Lohnt sich Forza Horizon 5? Test + Hot Wheels-DLC

Forza Horizon steht für ungezwungenes Fahrvergnügen. Große Welten, viele Autos und ganz viel Action machen den ursprünglichen Spin-Off der Forza-Spiele mittlerweile zum Zugpferd der Marke. Im Forza Horizon 5 Test verschlägt es uns nach Mexiko. Die Welt ist noch größer, der Fuhrpark noch umfangreicher und es gibt noch mehr zu tun. Doch lohnt sich Forza Horizon 5 nach seinen erfolgreichen Vorgängern, oder gibt es doch bereits erste Kratzer im Lack eines Spiels, das aktuell keinen direkten Konkurrenten hat? Finden wir es heraus!

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Barrierefreiheit und Integration beginnt beim Avatar

Bevor ich zum eigentlichen Spiel komme, muss ich einfach hervorheben, was das Spiel in Sachen Barrierefreiheit leistet. Direkt auf dem Startbildschirm gibt es die Möglichkeit, in die Optionen für Barrierefreiheit zu gelangen.

Dazu gehören Farbfilter, Untertitel und sogar Text-zu-Sprache, bzw. Sprache-zu-Text. Untertitelung ermöglicht auch das Hervorheben von Schlüsselwörtern und die Schriftgröße von Menüs lässt sich zudem vergrößern. Ebenso lässt sich die Spielgeschwindigkeit im Offline-Modus anpassen, falls man beispielsweise nicht so schnell reagieren kann. Per Update hinzugekommen ist außerdem eine Option für Gebärdensprache in Cutscenes. Das ist einfach stark und macht hoffentlich in Schule bei den großen Spieleschmieden.

Auch bei der Erstellung des eigenen Avatars setzt sich das fort. Es ist noch immer nicht der umfangreichste Charaktereditor, aber es gibt einige neue Optionen, darunter die Möglichkeit dem Alter Ego Prothesen zu verpassen. Auch die Identität lässt sich unabhängig des ausgewählten Presets auswählen. Hier setzt das Spiel echt ein starkes Zeichen. 

Sign Language Support Comes to Forza Horizon 5

Viva la Mexico!

Der Star der Horizon-Spiele bleibt für mich die Spielwelt. Forza Horizon 4 war für mich zuvor bereits das schönste Rennspiel und Teil 5 löst seinen Vorgänger dabei nahtlos ab. Mexiko sieht einfach verboten gut aus. Dabei handelt es sich übrigens um eine fiktive Version des Landes, quasi ein Best-Of der schönsten Gegenden, die wir gleich schon in der Eröffnungssequenz gezeigt bekommen.

Mexiko ist dabei nicht nur 50% größer, sondern auch deutlich abwechslungsreicher als Großbritannien im Vorgänger. Die 11 Biome führen uns durch Wüsten, Canyons, Dschungel und sogar hoch auf einen Vulkan, dem mit Abstand höchsten befahrbaren Punkt aller Horizon-Spiele. Das Spiel lässt uns die bunten Häuser und engen Straßen der Stadt genießen, aber wir können genau so gut Offroad durch alte Mayasiedlungen brettern – bitte nicht in echt nachmachen! Besonders gefällt mir dabei auch die Darstellung in der Distanz, wo andere Spiele deutlich mehr Details liegen lassen.

Die etwas seltener gewordenen Zäune verstehen sich dabei fast schon als Einladung zur Erkundung. Aber Vorsicht: Wer den Vorgänger gewohnt ist, muss sich erstmal wieder herantasten, welche Bäume sich bequem wegholzen lassen und bei welchen man unsanft in die Vollbremsung geht. Hier fehlen ein wenig die Abstufungen zwischen „bricht wie ein Strohhalm“ und „Ich stehe hier schon immer und so wird es auch bleiben.“

Forza Horizon 5 lohnt sich auch für die Wettereffekte, welche die nicht ganz so unterschiedlichen Jahreszeiten ausgleichen. So fährt man in Wüstenregionen gerne mal in einen Sandsturm. Auf der anderen Seite könnt ihr aber auch in monsunartige Tropenstürme geraten. Leider sind die Effekte eher optisch und fordern euch fahrerisch nicht heraus.

In einem ausgetrockneten Flußbett kann eine Jahreszeit später übrigens auch wieder das Wasser fließen. Außerdem gibt es ständig kleine ändernde Details passend zu Weihnachten oder auch lokaleren Events Mexicos.

