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Siri Kurzbefehle: So erleichtert ihr in iOS 12 euren smarten Alltag

Siri Kurzbefehle iOS 12

Selten habe ich so gespannt auf ein Software-Update von Apple gewartet wie auf iOS 12. Das liegt vor allem an Apples Automatisierungsfunktionen namens Siri Kurzbefehle. Sie sind Teil des Betriebssystems, aber auch als eigenständige App verfügbar. In letzterer Form ersetzen sie die aufgekaufte Anwendung Workflow. Damit lassen sich viele alltägliche Aufgaben automatisieren und per Sprachanweisung gebündelt starten. Das geht sowohl mit dem iPhone als auch beispielsweise mit dem HomePod.

So funktioniert Siri Kurzbefehle

In Prinzip ist es ganz einfach. Mit Siri Kurzbefehle können Nutzer nun eine Reihe von Anwendungen mit der Sprachsteuerung und damit auch dem HomePod verknüpfen. Dabei lernt Siri einerseits bestimmte Anwendungsszenarien und schlägt sie dem Nutzer als Kurzbefehl vor. Beispielsweise bot mir Siri heute nach einem Chat in WhatsApp mit Kollege Berti an, daraus einen Kurzbefehl zu erstellen. Gesagt, getan. Und so öffnet sich nun automatisch der WhatsApp-Chat mit meinem Kollegen, wenn ich „Hey Siri, Nachricht an Berti“ sage. Wieder drei Klicks gespart.

Außerdem können Anwender mit der neuen App eigene Siri Kurzbefehle erstellen. Diese Anwendung ist eine Weiterentwicklung der ehemals eigenständigen, inzwischen aber aufgekauften Apple-App Workflow. Ein Kollege brachte es neulich so auf den Punkt: „Shortcuts ist Workflows auf Steroiden“. Mit der Kurzbefehl-App lassen sich individuelle Tasks erstellen, die der Nutzer dann mit nur einem Klick oder nun auch einem Siri-Kommando ausführen kann.

„Hey Siri, wie jeden Morgen“: So simpel ist Automatisierung in iOS 12

Als beispielhafte Tasks für den HomePod eignen sich naturgemäß erst einmal alle, die etwas mit Musik zu tun haben. So lässt sich über die Einstellungen in iOS 12 unter dem Eintrag Siri & Suche festlegen, dass Siri auf den Befehl „Hey Siri, play Playlist“ die aktuelle Playlist abspielt. Nimmt man einen Kurzbefehl aus der Workflow-App „Tweet Song“ dazu, und verknüpft diesen Task ebenfalls mit Siri, lässt sich der aktuell abgespielte Song gleichzeitig per Sprachbefehl „Hey Siri, tweet song“ auf Twitter teilen.

Ein Kurzbefehl für alle: HomePod, iPhone, iPad und Apple Watch

Die Beispiele mögen zwar recht simple sein. Sie zeigen aber gut, wie einfach sich die Makroanwendungen erstellen und mit Siri verbinden lassen. Außerdem bekommt man einen kleinen Eindruck davon, was in Sachen Heimautomatisierung mit dieser Verknüpfung alles möglich wird.

Siri Kurzbefehle HomePod iPad iPhone Apple Watch
Siri Kurzbefehle funktioniert auf dem HomePod, iPhone, iPad und der Apple Watch. Screenshot by Berti Kolbow-Lehradt


Reiht man verschiedene Tasks zu einer Routine aneinander, genügt ebenfalls ein einziger Sprachbefehl, um sie alle auf einmal auszulösen. In der Kurzbefehl-App macht euch Apple dazu schon ein paar Vorschläge für verschiedene Tasks. So könnte der Morgen damit beginnen, Playlisten, Kaffeemaschine und Licht über einen einzigen Sprachbefehl auszulösen. Dazu müsst ihr euch nur die entsprechende Routine erstellen und ihn zu Siri Kurzbefehle hinzufügen. Denkt euch einen schönes Kommando aus und schon sollte die Routine starten. Meine heißt „Hey Siri, wie jeden Morgen“. Auf folgende Weise habe ich sie erstellt.

Meine Morgenroutine besteht im Wesentlichen aus diesen Kurzbefehlen. Screenshot by Lena Simonis

Quick-Tipp: So erstellt ihr in der App für Siri Kurzbefehle eine Routine


Ladet euch die App aus dem App Store kostenlos herunter. In der Galerie findet ihr zahlreiche fertige Shortcuts. Wählt ein paar spannende aus und speichert sie in eurer Bibliothek. Die Shortcuts stehen euch nun dort zur Verfügung. Außerdem findet ihr am Ende der Liste einen Button „Kurzbefehl erstellen“. Hier öffnet sich ein Bearbeitungsfenster für den neue Kurzbefehl. Über das Menü am Seitenende könnt ihr die verschiedene Aktionen hinzufügen.

Geht dazu auf die Suche. Dort erscheinen verschiedene Vorschläge. Wählt „Arbeiten mit Skripten“. Sucht in diesem Menü nach der Gruppe „Shortcuts“. Fügt „Kurzbefehl ausführen“ in euren neuen Kurzbefehl ein. Konfiguriert nun den eigefügten Kurzbefehl indem ihr unter „Auswählen“ einen der Shortcuts aus eurer Bibliothek wählt. Fügt auf diese Weise weitere Kurzbefehle zu einer Routine zusammen. Oben ganz rechts im Bearbeitungsfenster findet ihr noch einen Button, der zu den Einstellungen für eure Routine führt. Hier könnt ihr die Routine benennen und ihr ein individuelles Symbol sowie eine Siri-Phrase zuweisen.

Die Morgenroutine: Shortcuts in Aktion

Hier könnt ihr die einzeln ausgeführten Tasks meiner Morgenroutine noch einmal im Detail ansehen. Ich habe zur Veranschaulichung noch einen kleinen Text an mich selbst davor geschaltet und einen Zahnputztimer zwischen „Play Playlist“ und „Tweet Song“ eingebaut.

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Morgenroutine in #Shortcuts #Apple

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Fazit: Automatique, c’est chic

Kurzbefehle in Siri machen nicht nur Spaß, sondern erleichtern mit sinnvollen Automationen den Alltag. Mit ein bißchen Fantasie und Verstand können sich smarte Nutzer ihre ganz individuelle Makroanwendung erstellen und sie Siri beibringen. Die KI lernt noch ein bißchen langsam und reagiert auf den verknüpften Sprachbefehl nicht immer mit einem perfekt ausgeführten Shortcut.

Dennoch wird eine trainierte KI mit der entsprechend kombinierten Hardware mein digitales Leben ab sofort bereichern. Dank der vielen Kurzbefehle können aus drei gesparten Klicks nämlich ganz schnell 30 oder 300 werden.

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Images by Apple / Berti Kolbow-Lehradt / Lena Simonis

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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • CEBIT gruenderszene: Die Cebit will zum hippen Tech-Festival werden: Noch ist die CeBit in vollem Gange – da wird schon ein Paradigmenwechsel für das nächste Jahr angekündigt: die CeBit 2018 wird in den Sommer verlegt. Grund dafür ist das Bedürfnis der Veranstaltung sich neu zu erfinden, die Besucherzahlen gehen seit Jahren nach unten und die Messe steckt in der Krise. Ob es die verstärkte B2B-Ausrichtung des Events oder die internationale Konkurrenz ist (bspw. Findet der Mobile World Congress kurz vor der CeBit statt) – fakt ist, es muss sich etwas ändern. Nur ob die neue Ausrichtung daran etwas ändert, ist fraglich.

  • FACEBOOK zeit: Facebook führt Anfechtungstool für Falschmeldungen ein: Facebook gegen Fake News. In der US-amerikanischen Facebook-Version ist jetzt ein Warnfeature gegen Fake News eingeführt worden. Ein Warndreieck markiert Facebookinhalte, die im Verdacht stehen, Fake-News zu sein. Facebook-Nutzer können fragwürdige Inhalte melden und diesen so „anfechten“. Auch in Deutschland könnten die Faktenchecks bald eingeführt werden.

  • WORKFLOW appgefahren: Automations-App von Apple übernommen & jetzt kostenlos: Apple hat jetzt die ehemals kostenpflichtige App Workflow gekauft und jetzt kostenlos im App Store erhältlich gemacht. Workflow geht aus einem kleinen Entwicklerteam hervor und der Deal mit ihnen wurde nun gestern finalisiert. Mit Workflow lassen sich Makros erstellen, die komplexe Arbeitsabläufe auf Knopfdruck ausführen. So können beispielsweise Termine aus dem Kalender abgefragt oder auch neue Termine eingetragen, Fotos automatisch bearbeitet oder sogar der Akkustand des Geräts abgefragt werden.

