All posts under Play Store

Malerische Weihnachten für Android

Weihnachten steht vor der Tür – auch wenn der Blick ins trübe Herbstwetter nicht unbedingt für Adventsstimmung sorgt. Manch Haus wird schon vom Duft nach Zimt und Bratapfel erfüllt und mit leuchtender Dekoration geschmückt. Wer keine Plätzchen und Weihnachtsbeleuchtung hat, kann aber immerhin zum Smartphone greifen. Wir haben uns auch mal im Play Store umgeschaut, welche Apps dort gerade präsent sind. Ins Auge gefallen sind uns mehrere Malen nach Zahlen-Apps. 

Malen-nach-Zahlen ist zwar gerade auf dem Bildschirm nicht all zu anspruchsvoll, dafür aber angenehm entspannend. Weihnachten ist ohnehin viel zu stressig, wenn man bedenkt, dass es doch eigentlich die besinnliche Zeit sein soll. Darum haben wir euch drei Malen nach Zahlen-Apps rausgesucht, mit denen ihr in Weihnachtsstimmung kommt. 

Und da auch die Rentiere des Weihnachtsmanns Verehrer der modernen Künste sind, lassen wir diese auch Apps bewerten. Dasher, Dancer, Prancer, Vixen, Comet, Cupid, Donner, Blitzen und natürlich auch Rudolph bewerten jede App also mit bis zu neun Rentieren. Von Glitzerfarben bis 3D-Pixel-Art ist alles dabei. Also sattelt die Rentiere, und kommt mit in die bunte Welt der Weihnachts-Apps.

Gebt es zu: Auch ihr malt gerne mit Glitzerfarben | Screenshot by Stefan Reismann

Christmas Glitter Color by Numbers

Was ist noch besser als bunte Farben? Glitzerfarben! Mit der „Christmas Glitter Color by Numbers“-App, dürft ihr euch mit Glitzerfarben nach Herzenslust austoben. Die Auswahl der Motive schwankt zwar in der Qualität, dafür könnt ihr die Farben aber frei nach euren Wünschen anpassen.

Für die jeweiligen Farben werden euch die Felder angezeigt, die ihr bemalen müsst. Ein Klick auf das Feld färbt es dann glitzernd ein. Das fertige Bild könnt ihr anschließend über Social Media teilen.

Bewertung: 5 von 9 (Glitzer-)-Rentieren

Hier geht es „Christmas Glitter Color by Numbers“ App im Play-Store.

 

 

 

 

Unser Adventskranz nimmt langsam Form (und Farbe) an | Screenshot by Stefan Reismann

Malen nach Zahlen Weihnachten und neues Jahr 2019

Der Name der App ist schon ein bisschen sperrig. Dafür bietet die App eine große Auswahl weihnachtlicher Pixel-Art-Motive. Das ausgewählte Motiv wird einem zunächst in Grautönen dargestellt. Diese hellen aber auf, wenn man reinzoomt. Die einzelnen Pixel erhalten beim Zoom dann auch ihre Nummern, so dass ihr die Farben zuordnen könnt.

Entweder durch einzelnes Anklicken oder nach längerem Druck durch drüberstreichen, färbt ihr schließlich die Pixel in der gewünschten Farbe. Beim Teilen der fertigen Bilder, könnt ihr zwischen verschiedenen Darstellungsformen wählen, unter anderem auch einen Lego-Stein-artigen Look oder eine Darstellung in Punkten.

Bewertung: 6 von 9 Rentieren

Hier geht es zur „Malen nach Zahlen Weihnachten und neues Jahr 2019“ App könnt ihr euch im Play-Store runterladen.

 

 

Die 3D- überzeugt mit tollen Motiven und guter Handhabung. | Screenshot by Stefan Reismann

Christmas 3D Color by Number: Pixel Art 3D Coloring

Wem das bisher alles zu zweidimensional war, wird sich auf die dritte App im Bunde freuen. Die Christmas 3D Color by Number-App punktet nämlich mit weihnachtlichen Pixel-Art-Motiven in 3D.

