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#NWX19: Neue Arbeit als Unterhaltung

Vorbemerkung: Falls mein Text als eine Kritik an der New Work Experience 2019 verstanden wird, möchte ich zu bedenken geben, dass es mehr als 30 Stunden Programm auf sieben Bühnen mit über 40 Speakern gab. Dies wäre auch nicht meine Absicht gewesen. Dieser Text legt deshalb einen Fokus auf meine Gedanken zu den beiden Keynotes der Veranstaltung, die nahezu alle Teilnehmer vor Ort besucht haben.

Ich möchte nicht despektierlich klingen, aber auf einer Veranstaltung wie der New Work Experience (NWX) von der Xing SE, die sich womöglich bald in New Work SE umbenennen wird, fühle ich mich immer etwas fremd am Platz. Die meisten der Gäste sind wesentlich älter als ich, haben oft schon beachtliche Karrieren in großen Unternehmen hinter sich, besitzen teurere Uhren und weißere Turnschuhe, aber dafür ältere Smartphones als ich. Vor allem sind sie durch solche Veranstaltungen auch viel mehr zu begeistern als ich.

Mir fällt es sehr schwer, dieses Publikum richtig einzuschätzen. Der Enthusiasmus wirkt ehrlich. Frank Schabel von Hays wird gerne mit dem Satz zitiert, dass wer vom Wandel profitieren will, ihn begrüßen muss. Ich muss sagen, dass ich diese Grundeinstellung nahezu bei jedem Gast auf der New Work Experience gespürt habe. Und doch nehme ich einen Unterschied zu mir wahr. Man begrüßt das Unbekannte, nicht aber das Vertraute. Dies akzeptiert man, nimmt es als gegeben an und sieht darin nichts Neues mehr.

Laloux: Es gibt zwei Sorten von Neue Arbeit

So ging es mir auch mit der zweiten Keynote. Der Vortrag des belgischen Organisationsforschers Frederic Laloux, einer der beiden männlichen Keynote-Speaker, bekam euphorischen Applaus. Wer sich mit dem Wandel der Arbeitswelt beschäftigt, steht auf Laloux. Obwohl er nur wieder das von ihm bekannt gemachte Beispiel des niederländischen Pflegedienstes Buurtzorg vorstellte. Lalouxs Buch „Reinventing Organizations“ (Provisionslink) aus dem Jahr 2014 schien dem Publikum vollkommen unbekannt zu sein.

Interessant war die These von Laloux, dass es zwei Sorten von Neue Arbeit gibt: Neue Arbeit als Werkzeugskiste mit lauter kleinen, tollen Formaten, die man einzeln im Unternehmen einsetzt, und Neue Arbeit als eine ganz neue Weltanschauung und damit auch einer ganz anderen Art zu Denken. Diese Trennung erscheint mir sinnvoll. Sie erklärt, wie deutsche Traditionsunternehmen sich als Verfechter von Neue Arbeit darstellen können und trotzdem ihren eigenen Mitarbeitern nahezu keine Handlungsmacht abgeben.

Frederic Laloux spricht auf der New Work Experience 2019 (Image: Tobias Kremkau)

Arbeit ist aber ein Gestaltungsakt, erklärt der Neurobiologe Gerald Hüther, der vor Laloux die erste Keynote hält. Ob und wie Menschen ihre Arbeit gestalten können, ist deshalb entscheidend. Der Aspekt der Handlungsfreiheit, statt nur eine Wahlfreiheit zu besitzen, ist der Kern der Ideen von Neue Arbeit, wie Frithjof Bergmann sie einst in seinem Buch „Neue Arbeit, neue Kultur“ (Provisionslink) beschrieb. Das bringt mich zur Frage, ob sich nach einer Veranstaltung wie der New Work Experience wirklich etwas in den Unternehmen ändert.

Es gibt durchaus auch schon Wandel in den Unternehmen, dies möchte ich gar nicht bezweifeln. Doch der Einsatz einzelner Formate, wie beispielsweise der Besuch der New Work Experience, und wirklich Neue Arbeit zu ermöglichen, sind ja sogar nach Laloux zwei verschiedene Dinge. Der Graben zwischen meiner Realität von Neue Arbeit und der in den die Veranstaltung besuchenden Unternehmen, ist riesig. Dort wird sich schon für eine Duz-Kultur gefeiert. Ein oft genannter „Beleg“ für angewendete Neue Arbeit.