Grafik-Performance & Photo Mode

Um das visuelle Maximum aus dem Spiel rauszuholen, braucht es schon potente Hardware. Mein Gaming-PC mit einer Nvidia RTX 3800 wuppte im Forza Horizon 5 Test aber auch in 4K und mit dem Grafik-Preset „Extrem“ über 60 Bilder pro Sekunde. Auf den Konsolen unterscheidet das Spiel jeweils zwischen einem Performance- und einem Qualitätsmodus. Der Performance-Modus opfert einige Grafikdetails für 60 statt 30 Bildern pro Sekunde. Zumindest nach meinem über-die-Schulter-schauen auf der Xbox Series S, geht meine Empfehlung aber zum Performance-Modus, da die 60 FPS bei hohen Geschwindigkeiten deutlich angenehmer sind.

Als bekennender Photo Mode-Enthusiast habe ich mir natürlich auch diesen Modus ausführlich angeschaut. Mit diesem lässt sich das Spiel stoppen, um einen Moment digital festzuhalten. Die Kamera lässt sich frei bewegen und dabei diverse Dinge wie Kontrast, Fokus oder Verschlusszeit beeinflussen. Der Photo Mode ist quasi identisch zum Vorgänger und trifft dabei erneut einen guten Kompromiss zwischen einfacher Bedienbarkeit und Einstellungsmöglichkeiten. Noch immer stört dabei, dass die Bilder nur Online auf den Forza-Servern gespeichert werden. Der begrenzte Speicher dort zwingt einen immer wieder zum löschen von Bildern, die man sich zum Sichern vorher über die Forza Community-Seite runterladen muss. Außerdem beschränkt sich die Auflösung auf Full-HD.

Nvidia-Nutzer können mittlerweile übrigens auch den Nvidia Fotomodus (Alt + F2) nutzen, um ihre Bilder in gewünschter Auflösung und mit weiteren Filtern abzuspeichern.

Wer mehr über Photo Mode erfahren will, findet hier übrigens eine gute Übersicht, warum die Ingame-Fotografie so viel Spaß macht und welche Spiele sich hervorragend dafür eignen. Forza Horizon 5 ist auf jeden Fall zu den Empfehlungen hinzugekommen.

Arcade Racing vom feinsten in Forza Horizon 5

Dass die Horizon-Reihe sowohl passionierte Racer, als auch gelegentliche Sonntagsfahrer begeistert, liegt nicht nur an der Welt, sondern auch am Fahrvergnügen. Auch im Forza Horizon 5 Test macht es einfach Spaß, sich hinters Steuer zu klemmen. Mit mehr als 500 Autos bietet der neueste Ableger dabei den bislang größten Fuhrpark zum Release. Mittlerweile hat sich der Fuhrpark allein durch die kostenlosen Updates schon deutlich erweitert.

Das Fahrgefühl trifft dabei eine angenehme Balance. Jedes Auto ist beherrschbar, aber es fühlt sich trotzdem angenehm realistisch an. Im Gegensatz zu anderen Arcade-Racern hat man nie das Gefühl, auf Schienen zu fahren und für den Tüftler gibt es viele Optionen zum Feintuning. Wer (wie ich) wenig Ahnung von den Details hat, kann sich aber gewohnt Tunings von anderen Usern runterladen. Das selbe gilt auch für die schier endlosen Autolackierungen. Bereits im Early Access standen fast schon gewohnt realistische Rennlackierungen und Anime-Looks für so ziemlich alle Fahrzeuge zur Verfügung.

Bei der KI bemerkte ich im Forza Horizon 5 Test eine leichte Leistungssteigerung zum Vorgänger. Wer beim gewohnten Schwierigkeitsgrad bleibt, wird in Mexiko nicht nur wegen der Wüste etwas mehr schwitzen geraten. Allerdings sind die KI-Fahrer zugleich auch etwas skrupelloser geworden. Zwingt einem ein suboptimales Handlng zu früherem Bremsen, klopft nicht selten ein anderes Auto hinten an. In einer Rennsimulation würde das schon etwas stören, in Horizon bringt einem das etwas näher an menschliche Kontrahenten, die im Pulk auch nicht gerade geduldig sind, wenn sie vorbei wollen.

