Powerbanks im Vergleich – Nie wieder ohne Strom

Wenn ich eins nicht mag, dann sind es leere Handyakkus. Unterwegs, fremde Stadt, keine Busverbindung ausgeschildert – das sind Situationen, in denen ein leerer Akku wirklich lästig sein kann. Abhilfe schaffen da Powerbanks – tragbare Akkus, mit denen wir unser Smartphone Unterwegs laden können. Ich hatte drei Powerbanks im Vergleich. Darunter Die Boost Charge Powerbank von Belkin, die Powerbank Plus All-In-One PD von Xlayer und die PB-5500 Fashion von Realpower.

Die Kapazität eines Akkus vergleichen

Um die Kapazität einer Powerbank wirklich in Vergleich stellen zu können, reichen die Angaben in Milli-Amperestunden (mAh) auf den Verpackungen nicht aus. Geht es nach diesen, hat Belkins Boost Charge eine Kapazität von 20.100 mAh, Xlayers Powerbank eine Kapazität von 10.000 mAh und Realpowers PB-5500 Fashion eine Kapazität von gerade mal 5.500 mAh. Um die wirkliche Ladeleistung eines Akkus zu vergleichen, muss allerdings dessen Spannung miteinbezogen werden.

Diese lässt sich am ehesten mit Wasserdruck vergleichen. Sie gibt an, mit welcher „Kraft“ der Strom aus dem Akku kommt. Ampere geben indes die Menge an Strom an – vergleichbar mit der Menge an Wasser, die sich gleichzeitig an einer bestimmten Stelle in einem Gartenschlauch befinden kann. Multipliziert man die Spannung (Volt) mit der Stromstärke (Ampere), erhält man die Energie in Watt. Multipliziert man die Spannung mit der Kapazität in Amperestunden, erhält man dementsprechend die Wattstunden (Wh) und somit die Leistungskapazität des Akkus, die nun verglichen werden kann. 

Bei einem Akku mit einer Spannung von 3,7 Volt und einer Kapazität von 10.000 mAh kämen wir so auf 37 Wh. Das bedeutet der Akku kann zum Beispiel 37 Stunden lang 1 Watt ausgeben. 

Powerbanks im Vergleich – Kapazität

Belkin gibt die Kapazität seiner Boost Charge Powerbank mit 20.100 mAh Stunden an. Bei einer angegebenen Spannung von 3,6 Volt entspricht das 72,36 Wh. Mit einer Kapazität von 10.000 mAh und einer angegebenen Spannung von 3,7 Volt kommt die Powerbank von Xlayer auf eine Kapazität von 37 Wh. Realpowers PB-5500 Fashion dagegen kommt mit 5.500 mAh und einer angegebenen Spannung von 3,7 Volt auf 20,35 Wh und liefert damit die geringste Kapazität.

Belkins Boost Charge geht mit ihren 72,36 Wh aus diesem Rennen klar als Sieger hervor. Xlayers Powerbank liefert etwas mehr als die Hälfte dieser Kapazität und Realpowers Powerbank verbleibt mit 20,35 Wh auf dem dritten Platz.

Powerbanks im Vergleich – Ladegeschwindigkeit

Um die Ladegeschwindigkeit der unterschiedlichen Powerbanks zu messen, habe ich ein kleines Experiment gewagt. Jede der drei portablen Akkus wurde zehn Minuten lang genutzt, um ein iPhone 6S zu laden.

Die Ergebnisse sind dabei nicht sonderlich überraschend. So schaffte es Belkins Powerbank, die Akkuladung um 13 Prozent zu erhöhen. Realpower kam dabei auf eine Erhöhung von 12 Prozent der Akkukapazität und Xlayer schaffte gerade mal 10 Prozent.

Belkins Powerbank schneidet hier erneut am besten ab. Während dieses Mal Realpowers Powerbank im Vergleich den zweiten und Xlayers Powerbank den dritten Platz belegen. Dieses Ergebnis hängt mit der Stromstärke, angegeben in Ampere zusammen. Diese beschreibt die Menge des auf einmal von dem Akku ausgegebenen Stroms. Der Akku eines iPhone 6S nimmt dabei maximal 2,1 Ampere auf. Wird dieser Wert überschritten oder eingehalten, erzielen wir die optimale Ladegeschwindigkeit. Unterschreiten wir ihn, dauert das Laden länger.

Belkins Powerbank liefert auf seinem USB-Ausgang eine Stromstärke von 2,4 Ampere, womit hier die maximale Kapazität des iPhone-Akkus ausgeschöpft wird. Realpowers PB-5500 Fashion kommt ebenfalls auf 2,1 Ampere.

Xlayer hingegen liefert auf seinem Lightning-Kabel lediglich eine Stromstärke von 1 Ampere. Das zeigt sich auch in der Ladegeschwindigkeit.

Powerbanks im Vergleich – Anschlüsse

Auch die Anschlüsse der verschiedenen Powerbanks im Vergleich spielen eine nicht unerhebliche Rolle. So kommt Belkins Powerbank mit einem USB-Ausgang und einem USB-C Ein- und Ausgang daher. Mitgeliefert wird allerdings nur ein USB-C zu USB-C Kabel. Um die Powerbank aufzuladen, wird also ein passender Adapter benötigt. Außerdem laden beispielsweise iPhones und manche Android-Smartphones noch nicht über USB-C. Die Entsprechenden USB-Kabel müssen also vorhanden sein oder gekauft werden.

