Sonnenenergie für Zuhause: Photovoltaik im Smart Home Trend

Deutschland will das Fossil-nukleare Energiezeitalter hinter sich lassen und strebt weiter Richtung nachhaltige Energiegewinnung. Dabei spielt die Stromerzeugung aus Sonnenenergie eine entscheidende Rolle. Aber genügen unsere Bemühungen in Sachen Photovoltaik im Jahr 2018 schon? Laut Fraunhofer Institut noch nicht ganz. Demnach erreicht Deutschland seine selbstgesteckten Ziele im Ausbau erneuerbarer Energien im Photovoltaik-Bereich nur zum Teil. Dennoch liefert Sonnenenergie hierzulande bereits 1,75 Gigawatt von den angestrebten 2,5 Gigawatt pro Jahr.

Photovoltaikmarkt auf Wachstumskurs

Forschungsinstitute und Hersteller arbeiten deshalb mit Hochdruck daran, den Wirkungsgrad von Solarzellen und Modulen weiter zu steigern und gleichzeitig Herstellungskosten zu senken. Jüngst hat etwa das Fraunhofer ISE seinen Weltrekord für multikristalline Siliziumzellen auf 22,3 Prozent verbessert und so kann Photovoltaik inzwischen mit sinkenden Kosten punkten und verzeichnet weltweit wieder starken Zuwachs. Vom Wachstum des Photovoltaikmarktes, immer besseren Solartechnologien und Speichermöglichkeiten, profitieren schließlich auch die Endverbraucher.

Private Solarstromerzeuger

So wundert es nicht, dass jedes Jahr tausende kleine Photovoltaik-Anlagen auf Wohnhäusern in Betrieb gehen. In Deutschland kommen laut Bundesverband Solarwirtschaft monatlich 5.000 neue Solaranlagen auf Hausdächern hinzu, so dass er hierzulande inzwischen schon rund eine Million private Solarstromerzeuger zählt. Solarstrom zu erzeugen und selbst zu nutzen ist momentan eine der kostengünstigsten Arten der Stromversorgung. Bei kleinen Photovoltaik-Anlagen betragen die Kosten pro Kilowattstunde etwa neun bis 13 Cent – beim Stromversorger zahlen Kunden rund das Doppelte für dieselbe Leistung. Und mit einer eigenen Solaranlage lässt sich immerhin ein Viertel des Haushalt-Bedarfs decken.

Wem die Anschaffungskosten für eine eigene Solaranlage dennoch zu hoch sind, kann sich inzwischen eine Solaranlage mieten. Seit einigen Jahren bieten viele Energieversorger auch Solaranlagen zum Mieten oder Pachten an. Die Höhe der Solaranlagen-Miete hängt genau wie beim Kauf, von der Größe der Anlage ab. Für Ein- und Zweifamilienhäuser müssen Endkunden mit 50 bis 100 Euro pro Monat rechnen. Nach einer bestimmten Laufzeit können die gepachteten Anlagen dann meist kostenlos übernommen werden. Ein großer Vorteil bei dieser Variante: während der Pachtzeit kümmert sich der Vermieter um Wartung und eventuelle Reparaturen. Den so erzeugten Solarstrom können die Kunden natürlich ebenfalls für sich selbst nutzen oder ihn ins Netz einspeisen. Bei unabhängigen Vergleichsportalen können sich Verbraucher über das passende Miet-Angebot für die eigene Solaranlage informieren.

Netzeinspeisung oder Eigenbedarf? Beides!

Dank sinkender Anschaffungspreise lohnt also die Investition in eine Photovoltaik-Anlage inzwischen mehr denn je. Doch wohin mit dem zu viel sauber erzeugten Solarstrom? Strom, den der Erzeuger nicht selbst nutzt, kann er ins Stromnetz speisen und erhält eine Vergütung. Doch diese Einspeisevergütung sinkt seit Jahren und vor allem der Eigenverbrauch des Solarstroms rückt in den Fokus.

Der Trend geht in Richtung Stromspeicher für Photovoltaik-Anlagen seit auch die Anschaffungspreise für Batteriespeicher fallen. Ein eigener Energiespeicher macht Hausbesitzer zeitweise unabhängig vom Stromnetz und der Anteil an selbstverbrauchtem Strom kann auf ganze 60 Prozent steigen.

Kein Wunder, dass laut Bundesverband Solarwirtschaft deutsche Haushalte und Unternehmen allein im vergangenen Jahr mehr als 30.000 neue Solarstromspeicher installiert haben. Damit hat sich das Marktvolumen in den letzten drei Jahren verdreifacht und Solarstrom-Speicher sind inzwischen ab 3.000 Euro zu haben. Darüber hinaus können Verbraucher auch für Solarstromspeicher eine entsprechende Förderung erhalten.

Sonnige Aussicht: Smart Home begünstigt Solaranlagen

Ein weiterer spannender Trend beim Eigenverbrauch entwickelt sich außerdem im Bereich Smart Home. Hier gibt es eine Reihe von Geräten, mit denen sich Stromfluss und Energieverbrauch optimieren lassen, so dass die Umweltbelastung sinkt und die Stromersparnis weiter steigt. Auch dezentrale Energiespeicher und Smart Grids sind im Smart Home eindeutig auf dem Vormarsch und begünstigen Besitzer einer Solaranlage.

Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, sich eine Solaranlage zuzulegen, gilt es vorher die wichtigsten Voraussetzungen zu prüfen. Dazu gehören die benötigte Fläche zur Installation am Haus, der eigene Stromverbrauch, nach dem sich die Größe der Anlage richten sollte und gegebenenfalls die Finanzierung der Anlage. Nach der Montage müssen Betreiber die Photovoltaik-Anlage im Register der Bundesnetzagentur eintragen lassen, sobald sie ans Stromnetz geschlossen ist.

Über die Trends 2018 für Solarthermie-Anlagen, Photovoltaik-Anlagen, Batteriespeicher und zum Energiemanagement können sich Verbraucher zudem auf Messen wie der Intersolar Europe vom 20. bis 22. Juni 2018 in München informieren.

Dieser Artikel erschien in Zusammenarbeit mit der Beko Käuferportal GmbH.

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