All posts under ägypten

Umsturz in Ägypten: Das Geheimnis der “Revolution der grünen Laser”

Grüne Lichtstrahlen haben die Bilder der Mursi-Proteste geprägt – aus demografischen, ökonomischen und technischen Gründen. Die Massenaufstände gegen das Mubarak-Regime in Ägypten 2011 wurden von Medien gerne als Facebook-Revolution bezeichnet, weil sich Demonstranten am Tahrir-Platz und anderswo auch über das Online-Netzwerk organisierten. Beim Sturz des Präsidenten Mursi im Sommer 2013 war aber keine Rede mehr von Facebook. Stattdessen schrieben Medien von der “Green-Laser-Revolution”, weil unzählige Demonstranten per Laser-Pointer grüne Lichtstrahlen durch die Luft beamten und damit die Bilder von den Protesten prägten, die um die Welt gingen. Ein Blick hinter das Phänomen der grünen Laser.

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Die Mediathekenumschau vom 11. August

Es ist so eine Sache mit den Mediatheken: Für viele Digital Natives sind sie schon Fernsehersatz – alles ist überall abrufbar. Doch nur auf Zeit: Gerade die öffentlich-rechtlichen Programme sind oft nach einer Woche wieder offline. Verlängertes Fernsehen statt digitales Archiv. Bevor sie verschwinden, fischen wir die besten Perlen aus der TV-Flut.

WAR WAS? Der unverstandene Skandal

NDR Zapp +++ Sendung vom 7. August: Sascha Lobo war irritiert über sein Umfeld, in dem sich niemand so richtig aufzuregen schien über die Machenschaften von NSA und Bundesregierung (in seiner Kolumne bei SPON). Tatsächlich wirkt die mediale Aufarbeitung des Meta-Skandals verwunderlich. Die Schlagzeilen sind da, zu überraschen scheinen sie niemanden – Empörung sieht anders aus. Das Medienmagazin Zapp meldet sich mit einer Analyse der Debatte. Besonders Sehenswert: das halbstündige Interview mit Sebastian Mondial, der als Daten-Journalist erklärt, was an diesem Skandal so anders ist.

INTERVIEW: Hamed Abdel-Samad – Deutsch-ägyptischer Publizist

3Sat Vis-a-vis +++ Sendung vom 5. August: Hamed Abdel-Samad ist inzwischen bekannt im deutsch-islamischen Diskurs. Er ist ein gefragter Gesprächspartner, wenn es um eine moderne Kritik am Islam geht. Die Bekanntheit schützt ihn wohl auch gegen die Folgen der Fatwa, erst im Juni hatten Geistliche nach einem Vortrag Abdel-Samads in Kairo öffentlich zum Mord aufgerufen. Über die Schlagzeilen kommt man dem ein wenig abgehoben wirkenden Publizisten aber nicht näher. In der Interviewsendung Vis-à-vis stellt er sich einem ausgiebigen Gespräch mit dem Journalisten Frank A. Meyer. Dessen Interviewformat lehnt sich merklich an Günther Gaus’ legendäre “Zur Person”-Reihe an. Mit Stéphane Hessel und Gerhart Baum werden bevorzugt “herausragende Figuren der Zeitgeschichte” eingeladen. An das Vorbild reicht das durch seine 80er-Aufmachung eher altbacken als zeitlos wirkende Format nicht ran.

VENEDIG VOR DER TÜR: Ein Streifzug auf Havel und Spree

RBB: Unweigerlich rückt das Ende des Sommers näher. Um nicht wehleidig zu werden, sollten jetzt noch Pläne gemacht werden. Diese beschaulich-skurrile Reportage über die Wasserlandschaften in und um Berlin gibt Anreize. Entweder für einen Ausflug ins urige Klein-Venedig (das heißt wirklich so) oder auf eine Spandauer Künstlerinsel mit kumpelhaften Metallverarbeitern und Fliesenkünstlern – oder bei Regen für einen gemütlichen Couch-Nachmittag ohne Mücken.