Wie schon bei der vorigen App ist die Darstellung bis zum Zoom in Graustufen gehalten, ehe stattdessen die Zahlen in den Vordergrund rücken. Im normalen Modus rotiert ihr das Motiv, indem ihr über den Bildschirm streicht. Habt ihr den Pinsel ausgewählt könnt ihr stattdessen mehrere Felder anmalen, anstatt die Pixel einzeln durchs Antippen einzufärben.

Ähnlich wie bei der Glitter-App könnt ihr die Farben auch nach Herzenslust anpassen. Natürlich lassen sich auch bei dieser App die fertigen Kunstwerke anschließend teilen. Hübscher kann man Weihnachten nicht anmalen.

Bewertung: 8 von 9 Rentieren

Hier geht es zur „Christmas 3D Color by Number: Pixel Art 3D Coloring“-App im Play Store.

 

Fazit: Weihnachten am besten in 3D genießen

Alle drei Apps zeigten sich als kurzweilige Zeitüberbrückung bis Weihnachten. Während die Glitzer-App bei der Motivauswahl zu kämpfen hatte, konnten die anderen beiden durch stilsicheren Pixel-Look begeistern. Am Ende konnte sich die 3D-App als bestes Gesamtpaket durchsetzen. Wir wünschen euch schonmal malerische Weihnachten.  


Image by Stefan Reismann

Weiterlesen »

Alternative App-Stores: Lohnen sich die Gegenlösungen zum Google Play Store?

20170328-Teaser-Play-Store-AP1

Jeder Besitzer eines Android-Smartphones hat mit ihnen jeden Tag zu tun und lädt sie hauptsächlich aus dem Google Play Store. Die Rede ist von Applikationen, kurz Apps. Was vielen nicht bekannt ist: Die erweiternde Software lässt sich auch über diverse andere Quellen legal auf das Telefon laden: Alternative App-Stores. Wie gut ist deren Angebot? Wie sicher sind sie? Ob sich der Blick über den Tellerrand lohnt oder ob es sich bei den Inhalten nicht doch um nervige Adware handelt, habe ich für euch herausgefunden.

Amazon Underground: Apps gegen Daten

Es gibt viele alternative App-Stores. Der wohl bekannteste ist Amazon Unterground. Dabei lädt man sich per APK-Datei die Anwendung für den App-Store auf das Android-Telefon. Wie auch beim offiziellen Google-Pendant können die Inhalte über eine Kategorien-Übersicht durchsucht und direkt geladen werden – sofern man ein Amazon-Account besitzt. Vor einigen Wochen hat Julia das Angebot bereits näher unter die Lupe genommen und Missstände beim Datenschutz aufgezeigt. Mit der Installation räumt der Nutzer dem Shopping-Riesen ein die Nutzungszeit der Apps zu tracken und zu speichern. Für jede Minute schüttet das Unternehmen einen bestimmten Betrag an die Entwickler aus. Es sollte also jeder selbst wissen, was einem das kostenlose App-Vergnügen wert ist.

F-Droid: Freeware für Geeks

20170328-Alternative_App-Stores_F-Droid-AP
Der Open-Source-App-Store F-Droid ist dank Kategorisierung sehr übersichtlich. Screenshot by Jonas Haller

Fans von Freeware kommen bei F-Droid auf ihre Kosten – so versprechen es zumindest die Entwickler. Wie auch bei Amazon Underground könnt ihr die entsprechende APK-Datei direkt über die Webseite laden und installieren. Der App-Store listet alle Open-Source-Programme auf, die kostenfrei und gleichzeitig werbefrei ist. Es finden sich sogar etliche, nützliche Root-Apps, die bereits aus dem Play Store entfernt wurden. Aber Vorsicht: Genau das könnte bei unsauber programmierten Programmen zum Zerstören des Telefons führen, da die Software tief ins Android-System eingreift. F-Droid selbst verspricht allerdings nur „saubere“ Anwendungen aufzulisten.

Neben empfohlener Software in „Was gibt es Neues“ findet sich auch eine umfangreiche, kategorisierte Auflistung der verfügbaren Apps. Selbst Beta-Software lässt sich über F-Droid downloaden und updaten. Ein Vorteil gegenüber Amazon Underground ist zudem der Wegfall des Anmeldezwangs. Einzig Gaming-Freaks dürften mit einem weinenden Auge auf den kostenlosen App-Store schauen: Die Inhalte sind doch sehr übersichtlich und zum Großteil nicht wirklich ansprechend. Außerdem handelt es sich bei der Open-Source-Freeware oft um englische, simpel gehaltene Anwendungen, die für Normalanwender nur mit Eingewöhnung nutzbar sind.

