Pixel 3a und Pixel 3a XL vor

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Der I/O Keynote vom Technik-Giganten Google fieberten wir schon seit einiger Zeit entgegen. Nun ist es endlich soweit. Neben zahlreichen Neuerungen für den Google Assistant hat das Unternehmen aus den USA heute gleich zwei neue Smartphones vorgestellt: Zum Einen das Pixel 3a und zum anderen das Pixel 3a XL. Sie sollen nun das Mittelklassen-Segment aufmischen.

Google hat, ähnlich wie Apple, seit einigen Jahren mit sinkenden Verkaufszahlen ihrer Smartphones zu kämpfen. Laut dem Google VP of Product Management Mario Queiroz liegt das hauptsächlich an den hohen Preisen, die man inzwischen für Premium-Smartphones bezahlen müsse. Und genau aus diesem Grund möchte Google nun in die Welt der Mittelklassen-Smartphones einsteigen. Dafür bringt das Unternehmen gleich zwei neue Smartphones an den Start.

Pixel 3a mit HTC Design

Der Philosophie von Google folgend geht es bei den Neuvorstellungen auf der I/O 2019 Keynote um die inneren Werte der Geräte. Das Design für die neuen Smartphones wurde sich von HTC geholt. Das Innenleben ist dann wieder ganz Google. Im Vergleich zum Google Pixel 3, welches einen Snapdragon 845 Prozessor verbaut hat, wurde die Leistung für die neuen Smartphones ein wenig heruntergeschraubt. Es ist ausgestattet mit einem Snapdragon 670 Prozessor. Auch bei der Speicherkapazität hat Google bei dem Pixel 3a ein wenig gespart. Das Smartphone ist auf 64 Gigabyte limitiert. Zudem ist Wireless Charging bei den neuen Modellen Pixel 3a und Pixel 3a XL nicht mehr möglich.

Dafür warten die neuen Smartphones aber mit ganz anderen Funktionen auf. Die Mittelklasse von Google ist ebenfalls mit einem OLED-Display ausgestattet, sowie HDR+-Technologie in der Kamera. Das Pixel 3a soll laut Hersteller innerhalb von 15 Minuten für sieben Stunden Nutzung geladen werden können. Bei einem komplett aufgeladenen Akku soll sogar eine Benutzungszeit von 30 Stunden möglich sein.

Neuerungen der Software

Fans von Google-Produkten werden sich über diese Neuigkeiten besonders freuen. Auf der diesjährigen Keynote wurden viele neue Features für den Google Assistant und andere Google-Anwendungen vorgestellt, die es natürlich auch auf den neuen Smartphones von Google geben wird. So soll es bald eine Augmented Reality Funktion für die Navigations-App geben. Somit können Nutzer ihre Umgebung scannen und durch die Kamera direkte Hinweise zur Wegfindungen sehen.

Die Funktion Google Lens kann in Zukunft noch mehr Details zu Restaurant-Karten und Ähnlichem geben. Darüber hinaus soll Google Lens gleich errechnen können, wie viel Geld, plus Trinkgeld, ihr für euer Essen bezahlen werdet bzw. würdet. Zudem wird der Google Assistant auch in die Mobilitäts-App Waze integriert, sodass ihr diese während der Autofahrt per Sprachsteuerung bedienen könnt. Alles weitere zu den Software-Neuerungen der I/O 2019 Keynote findet ihr hier.

Weitere Daten zum Pixel 3a und Pixel 3a XL

Sowohl das Pixel 3a, als auch das Pixel 3a XL werden in den Farben „Just Black“ und „Clearly White“ erhältlich sein. Auch bei den Farben hält es Google also lieber simpel bei diesem Modell. Das Pixel 3a verfügt über einen 5,6 Zoll-Bildschirm und ist ab 399 Euro zu haben. Das Modell Pixel 3a XL hat einen sechs Zoll Bildschirm und kann ab 479 Euro erstanden werden. Beide Modelle können ab sofort online bestellt, oder in ausgewählten Technik-Läden gekauft werden.


Image by Google

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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • ADOBE golem: Adobe entwickelt Sprachsteuerung für Bildbearbeitung: „Wie wäre es, wenn Sie einen intelligenten Assistenten bei der Bildbearbeitung hätten?“, fragt Adobe und liefert auch gleich die Antwort in Form eines kleinen YouTube-Videos. Dort sehen wir einen Bildbearbeiter, der einfache Aufgaben mündlich ans Programm delegiert. Noch hat Adobe keine Software veröffentlicht, mit der eine sprachgesteuerte Bildbearbeitung möglich ist. Es ist jedoch gut vorstellbar, dass auch komplexere Änderungen möglich wären.

