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Die Netzpiloten sind Partner des Zukunftsforums Zeitschriften 2017

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Das diesjährige Zukunftsforum Zeitschriften stellt die konkreten Herausforderungen, denen sich Medienhäuser heute stellen, um sich selbst und ihr Geschäftsmodell neu zu erfinden, in den Fokus: Unter dem Motto Neudefinition „Zeitschriftenverlag“ findet das 8. Zukunftsforum Zeitschriften der Akademie der Deutschen Medien am 28. November 2017 im Literaturhaus München statt.

Immer mehr Verlage entwickeln sich zu mehrmedialen Service-Providern: Innovative Content-Angebote und Kunden-Services werden entwickelt, die fast immer mit strukturellen und organisatorischen Neuerungen einhergehen. Für intelligente Content-Angebote und Vermarktungsansätze sind flache Hierarchien und agile Prozesse nötig, damit Produkte schnell umgesetzt werden können.

In den Visionary-Keynotes und Best Cases von Top-Experten aus Verlagen und Digitalunternehmen stehen somit unter andrem folgende Fragen im Vordergrund: Wie müssen sich Verlage neu definieren, um in Zeiten der digitalen Transformation zu bestehen? Und welche Strukturen und Prozesse sind notwendig, um innovative Produkte zu entwickeln?

Mit dabei sind Markus Reithwiesner, Holding Geschäftsführer der Haufe Gruppe, Peter Buhr, Senior Consultant Digital & Innovations von Axel Springer und Eva Maria Bauch, Geschäftsführerin von Gruner + Jahr /G+J Digital Products.

Interessiert? Mehr Informationen und die Abmeldung findet ihr hier.

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Die Netzpiloten sind Partner der E-Book-Konferenz „Future Reading“ 2017

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Am 6. Dezember 2017 ist es wieder soweit: Die 10. E-Book-Konferenz wird von der Akademie der Deutschen Medien in München veranstaltet. Diesmal geht es rund um den Leser – unter dem Motto „ FUTURE READING – Leser, Produkte und Geschäftsmodelle“ werden internationale Experten aus Verlagen, Digital-Unternehmen und Branchendisruptoren die Bedürfnisse der Leser, Produktformen, Discoverbility und die Monetarisierung im E-Book-Business diskutieren.

Denn der digitale Kunde liest nicht nur anders – er sucht Inhalte auch anders und kauft sie anders. So möchte er das beste Leseergebnis finden, technologisch und inhaltlich: Es soll schnell, spannend und einfach sein. Die Frage ist hierbei nicht, wie man Inhalte bereitstellt, denn das ist die Kernkompetenz von Verlagen – sonder wie man sie vermarktet und kundenorientiert aufbereitet.

Es stellen sich Fragen wie: Wer ist der Kunde? Was sind seine Bedürfnisse? Und wann ist er bereit, für das digitale Lesen zu zahlen? Multimediale Wachstumsstrategien sind hier von Bedeutung, genauso wie neue Vermaktungsstrategien und Vetriebsmodelle. Denn sie sind ausschlaggebend dafür, gute Produkte, digitale Erlösquellen, sowie neue Distributionskanäle und den Verkauf über Nebenmärkte zu realisieren.

Interesse geweckt?

Es erwarten auch hochkarätige Speaker, die in Visionary Kenotes und Praxisvorträgen diese Fragen diskutieren. Unter anderem werden Dr. Niels Peter Thomas, Chief Book Strategist von Springer Nature, Dominic Myers, European Publishing Director von Amazon und Eliane Wurzer, Leiterin Digiale Imprints von Piper dabei sein.

Also los! Weiter Informationen und die die Online-Anmeldung findet ihr hier.

 

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Online bestellen, analog abholen: So wird aus dem Wochenmarkt der Bauernmarkt 2.0

Bauernmarkt 2.0 (Image by Marinela Potor)

Man ist, was man isst. Angesichts immer neuer Lebensmittelskandale, von Glassplitter im Käsedip bis hin zu keimbelastetem Putenfleisch, wollen auch deutsche Verbraucher mittlerweile genau wissen, woher ihre Erzeugnisse kommen. Gerade in Großstädten, in denen die Wege zum Regionalbauern weit sind, setzen sich deshalb verschiedene Initiativen durch, die die Distanz zwischen Erzeuger und Verbraucher reduzieren

Sie heißen Kartoffelkombinat, Bunte Höfe oder SpeiseGut und nutzen das Internet, um Produzenten und Konsumenten an einem Ort zusammenzubringen. Bauernmarkt 2.0 sozusagen. Es sind tatsächlich vor allem jüngere Kunden, bei denen das Konzept gut ankommt. Denn sie haben weder die Zeit, um auf dem Wochenmarkt herumzuschlendern, noch die Gewohnheit, und oft auch keine Transportmittel, um die umliegende Region nach lokalen Bauern abzuklappern. Die Idee – online bestellen, analog abholen – sagt daher sehr vielen zu.

Bauer sucht Kunde

Auch Jana Lang geht an das Thema „Essen“ sehr ideologisch heran. Ihr ist die Herkunft der Produkte sehr wichtig, die Art des Anbaus und sie möchte die Erzeuger persönlich kennenlernen, wie sie den Netzpiloten erzählt. All das hat die 28-jährige Studentin im Geschäftsmodell der „Marktschwärmerei“ gefunden.

Foto Jana Lang Credit - Dariusz Misztal
Foto: Jana Lang Credit – Dariusz Misztal

Hierbei kommen Bauern und Kunden zunächst auf einer Onlineplattform zusammen. Kunden melden sich kostenlos auf der Webseite an, suchen eine Marktschwärmerei in ihrer Nähe, bestellen ihre Produkte im Netz und holen sie schließlich auf den wöchentlichen Marktschwärmereien ab – direkt vom jeweiligen Bauern. Das spart Zeit und Fahrerei, Verbraucher finden alle Erzeuger an einem Ort und dadurch, dass nur die Produkte verkauft werden, die vorher bestellt wurden, gibt es am Ende auch keine überschüssige Ware, die weggeworfen werden muss.

Für Regionalbauern wiederum springt bei solchen Geschäftsmodellen wie der Marktschwärmerei mehr Gewinn heraus. Bei dieser Art der Direktvermarktung sparen sie sich die Zwischenhändler, und anstatt einen Teil ihrer Einnahmen an Supermärkte abzugeben, behalten sie bei der Schwärmerei einen größeren Eigenanteil. Somit ist die Wertschöpfung für Produzenten größer.

Die Marktschwärmerei bietet Kunden aber noch etwas, was die Supermärkte nicht können, die ja ebenfalls gerne mit regionalen Produkten werben: Kunden können die Produzenten persönlich kennenlernen. Auf der Marktschwärmerei kann man sich so beispielsweise beim Abholen seiner Produkte erklären lassen, wie die Kühe ernährt werden, wie das Brot gebacken wird oder welche Blumen für den Honig der Bienen verantwortlich sind. Das schafft natürlich mehr Vertrauen als ein Label im Supermarkt.

Probieren kann man, spontan kaufen nicht

Das Konzept hinter der Marktschwärmerei kommt ursprünglich aus Frankreich, und ist dort unter dem Namen La Ruche Qui Dit Oui! (deutsch: Der Bienenkorb, der „ja“ sagt) bekannt. La Rouche wurde 2010 gegründet, ist aktuell in mehr als 800 Städten präsent und hat über 130.000 Mitglieder. In Deutschland ist das alles noch Neuland. Die ersten Marktschwärmereien starteten im Jahr 2014 in Berlin, mittlerweile gibt es nach Angaben des Unternehmens 30 aktive Schwärmereien in acht Bundesländern, die von rund 300 Erzeugern beliefert werden. Und das Netzwerk wächst: 60 weitere Schwärmereien sind angeblich im Aufbau.

Alle Erzeuger bieten regionale Produkte, oft aus biologischem Anbau. Organisiert werden die Marktschwärmereien von „Gastgebern“, die eigenständig die regionalen Bauern kontaktieren, einen Ort für den Markt suchen, die Fragen der Käufer beantworten und eine kleine Aufwandsentschädigung dafür bekommen. Wer hier als Gastgeber mitmacht, will nicht reich werden, sondern ist von der Idee überzeugt. Genau wie Jana Lang. Sie organisiert seit Juli 2017 die Marktschwärmerei auf dem Factory Campus in Düsseldorf.