Get Jar: Eingeschränkter Play Store ohne Google Konto

20170328-Alternative_App-Stores_GetJar-AP
Den App-Store Get Jar ist lediglich als Webseite verfügbar. Screenshots by Jonas Haller

Die Entwickler hinter Get Jar haben es auf all jene abgesehen, die kostenlose Android-Software ohne Google-Konto downloaden und nutzen wollen. Der App-Store kommt als Webseite daher, die einfach mobil aufgerufen werden kann. Eine Kategorisierung sowie eine kuratierte Auswahl sorgt für die nötige Übersicht. Die ist allerdings nicht zwingend notwendig, denn die App-Auswahl ist stark begrenzt. Zudem sucht man kostenpflichtige Anwendungen bei Get Jar vergebens. Entgegen dem großen Vorbild von Google wird die App-Prüfung sehr stiefmütterlich behandelt. Man sollte Anwendungen also mit einer gewissen Skepsis in Augenschein nehmen. Allzu schnell könnte infizierte Software auf dem Mobiltelefon landen und sensible Daten abgreifen.

Auch die Update-Möglichkeiten sind nur rudimentär. Aktualisierungen müssen händisch aufgespielt werden. Vom fehlenden Google-Zwang abgesehen, bietet Get Jar also überwiegend Nachteile und sollte in der Praxis nicht genutzt werden.

Slide Me: App-Store für jedermann

20170328-Alternative_App-Stores_SlideMe-AP
Der App-Store Slide Me kommt im Kacheldesign daher. Screenshots by Jonas Haller

Einen etwas speziellen Weg gehen die Entwickler von Slide Me. Anders als bei F-Droid oder Get Jar legt der Nutzer einen eigenen Account an. Über das Konto können durch ein Developer-Upgrade auch eigene Anwendungen veröffentlicht werden. Der Store bietet neben kostenlosen auch kostenpflichtige Inhalte. Für letztere muss ein spezielles Prepaid-Konto aufgeladen werden, eine einzelne Bezahlung der Apps ist nicht möglich. Die Untergrenze zum Aufladen liegt bei 5 US-Dollar. Die Aufwertung kann neben der Mobilfunkrechnung und Kreditkarte auch sicher per Paypal erfolgen. Wer Software-Empfehlungen abgibt, kann ähnlich der Google-Umfrage-App Geld hinzu verdienen. Nervig: Trotz kostenpflichtigen Inhalten wird Werbung angezeigt.

Etwas ungewohnt ist die Optik, denn die kommt im schicken Kacheldesign daher. Neben von den Betreibern vorgestellten Anwendungen werden unter anderem auch „Top kostenpflichtige“ oder „Aktuellste Neue“ angezeigt. Wer öfters im App Store stöbert, bekommt auf diese Weise also einen schnellen Überblick über Neueinstellungen. Da ist es umso trauriger, dass die Auswahl dem Google Play Store um etliches nachsteht.

Fazit: Alternative App-Stores mit Kompromissen

Nicht grundlos ist der Google Play Store der unangefochtene Primus im Bereich der App-Stores. Er bietet die größte Auswahl an Android-Software und ist die sicherste Möglichkeit Anwendungen auf dem Mobiltelefon zu installieren.

Alternative App-Stores wie Amazon Underground oder Get Jar locken meist mit der Kostenlos-Mentalität. Allerdings bezahlt man oft mit den eigenen Nutzungsdaten oder im schlimmsten Fall mit der Sicherheit des Smartphones. Durch die Möglichkeit der Slide-Me-Nutzer eigene Apps hochzuladen ist auch einer der wenigen Stores mit kostenpflichtigen Inhalten nicht zwingend sicher.

Für Geeks kann einzig F-Droid eine Empfehlung ausgesprochen werden, da dort zum Großteil gute Open-Source-Software gelistet und angeboten wird. Die wohl beste Variante für Otto Normalverbraucher ist es jedoch, Anwendungen weiterhin aus dem Google Play Store zu beziehen und somit Sicherheit in Sachen Daten und Geräte-Funktionsfähigkeit zu genießen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Netzpiloten Android.


