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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • NETZNEUTRALITÄT t3n: USA schaffen Netzneutralität ab: Auch die massiven Proteste haben nichts genützt, jetzt ist es beschlossene Sache: die Netzneutralität in den USA ist Geschichte. Mit drei zu zwei Stimmen hat die Federal Communications Commission der USA das Aus der Netzneutralität beschlossen. Erst 2015 wurden unter der Obama Regierung strikte Regeln für die Durchsetzung der Netzneutralität eingeführt. US-amerikanische Internet-Nutzer bangen jetzt um das freie Internet. Bereits Anfang des Jahres wurde der Schritt vom FCC-Vorsitzenden Ajit Pai – für das Amt von Donald Trump persönlich vorgeschlagen – angekündigt. Netzneutralität-Befürwörter fürchten jetzt ein Zwei-Klassen-Internet, die Gegner sehen allerdings keine Gefahr um ein freies Internet.

  • APPLE t-online: Apple kauft Musikerkennungs-App Shazam: Ihr mögt einen Song, wisst aber nicht wie er heißt – da kommt die App Shazam ins Spiel. Sie kann auf Knopfdruck erkennen, welcher Song zu hören ist. Mit der Musikerkennungs-App ist dem Konzern Apple jetzt eine wertvolle Übernahme gelungen. Rund 400 Millionen Dollar soll Apple für Shazam laut der Financial Times auf den Tisch gelegt haben. Das soll sich lohnen, denn durch die App verspricht sich Apple einen besseren Einblick auf den Musikgeschmack der User zu erlangen. Das macht Geschmacks orientiertes Marketing einfacher. Apple verspricht gemeinsame Pläne für die Zukunft und die hauseigene KI Siri greift bereits auf den Dienst zurück, wenn man sie nach einem Song fragt.

  • NETZDG handelsblatt: Angriff auf das Anti-Hass-Gesetz: Das Netzwerkdurchsetzungsgesetz – kurz NetzDG – ist umstritten. Die Fraktionen der Linken, FDP und der AfD arbeiten derzeit deswegen an eigenen Gesetzentwürfen, um am NetzDG zu rütteln. Das Gesetz soll gegen Hass-Kommentare in sozialen Medien schützen. Nicht überraschend also, dass die AfD dies torpedieren möchte. Das NetzDG war erstmals zum 1. Oktober in Kraft getreten. Es verpflichtet Online-Netzwerke strafbare Inhalte umfassender zu bearbeiten und sie schneller zu löschen.

  • GOOGLE zeit: Danach haben die Deutschen 2017 gegoogelt: Das Ende des Jahres nähert sich mit schnellen Schritten und da bleiben diverse Jahresrückblicke auch nicht fern. Der global am häufigsten gegoogelte Suchbegriff war Hurrikan Irma. Was haben die deutschen im Jahr 2017 am häufigsten in die Suchmaschine eingetippt? Ganz vorne bei den beliebtesten Suchanfragen sind dabei der G20-Gipfel, Bitcoin, die Bundestagswahl und die erst am 1. Dezember stattgefundene WM-Auslosung. Im vergangenen Jahr waren EM 2016 und Pokémon Go die Suchbegriffe des Jahres.

  • NETFLIX welt: Dieser Deal ist eine Kampfansage an Netflix: Der Deal ist durch und das Timing könnte nicht besser sein! Der Unterhaltungskonzern Disney hat jetzt angekündigt große Teile des Medienkonzerns 21st Century Fox zu übernehmen. Der Mega-Deal beschert dem Konzern hinter der Maus nicht nur die Rechte an den X-Men, die durch Fox bisher aus dem Marvel-Filmuniversum ferngehalten wurden, sondern auch an Serien wie den Simpsons oder Modern Family. Vor allem kann der Schritt aber als indirekte Kampfansage an Netflix und Co. angesehen werden. Erstkürzlich verkündigte Disney die Pläne eines eigenen Streaming-Dienstes. Mit den diversen, nun eigenen Lizenzen würde der dann ernsthafte Konkurrenz für andere Anbieter darstellen.

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Die Netzpiloten sind Partner der INREACH 2017

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Ihr habt Lust von A, wie Advertorials, bis Z, wie (ROI)Zahlen, alles über Influencer Marketing zu erfahren? Dann seid ihr bei der INREACH 2017 genau richtig!

Am 10. November 2017 ist es wieder soweit: Die Kommunikationsagentur Brandpunkt veranstaltet die #INREACH17 in Berlin. Zur Brandpunktfamilie gehört auch Futurebiz, einer der führenden deutschsprachigen Businessblogs aus dem Bereich Digital Marketing & Social Media. Erstmalig möchte die #INREACH17 den Influencer Marketplace für Marken starten.

Das diesjährige Motto „Where Brands meet Influencers“ soll das Zusammenführen von Marken und Influencern vertiefen. Mehr Infos findet ihr im Programm.

Seit 2015 ist sie der wichtigste Influencer Marketing Branchentreff in Deutschland. In den Bolle Festsälen in Berlin werden dieses Jahr 450 Besucher, 300 Brands und 150 Influencer erwartet. Unter den Speakern werden unter andrem Thorsten Mühl von Walt Disney und Maxi Gräff von Microsoft dabei sein.

Ob angehender Influencer, etablierter Influencer oder einfach nur neugieriger Social Media Nutzer – sichert euch jetzt noch ein Ticket. Es lohnt sich!

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Die Netzpiloten sind Partner der IdeaLab! 2017

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Dieses Jahr findet zum 17. Mal die IdeaLab!-WHU Founders‘ Conference statt: Ein Team aus elf Studenten der WHU- Otto Beisheim School of Management läd euch am 6. und 7. Oktober zu einer von Europas führenden Startup- und Entrepreneurshipkonferenzen ein. Das Ganze findet am Campus in Vallendar statt.

Dabei ist das IdeaLab! nicht nur eine von Europas bekanntesten Startupkonferenzen – sie ist auch einer der exklusivsten! Denn es werden nur 450 Teilnehmer angenommen, die sich im Voraus mit ihrem Lebenslauf bewerben müssen. So schafft das IdeaLab! eine persönliche und einzigartige Atmosphäre, in der jeder durch tiefgründige Gespräche und Bekanntschaften einen Mehrwert bekommen und bieten kann.

Die Konferenz ist bekannt für den Erfahrungsaustausch zwischen Studenten, Gründern und Investoren und macht diesen in einer lockeren Campusatmosphäre möglich. Hochkarätige Workshops ermöglichen eine Plattform für interessante und stimulierende Diskussionen und Reden. Außerdem werden neue Trends und Entwicklungen in der Gründerszene ausgetauscht.

Ein gutes Beispiel ist das bekannte Startup DailyDeal: Bei IdeaLab! konnten sie sich ihre erste Finanzierungsrunde sichern und wurden später von über 100 Millionen Dollar von Google übernommen.

Das Programm beinhaltet neben bekannten Speakern auch ein Pitch Battle, bei dem die acht besten Startups gegeneinander antreten dürfen. Den Sieger erwartet 10 0000 Euro Gewinn. Auch dieses Jahr sind bekannte Speaker dabei, wie z.B. Florian Leibert, CEO & Gründer von Mesophere, und Oliver Samwer, CEO und Gründer von Rocket Internet.

Auch Gründerszene findet IdeaLab! ist „Europe’s best known startup conference.“ Und ihr könnt auch dabei sein! Bewirbt euch hier.

Für einen noch besseren Eindruck, könnt ihr euch hier das Aftermovie von letztem Jahr ansehen.

 

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ratiopharm präsentiert: 99FIRE-FILMS-AWARD

[Gewinner_Goldregen_Gruppenfoto 2] (adapted)

„Dafür gibt’s doch ratiopharm! – Gute Preise, gute Besserung!“ lautet der Werbeslogan des bekannten Arzneimittelherstellers ratiopharm. Und ein Teil dieses Slogan ist gleichzeitig das Motto des diesjährigen 99FIRE-FILMS-AWARD – „Da gibt’s doch was …“.

