Die Auswahl ist groß: Wie findet man das beste Restaurant? (Foto: dickuhne auf Flickr)
Auf der Suche nach dem Restaurant, ungefähr 200x
Im Web 2.0 wurden dann Verfahren entwickelt, wie man diese Probleme lösen kann. Suchmaschinen essen nach wie vor nicht in italienischen Restaurants, allerdings gibt es zahlreiche Menschen, die das tun. Es reicht somit, diesen Menschen eine Möglichkeit zu geben, ein Restaurant zu beurteilen: diese Beurteilungen kann man dann lesen und eine Entscheidung treffen. Die Suchmaschine hat immer noch keine Ahnung, was Entfernung bedeutet, doch kann man Nutzer auf eine Karte Standorte von Restaurants eintragen lassen. Doch nach wie vor gibt es Probleme: ein Suchvorgang ist umständlich. Man muss zahlreiche verschiedene Seiten und Dienste konsultieren oder auf ein entsprechendes MashUp hoffen. Und die "Pizzeria" fällt nach wie vor unten durch.
Auf der Suche nach dem Restaurant, ungefähr 20xx
Wir schreiben das Jahr 20xx. Die Probleme des Web 1.0 und 2.0 existieren nicht mehr, denn das Web 3.0 ist da, ein "denkendes" Web. Fragt man nun die Suchmaschine nach einem guten italienischen Restaurant in München in der unmittelbaren Nähe, tut sie das, was auch ein guter Freund tun würde: sie nennt einen Namen und eine Adresse. Denn sie weiß, was "gut" bedeutet, denn vorherige Gäste haben das Restaurant bewertet. Sie weiß auch, was "in unmittelbarer Nähe" bedeutet, denn sie kennt den geographischen Standort des Restaurants. Und tatsächlich, sie findet die schnuckelige kleine "Pizzeria": die Suchmaschine weiß jetzt nämlich, dass eine "Pizzeria" ein "italienisches Restaurant" ist.
Wie könnte so etwas funktionieren? Nun, man bräuchte eine Möglichkeit, ein Web zu schaffen, dessen Sinn von Maschinen verstanden werden kann. Diese Idee geistert als "semantisches Web" bereits seit den frühen Tagen des Internets durch den virtuellen Raum. Man müsste außerdem die Daten anzapfen, die das Web 2.0 kreiiert, und sie dann sinnvoll mit einer Suchanfrage verknüpfen. Eine Maschine müsste also in der Lage sein, aus den Daten auszuwählen, was sie gerade benötigt, und alles andere zu vergessen. Dafür bräuchte eine Maschine künstliche Intelligenz. Man könnte also definieren: Web 3.0 = semantisches Web + künstliche Intelligenz.
Über den Autor
Björn Rohles ist Medienwissenschaftler und arbeitet als Projektmanager für das Netz. Natürlich hat er sein eigenes Blog jorni.de, in dem er seine Gedanken und Entdeckungen zu digitalem Papier bringt.










