Asus Zenbook im Test: In zwei Sekunden am Arbeitsplatz

Als Intel auf der Computex in Taiwan Mitte 2011 die neue PC-Klasse der Ultrabooks vorstellte, wurde mein Interesse erst nur geringfügig geweckt. Nicht weil ich den Vorsprung nicht interessant fand, sondern weil ich neuer Technik immer erstmal vorsichtig entgegenblicke, da sie meist überteuert und unausgereift ist. Zum Dezember hin, habe ich dann aber meine Neugierde nicht mehr zurück halten können und mir diese Wundergeräte genauer angeschaut und sogar eines dieser Top-Geräte gekauft. Nach etlichen Vergleichen, bin ich beim Asus Zenbook UX31e hängen geblieben. Mein Fazit nach einem Monat: ab sofort nur noch Ultrabooks. Warum das so ist? Erfahrt Ihr im Testbericht.

Klein, aber oho…

Was mich am meisten beeindruckt hat, ist die Leistungsfähgikeit, die in diesem Zwerg steckt. Mein erworbenes Gerät besitzt einen Intel Core i7-2677 M-Prozessor, der mit 1,8 GHz läuft und 4 GB Arbeitsspeicher integriert hat. Das alleine ist im Grunde schon mal Luxus. Mit Turbo-Boost schafft er übrigens bis zu 2,9 GHz laut Hersteller. Hinzu kommt aber auch noch eine 128 GB große SSD-Festplatte von Adata, die einen Systemstart hinlegt, der dem Abschuss einer russischen Langstreckenrakete gleich kommt. Aus dem Kaltstart benötigt das Zenbook keine 19 Sekunden, inklusive einwählen ins W-Lan, bis es das Ziel erreicht hat. Aus dem Stand-by-Modus benötigt es sage und schreibe zwei bis drei Sekunden. Instant on macht es möglich. Und mehr geht derzeit eigentlich auch nicht für diese Geräte. Die Entwicklung der SSD-Technik ist derzeit auch auf einem vertrauensvollen Level. Vor zwei Jahren hätte ich mir die Festplatten noch nicht gekauft. Momentan sind sie aber neben der Leistungsfähigkeit auch robust genug, um einer langen und ausdauernden Nutzung standzuhalten. Ob sich das auch bei meinem Gerät bewahrheitet wird die Zeit zeigen, aber ich glaube nicht an Probleme.

Industriell anmutende Haute Couture…

Das Design überzeugt sofort. Mit seinem kreisförmig-geschliffenem Aluminium-Look ist das Zenbook ein absoluter Hingucker. Natürlich ist Design immer auch Geschmackssache, aber wer das MacBook Air schick findet, wird dieses Gerät auch mögen, denn beide Ultrabooks sind in einem gutverarbeiteten Aluminium-Gehäuse eingebettet. Es gibt kein Plastik. Sogar die Tasten sind aus Aluminium. Von daher ist das Gerät nicht nur schön anzuschauen, sondern auch gut zu transportieren, da man keine Angst haben muss, dass beim Transport irgendwas eingedrückt wird oder absplittern kann. Trotz metalischer Rundum-Verarbeitung wiegt das Gerät aber nur 1,3 Kilogramm, was den Transport wahrhaftig kinderleicht macht. Das Zenbook ist super-schmal und mit seinem 13,3-Zoll-Display nur unwesentlich größer als ein A4 Blatt. Es passt in jede Reisetasche oder (wichtig für einige Damen) in (fast) jede Handtasche. Die Anschlüsse sind gut integriert. Nur der Netzstecker wackelt ein wenig. Ich hoffe das ist kein globaler Produktionsfehler? Vielleicht gibt es Leser, die dazu was beitragen können? Apropos Anschlüsse. Wir haben einen USB 2.0 und USB 3.0-Anschluss sowie einen SD-Kartenleser, eine verkleinerte HDMI- und VGA-Buchse. Ein Netzwerkanschluss fehlt komplett. Das ist der Kompromiss, den man eingehen muss, wenn man es ultraflach haben will. Einen Kopfhörer-Ausgang gibt es auch noch. Natürlich. Das Design ist übrigens keilförmig, wird also von hinten nach vorne immer schmaler. Cool!

