Tagging: Verlage nutzen Tags um Erkenntnisse zu sammeln

Wie alle Artikel des Nieman Lab werden auch bei diesem hier eine Hand voll Tags zu Themen wie Menschen und Unternehmen eingebunden, die im Text erwähnt werden. Theoretisch könnten Schlüsselwörter wie “Tags”, “tagging”, “article tags” und “Metadaten” hilfreich sein, um die Leute auf diesen oder andere Artikel, aufmerksam zu machen. Aber nutzen alle Verleger Article Tags auf die gleiche Weise wie wir? Und machen die Tags überhaupt einen Unterschied, wenn es darum geht, ob die Menschen eine Webseite aufrufen oder nicht? Laut einem Bericht des Analyseunternehmens Parse.ly gibt es keine statistische Verbindung zwischen dem Einsatz von Tags und dem entsprechenden Traffic einer Webseite.

Wie werden Tags genutzt?

Man hat herausgefunden, dass die Verleger Tags auf kreative Weise einsetzen, um der Strategie auf die Sprünge zu helfen. (Es gibt etwa 400 Homepages die Parse.ly benutzen, wie beispielsweise The Atlantic, Slate, Mashable, Business Insider, The Globe and Mail, The New Republic und Upworthy). Innerhalb dieses Netzwerks haben 70 Prozent angegeben, Tags zu nutzen – etwa 30 Prozent kämen ohne sie aus. Im Durchschnitt werden 450 Tags pro Monat herausgegeben, pro Posting entspricht das einer durchschnittlichen Zahl von 5,2 Tags.

Parse.ly hat keine Verbindung zwischen der Gesamtzahl der Tags und dem Publikum feststellen können und die Anzahl der Tags pro Artikel, hat sich ebenfalls mit der Länge nicht geändert. “Im Wesentlichen ist es so, wenn wir die Wortanzahl eines Artikels von eins auf 10.000 erhöhen, verändert sich die Anzahl der Tags nur um einen Faktor von 0,36”, heißt es im Bericht. (Wir bei Nieman Lab taggen recht aggressiv. Bei uns ergibt das etwa 13.000 Tags in ca. 5000 Artikeln seit 2008. Unsere Tag-Seiten zählen jedoch nur einen Prozent der Seitenaufrufe. Unsere zehn meistgenutzten Tags sind The New York Times, Twitter, Business models, Facebook, Advertising, Social Media, Google, Paywalls, The Knight Foundation und Mobile.)

Tags wenden sich nicht nur an Nutzer

Lassen wir mal die Tatsache beiseite, dass die meisten Tags sich an die Nutzer wenden, dann sind die wichtigsten Tags wahrscheinlich die der Nachrichtenorganisationen. “In den letzten paar Jahren haben wir mitbekommen, dass Tags auf neue und interessante Weise genutzt werden”, sagt Andrew Montalenti, technischer Leiter bei Parse.ly. Die Ergebnisse der Untersuchung von Parse.ly weisen darauf hin, dass Verleger Fortschritte beim Strukturieren von Daten bei der Contenterstellung und Audioanalyse machen. Die Unternehmen entwickeln sich weiter, schon längst werden Tags nicht mehr  nur benutzt, um die Artikel bei Google oder in einem Archiv unterzubringen. Neu ist, wie Parse.ly herausgefunden hat, dass die Verleger die Tags nutzen, um ihre Artikelformate zu kategorisieren (z.B.: Artikel, Tests, Videos), um den Paywall-Status herauszufinden und gesponserten Content einzuordnen.

Tags verweisen auch auf Marken

Die gleiche organisatorische Arbeit, um Artikel zu finden, zu filtern und zu sortieren, wird auch in verschiedenen Arbeitsschritten in den Redaktionen genutzt, sagt Montalenti. Eine Seite, auf der sich nur Werbung befindet, kann bei bestimmten Kampagnen – die auf Tags basieren – berichten, welcher Inhalt und welche Marke hier aufgeführt wird. Im Falle einer Seite wie The Globe and Mail werden Tags genutzt, um herauszufinden, welche Artikel nur für Abonnenten verfügbar sind und auf welche jeder zugreifen kann. Im vergangenen Jahr hat Joshua Lasky, Marketingmanager bei Atlantic Media Strategies, darüber geschrieben, wie die Medienfirmen Tags nutzen können:

Man kann hier sicherlich noch inhaltlich eine Menge optimieren. Beispielsweise sollte ein Video dabei sein, wenn man einen Artikel über das Wetter taggen möchte. Man könnte nun analysieren, ob dieses Element die Artikelleistung verbessert hat. Dies könnte dabei helfen, herauszufinden, ob es sinnvoll ist, in Zukunft noch mehr Videos einzubetten.

Im Juli hat die New York Times einen kurzen Blick auf ihr neues automatisiertes Tagging-Tool gewährt. Es wird noch weiterentwickelt. Alexis Lloyd, der Leiter des Research and Development Lab, sagte, dass solche Tools der Times dabei helfen werden, in Zukunft neue Produkte zu erstellen.


Image & Teaser Tastatur (adapted) by Life-Of-Pix (CC0 Public Domain).


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Justin Ellis

Justin Ellis

ist Redaktionsassistent im "Nieman Journalism Lab". Davor arbeitete er als Autor beim Portland Press Herald/Maine Sunday Telegram, wo er über die Themen Wirtschaft, Politik, Kultur und Technologie berichtete. Ellis war Fellow des "Knight Digital Media Center" und für "Investigative Reporters and Editors" tätig.

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