Teaser Image / Screenshots by Jonas Haller


Weiterlesen »

Interactive Fiction: Bei diesen vier Games bestimmst du die Geschichte

Her-Story-Screenshot-Blue-Jacket (adapted) (Image by Sam Barlow)

„Story in einem Spiel ist wie Story in einem Pornofilm. Man erwartet, dass sie da ist, aber sie ist nicht sonderlich wichtig.“ Dieses Zitat wird dem Doom-Entwickler John Carmack zugeschrieben. Es wird immer gern dann diskutiert, wenn es um die vermeintliche erzählerische Niveaulosigkeit in Videospielen geht. Tatsächlich tun sich viele Games schwer damit, narrativen Anspruch und interaktives Erlebnis zu vereinen. Warum eigentlich? Ich will beides!

Interactive Fiction: Ich bin das Spiel

Einem Genre, dem das vergleichsweise gut gelingt, sind Spiele aus dem Bereich Interactive Fiction. Dabei wird die Geschichte wie in einem Film oder einem Buch über weite Strecken konzentriert vorwärtsbewegt. An Schlüsselstellen erhält der Spieler jedoch die Kontrolle über den weiteren Verlauf, indem er ihn mit dem Handeln oder den Antworten des Charakters beeinflussen kann. Ich liebe dieses Genre, weil es mir die Möglichkeit eröffnet, mich von einer packenden Story fesseln zu lassen, aber gleichzeitig Teil des Geschehens sein zu können. Ihr wollt dies auch erleben? Hier sind vier Spiele für Android, die ich euch empfehlen kann.

The Walking Dead: Zombie-Jagd mit Touch

Das Zombie-Franchise The Walking Dead (TWD) ist eines der populärsten Vertreter für Interactive Fiction. Die Spiele-Umsetzung stammt von Telltale. Das Entwicklungsstudio hat sich mit weiteren Genre-Vertretern einen Namen gemacht. Die Spiel-Version von TWD erlebt ihr über weite Strecken wie einen animierten 3D-Film. In diversen Situationen entscheidet ihr mit einer von mehreren Vorgehensweisen oder Anworten, wie die Handlung voranschreitet. Ab und an steuert ihr das Wohl eures Charakters in Quicktime-Events, etwa, um Zombies auszuweichen – oder zu töten. Inhaltlich spielt TWD im Universum der TV-Serie. Original-Charaktere trefft ihr aber fast nie. Dafür ist der Plot ähnlich. Mehr noch als die Zombies stellt euch das Aufeinandertreffen mit überlebenden Menschen vor Herausforderungen. Aktuell läuft die dritte Staffel namens „A New Frontier“. Darin müsst ihr in der Rolle des jungen Mannes Javier seine Familie vor den Gefahren der Zombie-Apokalypse schützen.

Startet aber lieber chronologisch mit der ersten Staffel. So verfolgt ihr besser das Schicksal des Mädchens Clementine, einer der interessantesten Charaktere, die ich je gespielt habe. Außerdem werden die Story-Weichen, die ihr gestellt habt, mittels Cloud-Sync staffelübergreifend übernommen. Nicht jede Entscheidung ist fundamental wichtig. Zum Teil hängt davon aber ab, wer stirbt oder wen ihr ein paar Folgen später wieder trefft. Die Idee der Interactive Fiction haben die Telltale-Designer exzellent umgesetzt. Als Einzelkauf kostet jede der fünf Folgen von The Walking Dead: A New Frontier im Play Store 5,49 Euro. Für jeweils ein bis drei Stunden Spielzeit ist das nicht wenig. Mir war es das Erlebnis bisher wert. Das Spiel ist außerdem für Windows, iOS, Xbox One und PlayStation 4 erhältlich.