Der 99FIRE-FILMS-AWARD ist ein Preis, der einmal im Jahr von einer fachkundigen Jury aus allen Bereichen des Films verliehen wird. Ausgezeichnet werden Kurzfilme. Diese müssen eine länge von exakt 99 Sekunden haben und die Teinehmer haben 99 Stunden Zeit, um eine Idee zu entwickeln, den Film zu drehen, zu schneiden und einzureichen.

And the Winner is

10.000 Menschen haben dieses Jahr mitgemacht, 2.500 Ideen wurden eingereicht. Die Jury, die dieses Jahr aus 14 Mitgliedern besteht, hat vier davon ausgesucht und mit dem Preis ausgezeichnet, der mit 9.999 Euro dotiert ist. Die Gewinner sind:

Die Gewinner wurden am 16. Februar im Berliner Admiralpalast gekürt.

Wertvolle Unterstützung

Seit über 40 Jahren steht in Deutschland die Firma ratiopharm für Arzneimittel in höchster Qualität zu einem bezahlbaren Preis. Der Generikamarkt ist hierzulande fest in der Hand des Ulmer Unternehmens. Generika sind Kopien patentgeschützter Medikamente – das macht sie kostengünstig und effektiv zugleich. Als bekanntester und beliebtester Hersteller von Heilmitteln trägt ratiopharm auch zu eurer Gesundheit bei.

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Netzpiloten sind Partner der European Identity & Cloud Conference 2017

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Vom 9. bis 12. Mai ist es wieder soweit und die nunmehr 11. European Identity & Cloud Conference (EIC) von Veranstalter KuppingerCole findet statt. Veranstaltungsort ist das Dolce Ballhaus Forum in Unterschleissheim bei München.

Die EIC ist das führende Event für Identitäts- und Zugriffsmanagement, Unternehmensführung, Risikomanagement und Compliance und Cloud Security. Rund 700 Teilnehmer von internationalen Unternehmen werden auf der EIC Best Practices und Diskussionen anbieten. 29 internationale Top-Speaker werden zu Themen referieren wie:

  • Identity Based Security der nächsten Generation
  • Bauen einer Informationsarchitektur für agile Unternehmen
  • Privacy by Design: ein praktischer Ansatz zum Erreichen von GDPR-Bereitschaft
  • Werterbringung für den ‚Connected Customer‘
  • Management von Risiken der Service basierten digitalen Business-Technologie
  • Blockchain, Blockchain, Blockchain
  • Inegration und Sicherung des Internet of Things

Eine komplette Liste der Speaker findet ihr hier. Freut euch auf vier prall gefüllte Tage mit Präsentationen, Panel-Diskussionen, sowie der EIC-Awards-Zeremonie. Einen detaillierten Überblick über das gesamte Programm befindet sich auch auf der Website. 

Um euch weiterhin auf dem Laufenden zu halten, könnt ihr auf dem Twitter-Profil des Events oder der Facebook– und LinkedIn-Seite des Veranstalters vorbeischauen oder dem Hashtag #eic17 folgen. Auf dem Event selbst könnt ihr zudem die offizielle Conference App nutzen, die für iOs, Android, Windows Phone, sowie für Blackberry verfügbar ist. 

Das war die EIC im letzten Jahr – Blockchain ist und bleibt ein vieldiskutiertes Thema und Identitäts- und Berechtigungsmanagement werden immer größere und zentralere Themen in der Industrie:

Hier könnt ihr euch für die EIC anmelden!

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Netzpiloten sind Partner der Affiliate Conference

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In München findet am 09. November die Affiliate Conference 2017 statt. Das Event, das von der xpose360 GmbH veranstaltet wird, präsentiert sich dieses Jahr in neuem Gewand mit vielen Neuerungen. Für die Zusammenstellung des Programms wurde ein Fachbeirat engagiert, für jeden Themenbereich gibt es einen Experten. Der Grundsatz bei der Planung der verschiedenen Vorträge war, dass die Ziel die Umsatzsteigerung der teilnehmenden Unternehmen durch das erworbene Wissen sein soll.

Neu im Jahr 2017

Der Wissenstransfer erfolgt durch Fachvorträge. Für alle Neueinsteiger gibt es einen Intensiv-Workshop, den die Teilnehmer mit einem Zertifikat abschließen. Beim Speed-Networking lernen sich potentielle Geschäftspartner kennen, es wird zwei aufeinander folgende Runden geben. Neben einer Keynote zum Thema „Zielführende Kommunikation zwischen Affiliates und Merchants“ wird es noch viele weitere Vorträge geben. Zu den Themen zählen unter anderem:

  • Konkreten Umsetzung eines Customer-Journey-Trackings
  • Die richtige Gutschein-Strategie für inkrementelle Sales
  • Umsetzung einer Mobile-Strategie
  • Anpassung der Provisionsmodelle und sinnvolle Nutzung von Programmatic Advertising zusammen mit Performance Marketing

Außerdem können sich die Teilnehmer über eine Podiumsdiskussion zu den Trends im Affiliate-Marketing freuen. Markus Keller, Organisator der Affiliate Conference 2017, sagt über die Veranstaltung: „Die Affiliate Conference ist die einzige Konferenz, die sich zu 100 Prozent dem Thema Affiliate- Management widmet. Wir garantieren den Teilnehmern daher praktische und umsetzbare Lösungen und Neuigkeiten, mit denen sie ihre Performance nachhaltig steigern können. Hierzu konnten wir erneut hochkarätige Experten aus der Performance-Branche gewinnen.“

Der Hauptsponsor des Events ist die AWIN AG, bis März 2017 Zanox AG. Die Teilnehmer haben die Möglichkeit, Mitglied des Affiliate Conference CLUB zu werden und erhalten damit Zugang zu Videos, Podcasts, Whitepapern und Event-Vergünstigungen.

Hier könnt ihr euch für die Affiliate Conference 2017 anmelden.

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Die Netzpiloten sind Partner des Berlin Email Summit 2017

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Vom 6. bis 7. April findet wieder der Berlin Email Summit statt. Mehr als 400 Teilnehmer versammeln sich in den BOLLE Festsälen für die 6. Ausgabe des Top-Events im Bereich Email- und Omnichannel-Marketing.

„Design“, „Content“ und „Recht“ sind die drei Schlagworte, zu denen am 1. Summit-Tag, dem Praxis-Tag, von Experten referiert wird. Jeder Bereich wird thematisch durch einen Impulsvortrag, einen Consulting-Fachvortrag sowie einen Workshop aus ganz unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Am anschließenden abendlichen „Pre-Opening“ wird dann zum Get-together und networking eingeladen.

In alter Frische geht es an Tag 2, dem offiziellen Summit-Tag, dann bereits um 8 Uhr und mit einem prall gefüllten Programm weiter. Zu den Top-Speakern zählen Vertreter von Unternehmen wie Optivo, Ulla Popken, Payback oder Foodspring, die sich unter dem Motto unter dem Motto „Expert Insights for Smarter Campaigns“ präsentieren. Den Höhepunkt der Veranstaltung bildet die Verleihung des Email Xcellence Award am Summit-Tag. Prämiert werden von einer hochkarätig besetzten Fachjury gelungene Maßnahmen in den Kategorien E-Mail-Marketing-Performance, Design und Kampagnen-Strategie.

Mittels der Event-App können sich die Besucher über alles rund um die Veranstaltung informieren, sei es Programm, Locations, Speaker oder der Event-Feed selbst. Hier könnt ihr euch für den Summit anmelden! Auf Twitter könnt ihr euch dann mit dem #BES17 auf dem Laufenden halten.

