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Wie man sich vor Kreditkartenbetrug schützen kann

kreditkarte (adapted) (image by mastersenaiper [CC0] via pixabay)

Wer eine Kredit- oder einer Debitkarte besitzt, unterliegt einem nicht zu vernachlässigenden Risiko, dass er betrogen werden könnte – genau wie Millionen andere Menschen auf der ganzen Welt.

Die bemerkenswerte Zunahme der weltweiten von Kredit-, Debit- und Prepaid-Karten begann in den 1980er Jahren. Laut einem Nilson-Report aus dem Oktober 2016 wurden im Jahr 2015 mehr als 31 Milliarden US-Dollar weltweit mit diesem Zahlungssystem umgesetzt, dies ist ein Anstieg um 7,3 Prozent im Vergleich zum Jahr 2014. Im Jahr 2015 wurden sieben von acht Einkäufen in Europa elektronisch getätigt.

Durch neue Online-Geldtransfersysteme wie Paypal und der Verbreitung von E-Commerce weltweit dürfte sich dieser Trend fortsetzen. Die Online-Transfers werden auch immer öfter in den Entwicklungsländern genutzt.

Dank führender Unternehmen wie Flipkart, Snapdeal und Amazon India (die gemeinsam etwa 80 Prozent des indischen E-Commerce Marktanteils im Jahr 2015 besaßen) sowie Alibaba und JingDong, die im Jahr 2016 insgesamt 70 Prozent des chinesischen Marktanteils innehatten, erreichen elektronische Zahlungen neue Verbrauchergruppen.

Das ist ein Paradies für Cyberkriminelle. Nach dem Nilson-Report stiegen die weltweiten Verluste durch Kreditkartenbetrug von etwa acht Milliarden US-Dollar im Jahr 2010 auf 21 Milliarden US-Dollar im Jahr 2015. Bis 2020 dürfte sich dieser Wert auf 31 Milliarden erhöht haben.

Diese Kosten beinhalten unter anderem die Erstattungen, die Banken und Kreditkartenunternehmen für die betrogenen Kunden bereithalten. Viele Banken am Westkap übernehmen eine Verbraucherhaftung bis 50 US-Dollar, wenn das Verbrechen bei Kreditkarten innerhalb von 30 Tagen und bei Debitkarten innerhalb von zwei Tagen gemeldet wird. Banken stecken so erhebliche Summen in die Bekämpfung der Betrugsversuche.

Cyberkriminalität verursacht für die Anbieter der Kreditkarten auch weitere Kosten. Sie müssen ein hohes Maß an Sicherheit bereitstellen. Verletzen sie diese Pflicht fahrlässig, so können Kreditkartenunternehmen ihnen die Kosten für die Erstattung eines Betrugs in Rechnung stellen.

Viele Arten von Betrug

Es gibt viele Arten von Kreditkartenbetrug und sie ändern sich so häufig. Neue Technologien ermöglichen neue Formen der Cyberkriminalität und es ist fast unmöglich, alle aufzulisten.

Es gibt zwei Hauptkategorien:

  • Wenn die Karte vorhanden ist (Card-present-Fraud): Das ist die häufigste Art von Betrug, wenn die Daten des Karteninhabers gestohlen wurden und diese illegal und ohne die Karte vor Ort verwendet werden. Diese Art von Betrug tritt in der Regel online auf und kann das Ergebnis von so genannten „Phishing„-E-Mails sein. Die Kriminellen stellen sich als glaubwürdiger Absender dar, um persönliche oder finanzielle Informationen über einen kontaminierten Link zu stehlen.

  • Wenn die Karte nicht vorhanden ist (Card-non-present-Fraud): Heute weniger weit verbreitet, lohnt sich aber immer noch. Hierbei handelt es sich um eine Form von Betrug, bei der ein Verkäufer die Kreditkarte eines Kunden in ein Gerät schiebt, das die Informationen speichert. Sobald diese Daten verwendet werden, um einen Kauf zu tätigen, wird das Konto des Verbrauchers belastet.