Foto Eröffnungsfeier Düsseldorf Credit - Dariusz Misztal
Foto: Eröffnungsfeier Düsseldorf Credit – Dariusz Misztal

Bei einem Besuch der Netzpiloten vor Ort ist gerade wieder Markttag, wie jeden Dienstag, und rund 50 Kunden tummeln sich auf dem Hof des Coworking Spaces. Es gibt Obst, Käse, Honig, Bäckereiprodukte und sogar selbstgemachte Spirituosen – und natürlich darf man überall probieren. Allerdings: Wer nicht vorbestellt hat, kann nichts spontan kaufen. Das ist ein Vor- und ein Nachteil, wie Carolin Hertler vom Hof Vorberg erklärt: „Einerseits ist es für uns praktisch und nachhaltig, weil wir im Anschluss nichts wegschmeißen müssen, was nicht gekauft wurde. Andererseits würden einige Kunden, die bei uns nicht bestellt haben, gerne spontan etwas kaufen und das geht dann leider nicht. Zwar schreiben es sich manche dann auf, bis zur nächsten Woche ist das aber auch mal vergessen.“

Trotzdem lohnt es sich für die Produzenten finanziell, mitzumachen. Neben dem eigenen Hofladen ist die Marktschwärmerei für sie eine zusätzliche Einnahmequelle, bei der sie ihre Produkte an Kunden verkaufen, die ansonsten nicht zu ihnen aufs Land fahren würden.

Ein Netzwerk nur für Wohlhabende?

Die Mischung aus Social Media Plattform und Wochenmarkt kommt offensichtlich gut an. Nicht nur, weil die Kunden ihre Produkte direkt beim Bauern kaufen können, sondern auch, weil die Marktschwärmerei ein lebendiges Offline-Netzwerk ist. Man lernt die Menschen aus der Umgebung kennen, plauscht ein wenig und bekommt so selbst in einer anonymen Großstadt ein heimeliges Dorfgefühl.

Im Vergleich zum Einkaufen im Supermarkt ist dies aber selbstverständlich noch ein sehr kleines Marktsegment, und dazu nicht das günstigste. Man muss es sich als Verbraucher also erstmal leisten können oder wollen, seine Produkte über Plattformen wie die Marktschwärmerei zu bestellen.


Teaserimage „Bauernmarkt 2.0“ by Marinela Potor
Images via Jana Lang by Dariusz Misztal


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Mit diesen Tipps zum E-Commerce-Erfolg

So muss eine perfekte Produktseite aussehen

Quasi jeder Internetnutzer hat schon einmal im Netz eingekauft. Der Markt ist riesig. Deshalb ist es extrem wichtig, dass potenzielle Kunden von einer Produktseite überzeugt werden, damit sie nicht zur Konkurrenz abwandern. Das sollten Sie dabei beachten.

Bereits 2015 hat der der Branchenverband bitkom festgestellt, dass rund 98 Prozent aller Internetnutzer über das Netz shoppen – und es werden immer mehr. Laut einer ARD/ZDF-Onlinestudie von Ende 2016 sind mittlerweile 84 Prozent der Deutschen online. Daraus ergibt sich ein riesiger E-Commerce-Markt, auf dem man sich von seinen Mitbewerbern natürlich unterscheiden muss, um erfolgreich zu sein. Das A und O ist eine gelungene Produktseite, denn wird der potenzielle Kunde schon vom Online-Auftritt abgeschreckt oder kann wichtige Informationen nicht finden, sucht er sich einen anderen Anbieter.

Der Kunde muss dem Shop vertrauen

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Ein Whitepaper von Trusted Shops klärt ausführlich darüber auf, wie eine gute Produktseite auszusehen hat / Quelle: Trusted Shops

Egal ob bei Büchern, Kleidung oder Elektronik: Auf einer Produktseite wird aus einem reinen Besucher einer Website schließlich bestenfalls ein Käufer. Grundsätzlich ist wichtig, dass der Internetnutzer einem Shop vertraut – und das lässt sich auf eine einfache Weise bewerkstelligen. Das 1999 gegründete Unternehmen Trusted Shops zertifiziert Online-Shops. Geprüfte Shops erhalten ein Gütesiegel, das bestätigt, dass der Händler vertrauenswürdig ist. Trusted Shops prüft dafür die Seriosität eines Online-Shops, ob dieser zuverlässig liefert und wie ein Händler mit dem Thema Datenschutz umgeht. Gleichzeitig bietet das Unternehmen einen Käuferschutz. Zu den Kunden von Trusted Shops zählen unter anderem bekannte Namen wie Fleurop, die Baumarkt-Kette Obi oder Mode-Versandriese Zalando.

Auf der Produktseite selbst „können und sollten Online-Händler kreativ und individuell sein“, erklärt Trusted-Shops-Experte Martin Rätze. Gleichzeitig müssen aber natürlich gewisse Rahmenbedingungen beachtet werden. Natürlich muss ein Kunde auf den ersten Blick den Preis und Namen eines Produkts finden können – genauso wie Produktfotos oder -videos, die Verfügbarkeit, detaillierte Daten, einen Liefertermin, Versandkosten und bestenfalls auch Bewertungen beziehungsweise Rezensionen anderer Kunden. Ähnliche Produkte vorzuschlagen, die einen Kunden interessieren könnten, ist ebenfalls ein Standard.
„Sie können sich mit tollen Fotos und Produktbeschreibungen von der Konkurrenz absetzen und den Kunden zum Kaufen animieren“, erzählt Rätze weiter. Auf einer originellen Seite sei es sogar stellenweise möglich, höhere Preise als die Konkurrenz zu verlangen und trotzdem erfolgreich zu sein. Wie genau eine Site noch weiter optimiert werden kann, das erfahren Sie im ausführlichen Whitepaper „Die perfekte Produktseite“.

Das sind die wichtigsten Faktoren

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Auf diese Beratungselemente achten Kunden verstärkt / Quelle: Otto Group; Statista

Neben all dem gibt es gewisse Faktoren, auf die potenzielle Kunden besonders achten. 73 Prozent aller Käufer lassen sich beispielsweise in ihrer Kaufentscheidung von einem kostenlosen Versand beeinflussen, wie Trusted Shops in einem Blog-Eintrag erklärt. 70 Prozent achten auf einen kostenlosen Retouren-Service und 62 Prozent halten Sonderangebote für wichtig. 56 Prozent sehen Rabatt-Coupons als positiv, während nur noch 43 Prozent auf zeitlich begrenzte Sonderaktionen und 31 Prozent auf Geschenke beziehungsweise sogenannte Incentives achten. Aber wer braucht schon Incentives, wenn die gelungene Produktseite das beste Argument für einen Kauf ist?

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Netzpiloten sind Partner der DIGITAL BUSINESS PREVIEW 2017

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Die DIGITAL BUSINESS PREVIEW findet in diesem Jahr am 26. Januar in Hamburg und am 30. Januar in München statt.

Die nun schon seit 19 Jahren bekannte und heiß begehrte Pressevorschau öffnet wieder ihre Pforten.

Die PREVIEW wurde konzipiert, um Journalisten umfassend und neutral vor internationalen Technologiemessen wie MWC, CeBIT, Hannover Messe & Co. über Trends, neue Technologien und Produkte zu informieren und in ihrer Arbeit zu unterstützen.

Schwerpunkte auf der PREVIEW bilden in diesem Jahr Themen wie Sicherheit in einer vernetzten Welt, Aktuelles aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz, Next Generation Chatbots und die IT-Revolution Blockchain. Viele renommierte Referenten greifen in den „Trend-Talks“ die wichtigsten Themen auf, die die Branche gerade bewegen.

Natürlich werden auch die neusten Produkte wie der Alptracker, die aktuellsten Monitore, Smartphones und Roboter und die 4K-DashCam vorgestellt. Die seit vielen Jahren bewährte Pressevorschau bietet alles, was Medienvertreter für eine optimale Berichterstattung benötigen.

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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • AMAZON heise: „Zertifiziert und generalüberholt“: Amazon verkauft gebrauchte Hardware: Amazon bietet nun auch gebrauchte Elektronik an, zum Beispiel Smartphones und Notebooks. Der Händler verspricht, dass die Geräte „neuwertig aussehen”. Außer Amazon selbst können auch Marktplatz-Händler Produkte in dieser Kategorie anbieten. Alle Geräte haben laut Amazon ein „neuwertiges Aussehen und eine neuwertige Funktionalität“. Aus mehr als 30 Zentimetern Entfernung sind angeblich auch keine „kosmetischen Fehler“ sichtbar. Die Garantie läuft stets mindestens ein Jahr.

  • VINE Zeit Online: Sag zum Abschied leise „tröööt“: Am Donnerstag gab Twitter bekannt, Vine in den kommenden Monaten einstellen zu wollen. Sämtliche Inhalte bleiben zunächst online und können von ihren Schöpfern heruntergeladen werden. Die App allerdings wird demnächst nicht mehr funktionieren. Rein wirtschaftlich betrachtet ist diese Entscheidung nachvollziehbar. Twitter kämpft ums Überleben, die Plattform ist weit davon entfernt, Gewinn zu machen. Erst in dieser Woche entließ das Unternehmen wieder einmal zehn Prozent seiner Mitarbeiter. Wohl auch deshalb geht es mit dem zuletzt kriselnden Vine zu Ende, zumal Konkurrenten aus dem sozialen Netz wie Snapchat und Instagram seit einiger Zeit ganz ähnliche Funktionen bieten und gleichzeitig ein weitaus stärkeres Nutzerwachstum verzeichnen.