Voll den Durchblick… und das länger als gedacht…

Das Display ist so eine Sache für sich. Im Vergleich mit anderen Ultrabooks ist es sehr gut. Was mich aber dennoch stört, ist dieser Trend zum spiegelnden Look. Ich meine ganz ehrlich. Rasieren tu ich mich vor dem Spiegel und nicht am Bildschirm. Oder wollen die Hersteller etwa eine neue Nische einnehmen? Vorab war das Display aber auch eines meiner Hauptkriterien. Es ist sehr leuchtstark. Man kann am Tage und in der Nacht gut sehen und mit einer Auflösung von 1600 x 900 Bildpunkten hat das Zenbook die Nase ganz weit vorne. Ja sogar das MacBook Air kann mit seinen 1440 x 900 Pixeln auf 13,3 Zoll nicht mithalten. Nun sagt der Fanboy sicherlich.. „Toll. Und dafür kannst du die Buchstaben nicht mehr lesen“, aber dem ist nicht so. Für Rentner ist es sicherlich keine Alternative, aber für einen gesunden Brillenträger meines Alters spielt das noch keine Rolle und somit habe ich voll den Durchblick. Allerdings muss ich sagen, ist das MacBook Air blickwinkelstabiler. Zumindest habe ich das bemerkt, als ich zuletzt auf das Gerät einer Freundin geschielt habe. Also 1:1 um die Ehre des Fanboys nicht zu sehr anzugreifen.

Was gibt es noch herausragendes zusagen, bevor mich mit dem einzigen großen Manko auseinandersetze? Ach ja. Die Akkulaufzeit dürfte viele interessieren. Zuerst einmal im Test bei den Experten steht 2 Wochen Laufzeit im Stand-by-Modus. Liegt daran, dass im Stand-by-Modus ganz genau 0 Watt verbraucht werden. Im Arbeitsmodus verspricht der Hersteller 7 – 8 Stunden Akkulaufzeit. Ich sehe das anders. Es ist mehr. Ich nutze mein Asus Zenbook sowohl im Büro wie auch daheim und das alles in allem manchmal locker 9 Stunden am Stück ohne es an die Steckdose anzuschließen. An einem verregneten Sonntag habe ich mir auch mal Chevy Chase’s „Eine schöne Bescherung“ und „Der Maschinist“ mit Christian Bale hintereinander angeschaut, ohne das der Akku Probleme bereitet hat. Danach sogar noch ein wenig gesurft, bevor ich erstmals den Netzstecker vorgeholt habe. Kurzum die Akku-Laufzeit ist ein Knüller. Und somit auch das perfekte Arbeitsgerät, nicht nur für daheim, sondern auch für unterwegs.

Nichts für Helden und Weltenretter…

Ja das einzige große Manko interessiert euch jetzt sicher. Es ist ein Manko, welches für mich persönlich eigentlich keines ist, aber ich will es mal nicht unter den Tisch fallen lassen. Ich spreche von der Grafikkarte. Diese ist keines Falles „schlecht“ im Sinne des Wortes, sondern ist mit Abstrichen zu genießen. Will sagen: surfen und Filme schauen sowie arbeiten stellen keine großen Herausforderungen dar, spielen ist aber nur bis zu einem bestimmten Entwicklungslevel gegeben. Ich habe mal Testweise „Rage“ gespielt, weil in den Testberichten gesagt wurde, dass die Grafikkarte da nicht hundertprozentig mitspielt. Und ja es stimmt. Die CPU-interne HD-3000-Karte wird für den eingefleischten Gamer, zu denen ich nicht gehöre, nicht ausreichen, um Planeten von Zombies zu befreien oder gar ganze Universen zu retten. Wer aber Held der Arbeit oder einfach nur Zeitspringer sein will, der ist hier gut beraten.

Fazit…

Mein Fazit ist ganz klar: super! Ab sofort nur noch Ultrabooks, dass sagte ich ja schon am Anfang. Es ist dem MacBook Air beispielsweise ebenbürtig, wenn nicht sogar um eine Nasenlänge voraus und gerade der Preis von 1.100 Euro überzeugt. Vorausgesetzt man kann auf den Apfel am Gehäuse verzichten. Was ich mir noch gewünscht hätte, wäre eine Tastaturbeleuchtung. Obwohl ich das Zehn-Finger-Blindschreiben beherrsche, suche ich manchmal doch ab und an die Sonderzeichen in der Zahlenleiste ab und da wäre ein Licht im Dunkeln manchmal vorteilhaft. Doch alles Gute ist nie beisammen, sagte mir ein Freund, der mich beim Kauf gut beraten hat und somit konnte ich darauf gut verzichten. Ich möchte nie wieder etwas anderes vor mir und unter meinen Fingern haben, als ein Ultrabook. Und gerne ein Leben lang, so zufrieden sein wie mit meinem Asus Zenbook UX31e!

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Andreas Weck

Andreas Weck

schreibt seit 2011 für die Netzpiloten und war von 2012 bis 2013 Projektleiter des Online-Magazins. Zur Zeit ist er Redakteur beim t3n-Magazin und war zuletzt als Silicon-Valley-Korrespondent in den USA tätig.

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