So hat der Summit im vergangenen Jahr ausgesehen:

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2017 ist nicht ‘1984’ – Was George Orwell nie zu träumen wagte

Donald Trump (adapted) (Image by LisetteBrodey [CC0 Public Domain], via Pixabay)

Kurze Zeit nach der Amtseinführung von Präsident Trump kletterte George Orwells Buch „1984“ an die Spitze der Bestseller-Liste bei Amazon. Tausende von Englischlehrern sind sicherlich ergriffen bei dem Anblick von Leuten, die sich das bereits im Jahr 1949 veröffentlichte Buch vornehmen, um über die Gegenwart nachzudenken.
Orwell ließ seine Geschichte in Ozeanien spielen, in einem der drei Mega-Staaten, die im Jahr 1984 um die Weltvorherrschaft kämpfen. Die Atommächte wurden ausgetauscht und die Blöcke scheinen sich auf einen immerwährenden und mittlerwiele normal gewordenen Krieg geeinigt zu haben. Dies geschieht wahrscheinlich aus dem Grund, dass die permanente Kriegsführung den Interessen in einheimische Mächte in die Hände spielt.

Ozeanien verlangt eine totale Unterwürfigkeit. Es handelt sich um einen politischen Staat, Helikopter überwachen die Aktivitäten der Bewohner, es wird dabei sogar durch ihre Fenster gespäht. Aber Orwell betont dies besonders in der ‚Gedankenpolizei‘, die die ‚Proles‘, die untersten 85 Prozent der Bevölkerung außerhalb der Parteielite, überwachen. Die Gedankenpolizei bewegt sich unsichtbar in der Bevölkerung, sucht nach Verdächtigen und ermutigt dabei sogar zu Gedankenverbrechen, so dass sie die Täter verschwinden lassen können, um sie umzuprogrammieren.

Die andere Art und Weise, wie die Parteielite, symbolisiert durch die Schnurrbart tragende Galionsfigur Großer Bruder, ‚korrekte‘ Gedanken ermutigt und überwacht, wird durch die Technologie der Teleschirme dargestellt. Diese ‚Metalltafeln‘ übermitteln erschreckende Bilder von Feindesarmeen und vor allem die Weisheit des Großen Bruders. Allerdings kann der Teleschirm auch in die eigene Wohnung sehen. Während der verpflichtenden Morgenübungen zeigt der Teleschirm nicht nur einen jungen und drahtigen Trainer, der die Übungen vormacht, sondern bemerkt auch, ob man dabei mitmacht. Die Teleschirme sind überall, in jedem einzelenen Raum. Und im Büro benutzen die Leute sie zum Arbeiten.

In der Geschichte geht es um Winston Smith und Julia, die versuchen, der überwältigenden Kontrolle der Regierung über die Wahrheit entgegenzustehen. Ihr Akt der Rebellion besteht daraus, die „inoffizielle“ Wahrheit über die Vergangenheit herauszufinden. Sie halten dabei „unerlaubte“ Informationen in einem Tagebuch fest. Winston arbeitet im riesigen Wahrheitsministerium, an dessen Außenwand die Losung „IGNORANZ IST STÄRKE“ prangt. Sein Job ist es, politisch unangenehme Angaben aus den öffentlichen Berichten zu löschen. Fällt ein Parteimitglied in Ungnade, hat es sie nie gegeben. Hat der Große Bruder ein Versprechen gemacht, welches er nicht erfüllte, ist es schlichtweg nie passiert.

Da sein Job damit zusammenhängt, alte Zeitungen und Berichte nach Fakten zu durchsuchen, die er umschreiben muss, ist Winston sehr geübt darin, das sogenannte ‚Doppeldenk‘ anzuwenden. Winston sagt darüber, dass man sich „kompletter Wahrheit bewusst ist, während man konstruierte Lügen erzählt… eine bewusste Bewusstlosigkeit hervorruft.“

Ozeanien: Ein Produkt aus Orwells Erfahrungen

Orwells Setting bei „1984“ ist davon beeinflusst, wie er sich den Kalten Krieg vorstellte – eine Phrase die er bereits 1945 prägte. Er schrieb dies nur wenige Jahre, nachdem er zusah, wie Roosevelt, Churchill und Stalin die Welt während der Konferenzen von Teheran und Jalta aufteilten. Das Buch ist bemerkenswert vorrausschauend, was die Aspekte der stalinistischen Sowjetunion, Ostdeutschland und des maoistischen Chinas angeht.

Orwell war Sozialist. „1984“ beschreibt unter anderem seine Angst vor einer stalinistischen Abkehr vom demokratischen Sozialismus, an den er fest glaubte. Das Buch stützt sich auf seine genauen Beobachtungen der Welt und der Tatsache, dass Stalinisten versucht hatten, ihn zu töten.

Im Jahr 1936 bedrohte ein Coup des faschistisch unterstützen Militärs die demokratisch gewählte Sozialistenmehrheit in Spanien. Orwell und andere überzeugte Sozialisten auf der ganzen Welt, darunter auch Ernest Hemingway, meldeten sich freiwillig, um gegen die rechtsorientierten Rebellen zu kämpfen. Währenddessen unterstptzte Hitler mit seiner Luftwaffe die Rechten, während Stalin versuchte, den linken republikanischen Widerstand zu übernehmen. Nachdem Orwell und andere Freiwillige den Stalinisten getrotzt hatten, widmeten sich diese der Zerstörung der Opposition. Orwell und seine Frau wurde gejagt und traten 1937 die Flucht aus Spanien an.

Während des zweiten Weltkriegs in London erkannte Orwell, wie sich eine liberale Demokratie und Einzelkämpfer, die sich der Freiheit verpflichteten, auf dem Weg zum Großen Bruder finden konnten. Er arbeitete für die BBC und schrieb an einem Text, den man nur als Propaganda für das indische Publikum lesen konnte. Er schrieb nicht unbedingt im Stile des ‚Doppeldenk‘, aber es handelte sich um Nachrichten und Kommentare mit einem politischen Unterton. Orwell versuchte, die Einwohner Indiens zu überzeugen, dass ihre Söhne und ihre Güter im Krieg einem übergeordneten Wohl dienten. Nachdem er Dinge geschrieben hatte, die er als unwahr ansah, kündigte er nach zwei Jahren und war von sich selbst angeekelt.

Es war der Imperialismus an sich, der ihn ekelte. Im Jahr 1920, als Orwell noch ein junger Mann war, hatte er in Burma als Polizeibeamter in den Kolonien gearbeitet. In einer ungefähren Vorahnung der Welt des Großen Bruders sprach Orwell schlecht übr die willkürliche und brutale Position, die er in dem kolonialen System innehatte. „Ich habe es sehr gehasst“, schrieb er. „In solch einem Job erlebt man die dreckige Arbeit des Empires von nahem. Die elenden Gefangenen, die in stinkenden Käfigen kauern, die grauen und verängstigten Gesichte der lebenslang Gefangenen…“

Ozeanien war das Produkt einer Vorahnung eines besonders biographischen Moments, als der Kalte Krieg begann. Natürlich ist es so, dass die heutige Welt mit ihren ‚alternativen Fakten‘ ganz anders ist, als das, was Orwell sich jemals hätte vorstellen können.

Den Großen Bruder brauchen wir nicht mehr

Orwell beschrieb ein Ein-Parteien System, in der ein kleiner Kreis an Oligarchen, die die „innere Partei“ von Ozeanien darstellte, die Kontrolle über alle Informationen innehat. Dies ist ihr Hauptmittel, um die Macht zu kontrollieren. In den USA on heute kann sich jeder informieren, der das Internet bedienen kann – also mindestens 84 Prozent der Amerikaner. Die USA mag vielleicht eine Oligarchie sein, befindet sich die Macht irgendwo zwischen der Wählerschaft und der Verfassung, den Gerichten, Bürokratien. Die Macht ist zwangsläufig auch dort, wo das Geld ist. Anders gesagt befinden sich Wissen und die Macht in den USA des Jahres 2017 überall – und damit ist es völlig anders als in Ozeanien bei Orwell.

Diejenigen, die den Rückgang anhand von Beweisen und Begründungen des Wahlvolks studieren, beschuldigen hauptsächlich die gemeinsamen Bemühungen der Politiker aus den 1970ern, um Kompetenz zu diskreditieren, das Vertrauen in den Kongress und seine Mitglieder zu erschüttern und hinterfragen sogar die Legitimität der Regierung. Da diese Anführer, Institutionen und Kompetenzen delegitimiert sind, ist die gängige Strategie, sie mit anderen Autoritäten und Realitäten zu ersetzen.

