Social Bookmarking vorrangig über E-Mail, Facebook und MySpace

Einer Untersuchung des Bookmarking-Widgets ShareThis zu Folge sind die Gewinner des Rennens um den Social-Bookmarking-Thron nicht die Testteilnehmer Delicious und Mister Wong, sondern E-Mail, Facebook und MySpace. Einem Blog-Eintrag des ReadWriteWeb ist zu entnehmen, dass der bekannte Social-Bookmarking-Dienst Delicious gerade einmal 4% des Marktes bedient. Viel weiter verbreitet seien Empfehlungen per E-Mail, Facebook und MySpace.

Diagramm mit den Ergebnissen der UntersuchungDiesen Zahlen zu Folge kann Social Bookmarking über spezialisierte Dienste nicht als Massenphänomen angesehen werden. Sie geben allerdings Anlass zu einigen Thesen, die ich hier zur Diskussion stellen möchte:

  • Social-Bookmarking-Diensten sind vielen Online-Nutzern noch nicht bekannt. So jedenfalls deute ich die Beliebtheit, den (umständlichen) Weg über E-Mail oder soziale Netzwerke zu gehen, anstatt auf spezialisierte Dienste zuzugreifen, die mittels eines Klicks die neue Web-Entdeckung verteilen.
  • Die Empfehlungsfunktionen in den Blogs und Toolbars sollten ausgebaut werden: ein einfaches Formular, um einen Link über E-Mail zu verschicken, ist empfehlenswert.

Kritisch lässt sich allerdings anmerken, dass kein zahlenmäßiger Vergleichsrahmen angegeben wird. So wird nicht ersichtlich, ob das Teilen von Linkempfehlungen (unabhängig mit welchem Mittel) häufig genutzt wird. Zudem scheinen einige wichtige Möglichkeiten zu fehlen, da sie nicht in den Geschäftsbereich von ShareThis fallen. Die vielen YouTube-Video-Tipps mittels Instant Messaging werden somit nicht untersucht.

Björn Rohles

ist Medienwissenschaftler und beobachtet als Autor („Grundkurs Gutes Webdesign“) und Berater den digitalen Wandel. Seine Themenschwerpunkte sind User Experience, anwenderfreundliches Design und digitale Strategien. Er schreibt regelmäßig für Fachmedien wie das t3n Magazin, die Netzpiloten oder Screenguide. Mitglied des Netzpiloten Blogger Networks.


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4 comments

  1. Für mich zeigt die Analyse dieses Charts ganz deutlich, dass es bei Linkempfehlungen in erster Linie um persönliche Empfehlungen geht, die per mail nur einem bestimmten Empfänger oder sehr eingeschränktem Empfängerkreis zugedacht sind.
    Wenn auch etwas anders gelagert gilt Ähnliches auch für Facebook, je nachdem, wie es genutzt wird.
    Die Schlussfolgerung könnte auch lauten, dass Bookmarking-Dienste am Anwender-Verhalten vorbeigehen. Dazu kommt vielleicht noch eine gewisse „Anmelde-Müdigkeit“, wobei ich den Vorteil von Bookmarking-Diensten eindeutig darin sehe, die eigenen Bookmarks jederzeit online verfügbar zu haben und zu bestimmten Themen über die Tags Anderer einen Info-Pool zu haben.

  2. Linkempfehlungen sind mit Sicherheit eher persönliche Empfehlungen, allerdings geht das auch über Social-Bookmarking-Dienste (for:XY). Das setzt allerdings voraus, dass man sich innerhalb des Dienstes offiziell „angefreundet“ hat. Wenn die Mehrzahl der Nutzer dennoch lieber auf E-Mail oder Facebook zugreift (und das ist mit mehr Aufwand verbunden), könnte das bedeuten, dass viele noch gar nichts über Social Bookmarking wissen; oder aber dass sie keine Lust haben, sich bei noch mehr Diensten anzumelden.

  3. ACK, das meinte ich mit „Anmelde-Müdigkeit“. So auf die Schnelle ist es einfacher, eben eine mail abzusetzen, als erst zu schauen, ob jemand auch bei XY angemeldet ist. Und dann gibt es davon so viele Dienste. Und ich wollte nicht jeden Link, den ich mal per Mail verschickt habe, dafür erst beim Service angemeldet haben. Scheint mir schon umständlich, nur um einen Link zu versenden.
    Aber klar, wenn man eh einen Bookmarking-Dienst nutzt, ist dessen Angebot womöglich einfacher.

  4. Ich versuche mich manchmal an einer Zwischenlösung, um meine Umwelt von Social Bookmarking „zu überzeugen“. Ich stelle Links in meinen del.icio.us-Account ein, tagge sie entsprechend und gebe den tag-Link weiter (verweise in der E-Mail also auf den Social-Bookmarking-Account). Dann kommt man mit den Leuten auch über Social Bookmarking ins Gespräch, kann auf Vorteile verweisen usw.

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