  • LET’S PLAY golem: Medienanstalten drohen mit Einstellung von Piet Smier TV: Für die Streamer von PietSmiet TV könnte es jetzt teuer werden. Die fünf Let’s Player senden rund um die Uhr Inhalte auf Twitch. Die Landesmedienanstalten drohen jetzt mit Strafe beziehungsweise Verbot, denn nach Ansicht der Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) der Medienanstalten ist der 24-Stunden-Stream ein zulassungspflichtiges Rundfunkangebot. Die ZAK will PietSmietTV daher untersagen, wenn die Betreiber bis zum 30. April keinen Zulassungsantrag stellen.

  • LINKEDIN t3n: Trending Storylines: LinkedIn startet kuratierten Zweit-Newsfeed: LinkedIn möchte jetzt eure neue go-to Quelle für kuratierte News sein. Die Plattform für Fachpersonal führt jetzt die sogenannten „Trending Storylines” ein. Der kuratierte Newsfeed wird zuerst in den USA und mit Fokus auf Themen wie Technologie, Finanzen und Gesundheitswesen operieren. Trending Storylines nutzt machine learning und andere Algorithmen, um Cluster für die User zu erstellen.

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Deutsche Unternehmen ohne Plattformkompetenz – Über die Silo-Politik der Hidden Champions

Roboter(image by Mixabest[CC BY-SA 3.0] via Wikimedia Commons)

Ein Produkt ohne digitale Plattform ist völlig nutzlos, oder präziser formuliert: „Ein Produkt, das über keine Plattform verfügt, wird immer ersetzt werden durch ein äquivalentes Produkt, das mit einer Plattform ausgestattet ist“, so das Credo eines Google-Mitarbeiters, der die Netzstrategien seines Unternehmens in einem langen Kommentar zerstückelte und in einem kleinen Zeitfenster öffentlich lesbar war.

Google+ sei ein Musterbeispiel eines Unternehmens, das die Signifikanz von Plattformen absolut verkannt hat. „Das Nichterkennen dieser Bedeutung zieht sich von der höchsten Hierarchieebene der Geschäftsführung (hallo Larry, Sergey, Eric, Vic, wie geht´s Euch?) bis zur untersten Unternehmensebene der Mitarbeiter (hallo Ihr!). „Wir haben es alle nicht kapiert. Die goldene Regel der Plattformen lautet: ‚Eat your own dogfood‘. Die Google+ Plattform ist eine erbärmliche ‚Nachlese'“, bemerkt der Insider.

Die ‚Hundefutter-Regel‘ ist ganz einfach zu verstehen: Führungskräfte können ihren Entwicklern nicht einfaches Hundefutter vorsetzen, während sie sich selbst mit anderen Dingen beschäftigen. Das zu machen hieße, sich selbst des langfristigen Plattform-Wertes zu berauben, um einen kurzlebigen Erfolg zu erhaschen. Bei Plattformen ist eine langfristige Planung und Investition gefragt.

Falsches Kurzzeit-Denken bei Google

Bei Google+ handelte es sich um eine spontane Reflexreaktion, um eine Erforschung im Kurzzeit-Denken, orientiert an der falschen Vorstellung, dass der Siegeszug von Facebook darauf beruhe, ein geniales Produkt erfunden zu haben. Das sei nach Auffassung des zerknirschten Google-Mitarbeiters aber nicht der Grund, weshalb sie so erfolgreich sind. Facebook habe eine komplette Produktpalette aufgebaut, indem sie anderen Leuten gestatten, ihre Arbeit zu machen. Das mache den Zuckerberg-Konzern so einmalig. „Es gibt hundert oder sogar tausend unterschiedliche, zeitaufwändige Beschäftigungsformen mit hohem Qualitätsanspruch. Da ist für jeden etwas dabei.“

Google rekrutiert Leute

Das mittlerweile aufgelöste Google+Team habe den Anschlussmarkt für Dienstleistungen analysiert und dabei festgestellt: „‚Es wäre eine gute Idee, unser Angebotsspektrum um Computerspiele zu erweitern. Lasst uns jemanden rekrutieren, der diese Spiele für uns konzipiert‘. Verstehen Sie jetzt, wie unglaublich falsch dieser Gedankengang ist, vor allem aus heutiger Sicht? Das Problem ist, dass wir versuchen, zu prognostizieren, was die Leute wollen und es ihnen dann zur Verfügung stellen.“

Wer ist so gut wie Steve Jobs?

Dieser Ansatz sei unrealistisch und absolut nicht verlässlich. Es habe nur ein paare wenige, hochkarätige Menschen in der gesamten Welt der Computer-Geschichte gegeben, die in der Lage waren, eine zuverlässige Prognose zu erstellen. „Steve Jobs war einer von ihnen. Leider haben wir keinen Steve Jobs bei uns. Das können wir nun einmal nicht ändern.“

Larry Tesler mag Bezos überzeugt haben, dass er kein Steve Jobs sei. Bezos habe jedoch erkannt, dass es nicht zwingend eines Steve Jobs bedarf, um Konsumenten mit den richtigen Produkten zu versorgen: Wichtig sei es, Anwenderschnittstellen und Unternehmensabläufe als Workflows zu schaffen, mit denen die Benutzer gut und gerne arbeiten. Bezos musste nur externe Entwickler damit beauftragen.

Alles andere würde dann automatisch passieren. „Ich entschuldige mich bei all denjenigen dafür, die meine Ausführungen zu diesem Thema als ganz offensichtlich und auf der Hand liegend betrachten. Es ist in der Tat unglaublich evident. Und trotzdem unternehmen wir nichts dagegen. Wir schaffen weder Plattformen noch die richtigen Zugangsmöglichkeiten.“ Plattformen lösen das Problem des Zugangs und das bekommt man nur hin, wenn man selbst mit den digitalen Werkzeugen leidenschaftlich arbeitet.

Kirchturm statt Plattform

Das Notiz-Amt wünscht sich auch von deutschen Unternehmern und leitenden Angestellten in den Vorstandsetagen soviel kritischen Sachverstand, um die Logik der Digitalisierung und die Matching-Prinzipien des Netzes nicht nur zu verstehen, sondern auch in Geschäftsmodelle zu gießen. Den gleichen Sachverstand sollten Autoren wie Marc Beise und Ulrich Schäfer kultivieren, wenn sie in einem Buchprojekt mit dem Titel „Deutschland digital – Unsere Antwort auf das Silicon Valley“ Beispiele präsentieren, wie wir mit digitalen Fabriken, Robotern, Sensoren und Künstlicher Intelligenz wieder in den Angriffsmodus kommen.

Sie huldigen den üblichen Verdächtigen unter den Hidden Champions, singen das Lied von der verkannten Industrienation und beschäftigen sich nur wenig mit der Frage, wie die in ihrem Opus erwähnten Protagonisten persönlich in der Lage sind, das eigene digitale Hundefutter zu konsumieren. Etwa Till Reuter, der Chef des Robotik-Herstellers Kuka. Anstatt auf den Angriff von Google und Co. zu warten, will das Augsburger Unternehmen selber zum digitalen Angreifer werden und sein Geschäftsmodell radikal verändern.

Wenn die Roboter über die Computerwolke miteinander kommunizieren, könne Kuka künftig nicht bloß einzelne Roboter liefern, sondern gleich komplette Fabriken steuern. „Reuter will dazu eine flexible Lösung schaffen, eine Plattform, die für andere Anbieter offen ist, steuerbar auch über das Smartphone; mit Apps, die man nach Bedarf zusammenstellen kann“, schreiben Beise und Schäfer.

Meine Cloud, meine Maschinen, meine Marke

Reuter möchte die Prinzipien eines App-Stores auf den Maschinenbau übertragen und damit Geld verdienen. Bisher habe das Unternehmen seine schlauen Maschinen verkauft. Die Cloud ermögliche es nun, die Anzahl der Roboterbewegungen über das Internet exakt zu messen; es wird dadurch erstmals möglich, Roboter nach Leistung zu bezahlen.

Man werde die Maschinen deshalb künftig wohl nur noch vermieten und bekomme dann für jedes gefertigte Werkstück einen bestimmten Beitrag. Kling zunächst sehr smart. Den Knackpunkt benennen die Buchautoren unfreiwillig mit einem Reuter-Zitat: „Aber die Oberfläche wollen wir liefern, das look and feel soll Kuka sein.“ Die Marke, das Branding sei für die Augsburger entscheidend. Hat Reuter das Spiel der Vernetzung wirklich verstanden? Am Kuka-Wesen solle die Plattform-Welt genesen.

