Angespielt: Urban Trial Freestyle – Gefühl statt Gas bis zum Anschlag

„Nur noch eine Runde!“ – Unser Autor Christian Porsch hat sich Urban Trial Freestyle genauer angeschaut. Und wollte das GamePad gar nicht mehr weglegen.

Angespielt: Urban Trial Freestyle - Feingefühl statt Bleifuß

Wer trotz des eisigen Wetters gerne auf das Motorrad steigen möchte ohne sich die eigenen Knochen zu brechen kann dies im Februar auch virtuell tun. Tate Multimedia steigt mit dem arcadelastigen „Urban Trial Freestyle“ in die Welt des Extremsports auf der PlayStation 3, PlayStation Vita und Nintendo 3DSWARE ein.

Stunt um Stunt so macht das Sinn…

In „Urban Trial Freestyle“ steigt der Spieler auf eine Enduro und darf auf 40 liebevoll designten Strecken sein Talent für Stunts zeigen. Dabei geht es jedoch mehr darum einen Kurs zu überleben, als mit Trickreichtum irgendjemanden zu überzeugen. Wie der Name schon sagt, orientiert sich das Spiel am Trial-Motorradsport und fokussiert sich dabei auf ein urbanes Setting.

Das Motorrad wird dabei nach guter alter side-scrolling Manier auf und ab gelenkt, zum Beispiel in einer Großstadt. Viele natürliche Hindernisse, wie sie in einer Stadt nun mal vorkommen, müssen dabei überwunden werden und so muss der Spieler nicht nur stumpf die Beschleunigungstaste bis auf die Platine des Controllers drücken. Jeder Sprung sollte gut überlegt sein, da das richtige Landen nicht jedem angehenden Trial-Profi in die Wiege gelegt wurde. Das reichhaltige Streckensortiment kann dabei in zwei verschiedenen klassischen Modi gespielt werden – time trial und highscore. Wer nach zahlreichen Zeitrennen und der Highscorejagd etwas Neues probieren möchte findet in den fünf speziellen Levels des challenge mode seinen Stuntmeister.

Angespielt: Urban Trial Freestyle – Feingefühl statt Bleifuß

Einmal muss ein riesiger Fußball neben dem eigenen Fahrer über die gesamte Strecke gebracht werden und bei einer anderen Herausforderung dient der Fahrer als eine Art Dummy, der sich mit einem gewagten Sprung auf explosive Fässer stürzt, damit sein Torso über eine möglichst weite Strecke geschleudert wird. Bei den anderen Challenges kann der Spieler zum Beispiel Punkte in Form von diversen Token einsammeln oder versuchen eine komplette Strecke mit begrenzter Tankmenge zu bestehen. Absolutes Highlight für das Gehirn ist die Challenge, bei der die Gravitation zusätzlich mit der Sixaxis-Funktion gesteuert werden muss.

Sterntaler

Im Time-Trial-Modus muss logischerweise der Kurs möglichst schnell absolviert werden, sodass es am Ende für genügend Punkte reicht. Diese sind nämlich an eine Tabelle gekoppelt, die nach einem Run mit Sternen belohnt wird. Die Sterne sind wiederum bestimmte Geldbeträge wert, mit denen sich der Fahrer neu einkleiden oder das Lieblingsmotorrad dank neuer Reifen, Motor oder Chassis nach wünschen tunen kann. Ein zusätzliches Taschengeld gibt es nicht von der Oma, sondern durch versteckte Geldsäcke in jedem Level. Der Highscore-Modus ist ähnlich ausgelegt, nur dass es hier darum geht möglichst viele Punkte zu erzielen. Einen besonderen Score gibt es bei vier verschiedenen Hot Spots, bei denen zum Beispiel möglichst hoch oder weit gesprungen werden muss. Stürzt man jedoch von seiner Enduro gibt es einen Punktabzug.

Angespielt: Urban Trial Freestyle – Feingefühl statt Bleifuß

Fazit

„Urban Trial Freestyle“ klingt langweilig? Nicht im Geringsten, denn hier erwartet uns ein knallhartes Spiel, dass einem keine Fehler verzeiht. Die Gnadenlosigkeit erinnerte mich sofort an „Skate or Die: Bad ´n Rad“ für den GameBoy. Die interaktive Umgebung ist nicht nur sehenswert, sondern auch herausfordern, da man sein Motorrad immer unter Kontrolle behalten muss, um zum Beispiel nicht mit dem Gas bis zum Anschlag in die nächste Wand zu prallen. Gleichzeitig ist irgendwie immer alles in Bewegung, sodass der Motorradfahrer etwa auf einer Kreuzung landet auf der zehn Unfälle gleichzeitig passieren – wie bin ich da nur herausgekommen? Automatisch durchgeführt Tricks in der Luft und gezielt eingesetzte Slow-Motion-Effekte runden die Show ab. Als nettes Gimmick haben die Entwickler bei Tate Multimedia Plakatwände auf jeder Strecke eingebaut, bei dem immer der Avatar aus der Freundesliste des Spielers zu sehen ist, welcher gerade Rekordhalter für Zeitrennen oder highscore ist.

Angespielt: Urban Trial Freestyle – Feingefühl statt Bleifuß

„Urban Trial Freestyle“ hat durchaus Potential ein guter Download-Titel zu werden, gerade bei Personen mit ausgeprägter Schadenfreude, da man oft lustige Momente bei einem Kurs hat bei dem der Fahrer gerade noch mit dem Kinn hängen geblieben ist. Andererseits bietet uns das Spiel auch einen knackigen Schwierigkeitsgrad der für so manches Loch in Couchtisch oder Wand verantwortlich sein kann. Besonders schön ist dabei dieser „Ein letzter Versuch!“ im eigenen Kopf, der in eine Endlosschleife übergeht. „Urban Trial Freestyle“ eignet sich wegen seiner einfachen Bedienung und dem quick play Arcade-Prinzip immer wieder für eine Runde Stunts im heimischen Wohnzimmer.

Für einen Preis zwischen 10-15 Euro können Besitzer einer PlayStation 3 oder der PlayStation Vita das Spiel im Februar online im Store erstehen und auf Trophäenjagd gehen. 3DS Nutzer müssen dabei leider noch etwas warten. Wer nach den 40 Strecken und 5 Challenges noch nicht genug hat, der kann sich auf geplante DLCs in Form von Strecken freuen und vielleicht sogar auf einen Multiplayer-Modus.

Christian Porsch

studierte Informationsmanagement und beschäftigt sich für die Netzpiloten mit allem was in der Gamer-Szene passiert! Desweiteren interessiert er sich gleichermaßen für Film und Kino. Mitglied des Netzpiloten Blogger Networks.


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