Im Jahr 2004 deutet ein Berater des Weißen Hauses an, dass ein Reporter zur „realitätsbasierten Gemeinschaft“ gehöre, – eine Art kurioser Minderheit an Leuten, die „daran glauben, dass Lösungen aus ihren vernünftigen Studien der wahrnehmbaren Realität kommen… So läuft das allerdings nicht mehr.“

Orwell konnte sich das Internet nicht ansatzweise vorstellen, und auch nicht dessen Rolle beim Verbreiten von alternativen Fakten. Er wusste ebenso nicht, dass Menschen heutzutage die Teleschirme mit sich herumtragen. Es gibt kein Wahrheitsministerium, das Informationen verteilt und überwacht und irgendwie ist heute jeder der Große Bruder.
Es scheint weniger bedrohlich, dass Leute nicht in der Lage sind, die Lügen des Großen Bruders zu durchschauen, als die Tatsache, dass sie ‚alternative Fakten‘ hinnehmen.

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Menschen eher an Fehlannahmen glauben, wenn sie akkurate widersprüchliche Informationen erhalten, vor allem wenn sie mit einer bestimmten Sicht auf die Welt beginnen — zum Beispiel, dass wissenschaftliche Experten und öffentliche Beamte nicht vertrauenswürdig sind. Anders ausgedrückt, Fakten zu widersprechen, kann durchaus ins Auge gehen. Nachdem wir uns entschieden haben, was eigentlich wahrer ist als die Fakten, die von Experten und Journalisten berichtet werden, suchen wir nun Bestätigung in alternativen Fakten und verbreiten diese selbst über Facebook. Wir brauchen dazu keinen Großen Bruder.

In Ozeanien gibt es keine Meinungsfreiheit und keine Freiheit, Fakten auszusprechen außer jener, die offiziell abgenickt sind. In den USA von 2017 gilt: je offizieller die Tatsache, desto unglaubwürdiger ist sie – zumindest für diejenigen innerhalb der machtvollen Minderheit, die den jetzigen Präsidenten gewählt haben. Winston sagt, „Freiheit ist die Freiheit, sagen zu können, dass zwei plus zwei gleich vier ist.“ Für die machtvolle Minderheit ist Freiheit die Freiheit, sagen zu können, dass zwei plus zwei gleich fünf ist.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-NC-SA 3.0 US. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) Donald Trump by LisetteBrodey (CC0 Public Domain)


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Netzpiloten sind Partner der Digital Finance World 2017

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Vom 01. Bis 02. März 2017 findet in Frankfurt der Kongress KuppingerCole’s Digital Finance World 2017 (DFW) statt. Die Finanz- und Versicherungswelt trifft sich dort, um sich über Innovation und die digitale Transformation ihrer Betriebe auszutauschen.

An zwei Tagen von jeweils 8 bis 18 Uhr bedient die Digital Finance World ihre Besucher mit allerlei Informationen zu den Themen Blockchain, Bitcoins, Big Data und das Internet der Werte (IoV). Der Veranstalter KuppingerCole ist eine seit 2004 international und unabhängig arbeitende Analyse-Organisation. Ein zentrales Element der Arbeit der Organisation ist es, Unternehmen mit neutraler Beratung und Expertise in den Bereichen Informationssicherheit, Identitäts- und Zugriffsmanagement, Informations- und Zugriffssteuerung, Risikomanagement und Compliance und in Bereichen der digitalen Transformation zur Seite zu stehen.

Das Event findet direkt am Frankfurter Flughafen im HOLM – House of Logistics & Mobility in der Bessie-Coleman-Strasse 7 statt. Wenn ihr bis zum 20. Februar 2017 eure Tickets mit einem Kollegen oder Freund bucht, bekommt ihr sie zum Missed Early Bird-Preis.

Wenn ihr keine Infos oder Updates verpassen wollt, folgt KuppingerCole auf Facebook oder Twitter oder direkt dem Digital Finance World Event!

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Für euch als treue Leserschaft der Netzpiloten gibt es mit diesem Code 20 Prozent Rabatt auf den regulären Ticketpreis: DFW17NETZPILOTEN

Einfach hier den Rabattcode eingeben und dabei sein!

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Netzpiloten sind Partner der DIGITAL BUSINESS PREVIEW 2017

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Die DIGITAL BUSINESS PREVIEW findet in diesem Jahr am 26. Januar in Hamburg und am 30. Januar in München statt.

Die nun schon seit 19 Jahren bekannte und heiß begehrte Pressevorschau öffnet wieder ihre Pforten.

Die PREVIEW wurde konzipiert, um Journalisten umfassend und neutral vor internationalen Technologiemessen wie MWC, CeBIT, Hannover Messe & Co. über Trends, neue Technologien und Produkte zu informieren und in ihrer Arbeit zu unterstützen.

Schwerpunkte auf der PREVIEW bilden in diesem Jahr Themen wie Sicherheit in einer vernetzten Welt, Aktuelles aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz, Next Generation Chatbots und die IT-Revolution Blockchain. Viele renommierte Referenten greifen in den „Trend-Talks“ die wichtigsten Themen auf, die die Branche gerade bewegen.

Natürlich werden auch die neusten Produkte wie der Alptracker, die aktuellsten Monitore, Smartphones und Roboter und die 4K-DashCam vorgestellt. Die seit vielen Jahren bewährte Pressevorschau bietet alles, was Medienvertreter für eine optimale Berichterstattung benötigen.

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Lesen zum neuen Jahr: Was uns ‚Herr der Fliegen‘ über 2016 erzählt

Lord of the Flies (adapted) (Image by Alaina Buzas [CC BY 20] via flickr)

Es ist die Geschichte einer Gesellschaft, in der sich die Demokratie in einer Art Stammesdenken und Tyrannei auflöst. Die Geschichte einer Zivilisation, die von den Redlichen nach Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit aufgebaut wurde, die sich dann aber gegeneinander aufhetzten und die Schwachen und Ausgestoßenen zu Sündenböcken erklärten. Letztlich ist es eine Erinnerung an die menschliche Barbarei, die unter der zerbrechlichen Fassade des Anstands lauert.

Klingt das bekannt? Allerdings: Es handelt sich um den Plot von ‚Herr der Fliegen‘, einem Roman über ein paar Jungs aus England, die einen Flugzeugabsturz überleben und auf einer Insel im Südpazifik gestrandet sind. Nach einer kurzen Zeit der Harmonie bewirkt ein Machtkampf zwischen den beiden Anführern Ralph und Jack die Spaltung der Gruppe. Jack gewinnt, indem er verspricht, einen gemeinsamen Feind zu jagen und zu töten – er meint das seltsame Phantom, das im Dschungel lebt und nur als ‚das Monster‘ bekannt ist. Es ist ein erfolgreicher Kampf, der die Angst benutzt, um die Gruppe zu spalten.

Der ‚Herr der Fliegen‘ wurde zuerst im Jahr 1954 veröffentlicht, hauptsächlich als Reaktion auf den Aufstieg des Nationalsozialismus und die Schrecken des Zweiten Weltkriegs. Und doch hat das Buch in vielerlei Hinsicht eine direkte Gültigkeit für die Welt von 2016, da Sparmaßnahmen, die Flüchtlingskrise, der Brexit und der Aufstieg Donald Trumps den nationalistischen Eifer ermutigt und die gesellschaftliche Zersplitterung geschürt haben.

Die rassistisch motivierte Sprache der Stammes-„Wildheit“ im Roman lässt zeitgenössische Leser zu Recht innehalten. Hier zeigt sich die Unfähigkeit des Autors William Golding, über eine grundsätzlich eurozentrische und kolonialistische Weltanschauung hinauszudenken. Letztendlich jedoch ist die Botschaft des Buches, dass eine „Wildheit“ quasi allgemeingültig ist. Sie ist weder rassisch noch anhand von Landesgrenzen definiert. Es ist eine Botschaft, die uns darüber nachdenken lässt, dass der Rechtsextremismus erneut in die Mainstream-Politik in ganz Europa und den USA eingekehrt ist.

