BookMooch – Abwechslung für dein Bücherregal

Wer kennt das Problem nicht? bookmoochlogo1.jpgHier ein interessantes Sachbuch, da ein schöner Schmöker, dort noch ein netter Roman und nachdem man das entsprechende Buch gelesen hat, stellt man es zu den anderen ins Regal. So sammelt sich im Laufe der Zeit ein ganzer Haufen Bücher an, die man vermutlich nie wieder braucht und die eigentlich nur Platz wegnehmen. Was also tun? Die alten Bücher in einen Karton packen und im Keller verstauben lassen und sich neue kaufen? Wem diese Lösung nicht mehr reicht (oder auf Dauer zu teuer wird), für den gibt es bereits seit 2006 BookMooch – eine Tauschbörse für Bücher, ins Leben gerufen von John Buckmann. Gegenwärtig sind etwa 65.000 User registriert, wobei die Statistiken von BookMooch vermuten lassen, dass nur etwa ein Drittel von ihnen aktiv ist.

Wie funktioniert BookMooch?
Nach dem Einrichten eines BookMooch-Kontos kann man sich sofort mit dem gewählten Benutzernamen einloggen und hat dann auf der Mitglieder-Startseite verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl: Man kann erst einmal durch das Bücherangebot auf BookMooch stöbern oder direkt eine eigene Liste erstellen. Entweder eine Angebotsliste mit Büchern, die man gerne loswerden würde, oder eine Wunschliste mit Büchern, die man gerne hätte.

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Das Tauschen der Bücher funktioniert nach einem Punktesystem: Gutschriften für das Punktekonto erhält man für jedes Buch, das man in seine Angebotsliste hinzufügt. Für den Versand eines Buches an einen anderen User und für die Rezension eines Buches, das man selbst erhalten hat, bekommt man ebenfalls Punkte. Abgezogen werden diese Punkte vom Konto, wenn man ein Buch moocht, also von einem anderen User bekommt. Übrigens gilt der Faktor 1:2 – das heißt, wer zwei Bücher erhält, muss mindestens ein Buch versenden. Und wer sich am Ende doch gegen die Tauschversion entscheidet, erhält auf BookMooch die Möglichkeit, den Weg über Amazon zu nehmen.

Für wen ist BookMooch gedacht?
BookMooch wird verschiedene Lesersorten erfreuen: Sowohl den Bücherwurm, dessen Regale regelmäßig aus allen Nähten platzen und der ständig neuen „Stoff“ benötigt, als auch den Gelegenheitsleser, bei dem Bücher im Regal verstauben, die er wohl ohnehin nie wieder in die Hand nehmen wird. Nicht zuletzt kommt BookMooch all denjenigen entgegen, denen es schlicht und ergreifend zu teuer ist, sich neue Bücher zu kaufen.

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Blogpiloten-Urteil
BookMooch bietet eine Alternative zu den Plattformen, auf denen man Bücher online verkaufen oder kaufen kann – mit dem entscheidenden Vorteil, dass die Versandkosten für eine Büchersendung wohl kaum den Preis für ein neues oder gebrauchtes Buch erreichen werden. Das Punktesystem ergibt ebenfalls Sinn, denn so wird garantiert, dass trotz des unkonventionellen Tauschens statt Kaufens gewisse Regeln eingehalten werden, die für alle gleichermaßen gelten und die außerdem garantieren, dass der Tauschcharakter von BookMooch nicht verloren geht. Zusätzlich erhält BookMooch einen Bonuspunkt für die verschiedenen Sprachen, in denen die Seite verfügbar ist. Ankreiden könnte man BookMooch-Initiator John Buckmann höchstens die Kooperation mit dem Versandriesen Amazon, allerdings bleibt im Gegenzug BookMooch selbst nicht-kommerziell. Der Faktor kosten- und werbefrei gleicht diesen Nachteil also wieder aus. In diesem Sinne: Kaufst du noch oder moochst du schon?

Rike Albrecht

studiert Politikwissenschaft, Medienwissenschaft und Germanistik an der Universität Trier. Seit Beginn ihres Studiums beschäftigt sie sich auch mit Web2.0 und Onlinemedien.


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