Wie bei der Serie gewohnt, setzt Forza Horizon 5 auf ein leichtes Gummiband, dass den Pulk enger beisammen hält. Das sorgt dafür, dass man größere Abstände schwieriger erreicht, lässt einen bei Fahrfehlern aber zumindest schneller aufschließen. Das Gummiband lässt sich nicht ausschalten, war jetzt aber auch nicht so stark, dass es mich im Forza Horizon 5 Test gestört hätte.

Forza Horizon 5 steht manchmal auf der Bremse

Trotz aller Qualitäten fehlt mir im Spiel trotzdem oft noch das Sahnehäubchen. Die Aktivitäten bedecken die riesige Map bald schon wie in Assassins Creed und sind dabei meist ähnlich generisch. Auch lohnt sich Forza Horizon 5 nicht wirklich für die Storymissionen. Den Aufgaben, die in kleine Geschichten einbetten sind, fehlt es meist an letzter Konsequenz. Es sind im Prinzip die selben Ziele, wie man sie aus dem Vorgänger kennt. Einen Ort in bestimmter Zeit erreichen, Punktejagd und PR-Stunts sind hier Alltag. Die 3 Sterne sind zudem oft deutlich einfacher zu erreichen als im Vorgänger und die Aufgaben oft noch inspirationsloser. Warum nicht in den Stuntfahrer-Missionen Vorbild am grandiosen Spiel „Stuntman“ nehmen mit richtig knackigen Aufgaben, wo man wirklich präzise Stuntfahrten mit kniffligen Hindernissen absolvieren muss?

Auch dass wir diesmal die „Geschichte“ des Vorgängers quasi weiterspinnen und als Horizon-Bekanntheit starten bringt keinen Mehrwert, außer dass wir gleich von Beginn an von allen bejubelt werden. Das Problem mit der Geschichte hatte aber zugegeben jeder Teil. Es fängt immer mit einem spektakulären Opening an. In diesem lernt man an sich interessante Charaktere ums Festival kennen und dann verpufft es. Wir haben Festival-Stimmung, geile Karren und fahren durch ein Land, in dem Freunde und Familie enorm wichtig sind. Da hätte man einige Stellen mit deutlich mehr Leidenschaft füllen können.

Auch den Radiosendern fehlt diese letzte Konsequenz. Die Zahl der Sender ist noch immer etwas knapp und deren Tracks wiederholen sich viel zu schnell. Für eine mittlerweile so erfolgreiche Spielereihe hätte es gerne noch drei Sender geben können, die von der Musik noch lokaler geprägt sind. Dafür binden sich Funk und Radiokommentare für ein auf der Karte markiertes Event angenehm nahtlos ins Spielgeschehen ein.

Der Ausbau des Festivals

Als besagter Veteran des britischen Horizon-Festivals bauen wir das Horizon dieses Mal als Star selbst aus. Neben dem zentralen Festgelände gibt es dabei mehrere Außenposten, die wir nach und ausbauen. Jeder Außenposten hat dabei seinen Fokus auf andere Eventarten wie Straßenszene, Dirt-Rennen oder PR-Stunts.

Die Außenposten entdecken wir über Expeditionen, eine neue Missionsart, die uns die Kultur verschiedener Regionen näher bringt und uns unter anderem in alte Ruinen führen. Am Ende der Expeditionen gibt es meist mehrere optionale Ziele, die ein Stück mit der bekannten Missionsstruktur brechen. Die 5 Expeditionen sind aber leider sehr schnell abgehakt und gehen daher im anderen Inhalt vergleichsweise unter.

Die Außenposten und die Hauptbühne lassen sich jeweils in 3 bis 4 Stufen ausbauen. Durch den Ausbau erhalten wir auch die bekannten Großevents wie den Goliath, Marathon und Titan. Trotz der stilisierten Festivalkarte fühlt es sich wie ein einfaches Abhaken von Upgrades an. Weder belohnt einem das Spiel mit einer Zwischensequenz, noch verändert sich der Außenposten optisch. Selbst das Erreichen der Horizon-Ruhmeshalle ist nicht viel eindrucksvoller als eine Siegerehrung bei Mario Kart.

Bei einem spektakulären Schaurennen wirft ein Flugzeug Motoradfahrer als Kontrahenten herab.
Da kommt was von oben! Die Schaurennen sind natürlich wieder eines der Highlights der Serie. Flugzeuge und Motorräder sind aber zugegeben nicht mehr ganz neu. Screenshot by Stefan Reismann.