Mein digitaler Vorsprung, mein Stahlhandel

Und das ist kein Einzelfall im Opus der SZ-Autoren. So bringen sie Klöckner & Co.-Chef Gisbert Rühl ins Spiel, der zum Hoffnungsträger für den digitalen Wandel aufgehübscht wird. Er war einer der Ersten, die hierzulande nicht nur über Disruption sprachen, sondern diese Philosophie auch lebten.
Er reiste ins Silicon Valley und bekam die Empfehlung, Wetterdaten bei der Nachfrage nach Stahl zu berücksichtigen. Logik und Planung könnte man auf die Weise optimieren. Fein. Also mietete sich Rühl für eine Woche im Betahaus in Berlin-Kreuzberg ein, um neue Ideen für die Digitalisierung seiner Traditionsfirma aufzusagen. Schon mal nicht schlecht. Und was springt dabei raus. Silo-Denken: „Ob er eine Art Amazon für den Stahlhandel schaffen wolle, wird Rühl immer wieder gefragt. Ja warum nicht, antwortet er dann und fügt stolz hinzu, dass Klöckner & Co. bei der Digitalisierung weiter sei als alle Konkurrenten (jeder Bäckermeister lobt seine Brötchen); und zwar so weit, dass junge Programmierer den alten Stahlhändler mittlerweile als ziemlich hip empfinden: ein gewachsenes Traditionsunternehmen, das nun, der Plattform-Strategie von Airbnb oder Uber folgend, zur zentralen Plattform im modernen Stahlhandel aufsteigen will“, führen Beise und Schäfer aus. Am Klöckner-Wesen wird also wieder die Stahlwelt genesen. Mit Onlineshop-Weisheiten soll also ein offenes Ökosystem für die Stahlbranche entstehen? Was unterscheidet Alibaba von der Kirchturmpolitik des Klöckner-Chefs?

Viel Ego und wenig Eco

Wir könnten jetzt die führenden Köpfe der Hidden Champions von Trumpf bis Viessmann durchnudeln und würden erkennen, dass niemand auch nur in eine Richtung denkt, wie der offenherzige Google-Manager. Schaut Euch den Habitus dieser Top-Manager im Netz an und beurteilt dann, ob sie in ihrem persönlichen Verhalten auch nur ansatzweise eine digitale DNA mitbringen, um die Erkenntnis des Google-Insiders zu leben: „Ein Produkt, das über keine Plattform verfügt, wird immer ersetzt werden durch ein äquivalentes Produkt, das mit einer Plattform ausgestattet ist.“

Ist eine firmenunabhängige Plattform wie Alibaba für das industrielle Umfeld in Europa oder Deutschland in Sicht. Noch nicht einmal in Ansätzen. Die Mein-Label-Meine Marke-Mein digitaler Vorsprung-Fraktion der Industrie ist noch nicht einmal bereit, via Alibaba ins OEM-Geschäft einzusteigen.

„Original Equipment Manufacturer“ sind Unternehmen, die die Produkte des Herstellers in ihre eigenen Produkte einbauen; für den Endkunden ist nicht ohne weiteres erkennbar; welche Komponenten ein OEM in seinen Produkten verwendet. Mit deutschen Unternehmen sind solche Deals im Plattformgeschäft fast unmöglich, betont Nils Öldörp von der Agentur Minted Sourcing. Made in Germany wird heilig gesprochen. Da wird man dann irgendwann in Schönheit sterben, wie im Industrie 4.0-Konsortium.


Image „Roboter“ by Mixabest (CC BY-SA 3.0)


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Warum Flow bei der Arbeit glücklicher und produktiver macht

writing (image by Unsplash [CC BY 1.0] via Pixabay)

Dein Ziel ist greifbar, nichts kann dich davon ablenken, deine Umgebung verschwimmt im Hintergrund, du spürst weder Hunger noch Durst und mit jeder Faser deines Körpers arbeitest du auf dieses Ziel hin – du bist mitten im Flow.

Wir alle haben solche Momente erlebt, in denen wir voll und ganz in einer Aufgabe aufgehen, Raum und Zeit vergessen und uns alles leicht von der Hand geht. Dieses Gefühl, wenn alles im Fluss ist, nennen Psychologen „Flow“. Während dieses Phänomen lange vor allem für Wissenschaftler interessant war, widmen sich nun auch vermehrt Unternehmen diesem Konzept. Sie wollen wissen, ob und wie Flow im Arbeitsalltag integriert werden kann, wie er Angestellte motiviert und so letztendlich nicht nur glücklicher, sondern auch produktiver macht.

Was ist Flow?

Doch was ist Flow eigentlich? Der erste, der sich mit der Flow-Theorie beschäftigte war der Psychologe Mihály Csíkszentmihály. Der ungarischstämmige Csíkszentmihály war fasziniert davon, wie versunken seine Malerfreunde in ihre Arbeit waren und wollte herausfinden, was dieser Zustand der völligen Konzentration, dieser Flow, wie er ihn nannte, eigentlich war.

Csíkszentmihály definiert Flow als Zustand des vollständigen Eintauchens in eine Aktivität. Wer im Flow ist, spürt, wie sich seine Selbstwahrnehmung verändert: Wir nehmen uns selbst nicht mehr mit unserem Bewusstsein wahr, sondern sind ganz eins mit uns selbst. Nach Freud könnte man sagen: Das Ego fällt weg. Wir verlieren darüber hinaus jegliches Gefühl für Raum und Zeit und jede Handlung scheint sich ganz natürlich aus der vorherigen zu ergeben.

Nach Csíkszentmihály gibt es zehn Faktoren, die mit dem Flow einhergehen:

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Challenge vs. skill, showing „flow“ region, Image via Wikipedia
  • Klare Ziele, die gleichzeitig herausfordernd, aber auch erreichbar sein müssen
  • Aufmerksamkeit und Fokus
  • Das Zeitgefühl geht uns verloren
  • Verlust des Bewusstseins für unser Selbst
  • Sofortiges Feedback zu unseren Handlungen
  • Ein stetiges Gefühl der Belohnung
  • Das Wissen, dass die gestellte Aufgabe umsetzbar ist
  • Eine Balance zwischen unserem Können und der zu lösenden Aufgabe
  • Vergessen von physischen Bedürfnissen wie Hunger oder Durst
  • Kompletter Fokus auf ein Ziel

 

Wir können diesen Flow nicht nur bei Malern sehen, sondern auch bei Musikern, Sportlern und bei religiöser Meditation. Doch auch beim Lernen oder beim Eintauchen in Videospiele können wir diesen Fluss erleben – und eben auch im Beruf.

Flow macht Arbeitnehmer froh – und Arbeitgeber ebenso

Genau das wollen sich Arbeitgeber nun zunutze machen. Was Unternehmen dabei besonders interessiert: Wer beim Job im Flow ist, hat mehr Spaß beim Arbeiten, bildet sich dabei gleichzeitig weiter und performt insgesamt besser.

In der ersten empirischen Studie zu Auswirkungen von Flow am Arbeitsplatz haben Wissenschaftler der International School of Management Dortmund und des Leibniz-Instituts für Arbeitsforschung an der TU Dortmund untersucht, welche positiven Auswirkungen der tägliche Jobflow auf Arbeitnehmer hat. „Unsere Studie zeigt, dass Commitment das Erleben von Flow begünstigt und wir haben auch festgestellt, dass Flow psychische Erschöpfung im Job reduzieren kann“ sagt Wladislaw Rivkin, einer der Autoren der Studie gegenüber den Netzpiloten. Konkret bedeutet das: Je stärker sich jemand mit seinem Job identifiziert, je stärker er in seiner Aufgabe aufgeht, desto öfter wird er Flow erleben.

Doch nicht nur das! Flow kann demnach auch dafür sorgen, dass gewisse Stressfaktoren gemildert werden. Dazu gehören nach dieser Studie alle Faktoren, die mit Selbstkontrolle zu tun haben. Die Autoren sprechen hier von SCDs, Self-Control Demands. Das bedeutet, dass wir im Job gewisse Impulse ausblenden oder ignorieren müssen. So können wir zum Beispiel nicht immer unser Smartphone checken, wenn es laut piepst, auch wenn wir das eigentlich im ersten Reflex gerne wollen. Wer solche natürlichen Impulse unterdrückt, empfindet dies als Stress. Wenn wir uns dagegen im Flow befinden, nehmen wir solche äußeren Störfaktoren gar nicht mehr wahr, sie stören uns dementsprechend auch seltener und wir fühlen uns entspannter. Mehr Flow bei der Arbeit bedeutet demnach weniger Erschöpfung, mehr Energie und damit auch mehr Einsatz im Job.

Jeder kann Flow erleben

Es gibt zwar Hinweise darauf, dass gewisse Menschen eher Flow erleben als andere: Wer etwa von Natur aus neugierig und hartnäckig ist, verspürt Flow öfter und leichter. Dennoch ist Flow unabhängig von Geschlecht und Branche. „Theoretisch kann Flow in jedem Beruf erreicht werden, sofern die Anforderungen der Arbeit und die Kompetenzen des Mitarbeiters sehr gut passen“ erklärt Rivkin. Dementsprechend schlägt er vor, dass Arbeitgeber dafür sorgen sollten, solche Flow-Erlebnisse bei ihren Mitarbeitern zu begünstigen. Das sieht natürlich bei jeder Person etwas anders aus, doch generell empfiehlt Rivkin, Mitarbeitern mehr Freiheiten einzuräumen: „Sie sollten fühlen, dass sie mehr Autonomie haben, sie sollten sich wie Experten in ihren Arbeitsaufgaben fühlen und sich auch in ihrem Arbeitsumfeld wohlfühlen.

