All posts under Trauer

5 Lesetipps für den 21. Dezember

In unseren Lesetipps geht es heute um Blogger in Bangladesch, Trauer und Technologie, die Beatles, das WiderNet-Projekt und Internet. Ergänzungen erwünscht.

  • BLOGGER The New Yorker: The Islamist War on Secular Bloggers: Hierzulande läuft es oft alles andere als gut. Dies kann Motivation genug sein, sich über Zustände zu beschweren, Debatten über Alternativen zu führen und Missstände aufzudecken. Bloggen ist eine Möglichkeit dies zu tun, zumindest hierzulande. In Bangladesch ist dies leider nicht der Fall, wie ein Artikel von Samanth Subramanian zeigt. In Bangladesch wurden in den letzten Jahren mehrere säkulare Blogger von religiösen Extremisten getötet, auf offener Straße, oft ohne Einschreiten der staatlichen Behörden. Eine traurige Erinnerung, wie gut es uns in unserer Demokratie geht und wie sehr Menschen woanders nicht die gleichen Freiheiten geniessen, die heutzutage so selbstverständlich für uns sind.

  • TRAUER The New Yorker: The Ghosts in Our Machines: Technologien sind ebenso Teil unserer Gesellschaft wie der Tod, mit beiden Themen sollte man sich aktiv beschäftigen. Letzte Woche hat Jonathan Jong auf Netzpiloten.de fünf wissenschaftliche Erkenntnisse über den Tod vorgestellt; in New Yorker betrachtet Matthew Malady dein Einfluss von Technologien aufs Trauern. Er hatte seine verstorbene Mutter auf einem veralteten Bild in Google Streetview wiederentdeckt. Solche Erlebnisse können schön sein, zugleich natürlich auch traurig, sie sind aber Ausdruck, dass wir neue Erfahrungen des Trauerns mit neuen Technologien machen werden.

  • THE BEATLES Variety: The Beatles’ Music Will Soon Be Available to Stream: Ein mal wirklich besonderes „Weihnachtsgeschenk“ macht uns das Musiklabel der Beatles, denn endlich – endlich! – kommt die Musik der sogenannten Fab Four auf eine Streaming-Plattform. Bisher musste man diese selber hochladen, wenn man sie auch unterwegs innerhalb seiner Streaming-App hören wollte (zumindest ging das bei Google Music und Spotify). Welche Plattform das ist, steht noch nicht fest, aber die Rechteinhaber der Beatles-Musik verschlafen gerne digitale Trends um mehrere Jahre, weshalb man sich wohl schon freuen kann, dass sie endlich den Weg ins Streaming gewagt haben.

  • OFFLINE Mashable: Ironically, offline Internet could help bridge the digital divide: Althergebrachte Idee funkionieren oft auch noch heutzutage nahezu perfekt, wie das WiderNet Project beweist. Um den Zugang zu Informationen in nicht ans Internet angeschlossene Regionen zu verbessern, vor allem zur medizinischen Aufklärung, wurden die Informationen fast wie in einem Buch auf einen Chip niedergeschrieben. Dort sind sie auch veränderbar, sprich Anwender können eigene Informationen ergänzen. Die Informationen können bei Konnektivität aktualisiert werden, doch auch offline wirkt der Chip wie eine kleine Form des Internets. Ein tolles Beispiel, wie die digitale Lücke überwunden werden kann, um Menschen mit Informationen zu helfen.

  • INTERNET Scientific American: The Rich See a Different Internet Than the Poor: In einem Beitrag für Scientific American kritisiert Michael Fertik den Trend der Personalisierung von Daten als Manipulation unseres Nutzungserlebnisses im Internet, denn seiner Theorie nach entscheiden wir nicht selbstständig, was wir im Netz sehen, sondern werden von Werbung beeinflusst. Dies kann auch auf politische Gedanken ausgeweitet werden, denn Algorithmen beeinflussen den uns angezeigten Content. Wir sehen nur noch das, was ein Algorithmus denkt, dass wir sehen wollen. Vincent F. Hendricks wies vor Kurzem auf Netzpiloten.de auf die Gefahr der Social-Media-Blase hin, in der nicht die Wahrheit viral geht, sondern die Version, die der breiten Masse am besten gefällt.

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5 Lesetipps für den 9. Dezember

In unseren Lesetipps geht es heute um ein Interview mit Evernote-Gründer Phil Libin, Ulrike Langer über Lokalblogs, Cyberbullying, angebliche Trauer im Internet und eine neue Abmahnwelle. Ergänzungen erwünscht.

  • EVERNOTE Venture TV: Evernote-Gründer Phil Libin über die NSA und die falsche Motivation vieler Gründer: “Die meisten Leute sollten einfach nicht gründen”, sagt Evernote-Chef und Gründer Phil Libin im Video-Interview mit Venture TV. Und wenn sie es doch tun, sollten sie eine Idee verwirklichen, die Ihnen wirklich am Herzen liegt und sich nicht vom “Markt” da draußen leiten lassen. Ein sehenswertes Interview mit Libin über die NSA und seine Erfahrungen als Gründer.
  • LOKALBLOG Lokalblogger: Interview mit Ulrike Langer über Communities und Lokalblogs: Man schwimmt ja gerne mal im eigenen Saft, weil es bequem ist und der Blick über den Tellerrand nicht immer gelingt. Aus diesem Grund hat Julian Heck die freie Journalistin Ulrike Langer getroffen, die seit 2011 aus Seattle digitale Medieninnovationen beobachtet. Sie verrät ihm im Interview, warum sie Communities schätzt und was sich die deutsche Lokalblogger-Szene von ihren amerikanischen Kollegen abschauen können.
  • CYBERBULLYING Buzzfeed: A Family And A Town After A Cyberbullied 12-Year-Old’s Suicide: Bei der ganzen Diskussion um Buzzfeed werden oft die doch sehr guten Longreads vergessen wie den von Ryan Broderick über Rebecca Sedwick, einem jungen Mädchen, dass sich vergangenen September nach einem Jahr Cyberbullying das Leben nahm. Broderick arbeitet in dem Artikel die Vorgänge auf und schildert, dass beim Cyberbullying nicht die Technik das Problem sind, sondern die Menschen.
  • TRAUER Jetzt.de: #RIPstorm – Die Halbmast-Beflaggung des Internets: Nach dem Shitstorm hat sich längst eine weitere Netzgewohnheit herausgebildet: Wenn eine Berühmtheit wie Nelson Mandela stirbt, fegt der #RIPstorm durchs Internet. Diese Halbmastbeflaggung im Netz hat aber weniger mit wahrer Trauer zu tun als mit Angeberei, wie Christian Helten auf Jetzt.de treffend feststellt.
  • ABMAHNWAHN Stern.de: So erwischten Urmann + Collegen die Streaming-Nutzer: Die für ihren Abmahnwahn bekannten Regensburger Rechtsanwälte Urmann + Collegen haben eine neue Abmahnwelle gestartet. Neu daran ist, dass erstmals in Deutschland Nutzer von Streamingseiten abgemahnt werden. Christoph Fröhlich erklärt auf Stern.de, wie die Nutzer in das Visier der scheinbar mit Virenprogrammen arbeitenden Rechtsanwaltskanzlei geraten konnten.

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