Das Problem, allen gefallen zu wollen

Ein weiteres Problemfeld des Spiels ist der Anspruch. Damit meine ich nicht, dass es an sich keine Herausforderungen gibt. Wer alle Stunts und Story-Missionen auf 3 Sterne bringen will, hat schon sehr lange zu tun. Es ist eher das Progressionsgefühl, das mich nicht immer befriedigt. 

Da das Spiel möglichst jeden abholen möchte, lässt es manchmal fast schon zu viele Freiheiten. Mein Startauto könnte ich sogar ungetunt mehr oder weniger für alle Rennen nutzen, weil sich die Autos der Gegner grob am Leistungslevel des eigenen Boliden orientieren. Wie schon beim Ausbau des Festivals selbst, fehlt hier die Steigerung. Die Rennen sehen und fühlen sich von Anfang bis Ende gleich an. Einzige Ausnahme sind die Mega-Events zum Schluss, die auch mal komplett über die ganze Map gehen. Es wäre cool wenn sich die Inszenierung der Events mit der Zeit steigert oder Rennen etwas teurere Schlitten erfordern oder von Haus aus mehr Runden umfassen.

Auch richtige Cups wären für mich eine sinnvolle Ergänzung und Abwechslung. Die wöchentlichen Spielelisten bieten zwar kleine Rennserien, aber auch die sind in sehr generische Form gegossen. Einzelne Events lassen sich aber immerhin mit Blaupausen an eigene Wünsche anpassen. Mittlerweile gibt es auch im Onlinemodus die Möglichkeit, Rennart und Klasse bewusst auszuwählen, auch wenn man dabei mit weniger Mitspielern rechnen muss, als bei den herkömmlichen Online-Rennen. Ein Modus mit Ranking fehlt bislang noch. 

Während die Wheel Spins natürlich ein bisschen die Lootbox-Mentalität reizen, gefällt mir die neue Balance der Preise. Zumindest aktuell finden sich deutlich weniger Kleidung, dafür aber mehr Geld- und Autopreise. Ich bin mir aber sicher, dass die regelmäßigen Updates dem Preispool auch noch einige neue Outfits hinzufügen.

Fazit: Forza Horizon 5 ist das Assassins Creed der Rennspiele mit einem Schuss Pokémon

Schon im letzten Teil der Serie kam der Moment der Erkenntnis, dass ich mehr Autos besitze, als ich jemals Pokémon in einem Spiel besessen hatte (passenderweise wählt man am Anfang auch zwischen 3 Starter-Autos). Dafür lohnt sich Forza Horizon 5 erneut. Einige Monate später zählt mein Fuhrpark über 500 verschiedene Autosund mit den wöchentlichen Challenges kommt immer wieder neue fahrbare Untersätze ins Spiel.

Die Formel unterscheidet sich dabei nicht sonderlich von den Assassins Creed-Spielen. Eine riesige Spielwelt dient uns als Spielplatz, auf dem es hunderte Events zu bestreiten gibt. Das Spiel leidet dabei jedoch ein Stück weit unter den selben Problemen der Assassins Creed-Reihe. Es gibt zwar eine neue, noch größere und schönere Welt, aber an der Formel ändert sich nur wenig. Dabei sind die meisten Inhalte unglaublich generisch und vermitteln kaum das Gefühl eines Fortschritts.

Trotzdem macht das Spiel aber unglaublich Spaß, weil die Formel für mich als Späteinsteiger noch halbwegs funktioniert. Die Welt ist einfach unglaublich schön und es entsteht ein einzigartiger Flow zwischen freier Erkundung und der Teilnahme an unterschiedlichen Events, wann immer man darüber stolpert oder sich gezielt eines rauspickt. An sich sind es aber vor allem die wöchentlichen Spielelisten, die mich am Spiel halten.

Der Lack blättert nämlich bereits an manchen Stellen. Wie in den Vorgängern versprüht das Spiel die meiste Leidenschaft in der Einführung. Sobald man ganz in die offene Welt entlassen wird, reduziert sich diese Leidenschaft auf ein Minimum. Gesichter die einem in kleinen Sequenzen vorgestellt werden, tauchen danach nur beim öffnen von Scheunentoren oder im Funk auf. Es wirkt nie, als gäbe sich das Team für den Rest des Spiels die selbe Mühe, wie für die ersten 15 Minuten.