  • TESLA Süddeutsche Zeitung: Tesla-Chef Elon Musk will Solarziegel bauen: Die Solardächer sollen günstigen Strom für Haus und E-Auto liefern und schön aussehen. Doch die Fertigung hängt an einem wackligen Deal des Tesla-Chefs. Die ersten derartigen Dächer sollen im Sommer 2017 gebaut werden, sagt Musk. Noch stammt die Technik vom Solarunternehmen SolarCity, das Tesla nun für 2,6 Milliarden US-Dollar übernehmen will. Es ist allerdings unsicher, ob der Deal zustande kommt. Vereinbart wurde der Kauf bereits, doch mehrere Aktionäre von Tesla klagen dagegen – weil Musk auch an SolarCity beteiligt ist und in den Verwaltungsräten beider Unternehmen sitzt. Die Anteilseigner werfen ihm daher eine Interessensverquickung vor.

  • WHATSAPP Chip: Ärger für WhatsApp und Facebook: Jetzt reicht es der EU: Die EU will den geplanten Datenaustausch von Facebook und WhatsApp verhindern. EU-Datenschützer wollen den Datentransfer zwischen WhatsApp und dem Mutterkonzern Facebook untersuchen und fordern bis zum Ende der Untersuchung einen Stopp des Datenaustauschs. WhatsApp mit rund einer Milliarde Nutzer hatte Ende August angekündigt, künftig die Telefonnummer des Nutzers an Facebook weiterzugegeben. Außerdem sollen mit der Konzernmutter Informationen darüber geteilt werden, wie häufig der Kurzmitteilungsdienst genutzt wird. Dadurch sollten die Werbung und die Freunde-Vorschläge in Facebook-Diensten verbessert werden, hieß es. Um die Daten zu erhalten, hatte Facebook letztlich sogar geklagt.

  • TECHNIK Die Welt: Schlüssel lassen sich mit 3-D-Druckern kopieren: Eines der ältesten Sicherheitskonzepte scheint ausgedient zu haben. Fast jeder Schlüssel lässt sich mittlerweile einfach kopieren. Alles, was es dazu braucht, ist ein Foto und ein 3-D-Drucker. Mit einem modernen 3-D-Drucker und ein bisschen Know-how kann praktisch jeder einen Schlüssel ganz einfach nachmachen. Ist der klassische Schlüssel also nicht nur unpraktisch, sondern auch unsicher? Wustrow ist überzeugt, dass klassische Schlüssel keine allzu lange Lebensdauer mehr haben. Zu rapide sei der Fortschritt bei den 3-D-Druckern, zu einfach sei es, die Form eines Schlüssels auszuspähen.

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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • INTERNET Zeit Online: Der nächste große Angriff aus dem Internet der Dinge: Zwei Stunden lang waren am Freitag zahlreiche populäre Internetdienste wie Twitter, Spotify, Airbnb, Reddit, eBay oder die Seite der New York Times auf normalem Wege nicht zu erreichen. Die betroffenen Seiten sind Kunden beim DNS-Provider (Domain Name System) Dyn im US-Bundesstaat New Hampshire, der nach eigenen Angaben zum Opfer eines massiven Angriffs wurde. Nach zwei Stunden waren die Störungen demnach behoben, es mussten aber zwei weitere Angriffswellen abgewehrt werden. In den USA gibt es nun Befürchtungen, eine Attacke am 8. November könnte die Präsidentschaftswahl beeinflussen.

  • AT&T Neue Zürcher Zeitung: Telekomriese greift nach Time Warner: Der amerikanische Telekomkonzern AT&T will das Medienunternehmen Time Warner für 85 Milliarden Dollar übernehmen. AT&T ist der zweitgrösste Mobilfunkanbieter und bezüglich Kabel-TV mit 20 Millionen Abonnenten der Marktführer in den USA. Time Warner gehört zu den führenden Film- und Fernsehproduzenten im Land: Mit CNN, dem TV-Netzwerk HBO steht das Unternehmen für einige der erfolgreichsten Filme der letzten Jahre.

  • YOUTUBE Chip: YouTube bald wie Fernsehen? PayTV-Abo soll kommen – und teuer wird’s: YouTube soll künftig klassisches Fernsehprogramm bieten. Dazu verhandelt Google aktuell mit großen TV-Sendern – und hat bereits den ersten Deal eingetütet. YouTube hat das Fernsehen beinahe überflüssig gemacht – und doch soll YouTube bald TV-Programme zeigen. Die Pläne für diese Projekt – genannt: „YouTube Unplugged“ – sind schon seit Mai bekannt. Nun melden US-Medien, dass Google den ersten TV-Sender für Unplugged gewinnen konnte. Das große Kabel-Netzwerk CBS hat demnach einen Vertrag mit Google unterzeichnet, und wird sein Programm künftig auch dem YouTube-Publikum zeigen – zumindest dem zahlenden. Denn YouTube Unplugged wird als Abo-Dienst Geld kosten.

  • NESTLE Die Welt: Nestlé will gesundes Essen künftig ausdrucken: Erstmals in der Geschichte gebe es zu viel Nahrung. Vor allem in den westlichen Überflussgesellschaften bringe weiteres Mengenwachstum an kalorienreicher Nahrung aber mehr Schaden als Nutzen. Für die Hersteller von Nahrungsmitteln bedeute dies eine grundlegende Umorientierung. Statt auf Masse müssten sie sich darauf konzentrieren, Produkte mit gesundheitsfördernden Eigenschaften auf den Markt zu bringen, „die weit über Reduktion oder Ersatz von Zucker, Fett und Salz in der Nahrung hinausreichen“.

  • ZEBRASTREIFEN Handelsblatt: Dem Straßen-Zebra geht es an den Kragen: Pferdestärken, Starenkästen, Zebrastreifen – auf deutschen Straßen geht es mitunter recht artenreich zu. Doch ein Bewohner des Straßenzoos könnte bald auf die Rote Liste kommen – denn er wird zu teuer. Ein Eimer weißer Farbe und ein Pinsel waren früher alles, was man für einen Zebrastreifen brauchte. Heute ist das anders. Eine im Beamtendeutsch R-FGÜ genannte Verordnung macht Zebrastreifen zu ausgeklügelten Systemen – mit Markierungen auf der Straße, einer Mindest-Streifenbreite, Schildern über der Fahrbahn, abgesenktem Bürgersteig für Rollstuhlfahrer, Auffindstreifen für Blinde und ausreichend Beleuchtung. Die Nachrüstung ist einfach zu teuer für viele Städte.

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Deutsche Unternehmen ohne Plattformkompetenz – Über die Silo-Politik der Hidden Champions

Roboter(image by Mixabest[CC BY-SA 3.0] via Wikimedia Commons)

Ein Produkt ohne digitale Plattform ist völlig nutzlos, oder präziser formuliert: „Ein Produkt, das über keine Plattform verfügt, wird immer ersetzt werden durch ein äquivalentes Produkt, das mit einer Plattform ausgestattet ist“, so das Credo eines Google-Mitarbeiters, der die Netzstrategien seines Unternehmens in einem langen Kommentar zerstückelte und in einem kleinen Zeitfenster öffentlich lesbar war.

Google+ sei ein Musterbeispiel eines Unternehmens, das die Signifikanz von Plattformen absolut verkannt hat. „Das Nichterkennen dieser Bedeutung zieht sich von der höchsten Hierarchieebene der Geschäftsführung (hallo Larry, Sergey, Eric, Vic, wie geht´s Euch?) bis zur untersten Unternehmensebene der Mitarbeiter (hallo Ihr!). „Wir haben es alle nicht kapiert. Die goldene Regel der Plattformen lautet: ‚Eat your own dogfood‘. Die Google+ Plattform ist eine erbärmliche ‚Nachlese'“, bemerkt der Insider.

Die ‚Hundefutter-Regel‘ ist ganz einfach zu verstehen: Führungskräfte können ihren Entwicklern nicht einfaches Hundefutter vorsetzen, während sie sich selbst mit anderen Dingen beschäftigen. Das zu machen hieße, sich selbst des langfristigen Plattform-Wertes zu berauben, um einen kurzlebigen Erfolg zu erhaschen. Bei Plattformen ist eine langfristige Planung und Investition gefragt.