Lifeline: Telefonseelsorge im Weltraum

Stellt euch vor, auf eurem Smartphone erreicht euch ein in Not geratener Astronaut – und mit euren Ratschlägen könnt ihr ihn aus seiner Lage retten. Das ist der Ausgangspunkt des rein textbasierten Spiels Lifeline. Im aktuellen sechsten Spieleableger „Lifeline: 8 wie unendlich“ chattet ihr – wie in einigen vorherigen Teilen auch – mit dem Weltraum-Schiffbrüchigen Taylor. Während euch Taylor abgehetzt seine Flucht vor sehr penetranten Aliens schildert, bittet er euch bei kniffligen Entscheidungen regelmäßig um Rat. Manchmal ist dafür sogar eine Google-Recherche nötig. Wählt eure Tipps weise, es geht buchstäblich um Leben und Tod.

Die zum Teil sehr witzigen Dialoge und der Erzählrhythmus, der auch Schlafens- und Essenspausen von Taylor berücksichtigt, unterstreichen den Eindruck, mit einem echten Menschen zu chatten. Manche Rezensenten fühlen sich dadurch so emotional berührt, dass sie sich geradezu Sorgen um Taylor machen. So weit würde ich nicht gehen. Dennoch finde ich das Spielkonzept sehr fesselnd. Die alternativen Enden motivieren zum erneuten Spielen. Das ist für mich Interactive Fiction, wie sie sein sollte. „Lifeline: 8 wie unendlich“ ist im Play Store für 2,99 Euro erhältlich und sein Geld absolut wert. Ältere Teile gibt es sogar schon für 0,99 Euro. Auf iOS läuft Lifeline ebenfalls.

80 Days: Eine Weltumrundung ist nicht genug

Ob der Londoner Gentleman Phileas Fogg es schafft, die Welt in 80 Tagen zu umrunden, bleibt natürlich mal wieder an euch hängen – seinem treuen Diener Passepartout. Im Gespräch mit Reisenden Informationen zu den schnellsten Routen beschaffen, Geld auftreiben und die Gesundheit des Chefs im Blick behalten –  das ist euer Job in der Spielumsetzung von Jules Vernes Roman.

In dieser Steampunk-Version der Geschichte könnt ihr mit Luftkissenfahrzeugen und mechanischen Kamelen reisen – dennoch bleibt im Setting des Jahres 1872 ein Zeitfenster von 80 Tagen ein steiles Timing für eine Weltreise. Mit der richtigen Reiseverbindung (Tipp: Nordpol!) schafft ihr es aber sogar schneller. Die Routenplanung und die Stadtaufenthalte sind hübsch animiert und illustriert. Die Hintergrundstory und Dialoge sind aber rein textbasiert. Euer Englisch sollte gut sein, sonst entgehen euch womöglich viele Details. Die Geschichte ist wahnsinnig dicht und detailreich. Passepartout ist mir ans Herz gewachsen. Ich habe gleich drei Weltumrundungen am Stück absolviert. Jede Reise ist anders und offenbart exotische Schauplätze und historisch angehauchte Nebenhandlungen. Der Preis von 3,80 Euro für die App im Play Store geht locker in Ordnung. Für Mac und Windows ist 80 Days ebenfalls erhältlich.

Her Story: Mörderhatz per YouTube-Suche

Bei dem Krimi-Spiel „Her Story“ fasziniert vor allem die ungewöhnliche Art, wie ihr euch die Geschichte erschließt. Es verschafft euch Zugang zu einer Polizei-Datenbank, in der sieben fiktive Interviews mit einer britischen Frau aus dem Jahr 1994 gespeichert sind. Sie vermisst ihren Mann und ihr müsst euch anhand der Aufzeichnungen einen Reim auf die Geschichte machen. Was die Sache zum Rätsel macht: Statt der kompletten Interviews betrachtet ihr nur kurze Ausschnitte. Diese fragt ihr in der Datenbank per Schlüsselwörtern aus dem Interview ab. Das Transkript liegt euch aber gar nicht vor. Was wichtig sein könnte, müsst ihr aus dem Kontext schlussfolgern und euch so Schritt für Schritt in Richtung Lösung voran puzzeln. Quasi wie bei einer unsystematischen YouTube-Suche.

Das Design hat einen gewissen nostalgischen Charme. Es erinnert an einen Computerarbeitsplatz der 90er-Jahre: grobpixelige Videos, geräuschvolle Computertasten und säuselnde Festplatte. Die schauspielerische Leistung hingegen liegt auf Laientheater-Niveau. Auch die Handlung kommt streng genommen nicht über einen durchschnittlichen Tatort-Plot hinaus. Dennoch ist das ungewöhnliche Gameplay extrem reizvoll. Für 5,49 Euro im Play Store bietet Her Story ein abendfüllendes Krimi-Rätsel. Unter iOS, Mac und Windows läuft das Spiel ebenfalls.

