Note 10 lite und S10 lite: Günstige Flaggschiff-Alternativen von Samsung

Wer sein Konto für Weihnachtsgeschenke geplündert hat und im Frühjahr trotzdem sein altes Smartphone ersetzen möchte, zieht ein neues Budget-Duo von Samsung in Betracht. Das Galaxy Note 10 lite und das Galaxy S10 lite bieten eine ähnliche Leistung wie die bereits erhältlichen Standardmodelle. Dennoch kosten sie weniger. Was die Geräte taugen und woran der Hersteller spart, lest ihr hier.

Samsung Galaxy Note 10 lite: S Pen und Riesen-Display für 600 Euro

Das Galaxy Note 10 lite ähnelt stark Samsungs aktuellem Phablet-Flaggschiff Note 10+. So ist natürlich der serientypische Digitalstift S Pen mit Bluetooth an Bord. Außerdem ist der Akku mit 4.500 mAh sogar minimal größer und lässt sich mit einem 25-Watt-Netzteil ebenso schnell laden. Das Arbeitstempo in Android 10 dürfte angesichts eines Achtkern-Prozessors (bis zu 2,7 GHz Taktung) und 6 Gigabyte Arbeitsspeicher genauso schnell ausfallen.

Das Display misst in der Diagonale 6,7 Zoll und damit nur 0,1 Zoll weniger als bei der Plus-Variante. Trotzdem ist das gigantisch viel Fläche. Auf das fast rahmenlose Display-Design mit Frontkameraloch müsst ihr ebenfalls nicht verzichten.

Die Frontkamera löst mit 32 Megapixeln sogar dreimal höher auf als die des Note 10+. Auf der Rückseite könnt ihr unverändert mit einer Standardweitwinkel-, Ultraweitwinkel- und Telekamera fotografieren.

Warum kostet das Note 10 lite dann mit 599 Euro deutlich weniger als das Note 10+, das online für rund 800 Euro zu haben ist? Irgendwie muss Samsung doch schon sparen, oder? Ja, allerdings auf eine Weise, die ihr euch nicht so schnell auffallen oder gar stören dürfte.

Note 10 lite bietet weniger Speicher, vierte Kamera fehlt

So bietet das Note 10 lite zwar ebenfalls eine Metall- und Glas-Optik, doch Samsung realisiert sie mit Kunststoff. Ferner löst das Display nur 2.400 x 1.080 Pixel (FullHD+) statt 3.040 x 1.440 Pixel (Quad HD+) auf. Sofern ihr keine VR-Anwendungen nutzt, dürfte das für euch keine Rolle spielen.

Wenn ihr viele Apps, Fotos und Videos auf das Smartphone lädt, stoßt ihr beim Note 10 lite vielleicht schneller an eine Grenze. Mit 128 Gigabyte Flashspeicher steckt nur halb so viel Speicher drin wie im Note 10+. Immerhin könnt ihr den Speicher mit einer Micro-SD-Karte erweitern.

Samsung Galaxy Note 10 lite drei Farben
Das Samsung Galaxy Note 10 lite erscheint in Schwarz, Rot und einem schillernden Weiß. Images by Samsung

Wer auf Porträts mit simulierter künstlicher Unschärfe steht, ärgert sich vielleicht, dass Samsung auf eine vierte Kamera verzichtet, die den Abstand misst. Dadurch könnte die Unschärfemaske nicht ganz so präzise gesetzt sein. Möglicherweise ist aber auch gar kein Unterschied zu sehen, weil eine separate Bokeh-Kamera häufig nur ein Marketing-Trick ist, um die Zahl der Features künstlich zu erhöhen.

Insgesamt sind die Einbußen angesichts eines deutlich niedrigeren Preises zu verschmerzen. Das Samsung Galaxy Note 10 lite erscheint bis März 2020 in den Farbvarianten „Aura Glow“, „Aura Black“ und „Aura Red“.

S10 lite: Top-Gerät mit größerem Display aber niedrigerem Preis

Warum Samsung das Galaxy S10 lite mit diesem Namensanhängsel versieht, ist schwerer nachvollziehbar als beim Note-Modell. Denn teilweise bietet es sogar mehr Ausstattung als das S10+. So fällt die Display-Diagonale mit 6,7 Zoll sogar 0,4 Zoll größer aus. Der Akku ist mit 4.500 mAh ebenfalls größer und lässt sich sogar mit einem 45-Watt-Netzteil druckbetanken.

Die Rechengeschwindigkeit des Achtkern-Prozessors der bis zu 2,8 GHz taktet und 8 Gigabyte Arbeitsspeicher an der Seite hat, ist vergleichbar. Und mit 128 Gigabyte Flashspeicher bietet das neue Gerät genauso viel Speicherplatz wie das Basismodell des Galaxy S10+. Zum Marktstart ist gleich das aktuelle Android 10 an Bord. Die Kamera-Abteilung verbessert Samsung wider Erwarten teilweise. Mit einem Superstabil-Modus, den das Gerät vom Note 10+ übernimmt, sollen die Bilder der 48-Megapixel-Hauptkamera auf der Rückseite zudem besser Verwackler ausgleichen als bisher. Und die Auflösung der Frontkamera erhöht Samsung von 10 auf 32 Megapixel.