Forza Horizon 5: Hot Wheels-DLC

Am 19. Juli erschien mit Forza Horizon 5: Hot Wheels die erste große Erweiterung für das Spiel. Also schon wieder Hot Wheels. Bereits bei Forza Horizon 3 widmete man eine Erweiterung ganz den brachialen Autos auf ihren ikonisch leuchtend-orangenen Strecken. Wirklich kreativ ist es also nicht, jetzt schon wieder auf dasselbe Pferd zu setzen. Meine größte Befürchtung war jedoch, dass die Plastikstrecken enorm langweilige Raserei mit durchgetretenem Gaspedal werden, Strecken mit wenig fahrerischem Anspruch.

Weitgehend trifft diese Befürchtung zu. Es gibt zwar auch immer wieder Passagen, die einen Tritt auf die Bremse erfordern, aber generell geht es um das Hot Wheels-Gefühl und das bekommt die große Welt des Hot Wheels-DLC schon richtig gut hin. Diese ist geteilt in drei Biome. Eines davon ist ein Wald mit Wasserfällen, ein weiteres eine Canyon-Gegend und das dritte schließlich eine brisante Mischung aus Eiswelt und Vulkan. Zwar gilt der Nexus als viertes Biom ist aber im Endeffekt nur die Leere dazwischen, bzw. das Horizon Festival-Gelände.

Zwischen diesen Biomen, drei Inseln im Himmel, schlängeln sich in luftiger Höhe die Hot Wheels-Streckenelemente, auf denen wir der Schwerkraft trotzen. Loopings, Booster und Irrwitzige Drops wechseln sich mit Spezialelementen wie vereisten Strecken und Wasserrutschen. Dabei arbeiten wir uns durch das Abschließen von Events durch 5 Stufen vom Rookie zur Legende hoch. Jede Stufe steht dabei für eine Autoklasse, angefangen mit B-Autos hin zu den krassen X-Wagen. Das gibt zumindest etwas mehr Progressions-Gefühl. Ausgerechnet im DLC hätte ich mir die Limitierung aber weniger gewünscht als im Hauptspiel, gerade weil das Setting ohnehin zu den schnelleren Fahrzeugen tendiert. Trotzdem ist es ein guter Anreiz, immer mal wieder das Fahrzeug zu wechseln.

Horizon 5: Hot Wheels-DLC – das bekommt man fürs Geld

20 Euro sind eine stolze Summe für einen DLC. Gerade wenn dabei aber auch ein derart großes Areal hinzukommt, drücke ich gerne mal ein Auge zu. Doch so spektakulär die Spielwelt aussieht, lohnt sich Forza Horizon 5: Hot Wheels nicht in jedem Aspekt.

Der Fuhrpark wird nur um 10 Autos erweitert, von denen nur 3 Autos richtige Hot Wheels sind, von denen aber vor allem der Deora II mein Herz erobert hat. Außerdem hat das Hauptspiel mittlerweile auch gratis einige Hot Wheels-Autos erhalten, die man bereits aus Forza Horizon 4 kennt.

Von der hübschen Welt hat man außerdem nur bedingt was. Lediglich an bestimmten stellen lässt sich die Plastikbahn verlassen, sodass man nicht so oft dazu kommt, die Inseln mal genauer zu erkunden. Dabei geben sie durchaus sehr gute Strecken für einige der Offroad-Rennen ab. Meist bleiben sie aber eher Hintergrundkulisse, durch die sich die Hot Wheels-Strecken schlängeln. Hier aber eine herbe Enttäuschung: Der Dreifach-Looping aus dem Trailer lässt sich aus irgendwelchen Gründen nicht finden. Das grenzt schon an Irreführung der Käufer.

Auch sind die Aufgaben gewohnt mehr vom selben. Neue Rennen, neue PR-Stunts und eine fünfteilige Storymission. Diese Missionen sind schnell abgehakt und die Hoffnung, auf späteren Rängen kämen neue Story-Missionen hinzu, haben sich leider nicht erfüllt. Zwar geben diese Missionen sehr interessante Einblicke in die Hot Wheels-Geschichte, aber dass ein angekündigtes Drag Race am Ende ein ganz normales Punkt zu Punkt-Rennen auf kurviger Strecke ist, passt da weniger.

Lohnt sich Forza Horizon 5: Hot Wheels-DLC?

Ich muss zugeben, dass mich der DLC zunächst positiv überrascht hatte. Ich hatte mehr Spaß an der High Speed-Raserei, als ursprünglich gedacht. Es weckt schon das innere Kind, wenn man in einem gigantischen Hot Wheels Park rumrast und die Physik mal völlig außer Kraft setzt. Auch lud die Kulisse zu so manchem Screenshot ein, wenn man auf einer Hot Wheels Strecke durch eine Schlucht mit Wassefällen düst, an dessen Rand sich sogar einige Häuser idyllisch entlangziehen.