Falsches Kurzzeit-Denken bei Google

Bei Google+ handelte es sich um eine spontane Reflexreaktion, um eine Erforschung im Kurzzeit-Denken, orientiert an der falschen Vorstellung, dass der Siegeszug von Facebook darauf beruhe, ein geniales Produkt erfunden zu haben. Das sei nach Auffassung des zerknirschten Google-Mitarbeiters aber nicht der Grund, weshalb sie so erfolgreich sind. Facebook habe eine komplette Produktpalette aufgebaut, indem sie anderen Leuten gestatten, ihre Arbeit zu machen. Das mache den Zuckerberg-Konzern so einmalig. „Es gibt hundert oder sogar tausend unterschiedliche, zeitaufwändige Beschäftigungsformen mit hohem Qualitätsanspruch. Da ist für jeden etwas dabei.“

Google rekrutiert Leute

Das mittlerweile aufgelöste Google+Team habe den Anschlussmarkt für Dienstleistungen analysiert und dabei festgestellt: „‚Es wäre eine gute Idee, unser Angebotsspektrum um Computerspiele zu erweitern. Lasst uns jemanden rekrutieren, der diese Spiele für uns konzipiert‘. Verstehen Sie jetzt, wie unglaublich falsch dieser Gedankengang ist, vor allem aus heutiger Sicht? Das Problem ist, dass wir versuchen, zu prognostizieren, was die Leute wollen und es ihnen dann zur Verfügung stellen.“

Wer ist so gut wie Steve Jobs?

Dieser Ansatz sei unrealistisch und absolut nicht verlässlich. Es habe nur ein paare wenige, hochkarätige Menschen in der gesamten Welt der Computer-Geschichte gegeben, die in der Lage waren, eine zuverlässige Prognose zu erstellen. „Steve Jobs war einer von ihnen. Leider haben wir keinen Steve Jobs bei uns. Das können wir nun einmal nicht ändern.“

Larry Tesler mag Bezos überzeugt haben, dass er kein Steve Jobs sei. Bezos habe jedoch erkannt, dass es nicht zwingend eines Steve Jobs bedarf, um Konsumenten mit den richtigen Produkten zu versorgen: Wichtig sei es, Anwenderschnittstellen und Unternehmensabläufe als Workflows zu schaffen, mit denen die Benutzer gut und gerne arbeiten. Bezos musste nur externe Entwickler damit beauftragen.

Alles andere würde dann automatisch passieren. „Ich entschuldige mich bei all denjenigen dafür, die meine Ausführungen zu diesem Thema als ganz offensichtlich und auf der Hand liegend betrachten. Es ist in der Tat unglaublich evident. Und trotzdem unternehmen wir nichts dagegen. Wir schaffen weder Plattformen noch die richtigen Zugangsmöglichkeiten.“ Plattformen lösen das Problem des Zugangs und das bekommt man nur hin, wenn man selbst mit den digitalen Werkzeugen leidenschaftlich arbeitet.

Kirchturm statt Plattform

Das Notiz-Amt wünscht sich auch von deutschen Unternehmern und leitenden Angestellten in den Vorstandsetagen soviel kritischen Sachverstand, um die Logik der Digitalisierung und die Matching-Prinzipien des Netzes nicht nur zu verstehen, sondern auch in Geschäftsmodelle zu gießen. Den gleichen Sachverstand sollten Autoren wie Marc Beise und Ulrich Schäfer kultivieren, wenn sie in einem Buchprojekt mit dem Titel „Deutschland digital – Unsere Antwort auf das Silicon Valley“ Beispiele präsentieren, wie wir mit digitalen Fabriken, Robotern, Sensoren und Künstlicher Intelligenz wieder in den Angriffsmodus kommen.

Sie huldigen den üblichen Verdächtigen unter den Hidden Champions, singen das Lied von der verkannten Industrienation und beschäftigen sich nur wenig mit der Frage, wie die in ihrem Opus erwähnten Protagonisten persönlich in der Lage sind, das eigene digitale Hundefutter zu konsumieren. Etwa Till Reuter, der Chef des Robotik-Herstellers Kuka. Anstatt auf den Angriff von Google und Co. zu warten, will das Augsburger Unternehmen selber zum digitalen Angreifer werden und sein Geschäftsmodell radikal verändern.

Wenn die Roboter über die Computerwolke miteinander kommunizieren, könne Kuka künftig nicht bloß einzelne Roboter liefern, sondern gleich komplette Fabriken steuern. „Reuter will dazu eine flexible Lösung schaffen, eine Plattform, die für andere Anbieter offen ist, steuerbar auch über das Smartphone; mit Apps, die man nach Bedarf zusammenstellen kann“, schreiben Beise und Schäfer.

Meine Cloud, meine Maschinen, meine Marke

Reuter möchte die Prinzipien eines App-Stores auf den Maschinenbau übertragen und damit Geld verdienen. Bisher habe das Unternehmen seine schlauen Maschinen verkauft. Die Cloud ermögliche es nun, die Anzahl der Roboterbewegungen über das Internet exakt zu messen; es wird dadurch erstmals möglich, Roboter nach Leistung zu bezahlen.

Man werde die Maschinen deshalb künftig wohl nur noch vermieten und bekomme dann für jedes gefertigte Werkstück einen bestimmten Beitrag. Kling zunächst sehr smart. Den Knackpunkt benennen die Buchautoren unfreiwillig mit einem Reuter-Zitat: „Aber die Oberfläche wollen wir liefern, das look and feel soll Kuka sein.“ Die Marke, das Branding sei für die Augsburger entscheidend. Hat Reuter das Spiel der Vernetzung wirklich verstanden? Am Kuka-Wesen solle die Plattform-Welt genesen.

Mein digitaler Vorsprung, mein Stahlhandel

Und das ist kein Einzelfall im Opus der SZ-Autoren. So bringen sie Klöckner & Co.-Chef Gisbert Rühl ins Spiel, der zum Hoffnungsträger für den digitalen Wandel aufgehübscht wird. Er war einer der Ersten, die hierzulande nicht nur über Disruption sprachen, sondern diese Philosophie auch lebten.
Er reiste ins Silicon Valley und bekam die Empfehlung, Wetterdaten bei der Nachfrage nach Stahl zu berücksichtigen. Logik und Planung könnte man auf die Weise optimieren. Fein. Also mietete sich Rühl für eine Woche im Betahaus in Berlin-Kreuzberg ein, um neue Ideen für die Digitalisierung seiner Traditionsfirma aufzusagen. Schon mal nicht schlecht. Und was springt dabei raus. Silo-Denken: „Ob er eine Art Amazon für den Stahlhandel schaffen wolle, wird Rühl immer wieder gefragt. Ja warum nicht, antwortet er dann und fügt stolz hinzu, dass Klöckner & Co. bei der Digitalisierung weiter sei als alle Konkurrenten (jeder Bäckermeister lobt seine Brötchen); und zwar so weit, dass junge Programmierer den alten Stahlhändler mittlerweile als ziemlich hip empfinden: ein gewachsenes Traditionsunternehmen, das nun, der Plattform-Strategie von Airbnb oder Uber folgend, zur zentralen Plattform im modernen Stahlhandel aufsteigen will“, führen Beise und Schäfer aus. Am Klöckner-Wesen wird also wieder die Stahlwelt genesen. Mit Onlineshop-Weisheiten soll also ein offenes Ökosystem für die Stahlbranche entstehen? Was unterscheidet Alibaba von der Kirchturmpolitik des Klöckner-Chefs?

Viel Ego und wenig Eco

Wir könnten jetzt die führenden Köpfe der Hidden Champions von Trumpf bis Viessmann durchnudeln und würden erkennen, dass niemand auch nur in eine Richtung denkt, wie der offenherzige Google-Manager. Schaut Euch den Habitus dieser Top-Manager im Netz an und beurteilt dann, ob sie in ihrem persönlichen Verhalten auch nur ansatzweise eine digitale DNA mitbringen, um die Erkenntnis des Google-Insiders zu leben: „Ein Produkt, das über keine Plattform verfügt, wird immer ersetzt werden durch ein äquivalentes Produkt, das mit einer Plattform ausgestattet ist.“

Ist eine firmenunabhängige Plattform wie Alibaba für das industrielle Umfeld in Europa oder Deutschland in Sicht. Noch nicht einmal in Ansätzen. Die Mein-Label-Meine Marke-Mein digitaler Vorsprung-Fraktion der Industrie ist noch nicht einmal bereit, via Alibaba ins OEM-Geschäft einzusteigen.

„Original Equipment Manufacturer“ sind Unternehmen, die die Produkte des Herstellers in ihre eigenen Produkte einbauen; für den Endkunden ist nicht ohne weiteres erkennbar; welche Komponenten ein OEM in seinen Produkten verwendet. Mit deutschen Unternehmen sind solche Deals im Plattformgeschäft fast unmöglich, betont Nils Öldörp von der Agentur Minted Sourcing. Made in Germany wird heilig gesprochen. Da wird man dann irgendwann in Schönheit sterben, wie im Industrie 4.0-Konsortium.