Wie eine Kreditkarten-Transaktion funktioniert

Der Kreditkartenbetrug wird dadurch erleichtert, dass eine Transaktion mit einer Kreditkarte ein einfacher zweistufiger Prozess ist: Genehmigung und Abwicklung. Zu Beginn haben die Personen, die an der Transaktion beteiligt sind (Kunde, Kartenaussteller, Händler und Händlerbank), Informationen zur Genehmigung oder Ablehnung eines Kaufs. Ist der Kauf genehmigt, erfolgt der Geldtransfer. In der Regel findet dieser mehrere Tage nach der Ermächtigung statt. Sobald der Kauf genehmigt worden ist, gibt es kein Zurück mehr. Das bedeutet, dass alle Maßnahmen zur Erkennung eines Betrugs, im ersten Schritt einer Transaktion durchgeführt werden müssen. Und so funktioniert es:

Sobald Unternehmen wie Visa oder Mastercard ihre Marken beim Kartenaussteller – ein Kreditgeber wie beispielsweise der Barclays Bank und bei der Händlerbank – lizenziert hat, werden die Bedingungen der Transaktionsvereinbarung festgelegt.

Dann wird die Kreditkarte physisch vom Kartenaussteller an den Verbraucher geliefert. Um einen Kauf zu tätigen, gibt der Karteninhaber seine Karte einem Verkäufer (oder online, manuell seine Karteninformationen ein). Der Verkäufer leitet die Daten über den Verbraucher und den gewünschten Kauf an die Bank des Händlers weiter. Die Bank wiederum leitet die erforderlichen Informationen zur Analyse und Genehmigung oder Ablehnung an den Kartenaussteller. Die endgültige Entscheidung des Kartenausstellers wird sowohl der Bank des Verkäufers wie auch an den Verkäufer gesendet.

Die Ablehnung kann nur in zwei Situationen erfolgen: Wenn der Saldo auf dem Konto des Karteninhabers unzureichend ist oder wenn auf Grundlage der von der Bank des Händlers bereitgestellten Daten, ein Betrug vorliegt. Ein falscher Verdacht auf Betrug, ist für den Verbraucher unpraktisch, da der Erwerb verweigert wurde und dessen Karte vom Kartenaussteller blockiert werden kann. Für den Verkäufer stellt ein falscher Verdacht auf Betrug einen Reputationsschaden dar.

Wie erkenne ich den Betrug?

Basierend auf meinen Untersuchungen, wie fortgeschrittene Statistiken und probabilistische Techniken einen Betrug besser erkennen können, ist eine sequentielle Analyse – gepaart mit neuer Technologie – der Schlüssel.

Dank der kontinuierlichen Überwachung der Karteninhaber und der Informationen – einschließlich der Zeit, der Menge und der geografischen Koordinaten eines jeden Kaufs – sollte es möglich sein, ein Computermodell zu entwickeln, das die Wahrscheinlichkeit berechnet, dass ein Kauf mit Betrugsabsichten geschieht. Wenn diese Wahrscheinlichkeit einen bestimmten Schwellenwert überschreitet, würde der Kartenaussteller einen Alarm auslösen. Das Unternehmen könnte dann entscheiden, ob es die Karte direkt blockiert oder weitere Untersuchungen, wie zum Beispiel einen Anruf beim Verbraucher durchführen.

Das Besondere an diesem Modell, das eine bekannte mathematische Theorie anwendet, die als optimal für die Betrugserkennung gilt, ist, dass sie entweder eine Maximierung einer erwarteten Auszahlung oder eine Minimierung der erwarteten Kosten anstrebt. Mit anderen Worten, alle Berechnungen zielen darauf ab, dass die Häufigkeit von Fehlmeldungen begrenzt wird. Meine Forschung ist hier noch nicht abgeschlossen. Aber in der Zwischenzeit soll das Risiko, Opfer eines Kreditkartenbetrugs zu werden, deutlich reduziert werden. Hier also einige goldene Regeln.

