Burning Man Festival 2020 – digital und in VR

Rund 80.000 Menschen pilgern jedes Jahr in die Wüste Nevadas, um gemeinsam das Burning Man Festival zu feiern. Dabei geht es bei dem Event nicht einmal vorranging um das Festival-Erlebnis. Im Zentrum stand schon immer die Community, die hier sieben Tage lang das utopische Paradies genannt Black Rock City bewohnt. Was passiert aber mit dem Burning Man Festival 2020, wenn es wegen Corona nicht real stattfindet? Ganz einfach: Man wandelt es in eine virtuelle Party-Stadt um, an der alle Fans des Burning Man teilnehmen können.

Das Burning Man lebt von seinen einzigartigen Ideen

Wohl kaum ein anderes Festival ist so tief verwurzelt mit seinen Grundidealen wie das Burning Man, welches jährlich mitten in der Wüste stattfindet. Das besondere an diesem Festival ist, dass jede Besucherin und jeder Besucher selbst aktiver Teil der Veranstaltung werden soll. Entsprechend bieten die Bewohnerinnen und Bewohner von Black Rock City anderen Mitcampern Essen, Getränke, Sportkurse oder auch gemeinsame Bastel-Sessions an. Jeder soll hier den Moment genießen und den stressigen Alltag für ein paar Tage hinter sich lassen.

Die Ausführung dieser Prämisse kann dabei schon mal ein wenig Kult-haft anmuten. Trotzdem ist die Idee, jeden Besucher auch zu einem Creator auf dem Festival zu machen, einzigartig und zieht entsprechend jährlich mehr und mehr Personen an. Deswegen gibt es auch Fans des Festivals, die sich bereits Monate vorher die verrücktesten Skulpturen und Camping-Sides ausdenken, die sie dann auf dem Festival ausstellen, damit sie auch der Rest der Utopie bewundern kann. Bewusst verzichtet man auf übermäßigen Konsum: Werbung ist zum Beispiel auf dem gesamten Festivalgelände verboten.

Was passiert dieses Jahr?

Noch immer gibt es in den USA jeden Tag zehntausende Neuinfektionen mit dem Corona-Virus. Entsprechend war auch für das Burning Man Festival 2020 abzusehen, dass ihre geliebte Black Rock City in diesem Jahr ohne seine 80.000 Bewohner auskommen muss. Dennoch wollen die Veranstalter weiterhin das besondere Feeling ihres Projektes zugänglich machen. Denn wie sie selbst auf ihrer Website sagen, sind Zusammenhalt und Solidarität gerade in der Krise wichtiger denn je.

Das Thema für dieses Jahr: Multiversum. Auch wenn das Festival 2020 gänzlich online stattfinden muss, sollen Besucherinnen und Besucher weiterhin die Möglichkeit haben, die besondere Atmosphäre des Events auch in diesem Jahr erleben zu können. Im Herz dessen steht der virtuelle Tempel des Festivals, welcher sonst als reale Pilgerstätte der Festivaljünger auf dem Gelände steht. So gibt es auch einen virtuellen Tempel. Hier kann jeder bis zum 29. August ein Design einreichen, welches danach im Tempel virtuell ausgestellt wird. In bester Burning Man Tradition wird der virtuelle Tempel angezündet, mit allen Kunstwerken, die die Fans darin gesammelt haben. Zusätzlich wird es natürlich auch in diesem Jahr wieder eine Burn Night gebe. Das ist die Nacht, in der in einem Livestream der Man des Festivals in Flammen aufgehen wird. Dieses Event wird allerdings erst am 06. September stattfinden, sodass man genug Zeit haben sollte, die Kunst der anderen Teilnehmenden vorher zu bewundern.

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Eine Community wird kreativ

Aber Burning Man wäre ja kein Kreativfestival, wenn es nicht auch einige leidenschaftliche Burner (so die Bezeichnung der Festival-Anhänger) beauftragt hätte, eine ganz besondere, immersive Kopie des Festivalgeländes zu erstellen. So bietet zum Beispiel das Projekt BRCvr also: Black Rock City vr, einen exakten Nachbau der Festival-Stadt. Dieser wurde zusammengewürfelt aus Ideen der letzten Jahre. Das Entwicklerteam hinter dem Projekt setzt auf eine Open Source Lösung. Mitcampern ermöglicht das, auch ihre eigenen Camps virtuell nachzubauen. In der Woche des eigentlichen Festivals, also vom 31. August bis 06. September, sollen Besucherinnen und Besucher mittels VR Headset das außergewöhnliche Gelände erkunden können.

Im Infinite Playa werden die Kunststücke ausgestellt, die sonst auf dem realen Playa des Festivals ausgestellt würden. Als Besucherin oder Besucher kann man hier als Figur über den verstaubten Platz laufen und sich ansehen, was andere Creator erstellt haben.

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Burning Man Festival 2020: Die Welt der Multiversen

Neben weiteren VR-Universen, welche zumeist über eine Registrierung auf der Website der Creator betreten werden können, gibt es auch die Möglichkeit, eine gezeichnete Camp-Umgebung zu besuchen. Sobald ihr euren Namen eintragt, könnt ihr mittels Kamera und Mikrofon mit anderen Burnern kommunizieren. Vorausgesetzt, sie sind gerade auch auf der virtuellen Campside. Außerdem können Camperinnen und Camper eigene Camp-Zeichnungen hochladen, um das Event zu erweitern.

Insgesamt wird es für das virutelle Burning Man Festival 2020 acht Multiversen geben, an denen Teilnehmende entweder per VR oder im Browser mit einem Avatar teilnehmen können. Letztlich ist das Ziel, eine einzigartige Online Erfahrung zu schaffen. So soll zumindest ein wenig der Schmerz über das verpasste Live-Event gemildert werden. Teilnehmende können sich kostenlos anmelden und die verschiedenen Universen der Creator erkunden, sowie sich mit anderen Burnern austauschen. Auch wenn das den Spirit des Festivals und das Feeling vor Ort nicht ersetzen kann, findet sich hier zumindest ein Hauch der Community, die das Burning Man Festival so besonders macht.


Image by ingusk via adobestock

Leonie Werner

interessiert sich für alles, was mit Medien zu tun hat. Insbesondere für Themen im digitalen Bereich ist sie offen und in Sachen Gaming immer auf dem neuesten Stand.


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