  • ALPHABET gruenderszene: Alphabet gibt das Drohnen-Projekt Titan auf: Mit der Umwandlung von Google zu Alphabet sind viele Investitionen in andere Geschäftsfelder von Alphabet übernommen oder auch nur notdürftig integriert worden. Jetzt scheint es ein großes Aufräumen zu geben, denn wie Alphabet mittlerweile bestätigt hat, wurde die nächste Abteilung geschlossen: Das Start-Up Titan Aerospace hat den Betrieb und die Entwickler der Drohnen eingestellt.

  • INSTAGRAM t3n: Instagram Stories starten mit Video-Ads: Instagram hat am Mittwoch bekannt gegeben, dass sie in den nächsten Wochen für Instagram-Business-Tools auch Insights starten. Instagram-Profile, die in ein Business-Profil umgewandelt wurden, bekommen damit mehr Einblicke in den Erfolg ihrer Stories. Außerdem bekommen Werbetreibende bald die Möglichkeit, Werbung in Stories zu schalten. 

  • APPLE heise: Apple verliert wichtigen Mac-Produktdesigner angeblich an Tesla: Apple hat offenbar einen weiteren wichtigen Mitarbeiter verloren: Der für die Mac-Entwicklung zuständige Senior Director of Design, Matt Casebolt, arbeitet inzwischen für Tesla als Entwicklungschef für „Schließelemente und Mechanismen“. Der Wechsel sei bereits im Dezember erfolgt. Casebolt hat dem Bericht zufolge zuletzt die Entwicklung des neuen MacBook Pro mit Touch Bar geleitet und war zuvor am neu eingeführten Mac Pro beteiligt. 

  • GOOGLE googlewatchblog: Android Wear 2.0 und die Google-Smartwatches kommen Anfang Februar: Vor knapp drei Jahren hat Google bei dem damaligen Wearable-Trend mitgemacht und hat das Smartwatch-Betriebssystem Android Wear vorgestellt. Nun wurde mit der Version 2.0 der Nachfolger angekündigt. Laut einer E-Mail an Wear-Entwickler wird das neue Betriebssystem Anfang Februar vorgestellt und zur Verfügung stehen. 

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Google und die Moonshots: Investitionen in die Technik der Zukunft

Wearable Technology (adapted) (Image by Keoni Cabral [CC BY 2.0] via flickr)

