US–Handelskammer verklagt Yes Men

screenshot yesmen

Mit der US–Handelskammer ist offenbar nicht zu spaßen: Nach einer gefakten Pressekonferenz, die das Aktivisten–Duo Yes Men im Namen der Kammer veranstalteten, reichte die mächtigste Lobbyorganisation der USA Klage ein. Das melden die US–Blogs Boingboing und Mother Jones.

Die Yes Men hatten auf der Pressekonferenz am 19. Oktober einen Pressetermin abgehalten, auf der sich Yes Men Andy Bichlbaum als Sprecher der US–Handelskammer ausgab und verkündete, dass die Handelskammer ihre ablehnende Haltung zur aktuell im Kongress diskutierten US–Klimagesetzgebung aufgeben will. Zitat:

„We at the Chamber have tried to keep climate science from interfering with business. But without a stable climate, there will be no business.“

Auf einer ebenfalls gefälschten Homepage ist das Manuskript der Rede noch interlegt. Die Pressekonferenz wurde von dem echten Sprecher der Handelskammer beendet.

Jetzt zieht die Handelskammer Konsequenzen: in Washington verklagte sie Jacques Servin und Igor Vamos (aka Andy Bichlbaum und Mike Bonanno, die Yes Men) wegen Verletzung von Markenrechten, falscher Werbung und unfairem Wettbewerb. Auch einige Mitglieder der Aktivistengruppe Avaaz Action Factory sind von der Klage betroffen.

In der Pressemitteilung der Handelskammer anlässlich der Klage heisst es: „The defendants are not merry pranksters tweaking the establishment. Instead, they deliberately broke the law in order to further commercial interest in their books, movies, and other merchandise.“

Der Film „The Yes Men fix the world“, in dem das Duo mit jeder Menge ähnlicher provokanter Aktionen und gefakten Pressekonferenzen und Interviews auf die Missstände der Welt aufmerksam zu machen versucht, läuft derzeit noch in Kinos in den USA.

Meike Laaff

(www.laaff.net) lebt und arbeitet als Journalistin in Berlin. Sie ist stellvertretende Ressortleiterin bei taz.de, schreibt für überregionale Zeitungen, Onlinemagazine und produziert Radiobeiträge. Sie betreut zudem das taz-Datenschutzblog CTRL.


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4 comments

  1. Das was mit den mutigen Yesmännern passiert erlebt die Schweiz seit 2 Jahren. Auch sie will man kapput machen. Sie passt weder in die EU noch in einfriedliches und freies Welt
    bild. Die USA ziehen die Fäden im Hintergrund genau so wie sie die EU beherrscht. Ich wünsche den Angeklagten Richter, die den Mut haben die Wahrheit ans Licht zu bringen. Licht und Gottessegen sollen sie begleiten.

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