Trotzdem fehlt mir das ganz besondere Etwas am DLC. Ich hätte mir mehr Mut zu ausgefallenen Ideen und Hindernissen gewünscht, die man in weitere Storys hätte verpacken können. Diese sind am Ende nämlich nur „Erreiche Punkt X in Y Zeit“ oder „Springe X Meter weit“. Warum nicht ein paar Gegner mit überzeichnetem Charakter und einigen Spezialtricks? Strecken mit wirklich fordernden Hindernissen? Eine abgefahrene Stuntshow-Reihe? Ein Modus mit lustigen Items a la Mario Kart? Stattdessen das uninspirierte Veranstaltungs-Einerlei mit dem sich Playground Games schon die letzten Jahre durchmogelt, ohne sich wirklich zu bemühen.

Und auch die Balance der Veranstaltungen ist etwas wackelig. Auf normaler Plastikstrecke ist es bereits auf „Sehr Erfahren“ schwieriger, den Führenden einzuholen, mit Spezialelemente wie vereistem Boden oder Wasserrutschen, hat man dagegen oft ein eher leichtes Spiel.

Das Problem ist: Was kann man von einem DLC überhaupt erwarten? Die Welt hat eine Größe mancher Vollpreistitel, es gibt eine (wenn auch begrenzte) Auswahl neuer Fahrzeuge und viele Veranstaltungen, die euch für einige Stunden unterhalten. Wenn ihr aber was wirklich neues sucht oder garnichts mit Hot Wheels anfangen könnt, lohnt sich Forza Horizon 5: Hot Wheels eher nicht.

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Forza Horizon 5 gibt es in drei unterschiedlichen Versionen zu kaufen. Neben der Standard Edition fügen Deluxe und Premium Edition zusätzliche Inhalte hinzu.

Standard Edition

Die normale Version ohne zusätzliche Inhalte ist ideal, wenn ihr erstmal ins Spiel reinschauen wollt. Zumindest im Vorgänger konnte man sich einige Autos kostenpflichtiger Autosets später auch selbst noch erspielen. Die Standard Edition ist außerdem Teil des Xbox Game Pass. Dass sich dieser auch für PC-Gamer wirklich lohnen kann, haben wir bereits ausführlich getestet.

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Deluxe Edition

Die Deluxe Edition fügt der Standard Edition den Auto Pass hinzu, mit dem ihr 34 Wochen lang jede Woche ein neues Auto bekommt. Obendrein fügt der Auto Pass eurem Fuhrpark 8 Formula Drift-Autos hinzu. Von der Deluxe Edition rate ich jedoch ab, weil es für 20 Euro Aufpreis (UVP) keinen wirklich großen Mehrwert bietet. 

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Premium Edition

Für nur 10 Euro mehr als die Deluxe Edition (UVP) erhaltet ihr in der Premium Edition um einiges mehr. Neben dem Auto Pass erhaltet ihr ein Willkommenspaket, die VIP-Mitgliedschaft und zwei große Erweiterungen, sobald sie erscheinen.

Willkommenspaket: Enthält 5 getunte Autos, ein Spielerhaus, einen Gutschein für ein Auto und 3 Gutscheine für Kleidung im Spiel. Mit dem Autogutschein könnt ihr euch sogar den Shelby Daytona kostenlos kaufen, der sonst mit 30 Millionen Credits am teuersten ist und zumindest im Vorgänger online auch zu den besten Rennautos gehörte.

VIP-Pass: Enthält unter anderem 3 Forza Edition Autos, ein Spielerhaus und verdoppelt das aus Rennen gewonnene Geld. Wöchentlich erhaltet ihr außerdem einen Super Wheel Spin – auf lange Sicht bedeutet das auch einige zusätzliche Autos mehr.

Erweiterungen: Die beiden vollwertigen Erweiterungen waren zuletzt eigenständige Maps. Bei Forza Horizon 4 war es die Insel Fortune Island und ein Lego-DLC mit Welt und Autos im Lego-Design. Das Bundle mit beiden Erweiterungen kostet sonst allein schon 34,99 Euro. 

Wer bereits die Standard Edition besitzt (auch durch Game Pass) kann sie übrigens auch nachträglich vergünstigt upgraden.

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Image by Microsoft / Playground Games


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