Warum Neue Arbeit – oder warum nicht?

Laloux bringt in seiner Keynote eine Anekdote über die Vorstandschefs der Unternehmen, die ihn um Rat fragen, in der ein wesentlicher Aspekt für Wandel enthalten ist: der Grund. Laloux fragt seine Kunden zu Beginn, warum sie Neue Arbeit implementieren wollen. Eine Kultur kann man einem Unternehmen nicht aufzwingen, sie muss aus einem Grund heraus selbst entstehen. Ich glaube, sie muss auch von Mitarbeitern gefordert werden und nicht von oben verordnet. Die Antwort auf das Warum ist deshalb essentiell.

Hier zeigt sich ein Problem von Unternehmen mit der Idee von Neue Arbeit. Sie ist individuell wahrnehmbar und wird unterschiedlich interpretiert. Es gibt keine anzuwendende Blaupause, wie Neue Arbeit geht. Es kann das Arbeiten in offenen Bereichen sein, aber auch das Home Office oder flexible Arbeitszeit. Der Cubicle gehört genauso dazu wie die Schichtarbeit. Das Wie ergibt sich erst, wenn man das Warum verstanden hat. Das Warum ist eine ein Unternehmen erst in Bewegung setzende Kraft.

Dies sollte Unternehmen eigentlich ganz leichtfallen. Sie sind es gewöhnt, Lösungen und Produkte für die Bedürfnisse von Kunden zu entwickeln. Die Kunden sind im Falle der Unternehmenskultur die eigenen Mitarbeiter. Doch so wie der Kunde als König angesehen wird, müssen es auch die Mitarbeiter. Dies bedeutet aber, Macht abzugeben und Veränderungen zuzulassen. Statt einem Laloux oder Hüther auf der New Wow Experience zuzuhören, sollte man seinen Mitarbeitern zuhören, was sie wirklich, wirklich wollen.


Image by Tobias Kremkau

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All doors in Flight @NWX19, Lisa Nölting?

Am 7. März geht in Hamburgs wieder die New Work Experience (NWX) an den Start. Wir Netzpiloten sind als Medienpartner mit dabei, wenn sich einen Tag lang alles um den Wandel unserer Arbeitswelt drehen wird. Mitten in der heißen Vorbereitungsphase erwischen wir Xings Partner Relationship Managerin Lisa Nölting noch schnell für drei Fragen:

Ihr setzt ein gigantisches New Work Event in die spektakuläre Hamburger Elbphilharmonie. Wie laufen die Vorbereitungen?

Genau, die NWX findet jetzt zum dritten Mal statt. 2017 das erste Mal im Westhafen in Berlin mit 700 Gästen. Zur NWX19 freuen wir uns auf knapp 2.000 Gäste in der Elphi, die bereits zum zweiten Mal Veranstaltungsort ist. Hier hat sich also in den vergangenen Jahren viel getan – auch was die Organisation angeht. Die Vorbereitungen laufen sehr gut. Jetzt ist Endspurt angesagt, aber wir sind ein super Team, das auf zack ist. Die Vorfreude auf das Event treibt einen zu Höchstleitungen an.

Unter dem Begriff New Work sammeln sich neue Organisationsmodelle und Arbeitsformen. Welche Rolle spielt die Nutzung der Digitalisierung und KI?

Die Digitalisierung ist einer der zentralen Treiber, neben dem demografischen- und dem Wertewandel, der die Veränderungen in der Arbeitswelt beeinflusst. Durch Digitalisierung ist ortunabhängiges Arbeiten überhaupt erst möglich geworden, was völlig neue Formen der Zusammenarbeit eröffnet. Insofern haben diese Punkte eine zentrale Bedeutung.

Was sind deine persönlichen Highlights am 7.März?

Besonders freue ich mich auf Ricardo Semler und Frédéric Laloux. Und natürlich auf die Aftershowparty, die wir jedes Jahr zusammen mit Business Punk veranstalten.