Wir kennen Google als die eine große, weltweite Erfolgsstory. Manchmal jedoch sind die Details interessanter als das Offensichtliche. Am 1. Februar hat eine Ankündigung der Google-Mutterfirma Alphabet dazu geführt, dass Investoren zum ersten Mal Einblicke in das Leistungsvermögen der einzelnen Tochterfirmen bekommen bekamen. Hierbei wurden einige Informationen über das Unternehmen an die Oberfläche gebracht, von denen wir bislang nur sehr wenig wussten – die zahlreichen Investments in Technologien, die mit dem Kerngeschäft nur am Rande zu tun hatten. Wir wissen heute, dass die sogenannten “Moonshots”, wie sie genannt werden, einen Betriebsverlust von insgesamt 3,6 Milliarden US-Dollar betrugen. Im Jahr 2014 verzeichnete man davon ganze 1,9 Milliarden US-Dollar und immerhin 527 Millionen US-Dollar im Jahre 2013. Vielleicht haben Sie ja schon einmal von Wearable Technology oder selbstfahrenden Autos gehört, aber es geht noch viel weiter. Moonshots sind unter anderem das Glasfaser-Breitbandkabel, WLAN in indischen Zügen, oder Temperaturregler, IP-Videokameras und solarbetriebene Drohnen. Außerdem gibt es noch Googles X-Lab. Ursprünglich geheim gehalten, ist nun bekannt, dass dort an allem möglichen gearbeitet wird: angefangen bei Kontaktlinsen für Diabetiker, die den Glukoselevel in der Augenflüssigkeit messen können, bis hin zu Nanopartikeln, die in der Lage sind, Krankheiten vorzubeugen. Die Veröffentlichung der Verluste hinderte Alphabet nicht daran, am Tag nach der Enthüllung Apple als wertvollstes Unternehmen der Welt zu überholen. Was können wir also aus diesem unersättlichen Appetit nach Erneuerung schlussfolgern? Die erste Reaktion in Großbritannien war eine gewisse Empörung darüber, dass ein Unternehmen, welches 3,6 Milliarden US-Dollar nebenbei investieren kann, nur 130 Millionen Pfund Steuern an den britischen Steuereintreiber zahlt. Darüber hinaus gibt es zumindest zwei plausible Antwortmöglichkeiten, warum sich solch eine Firma schneller und stärker verändert als viele ursprünglich erwartet hatten. Einerseits kann es als Teil einer langfristigen Strategie angesehen werden, um Wachstum und Marktführerschaft zu stärken. Viele von Alphabets Kernprodukten haben über eine Milliarde Nutzer und der Großteil der Einkünfte stammt aus bezahlten Suchen und Werbeeinnahmen. Zurzeit sucht Alphabet nach der nächsten Milliarde an Nutzern. Diese können wohl am ehesten in Schwellenländern gefunden werden, vor allem im mobilen Sektor. Eine solche Diversifikation passt zu der Idee, das Risikokapital gleichmäßig zu verteilen. Viele der Investments werden sich als ineffektiv herausstellen, aber es ist allgemein unmöglich, eine solche Entwicklung vorauszusehen. Einige Technologien und Geschäftsmodelle werden sich, aus welchem Grund auch immer, als unbrauchbar herausstellen. Fragen Sie einfach mal bei Sir Clive Sinclair nach – sein batteriebetriebenes Auto war in vielerlei Hinsicht seiner Zeit voraus, und doch wurde es zu einem der größten Marketing-Flops aller Zeiten. Die Logik dahinter könnte so aussehen, dass – wenn man das notwendige Geld hat – es sich auszahlt, die Investments breit zu streuen, und nach Zeichen für rapides Wachstum Ausschau zu halten. Wie dem auch sei, das Management von Google hat es geschafft, ein Standing als Marktführer aufzubauen, das sich seit Jahren hält. Wer würde dagegen wetten, dass man so etwas noch einmal erreicht, gerade jetzt, mit mehr Ressourcen und dem Zuwachs an Erfahrung?

Imperialer Widerhall

Eine zweite Interpretationsmöglichkeit der Moonshot-Strategie könnte sein, dass die Firmengründer versuchen, ihren Wunsch nach Beständigkeit mit ihrem Drang nach Innovation und Neuerschaffung zu kombinieren. Jedoch sieht die harte Wahrheit so aus, dass es nicht einfach ist, als Milliardär eine Startup-ähnliche Atmosphäre zu schaffen. Die gigantischen Investitionen in neue Ideen sind nichts im Vergleich zu den Einnahmen vom Alphabet. Allein in den letzten drei Monaten des Jahres 2015 konnte Alphabet einen Netto-Gewinn von 4,9 Milliarden US-Dollar verbuchen. Ohne Zweifel spielt es keine große Rolle für die Firma, ob sich die Investitionen auszahlen oder nicht, denn im Folgejahr wird es erneut gute Ideen geben, die womöglich sogar für die ursprünglichen Investments aufkommen können. Es wäre allerdings ein Fehler, zu glauben, dass die Zukunft von Alphabet auf Dauer gesichert ist. Im Laufe der Jahrtausende sind schon zahlreiche Zivilisationen in eine dominante Position gelangt und schlussendlich gescheitert. Wenn dies den Inkas, den Ägyptern und den Römern passiert ist, warum sollte es nicht auch eines Tages Google treffen? Die Realität sieht so aus, dass nur die allerwenigsten Firmen ihren hundertsten Geburtstag feiern können. Die Firma Nokia wurde immer als Beispiel aufgeführt, da sie im Jahre 1865 als kleine Papierfabrik angefangen haben und vor einigen Jahren die Smartphone-Nische dominiert haben. Doch wo steht Nokia heute? Es scheint tatsächlich so, dass keine Zivilisation, keine Technologie, keine Branche und kein Unternehmen zeitlich unbegrenzt dominant waren, sodass der Google-Mitbegründer Larry Page anerkennen muss, dass es keine Musterbeispiele für das Unternehmen gibt, das Google gern werden möchte. Page hat immer betont, dass Google anders ist und nicht zu gewöhnlich werden möchte. Der Ethos, nichts Böses tun zu wollen, war, genau wie die Investitionen in Moonshots, eine Abbildung dieser Strategie. Derartige Wetten haben schon in der Vergangenheit Firmen dabei geholfen, Veränderungen einzuleiten. Ein Beispiel hierfür ist der Strategiewechsel von IBM, die sich von Hardware zu Software-Lösungen und Dienstleistungen entwickelten. Die Moonshots sind heutzutage außerdem ein Teil der neuen amerikanischen Medien-Giganten. Amazon experimentiert mit Drohnen und Zeitschriften, während Facebook schwerpunktmäßig auf Virtual Reality setzt. Jede der Firmen hatte schon Kapital angesammelt, bevor man die Diversifikation begann, wodurch die Investitionen leichter zu rechtfertigen waren als für andere Firmen. Hierdurch entsteht ein recht pessimistischer Blick auf Alphabets Investmentstrategie. Diese könnte durchaus ein Zeichen von Selbstüberschätzung sein, die ebenso charakteristisch für die großen Weltreiche war. Falls dem so ist, wird sich das Management-Team während des Niedergangs mit Sicherheit an jede einzelne Investition in Kontaktlinsen und solarbetriebene Drohnen erinnern. Dieser Artikel erschien zuerst auf “The Conversation” unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion. The Conversation


