deutschland25 – Google erinnert an den Mauerfall in Berlin (Bild: Raphaël Thiémard [CC BY-SA 2.0], via Flickr)

#Deutschland25 – Google porträtiert die Generation Mauerfall

Viele greifen diese Tage das Thema Mauerfall auf und erinnern an den Tag, der Deutschland wiedervereinte. Google versucht aufzuzeigen, was die Generation, die um diese Zeit geboren wurde, heute bewegt und wie sie Probleme löst. // von Felicitas Hackmann

deutschland25 – Google erinnert an den Mauerfall in Berlin (Bild: Google)

Vor 25 Jahren ist die Mauer gefallen und das wird dieses Wochenende in Berlin ausgiebig zelebriert. Hauptattraktion ist eine Lichtinstallation, die entlang der ehemaligen Strecke der Mauer, die Berlin teilte, aufgestellt wurde. Viele Medien schauen zurück, publizieren Texte über das Leben in der DDR und die Flucht oder veröffentlichen Studien um zu debattieren, ob Deutschland innerlich immer noch gespalten ist.


Wieso ist das wichtig? Auch Google ist auf den “25 Jahre Mauerfall”–Zug aufgesprungen und zeigt, welche Mauern die “Generation Mauerfall” zum Fallen bringen möchte.

  • „Deutschland25“ zeigt 25 außergewöhnliche Geschichten der Generation Mauerfall.
  • Bildung für unterwegs, die Liebe zum Essen, Familie, Handwerk, soziale Projekte – Die Probleme und Lösungen sind vielfältig.
  • Leider hat Google es anscheinend nicht reichenweitenstark kommuniziert.

#Deutschland25

Auf der Plattform deutschland25.withgoogle.com hat Google in Zusammenarbeit mit Bettina Blümner, Gewinnerin des Deutschen Filmpreises 2008, 25 Geschichten in Form von Kurzvideos oder Interviews vorgesellt. Thematisch löst sich der Internetriese von Fragen zum Digitalen Wandel, dem Leistungsschutzrecht, SEO und Algorithmus und möchte veranschaulichen, was die Generation Mauerfall bewegt.

Herausgekommnen ist eine sehr bunte, interessante Mischung. Die vorgestellten Personen beantworten Fragen wie “Was macht dich heute stolz, deutsch zu sein?” oder “Wie kann man das Handwerk wiederbeleben”. Es werden aber auch Themen wie Rassismus, sexuelle Befreiung und Lebensmittel schätzen lernen unter die Lupe genommen.

Aus Problemen werden Projekte und Startups. Unter anderem findet man die CodeGirls aus Leipzig, die Frauen ans Programmieren kriegen möchten, die Kleiderei aus Hamburg, bei der man Kleidung leiht anstatt sie zu kaufen und UnlockYourBrain, eine App, die Lernaufgaben stellt, wenn man sein Smartphone unlockt.

Also doch wieder viel Sharing is Caring und Internet? Nein, das sind eher die Ausnahmen. Unbekannte, aber wichtige Ideen finden hier Raum, zum Beispiel hemdless. Die Münchener Lisa Polk und Christian Schinnerl fanden heraus, dass es für Menschen mit Down Syndrom keine Kleidung gibt, obwohl ihre Körpermaße sich maßgeblich von denen von Menschen ohne Behinderung unterscheiden.

Die Zielgruppe ist anscheinend zu klein, als dass sich Unternehmen für sie interessieren. Mit Hemdless wollen wir darauf aufmerksam machen und genau da ansetzen. Jeder soll die gleiche Auswahl haben können. Nur weil die Menschen eine Behinderung haben, heißt das ja nicht, dass sie sich nicht für Mode interessieren.”, sagt Lisa Polk im Interview.

Und Ihr? Oder: Hat Google ein Reichweitenproblem?

Um Meinung wird gebeten. In der Kommentarfunktion werden die Nutzer gebeten, ihren Vorschlag zur Lösung eines Problems zu posten. Während manche Beiträgen schon viel Feedback erhalten haben, sind andere Themen noch völlig unkommentiert. Das kann am Inhalt liegen oder daran, dass viele es nicht mitbekommen haben. Zwar taucht es mittlerweile immer mal in meinem Twitter-Stream als Werbung auf, jedoch ist es im (befragten) Freundeskreis bisher komplett vorbeigegangen. Auf dem googlewatchblog heißt es, dass die einzelne Geschichten auch in ganzseitigen Tageszeitunganzeigen abgedruckt werden.

Schade, dass die Aktion nicht stärker beworben wurde. Während sonst über Bindungsängste meiner Generation, Zukunftsangst und die allgemeine Verunsicherung der End-Zwanziger rumgebrabbelt wird, werden hier Themen vorgestellt, die etwas mehr Redebedarf haben als oben erwähnte Themen. Ob das Projekt extra unter’m Radar bleiben sollte oder Google seine Zielgruppe vielleicht nicht richtig erreicht, weiß man nicht.


Teaser by Raphaël Thiémard (CC BY-SA 2.0)

Image by Google


Felicitas Hackmann

studierte Medienwissenschaft in Siegen und arbeitete zwischendurch und danach in Startups wie z.B. Airbnb und Stuffle. Nach San Francisco und Hamburg, ging es 2014 nach Berlin, wo sie als freie Reporterin, für z.B. VentureVillage, schreibt. Ohne Twitter, Foursquare und Spotify geht es nicht! Alles weitere gerne in 140 Zeichen an @frau_feli.


Artikel per E-Mail verschicken
Schlagwörter: , , , ,

1 comment

  1. Ich schreibe hiermit an die Zeitung BILD: Warum reden Politiker immer von Umweltschutz, aber fahren selber fette Limousinen ?
    Warum erzählen Politiker immer Märchen ?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.