C3S

C3S kann die Alternative zur GEMA werden

Bislang ist die GEMA die wichtigste Verwertungsgesellschaft auf dem deutschen Musikmarkt. Doch jetzt startet die C3S mittels einer Crowdfundingkampagne ins neue Jahr, um endlich eine Alternative zu bieten. // von Niklas Möller

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Jahrelang war die  GEMA in Deutschland konkurrenzlos, doch das wird sich demnächst ändern. Schon seit längerer Zeit hat die Musikverwertungsgesellschaft mit aufkommender Kritik zu kämpfen. Immer mehr Musiker können oder wollen sich nicht von ihr vertreten lassen. Für all diejenigen stellt die neue Cultural Commons Collecting Society (C3S) einen lang ersehnten Gegenentwurf zur GEMA dar.

Die C3S kann eine Alternative zur GEMA werden

Die Unterschiede verdeutlichen, warum die C3S eine ernsthafte Alternative zur GEMA ist. Etwa die Hälfte der 920 Mitglieder sind nutzende Mitglieder. Das können zum Beispiel Komponisten, Texter, DJs, Remixer oder Produzenten sein, die jeweils über das gleiche Stimmrecht verfügen, unabhängig von deren Einkommen. Außerdem will die C3S nicht – wie die GEMA – zwingend den gesamten Katalog einzelner Künstler vertreten, sondern auch anbieten, bei Bedarf nur einzelne Werke zu verwerten. Ein weiterer wichtiger Aspekt in dem Geschäftsmodell ist die Unterstützung von Creative-Commons-Lizenzen, die erstmals eine Marktgleichheit für alternative Lizenzierungsmodelle gewährleisten soll.

Insbesondere die Abrechnung von Konzertveranstaltungen soll sich durch die C3S einfacher gestalten. Nicht nur die Veranstalter würden von diesem neuen Dienst profitieren, für die ein großer Teil des Arbeitsaufwandes wegfällt, auch für die Musiker würde es fortan genügen, ihre Titellisten mit einem einzigen Knopfdruck einzureichen. Das Besondere daran ist, dass der Service schon vor der Zulassung verfügbar sein wird und auch und gerade für alle GEMA-Mitglieder ein großer Vorteil ist. Die Listen müssen bei der GEMA eingereicht werden (GEMA-Vermutung: wird es auch bei der C3S geben). Auf Basis der Listen berechnet die GEMA die Lizenzgebühren. Sind die Aufführenden die Komponisten erhalten sie Geld – ohne Liste sehr viel weniger. Veranstalter weisen über die Listen wiederum aus, ob ein Stück überhaupt GEMA-pflichtig ist oder gegenenfalls ein CC-Stück ist – wodurch Veranstaltungen wie die Fête de la Musique Einsparungen hätten. Diese Listen sind momentan mit viel administrativem Aufwand verbunden. So viel, dass trotz Einnahmequelle viele GEMA-Mitglieder keine Listen abgeben. Diesen Aufwand vereinfacht C3S für GEMA-Mitglieder und Nichtmitglieder.

Durch einen zusätzlichen Konkurrenten wären die Künstler nicht mehr wie bisher an die GEMA gebunden, sondern hätten endlich eine Alternative.

Crowdfunding-Kampagne „Wintervorrat“

Um all diese Pläne in die Tat umzusetzen und tatsächlich bis Ende 2015 den Antrag zur Zulassung beim Deutschen Patent- und Markenamt stellen zu können, hat die C3S unter dem Motto „Wintervorrat“ eine Crowdfunding-Kampagne initialisiert. Gelder in Höhe von mindestens 30.000 Euro sollen auf diese Weise bis zum 31. Januar 2015 zusammenkommen. Diese werden dringend benötigt, um eine Haushaltssperre des Landes Nordrhein-Westfalen zu beenden, die erst nach dem Einbringen von genügend Eigenkapital aufgehoben wird.

Bereits 2013 gelang dem Projekt mit einer Summe von insgesamt 117.000 Euro plus weiteren 31.000 Euro Kapital durch die Gründer eine der damals erfolgreichsten Crowdfunding-Kampagnen des Jahres in Deutschland. Ein weiteres 14 tägiges Flashfunding im November/Dezember 2013 brachte zusätzlich 40.000 Euro ein. Wer die C3S bei der Finanzierung unterstützen möchte, hat hier noch bis zum 31.01.2015 die Gelegenheit dazu.


Teaser & Image by C3S


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Niklas Möller

Niklas Möller

hat in Hamburg Informationsmanagement studiert. Zur Zeit ist er Praktikant bei den Netzpiloten.

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