Play this! – Spiele Tipps im Juni

Aus der unendlichen Flut neuer Spiele empfehlen wir ab sofort regelmäßig Highlights, die uns gepackt haben. Wir fragen auch Creators, Gamer und Freunde nach ihren persönlichen Tipps. In dieser Ausgabe verrät uns Netzpilot Stefan Reismann seine Indie-Perlen. 

1. Rocket League

Ihr erinnert euch noch an die Autoball WM von Stefan Raab? Rocket League ist im Prinzip genau das, nur schneller und explosiver. Es gibt einen großen Ball und zwei Teams aus 1-4 Spielern, die diesen unbedingt im gegnerischen Tor versenken wollen. Der Clou: Die Spieler steuern kleine, an Micro Machines erinnernde Autos, die über einen begrenzten Boost verfügen, mittels dessen man sogar kurzzeitig fliegen kann. Das Spielprinzip ist so einfach, wie es nur irgendwie geht, doch wenn man sich Videos der Profis anschaut, klappt einen regelmäßig die Kinnlade runter. Zu wahnwitzig sind die Flugkünste, die diese nicht etwa in Best-Ofs, sondern auch in Dauerschleife während wichtiger Turniere abliefern.

Kurios: Dieses Indiespiel hat seinen Erfolg nicht über die PC-Version erlangt. Das Spiel war gratis im Rahmen von Playstation Plus enthalten. Ein Schachzug der sich gelohnt hat: Innerhalb kürzester Zeit waren die Server zum bersten gefüllt und auch die PC-Version fand reißenden Absatz. Mittlerweile hat das Spiel einen festen Platz im E-Sport gefunden, aber auch für den Gelegenheitsspieler lohnt sich das Spiel. Die Einstiegshürde ist gering und das Matchmaking lässt euch gegen ähnlich starke Spieler zocken. Außerdem ist es ein Spiel, das vor allem mit Freunden nochmal so viel Spaß macht.

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2. Dwarf Fortress

In Dwarf Fortress übernehmt ihr eine Gruppe von Zwergen und baut mit ihnen eine Siedlung auf. So einfach es klingt, steckt darin die wohl komplexeste Aufbau-/Survivalsimulation überhaupt. Allein die Erstellung der Welt wird bis ins kleinste Detail simuliert, inklusive Kriege, legendäre Artefakte und vielem mehr. Im Spiel selbst wird ein schlechter Baumfäller auch mal vom Baum erschlagen, eine angebohrte Wasserquelle kann realistisch das ganze Höhlensystem fluten und wer zu tief gräbt, erlebt mit Pech ähnlich böse Überraschungen wie die Zwerge Morias im Herr der Ringe-Universum. Und habe ich schon erwähnt, dass man Elfen nicht unbedingt Kunstgegenstände aus Holz anbieten sollte? Oder dass die verstorbene Lieblingskatze eines Kolonisten zu einem Nervenzusammenbruch führen kann, der am Ende den ganzen Zwergenclan auslöschen kann? Nicht umsonst trägt das Spiel inoffiziell den Untertitel „Losing is fun“, da die eigene Siedlung auf kurioseste Weise untergehen kann und wird.

Ich muss ehrlich zugeben: All zu viel Zeit habe ich nicht in Dwarf Fortress verbracht. Das Spiel ist einfach zu komplex und sperrig, als das man es eben Mal zwischendurch „erlernen“ kann. Aber die bereits fast 13 Jahre dauernde Entwicklung und die Liebe zum Detail ist einfach einmalig. Außerdem erscheint das Spiel bald auch mit überarbeiteter Grafik auf Steam. Dann wird es Zeit für einen neuen Versuch.

Das Spiel ist kostenlos über die offizielle Seite erhältlich. 

3. RimWorld

Einer meiner Langzeitfavoriten. Eine Hand voll Raumschiffbrüchiger kann sich noch gerade auf einen Planeten am Rande der Galaxis retten. Dort müssen sie sich eine neue Existenz aufbauen und einen Weg finden, den Planeten wieder zu verlassen. Der Spieler befehligt diese Gruppe von Kolonisten, die durch rekrutierte Gefangene oder aufgenommene Flüchtige zunehmend wächst und sich gegen immer größere Bedrohungen verteidigen muss. Doch nicht nur neue Waffen und Verteidigungsanlagen müssen mit fortschreitender Technologie hergestellt werden. Die Kolonisten möchten angenehm wohnen, genug Freizeitaktivitäten haben und ausreichend mit Nahrung versorgt werden. Hinzu kommt, dass jeder Kolonist seine persönlichen Eigenheiten hat und bei schlechter seelischer Verfassung auch mal durchdrehen kann.