    1. Niemals einfach auf Links in E-Mails klicken, die Sie bitten, persönliche Informationen zu übermitteln, auch wenn der Absender bekannt scheint.
    2. Bevor Sie etwas online von einem unbekannten Verkäufer kaufen, googlen sie den Namen des Anbieters, um zu sehen, ob das Feedback der Verbraucher überwiegend positiv ist.
    3. Wenn Sie Onlinezahlungen tätigen, überprüfen Sie, ob die Website mit dem Kürzel ‚https://‘ beginnt. Hierbei handelt es sich um ein Kommunikationsprotokoll für sichere Datenübermittlung. Kontrollieren Sie, ob der Inhalt der Website grammatische Fehler oder seltsame Worte enthält. Dies würde daraufhin deuten, dass es sich um eine Fälschung handelt, die ihre Daten abgreifen will.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Kreditkarte“ by mastersenaiper (CC0 Public Domain)


The Conversation

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Uber zerstört die Share Economy mit seinen fahrerlosen Autos

Taxi Cabs vs Uber (adapted) (Image by Aaron Parecki [CC BY 20] via Flickr)

Die Ankündigung von Uber, dass das Unternehmen in Pittsburgh, USA, fahrerlose Autos einführen will, stellt nicht nur die Zukunft der Share Economy, die auch durch Ubers Hilfe etabliert wurde, sondern auch die Zukunft von Beschäftigungsverhältnissen im weiteren Sinne in Frage. Eines ist aber sicher: Obwohl sich Uber verändert, wird die Art, wie es unsere Arbeitsweise verändert hat, bestehen bleiben.

Uber ist praktisch zum Synonym für Ideen für neue Geschäftsmodelle geworden. Es ist so bekannt, dass tatsächlich sogar ein neues Wort daraus entstanden ist – „ubersation“ – das die Art von Arbeit beschreibt, die über Online-Plattformen in sogenannten Share Economies verwaltet wird. Die Firma ist in vielerlei Hinsicht ein Sinnbild des flinken Ideenreichtums, mit dem der Kapitalismus es schafft, von der Technologie gestützt Wirtschaftskrisen zu überleben, neue kreative Lösungen für alte Probleme zu finden und sich am laufenden Band selbst neu zu erfinden.

Fahrerlose Autos sind nur ein weiteres Beispiel dafür. Nachdem es 2009 gegründet wurde, ein Jahr nach Airbnb und Taskrabbit, war Uber eines der ersten Serviceunternehmen, das einen Weg fand, Investitionen großer Mengen in abwertenden Anlagen zu vermeiden, wie zum Beispiel einen Fuhrpark, spezielle Werkzeuge oder teure Immobilien. Die Lösung? Das Risiko wurde ausgelagert und die Vermögenswerte anderer Leute genutzt.

Im Original-Modell von Uber fielen die Kosten des Kaufens und Wartens der Autos den Fahrern, beziehungsweise Eigentümern, zu, nicht der Firma. Die Einstellung gegenüber Arbeitern war ähnlich: wieso in die eigene Arbeitskraft investieren, mit all der Verantwortung die damit einhergeht, ein Arbeitgeber zu sein, wenn man den Service von Menschen nutzen kann, die für ihre eigene Ausbildung, ihre Ferien und ihre Rente zahlen und die Verantwortung für ihre Ausfallzeit selbst tragen?

Onlineplattformen behaupten, dass sie keine Arbeitgeber seien – sie seien nur ein Hightech-Gesprächspartner zur Bereitstellung und Anforderung von Diensten. Sie profitieren, indem sie bei allen Transaktionen Reduzierungen durchführen. Und sie können mit minimalen Investitionen schnell in neue Märkte expandieren.