Image (adapted) „Wearable Technology“ by Keoni Cabral (CC BY 2.0)


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5 Lesetipps für den 6. November

In unseren Lesetipps geht es heute um Music Stories von Facebook, Drohnen von Alphabet, Amazon Prime Music, Überwachung und Mind-Killer. Ergänzungen erwünscht.

  • FACEBOOK The Verge: Facebook adds song clips from Spotify and Apple Music to your News Feed: Nachdem Facebook schon mit seinem Video-Kanal in die Offensive gegangen ist, möchte das Unternehmen nun auch Audio-Clips in den Newsfeed packen. Mit „Music Stories“ können daher kurze Snips von Apple Music, iTunes oder Spotify auf die Hauptseite gepackt werden. Um diesen Dienst zu nutzen, braucht man ein Konto bei „Music Stories“. Im Moment gibt es die App nur für iOS.

  • ALPHABET WIRED Germany: Googles Lieferdrohnen sollen 2017 starten — sie sind nicht die ersten: Ab 2017 will Alphabet in den USA Drohnen zur kommerziellen Lieferung nutzen. Das Motto lautet also Flugdrohne statt Postbote. Was nun noch fehlt, ist ein wirksames Kontrollsystem für das Alphabet derzeit noch in Verhandlungen mit der US-Luftaufsichtsbehörde FAA steht.

  • AMAZON heise online: Amazon Prime Music startet in Deutschland: Nun hat es auch Deutschland erwischt. Mit Amazon Prime Music will das Unternehmen nun auch auf dem riesigen Music-Streaming-Markt mitmischen. Mit über 1 Millionen Musiktitel können Prime-Kunden ab sofort auf die riesige Musik-Bibliothek zugreifen. Zusätzlich stehen mit Prime Radio 13 Kategorien automatisierte Endlos-Abspiellisten nach dem Vorbild von Pandora bereit, um tiefer in den Katalog einzusteigen.

  • DATENSCHUTZ Süddeutsche.de: Überwachung: Menschenrechtskommissar schlägt Alarm: Vorratsdatenspeicherung in Deutschland, abgehörte Handys in Frankreich: Eine Welle neuer Überwachungsgesetze rolle durch Europa, warnt der Menschenrechtskommissar des Europarates, Nils Muižnieks. Muižnieks findet, dass es an der Zeit sei, Alarm zu schlagen: Österreichs Innenministerin träumt laut von der Vorratsdatenspeicherung. Die Niederlande wollen Behörden weitreichenden Zugriff auf die Online-Kommunikation ihrer Bürger einräumen.

  • MIND KILLER Berufebilder: Mind Killer – Die Top 5 Denkfallen (1/5): Zu blöd für den Erfolg?: Da für viele das Wochenende kurz vor der Tür steht, gibt es diesmal sogar Hausaufgaben. Gibt es in eurem Leben „Mind Killer“? Mind-Killer oder auch Denkfehler unterlaufen uns Tag für Tag. Diesen führen dazu, uns selbst zu blockieren und im Weg zu stehen. Daher eine kleine Checkliste, die uns Mind-Killer beseitigen lässt.