Im Fahrwasser einer populistischen Sprache unter Betonung nationaler Zugehörigkeit gelingt es den Rechtsextremen, Rassismus zu legitimieren. Amerikas sogenannte alt-right-Bewegung, der Front National in Frankreich, UKIP und die fremdenfeindlichen ‚Leavers‘ in Großbritannien – sie alle nutzen die Unzufriedenheit, die mit der Globalisierung einherging, um im Innern Feindschaften zu schüren. Die Lösung komplexer wirtschaftlicher und politischer Wirklichkeiten ist für diese Gruppen so einfach wie die Jagd auf ‚das Monster‘. Der Anführer Jack gibt sein Erbe weiter an Figuren wie Trump, Marine Le Pen und Nigel Farage.

Die Stimme der Vernunft

Als Gegenstück zu Jacks Agitation und Angstmacherei stellt uns ‚Herr der Fliegen‘ die beiden Freunde Piggy und Simon vor. Piggy glaubt an den wissenschaftlichen Fortschritt, ist sich aber auch bewusst, dass eine Weiterentwicklung der Menschheit aufgehalten wird, wenn „wir Angst vor Menschen bekommen“. Piggy wird geschwächt, wenn die Jungen seine Brille stehlen – sein Symbol von Vision und Klarheit – und sie benutzen, um ein Feuer zu entzünden. Das Feuer gerät außer Kontrolle, was zur Zerstörung eines Teils ihres neuen Zuhauses führt. Statt den ersten Akt einer vereinten Zivilisation zu repräsentieren, signalisiert die Entstehung des Feuers die Uneinigkeit, die die Gruppe spaltet und schließlich unter Jacks Verantwortungs als Stammesoberhaupt zum Tode von Piggy führt.

Wie Piggy den Fortschritt repräsentiert, so steht Simon für die Vernunft. Er weiß, dass ‚das Monster‘ nicht real ist und durch die Angst der Jungen erschaffen wird. „Wann immer Simon an ‚das Monster‘ dachte“, so heißt es, „stand vor seinem inneren Auge das Bild eines Menschen, der heroisch und krank zugleich war.“ Trotz dieser Einsicht wird Simon als schwach angesehen und gemieden.

Nach einer Expedition, die er allein angetreten hatte, entdeckt er, dass ‚das Monster‘ lediglich ein toter Fallschirmjäger ist – ein Opfer des Krieges, der in der Ferne tobt. Sein Fallschirm hat ihn auf die Insel getragen. Simon kehrt zum Lager zurück, um die Nachricht zu überbringen, aber die Phantasie der Jungen erweckt in ihnen einen blinden Blutrausch. Sie sehen keinen Menschen mehr, sondern nur eine Bedrohung für ihre Gesellschaft. Simons Schreie werden durch das „Reißen der Zähne und Krallen“ übertönt.

Während seiner Vortragsreise an amerikanischen Universitäten im Jahr 1962 erklärte Golding die Gründe, weshalb er den ‚Herr der Fliegen‘ geschrieben hatte:

Mein Buch will sagen: Sie denken, dass jetzt der [Zweite Weltkrieg] vorbei ist und etwas Böses zerstört worden ist, und dass Sie jetzt in Sicherheit sind, weil Sie von Natur aus gut und anständig sind. Doch ich weiß, warum diese Sache in Deutschland so mächtig wurde. Ich weiß, dass es in jedem Land passieren kann.

So weit, so finster. Und dennoch – während Golding die Neigung der Menschheit zu Vorurteilen darstellt, gibt es einen kleinen Hoffnungsschimmer. Nach seiner Flucht vor den von Jack bestellten Menschenjägern trifft Ralph auf einen Marineoffizier, dessen Schiff angelegt hat, nachdem die Mannschaft den Rauch gesehen hat, der von der verwüsteten Insel aufsteigt. Als Ralph „das Ende der Unschuld“ beweint, dreht sich der Offizier um, um das Kriegsschiff in der Ferne zu betrachten. Dieses finale Bild des Buches ist ein Moment der Selbstreflexion. Inmitten der Wildheit und der Katastrophe der rudimentären Zivilisation der Jungen wird die Erwachsenenwelt mit einer Vision ihrer eigenen Torheit konfrontiert.

Die Moral von ‚Herr der Fliegen‘ ist nicht nur, dass die Barbarei keine Grenzen kennt. Die Moral besteht auch darin, dass die Barbarei verhindert werden kann, und zwar durch das Engagement für eine gemeinsame Menschheit. „Wenn die Menschheit eine Zukunft von hundert Millionen Jahren auf diesem Planeten hat“, sagte Golding in seinem Vortrag von 1962, „ist es unvorstellbar, dass sie diese Äonen in einem Gepräge von nationaler Selbstzufriedenheit und chauvinistischer Idiotie verbringen sollte.“

Der Roman mag keine sonderlich herzerwärmende Geschichte sein, aber er präsentiert uns eine erbarmungslose Darstellung einer Gesellschaft, die von Angst getrieben wird. Im neuen Jahr soll dies dem Leser eine dringende Warnung und ein Aufruf zum Handeln sein.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Lord of the Flies“ by Alaina Buzas (CC BY 2.0)


The Conversation

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Das Medienjahr 2016 und ein Ausblick auf 2017

Numbers (adapted) (Image by morebyless [CC BY 20] via flickr)

Das Jahr 2016 war ein denkwürdiges Jahr für alle, die im Medienbereich und dessen Umfeld tätig sind. Obwohl die Publikumszahlen noch nie so hoch waren wie jetzt, war doch die Belastung durch die Transformation hin zu digitalen Quellen für die Medien größer denn je. Darüber hinaus wurde zuerst im Vorfeld der Wahl und noch mehr in den Wochen nach dem 8. November endlos auf ‚die Medien‘ eingeprügelt. Wir sind noch immer damit beschäftigt, den Schaden zu beziffern, aber die zugrunde liegende Schwäche des Mediengeschäfts lädt zu noch existenzielleren Fragen ein.

Betrachten wir einmal das Jahr 2016, indem wir die Zahlen des Jahres untersuchen – und werfen wir dann einen Blick nach vorn.

  • 99 Prozent: So viel von Facebooks Inhalten ist nicht gefälscht, wenn wir Mark Zuckerbergs erste Ermittlungen zum Thema Fake News nach dem Wahlsieg Trumps Glauben schenken wollen: „Von allen Inhalten auf Facebook sind mehr als 99 Prozent dessen, was die Menschen sehen, authentisch, nur eine sehr kleine Menge sind Fake News und Falschmeldungen.“

    Erstens: Die Menschen teilen mehr als fünf Milliarden Inhalte pro Tag, also entspricht ein Prozent davon bereits schlappen 50 Millionen. Zweitens: welches Technikunternehmen würde ein 99-prozentiges Funktionieren feiern? Schon mal von einem Verleger gehört, der in so einem Fall stolz verkündet: „Wir haben es richtig hinbekommen“?

    Ausblick 2017: Fake News sind ein gesellschaftliches Problem, das über Facebook hinausgeht, auch wenn das Unternehmen sagt, dass es das Problem bewältigen wird. Es wäre großartig, eine sinnvolle Debatte über den inzwischen 19 Jahre alten Digital Millennium Copyright Act zu sehen, der sozialen Plattformen wie Facebook nahezu vollständigen Schutz für ihre inhaltlichen Aktivitäten gewährte, und es ihnen dadurch versehentlich ermöglichte, die Massenmedien unserer Zeit zu werden und Content-Ersteller zu Kleindarstellern zu degradieren. Wahrscheinlich ist eine solche Debatte in dieser politischen Atmosphäre nur schwer möglich.

  • FCC: Fraglich ist, wie die Federal Communications Commission (FCC) ab dem 20. Januar verbleibt, nachdem der noch von Obama ernannte Vorsitzende Tom Wheeler seinen Rücktritt ankündigte. Die Netzneutralität könnte ein erwartbares Opfer der Kursänderungen der Kommission werden, da die größten Player im Telekommunikationssektor wahrscheinlich noch mehr Macht in unserem Alltag der Informations und Unterhaltung erlangen.

