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HTC Power to Give: Smartphone-Rechenleistung der Wissenschaft spenden

Die Wissenschaft wird schon die Probleme unserer Welt lösen, irgendwann. Mit der von HTC veröffentlichten App „Power to Give“ kann man nun das eigene Smartphone dabei helfen lassen. // von Daniel Kuhn

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Viele wissenschaftliche Berechnungen benötigen Unmengen an Rechenleistung, die nur wenige Supercomputer bereitstellen können. Diese Computer sind nicht nur rar, sondern deren Benutzung aus dem Grund auch entsprechend teuer. Dr. David Anderson von der University of California in Berkeley hat sich nun mit HTC zusammengetan, um die ungenutzte Rechenleistung von Smartphones für derartige wissenschaftliche Berechnungen zu nutzen.


Warum ist das wichtig? Gesellschaftliche Probleme wie Krankheiten können mithilfe der Wissenschaft erforscht und gelöst werden – durch unsere rechenstarken Smartphones kann jeder dabei mitmachen und helfen.

  • Das Smartphone wird durch „HTC Power to Give“ Teil eines großen Computernetzwerkes und übernimmt kleine Teile von wissenschaftlichen Berechnungen.
  • HTC „Power to Give“ und BOINC bieten leichten Zugang zu den verschiedensten Projekten der Forschung.
  • Das Smartphone wird nur verwendet, wenn es sich im WLAN und am Stromnetz befindet um Batterie und Datenvolumen zu schonen.

Die Rechenleistungen unserer Smartphones bleibt oft ungenutzt

Die Idee ist nicht ganz neu. Komplexe wissenschaftliche Berechnungen an überall auf der Welt vorhandene Rechner zu verteilen, wenn diese ungenutzt sind. Ende der 90er Jahre hat das Seti@Home-Programm Schlagzeilen in diesem Bereich gemacht, mit dem im Weltall nach außerirdischem Leben gesucht wird. Dieses Projekt ist nur eines von vielen, die zur BOINC-Plattform gehören, die von Dr. David Anderson mitentwickelt wurde. Mit dem anhaltenden Siegeszug von Mobile-Geräten gibt es allerdings auch immer weniger Rechner, die die wissenschaftlichen Kalkulationen übernehmen. Der Griff zum Smartphone scheint also nicht logisch, sondern auch nötig.

Die heutigen Smartphones der Spitzen- und Mittelklasse besitzen nicht nur mehr Rechenleistung als der durchschnittliche Nutzer überhaupt brauchen kann, sondern auch mehr als viele ältere Computer. Eine BOINC-App für Android soll sich diese seit einiger Zeit zu Nutzen machen. Nun hat Dr. David Anderson sich mit einem der großen Smartphone-Hersteller, HTC, zusammengetan und das Projekt und die dazugehörige App „Power to Give“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, durch den großen Namen des Herstellers, mehr Aufmerksamkeit auf das Projekt zu ziehen, um die Forschungen auf unterschiedlichen Gebieten voranzutreiben.

HTC Power to Give funktioniert nur, wenn man das Telefon mit dem Ladekabel verbunden hat und es sich in einem WLAN-Netz befindet. Hintergrund ist, dass der Nutzer nicht durch höheren Akku- oder Datenverbrauch belastet werden soll – der perfekte Zeitraum für die Nutzung der App ist also nachts, wenn man schläft. Außerdem hat der Nutzer die freie Wahl, welche wissenschaftlichen Projekte er unterstützen möchte.

Der einzige Nachteil an der App von HTC ist bisher, dass sie vorerst nur mit einigen HTC-Smartphones, sowie dem Samsung Galaxy S4 und dem Sony Xperia Z1 kompatibel ist – weitere Smartphones sollen aber im Laufe der nächsten sechs Monate hinzugefügt werden. Wer kein kompatibles, aber trotzdem leistungsstarkes Smartphone besitzt, kann sich alternativ auch die BOINC-App herunterladen – die Rechenleistung kommt auf jeden Fall bei den richtigen Projekten an.

Die gesellschaftlichen Auswirkungen sind gewaltig

HTC gibt an, dass wenn eine Million HTC One-Modelle die App nutzen, eine Rechenleistung entstehen würde, die der eines Supercomputers entspricht – wenn die App nun auch noch flächendeckend für weitere Modelle verfügbar gemacht wird, könnte dies gewaltige Auswirkungen auf die wissenschaftliche Arbeit, aber auch auf die Gesellschaft haben. Der Nutzer kann auswählen, ob er sich an der Erforschung seltener Krankheiten, am Kampf gegen AIDS und Krebs, der Simulation von Proteinfaltungen für den Einsatz in Medikamenten, der Suche nach außerirdischem Leben und einer Vielzahl weiterer Projekte aus den Bereichen Medizin, Umwelt, Astronomie, Physik, Chemie, und vielen mehr beteiligen.

Klar, das ganze klingt unheimlich utopisch und idealistisch im Kampf für eine bessere Welt, aber es hat tatsächlich bereits Auswirkungen. Ein japanisches Forscherteam hat mithilfe des World Community Grid sieben verheißungsvolle Kandidaten für ein Medikament gegen Neuroblastom entdeckt, einer der häufigsten und gefährlichsten Krebsarten bei Kindern. Statt uns also zurück zu lehnen und zu warten, bis die Wissenschaft mit Lösungen für Probleme um die Ecke kommt, können wir die Forscher mit der Rechenleistung unserer Gadgets unterstützen und das quasi im Schlaf.

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Daniel Kuhn

Daniel Kuhn

ist Wahl-Berliner mit Leib und Seele und arbeitet von dort aus seit 2010 als Tech-Redakteur. Anfangs noch vollkommen Googles Android OS verfallen, geht der Quereinsteiger und notorische Autodidakt immer stärker den Fragen nach, was wir mit den schicken Mobile-Geräten warum anstellen und wie sicher unsere Daten eigentlich sind.

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