Image „Roboter“ by Mixabest (CC BY-SA 3.0)


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Der Buzzword-Check: Wie innovativ ist der Commerce-Sektor in Deutschland?

lightbulb (image by Unsplash [CC0 Public Domain] via Pixabay)

Einen guten Eindruck über die Innovationskraft der deutschen Gründerszene vermitteln Plattformen wie die Bits&Pretzels, die vom vergangenen Sonntag bis Dienstag in München stattgefunden hat. In sechs Themen-Clustern haben Startups Besucher und Investoren mit ihren Drei-Minuten-Pitches von ihrer Geschäftsidee überzeugt – oder eben nicht. Die von den Veranstaltern ausgemachten Innovationsfelder waren Future Commerce, Fast Mobility, Hot Lifestyle, Sophisticated IoT, Smart Company und Big Money.

„Im Vergleich zu den anderen Clustern war der Commerce Cluster mit Abstand der am weitesten Entwickelte. Das gilt sowohl für die Qualität der Pitches als auch die Innovationskraft“, so Marie Hélène Ametsreiter, Partner beim Seed-Investor Speedinvest und Mitglied in der Jury, die den besten Pitch gekürt hat.

So hat es dann auch ein Startup, das im Commerce-Cluster angetreten ist, geschafft, den Sieg im kategorieübergreifenden Pitch-Wettbewerb mit nach Hause zu nehmen. Freya Oehle begeisterte die Jury mit ihrer Plattform für individuelle Preisbildung Spottster. Das Prinzip dahinter ist einleuchtend: Kunden geben einen Wunschpreis an, zu dem sie ein Produkt kaufen möchten. Der Händler kann dann wiederum entscheiden, ob er das Produkt zum reduzierten Preis abgibt und erhält außerdem wertvolle Daten für seine Preisgestaltung. „Es war das ausgereifteste Produkt und eines, das erfolgreiche Kennzahlen zeigen konnten“, meint Ametsreiter, die sich über erfolgreiche Female Founder freut.

Freya Oehle bei der Siegerkür (Image by Freya Oehle)
Freya Oehle bei der Siegerkür (Image by Gesine Märten)

#Plattformen

Die vorgestellten Ideen hinterließen den Eindruck, dass die Stärke deutscher Gründer und Gründerinnen im E-Commerce in der Weiterentwicklung von Plattformansätzen liegt, die Anbieter und Kunden in unterschiedlicher Weise in der Nische oder der Fläche zusammenbringen und provisionsbasiert verdienen. Von acht vorgestellten Geschäftsideen lag sechs ein Plattformgedanke zugrunde. Erfolgsgeschichten wie die von airbnb, uber oder Helpling haben die neuen Gründer offensichtlich inspiriert, ihr Glück in Vermittlungsmodellen zu suchen.

Spottster im Pitch-Finale (Image by Gesine Märten)
Spottster im Pitch-Finale (Image by Gesine Märten)

#Shareconomy

Viele Plattformen eint der Gedanke, Menschen zu verbinden, um Produkte gemeinsam zu nutzen. Recommerce und Collaborative-Consumption-Ansätze sind nicht neu, doch die Umsetzung wird ausgefeilter. So hat Mark Kugel mit seinem Team ein Prinzip gesucht, mit dem Privatpersonen ihre Besitztümer möglichst unkompliziert verleihen können, wenn sie nicht in Gebrauch sind. Bei der Entwicklung der Geschäftsidee seines Startups Useley hat er deshalb einen Fokus auf die logistische Umsetzung gelegt. „Der Trend geht für uns klar dahin, den Produkten einen längeren Lebenszyklus zu geben. Unsere Mitglieder wissen es außerdem zu schätzen, Stücke von Menschen zu erwerben, die eine Geschichte zu erzählen haben“, so Martina Löhner von Kleiderkreisel, einer Recommerce-Plattform, die seit 2008 am Markt ist.

„We put the sharing back into the shareconomy“ sei auch der häufigste Satz, den er gehört habe, bestätigt Raphael Thierschmann von Rakuten. Das Unternehmen aus Japan tätigt strategische Zukäufe unter anderem mit der Absicht, Innovationsfelder zu erschließen. Auf der Bits&Pretzels hat Rakuten die Pitches daher auch durch die Investorenbrille verfolgt.

Wer mit der Erwartung kam, dass sich die Startups im Commerce Cluster mit den neuen Spielzeugen – hier seien die Stichworte künstliche Intelligenz, Virtual Reality und Blockchain genannt – austoben, kam nicht ganz auf seine Kosten. Auch Raphael Thierschmann hat Ansätze vermisst, die „die virtuelle Welt noch besser in die Kohlenstoffwelt integrieren, vor allem, wenn man weiß, was wir gerade vorantreiben.“ Rakuten sei sehr aktiv mit eigenen Research Instituten, doch dabei noch nicht einmal der größte Player im Forschungsbereich.

#Blockchain

Thierschmann glaubt an das Potenzial von Kryptowährungen, da es noch keine wirklich kundenfreundliche Lösung gibt, die tatsächlich unabhängiges, länderübergreifendes Zahlungswesen bietet. Rakuten, das seit 2015 die Zahlung mit Bitcoins ermöglicht, hat erst kürzlich ein Blockchain Lab in Belfast eröffnet. Hier beschäftigt man sich mit dem Potenzial der Blockchain-Technologie unter anderem für den E-Commerce-Sektor. Damit ist Rakuten nicht allein: Auch der chinesische E-Commerce-Riese Alibaba entwickelt über den unternehmenseigenen Zahlungsdienst Alipay gerade eine blockchain-basierte Cloud-Plattform.

#VirtualReality

Nicht nur Kevin Spacey sieht in Virtual Reality einen „Game Changer“, wie er in seiner Keynote auf der Bits&Pretzels betonte. Auch für Ametsreiter und Thierschmann ist es eines der großen Buzzwords. „Virtual Reality macht einfach Spaß. Gemeinsam mit unserem Online-Markplatz Priceminister hat unser Institute of Technology in Paris eine virtuelle Shopping-Boutique entwickelt, in der Kunden mit VR-Brille einkaufen können. Aktuell ist das noch ein Prototyp, aber die ersten Tests waren vielversprechend. Ich bin sehr gespannt, was dabei herauskommt“, so Thierschmann über die Pläne von Rakuten.

#ArtificialIntelligence

Die Marketing- und Commerce-Branche sieht in AI kurzfristig ein Einsatzszenario für Chatbot-Lösungen. Schon auf der dmexco wurden Chatbots zum nächsten großen Trend erklärt. Und auch Rakuten streckt die Fühler in diesem Bereich aus. In den Startup-Pitches im Commerce-Cluster auf der Bits&Pretzels waren diesbezüglich noch keine Ansätze zu sehen.

Auf dem Gründer-Festival in München zeigen sich die deutschen Newcomer stattdessen mit pragmatischen, soliden Ansätzen. „Das Niveau der technischen Entwicklungen in Deutschland ist sehr hoch. Wir sehen, dass die Entwicklungen in Europa sehr oft viel nachhaltiger und durchdachter sind“, so Ametsreiter. Die entscheidende Frage sei, wann der richtige Zeitpunkt für AI, Machine Learning und Virtual-Reality-Anwendungen gekommen ist. Es sei für alle schwer abzuschätzen, wann ein Trend in die Breite geht und die Usability gegeben ist, die es kommerziell tragfähig macht. Martina Löhner von Kleiderkreisel hingegen hat die Hoffnung, künftig nicht nur technologische Innovationen zu sehen, sondern neue ideelle Ansätze, die authentisch und nah am Menschen sind.


Image „Lightbulb“ by Unsplash (CC0 Public Domain)


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Apples Steuernot wird den Erfolg nicht schmälern

Apple Store Scottsdale Road (adapted) (Image by Dru Bloomfield [CC BY 2.0] via Flickr)