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Google lässt Tweets auch in der Echtzeit-Suche anzeigen

Google (image by HebiFot [CC0] via pixabay)

Seit Februar 2015 kooperieren Google und Twitter wieder miteinander. Die Suchmaschine versucht seitdem, auch Tweets in den eigenen Suchergebnissen anzuzeigen. Zuerst war dies nur in der mobilen Suche möglich, jetzt wird dies auf die Web-App im Browser ausgeweitet. Den Nutzern werden nun auch Tweets in den Suchergebnissen angezeigt. Zumindest die vermeintlich relevantesten Tweets, denn letzten Monat berichteten wir auf Netzpiloten.de, dass Google gar nicht mit der Masse an Inhalten von Twitter zurechtkommt.

Google weitet Anzeige von Tweets aus

In einem nun aktualisierten Blogpost von Mai 2015, verkündet Ardan Arac, Senior Product Managerin bei Google, dass nun auch Inhalte von Twitter in der Web-Suche von Google angezeigt werden. Arac schreibt, dass die Anzeige von Tweets nun auch auf den Desktop ausgeweitet wurde und in Englisch (bisher nur auf google.com) sogar überall möglich sein soll. Tweets zu bestimmten Suchbegriffen sollen somit in Echtzeit gefunden werden können. Wird zum Beispiel anlässlich eines historischen Events etwas gesucht, zeigt Google nun auch Tweets an, die über den Anlass sind.

Die Anzeige von Suchergebnissen in Echtzeit ist zum einen ein hilfreicher Service für die Nutzer der Suchmaschine, andererseits Folge der für Google nicht zu bewältigenden Masse an Tweets. Die Beratungsfirma Stone Temple hatte die Suchergebnisse der letzten fünf Monate, dem Zeitraum der Kooperation zwischen Google und Twitter, untersucht und festgestellt, dass bis Juni diesen Jahres nur 3,4 Prozent aller Tweets in den Suchergebnissen von Google erfasst waren. Mehr als 96,6 Prozent der Tweets von Twitter wurden also nicht von Google indexiert. Wenig überraschend, denn die 284 Millionen Twitter-Nutzer senden im Durchschnitt 9.000 Tweets pro Sekunde. (Selbst die Library of Congress hat Probleme damit, Twitter für die Nachwelt zu archivieren.)

Alphabet könnte Twitter aufkaufen

Durch die Kooperation mit Twitter hat Google es geschafft, seine Suchergebnisse nochmals aufzuwerten. Für Monika Rosen-Philipp, Chefanalystin bei Bank Austria Private Banking, ist Twitter deshalb ein interessanter Übernahmekandidat für Alphabet, der neuen Firmenstruktur von Google, wie sie gegenüber dem österreichischen Tech-Blog Futurezone verriet. Durch die Umstrukturierung können laut Rosen-Philipp Firmenübernahmen einfacher vorgenommen werden. “Twitter wird seit einiger Zeit als ganz heißer Übernahmekandidat für Google gehandelt. Diese Einschätzungen kommen in den USA von den namhaftesten Branchebeobachtern”, zitiert Futurezone die Analystin Rosen-Philipp. “Jetzt, wo sich Google neu aufgestellt hat, könnte eine Übernahme von Twitter tatsächlich konkretere Formen annehmen.


Image „Google“ by HebiFot CC0 Public Domain)


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Google-Schrotflinten-Ökonomie als Blaupause für vernetzte Wirtschaft

Google Food (adapted) (Image by brionv [CC BY-SA 2.0] via Flickr)

Eine Teleshopping-Operndiva, die Saugnapfmaschinen vertickt; ein Internet-Unternehmer, der eine Dokumenten-App gegen die Wand fährt sowie Kellerbier von Kölsch nicht unterscheiden kann; ein Ex-Stuntman, der in seinem Erlebnis-Geschenkportal Fahrten mit Schützenpanzern anbietet; eine Jung-Unternehmerin, die sich in das gemachte Nest von Papi legt und zur Revitalisierung der FDP beitragen will; ein alternder Touristik-Unternehmer, der die besten Zeiten schon längst hinter sich hat. Fünf Möchtegern-Unternehmer, die sich in der Vox-Sendung “Höhle der Löwen” als Investoren für Gründer mit hohlen Sprüchen und Kalenderweisheiten in Szene setzen. Kann man machen. Ist halt so eine Art “Heißer Stuhl” für die Startup-Szene. Als Katalysator für neue Ideen, die die deutsche Wirtschaft so dringend braucht, ist das Haudrauf-Format ungeeignet. Erkenntnisgewinn zieht das Notiz-Amt aus dem betagten ARD-Presseclub, der sich mit der neuen Holdingstruktur von Google auseinandersetzte.