Xlayers Powerbank wiederrum verfügt über einen USB-C Ein- und Ausgang sowie vier fest angebrachte Kabel. An der Seite befindet sich ein USB-Kabel, um die Powerbank zu laden. Auf der Unterseite liegen außerdem ein Micro-USB, ein Lightning und ein USB-C Kabel. Diese sind sehr unhandlich, worauf wir im Abschnitt „Design“ noch einmal zu sprechen kommen. Im Lieferumfang enthalten ist außerdem ein USB zu USB-C Kabel, mit dem die Powerbank geladen werden kann.

Was die Fülle an Anschlüssen angeht, liegt Realpowers PB-5500 Fashion erneut hinten. Sie verfügt lediglich über einen Micro-USB Input und einen USB-Output. Geladen wird sie über das mitgelieferte USB zu USB-C Kabel.

Powerbanks im Vergleich – Design und Benutzung

In Sachen Optik und Stil gewinnt ganz klar Realpowers Modell. Die Powerbank ist schlank, hat eine ansprechende Lederoptik und kommt in einem angenehmen Türkis daher. Belkins Powerbank dagegen ist ebenfalls sehr schlicht in Schwarz gehalten. Ihre Kanten sind auf der einen Seite rund und auf der anderen scharf, was sie edel wirken lässt. Auch Xlayers Powerbank kommt optisch recht schlicht daher. Allerdings sind bei beiden Powerbanks die leicht gummierten Oberflächen sehr anfällig für Fingerabdrücke.

Den einzigen wirklichen Design-Schnitzer leistet sich Xlayers Powerbank. Hier wurde bei den Kabeln auf der Unterseite ein echter Fehler gemacht. Die Kabel werden seltsam aus der Powerbank herausgebogen. Zudem sind sie so kurz, dass wir das Handy immer an der Powerbank halten müssen und doch so lang, dass das nicht bequem möglich ist. Im Grunde können wir Xlayers Powerbank nur nutzen, wenn wir das Handy selbst gerade nicht aktiv nutzen. Die Powerbank in die Tasche zu tun und das Handy normal zu benutzen funktioniert nicht. Ein USB-Ausgang, über den wir ein eigenes Ladekabel anschließen könne, gibt es dabei aber auch nicht.

Powerbanks im Vergleich - Das Smartphone lässt sich nur unhandlich an die Xlayer Powerbank anschließen. / Image by Moritz Stoll
Ein grober Design-Fehler – das Handy lässt sich nur sehr unhandlich an die Powerbank anschließen. / Image by Moritz Stoll

Powerbanks im Vergleich – Preis-Leistung

Mit 129,99 Euro ist Belkins Boost Charge mit Abstand die teuerste der drei Powerbanks. Hinzukommen die Notwendigkeit der entsprechenden Ladekabel und eines USB-C Adapters für die Steckdose, die nicht mitgeliefert werden. Allerdings bietet Belkins Powerbank neben der schlichten Schwarzen Optik eine Ladekapazität von über 70 Wattstunden und bringt es auf eine Ladeleistung von 30 Watt, womit selbst die Nintendo Switch oder ein MacBook aufgeladen werden kann.

Xlayers Powerbank Plus All-In-One PD dagegen kostet gerade mal 29,95 Euro auf Amazon und bringt es immerhin auf eine Leistungskapazität von 37 Wattstunden und eine Ladeleistung von bis zu 18 Watt. Außerdem sind hier im Lieferumfang alle wichtigen Kabel und Anschlüsse enthalten.

Für 17,99 Euro ist Realpowers PB-5500 Fashion teilweise schon erhältlich. Dabei ist sie nur geringfügig billiger als die Xlayer Powerbank, kommt aber mit gerade mal 20,35 Wattstunden und ohne Handy-Ladekabel daher. Meiner Meinung nach hat die Xlayer somit das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Sie bietet eine hohe Kapazität und stellt diverse Anschlüsse bereit.

Wer allerdings eine wirkliche hohe Kapazität sucht, ist mit Belkins Modell gut beraten, lässt aber auch eine Menge Geld über den Tisch wandern.

Bei ihrem niedrigen Preis ist die PB-5500 Fashion auch die Powerbank mit den schlechtesten Werten. Allerdings ist sie dabei die ansehnlichste und das schmalste der drei Geräte, was für viele entsprechend ein Kaufargument sein dürfte. Sie lädt zudem schneller als Xlayers Modell.

Fazit

Alle drei Powerbanks im Vergleich machen einen guten Job und können je nach Anspruch die richtige Wahl sein. Belkins Modell ist ein echter Energie-Gigant, kostet aber auch entsprechend viel. Xlayers Gerät genügt durchaus einer anspruchsvollen Nutzung bei geringem Preis. Eine gewisse Unhandlichkeit muss allerdings in Kauf genommen werden. Realpowers Powerbank ist die schickste der drei Powerbanks, aber auch die schwächste. Wer nicht viel braucht, mag hier gut beraten sein. Sollte nicht gerade die Optik das ausschlaggebende Argument sein, könnte ein Griff zur nicht viel teureren Xlayer aber eine vernünftige Alternative darstellen. Auf jeden Fall macht jede Powerbank in ihrer Preisklasse einen guten Job!

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Images by Moritz Stoll

Moritz Stoll

studiert Medieninformatik an der HAW und ist Teil der Netzpiloten-Redaktion. Nebenbei arbeitet er als freiberuflicher Programmierer. Die Digitale Welt ist für ihn ein Ort voller Möglichkeiten und spannender Technologien, um damit Neues zu erschaffen und ganz viel auszuprobieren.


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