Ohne Story ist ein Spiel nicht sonderlich wichtig

Unter dem Strich leben alle vier genannten Spiele aus dem Bereich der Interactive Fiction nicht von der absoluten Brillanz des Plots, sondern davon, dass der Spieler den Verlauf non-linear mitbestimmen kann. Ich möchte aber auch überhaupt nur deshalb ein Teil dieser Spiele sein, weil die Plots mindestens „gut genug“ sind. Storytelling und Interaktivität gehen hier einen gesunden Kompromiss ein. Insofern widerspreche ich John Carmack. Ohne eine „mindestens gute“ Story ist ein AAA-Videospiel heute nichts mehr. Interaktivität bietet jedes Videospiel. Aber erst, wenn deren Handlung überzeugt, wird daraus ein Spiel, das sich von der Masse abhebt.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Applepiloten.  


Image by Sam Barlow via Her Story Game


 

Weiterlesen »

Der Siegeszug der Freemium-Apps ist unaufhaltbar

App Store (adapted) (Image by Cristiano Betta [CC BY 2.0] via Flickr)

In den großen App-Stores generieren Entwickler ihre Umsätze heute fast ausschließlich mit Freemium-Apps, für die der Nutzer trotzdem zahlen muss. Kostenlose Apps sind eine tolle Sache – für den Nutzer zumindest. Der Entwickler der App hat nichts davon, außer mit Werbebannern. Diese nerven, können aber vom Nutzer entfernt werden – gegen Bezahlung. Auch Zusatzfunktionen und -Inhalte lassen sich oft nur nach der Transaktion kleinerer Beträge nutzen. Und das Konzept geht auf. Heute werden fast alle Umsätze in den App-Stores über die kostenlosen Apps mit Premium-Bezahlinhalten generiert. Doch ist diese Entwicklung gut? Und wenn ja, für wen?

Freemium: das Erfolgsmodell

Heute findet in San Francisco die Entwicklermesse Google I/O statt, zu der Google erfahrungsgemäß auch immer die aktuellsten Wachstumszahlen von Android & Co. bekannt gibt. Gestern bereits hat der Anbieter von App-Analystics-Diensten, App Annie, zu diesem Anlass einen Report veröffentlicht, in dem man unabhängige Zahlen aus dem Google Play Store bekannt gibt. Daraus geht nicht nur hervor, dass der Google Play Store immer weiter kräftig wächst, sondern auch dass die Umsätze massiv steigen. Gute Nachrichten für Google und die App-Entwickler.

Eine Sache fällt an diesen Zahlen allerdings ganz besonders auf, nämlich dass der Großteil der erzielten Umsätze aus Freemium-Apps stammt. Um genau zu sein handelt es sich um 98 Prozent der Umsätze. Das Freemium-Modell, dessen Name sich aus den Worten Free und Premium zusammensetzt, hat sich also ganz klar durchgesetzt und beherrscht die App-Stores. Bei Apple ist der Anteil der Umsätze aus Freemium-Apps mit 92 Prozent im Dezember 2013 nur unwesentlich niedriger gewesen. Doch wieso funktioniert dieses System eigentlich so gut?


Joel Gascoigne, Gründer und CEO von Buffer, über Freemium und die Nutzererwartungen:


Was nichts kostet ist auch nichts wert

Früher war es normal, dass der Nutzer für Software einmal ein Betrag zahlt um diese nutzen zu können. In der Spielebranche hat sich dies schon vor einiger Zeit mit dem Aufkommen von Abo-Modellen und Free2Play-Spielen geändert. Mit dem Vormarsch der mobilen Endgeräte und der dafür erhältlichen Apps hat das Freemium-Modell nun auch App-Markt der Nicht-Games fest im Griff. Dabei war es anfangs üblich, dass die meisten Apps um die 2 bis 3 Euro gekostet haben. Kleine Beträge also, die die Nutzer durchaus auszugeben bereit sind. Zumindest in Apples Ökosystem – Android-Nutzer waren im Vergleich deutlich weniger bereit, Geld für eine App auszugeben. Das lag nicht zuletzt auch an den mangelhaften Bezahlmöglichkeiten, die Google bot.