UNVERZICHTBAR: KRÖMER Late Night Show

ARD +++ Sendung vom 10. August: Da ist er wieder, mit dem üblichen Medienbrimborium im Vorfeld steuert Kurt Krömer seinem nächsten Grimme-Preis entgegen. Und verdient: Egal wie weit der piefige RBB (siehe oben) die Sendungen des quirligen Komikers noch aufbläst (aus dem Berliner Ensemble!), sie wirken immer wie maßgeschneidert. In jedem Fall sehenswert: Wie die charmante Mary Roos gekonnt Paroli bietet und Matthias Matussek grandios am Gastgeber scheitert. Wo der Recht hat, hat er Recht.

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Ägypten: After The Revolution

Eine schöne Dokumentation über die gefährlichen Tage des Umsturzes in Ägypten und die Zeit danach:

Vimeo

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Das Web ist das Cafehaus des 3. Jahrtausends?

Einer vielzitierten Geschichte des Philosphen Habermas nach entstand die moderne Öffentlichkeit in den Caféhäusern des 19. Jahrhunderts. Dort traf sich das Bildungsbürgertum und konnte sich analog dem antiken griechischen Bürgertum eines gewissens Reichtums und der daraus folgenden Muße befleißigen, um in Disputen und Diskussionen aus einer literarischen Kultur eine politische Öffentlichkeit zu entwickeln. Der geneigte Leser erkennt schnell in diesem Gedankengut, dass Habermas keineswegs davon ausging (ausgeht?), dass Öfffentlichkeit eine repräsentative Auswahl an Bevölkerung als notwendige Bedingung braucht. In den „emerging democraties“, die so wenig Unterstützung in ihrem Freiheitswillen erhalten wie Somalia Beachtung für seine Hungernden, wird das historisierte Modell des wenig lebenserfahrenen Habermas auf den Kopf gestellt. Konnte man dem „großen“ Philosophen schon früher vorwerfen, dass Öffentlichkeit kein Begriff ist der in einer ständischen Gesellschaft besonders gut zu verankern ist. Da macht sein Hinweis auf die literarischen Quellen der politischen Öffentlichkeit im psychologisierenden Roman sowie der Belletristik überhaupt die ganze Sache auch nicht besser. Er hatte ein Vorhaben, dass er ex ante in die historischen Fakten hinein gelegt hatte: Die Vernunft muss am Werk sein. Denn er ist Rationalist und kann die Öffentlichkeit nur als Ausfluss der Vernunft begründen. Und so musste er die Balken der Historie zurechtbiegen. Ägypten weist noch weiter in eine ganz andere Richtung… Weiterlesen »

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Kareem Amer bleibt in Haft

Der verurteile ägyptische Blogger Abdul Kareem Suleiman Amer bleibt auch nach seinem Berufungsantrag in Haft und wird die vier Jahre im Gefängnis bleiben müssen, zu denen er Ende Februar verurteilt wurde.
Ein ägyptisches Berufungsgericht hat am Montag den Antrag des Bloggers abgelehnt.

Amer war im November 2006 festgenommen worden, unter dem Vorwurf, den ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak in seinem Blog beleidigt und Informationen verbreitet zu haben, die dem Ruf Ägyptens schaden können.
[tags]zensur,ägypten,haft[/tags]

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Ägyptischer Blogger hinter Gittern

Der Fall des ägyptischen Blogger Abdul Kareem Suleiman Amer sorgt für Aufsehen: Der Blogger war im November 2006 festgenommen worden, unter dem Vorwurf, den ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak in seinem Blog beleidigt und Informationen verbreitet zu haben, die dem dem Ruf Ägyptens schaden können.
Heute nun wurde der ägyptische Muslim in Alexandria zu vier Jahren Haft verurteilt.

In Ägypten wächst die Zahl der regierungskritischen Blogger, die das Informationsmonopol der Regierung untergraben, stetig. Der Staat allerdings greift nach Überwachungsaktionen nun durch, und so gehen Beobachter bei Amnesty International und den Reportern ohne Grenzen davon aus, dass an Amer ein Exempel statuiert werden soll.
Laut Reporter ohne Grenzen wurden 2006 in Ägypten drei Weblog-Autoren, die sich für demokratische Reformen stark gemacht hatten, für drei Monate in Gewahrsam genommen.

Zum Thema Zensur und Blogger, siehe auch: Zensur, bei den Blogpiloten.
[tags]zensur,gesetz,ägypten[/tags]

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