Die besten Apps für ein nachhaltigeres Leben

Energiekrise, Konsumwahn und Klimawandel – Themen, die unsere Gesellschafft vor immer größere Probleme und Herausforderungen stellen. Den eigenen Alltag nachhaltiger zu gestalten, stellt viele vor die große Frage: „Wo fange ich überhaupt an?“ Dabei sind es schon die kleinen Dinge, die helfen und summiert eine Menge bewirken. Doch wie integriert man Nachhaltigkeit am einfachsten in seinen Alltag, so dass man auch langfristig dranbleibt? Besonders am Anfang sind Tipps, Tricks und Ratschläge wichtig und was eignet sich da besser, als praktische Apps – schließlich nutzen die meisten von uns ihr Smartphone sowieso den ganzen Tag. Sie können dabei helfen Müll zu vermeiden, Ressourcen zu schonen und Nachhaltigkeit besser in unseren Alltag zu integrieren. Damit wir alle in Zukunft ein bisschen was für unsere Umwelt tun können, zeige ich euch die besten Apps für ein nachhaltigeres Leben.

1. Zu gut für die Tonne

Wir gehen immer verschwenderischer mit unseren Lebensmitteln um und deswegen landet in Deutschland ungefähr jedes achte Lebensmittel im Müll. Auch in vielen Haushalten landen Lebensmittel im Müll, da man nicht geschafft hat sie aufzubrauchen, bevor sie schlecht geworden sind oder sie in den Tiefen eines übervollen Kühlschranks verschollen sind. Außerdem fehlt vielen die Inspiration zur Resteverwertung. Wie soll man denn auch ein leckeres Gericht aus einer halben Zucchini, ein bisschen Paprika und einem Joghurt kochen?

Für dieses Problem gibt es eine Lösung und die heißt Zu gut für die Tonne. Mit dieser App könnt ihr etwas gegen Food Waste bei euch zu Hause tun. Die App liefert über 350 Rezepte für die kreative Restküche. Kochpaten wie Johann Lafer, Sarah Wiener, Tim Mälzer oder Schauspieler Daniel Brühl haben für die App einfache Rezepte konzipiert. Zusätzlich erhaltet ihr wertvolle Tipps für den Umgang mit Lebensmitteln. Der integrierter Einkaufsplaner kann euch dabei helfen, die Mengen in Zukunft besser zu planen. In den Kategorien Einkauf, Lagerung, Verwertung und Haltbarkeit könnt ihr Wissenswertes über Gemüse und Gemüse herausfinden. Die kostenlose App ist im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) entstanden und ist für Android und iOS verfügbar. Eine super Idee, um Lebensmittelverschwendung entgegenzuwirken und damit auch eine der besten Apps für ein nachhaltigeres Leben. 

2. GrünZeit Saisonkalender

Wisst ihr, wann welches Obst und Gemüse Saison hat? Ich wusste es ziemlich lang nicht, dabei ist saisonales Einkaufen wichtig für die Umwelt und bietet auch einem selbst viele Vorteile. Wer saisonal einkauft spart einerseits Geld, da Transportkosten eingespart werden und sich das unmittelbar auf den Preis auswirkt. Außerdem ist das Obst oder Gemüse durch die wegfallenden Transportwege viel frischer. Denn bei weiten Reisen werden Früchte geerntet lange bevor sie wirklich reif sind. Dadurch gehen wichtige Nährstoffe verloren und auch der Geschmack leidet darunter.

Aber woher weiß man, welche Produkte gerade Saison haben, ohne groß Recherche betreiben zu müssen und auch unterwegs einen Überblick zu haben? Die Lösung heißt GrünZeit! Die elektronische Einkaufshilfe ist simple aufgebaut: ihr klickt einfach den jeweiligen Monat an und bekommt das aktuelle saisonale Obst und Gemüse angezeigt. Auch tropische Früchte, werden mit ihren jeweiligen Saisonzeiten im Ausland aufgelistet, so könnt ihr die Anzeige von heimischen und exotischen Früchten filtern. Die App ist kostenlos, aber im Moment nur für Android verfügbar.

Saisonales Obst und Gemüse bekommt ihr am einfachsten auf einem Markt, aber wer es nicht schafft, kann auch im Supermarkt seiner Wahl schauen. Die Angebote an regionalen und saisonalen Produkten wachsen auch dort immer weiter. Um deinen Einkauf noch nachhaltiger zu gestalten, solltest du auf den Verpackungsmüll bei Obst und Gemüse verzichten. Nimm die zum Beispiel wieder verwendbare Obst- und Gemüsebeutel (Provisionslink) mit.

3. Too Good to Go

Too Good To Go ist eine Zero Waste App, die dabei hilft, Lebensmittelverschwendung zu reduzieren. Das Prinzip ist ganz einfach: Teilnehmende Geschäfte und Restaurants können übrig gebliebene Lebensmittel und Gerichte kostenlos oder für einen günstigen Preis auf der App anbieten. Der User kann einfach nach Geschäften in seiner Nähe suchen und Gerichte oder Lebensmittel ganz nach seinem Geschmack auswählen, abholen und zu Hause genießen. Eine win-win Situation für alle: ihr helft Lebensmittel zu retten und bekommt dafür leckeres und günstiges Essen. Es lohnt sich also auf jeden Fall, mal einen Blick auf die App zu werfen.  Sie ist sowohl für Android als auch für iOS verfügbar und kostenlos.