Das ist keine leichte Aufgabe: Sind etwa die Herausforderungen im Job zu gering, werden wir apathisch oder wir langweilen uns. Sind sie zu hoch, führt dies zu Unruhe und Stress. Für Chefs bedeutet das, dass sie sehr genau darauf schauen müssen, was den einzelnen Mitarbeiter motiviert.

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Diagramm zu de:Flow (Psychologie), Image by C.Löser via Wikimedia Commons (CC BY-SA 2.0)

Doch auch wir selbst können einiges dazu beitragen, Flow-Erlebnisse bei der Arbeit zu begünstigen. So können wir zum Beispiel alles abstellen was uns ablenkt: Alerts am PC, Töne am Handy, Alarmfunktionen an unserer Uhr. Das macht es uns leichter, uns auf unsere Aufgaben zu konzentrieren und darin aufzugehen.

Es ist nicht alles Gold, was fließt

Wir können von Flow aber nicht nur im Beruf profitieren. Es gibt Studien, die zeigen, dass Flow Menschen glücklicher macht und zu weniger Kriminalität führt.

Das bedeutet im Umkehrschluss aber nicht, dass wir alle ständig im Flow sein sollten. Denn Flow fühlt sich nicht nur an wie ein Rausch, Flow kann tatsächlich süchtig machen. Menschen, die von ihren Videospielen nicht mehr wegkommen, sind eins der bekanntesten Beispiele dafür. Deswegen rät Flow-Entdecker Csíkszentmihály auch zur Vorsicht: Wir müssen uns nicht nur darum bemühen, in den Fluss zu kommen, wir müssen gleichzeitig auch lernen, damit umzugehen. Wir können Flow also nutzen, um unser Leben zu verbessern – wir müssen das Gefühl aber auch loslassen können.


Image „Writing“ by Unsplash (CC0 Public Domain)


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  • AUTO mobilegeeks: Warum Du in 30 Jahren nicht mehr Autofahren darfst: In 30 Jahren werden wir zwar noch im Auto sitzen, doch die Fahrten überlassen wir dann dem Computer. Im folgenden Beitrag geht es um autonom fahrende Autos, die uns jetzige FahrerInnen überflüssig erscheinen lassen. Die rechtlichen Anforderungen an das Steuer könnten wir eventuell verlieren bzw. diese auch nicht mehr erfüllen. „Schon übermorgen sind wir die Betrunkenen und Bekifften von heute.“
  • WORKFLOW berufebilder: 7 Regeln für erfolgreiches Delegieren: Jaja das Zeitmanagement. Für viele hat der Tag einfach zu wenig Stunden um ToDo´s oder Projekte abzuschließen. Wichtig ist dabei also eine gute Planung und eine gute Einteilung bzw. Verteilung von Arbeit. Delegiert man Arbeit richtig, entsteht ein ganz anderer Workflow und man hat selbst vielleicht nicht mehr so viel auf dem Tisch und mehr Zeit für das eigene Leben. Auch an alle, die lieber selbst Hand anlegen statt zu delegieren:7 Regeln für erfolgreiches Delegieren
  • INTERNET heise: Kabinettsklausur: Wirtschaft fordert Tempo in Digitalpolitik: Das Internet wird für Bürger und Firmen immer wichtiger. Deshalb will auch die Bundesregierung in ihrer Klausur beraten, wie die Entwicklung schneller vorankommen kann. Die Branche sieht Handlungsbedarf. „Wir brauchen in der Digitalpolitik noch mehr Tempo“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbands Bitkom, Bernhard Rohleder.
  • DATENSCHUTZ golem: Safe-Browsing-API soll schneller und mobiler werden: Google hat die Version 4 seiner Safe-Browsing-API vorgestellt. Damit will der Technologiekonzern vor allem auf die Bedürfnisse von Smartphone-Nutzern besser eingehen. Googles Projekt zur Verbesserung der Internetsicherheit wird seit 2007 betrieben und kann zum Beispiel das Verlinken auf Seiten verhindern, die Malware verteilen, oder vor Social-Engineering-Werbeanzeigen warnen.
  • GOOGLE t3n: Sebastian Thrun: „Künstliche Intelligenz macht uns zu Supermenschen“: Er hat das selbstfahrende Auto bei Google mitentwickelt und in Stanford gelehrt: Der Solinger Sebastian Thrun gilt als eines der Superhirne unserer Zeit. Jetzt hat er sich eines neuen Projekts angenommen: Bildung. Im Interview spricht der 49-Jährige über die Gemeinsamkeiten von Büchern und Onlinekursen, schmerzhafte Veränderung – und Supermenschen.

Image chalabala / 123RF Lizenzfreie Bilder


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Schöne neue Arbeitswelt: Arbeiten wir smarter oder doch nur mehr und schneller?

NEC-ext-39 (adapted) (Image by NEC Corporation of America [CC BY 2.0] via flickr)

Wie unsere digital gestützte Arbeitswelt aussieht, liegt ganz allein in unserer Macht. Umso wichtiger sind heute und morgen die digitalen Kompetenzen des Einzelnen, sowie ein durchdachtes digitales Konzept des Arbeitgebers. Kritiker stehen der Fülle an digitalen Werkzeugen, neuen kollaborativen Arbeitsmethoden und der Ort- und Zeitentkoppelten mobilen Arbeit skeptisch gegenüber. Arbeiten wir am Ende smarter oder doch einfach nur mehr und schneller? Einer in vielen Teilen durch Angst, Skepsis und Fehlinformation gekennzeichneten Debatte möchte ich ein paar Aspekte beisteuern, die meines Erachtens wichtig sind in der Suche nach Lösungen dafür, unsere Arbeitswelt der Gegenwart und Zukunft optimal zu gestalten.


Dieser Beitrag ist Teil einer Artikelserie, die sich im Vorfeld der Konferenz MSFT Explained mit Fragen der Digitalisierung unserer Gesellschaft auseinandersetzt.


Ich bin der Meinung, wir können sehr wohl intelligenter (“smarter”) arbeiten. Das hat erstmal mit dem Arbeitsvolumen und der Geschwindigkeit nicht unbedingt etwas zu tun. Man muss es aber auch nicht völlig getrennt voneinander betrachten.

Wovon ist eigentlich die Rede?

Ob “New Work” oder Arbeit 4.0, jeder hat seine eigene Vorstellung dessen, was unter der “Neue Arbeit”-Debatte gemeint ist. Allen Definitionen, Studien und Diskursen sind gleich, dass wir uns sehr schwer damit tun, zum einen abzugrenzen wann die alte Arbeit endet und die neue beginnt oder begann. Zum Anderen wird auf verschiedenen Ebenen diskutiert, die einen auf arbeitsrechtlicher Ebene, die anderen auf volkswirtschaftlicher Ebene. Wiederum andere denken in Berufsbildern, Industrie 4.0 oder sozioökonomischen Machtverschiebungen. Es gibt bedrohliche Untergangsszenerien, genauso wie heile Welt Szenarien.

Irgendwo dazwischen steht die Frage der aktuell existierenden digitalen oder vernetzten Werkzeuge, die uns Menschen heute oder in naher Zukunft zur Verfügung stehen und wie wir uns diese zunutze machen, um unsere Arbeit zu verbessern. Die technophobe Fraktion macht auch hier Angst vor einer Dominanz der Gadgets, sieht sich durch “always on”-Mentalitäten bedroht und befürchtet. Dass das Individuum einfach mehr und mehr Arbeit zu schultern hat, weil die Technologien vieles an Prozessen und Kleinkram wegrationalisieren hilft. Die technophile Fraktion stürzt sich hingegen auf jedes neue Tool. Das auf den Markt kommt, erfreut sich der Möglichkeiten, vom Schlafzimmer heraus ein Firmenimperium aufbauen zu können und schickt lieber um Mitternacht noch Mails. Anstatt morgens mit einem Emailberg zu frühstücken.

Kompetenzen und Konzepte für smartes Arbeiten

Dem Dickicht an digitalen Tools, vernetzten Arbeitsprozessen und neuen Eigenverantwortungen gilt es, eine Stärkung des Einzelnen entgegen zu setzen. Nur wer dazu technisch und intellektuell in der Lage ist, wird sich in der neuen digitalen Arbeitswelt wohl fühlen und sich die Digitalisierung zu Nutze machen können, statt von ihr getrieben zu werden. Auf der anderen Seite sind die Arbeitgeber gefragt, beziehungsweise die Arbeitsumfelder selbst. Auch dort braucht es digitale Konzepte, die optimale Zusammenarbeit in neuen Teams und Hierarchien clever definieren, technische Hilfestellungen ermöglichen, für Weiterbildung, Sicherheit und Motivation sorgen und Mitarbeiter konkret in die Auswahl von Hardware, Software und Prozessen miteinbeziehen, die Individuen stärken und Arbeit besser machen.