Apple-Panikmacher haben einen neuen Pfeil in ihrem Köcher. Dazu, dass Apples Erfolg zu sehr vom iPhone abhängt und sein Wachstum nicht mehr die historischen Höhen erreicht, kommen jetzt noch Apples Konflikte mit der EU über die irischen Steuerangelegenheiten. Das bedeutet aber nicht, dass Apple zum Scheitern verurteilt ist. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 580 Milliarden US-Dollar ist es immer noch das wertvollste Unternehmen der Welt – und das aus gutem Grund. Die Aufregung um die neueste Produktveröffentlichung ist ein Beweis für Apples anhaltende Beliebtheit bei den Verbrauchern und Investoren gleichermaßen. Die Entscheidung der Europäischen Kommission bezüglich Apples Steuerregelung mit Irland hatte „staatliche Beihilfen“ und die Forderung, dass Apple 13 Milliarden Euro zuzüglich Zinsen zurück an die irische Regierung zahlen sollte, zum Gegenstand. Diese Entscheidung hat eine Debatte über den aktuellen Zustand des globalen Steuersystems, das Recht und Unrecht der Unternehmensbesteuerung und die gesellschaftliche Rolle von Unternehmen entfacht. Einige haben es in Frage gestellt, dass Apple und anderen Unternehmen Steuerschlupflöcher nutzen, um ihre Steuerzahlungen zu minimieren. Allerdings sollte man sich einige Dinge ins Gedächtnis rufen. Zunächst betrachte man den Fall aus einer Perspektive der sozialen Verantwortung heraus: Apple hat in Irland eine Produktionsstätte seit 1980 in Betrieb, beschäftigt dort derzeit etwa 6000 Menschen und unterstützt indirekt knapp 1,5 Millionen Arbeitsplätze in ganz Europa. Zweitens haben Apple (und Irland) betont, dass ihre Steueranordnung kein besonderes Abkommen ist, sondern auf jedes Unternehmen Anwendung finden kann, das sie nutzen möchte. Drittens haben globale Unternehmen die Pflicht, ihre eigene Rentabilität als wettbewerbsfähige Unternehmen zu unterstützen. Sie haben auch eine Pflicht gegenüber ihren Aktionären, die Einhaltung ihrer Steuerpflichten innerhalb der gesetzlich festgelegten Anforderungen zu optimieren. Jeder CEO, der entscheidet, mehr zu zahlen, als gesetzlich  verpflichtend ist, begibt sich mit dem Vorstand und dem Aktienmarkt in wilde Gewässer. Viertens wird Steuerrecht schon aus historischer Sicht innerhalb der Hoheitsgewalt der Staaten festgelegt und nicht von supranationalen Organisationen wie der EU. Die Nationalstaaten haben günstige Steuersysteme etabliert, um mit ausländischen Investitionen von globalen Konzernen zu konkurrieren. Die EU-Vorschrift hat, wenn sie den rechtlichen Herausforderungen standhält, erhebliche Auswirkungen auf das Souveränitätsprinzip.

Entscheiden, was fair ist

All dies bedeutet aber nicht, dass Unternehmen ihren fairen Steueranteilen entgehen sollten. Aber wie stellen wir fest, was ein fairer Anteil ist? Apple ist ein US-Unternehmen; es führt fast alle Forschungs- und Entwicklungsaufgaben für seine Produkte und Dienstleistungen in den USA aus, wo es auch am meisten Steuern zahlt. Wie einige andere US-Unternehmen hat sich Apple dafür entschieden, die Rückführung der Gewinne in die USA zu verzögern, wo das Unternehmen einem effektiven Steuersatz von 40 Prozent unterliegen würde. Apple unterhält rechtliche Strukturen, die von den meisten globalen Unternehmen eingesetzt werden, um ihren Steuersatz zu optimieren – und zwar innerhalb der von den verschiedenen Rechtsordnungen festgelegten Grenzen, wo die Unternehmen tätig sind, wie es von den Aktionären und dem Aktienmarkt zu erwarten ist. Was oft ignoriert wird, ist, dass Apple der größte Steuerzahler in Irland, den USA und dem Rest der Welt ist. Die Steuerfrage um Apple wird seinem Erfolg aus einer Vielzahl von Gründen keinen wesentlichen Schaden zufügen. Es wird für seine Beschwerde gegen die EU-Entscheidung den Rechtsweg über mehrere Jahre beschreiten müssen und es könnte passieren, dass der Betrag doch nicht gezahlt werden kann, zumindest nach den derzeitigen Umständen. Sowohl Apple als auch die irische Regierung werden sich gegen die EU-Entscheidung zur Wehr setzen – Irland hat bekundet, die entsprechende Zahlung nicht zu verlangen, da Apple bis dato das irische Steuerrecht gewahrt habe und daher nichts schuldig sei. Selbst wenn der Betrag zukünftig gezahlt werden kann, ist Apple fähig,  ihn zu entrichten, ohne seine Position in finanzieller Hinsicht oder im Hinblick auf den globalen Wettbewerb einzubüßen. Es gibt Schätzungen,  nach denen sich Apples Barreserven auf rund 200 Milliarden US-Dollar  belaufen. Die Steuersumme ist hoch, egal nach welchem Maßstab, aber für Apple dürfte es ein Leichtes sein, sie zu zahlen.

Mehr als nur das iPhone

Was die Kritiker des Unternehmens leicht vergessen, ist, dass Apple nicht nur auf Hardware aufbaut. Das iPhone steht im Zentrum eines Ecosystems, das auch Apps, Musik, Medien, Onlinespeicher, und andere Dienste als bloß Hardware mit einbezieht. Noch wurde dieses Ecosystem durch kein anderes Unternehmen übertroffen. Es macht eine Differenzierung im Wettbewerb möglich, und durch das System können Premium-Preise eingesetzt werden. Es ist zudem ein Ecosystem, das expandiert – und zwar nicht nur im Rahmen der eingesetzten Produkte und verfügbaren Dienstleistungen, sondern auch im geografischen Sinne. Der Mittelstand in aufkommenden Märkten wächst und Apple ist, was den Wettbewerb angeht, gut platziert, um von diesem Wachstum zu profitieren. Hinzu kommt die immense Leistungsfähigkeit von Apples Abläufen – die von Hauptkonkurrenten lange nicht erreicht werden – und es wird deutlich, warum Apple das wertvollste Unternehmen der Welt ist. Die Steuerdebatte ist wichtig und sie muss verfolgt werden. Es kann allerdings nicht die Lösung sein, hierzu ein Unternehmen allein aufgrund seiner Marktdominanz auszuwählen. Alle globalen Unternehmen versuchen, ihre Steuerabgaben zu verringern. Nationalstaaten wie Irland haben daher günstigere Steuersysteme etabliert, um mit ausländischen Investitionen von weltweiten Konzernen konkurrieren zu können. Auf diese wesentliche Art kann das Wirtschaftswachstum angeregt und die Gesellschaft unterstützt werden. Die Steuerfrage ist komplex und kann nicht durch bloßes Niedermachen von Unternehmen beigelegt werden. Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Apple Store – Scottsdale Road“ by Dru Bloomfield (CC BY 2.0)


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Unternehmer im Zeitalter der Online-Bewertungen: Von kritischen Kunden und Kommentarspalten

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Berichte, Empfehlungen und Meinungen geben uns Sicherheit, wenn wir das Internet durchstöbern und auf der Suche nach einem Produkt, einem neuen Lokal oder einem Urlaub sind. Das rasante Wachstum von Web 2.0-Anwendungen stärkte die Interaktion von Benutzern und beeinflusste die Art und Weise, wie Benutzer Informationen erschaffen und austauschen.

Es gibt heute eine riesige Menge an Inhalten, die von Benutzern erschaffen wurden und welche Produkt- und Serviceerfahrungen online mit Hilfe einer großen Vielzahl an Seiten teilen. Diese Sichtweisen können uns sehr stark beeinflussen und uns dazu animieren, auf „Kaufen“ zu klicken – oder einfach weiter zu stöbern. Aber diese Entscheidungen werden in zunehmendem Maße auf einer unsicheren Grundlage getroffen.

Mehrere akademische Studien haben die Bedeutung der von Benutzern geschaffenen Inhalten in Bezug auf die positive Beeinflussung von Kunden hinsichtlich Produktinformation und Kaufentscheidungen festgestellt. Online-Bewertungen und -Beurteilungen reduzieren die Unsicherheit für zukünftige Kunden. Und die Leute glauben diesen Bewertungen. Die Forschungsplattform Nielsen stellte fest, dass zwei Drittel der Kunden den Online-Meinungen vertrauen.

Es ist dementsprechend keine Überraschung, dass Händler, Vermarkter, Firmen, die im Renomee-Management tätig sind sowie kommerzielle Bewertungsanbieter offensiv darin verwickelt sind, diese ökonomischen Vorteile auszunutzen – Forschungen legten zum Beispiel nahe, dass eine um einen Stern höhere Gesamtbewertung eines Hotels auf Travelocity in um 11 Prozent höheren Zimmerpreisen resultieren.

Vortäuschung einer spontanen Graswurzelbewegung

Deshalb gehen viele Geschäftsleute dazu über, falsche Bewertungen zu erstellen, um ihr eigenes Ansehen zu steigern oder sogar, um Konkurrenten zu attackieren. Tatsächlich suggerieren Beweise, dass falsche Bewertungen –  also jene, die die wahre Meinung des Autors nicht wahrheitsgemäß widerspiegeln – zunehmen. Eine verbreitete Form hiervon ist die Vortäuschung einer spontanen Graswurzelbewegung – hierbei werden Menschen dafür bezahlt, falsche Bewertungen für ein Produkt zu liefern, um dieses populärer zu machen.

Unechte Online-Bewertungen führen die Konsumenten nicht nur in die Irre. Sie durchbrechen auch die Rechte von Konsumenten und untergraben die Markteffizienz. Die existierenden Gesetze und Richtlinien zum Schutz von Konsumenten sowie die Gesetze der Firmen versuchen, die täuschenden Bewertungen zu regulieren, indem diese als eine Form von falschen Kundeninformationen eingestuft werden. Die Behörde für Wettbewerb und Marktgewalt begann im Jahr 2015 eine Untersuchung, die falsche Kommentare auf Bewertungsseiten, unveröffentlichte negative Bewertungen und finanzielle Unterstützungen von Geschäftsleuten ohne entsprechende öffentliche Bekanntgabe betrachtete. Die Behörde teilte mit, dass „Vermutungen bestünden, dass manche Praktiken nicht rechtens seien“.