4. UXA Foodsharing

Auch die nächste App versucht Lebensmittelverschwendung zu reduzieren.  Mit UXA habt ihr die Möglichkeit auch als Privatperson übriggebliebene Lebensmittel zu verschenken, die ein anderer noch nutzen könnte. Oder ihr schaut, wer in eurer Nähe noch Lebensmittel übrig hat, die ihr gebrauchen könntet. Bevor ihr zum nächsten Wocheneinkauf aufbrecht, schaut also einfach mal in der UXA App, was Menschen in eurer Umgebung weggeben möchten. Ihr seht direkt, wie weit entfernt der jeweilige Anbieter*in wohnt. Außerdem könnt ihr euch darüber benachrichtigen lassen, wenn jemand in eurer Nähe Lebensmittel einstellt. Mit der App spart ihr nicht nur Geld, sondern setzt euch gleichzeitig gegen die immense Lebensmittelverschwendung in Deutschland ein. Auch diese App gibt es für Android und iOS und sie ist kostenlos.

5. Vinted

Vinted, früher bekannt als Kleiderkreisel ist eine App bei der gebrauchte Kleidung verkauft, getauscht oder verschenkt werden kann. Damit kann man nicht nur Platz in seinem eigenen Kleiderschrank schaffen und ein bisschen Geld verdienen, sondern auch günstig Kleidungsstücke von anderen Nutzer*innen shoppen. So werden keine Klamotten entsorgt, die eigentlich noch gut erhalten sind und man kauft auch weniger neu produzierte Ware. Weniger Konsum ist immer gut für die Umwelt und trägt zu einem nachhaltigeren Leben bei.

Das Prinzip der App ist ganz einfach: Möchtet ihr etwas verkaufen, fotografiert ihr die Teile mit deinem Handy, gebt den Preis, die Marke und den Zustand an und ladet es hoch. Wenn jemand Interesse an eurem Teil hat, kann er euch kontaktieren und ihr könnt per Chat verhandeln. Möchtet ihr Kleidung kaufen, könnt ihr nach der gesuchten Kategorie, Marke, Farbe und Größe filtern. Wenn ihr etwas Passendes gefunden habt, schreibt ihr den Verkäufer einfach an. Außerdem gibt man sich nach einem Verkauf gegenseitig Bewertungen und nach diesen Bewertungen kann man dann besser entscheiden, ob man mit einer Person verhandeln möchte oder eher nicht. Der Vorgang ist super easy und das Stöbern nach neuen Kleidungsstücken macht total viel spaß, weil das Angebot so vielfältig ist. Daher gehört Vinted definitiv in die Liste der Apps für ein nachhaltigeres Leben. Auch diese App ist kostenlos und für Android und iOS verfügbar. 

6. My little Plastic Foodprint

Die nächste App für ein nachhaltigeres Leben soll euch dabei helfen, weniger Plastikmüll zu produzieren. Nutzer*innen können nach der Anmeldung in der App angeben, auf welche Plastikprodukte sie bereits verzichten.  Danach berechnet sie euren Plastic Mass Index (PMI) und zeigt, wie man seinen Plastikkonsum in verschiedenen Bereichen des täglichen Lebens reduzieren kann. Um seinen PMI-Score zu senken, kann man eine Plastik-Diät starten und seinen Alltag Schritt für Schritt nachhaltiger gestalten. Dafür erstellt ihr To-Do-Listen mit Plastikprodukten, auf die ihr in Zukunft verzichten könnt und wollt. Die App für iOS und Android empfiehlt euch für diese Produkte dann auch nachhaltige Alternativen. Es gibt noch eine andere App die versucht, die Nutzung von Plastik zu senken – Replace Plastic. Wie die App genau funktioniert, was das Ziel ist und wer dahinter steht findet ihr hier in einem ausführlichen Artikel.

Diese Apps für ein nachhaltigeres Leben zu nutzen ist ein guter Anfang, doch wie nachhaltig sind eigentlich die Smartphones die wir nutzen? Diese Frage haben wir uns auch schon gestellt und geschaut welche fairen und nachhaltigen Alternativen es gibt. Den gesamten Artikel dazu findet ihr hier. Wenn ihr noch mehr Interesse an nachhaltigen Themen habt, dann könnte euch vielleicht der Artikel über die nachhaltige Bank Tomorrow interessieren. 

 

Foto von weedezign via Adobe Stock

Patricia Zippel

studiert Leisure and Tourism Management und interessiert sich besonders stark dafür, wie Digitalisierung die Tourismusbranche nachhaltig verändert. Wenn sie die Netzpiloten nicht in der Redaktion unterstützt, hört sie Podcast, ist auf Reisen oder testet sich durch die Cafés der Stadt.


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