ReplacePlastic – Schluss mit unnötigem Plastik

Plastik umgibt uns überall im Alltag und endet oftmals in der Form von Müll. Das ist ein großes Problem, welches ReplacePlastic mit einer einfachen App angehen möchte. Die App gegen Plastik bietet Nutzern die Chance, Unternehmen und Anbietern verschiedenster Produkte Feedback zu ihren Verpackungen zu geben.

Hier haben wir bereits über verschiedene technische Innovationen gegen den Klimawandel geschrieben.

Was genau ist eigentlich das Problem mit Plastik?

Mittlerweile dürfte uns allen bekannt sein, dass Plastik kein besonders umweltfreundliches Material ist. Ein großer Vorteil des Verpackungsmaterials, die lange Haltbarkeit, ist gleichzeitig auch dessen größter Nachteil. Kunststoffe lassen sich nämlich nicht einfach abbauen. Stattdessen werden sie immer weiter verkleinert, bis dadurch das sogenannte Mikroplastik entsteht. Eine PET-Flasche, die innerhalb weniger Stunden geleert und somit Müll ist, zerfällt beispielsweise erst nach ca. 450 Jahren. Doch selbst nach diesem Zeitraum ist das Plastik längst nicht verschwunden, sondern nur soweit zerkleinert, dass es für das menschliche Auge nicht mehr sichtbar ist.

Durch Flüsse gelangt ein Großteil unseres Plastikmülls vom Land ins Meer, wo er enormen Schaden anrichten kann. Nicht nur Tiere leiden unter der Vergiftung durch Mikroplastik, auch auf uns Menschen fallen die negativen Auswirkungen zurück. Verdreckte Strände und plastikverseuchter Fisch sind hierbei nur der Anfang.

Es ist also kein Wunder, dass immer mehr Stimmen laut werden, die fordern, Plastikverpackungen zu reduzieren und auf nachhaltigere Alternativen umzusteigen. Wenn man allerdings in den Supermarkt oder sonstige Einzelhandelsgeschäfte geht, hat man nicht wirklich das Gefühl, dass die Unternehmen und Hersteller diese Stimmen hören. Genau dort setzt ReplacePlastic an. Auch wenn in der Obst- und Gemüseabteilung jetzt vielleicht wiederverwendbare Beutel neben Einwegplastiktüten zur Auswahl stehen, sieht es im Rest des Supermarktes doch eher schlecht aus, wenn man versuchen möchte, auf Plastikverpackungen zu verzichten.

Der Verbraucher will es so, gilt nicht mehr!

Der Verein Küste gegen Plastik hat sich diesem Problem angenommen, indem sie Infoarbeit leisten und Plastiksammelaktionen veranstalten. Sie wollen jedoch nicht einfach nur das bereits vorhandene Plastik einsammeln, sondern auch generell für eine geringe Produktion sorgen. Hierzu hat der Verein eine App entwickeln lassen, mit der Verbraucher den Herstellern und Anbietern signalisieren können, dass weniger Plastik erwünscht ist. Die Ausrede „Der Verbaucher will es so“ gilt somit nicht mehr.

ReplacePlastic: So funktioniert die App

ReplacePlastic ist sowohl für Android, als auch für iOS verfügbar. Nach dem Herunterladen kann es auch direkt losgehen. Ihr könnt die Barcodes von Produkten scannen, die ihr bereits selbst verwendet oder kaufen würdet, für die ihr euch jedoch eine plastikfreie Verpackung wünscht. Dieses Feedback wird dann an den Hersteller in Form einer Email weitergeleitet. Alles, was ihr hierzu benötigt, ist die einmalige Eingabe eures Namens und eurer Postleitzahl. Nach vier Wochen oder wenn 20 weitere Personen den gleichen Artikel gescannt haben, schickt ReplacePlastic eine höfliche Mail an den Anbieter. In dieser wird dann darauf hingewiesen, dass die Kunden sich Verpackungen ohne oder mit weniger Plastik wünschen.

Wozu braucht ReplacePlastic meine persönlichen Daten?

Alles was ihr an persönlichen Daten zur Verfügung stellen müsst, sind Vor- und Nachname, sowie die Postleitzahl. Diese Daten benötigt ReplacePlastic, um den Herstellern und Anbietern im Konfliktfall zu belegen, dass das Feedback von mehreren Personen kam und die Meldung nicht vom Verein selbst erzeugt wurde. In solch einem Konfliktfall findet jedoch eine Anonymisierung durch Abkürzung des Nachnamens statt, bevor der Anbieter die Daten erhält. Ansonsten erfolgt keine Weitergabe an sonstige Dritte.

Wie ist die App entstanden?

Das Konzept für die App ist im Rahmen des Wissenschaftsjahres Meere und Ozeane (2016/17) bei der Ozeanwerkstatt Kiel auf der MS Wissenschaft entstanden. Durch einen Vortrag der Idee des Vereins Küste gegen Plastik e.V. fand sich ein Team, das die Idee voranbringen und ausarbeiten wollte. Das vorgestellte Konzept erhielt bei der Ozeanwerkstatt den ersten Preis, die Goldene Kieler Sprotte. Designed und umgesetzt wurde das Projekt letztendlich von der Agentur neuwaerts.

Wo vorher also nur über zu viel Plastik gemeckert wurde, bietet ReplacePlastic eine einfache und schnelle Methode zu handeln. Das Scannen eines Produkts dauert nur Sekunden, wodurch keine Ausrede bleibt es nicht selbst einmal zu testen.


Titelbild von marina_larina via stock.adobe.com

Screenshots aus ReplacePlastic erstellt von Anna Klaffschenkel

Anna Klaffschenkel

Anna Klaffschenkel ist Teil der Netzpiloten-Redaktion und interessiert sich für alles rund um die Themen Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Politik.


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