Wir stellen uns vor, es gibt eine Sendung/Event/Podiumsdiskussion zum Thema XYZ, das irgendwie mit dem Internet zu tun hat. Eingeladen sind ein paar Experten. Einer von Ihnen sagt die folgenden Begriffe, egal welche Frage ihm/ihr gestellt wird:

- Resonanz
- Aufschaukeln
- System
- Rückkopplung
- Dynamik

Wer, in drei Teufels Namen könnte das sein, dass er/sie es schafft, mit uraltem systemtheoretischem Geschwurbel aus den Achtziger heute hochdotierte Beraterverträge an Land zu ziehen, ohne vor Scham zu erröten. Und alle hören andächtig zu und nicken wissend, als hätten diese Sätzen ihnen wirklich den Nebel aus den Hirnen vertrieben. Nein, liebe Gemeinde, ich hacke nicht auf ihm/ihr herum. Ich mache mir Gedanken über sein/ihr Publikum. Offenbar hat keiner an der Uhr gedreht, und trotzdem ist es schon zu spät.



Über den Autor
Jörg Wittkewitz   ist seit 1999 als Freier Autor und Freier Journalist tätig für nationale und internationale Zeitungen und Magazine, Online-Publikationen sowie Radio- und TV-Sender. (Redaktionsleiter Netzpiloten.de von 2009 bis 2012)
Jörg Wittkewitz | Netztheorie | 07.02.11, 10:00
 
 

2 Kommentare zu “Wer war’s: Wer hat’s gesagt?”
 
10:56 | Feb 10' 2011| C.P.Seibt schreibt:

Ein Experte, meinte G.B.Shaw, ist ein ganz normaler Mann, der in sein Büro geht. Heute sind die überall. Für alles.
Ihre Verzweiflung über die gedrehte Uhr teile ich. Und würde gern darauf hoffen, dass jegliches Geschwurbel überall automatisch entfernt würde, auch das von Experten auf der Höhe von Heute.
Ach, gäbe das Platz. Und Ruhe.

 
15:11 | Feb 10' 2011| Was ist ein Argument? Der Troll als Aufklärer « Differentia schreibt:

[...] man sagen, dass Internet-Trolle besser geeignet sind, das Internet verstehbar zu machen als jeder Psychologie-Professor. Allerdings wären Methoden der Professinalisierung zu erlernen und ich möchte vermuten, dass die [...]

 
 
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