Wenn neue Technologien einzelne Personen überfordern, Druck erzeugen, belasten oder rein aus ökonomischen Optimierungsgründen eingesetzt werden, dann ist das ein Problem. Ein großes Problem daran ist aber auch der oder die einzelne Arbeitnehmer/in, wenn entsprechende Kompetenzen nicht vorhanden sind. Um sich digitale, vernetzte Hilfsmittel genau zu dem zu machen. Wozu sie gedacht sind (zur Hilfe), bedarf es eines gewissen Grads an digitaler Kompetenz, die zwar zu einem Großteil technischer Natur ist, aber auch oft nur Einarbeitungszeit, Aufklärung oder Information erfordert. In vielen Kontexten ist daran aber nicht gedacht. Mitarbeiter werden, was neue digitale Arbeitsumgebungen anbelangt, oft vor vollendete Tatsachen gestellt und damit sind manche berfordert. Andere fühlen sich wiederum in die Vergangenheit transportiert, sobald sie im Büro angekommen sind.

Eine Stärkung individueller digitaler Kompetenzen ist Kernbaustein einer smarten “neuen” Arbeitswelt. Die digitale Transformation reduziert schnell aber schrittweise mehr und mehr Routinetätigkeiten, Prozessarbeit und administrative Komponenten der Kernarbeit. Gleichzeitig aber landen immer mehr scheinbar banale Aufgaben, von der Terminverwaltung bis zur Reisekostenabrechnung, beim Mitarbeiter. Vor allem neue digitale Unternehmen, auch in Konzerngröße, haben sich längst von “Sekretärinnen” verabschiedet. Ein Relikt aus dem Industriezeitalter. In der Arbeitswelt von morgen wird jeder einzelne zu einer selbstorganisierenden Projektzelle, der oder die Arbeitnehmer/In sind nicht mehr länger ein kleines Rädchen, sondern jeweils ein Unternehmen im Unternehmen. Jeder ist sein eigener Projektleiter.

Durch die genannte Reduzierung entsteht aber gleichzeitig oft der Druck, mehr Kernarbeit auf sich zu nehmen. Wer nun sein digitales Arbeitsumfeld nicht so weit im Griff hat, sich dadurch die Arbeit zu erleichtern, steht plötzlich vor mehr Belastung, statt weniger. Daher ist es essentiell, dass sich Mitarbeiter sowohl selbst, als auch organisiert durch Arbeitgeber, digitale Kompetenzen aneignen. Es muss begonnen werden, die Technologien im Ansatz zu verstehen und in Teams zusammen optimale Arbeitsprozesse zu entwickeln. An deren Ende muss ein Arbeitsumfeld stehen, bei dem die digitalen und vernetzten Werkzeuge natürlicher Teil des Arbeitsverhaltens oder fast unsichtbare Helfer werden. Quasi digitale Erweiterungen der natürlichen Personen und Prozesse. Das zu erreichen ist schwer, vor allem in technologiefernen Branchen oder bei entsprechend ungünstigen Demografie- oder Arbeitsstrukturen. Wenn Mitarbeiter aber erst einmal diverse Tools und neue Prozesse voll im Griff haben, redet auch niemand mehr davon, dass diese nur eine Last wären.

Lösungsebene 2: Digitale Konzepte auf Arbeitnehmerseite

Arbeit für alle smarter zu gestalten beginnt schon auf IT Ebene. Ein modernes “IT Landscape Management” sollte auch für kleine Unternehmen oder Projekte kein Fremdwort sein. Welche Tools setzen wir ein, welche Geräte stehen zur Verfügung, wer ist für die Technik verantwortlich, wie steht es um die Akzeptanz bei den Mitarbeitern? Ebenso wichtig, vor allem in größeren Organisationen, ist eine durchdachte BYOD(“bring your own device”)-Strategie, die ein sinnvolles Zusammenspiel mit der Konzerninfrastruktur ermöglicht, Sicherheitsfaktoren bedenkt und Mitarbeiter aber nicht in ihren kreativen Freiräumen einschränkt.

Beides zusammen sollte dafür sorgen, dass sich die Mitarbeiter von einem digitalen Arbeitsumfeld mit Hand und Fuß unterstützt fühlen. Viele Unternehmen lassen ihre Mitarbeiter größtenteils alleine, überfordern sie mit IT-Prozessen und Vorschriften oder verweigern wichtige oder motivierende Tools, was wiederum zu Demotivation und Effizienzverlusten führt. Eine Einbeziehung von Mitarbeitern in die Bedarfsanalyse bei Tools und Geräten hilft dabei, jenseits der Geschmäcker von Abteilungsleitern die Technologien zum Einsatz zu führen, mit denen Mitarbeiter nachher auch gut und gerne arbeiten können und wollen.

Viel wichtiger aber ist es, dass all dies Teil einer kohärenten digitalen Strategie oder zumindest projektbezogener digitaler Konzepte ist, mit denen die Organisation für sich und seine Mitarbeiter einen Weg vorzeichnet. Er bestimmt wie mit Entwicklungen der digitalen Transformation umgegangen wird. Dort sollten sich Fragen nach dem Einsatz von Technologien, der Veränderung von Rollen im Unternehmen, der Anpassung von Hierarchien und Prozessen, sowie der Innovation oder möglicher Disruption ökonomischer Aspekte der Organisation wiederfinden. Wie steht das Unternehmen beispielsweise zu flexiblen Arbeitszeiten und -orten? Wie ist das Verhältnis von festen und freien Angestellten? Welche Rollen spielen Diversität und Familienfreundlichkeit? Will das Unternehmen digital eine Führungsrolle einnehmen? Zu viele Organisationen empfinden heute nach wie vor “IT” im weitesten Sinn als Klotz am Bein, als Kostenfaktor oder Thema, das man auf eine “IT Abteilung” abschieben kann, wenn man eine hat. Solange diese Denkweise nicht Platz macht für ein systemisches Verständnis von Digitalisierung und Vernetzung im Arbeitsalltag von Unternehmen, wird es weiterhin kein positives Bild von neuer Arbeit geben.

Smartere Arbeitswelt

Es klingt wie eine arrogante Aussage technologieverwöhnter “mobile Worker” aus der Berliner Blase. Aber nüchtern betrachtet gibt es viele strategisch gesehen logische Lösungsansätze für neue Arbeit. Neben den kulturellen Umwälzungen in unserer Arbeitswelt gibt es eben viele Hindernisse, die mit gutem Management in sinnvollem Aufwand doch überwindbar sind. Wenn ich das nächste Mal von jemandem zu hören bekomme, dass all die Apps, Tools und Plattformen nur das Arbeitsvolumen erhöhen und die Geschwindigkeit im Unternehmen hochdrehen, werde ich fragen: Warum ist das denn so? Wird das im Unternehmen thematisiert? Wer gibt die Regeln vor? Kommst Du mit den Tools zurecht? Vielleicht sollten sich mehr Manager an die eigene Nase fassen und sich fragen, wie in der eigenen Organisation gearbeitet wird und sich als nächstes Projekt erst einmal eine Strategie erarbeiten. Zusätzlich sollte sich gefragt werden, wie mit dem digitalen Wandel umzugehen ist, bevor wieder irgendjemand neue Tablets einkaufen will oder die ganze Abteilung zum dritten Mal im Jahr ins nächste Projektmanagement-Werkzeug einlädt.

EXPLAINED von Microsoft Berlin


Image (adapted) „NEC-ext-39“ by NEC Corporation of America (CC BY 2.0)


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Warum wir nicht ständig unsere Emails checken sollten

Morning Coffee and Laptop (adapted) (Image by nosha [CC BY-SA 2.0] via flickr)

Das permanente Checken unserer Emails kostet uns nicht nur wertvolle Zeit, sondern schadet auch unserem Gehirn. Wir alle sind es mittlerweile gewohnt, dass jeder permanent erreichbar ist. Das führt auch zu einem gewissen Zwang, selbst jederzeit erreichbar sein zu müssen oder zu wollen. Wir prüfen permanent unsere Emails und Handy-Nachrichten und unterbrechen dafür ständig, was wir gerade tun. Studien zeigen aber, dass dieses Verhalten uns nicht nur wertvolle Zeit und Mühe kostet, sondern auch schädlich für unsere Gehirnleistung sein kann.

Was wäre, wenn wir jedes Mal, wenn wir einen Krümel auf dem Esstisch sehen, alles stehen und liegen lassen würden, um die Küche zu putzen? Oder wenn wir einen Fleck auf einem T-Shirt entdecken und daraufhin alles aufschieben, um dieses eine T-Shirt sofort zu waschen? Allein die Zeit, die Mühe und auch die Ressourcen, die wir dafür aufbringen müssten scheinen so aufwändig, dass wohl keiner von uns so irrational handelt. Wir sammeln Wäsche, um sie dann auf einmal zu waschen. Genau so wie wir gewisse Tage haben, an denen wir unsere Wohnung putzen.