Es hat sich also eine Kostenloskultur im Play Store breit gemacht, sehr zum Leidwesen der Entwickler, die unter Android nur schwer Geld verdienen konnten. Allerdings nur, bis das Freemium-Modell auf der Bildfläche erschien – dies wurde zusätzlich begünstigt, nachdem Apple und Google In-App-Käufe in ihren App-Stores zugelassen haben. Interessanterweise sind Android-Nutzer nämlich nach wie vor selten bereit, für eine App einen einmaligen Betrag zu zahlen – für Inhalte innerhalb der App dafür aber schon. Das liegt nicht zuletzt daran, dass sich bei Freemium-Apps die Basis-Funktionalität frei nutzen lässt. Der Nutzer kann also in aller Ruhe die App ausprobieren und wird so eher an sie gebunden. So fällt ihm oftmals dank penetranter Werbung der Entwickler auf, dass die Premium-Inhalte oder –Funktionen, an die er momentan noch nicht ran kommt eigentlich doch auch ganz praktisch oder interessant wären und ist eher bereit dafür zu zahlen.

Kleinvieh macht auch Mist

In der Spielebranche sorgt das Free2Play-Modell seit Jahren für Umsätze in Millionenhöhe. Dabei handelt es sich, bis auf einige Ausnahmen, überwiegend um geringe Beträge, die wenige Nutzer zahlen um weiterspielen zu dürfen, oder bestimmte Gegenstände freizuschalten. Games machen beim Umsatz in den App Stores zwar entsprechend den Großteil aus, aber immer mehr normale Apps adaptieren das Modell, da es unheimlich lukrativ ist. Egal ob Evernote, Feedly, Lastpass, Spotify oder die Bild-App, alle sind kostenlos nur eingeschränkt nutzbar.

Derzeit sind viele Entwickler noch dabei auszuprobieren, welche Form des Freemium-Modells sich für die Monetarisierung ihrer App am besten eignet. Aber immer mehr Entwickler wechseln nachträglich auf das Freemium-Modell, so wie zuletzt SwiftKey unter Android. Und man kann es ihnen nicht verdenken. Nicht nur sind Nutzer eher bereit in einer vertrauten App für Inhalte zu zahlen, durch das Hinzufügen von weiteren Inhalten und Zusatzfunktionen oder einem Abo-Modell lässt sich über lange Zeit mit dem Modell Geld verdienen, nicht nur einmalig.


Nils Pihl, Gründer von Mention, über die Psychologie von Freemium:


Die Politik ist am Zug

Für den Nutzer bedeutet das Freemium-Modell auf lange Sicht also, dass man tendenziell mehr für eine App ausgeben kann, als die eigentlichen 2 bis 3 Euro. Allerdings muss man dies auch nicht der Fall sein, zumindest wenn einem die Basisfunktionen ausreichen, oder man sich mit nervigen Werbeeinblendungen abfinden kann. Das Modell steht allerdings massiv unter Beschuss. Nachdem bereits die britische und italienische Regierung Apple und Google aufgefordert haben, die entsprechenden Angebote zu überprüfen, hat dieses Jahr auch die EU-Kommission unter Leitung von Verbraucherkommissar Neven Mimica, Freemium-Apps ins Visier genommen. In diesen Fällen richtet sich das Augenmerk allerdings hauptsächlich auf Free2Play-Spiele, die vor allem Kinder oftmals zur Zahlung horrender Summen verleiten. Dass sich dadurch allerdings grundlegend etwas an dem Modell ändern wird, ist nicht zu erwarten – es wird sich eher noch weiter durchsetzen, wenn mehr Entwickler Möglichkeiten finden, das Modell für ihre Zwecke zu adaptieren. Dem Nutzer bleibt also nichts Weiteres übrig, als sich mit Freemium anzufreunden, oder zu lernen, sich mit weniger Funktionen und Inhalten zufrieden zu geben.


Image (adapted) „App Store“ by Cristiano Betta (CC BY 2.0)


Weiterlesen »