Vorteile nutzen

Einer der Gründe, warum Uber so viel mehr öffentliche Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat als andere Plattformen die Arbeit auf Abruf anbieten (wie Taskrabbit, Handy, Upwork oder PeoplePerHour) ist, dass es einen Bereich betreten hat – den der Taxiservices – wo die Arbeiter bereits organisiert waren. Taxifahrer in vielen Städten haben eine lange Geschichte des Zusammenschlusses vorzuweisen, um Regeln festzulegen und mit öffentlichen Behörden über Dinge wie Standardtarife, die Standorte der Taxistände und die Bedingungen für den Erhalt einer Lizenz zu verhandeln.

Das steht im Gegensatz zu Menschen, die Dienstleistungen wie das Putzen von Fenstern, Gartenarbeit, Kinderhüten oder Möbelmontage zur Verfügung stellen, wie es andere Plattformen anbieten. Londoner Taxifahrer der „Black Cabs“ verbringen normalerweise 4 Jahre damit, sich das „Wissen“ anzueignen, also alle möglichen Routen durch die Stadt zu kennen. Dies ist eine Voraussetzung für den Erhalt einer Lizenz. Es ist daher nicht überraschend, dass der Einstieg von Uber in ihren Markt einen Proteststurm hervorrief.

Der Erfolg von GPS machte vieles von dem hart erarbeiteten Wissen obsolet und öffnete das zuvor wohlgehütete Gebiet des Taxifahrens jedem Menschen mit einem Auto und einem Smartphone, der sich etwas dazuverdienen wollte. Niedrigere Preise machten private Fahrten außerdem für die Menschen erschwinglich, die früher eine Taxifahrt als gelegentlichen Luxus angesehen haben.

Diese Vorteile konnten aber nicht für immer anhalten. Wettbewerber erschienen auf der Bühne. Öffentliche Behörden wurden für die Notwendigkeit, diese neue Art von Taxiservice zu reglementieren, sensibilisiert – was, wenn es einen tödlichen Unfall gäbe? Was, wenn der Fahrer oder der Fahrgast angegriffen würden? Wer wäre für die Versicherung zuständig? Auch die Fahrer fingen bald an, sich wie ausgebeutete Arbeiter zu fühlen, statt unbeschwerte Unternehmer sein zu können.

Wenn Uber schon die Gebühren festlegte und vorschrieb, wie sie zu arbeiten hatten, sollten sie dann nicht auch anfangen, die Verantwortungen eines Arbeitgebers zu übernehmen? Uber war deshalb sowohl in den USA als auch in Großbritannien mit gerichtlichen Verfahren konfrontiert. Manche der Uber-Fahrer aus den USA haben sogar als Alternative ihre eigene Kooperation mit Fahrern von Lyft, einem ähnlichen Service, aufgebaut.

Ruhig bleiben und weitermachen

In der Zwischenzeit ist Uber zu einem riesigen Unternehmen mit weltweiter Ausbreitung und einem Umsatz von 1,5 Milliarden US-Dollar im Jahr 2015 geworden. Sein letzter Versuch, sich selbst neu zu erfinden, nimmt interessanterweise eine der klassischen Strategien der Industrie aus der Vergangenheit auf, um den Profit zu steigern – die Automatisierung. Während es den Plan der Vergangenheit, die Arbeiter die Investitionen allein machen zu lassen, beiseite schiebt, steckt Uber sein eigenes Geld in eine neue Technologie: fahrerlose Autos. Wenn sich das Risiko auszahlt, wird dies wahrscheinlich mehrere Auswirkungen haben.