Doch was uns im Alltag so logisch erscheint, ignorieren wir komplett, wenn es darum geht unsere Emails zu checken. Studien zeigen, dass wir im Schnitt eine Email spätestens 60 Minuten nachdem wir sie bekommen haben, beantworten. Die meisten von uns lassen alles stehen und liegen, um zu gucken was die neue rote Eins bei Facebook uns gebracht hat, die letzte Mitteilung bei Twitter, der neue Whatsapp-Chat – oder eben welche Emails in den letzten 10 Minuten angekommen sind. Dieses permanente, beinahe schon obsessive Nachschauen von Nachrichten hat fatale Folgen.

Multitasking ist ein Mythos

Das ständige Wechseln von einer Aufgabe zur anderen, das berühmte Multitasking, führt dazu, dass wir unseren Fokus und unsere Konzentration verlieren. Denn unser Gehirn ist so aufgebaut, dass es für jede neue Aufgabe eine Art Warmlaufzeit benötigt, um uns mit der neuen Situation vertraut zu machen. Eine Studie der University of California hat herausgefunden, dass wir im Schnitt 25 Minuten brauchen, um nach einer Ablenkung unseren vorigen Arbeitsprozess wieder aufzunehmen. Diese Zeit variiert, je nach Komplexität der Aufgabe. Wenn wir “nur mal kurz” auf unser Handy schauen oder “mal eben” die Emails checken, sind das vielleicht nur wenige Sekunden oder Minuten, die wir im Anschluss brauchen, um uns wieder auf unsere Arbeit zu konzentrieren. Doch Fakt ist: Diese Minuten häufen sich – und am Ende des Tages hat man so wertvolle Zeit vergeudet. Sicherlich, ab und zu kann eine Pause oder eine Abwechslung auch erfrischend sein oder uns neue Ideen geben. Wenn das Multitasking aber überhandnimmt, schadet es mehr als das es nutzt.

Denn es geht nicht nur um wertvolle Zeit, die uns dabei verloren geht, unser Gehirn leidet massiv unter Multitasking. Die Amerikanische Gesellschaft für Psychologie sagt sogar, dass unser Gehirn nicht für Multitasking geeignet ist. Die Tatsache, dass wir unsere Aufmerksamkeit auf etwas Neues richten, beansprucht unser Gehirn sehr stark. Es muss sich umstellen, anpassen, neu fokussieren. Je mehr und je schneller wir von einer Aufgabe zur nächsten wechseln, also umso fragmentierter wir arbeiten, desto mehr beansprucht das unsere Gehirnleistung – und umso schlechter ist auch das Ergebnis der abgelieferten Arbeit. Einer britischen Studie zufolge, kostet uns das ständige Schielen auf unsere Emails bis zu 10 Punkte unseres IQs. Das entspricht in etwa einer durchgezechten Nacht.

Es ist anstrengender, seine Emails NICHT zu prüfen

Warum sind wir dennoch so versessen darauf, immer gleich unsere Emails zu checken, wenn eine neue Nachricht ankommt? Warum können wir es trotz allem nicht lassen, auf die neue Facebook-Benachrichtigung zu klicken?

Weil es einfach mehr Spaß macht, seine Nachrichten sofort anzugucken. Sobald wir das Piepen unseres Handys hören oder sehen, dass eine neue Email in unseren Posteingang geflattert kommt, macht uns das auch neugierig. Wir wollen sofort wissen, was es ist und wenn wir es direkt nachschauen, erleben wir ein Gefühl der sofortigen Befriedigung. Das Anschauen der neuen Nachrichten zu verschieben ist dagegen viel schwieriger. Es erfordert mehr Disziplin, einen stärkeren Willen und ist deshalb anstrengender.

Wir müssen uns vor unseren eigenen Emails schützen

Deshalb greifen viele Menschen zu Hilfsmitteln, um sich selbst davor zu schützen, ständig ihre Inbox zu prüfen. Einige schlagen vor, die Emails und Nachrichten erst nach dem Beenden einer Aufgabe anzuschauen oder sich Clusterzeiten im Tag einzuteilen, in denen man seine Emails prüft. Andere wiederum greifen zu trickreicher Technik, um sich selbst vor dem ständigen Blick auf ihren Posteingang zu schützen.

Eine ganz andere Methode schlägt wiederum Universitätsprofessor und Autor Frank Partnoy vor: alles erst mal aufschieben, solange es geht. In seinen Studien hat er herausgefunden, dass wir tatsächlich besser informierter Entscheidungen treffen und letztendlich erfolgreicher sind, wenn wir nicht immer alles im Moment entscheiden. Das gilt auch für das sofortige Beantworten von Emails und Nachrichten. Er schlägt vor, Emails, die nicht sofort beantwortet werden müssen, erst mal liegen zu lassen und erst dann zu beantworten, wenn es wirklich sein muss (und sich beispielsweise mit einer Kalenderfunktion daran erinnern zu lassen). Nach seiner Einschätzung kann man sich so selbst viel mehr freie Zeit schaffen und arbeitet letzten Endes effektiver.

Es ist also tatsächlich viel komplizierter, als man glaubt, sich selbst vor dem ständigen Email-Check zu bewahren. Das bewusste eigene Disziplinieren ist aber sinnvoll: Schließlich bewahre ich auch nicht zehn Packungen Schokolade im Schrank auf, wenn ich auf Diät bin.

Der Selbstversuch

Diese Studien haben mich neugierig gemacht. Sind wir tatsächlich produktiver, wenn wir unsere Emails nicht ständig angucken? Ist das überhaupt machbar, wenn man zum Beispiel, wie ich, über verschiedene Zeitzonen hinweg erreichbar sein muss? Ich war zunächst relativ skeptisch, dass wir so angeblich produktiver sind und wollte es genauer wissen. Also habe ich das Abstellen meiner Emails im Selbstversuch ausprobiert.

Mein erstes Ziel war, meine Emails nur alle drei Stunden zu checken. Ich habe aber schnell gemerkt, dass mir das unglaublich schwer fällt, wenn das Browserfenster zu meinen Emails geöffnet ist und ich direkt sehen kann, dass eine neue Email eintrudelt. Also habe ich alle Emailfenster, Facebook sowie Twitter geschlossen und mein Smartphone stumm geschaltet. Das Ergebnis: Anstatt ständig zwischen meiner Arbeit und meinen Nachrichten hin und her zu wechseln, habe ich tatsächlich meine Arbeit in einer Stunde ohne Unterbrechungen erledigt – etwas, wofür ich normalerweise bis zu drei Stunden brauche.

Der nächste Schritt war es, nicht nur nach Beenden einer Aufgabe die Emails zu checken, sondern dies tatsächlich auf drei Mal pro Tag zu reduzieren. Ich prüfe mittlerweile meine Emails einmal morgens, gegen 09:00 Uhr und beantworte hier alles Wichtige, was sich über Nacht angesammelt hat. Der zweite Check ist nachmittags gegen 14:00 Uhr. Hier schaue ich, was es tagsüber Neues gibt und widme dann auch Plattformen wie Facebook und Twitter mehr Zeit. Abends gegen 19:00 Uhr checke ich dann ein letztes Mal mein Postfach, also nach meinem Arbeitstag. Hier lese ich aber ganz bewusst nur Newsletter und Artikel und beantworte persönliche Emails.

Ich gestehe, ich habe das bisher nicht ganz konsequent durchhalten können. Hin und wieder ist die Versuchung, doch mal zu schauen, was es Neues gibt, einfach zu groß. Doch jedes Mal, wenn ich wieder in alte Verhaltensmuster zurückfalle, merke ich, wie sich mein Arbeitstag massiv in die Länge zieht. Das rare Prüfen meiner Emails hat mir auch bisher keine beruflichen Probleme beschert. Noch hat sich niemand beschwert, ich würde nicht schnell genug antworten oder reagieren und ich vermute auch, dass das bewusste Fokussieren auf Emails auch meine Antworten und das Abarbeiten der Emails selbst effizienter und produktiver macht.

Mein Fazit

Wir scheinen tatsächlich wertvolle Zeit und Gehirnleistung durch die ständige Ablenkung mit unseren Nachrichten zu verlieren. Welche Taktik letztendlich für den individuellen Arbeitstag am besten ist, muss man selbst ausprobieren. Wer beispielsweise permanent erreichbar sein muss, kann seine Emails sicherlich nicht nur ein Mal pro Tag checken. Aber auch 30-minütige Prüf-Pausen sind schon sehr effektiv. Meine Erfahrung zeigt, dass wir viel gezielter und zielstrebiger arbeiten, wenn wir einer Aufgabe unsere volle Aufmerksamkeit widmen.