In jüngerer Zeit fand man heraus, dass der Kleidungshändler Wool Overs sich die besten seiner erhaltenen Bewertungen für die eigene Webseite herauspickte. Die Firma hat dem Regulator seither mitgeteilt, dass sie in Zukunft „sämtliche authentischen, relevanten und gesetzlich erlaubten Kundenbewertungen auf ihrer Webseite“veröffentlichen werden und „unerwünschte Kommentare nicht zurückhalten“ werden.

Der Aufgabenbereich der Werbestandard-Behörde wurde ebenso erweitert und beinhaltet nun die Marketing-Kommunikation von Firmen-Webseiten und anderer kostenloser Onlineportale. Es reguliert nun sogenannte „Referenzen“ oder Benutzer-Bewertungen, welche von den Wettbewerbern  einen Authentizitätsnachweis erfordern. Die föderale US-amerikanische Handelskommission versucht zudem aktiv, ihre im Jahr 2009 festgesetzten Regulationen durchzusetzen, beispielsweise indem kürzlich eine erste Beschwerde gegen eine Firma (Roca Labs in 2015) vorgebracht wurde, da diese ihre Kunden davon abbringen würden, ihr negatives Feedback online publik zu machen. Wahrscheinlich motiviert durch eine veränderte Regulations-Landschaft, begann Amazon, rechtlich vorzugehen, indem man im Herbst 2015 insgesamt 1114 Menschen beschuldigte, „falsche, unauthentische und irreführende“ Bewertungen zu liefern, welche das Ansehen der Marke trüben. Und im Jahr 2016 hat das Unternehmen erneut dasselbe getan.

Die zornigen Beschwerden

Aber wie können Firmen darauf reagieren, wenn Leute durch die sozialen Medien dazu ermutigt werden, ihre Beschwerden zu weit zu treiben? Erste Strategien werden nun bereits durch Firmen, die ebensolche Aktionen unternehmen wollen, um die schadenden Kommentare ihrer Kunden zu kontrollieren, unternommen. Kürzlich versuchte der britische Fußballverein Charlton Athletic einen Verhaltensvertrag für einen ihrer Saisonticket-Besitzer durchzusetzen aufgrund von „gewissen Kommentaren, die nicht sonderlich konstruktiv waren“ – eine diplomatische Legalisierung, nachdem der Verein auf Twitter schlechtgeredet wurde. Natürlich können unangemessene Kommentare von Firmenseiten auf Facebook gelöscht werden, aber auf Twitter ist dies nicht möglich.

Der Entwickler neuer Durchbruch-Technologien, Elon Musk, stornierte eine Vorbestellung eines Kunden für das Tesla Model X, nachdem ein offener Brief die Markteinführung des Produkts durch die Firma kritisiert hatte. Musk fühlte sich Berichten zufolge „nicht wohl“ damit, dass diesem besonders verärgerten, aber dennoch ehrgeizigem Kunden erlaubt werden sollte, einen Luxusgegenstand wie einen Tesla zu besitzen.

So geht es innovativen elektrischen Superautos zu jede Menge Zitruswasser: Ein Kunde, der online eine gereizte Bewertung hinterließ, nachdem ihm zwei Pfund für ein einfaches heißes Getränk berechnet wurden, erhielt eine demütigende Antwort von einem Yorker Café, das seine Fixkosten detailliert auflistete.

Aber selbstverständlich gibt es auch andere Herangehensweisen. Die unbeschwert-fröhliche kanadische Airline WestJet behauptet, dass sämtliches Feedback und jegliche konstruktive Kritik willkommen ist und erhält einen konstanten Schwall an Beschwerden, einschließlich Missbrauchsvorwürfen und Schimpfworten. Als ein früher Befürworter der 24/7 sozialen Medien-Unterstützung erlaubt die Airline ihren Kunden, ein wenig zu schimpfen.
Es ist dennoch nicht immer die Schuld des unzufriedenen Kunden, denn manchmal gehen die Vertreter der Firmen zu weit. Wütende Manger des Bostoner Restaurants Pigalle haben möglicherweise überreagiert, als sie einen Kunden auf Facebook mit einem vulgären Schimpfwort bedacht haben, nachdem dieser sich über ein Kürbiskuchen-Dessert beschwert hatte, das nach seinen Angaben „zum Kotzen“ schmeckte.

Die Plattformen sozialer Medien, wie zum Beispiel Twitter, werden zunehmend dafür bekannt, dass sie ihre Nutzer regulieren. In Hinblick auf die Verwaltung ihrer Mitglieder wurden sie geschickter, auch wenn das Sperren von Benutzerkonten eine Seltenheit ist.

Mit der Zunahme von automatisierten Stimmungs-Analysen der Produkte sozialer Medien und einem zunehmenden unternehmerischen Fokus auf das Management des Online-Renomees scheint es, dass mehr Firmen selbstsicher diejenigen Kunden bestrafen, die es zu weit treiben. Das Beispiel des Charltoner Sportvereins dürfte eventuell einen flüchtigen Blick in die Zukunft ermöglichen. Man sollte nicht überrascht sein, wenn die Anforderungen für das Verhalten bei der Nutzung sozialer Medien in unseren Geschäftsbedingungen auftauchen. Werden die Treuepunkte nächstes Jahr an einen bindenden Verhaltensvertrag für den Kunden geknüpft sein?

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image „Awesomemac“ by Medetrate (CC BY 3.0)


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Am Union Square in San Francisco erfindet Apple seine Läden neu

Image 1 by Tobias SchwarzNetzpiloten, CC BY 4.0

Besondere Lagen sind für Apple Stores an sich keine Seltenheit und vergleichsweise keine Erwähnung mehr wert. In Berlin befindet sich der Apple Store in einem ehemaligen Kino aus dem frühen 20. Jahrhundert und in Manhattan selbstverständlich im neuen World Trade Center.

Der neueste Flagshipstore am Union Square in San Francisco ist da keine Ausnahme, beeindruckt aber vor allem durch das neue Raumkonzept. Hier kann bereits heute das zukünftige Design von Apples Verkaufsläden betrachtet werden. In den nächsten Jahren werden auch ältere Läden umgewandelt.

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Apple erfindet sich am Union Square in San Francisco neu

Zum Platz hin ist der nur noch Apple Union Square genannte Laden weit offen, wodurch viel Licht in das Erdgeschoss und den ersten Stock scheint. Von außen fühlt man sich eingeladen, hereinzukommen, im Inneren wirkt die Geschäftsfläche wie eine Verlängerung des öffentlichen Stadtplatzes.

In dem gläsernen Kasten stehen die bekannten Verkaufstische mit den bekannten Produkten. Im ersten Stock gibt es an ein Café erinnernde Sitzgelegenheiten und eine rund 15 Meter hohe Videoleinwand. Die Genius Bar nennt sich jetzt Genius Grove und ist unter Schatten spendenden Feigenbäumen angesiedelt.

Der Apple Union Square ist das Ergebnis der Zusammenarbeit von Apples Verkaufschefin Angela Ahrendts und Designchef Jony Ive. Nicht mehr die Produkte als reine Gadgets sollten im Vordergrund der Stores stehen, sondern das gesamte Erlebnis Apple sollte sich widerspiegeln und erlebbar werden.

Apples Version des öffentlichen Raums

„Wir erfinden die Rolle, die unsere Geschäfte und Angestellten innerhalb der Community spielen, vollkommen neu“, erklärte Ahrendts gegenüber Fortune. „Wir wollen mehr wie der Marktplatz sein, an dem das beste von Apple zusammenkommt und jedermann willkommen ist.“

Dieser Anspruch drückt sich im Apple Union Square durch zwei verschiedene Räume besonders aus: So gibt es mit dem Boardroom einen Ort, an dem sich Unternehmen von Apples Geschäftsteam beraten lassen können und mit The Plaza eine Art öffentlicher Raum für Konzerte am Wochenende.

Durch die Öffnung des Geschäfts zum Union Square und der im Rücken des Gebäudes befindlichen Plaza, stets mit offenem WLAN versorgt, schafft Apple den Anschein eines öffentlichen Raums. Doch es handelt sich immer noch um den Gewerberaum eines börsennotierten Unternehmens.

Apple-Läden sind ein Spiegelbild des Unternehmens

Image 4 by Tobias SchwarzNetzpiloten, CC BY 4.0
Der Verkaufsraum wirkt wie mit dem Union Square verbunden

Im Herzen bleibt auch der Apple Union Square und alle anderen Läden, die demnächst eröffnen oder nach dem neuen Vorbild in San Francisco umgestaltet werden, ein Verkaufsgeschäft. Die Offenheit ist vorgetäuscht und nicht mehr als ein Teil der Marketingstrategie des Unternehmens.