Die Position traditioneller Taxiunternehmen wird weiterhin unterminiert werden, indem günstigerer Service angeboten wird (möglicherweise auch die Stellen von Ubers eigenen Eigentümern oder Fahrern). Zudem werden auch Wettbewerber verdrängt werden. Neuanbieter auf diesem Markt der fahrerlosen Taxis würden in eine Flotte solcher Fahrzeuge investieren müssen. Dies könnte die Nahezu-Monopolstellung, die Uber schon in manchen Städten hat, festigen und den Namen Uber so zum Synonym für Taxiservice machen, wie es zum Beispiel Hoover für Staubsauger oder Kleenex für Taschentücher ist. Wenn uns die Geschichte eines lehrt, dann ist es, dass dies nicht zu Massenarbeitslosigkeit führen wird.

Bereits vorhandene Uber-Fahrer würden möglicherweise arbeitslos werden, aber diese Form von Restrukturierung verheißt nur, dass neue Jobs geschaffen werden, während und obwohl sie andere zerstört. Fahrerlose Autos könnten aus professionellen Fahrern das machen, was Waschmaschinen aus Wäschereiarbeitern machten. Der Kapitalismus aber, zerstörerisch wie immer, macht weiter wie zuvor.

Wenn das nun aber die Zukunft von Uber ist, was wird dann aus der Zukunft der ‚uberisation‘? Die Beweise sprechen dafür, dass es Teil eines großen Trends ist, der unaufhaltsam wächst. In allen Wirtschaftsbereichen wird Arbeit auf Abruf als neue Form für Jobs gelten, die von Aushilfslehrern über Agentur-Krankenschwestern und Supermarktkassierern bis hin zu Callcenter-Angestellten reichen.

Eine neue Studie mit 2238 Menschen, die wir an der Hertfordshire Business School durchführten, legte nahe, dass drei Prozent der erwachsenen Bevölkerung Großbritanniens „mindestens wöchentlich“ für Online-Plattformen arbeiten, während viele mehr (etwa elf Prozent) dies hin und wieder tun. Geschätzte 2,5 Prozent der Arbeitnehmer haben Null-Stunden-Verträge und sechs Prozent haben einen befristeten Vertrag.

Die letzten Statistiken der Regierung des Vereinigten Königreichs zeigen, dass mehr als eine Million Menschen einen Zweitjob haben und knapp fünf Millionen Menschen selbstständig sind. Uber mag sich verändern, solange es aber keine radikalen Veränderungen in der Arbeitsregelung und des Sozialsystems gibt, sieht es so aus, als wäre die ‚uberisation‘ gekommen, um zu bleiben.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Taxi Cabs vs Uber“ by Aaron Parecki (CC BY 2.0)


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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • APPLE t3n: 7 neue Funktionen von iOS 10: Nachdem das iPhone 7 vorgestellt wurde, ist nun das neue Betriebssystem iOS 10 rausgekommen. Das Update gibt es für alle Geräte ab iPhone 5, iPad mini 2, iPads der 4. Generation und iPod Touch der 6. Generation. 7 neue Funktionen wie z.B. die Intelligente Tastatur, man kann ab sofort mit einer einzigen Tastatur in mehren Sprachen schreiben, ohne ständig diese wechseln zu müssen, hält das neue Update bereit.
  • CHINA Welt: Wirtschaft in China stabilisiert sich wieder: Chinas Wirtschaft scheint wieder zulegen zu können. In China wächst vor allem die Nachfrage nach Autos stark. Außerdem gab es noch 1,13 Millionen zusätzliche Arbeitsplätze im August. Der Sprecher Sheng Laiyun sehe „positive Veränderungen und viele Lichtblicke“, besonders in der Realwirtschaft, bei der Vorlage der Wirtschaftsdaten für den Einzelmonat August.
  • ADBLOCKER Trending Topics: „Adblocker werden den Markt verändern, weil sie zeigen, dass die Big-Data-Geschäftsmodelle nicht funktionieren“: 100 Millionen Nutzer soll Adblock Plus laut Angaben des Herstellers haben. Weltweit setzt der irischen Firma PageFair zufolge jeder fünfte Smartphonenutzer auf einen Werbeblocker. Bereits 2013 wurde bekannt, dass sich Google und Amazon mit Eyeo arrangierten und sich von der Werbeblockade freikauften. In Brüssel braut sich derzeit ein Gewitter zusammen, das die Geschäftsmodelle der großen Silicon-Valley-Riesen massiv infrage stellt.
  • UBER heise online: Schweiz lockert Regeln für Taxis wegen Konkurrenz mit Uber & Co.: Gestern stimmte in der Schweiz der Nationalrat mit deutlicher Mehrheit für eine Lockerung der strengen Vorschriften für Taxifahrer. Taxifahrer befänden sich im Nachteil gegenüber des Fahrdienstes Uber. Der Schweizer Nationalrat will gleiche Ausgangsbedingungen für den Wettbewerb zwischen Taxifahrern und Fahrdiensten wie Uber. Aktuell unterliegen Taxifahrer speziellen Vorschriften, beispielsweise einer Bewilligung für berufsmäßige Personentransporte, einer Fahrtenschreiberpflicht oder speziell geregelten Arbeitszeiten.
  • IOS Süddeutsche Zeitung: Rückkehr des „Ziegelsteins“: iPhone-Nutzer berichten von Update-Problemen Kaum ist iOS 10 rausgekommen, da gibt es schon Probleme. Viele Nutzer berichten von Update Problemen wie z.B. dass das Wlan-Update auf iOS 10 iPhone und iPad im Wartungsmodus einfriert. Das Problem lässt sich nur durch eine Wiederherstellung reaktivieren.
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Die Cyberwar-Doku „Zero Days“ kündigt den dritten Weltkrieg an