    Comcast hat diesen Ball vor Jahren ins Rollen gebracht, und Verizon und AT&T folgen nun. Die Großen sind zum Siegen verdammt. Gleiche Chancen für unterschiedliche Medien (und andere Unternehmen)? Dieser Traum muss wohl aufgeschoben werden.

    Dann gibt es noch das heikle Thema der Kapitalverflechtung. Vor langer Zeit, in einer vordigitalen Welt, weit, weit in der Vergangenheit, entschied die FCC, dass einzelne Unternehmen nicht sowohl TV- als auch Printmedien-Anteile in einzelnen Metro-Märkten besitzen sollten. Durch Jahre des Wandels und die Bedrohungen für die Printmedien und zunehmend auch für das Geschäftsmodell Regionalfernsehen konnte das Verbot fortbestehen. Innerhalb von drei Tagen Ende letzten Monats forderten zwei Lobbygruppen der Industrie (im TV-Bereich handelte es sich hier um die ‚National Association of Broadcasters‘, bei den Zeitungen um die ‚News Media Alliance‘) die nächste administrative Neuausrichtung, um die strengen Verbote loszuwerden.

    Ausblick 2017: Man behalte diese Entwicklungen im Auge. Es können beliebig viele gute Argumente ins Feld geführt werden, weshalb die alten Vorschriften nicht den Realitäten der Medien und der Technik des 21. Jahrhunderts entsprechen – wenn sich jedoch die Gesetze zur Kapitalverflechtung lockern, stellt sich die Frage, welche Unternehmen zukünftig die lokalen Nachrichten dominieren werden. Rundfunkunternehmen mit unterschiedlichen Erfolgsbilanzen in der lokalen Berichterstattung könnten mithilfe ihrer im Vergleich zu Zeitungsunternehmen deutlich gesünderen Finanzen bald aufsteigen. Unternehmen wie NBC investieren jetzt mehr strategisch in ihre digitalen Produkte.

    Darüber hinaus: Wer weiß schon, wer in der politischen Landschaft alles aus den Löchern kriechen könnte? Im Jahr 2014 führten die Koch-Brüder ein Theaterstück für den Tribune (heute: Tronc) Metro-Tageszeitungen auf, darunter auch die Chicago Tribune und die Los Angeles Times. Eine weitere Person , die man im Auge behalten sollte, ist Rupert Murdoch.

    21st Century Fox besitzt 28 regionale Fernsehsender in 17 Absatzmärkten und erreicht 37 Prozent der Haushalte mit Fernseher in den USA. Diese Sender umfassen sieben der 10 größten Absatzmärkte: New York, Los Angeles, Chicago, Dallas, San Francisco, Washington, D.C. und Houston. Vor vier Jahren hat Murdoch sein Interesse am Kauf der Tribune-Zeitungen signalisiert.

    Ein großer Wermutstropfen bleibt jedoch: Die Gesetze zur Kapitalverflechtung würden vermutlich ihn dann zu Veräußerungen gezwungen haben; in LA zum Beispiel, wenn Murdoch die LA Times gekauft hätte, hätte er seine Fox 11 in Los Angeles verkaufen müssen. Wenn die Regeln für die Überkreuzbeteiligung aufgegeben werden, ist es wahrscheinlich, dass die lokalen Nachrichten zunehmend in die Hände einer immer kleineren Anzahl von Besitzern fallen werden und zwei von ihnen bald Rupert gehören.

  • 8,3 Billionen: Die geschätzte Anzahl der jährlich weltweit veröffentlichten Texte.

    Ausblick 2017: Werden Messaging-Plattformen weiterhin eine heiße neue Sache für Content-Produzenten sein? Eine Reihe von Verlagen schwärmt immer noch über ihre Snapchat-Erfahrungen, doch ihre Haltung könnte sich ändern, wenn Snap seine Partnerschaftsbedingungen ändert.

  • 37 Jahre: So lange hat Diane Rehm ihre Radiosendung zu öffentlichen Angelegenheiten aus Washington geleitet, bevor sie in diesem Jahr in den Ruhestand ging. Als eine der Pionierinnen der einstündigen öffentlichen Radio-Talkshow verlässt Rehm den Äther zu einem Zeitpunkt, in dem ein entscheidender Generationswechsel stattfindet.

    In diesem Jahr hat auch Garrison Keillor seinen Abschied verkündet, und „The Best of Car Talk“ erinnert uns an die Magliozzi-Brüder in ihren besten Zeiten. Die „nächste Talent-Generation“, wie Sendeleiter J.J. Yore es beschreibt, hat in den letzten Jahren schon die Plätze in einigen der größeren öffentlichen Radiosendern und bei NPR besetzt.

    Ausblick 2017: Podcasting krempelt jetzt die Szene um – mit unvorhersehbaren Folgen. Die Bewegung der jüngeren Talente in den aufkommenden Podcast-Umgebungen sind sowohl eine große Chance als auch eine Bedrohung für das öffentliche Radio, wie wir es kennen, und es ist ein Segen für neuere Marktteilnehmer wie Gimlet Media, Panoply, This American Life/Serial und Midroll Media.

  • 10,11 US-Dollar: Dies ist der Preis einer Gannett-Aktie nach dem Schließen der Märkte am 16. Dezember. Gannett kam lange kaum über die zweistellige Marke hinaus, nachdem sein Aktienkurs für den Großteil der Mitte des Jahres in den einstelligen Bereich gefallen war, und das nach einem 52-Wochen-Hoch Von 17,72 US-Dollar.

    Was brachte ein Unternehmen, das von den Investoren als Goldstandard der verbleibenden öffentlichen Zeitungsunternehmen angesehen wurde, an diesen Punkt? Der Streit zwischen Gannett und dem jähzornigen Tronc-Vorsitzenden Michael Ferro lieferte ein unvergessliches Lehrstück über die M&A-Aktivität einer Möchtegern-Zeitung, die Beobachter für einen Großteil des Jahres amüsierte und erstaunte.

    Obwohl es so etwas wie eine Nebenwirkung angesichts der Flut von größeren Problemen zu sein scheint, werden die Schicksale des größten Unternehmens und der viertgrößten US-Zeitung für die Leser in Dutzenden von Städten von Bedeutung sein.

    Ausblick 2017: Für diejenigen, die sich etwas der Schadenfreude ergehen: eure große Stunde kommt noch. CEO Bob Dickey musste größere Aktionäre bemühen, um das Vertrauen in seine langfristige Strategie der Konsolidierung zurückzugewinnen. Die ersten beiden Monate im Jahr 2017 werden uns zeigen, ob Dickey genug Unterstützung hat, um seine Bestrebungen bezüglich Tronc zu erneuern.

    In diesem Jahr verpasste die Zeitungsgesellschaft ihre Frist, um ihre eigene kauffreudige Riege von Direktoren zu nominieren. Im Jahr 2017 könnte das nachgeholt werden, mit einer wahrscheinlichen Frist bis Ende Februar, bis zu der ein neues Angebot zu unterbreiten ist. Seht den Aktienkurs von Gannett als Anzeichen einer Erholung; behalten Sie außerdem Troncs Kurs im Auge, der durch die laufenden großen Aktienkäufe seiner beiden Direktoren Ferro und den stellvertretenden Vorsitzenden Patrick Soon-Shiong gestärkt wurde. Ersterer muss ein wenig gewinnen und Letzterer muss ein wenig verlieren, um die Chancen auf einen neuen Deal weiter zu erhöhen.

  • 21 Prozent: Das Wall Street Journal verlor im dritten Quartal 2016 mehr als ein Fünftel seiner Werbeeinnahmen. Es war damit nicht allein. Die New York Times erlebte einen Verlust von 18 Prozent, während McClatchy 17 Prozent Verlust verkündete, Gannett 15 Prozent und Tronc 11 Prozent meldete.

    Ausblick 2017: Die Verleger sagen halb im Scherz, dass die diesjährigen Verluste für das nächste Jahr nur helfen können. Aber es gibt schon Prognosen eines Rückgangs von weiteren 10 Prozent in den Einnahmen der Printmedien für das nächste Jahr.