Doch das von Ahrendts gezeichnete Bild des Konzepts hinter dem Apple Union Square klingt wesentlich schöner als die Wahrheit: „Wir erneuern unseren Fokus auf die freien  Künste – wir vermenschlichen die Technik mithilfe von Erlebnissen, die unsere Besucher bilden und unterhalten und die Unternehmer stärken sollen.“ Schön gesagt.

Apple schafft es mit dem neuen Ladenkonzept, den Fokus noch mehr auf den Lifestyle statt auf die überteuerten Geräte zu legen. Ähnlich wie Starbucks den Besuch eines Kaffeehauses zu einer globalen Geschäftsidee machte, gelingt Apple dies mit eigens für iPhones und MacBooks geschaffenen Läden. Chapeau!


Images by Tobias Schwarz/Netzpiloten, CC BY 4.0


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Traue niemanden im Journalismus, der Marken nicht misstraut

[2005] Crossroads of the World (adapted) (Image by Diego Torres Silvestre [CC BY 2.0] via Flickr)

Journalismus hat ein gewaltiges Problem und das heißt Markenliebe. Wer frühen Zugang zu neuen Produkten haben will, muss nett sein – für Kritik ist da oft leider kein Platz. Damit eine Marke möglichst beliebt wird, muss sie viel Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit bekommen. Wer wäre dafür besser geeignet als Journalisten, die diese Produkte erhalten, sie zu lieben beginnen und entsprechend positive Texte über sie verfassen? Dass die Industrie oftmals die Journalisten bauchpinselt, um positive Meinungen zu erhalten, führt zu einem gewaltigen Problem. Leser können den Meinungen der Autoren nur noch schwer vertrauen, solange diese sich nur an den Anpreisungen der Unternehmen orientieren. Kritische Meinungen sind unbequem für die Marken, doch essenziell für die Leser.

Die Kumpelmaschinen

Es ist immer das Gleiche. Ich nutze seit 2009 begeistert Android-Smartphones. Auch viele andere Google-Dienste sind bei mir im Dauereinsatz. Ja, ich finde das Meiste, was Google macht, ziemlich toll – oder zumindest spannend. Das bedeutet aber nicht, dass ich blind alles bejuble, was aus Mountain View kommt. Für viele Freunde und Bekannte bin ich aber trotzdem ein Google-Fanboy.

Auf der anderen Seite gibt es immer wieder Momente, in denen ich Apple für bestimmte Dinge, wie etwa den kommenden Dienst “Apple News”, kritisiere. Bei vielen Freunden und Bekannten hat dies zur Folge, dass ich Apple und all seine Produkte angeblich hasse – was nicht stimmt. Ich hasse keine Marken, ich liebe sie aber auch nicht.

Ich versuche als journalistisch arbeitender Blogger so gut wie möglich dem Treiben der Industrie kritisch gegenüber zu stehen und da bieten einige Unternehmen einfach etwas mehr Angriffsfläche als andere. Aber das Problem ist dabei generell, dass es als Journalist gar nicht so leicht ist, den Unternehmen, über die man schreibt und mit denen man in Kontakt steht, stets kritisch gegenüber zu stehen.

Dafür gibt es verschiedene Gründe, einer davon ist Markenliebe. Marken versuchen auf Facebook, Twitter und allen nur erdenklichen anderen Kanälen, unsere Freunde zu sein. Also nicht nur von Journalisten, sondern möglichst von allen Nutzern. Sie wollen natürlich, dass wir das Gefühl haben, eine persönliche Beziehung zu einer Marke zu haben, dass wir sie lieben und ihr treu sind und sie gegenüber Kritikern verteidigen. Das ist natürlich gut für das Geschäft und stärkt die Marke, wenn viele Menschen sie allerorts empfehlen und verteidigen.

Und diese Strategie geht auf. Wir verknüpfen oftmals den Erfolg und die Produkte einer Marke mit unserer Persönlichkeit und unserem Selbstwertgefühl und lassen den Unternehmen so vieles durchgehen, denn schließlich sind sie ja unsere Freunde. Das ist ein generelles Problem, doch es ist um ein größeres Problem im Journalismus, besonders im Tech-Journalismus. Denn hier hat dieses Verhalten einen gewaltigen Vorteil: Gunst.

Sei nett oder du bist raus

Es gibt eine direkte Korrelation zwischen den Exklusivzugängen zu Produkten für Journalisten und dem Singen des richtigen Liedes für Unternehmen und PR-Firmen. Diese Korrelation ist allerdings nicht so direkt wie viele Kommentatoren vermuten – die Unternehmen bezahlen die Presse nicht direkt, um positive Berichte zu verfassen. Die Bezahlung funktioniert deutlich subtiler.

Für werbefinanzierte Websites ist Traffic Geld und der erste Blick auf ein neues Smartphone und die Erwähnung der tollen neuen Features bedeutet genau das, Traffic. Der exklusive Zugang zu neuen Produkten ist also finanziell wertvoll und um diesen Zugang zu erhalten, muss man eben auf der Seite von Apple, Google, Microsoft oder Samsung sein. Als Leser sollte man also sehr skeptisch gegenüber langen Artikeln sein, die wenige Minuten nach einer Produktvorstellung bereits das neue Smartphone, Notebook oder Tablet in aller Genauigkeit beleuchten, denn diese Artikel sind ein Produkt dieser Zugangskultur.

Natürlich sind die Autoren auch immer wieder kritisch gegenüber den neuen Produkten oder zumindest gegenüber einigen Details, doch auch wenn die Autoren es vielleicht anders sehen, sind die Ergebnisse immer Kompromisse. Harte Kritik wird keinem Journalisten jemals frühen Zugang zu einem neuen Produkt gewähren.

Wo Schatten ist, gibt es auch Licht

Es gibt zum Glück auch löbliche Ausnahmen. Etwa Sascha Pallenberg, der in seinen routinemäßigen Rants vor nichts und niemandem haltmacht. Oder Richard Gutjahr, der sich nach langer Zeit aus der Apple-Mühle ausgeklinkt hat, und sich dem Zirkus, den das Unternehmen regelmäßig veranstaltet, versagt. Oder der ehemaliger Netzpiloten-Autor und jetzige Leiter von Basic Thinking, Tobias Gillen, der ebenfalls versucht, sich dem PR-Wahnsinn zu entziehen, um dem Leser eine unabhängigere und kritischere Berichterstattung zu bieten und nicht nur auf den schnellen Traffic zu schielen.

Das alles bedeutet auch gar nicht, dass Tech-Journalisten, bzw. Journalisten per se Marken hassen sollen, doch lassen viele zumindest eine kritische Grundhaltung vermissen. Zu oft werden mittelprächtige Produkte hochgejubelt, nur weil der Hersteller zur Produktpräsentation ein teures Buffet aufgefahren hat und obendrein noch jeder Anwesende eines dieser Produkte gratis erhält. Ich will mich selber gar nicht als Ausnahme darstellen – es ist auch schon vorgekommen, dass ich mich in der Vergangenheit auf tollen Events habe bezirzen lassen. Es ist wirklich schwierig, in solchen Situationen einen kritischen Blick zu bewahren und nicht bloß all die tollen Dinge zu glauben, die einem die super netten PR-Cheerleader herunterbeten.

Doch genau das sollte die Grundhaltung sein – eine kritische Sichtweise ist ein Dienst an den Lesern. Selbstverständlich kann man bestimmte Vorlieben haben, aber diese sollten eben auch als solche wahrgenommen werden. Zudem sollte man sich öfter mal fragen, warum man ein bestimmtes Produkt oder bestimmte Marken liebt und andere nicht, beziehungsweise warum bestimmte Journalisten dies tun.


Image (adapted) „[2005] Crossroads of the World“ by Diego Torres Silvestre (CC BY 2.0)


 

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Was deutsche Ingenieure von Apple lernen können

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Apple verkauft viel mehr als nur Produkte – der Kunde wird Teil eines Kosmos. Die Konkurrenz scheint das nicht zu begreifen. // von Gunnar Sohn

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Das Online-Magazin „Business Insider“ wartet mit einer kleinen Quiz-Frage auf, die selbst Kenner der Technologiebranche aus dem Stegreif nicht korrekt beantworten können. Welches Apple-Produkt wächst am stärksten? Wer jetzt an iPhone oder iPad denkt, liegt falsch. Im E-Commerce über iTunes, iBooks und den App-Store erreicht der Cupertino-Konzern Rekordzahlen. So legte der Verkauf von Nicht-Apple-Produkten im ersten Quartal 2014 um 19 Prozent auf 4,4 Milliarden Dollar zu. Auf das gesamte Jahr gerechnet kommt man auf über 16 Milliarden Dollar – da schrumpfen selbst E-Commerce-Ikonen wie Zappos mit einem Jahresumsatz von zwei Milliarden Dollar zu Zwergen.

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