03_der_wurm_breitet_sich_aus_c_stuxnet_documentary by DCM Filmverleih

Der Pressetext zu „Zero Days“ lässt Schlimmes vermuten. Denn es wird nicht weniger als die Grundlage des dritten Weltkriegs enthüllt: das Internet. So übertrieben-eindimensional diese Aussage auch anmutet, Oscar-Preisträger Alex Gibney („Taxi to the Dark Side“) scheint alles andere als verlegen um eine klare Positionierung. Der Regisseur von „We Steal Secrets: Die WikiLeaks Geschichte“ und „Scientology: Ein Glaubensgefängnis“ führt eindeutige Argumente an, dass sich die nächsten zwischenstaatlichen Auseinandersetzungen vor allem im virtuellen Raum abspielen werden. Am Beispiel des Stuxnet-Virus wird beleuchtet, welche Macht von Geheimdiensten ausgeht, welche Bedeutung das Warten auf den richtigen Angriffszeitpunkt hat und wieso sich dennoch unkontrollierbare Nebeneffekte ergeben können.

Aufhänger für die Thriller-Doku ist das iranische Atomprogramm, das Mahmud Ahmadinedschad 2005 an die Spitze des Staates beförderte. Die Republik erhoffte sich offiziell neue Wege der Energieversorgung zu erschließen, steht jedoch seit jeher im Verdacht an Atomwaffen zu forschen. Um Letzteres zu verhindern, verschafften sich die USA und Israel technischen Zugang zu allen relevanten Infrastrukturen des Landes – einschließlich zu den streng bewachten Anlagen zur Urananreicherung. Dass dies überhaupt rauskam, ist laut NSA-Insidern dem übereifrigen israelischen Geheimdienst Mossad zu verdanken, der einen perfekten (weil unauffindbaren) Code ohne Absprache noch aggressiver auftreten ließ. Obwohl der Virus nun seit Jahren seine Aufgabe erfüllte, die Steuereinheiten in den Uran-Fabriken zu schädigen und damit den Iran bei seinen Atom-Bemühungen auszubremsen, machte die Version-auf-Steroiden 2010 unbeabsichtigt die Runde. Binnen weniger Tage verbreitete sich das besagte Schadprogramm Stuxnet selbstständig auf Millionen von Windows-Rechnern und zwang die Geräte zum Herunterfahren. Das Chaos war perfekt!