S10 lite kommt mit Makro- statt Teleobjektiv

Klingt gut. Wo ist der Haken? Es gibt kaum einen. Statt Glas und Metall besteht das Gehäuse nur aus Kunststoff, der die Optik der anderen Materialen simuliert. In der Kamera-Abteilung verzichtet Samsung auf ein Teleobjektiv. Stattdessen könnt ihr ein Makroobjektiv einsetzen. Das Standardweitwinkeleinheit löst mit nun 48 Megapixeln zwar viermal höher auf. Dafür ist das Objektiv mit f/2.0 nicht so lichtstark wie im S10+. Dass ferner die Auflösung des Smartphone-Displays auf FullHD+ begrenzt ist, dürfte in der Praxis den wenigsten Nutzern auffallen.

Samsung S10 lite drei Farben
In den Farbvarianten Prism White, Prism Blue und Prism Black wird das Samsung Galaxy S10 lite erhältlich sein. Images by Samsung

Wer sich für ein aktuelles Galaxy-S-Modell interessiert, kann das S10 lite ruhig in Betracht ziehen. Zum Marktstart kostet es 650 Euro. Da das S10+ online sogar derzeit rund 50 Euro mehr kostet, fällt die Wahl leicht. Wer auf eine Telekamera verzichten kann, macht beim „lite“-Modell nichts falsch. Das Samsung Galaxy S10 lite erscheint voraussichtlich im ersten Quartal 2020 in den Farbvarianten „Prism White“, „Prism Black“ und „Prism Blue“.

Galaxy A71 und A51: Modellpflege für die Einsteigerklasse

Wenn du nicht immer das Teuerste vom Teuersten brauchst, kannst du statt zur S-Klasse auch zur A-Klasse von Samsung greifen. Mit dem Galaxy A71 und Galaxy A51 stehen zwei neue Modelle zur Auswahl, die die Vorgänger A70 und A50 ablösen. Es handelt sich um Modellpflege, daher fallen die Änderungen klein aus. Im Wesentlichen beschränken sie sich auf die Ausstattung der Kamera-Abteilung.

Die Auflösung der Hauptkamera im Galaxy A71 wächst von 32 auf 64 Megapixel, die Blende öffnet lichtstark mit f/1,8. Die Hauptkamera im Galaxy A51 fotografiert mit 48 statt 25 Megapixeln bei einer Blendenöffnung von f/2,0.

Die weitere Kameraausstattung vereinheitlicht Samsung bei beiden Modellen. So stehen den Hauptkameras nun eine Ultraweitwinkeleinheit (12 Megapixel, f/2,2) und eine Makrokamera (5 Megapixel, f/2,4) zur Seite. Tiefeninformationen für eine künstlerische Hintergrundunschärfe liefert eine zusätzliche separate Kameraeinheit. Auf der Vorderseite knipst ihr Selfies mit 32 Megapixeln bei Blendenöffnung f/2,2. Beide Smartphones bieten einen Superstabil-Modus, der souverän Verwackler ausgleichen soll – wie eine Action-Cam.

Auch am Design hat Samsung minimal gefeilt. So weisen das A71 und A51 keine tropfenförmige Kerbe am oberen Displayrand, sondern ein Kameraloch im Display auf. Außerdem bietet die Rückseite jeweils einen hübschen Schimmereffekt.

Viel Leistung für kleines Geld

Die weiteren Merkmale bleiben unverändert. Inhalte betrachtet ihr mit einem großen FullHD+-Display (6,7 Zoll Diagonale beim A71, 6,5 Zoll Diagonale beim A51). Für ausreichendes Arbeitstempo sorgt ein Achtkern-Prozessor mit 6 Gigabyte Arbeitsspeicher beim A71 und 4 Gigabyte Arbeitsspeicher beim A51. Apps, Fotos und Videos speichert ihr jeweils auf 128 Gigabyte Flashspeicher. Der Akku liefert 4.500 mAh beim A71 und 4.000 mAh beim A51. Die Energiespeicher lassen sich mit einem entsprechenden Schnellladenetzteil beschleunigt aufladen.

Beide Geräte erscheinen noch im Januar in Samsungs Online-Shop jeweils in den Farbvarianten „Prism Crush Black“, „Prism Crush White“ und „Prism Crush Blue“. Das Samsung Galaxy A51 ist dann für 369 Euro und das Samsung Galaxy A71 für 469 Euro erhältlich.

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Images by Samsung

Berti Kolbow-Lehradt

ist Freier Technikjournalist. Für die Netzpiloten befasst er sich mit vielen Aspekten rund ums Digitale. Dazu gehören das Smart Home, die Fotografie, Smartphones, die Apple-Welt sowie weitere Bereiche der Consumer Electronics und IT. Mitglied des Netzpiloten Blogger Networks.


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