    Mit digitaler Werbung lässt sich das nicht ausgleichen, vor allem für die Metros wird 2017 ein weiteres hartes Jahr. Derweil können wir das Gleiche sogar im Hause Murdoch sehen, das es vorzieht, sein Geld in Fernsehsendungen und Pay-TV zu investieren.

  • 27.300: Dies ist die geschätzte Zahl von Journalisten, die zur Zeit in den USA bei Tageszeitungen beschäftigt ist. (Es gibt keine offizielle Zählung mehr, und immer weniger Verleger kündigen ihre Kürzungen öffentlich an.) Fast 4000 Journalisten arbeiten für die vier nationalen Ausgaben, so dass nur etwa 23000 den Rest der USA abdecken. Das ist kein sonderlich ausgewogenes Verhältnis, die lokale Presse ist um die Hälfte geschrumpft.

    Ausblick 2017: Wie soll diese Informationslücke gefüllt werden? Wir schauen auf die stärkeren unabhängigen Metropolen von Boston über Minneapolis und Dallas bis nach Seattle. Wir werden auf die erste (MinnPost, Voice of San Diego, The Lens) und zweite Generation (Billy Penn, Charlotte Agenda, Denverite) der Startups in den Städten schauen, um zu sehen, wie weit sie ihre Berichterstattung ausweiten können.

    Wir werden sehen, was die drei größten Unternehmen – also Gannett, Digital First Media und Gatehouse Media, die zusammen etwa ein Viertel aller US-Tageszeitungen besitzen – strategisch und finanziell planen. Wenn die Knight Foundation LION (Local Independent Online Publishers) fördert und seine neue 1,5 Millionen-Dollar Knight News Match kündigt, werden wir dann tatsächlich Modelle sehen, die diese düstere Entwicklung im Journalismus noch einmal umdrehen können?

  • 10 Millionen: Eine große Zahl, nicht wahr? Das ist das Ziel der New York Times, was digitale Abonnenten angeht. CEO Mark Thompson hat bereits bis 2020 alles festgelegt. Er fordert eine Verdoppelung der Lesereinnahmen und wir müssen uns fragen: Sind 10 Millionen ein ernstzunehmendes Ziel – oder die traumwandlerische Erwartung für eine zukünftige, fast ausschließlich digitale Times?

    Die Times hat angeblich derzeit 1,4 Millionen digitale News-Abonnenten und weitere etwa 230.000 Kunden für das Kreuzworträtsel. 10 Millionen wären also etwa das Sechsfache dessen. Wenn wir die vorhandenen 1,1 Millionen Sonntags-Abonnenten zählen wollen, die die Times an die Digitalisierung übergeben will, braucht die Times immer noch das Vierfache.

    Ausblick 2017: Weitere Testpakete für Add-On-Abonnements sind eine Möglichkeit. Dies könnten Add-Ons zu aktuellen Koch- oder Watching-Apps sein, neue Gesundheits-Apps und andere Bereiche, in denen es nicht ums Lesen geht, sondern darum, etwas zu tun. Die Times wird auch um Abonnements außerhalb der USA werben. 180.000 internationalen Abonnements sind bereits vorhanden und es gibt viel Raum für mehr.

    Man erinnere sich an den „Krieg“ zwischen der Times und dem Wall Street Journal, der kurz nach Rupert Murdochs Kauf von Dow Jones vor neun Jahren entbrannte. Während wir uns noch auf das Journal für den besten täglichen Business-Journalismus verlassen können, scheint 2017 das erste Nachkriegsjahr zu sein: Das Journal, dessen Personalabbau in die Dutzenden geht, reduziert seine Rubrik „Greater New York“ auf zwei Seiten täglich und positioniert sich wieder zunehmend in Richtung Business News. Das Ziel des Unternehmens ist es, drei Millionen digitale Abonnenten zu gewinnen, eine Zahl, die im Vergleich zu Thompsons Ehrgeiz peinlich erscheint.

  • 37 Prozent:durch Werbung erwirtschaftet wird. Im Jahr 2005 betrig er noch 68 Prozent. Die Times hat sich, genau wie die Financial Times und das Wall Street Journal, überschnitten [„The Newsonomics of Crossover„], während das Mutterjournal Dow Jones berichtet, etwa ein Drittel der Einnahmen aus Werbung zu beziehen.

    Werbung zu einer sekundären – wenn auch immer noch wichtigen – Ertragsquelle zu degradieren, ist das wichtigste strategische Ziel für die meisten Nachrichtenverlage. Der Leser-Umsatz, wenn durch ausreichende qualitativ hochwertige Inhalte und gute digitale Produkte gesichert, zeigt sich als weit stabiler als der Umsatz durch Werbung. Aber es ist ein Ziel, das nur die nationalen oder globalen Tageszeitungen erreicht haben.

    Ausblick 2017: Das Problem des Verhältnisses zwischen Leserumsatz und der Werbung gilt nicht nur für ältere Zeitungsmedien. Fast alle Unternehmen, die auf Werbeeinnahmen als der erheblichen Mehrheit ihres Einkommens abhängen, stehen vor schwierigen Fragen des weiteren Wachstums in den nächsten Jahren. Facebook und Google vereinnahmen praktisch 90 Prozent aller neuen digitalen Werbeeinnahmen weltweit, und mehr als 60 Prozent in den USA. Jeder, von BuzzFeed bis Bloomberg Media ist mit dieser Tatsache konfrontiert.

  • 66 Prozent: Der Prozentsatz der digitalen Nachrichtenlektüre, die am Wochenende auf dem Handy stattfindet. An Wochentagen verbringen die Nutzer ungefähr die gleiche Zeitspanne am Handy und auf dem Desktop, weil sie sich bei der Arbeit befinden.

    Die Wirtschaftsnachrichten könnten die letzte Bastion des nicht-mobilen Lesens sein, aber auch das ändert sich. Bloomberg Media, die letzte Woche eine neue App starteten, sagten mir, dass ihre ausschließlich mobilen Nutzer insgesamt um 92 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zugenommen haben.

    Bloomberg hat auch eine große Verschiebung zum mobilen Nachrichtenlesen an den Wochenenden bemerkt. The Street, unter dem neuen CEO David Callaway, plant neue mobile Erweiterungen für Anfang 2017, und vermutet, dass mobiles Nachrichtenlesen im nächsten Jahr mehr als zwei Drittel des Traffics ausmachen wird; es übertraf den Desktop zum ersten Mal in diesem Jahr.

  • 0: Die Anzahl der Artikel, die die Financial Times jetzt direkt in Facebooks einst gerühmten Instant Articles platziert. Warum das? Es ist nicht eine Frage des hohen Prinzips – es ist eine Frage der Daten, und eine, die die New York Times, die jetzt nur noch einige wenige Artikel pro Tag zur Veröffentlichung per Instant Articles auswählt, genauso sieht

    „Wir sind sehr daran interessiert, zu erforschen, wie Plattformen unserem Journalismus helfen können, ein neues Publikum zu erreichen. Doch wir müssen eine materielle Rendite für unsere Bemühungen bekommen – die wir in Form von inkrementeller Reichweite, Werbung und Abonnementwert beurteilen, und, was am wichtigsten ist, eine direkte Beziehung zum Publikum“, so Jon Slade, der Verlaufsleiter der Financial Times.

    „Unser Ziel ist es, eine Gleichstellung mit unserer Plattform über diese vier Dimensionen zu erreichen, oder eine signifikante Zunahme der einen, um die Reduktion in einer anderen auszugleichen. Im Fall von Apple News und Instant Articles waren die Ergebnisse sehr eingeschränkt, sodass wir unsere Bemühungen neu ausgerichtet haben.“

    Die Washington Post bleibt bei den Instant Articles verbindlich dabei. Wir sehen hier unterschiedliche Strategien für unterschiedliche Unternehmen. Die Times und die Financial Times, bei denen fast 60 Prozent ihrer Einnahmen von den Lesern kommen, haben ihre Bezahlnachrichten so weit ausgetüftelt, dass sie für die zahlenden Kunden eine sinnvolle Auswahl liefern.