Seit seiner Entdeckung wurden in den USA Millionen in die Ursachenforschung und Strategien zur Beseitigung investiert – und das, obwohl sie selbst laut „Zero Days“-Dokumentation Urheber von Stuxnet sind. Doch zum Zwecke der Geheimhaltung des offensichtlich kriegerischen Aktes gegen den Iran scheint man diese Kosten in Kauf zu nehmen. Die Sabotage diente dem größeren Zweck: nämlich im Falle einer Auseinandersetzung zwischen Iran und Israel dem Bündnispartner nicht in den Krieg folgen zu müssen. Dafür hätte das amerikanische Volk nach Afghanistan kein Verständnis aufbringen können. Und so hieß es: dem Gegner zuvorkommen, Spuren verwischen und hoffen, dass die Tat nie herauskommt. Insbesondere hier hätte man sich etwas mehr Genauigkeit in der Doku gewünscht, da ein aus dem Kontext gerissenes und falsch übersetztes Zitat von Ahmadinedschad („Israel must be wiped off the map“) als Begründung der Angst vor einem iranischen Angriff angeführt wird. Es ist jedoch hinlänglich bekannt, dass sich das Staatsoberhaupt auf einen Regimewechsel bezog und einen Führer der Islamischen Revolution vor vierzig Jahren zitierte. Regisser Alex Gibney verwendet den Ausschnitt – aber ohne Kontext, und damit nur mit dem Vorsatz, seine Argumente zu untermauern.

Besser gelingt Gibney dagegen die Veranschaulichung der Bedeutung eines drohenden Cyberwar. Innerhalb der fast zweistündigen Laufzeit ist es ihm ein besonderes Anliegen, eine Diskussion über Sicherheitsvorkehrungen und globale Regeln anzustoßen, damit Staaten nicht einfach das Recht des Stärksten durchsetzen. Er entwickelt den Gedanken einer unabhängigen Kontrollinstanz, die über Methoden der digitalen Kriegsführung Bescheid weiß und vor allem informiert werden muss, wozu die Länder im Stande sind. Das scheint zwar heute noch undenkbar, jedoch galt dasselbe auch vor Jahrzehnten noch für Atom- und Chemiewaffen.

1953 wurde schließlich die Internationale Atomenergie-Organisation (kurz: IAEO) als Partner der Vereinten Nationen ins Leben gerufen, die bis heute den Verbleib jedes einzelnen Gramms Uran verzeichnet. Seit die Erlaubnis der Anreicherung also mit der Kontrolle durch ein Aufsichtsgremium verbunden ist, scheint die Welt ein Stück sicherer geworden zu sein. Im virtuellen Raum erhofft sich Alex Gibney nun etwas Ähnliches. Denn nur, wenn wir als Bevölkerung über die Hintertürchen der Regierungen Bescheid wissen, könnten wir überhaupt einschätzen, was vor sich geht. Die aktuellen Ereignisse um staatliche Computerviren und Whistleblower wie Edward Snowden sorgen nämlich vor allem für Unverständnis.

Es sollte klar sein, dass derartige Geheimoperationen, wie die Infiltration aller iranischen Infrastrukturen durch USA und Israel, ein denkbar schlechtes Vorbild sind – sowohl für Nachahmer-Staaten, als auch für kriminelle Gruppen. Es sollte mit keinem Recht vereinbar sein sich Zugang zu Aus-Schaltern für lebenswichtige Versorgungsapparate wie Wasser und Strom zu verschaffen. Und für diese Debatte leistet „Zero Days“ einen wichtigen Beitrag.

Die Dokumentation läuft am 1. September für eine Woche im Kino an, bevor sie danach schon auf den Video-on-Demand-Plattformen zum Abruf bereit steht. Das Anschauen lohnt sich, weil hochrangige Geheimnisträger nicht die Einzigen sein sollten, die über Recht und Unrecht entscheiden.


Image: Zero Days by DCM Filmverleih


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