Google-Diskussion ohne Angstreflexe

Mit Marina Weisband, Mario Sixtus, Phillip Banse und Miriam Meckel war das sonntägliche Stelldichein in der Tradition von Werner Höfer auch gut und ungewöhnlich bestückt. Drei profunde Netzkenner und eine Vertreterin der klassischen Printmedien sprachen unaufgeregt über die Konsequenzen, die sich aus der Metamorphose des Suchmaschinen-Giganten ableiten lassen.

Google orientiert sich fortan an Berkshire-Hathaway-Holding des milliardenschweren Investors Warren Buffet und beendet damit das Dasein als Gemischt-Warenladen. Mit den neuen Führungsstrukturen kann man sich jetzt auf einzelne Sparten konzentrieren. Das Brot- und-Butter-Geschäft ist mit über 90 Prozent Umsatzanteil immer noch die Werbung via Adwords und Adsense. Mit dem Überbau “Alphabet” stärkt man den Glauben an das große Wachstum in den wilden Projekten, mit denen noch kein Cent verdient wird. Das operative Geschäft bleibt bei Google unter dem neuen Chef Sundar Pichai.

Bei einer Marktkapitalisierung von rund 440 Milliarden US-Dollar einen so radikalen Schnitt zu machen, ist für Miriam Meckel ungewöhnlich – zumindest in Deutschland und Europa. Hier werde eine neue Stufe in der digitalen Ökonomie gezündet, die man sich sehr genau anschauen sollte. Google entwickelt eine Blaupause für den radikalen Weg in die vernetzte Wirtschaft und zeigt, wie das funktionieren kann. Es erleichtert das Schrotflinten-Prinzip in den Aktivitäten außerhalb des Werbegeschäfts, betont der elektrische Reporter Sixtus: “Sie schießen ganz viele Kugeln in ganz viele Richtungen ab und hoffen, dass irgendeine Kugel treffen wird.“ Das ist wohl der einzig gehbare Weg für die digitale Transformation.

Versuch und Irrtum für Zukunftsmärkte

Wer im technologischen Sektor in zehn Jahren noch überleben möchte, der müsse jetzt Produkte und Services für Märkte und für eine Nachfrage entwickeln, die es noch gar nicht geben kann. Wie das funktioniert, demonstrierte das Mountain-View-Unternehmen mit Google Maps, das vor zehn Jahren gestartet wurde. Erst 2007 war die Geburtsstunde des iPhone und erst danach entfaltete sich das mobile Internet. Damals galt noch das Blackberry als Krönung der Handy-Schöpfung. Als die mobile Revolution einsetzte, war Google mit einer wichtigen Anwendung sofort präsent. Das Wesen dieses Unternehmens unterscheidet sich von der Return on Investment- und Rentabilitäts-Denke in Teutonien.

Die Gründer und Macher glauben an ihre Projekte, statt Gründe zu suchen, warum etwas nicht gehen kann“, erläutert Sixtus. Suche, Mobilität, individualisierter öffentlicher Nahverkehr mit dem selbstfahrenden Auto, Vernetzung digitaler Infrastrukturen, Vernetzung von Städten, Robotik und industrielles Internet. Die Zukunftsthemen von Alphabet bauen auf die Daten-Intelligenz, die man sich seit der Gründung erarbeitet hat.

Für das selbstfahrende Auto sind Karten unabdingbar. Nicht nur in 2-D, sondern auch in 3-D, wo selbst Ampeln und Bürgersteige abgescannt werden. Man braucht dafür die besten Daten-Ingenieure und die besten Daten“, so der Podcaster Philip Banse. Deshalb rekrutiert Google die besten Genetiker, Hirnforscher, Elektrotechniker, Maschinenbau-Ingenieure (!), Chemiker und Forscher für Künstliche Intelligenz.