Image (adapted) “Morning Coffee and Laptop” by nosha (CC BY-SA 2.0)


 

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Wenn der Algorithmus den Job vermittelt

Business Baby Pointing (adapted) (Image by Paul Inkles [CC BY 2.0] via Flickr)

Als die Gründer einer Agentur merkten, dass beim Employer Branding und der Personalvermittlung ohne Computerunterstützung kein Wachstum mehr möglich war, starteten sie Talents Connect. Das ist so etwas wie eine Singlebörse für Arbeitnehmer und Unternehmen mit Echtzeitalgorithmus. Als das französische Schlagersternchen France Gall Ende der 60er Jahre sang, dass ihr „der Computer Nr. 3 den richtigen Boy“ aussuchen würde, war dies nichts weiter, als ein Blick in die Zukunft. Heutzutage werden tagtäglich mithilfe von Algorithmen unzählige Frauen und Männer aufgrund ihrer Persönlichkeitsmerkmale vermittelt. Online-Singlebörsen wie Parship oder eDarling funktionieren alle nach dem gleichen Prinzip. Anfangs gibt man einiges seiner Persönlichkeit preis, damit einem der Computer auf Basis der Angaben die besten Vorschläge unterbreiten kann.

„Du bist mehr als Dein Lebenslauf“

So ähnlich funktioniert auch Talents Connect, wo ein Algorithmus in Echtzeit darüber entscheidet, wer am besten zueinander passen könnte. „Ähnlich wie bei einer Partnerbörse kann man ja erstmal zusammen einen Kaffee trinken und schauen, ob es funkt“, erklärt uns der Head of Communications, Christian Brand augenzwinkernd. Herkömmliche Stellenausschreibungen würden fast alle dem gleichen Strickmuster folgen. Da ist es als Absolvent schwierig zu entscheiden, wo man sich bewerben soll. So richtig frustrierend wird es, wenn man monatelang nichts hört um dann eines Tages die eigenen Unterlagen im Briefkasten vorzufinden. Obwohl sie am längeren Hebel sitzen, haben auch Personalchefs arge Probleme bei der Suche nach den passenden Berufseinsteigern. Schulabschluss, Praktika und die Durchschnittsnoten sagen wenig über den Charakter eines Menschen aus. „Du bist mehr als dein Lebenslauf“, heißt das Motto von Talents Connect. Wie viel mehr, wird im Rahmen von etwa zwanzig Fragen analysiert. Aus den Hard Facts und Soft Skills wird am Ende der sogenannte Matching Score errechnet. Sowohl den Suchenden als auch den Unternehmen werden nur die Vorschläge angezeigt, die ausreichend viele Überschneidungen aufweisen. Zu den sogenannten Hard Facts gehört beispielsweise ob neue Mitarbeiter dazu bereit sind, für ihren Job umzuziehen. Zu den Soft Skills gehört die Persönlichkeit, die Interessen und beruflichen Werte eines Bewerbers. Vieles dabei ist eine reine Typfrage, obwohl ein gutes Team unterschiedliche Persönlichkeiten braucht. Arbeitet die oder der Neue eher selbstständig oder braucht er festgelegte Rahmenbedingungen, damit ihn sein Job glücklich macht? Wie groß ist das Streben nach Harmonie oder nach Konkurrenzkampf untereinander? Wie geht der Bewerber mit Kritik um? Möchte der Neue lieber im Home Office, auf Geschäftsreise oder im Büro tätig sein? Werden derartige Fragen mit diesem Matching-Tool vorab beantwortet, erleichtert es die Auswahl für beide Seiten.

Wirtschaftsförderung kann auch hinderlich sein

Gründer Robin Sudermann war selbst nach seinem Abschluss auf der Suche nach Orientierung. Als passionierter Fußballspieler, Wirtschaftspsychologe und einigen Semestern BWL im Rücken gab es keinen Bereich, wo er sich so recht zuhause fühlte. Köln als Standort hatte für ihn den Vorteil, dass es kein Geld aus öffentlicher Hand gab. In Berlin sei es als Gründer eines Startups deutlich einfacher, finanziell unterstützt zu werden. Wer in Nordrhein-Westfalen Geld bekommen will, muss sein Konzept von privaten Investoren und Mentoren überprüfen lassen. Die investieren nur in solche Firmengründungen, von deren Erfolg sie überzeugt sind. Den Anfang machte Students Connect, eine akademische Vermittlungsplattform, die mit Hilfe des Diplom Psychologen Christian Dries entstanden ist. Rund 90% der Bewerber studierten auf Bachelor oder hatten ihn bereits erworben. Mittlerweile ist das Angebot sehr viel breiter gefächert. Zu den Finanzdienstleistern, Versicherungen oder Großkonzernen wie E.On, der Deutschen Telekom oder Bahn sind in letzter Zeit viele Unternehmen dazu gekommen, die Azubis für ihre Handwerksberufe suchen. Aufgrund des enormen Bedarfs wurde dafür eigens das Portal ausbildungsoffensive.com ins Leben gerufen.

„Der Markt ist voller Dinosaurier“

Am Algorithmus, der in Echtzeit kalkuliert, wird ständig gearbeitet, um die Vermittlung zu optimieren. Während sich arbeitssuchende Schüler und Studenten kostenlos anmelden dürfen, fallen für die teilnehmenden Unternehmen Gebühren an. In absehbarer Zeit soll der Vorgang auf Smartphones übertragen werden. Dann kann man sich alle Jobvorschläge alternativ von einer App anzeigen lassen. Christian Brand muss lächeln als er gefragt wird, warum dieses Konzept nicht schon viel früher umgesetzt wurde. Der Grund dafür sei ganz einfach: der Markt sei „voller Dinosaurier“. Die letzte „Innovation“ war die Gründung des Karriereportals Monster in den 90er-Jahren. Monster war binnen kürzester Zeit weltweit bekannt, weil es den Stellenmarkt ins Internet übertragen hat. Wer in diesem Bereich Fuß fassen will, braucht einen langen Atem. Die dortigen Strukturen seien schlichtweg nicht so flexibel wie die eines neuen Unternehmens. Erst recht nicht wie die eines Startups, das mit dem schnelllebigen Web Geld verdienen will.


Image (adapted) „Business Baby Pointing“ by Paul Inkles (CC BY 2.0)


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„4 in 1“ – Miriam Pielhaus neuste Kolumne

Digital DNA, City of Palo Alto, Art in Public Places, 9.01.05, California, USA (adapted) (Image by Wonderlane [CC BY 2.0], via flickr)

„Cloudcuckoohome – Geschichten aus der digitalen Wolke!“ Hier resümiert die Netzpiloten Kolumnistin Miriam Pielhau regelmäßig über ihr tagtägliches Leben in der digitalen Welt. Miriam Pielhau. Die Schauspielerin, Moderatorin und Autorin resümiert einmal im Monat mit einer eigenen Kolumne auf Netzpiloten.de über ihren digitalisierten Alltag. Unter „Cloudcuckoohome“ berichtet sie heute von ihrem Versuch, mehr Ordnung in ihren Arbeitsalltag zu bringen und gleich vier verschiedene Arbeitsaufgaben zu schaffen – mit einer unkonventionellen Lösung: mehr Arbeitsplätze!

4 in 1

Das Herz hüpft hügelhoch, wenn sich Träume erfüllen? Pustekuchen. Aus-der-Puste-Kuchen. Ich schnappe gerade von A nach B hetzend nach Luft. Warum, erzähle ich heute.

Ein Albtraum ist das derzeit. Ein absoluter Aaaalbtraum. Und das, wo ich gerade ausschließlich mit Dingen beschäftigt bin, die ich immer unbedingt machen wollte. Aufträge, die Spaß machen. Ich kümmere mich um Themen, die ich mag. Habe Jobs, die mich in den schönsten Wahnsinn treiben und abends übermüde, aber genauso überglücklich ins Bett plumpsen lassen. Was ist also das Pielhau-esque Problem? Gute Frage. Antwortsuche. Nun: mein Plan für 2014 war und ist der Wiedereintritt in die berufliche Hemisphäre. Und zwar auf den unterschiedlichen Plateaus, auf denen ich mich seit vielen Jahren bewege. Dass diese Idee, sanft und geschmeidig „back to business“ zu gleiten jetzt schon vielmehr in einem eruptiven Auftritt auf gleich vier Bühnen parallel werden sollte, hätte ich am ersten Tag dieses noch jungen Jahres kaum vermutet. Und doch bewahrheitet sich eine alte, durch und durch inoffizielle Medienregel:

„Mit den Aufträgen verhält es sich, wie mit der Ketchup-Flasche. Erst wird lange und fest geklopft, ohne, dass etwas passiert. Plötzlich ergießt sich alles auf einmal auf den Teller.“

Mein Berufsleben: Ein Haufen Industrie-Tomatensoße also? Gestatten Sie mir, wenn ich Sie an dieser Stelle mit Details behellige.