    Die Washingto Post ist bei den digitalen Abonnements mehr als nur ein paar Jahre hinterher. Darüber hinaus bleibt die Philosophie der Washington Post mit ihrer preiswerten, volumenstarken Verbreitung nach wie vor die der Allgegenwärtigkeit.

    Ausblick 2017: Wieviele Verleger werden die selben Kalkulationen ansetzen (und vor allem: wie viele haben überhaupt die Kapazität, sich wirklich Stück für Stück auf Basis der ermittelten Daten zu verändern?) und werden sich im nächsten Jahr ebenfalls von den Plattformen zurückziehen?

    Dieser Artikel erschien zuerst auf „Niemanlab” unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


    Image (adapted) „Numbers“ by morebyless (CC BY 2.0)


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Check-up Ireland: ein Blick zurück auf Dublin Tech und Wunschliste für 2017

Kalender, zuende, zu Ende, Ende, abgerissen, Jahresrückblick

Seit 1997 lebe ich nun schon in der irischen Hauptstadt Dublin. Mein erster Job bei AOL hatte auch ein wenig mit Tech zu tun – wenn man die berüchtigten Freistunden-CDs als “Tech” ansieht oder das Verbinden an die technische Hotline durchgehen lässt. Im Verlauf der kommenden 12 Monate werde ich nun die “Tech-Insel” aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten.

Ein letzter Blick zurück auf die Dublin Tech im Jahr 2016 und eine Wunschliste für 2017

2016 war zweifelsohne ein lautes Jahr. Es war auch ein Jahr der Abstimmungen mit Ergebnissen, die kaum jemand vorhergesagt, geschweige denn erhofft hatte. Brexit und Trump haben aber für die irische Wirtschaft besondere Konsequenzen, die ich mit Sicherheit im Jahr 2017 noch besonders beleuchten werde. Dennoch zeigte sich Martin Shanahan, der Chef der Wirtschaftsförderung IDA, deren Auftrag es ist, multinationalen Firmen die Ansiedlung in Irland schmackhaft zu machen, auch zuletzt sehr locker beim Rückblick auf 2016 und beim Ausblick auf 2017: „Es war ein gewohnt ruhiges und für uns durchaus normales Jahr.“

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Diese Karte der IDA zeigt, wie viele Tech-Firmen zum Jahresende in Dublin angesiedelt sind. Quelle: Google Maps

Doch selbst mit Trump im Weißen Haus und mit schwarzen Brexit-Wolken am Horizont rechnet Irland 2017 mit einem Wirtschaftswachstum von 3,5 Prozent. Besonders die Hauptstadt Dublin mit ihrem Tech- und Startup-Sektor kann selbstbewusst zurück und nach vorne blicken. 2016 war ein durchweg gutes und in manchen Bereichen sogar hervorragendes Jahr für Dublin. Dazu ein paar Zahlen:

775 Startups mitsamt ihrer Firmenzentrale; 230 globale, multinationale Tech-Firmen, von denen 23 Prozent von Dublin aus produzieren; 50 Startup-Hubs; drei Universitäten mit rund 3.000 Absolventen im Bereich Computer-Science.

Auch im Bereich Funding sind die Zahlen beeindruckend. Bereits Ende September hatten Tech-Firmen in Irland 734 Millionen Euro von Investoren erhalten – im Vergleich zu 522 Millionen Euro im ganzen Jahr 2015.

Auch die Engel, die jeder Gründer so sehr braucht, waren 2016 fleißiger als 2015. Laut John Phelan vom Halo Business Angel Network werden die Engel – von denen 15 Prozent mehr unterwegs sind – am Ende des Jahres 13 Millionen Euro investiert haben (10,8 Millionen Euro im Jahr 2015). Das Ziel sei es, bis 2020 die Schwelle von 20 Millionen Euro pro Jahr zu erreichen.

Rekordzahlen an Investment werden in Dublin in einem Tech- und Startup-Ökosystem erreicht, das laut Johnny Walker von Health Founders immer mehr an Struktur gewinnt und in dem kleine Startups mit großen Fischen der Techwelt kollaborieren. Aus einem kleinen Google Doc der Dubliner Startup-Kommission erwuchs die TechIreland-Plattform, bedeutende Firmen wie ESB, Dublin Airport, New Ireland Assurance oder veranstalteten Hackathons für Startups, etabliertere Firmen wie Ding, Openet oder Cartrawler gaben mittels Investment und/ oder Mentoring zurück an die Community; Übernahmen wie die von Fleetmatics durch Verizon (2,1 Milliarden Euro) und Movidius durch Intel (322 Millionen Euro) sorgten für große Schlagzeilen in allen Zeitungen.

Ein Trend im Ökosystem ist der, dass internationale Gründer, die einst von bedeutenden multinationalen Firmen für den Standort Dublin rekrutiert worden waren, nunmehr ihr eigenes Glück versuchen. Firmen wie Cesanta, Profitero oder Iguazu sind gute Beispiele dafür.

Zwei der Sektoren, die 2016 von besonderer Bedeutung waren, sind TravelTech und FinTech. Dabei fanden auch Veranstaltungen wie PhoCusWright und IATA & CAPA, die für den Sektor TravelTech wichtig sind, in Dublin statt, während Ryanair Labs mittlerweile 150 Leute in unmittelbarer Nähe des Dubliner Flughafens beschäftigt. Dublin war schon immer als Zentrum für FinTech bekannt. Der Sektor ist aber zweifelsohne auch einer der wenigen, die im Brexit große Chancen sehen. Wenn man der IDA und den Immobilienmaklern Glauben schenkt, mehren sich die Anfragen großer Banken aus London nach Büroraum in Dublin.

Die Multinationals haben 2016 zum Glück nicht nur in Sachen Steuervermeidung Schlagzeilen gemacht:

  • Equifax gab die Eröffnung eines neuen R&D-Zentrums bekannt
  • Facebook hat 200 neue Stellen geschaffen
  • PayPal hat 100 neue Stellen geschaffen
  • HubSpot gab die Schaffung von 320 neuen Stellen bekannt
  • Slack gab die Schaffung von 80 neuen Stellen bekannt
  • Amazon gab die Schaffung von 500 neuen Stellen bekannt
  • LinkedIn gab die Schaffung von 200 neuen Stellen bekannt
  • Deloitte entschied sich für Dublin als Standort für ein neues Blockchain Lab
  • PTC gründete ein IoT R&D-Zentrum
  • Kaspersky Lab eröffnete ein R&D-Zentrum
  • Fitbit eröffnete ein neues Gebäud

Was die Politik anbetrifft, so war 2016 ein eher ruhiges Jahr für den Tech-Sektor. Die Minderheitsregierung, die eh kaum große Initiativen starten kann, weil sie das Okay der größten Oppositionspartei benötigt, hat zum Beispiel im letzten Haushalt kaum Maßnahmen untergebracht, die irischen Tech-Firmen den Sprung in internationale Märkte merklich erleichtern würden. Demzufolge steht die Politik auch ganz oben auf der …

… Wunschliste für 2017

  • Politik: Aktienoptionen müssen sich lohnen, Gleichstellung für Gründer bei der Einkommenssteuer, Änderungen im Steuersystem, die es attraktiver machen, Firmen wachsen zu lassen, statt sie früh zu verkaufen
  • Fokussierung auf wichtige Cluster: Standorte wie Cork, wo multinationale Pharma-Giganten wie Pfizer eng mit Universitäten und Startups zusammenarbeiten, zeigen, wie wichtig Cluster sind
  • Verbesserung bei internationalen Rankings für Dublin: von Universitäten bis hin zu digitaler Infrastruktur.
  • Stärkere Mobilität von talentierten Arbeitskräften: weg von Multinationals hin zu Startups

Ich werde in meiner Kolumne im November 2017 noch einmal auf die Wunschliste schauen, um Bilanz zu ziehen, aber auch generell das dann fast abgelaufene Jahr durch die Tech-Brille betrachten.


Image „Blockplan“ by BRRT (CC0 Public Domain)


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