Die klügsten Köpfe arbeiten in Mountain View

Die klügsten Leute wollen bei Google arbeiten, konstatiert Marina Weisband. Mit flexiblen Arbeitszeiten, einem guten Betriebsklima, modernen Beteiligungsmodellen, genügend Freiraum für kreative Hobby-Leidenschaften und der Anwerbung von Mitarbeitern mit Migrations-Hintergrund sowie gebrochenen Lebensläufen bietet der Netz-Champion eine Diversität, von der deutsche Unternehmen meilenweit entfernt sind, auch wenn kluge Personalmanager wie Thomas Sattelberger das schon seit Jahren fordern.

Wir verplempern unsere Zeit mit industriepolitischen Scheindebatten, die schon vor drei Jahrzehnten nicht mehr zeitgemäß waren. Seit 1980 sind wir selbst nach den Maßstäben der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung kein Industrieland mehr. Auch der Begriff Industrie 4.0 führt in die Irre, weil er wirtschaftliche Aktivitäten immer noch nach Branchen sortiert.

Zukunftsentscheidend ist nicht mehr die Herstellung eines Kotflügels oder einer Einspritzpumpe, sondern die Verbindung von Daten, Software, Wissen und Algorithmen. Den Rest kauft man sich ein.

Hidden Champions werden zur verlängerten Werkbank

Wir könnten uns jetzt zurücklehnen und sagen, so lange die Inlandsnachfrage stabil bleibt, Exporte funktionieren und die Zahl der Beschäftigten nicht einbricht, ist alles in Ordnung – schließlich zählen wir zu den stabilsten Volkswirtschaften der Welt. Wir können auch weiterhin kartellrechtliche Debatten führen, die zur Zerschlagung von Google führen, obwohl das Suchmaschinen-Geschäft höchst fragil ist und die Zukunftsprojekte von Alphabet reine Laborexperimente sind.

Aber wie viel Zukunft steckt in dieser Geisteshaltung? So langsam werden wir zur verlängerten Werkbank des Silicon Valleys, die sich auf die Veredelung von Produkten und Diensten zurückzieht. Wie viele unserer Projekte in der Grundlagenforschung, Patente und Ingenieurleistungen bringen wir zum Markterfolg? Welchen Stellenwert hat bei uns die Digitalisierung und die Konzentration auf Anwendungen, die bei Produkten immer entscheidender wird?

Von der Heimvernetzung bis zur großspurig verkündeten Energiewende, die im Streit um das EEG gerade kräftig zerredet wird, verspielen für wichtige Themen, die eng mit der vernetzten Ökonomie zusammenhängen. Das gilt vor allem für den Mittelstand, der immer noch das volkswirtschaftliche Rückgrat in Deutschland ist. Die mittelständischen Märkte sind klein, die Kunden ausgewählt, die Aufträge sicher. “Besonders die mittelständischen Zulieferer, von denen es in Deutschland nicht gerade wenige gibt, leben nach wie vor in dieser Komfortzone”, weiß der Mittelstandsexperte Marco Petracca. Man agiert nicht, man reagiert.

Und kommt kein Auftrag, erhöht man den Vertriebsdruck. Die digitale Transformation gefährdet aber diese Komfortzone. Denn Kunden haben heute dank Internet einen viel umfassenderen Einblick in das Marktgeschehen und sind nicht mehr auf den klassischen Vertriebsweg angewiesen. Die Folge: Aufträge stagnieren, Preiskämpfe werden härter, die Wettbewerber potenzieren sich um die Anzahl der Suchmaschineneinträge, sagt Petracca.

Was wäre es, wenn wir die Eigenheiten zweier unterschiedlicher, sich aneinander reibender Ökosysteme vereinen würden? Ein Denkansatz, den Petracca auf der Bonner Next Economy Open am 9. und 10. November in zwei Sessions mit Unternehmern, Nerds, Hackern und Bloggern diskutieren will.


Image (adapted) „Google Food“ by brionv (CC BY-SA 2.0).


 

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Google wird ein Teil von Alphabet, aber was wird aus Android?

Google Food (adapted) (Image by brionv [CC BY-SA 2.0] via Flickr)

Sommerloch? Von wegen! Genau in dem Moment, wo die Nordhalbkugel unter der Sommerhitze beinahe zum Stillstand kommt, lässt Google eine Bombe platzen und verkündet eine massive Umstrukturierung. Alphabet ist das neue Google, eine Holding-Firma, unter der alle bisherigen Bereiche als eigenständige Unternehmen operieren. Google wird weiterbestehen und sich um die bisherigen Internet-Produkte kümmern. In der Ankündigung hat Larry Page allerdings kein Wort über Android verloren – wir gehen daher der Frage nach, was die Umstrukturierung für das mobile Betriebssystem bedeutet.