Seine Wurzeln hat das Spiel unverkennbar in Dwarf Fortress, nur das es um Lichtjahre zugänglicher ist. Hinzu kommt eine Erzähl-KI, die für Events verantwortlich ist, die unseren Aufenthalt auf dem Planeten spannender macht. Eine gigantische Modding-Szene sorgt zudem dafür, dass das Spiel auch nach einer dreistelligen Stundenzahl noch nicht langweilig wird.

RimWorld bekommt ihr über Steam

4. Overcooked / Overcooked 2

Wer ebenfalls zu Zeiten von N64 und Gamecube das Glück hatte, Kind zu sein, kennt garantiert noch das Gefühl zu viert auf der viel zu kleinen Couch (oder auf dem Boden) zu lümmeln bei einer Party Mario Kart oder Super Smash Brothers. Lachen, fluchen, seinen Gegnern die wüstesten Beleidigungen an den Kopf werfen. Kurzum: Ein großer Spaß.

Ungefähr dieses Erlebnis könnt ihr auch in Overcooked haben und das, obwohl ihr zu zweit zusammenarbeitet. Im Prinzip geht es darum in einer Küche Essensbestellungen zu bearbeiten. Der Knackpunkt: ihr könnt nicht immer jeden Schritt selbst machen oder die Arbeitsstationen sind einfach zu weit auseinander, während die Uhr erbarmungslos tickt. Teamwork ist gefragt um die Zutaten zu holen, zu schneiden, zu kochen und schließlich zu servieren. Sind genug saubere Teller vorhanden? Brennt da nicht gerade das Essen an? Oh, und schau: Eine Ratte klaut dir gerade deine Zutaten. Die Schritte sind an sich überschaubar, doch durch die notwendige Zusammenarbeit, Zeitdruck und fiese Hindernisse, lassen die ersten Flüche und Schuldzuweisungen nicht lange auf sich warten.

Durch den Erfolg des Erstlings gibt es mittlerweile eine Fortsetzung, die aber auf das gleiche simple Spielprinzip und denselben charmanten Grafikstil setzt.

Overcooked 2 gibt es mittlerweile sogar für die Nintendo Switch (Provisionslink).

5. Kerbal Space Program

Bei Kerbal Space Program leitet der Spieler ein Raumfahrtprogramm auf dem fiktiven Planeten Kerbol. Dessen Bewohner sehen ein wenig wie eine Mischung aus Minions und Rabbids aus und wirken damit nicht wie die hellsten Köpfe. Dennoch solltet ihr euch nicht täuschen lassen, da das Spiel eine knallharte Simulation ist.

Ihr designet selbst Raketen, erforscht neue Teile, baut das Space Center aus und nehmt Aufträge an, die euer Programm finanzieren sollen. Die ersten Raketen sind noch recht primitiv und es geht darum, sie möglichst weit nach oben zu bekommen. Später baut ihr mehrstufige Raketen und jubelt wenn ihr die erste Rakete in einen stabilen Orbit um den Heimatplaneten bekommt. Die Königsklasse ist das landen und wieder starten von anderen Planeten oder der Bau einer Raumstation.

Die Physik des Spiels ist zumindest realistisch genug, dass sich sowohl NASA, als auch Elon Musk positiv über das Spiel geäußert haben. Kerbal Space Programm erfüllt gewissermaßen also auch einen Bildungsauftrag.

Mit Kerbal Space Program dürft ihr auf Steam abheben.


Image by oneinchpunch via stock.adobe.com

Stefan Reismann

Das Internet ist sein Zuhause, die Gaming-Welt sein Wohnzimmer. Der Multifunktions-Nerd machte eine Ausbildung zum Programmierer, entdeckte dann aber vor allem die inhaltliche Seite für sich. Nun schreibt er für die Netzpiloten und betreibt nebenher einen Let's Play-Kanal, auf dem reichlich gedaddelt wird.


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