Job Nummer 1 ist die lang ersehnte Erfüllung eines Traumes, das Wiederaufgreifen einer alten Leidenschaft. Ich kehre zurück zu den Wurzeln, die mich in der Medienbranche haben groß werden lassen: man lässt mich wieder im Radio senden. Seit Anfang des Jahres darf ich Berlin und Brandenburg bei 94,3rs2 immer Sonntags mit meiner eigenen Sendung nebst prominenten Gästen und einer Show beschallen, die nicht nur meinen Namen trägt, sondern auch durch und durch meine Handschrift. Das heißt, ich bereite alles eigenständig vor. Mache mir Gedanken über die Inhalte und die Aktionen, kümmere mich um meine berühmten Talkgäste, moderiere und produziere dementsprechend die 3-Live-Stunden auch eigenständig. Damit bin ich gut und gerne 3-5 Tage pro Woche beschäftigt. Am Computer, am Telefon und im Studio.
 
Mein 2. Großprojekt für dieses Jahr: der Debüt-Roman. Damit wird das lesende Volk zwar erst im Frühling behelligt, aber die finalen Arbeiten wollen noch im Winter vollendet werden. Der zauberhafte Chef-Lektor hat bereits das wichtigste getan: nämlich dem Gesamtwerk 20% Überlänge genommen. Jetzt ist es an mir, das abzusegnen. Himmel, was für eine schwere Aufgabe. Wie alle mehr oder minder talentierten Jungautoren hänge ich natürlich an den liebevoll entwickelten Satzkonstruktionen. An Textpassagen. An Seitenhandlungssträngen. Und doch: es hilft ja nichts. Ich will niemanden langweilen. Also muss Kürze die Würze bringen. In die Tonne mit der Schreiber-Eitelkeit. Her mit diszilpiniertem Pragmatismus. 330 Seiten erfordern meine Aufmerksamkeit. 330 Textseiten und ca. 30 Anmerkungen meines Lektors pro Seite. Puh. Buchstabensalat. Dass parallel eine Lesereise für April bis Juni in der Planung steht, wird nur der Vollständigkeit halber erwähnt.
 
Aufgabe Nummer 3. Es deutete sich schon Ende des vergangenen Jahres an, dass ich in diesem wohl zur „kleinen“ Unternehmerin werden würde. Dass sich aber ausgerechnet im ersten Quartal schon die fantastische Gelegenheit dazu ergeben würde, war so nicht vorgesehen. Aber es war und ist eine Chance, die ich beim Schopfe packen musste – und nun meine eigenen Haare raufe. Weil ich trotz guten Zeitmanagements nun langsam ins routieren gerate. Der Aufbau einer kleinen Agentur läuft bestens. Aber die Übersicht zu behalten zwischen all den Nachrichten aus dem Buchverlag und den Korrespondenzen mit meinen Radiogästen und Senderverantwortlichen, die Telefonate, Konzepte, Meetings…ach ach ach…gestaltet sich zunehmend schwieriger. Ich will nicht lamentieren. Ich habe es ja so gewollt.
Das vierte Projekt: auch wenn der Roman noch nicht einmal in den Buchläden liegt, so recherchiere ich bereits seit einem Jahr an einer neuen Sachbuch-Geschichte. Das bedeutet: Lesen. Viel Lesen von Sekundärliteratur. Aber auch einiges niederschreiben. Anekdoten. Erlebnisse. Erfahrung.
Und zuguterletzt etwas, was „nebenbei“ mitläuft: meine Kernprofession. Die der Moderatorin. Gastauftritte, Sendungskonzepte mit Senderchefs besprechen, zu Castings gehen, Events moderieren, Events besuchen, kurz: das Fernsehjahr 2014 im ersten Quartal in Sack und Tüten bringen.
 
Die Miriam Pielhau Media Company stampft im schnellen Takt. Mit all den Details zu den Aufgaben könnte ich ein gutes Dutzend Mitarbeiter in einem Großraum-Büro Vollzeit beschäftigen. Mache ich nicht und möchte ich nicht. Denn: ich liebe ja, was ich tu. Nur nicht so sehr, wie ich es tu. Und zwar aus einem ganz einfachen Grund. Es funktioniert nicht, an einem Computer zu sitzen und an einem von vier Projekten konzentriert, fokussiert und zielgerichtet zu arbeiten. Es gab den Versuch zur Struktur: von 10-12Uhr Agentur, von 12-14Uhr Roman, von 14-16Uhr Radio-Gedöns und dann wieder 20-23Uhr alles, was liegen geblieben ist.
 
Ich nehme es vorweg: der Versuch ist gescheitert. Und mündete in Kuddelmuddel. Am Ende des Tages hatten zwar alle „to do‘s“ auf der Liste ein Häkchen, aber mein Kopf qualmte und an geruhsame Nachtruhe war auch nicht zu denken, wenn im Hirn immer noch die Fragen rattern, ob auch wirklich alles erledigt ist. An einem Arbeitsplatz zu sitzen und vier Arbeitsfelder zu beackern – nicht gut umsetzbar. Ständig trudeln Mails ein, die eines der anderen Themen betreffen. Natürlich klicke ich diese an. Natürlich versuche ich, so schnell wie möglich zu antworten. Zum Durchschnaufen die kleine Surf-Pause, wahlweise Ablenkung via Facebook, Twitter, Spiegel Online, BUNTE und Konsorten. Das ist nur bedingt effektiv. 4 Wochen lang habe ich mich gequält mit 4 Topthemen, die meine Jobthemen sind, auf meinen 4 Buchstaben zu sitzen und an einem Arbeitsplatz dennoch sortiert zu arbeiten. Um dann festzustellen:
Unmöglich. Albtraum. Und dann…Die Lösung kam mir im Schlaf. Ernsthaft.
 
Ich träumte, dass ich zum Einschlafen meine Sekundärliteratur gelesen hätte. Also Fachliteratur statt Lieblingsnovellen. Eigentlich ein No-Go. Also, den Job mit ins Bett zu nehmen. Aber es war ja auch nur eine geträumte Variante – aus der dann die Lösung erwuchs. Am nächsten Morgen wurde mir schlagartig klar: wenn ich schon nicht mit vier Jobs an einem Arbeitsplatz sitzen kann, muss ich für jeden Job einen eigenen Arbeitsplatz kreieren. Vier Büros unter einem Dach. Vier in eins. Das wollte ich versuchen. So habe ich mich eingerichtet. Und siehe da? Es geht.
 
In den vergangenen Tagen ließ sich recht unkompliziert ein Umfeld erschaffen, das Inspiration bietet, je nach Bedarf. Soll heißen: Radiogäste werden gemütlich beim Kaffee am Morgen akquiriert. Nach dem Frühstück. Aber am Tisch. Mit Telefon und Laptop – und einem Blick auf die Tagespresse.
 
Agenturarbeit mache ich in meinem kleinen Büro. Wie in einer Agentur eben. Home-Office, olé. Für das Lektorat meines eigenen Romans gehe ich dahin, wo ich auch sonst gerne anderleuts Bücher lese. Auf die Couch. Zwischen Kissen und Kuscheldecke fällt es nicht ganz so schwer, ganze Kapitel der „Löschtaste“ hinzugeben. Nun, und um mich durch meine Recherche-Literatur zu wühlen, habe ich mein Gästezimmer gewählt. Heimelige Möbel, aber nicht zu komfortabel um in unproduktive Freizeithaltung zu verfallen. Nein. Immer noch in Business-Bereitschaft. Mit der Möglichkeit zu analogen Notizen, die irgendwann am Rechner digitalisiert werden.
 
Abends noch eine 1-2stündige Runde täglicher Email-Wust, wo die Routine-Restposten abgearbeitet werden – so geht‘s.
 
Das macht zwar mehr Wegstrecke von Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz. Aber ich muss dafür noch nicht einmal (oft) das Haus verlassen. Und ausserdem – so lässt sich das ja auch schön reden – ist das fast so etwas wie Sport. Und macht müde. Und traumschwer. Und zwar ohne „alb-“ davor.

Image (adapted) „Digital DNA, City of Palo Alto, Art in Public Places, 9.01.05, California, USA“ by Wonderlane (CC BY 2.0)

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Sonderveröffentlichung: Negatives Feedback in sozialen Netzwerken

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Social Media ist aus aktuellen Marketing- und Kommunikationskonzepten nicht mehr wegzudenken, dennoch scheuen viele Unternehmen noch immer den Schritt in die sozialen Netzwerke. Die Gründe sind offensichtlich: die absolute Meinungsfreiheit und der hohe virale Faktor bieten ein enormes Risiko, sich als Unternehmen auch mit unliebsamer negativer Kritik (in öffentlicher Form!) auseinandersetzen zu müssen. Richtig auf negatives Feedback zu reagieren, gehört also zu den Grundpfeilern des Erfolgs in sozialen Netzwerken.

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Die etwas andere Stabilität: Kameraführung leicht gemacht

Aufnahmen mit Gurt und Halterungssystem sind die Realtität. Mit der M?VI M10 kann dies bald der Vergangenheit angehören.

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