ABC… Buchstabensuppe

G steht für Google. Mit diesen Worten hat Larry Page seinen Blog-Post betitelt, in dem er Montagnacht die Umstrukturierung von Google verkündete. Google, das neben der Internetsuche und anderen Online-Diensten auch das Geheimlabor Google X oder Unternehmen wie Nest oder Calico unterstanden, wird in Alphabet umbenannt. Diese Unternehmen sollen alle als eigenständige Unternehmen unter dem Alphabet-Dach ihre Arbeit verrichten – damit es etwas kompliziert wird, gehört auch Google dazu.

Google wird quasi entschlackt und muss sich nun nicht mehr um Projekte kümmern, die mit dem Kerngeschäft eigentlich nichts zu tun haben, so wie etwa selbstfahrende Autos, Kontaktlinsen für Diabetiker oder Internet verbreitende Wetterballons.

Bei all diesen Projekten ist es in letzter Zeit ohnehin immer schwerer geworden, die Frage zu beantworten, was das alles mit Google zu tun hat. Warum forscht ein Internet-Konzern an solchen Dingen? Die Antwort liegt bei Larry Page und seinem großen Vorbild Nikola Tesla. Dessen Erfindungseifer will Page ebenfalls an den Tag legen, aber das kann er eben nicht, wenn er sich als CEO bei Google um alles kümmern muss, was mit großem Verwaltungsaufwand verbunden ist.

Die Lösung ist so logisch wie unausweichlich, Page muss die Verantwortung auf andere Mitarbeiter verteilen. Etwa auf Tony Fadell, der Nest leitet, oder den neuen CEO von Google, Sundar Pichai, der bereits die Chrome- und Android-Sparten geführt hat. Damit sind die „kleinen“ Tochterunternehmen von Alphabet unabhängiger und erinnern in vielen Fällen eher an Startups, die wiederum auch von außen Fördergelder erhalten können – damit dürften dann auch die Aktionäre von Google bzw. nun Alphabet zufriedengestellt sein, bei denen der Forschungsdrang und die damit verbundenen Ausgaben nie auf große Gegenliebe gestoßen sind.

Die Zukunft von Android

Bei all der Berichterstattung ist allerdings ein Detail etwas untergegangen, nämlich Android. Das mobile Betriebssystem hat Larry Page in seiner Ankündigung nicht erwähnt und da stellt sich schon die Frage, was hat das zu bedeuten? Das verschlankte Google bleibt auch weiter die Heimat von den Internet-Diensten, wie es im Blog-Post heißt. Aber ist Android denn Teil davon, wenn es unter all den klassischen Internetdiensten, wie etwa die Suche oder Google Maps, schon etwas aus der Rolle fällt?

Es ist davon auszugehen, dass Android auch weiter ein Teil von Google bleibt. Zum einen, weil Sundar Pichai das Betriebssystem seit einiger Zeit unter seinen Fittichen hat und außerdem, weil bei Android alle anderen Dienste zusammenlaufen. Doch auch wenn Android weiter Teil von Google ist, wird sich sicherlich einiges für das mobile Betriebssystem ändern. Sundar Pichai hat mit dem entschlackten Google nun mehr Luft zum Atmen und kann Android endlich mehr Aufmerksamkeit zukommen lassen.

Denn auch wenn Android in den letzten Jahren das weltweit beliebteste, mobile Betriebssystem geworden ist, hat es doch mit einigen Problemen zu kämpfen, die sich über die Jahre manifestiert haben. Allen voran dürfte wohl die Update-Problematik auf dem Schirm stehen und da wird es auch allerhöchste Zeit, dass Google hier endlich durchgreift. Doch solche tiefgreifenden Veränderungen lassen sich nicht von heute auf morgen umsetzen und so wird sicherlich noch einige Zeit vergehen, ehe der Nutzer tatsächlich etwas von den ganzen Veränderungen hinter den Kulissen zu spüren bekommt.


Image (adapted) „Google Food“ by brionv (CC BY-SA 2.0)


 

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