Social Networking soll mobiles Internet zukunftsfähig machen

Die Betonung des Faktors Kommunikation durch Social Networking könnte nach Ansicht von eMarketer zum Hoffnungsträger vieler Provider werden, wenn es darum geht, dem mobilen Internet zum Aufschwung zu verhelfen. Denn ein Blick in die Vergangenheit zeigt: Erst der Run auf die Kommunikationsmöglichkeiten wie Emails und Foren machte das Internet zum Massenphänomen. Das mobile Internet wird möglicherweise Starthilfe benötigen. Im Sektor Unterhaltung via Mobiltelefon, der Musik, Videos, mobiles Fernsehen und Spiele beinhaltet, sind positive Entwicklungen zu erwarten.

Als Prognose zeichnet sich bei Informa ein zuversichtliches Bild für die Handynutzung besonders im Bereich bezahlter Unterhaltungselemente. Danach sollen sich die Einnahmen für Mobile Entertainment in den nächsten vier Jahren verdoppeln und 2012 bei 31,7 Milliarden Dollar stehen. Juniper Research sieht sogar noch mehr Potential in der Zukunft, hier sollen die Einnahmen durch mobile Unterhaltung 2012 auf über sechzig Milliarden Dollar ansteigen. Zum Vergleich: Allein die Schätzungen der Einnahmen aus SMS, MMS, IM und Email für das Jahr 2011 belaufen sich auf 100 bis 200 Milliarden Dollar weltweit, inklusive Telefonie wird möglicherweise sogar die Marke eine Billion geknackt.

Internet über’s Handy hinkt hinterher

Noch sieht es mit der Nutzung mobilen Internets in vielen Ländern eher mau aus. Lediglich im „Handy-Vorzeigeland“ Japan nutzt ein Fünftel das Mobiltelefon zum Surfen, 57 Prozent rufen ihre Emails damit ab. Auch hier wird also deutlich, dass Kommunikation vor Webinhalten steht.

image003.gif

Insbesondere in Europa liegt der Schwerpunkt der Handynutzung sehr deutlich bei SMS, gefolgt von MMS. Email und Internet werden von weniger als 20 Prozent, in Deutschland und Kanada sogar von weniger als zehn Prozent der Handybesitzer eingesetzt.

Das könnte sich vielleicht ändern, wenn als Lockmittel zur Internetnutzung verstärkt „Mobile Social Networking“ eingesetzt wird. Mit Twitter, einem der letzten Themenschwerpunkte der Blogpiloten, kann man bereits aktuell erleben, welchen Erfolg Social Networking auch (oder vor allem) mobil haben kann. Nach Ansicht von eMarketer ist genau das der Schlüssel, um nicht in weniger rentablen Zahlen zu verbleiben. Social Networking könnte demnach auch dabei helfen, dass teils berechtigte Zweifeln an Qualität und Einfachheit mobilen Internets im Vergleich zu anderen Medien zurückgehen. Bis dahin ist aber auf jeden Fall noch einiges zu tun.

Rike Albrecht

studiert Politikwissenschaft, Medienwissenschaft und Germanistik an der Universität Trier. Seit Beginn ihres Studiums beschäftigt sie sich auch mit Web2.0 und Onlinemedien.


Artikel per E-Mail verschicken
Schlagwörter: , , ,

2 comments

  1. Social Networking ist ohne Mobiles Internet kaum denkbar. Der Spass bzw. die Aktualität ergibt sich ja gerade daraus, dass man vor Ort berichtet. Wobei Facebook noch viel mehr Potential hat als Twitter. Hier ist alles auch mit Fotos verknüpft. Das macht mehr Spass und ist anschaulicher als nur Textmeldungen über Twitter. Ganz abgesehen von Videos die hochgeladen werden können.
    Viele Grüße
    Steffi

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Als Namen kannst Du gerne einen Fantasienamen angeben, wenn Du nicht Deinen echten Namen angeben möchtest. Du kannst jederzeit die Löschung Deines Kommentars verlangen. Bitte beachte die Datenschutzhinweise

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.