Wir wünschen euch eine super Veranstaltung!

 

Weitere Informationen zum Event

Auf dieses Event freuen wir uns schon seit einiger Zeit: Am 7. März findet zum dritten Mal die New Work Experience (NWX) statt. Das Event rund um das Thema Arbeit (veranstaltet von xing) tagt in Hamburgs neuestem Wahrzeichen, der Elbphilharmonie. Passend: Dort wo sich sonst zahlreiche Musiker aufs Feinste konzertieren, soll es einen ganzen Tag lang um das ideal abgestimmte Zusammenarbeiten im modernen Berufsalltag gehen. Wir Netzpiloten sind zum ersten Mal als Medienpartner mit dabei.

Welche Speaker werden erwartet?

Zu den vielen namenhaften Vortragenden gehört Frédéric Laloux. Er ist Autor von „Reinventing Organizations“ und liefert mit seinem Framework ein wichtiges Besteck, um im eigenen Unternehmen die Hierarchie abzubauen. Kathrin Menges, Personalvorstand der Henkel AG spricht darüber, dass die nächste Generation in Berufen arbeiten wird, die es heute noch gar nicht gibt. Besonders freuen wir uns auf den Blogger-Posterboy Sascha Lobo, der als Vordenker zu einem neuen Arbeitsbegriff (bereits 2006 mit seinem Buch „Wir nennen es Arbeit„) uns sicherlich einige starke Impulse geben wird.

Um welche Themen geht es?

  • Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft
  • Hierarchien in der Arbeitswelt
  • Transformation in Unternehmen
  • Diversität, Dialog, Wertschätzung und die Entwicklung individueller Antworten

Und sonst noch?

Nette Kleinigkeit: Mit dem Kauf eines NWX19 Tickets könnt ihr am Veranstaltungstag den lokalen Nahverkehr HVV kostenlos nutzen. Zudem erhaltet ihr vergünstigte Konditionen, wenn ihr euch für eine Übernachtung in einem der Partnerhotels entscheidet. Dafür müsst ihr euch ganz einfach unter dem Kennwort „New Work Experience“ anmelden. Außerdem gibt es den New Work Award. Hier werden innovative Ideen, die die Arbeitswelt von morgen bereichern, ausgezeichnet. Tickets erhältst du hier. Wir sehen uns lässig-arbeitend in der Philharmonie!

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Netzpiloten @New Work Experience

Auf dieses Event freuen wir uns schon seit einiger Zeit: Am 7. März findet zum dritten Mal die New Work Experience (NWX) statt. Das Event rund um das Thema Arbeit (veranstaltet von xing) tagt in Hamburgs neuestem Wahrzeichen, der Elbphilharmonie. Passend: Dort wo sich sonst zahlreiche Musiker aufs Feinste konzertieren, soll es einen ganzen Tag lang um das ideal abgestimmte Zusammenarbeiten im modernen Berufsalltag gehen. Wir Netzpiloten sind zum ersten Mal als Medienpartner mit dabei.

Welche Speaker werden erwartet?

Zu den vielen namenhaften Vortragenden gehört Frédéric Laloux. Er ist Autor von „Reinventing Organizations“ und liefert mit seinem Framework ein wichtiges Besteck, um im eigenen Unternehmen die Hierarchie abzubauen. Kathrin Menges, Personalvorstand der Henkel AG spricht darüber, dass die nächste Generation in Berufen arbeiten wird, die es heute noch gar nicht gibt. Besonders freuen wir uns auf den Blogger-Posterboy Sascha Lobo, der als Vordenker zu einem neuen Arbeitsbegriff (bereits 2006 mit seinem Buch „Wir nennen es Arbeit„) uns sicherlich einige starke Impulse geben wird.

Um welche Themen geht es?

  • Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft
  • Hierarchien in der Arbeitswelt
  • Transformation in Unternehmen
  • Diversität, Dialog, Wertschätzung und die Entwicklung individueller Antworten

Und sonst noch?

Nette Kleinigkeit: Mit dem Kauf eines NWX19 Tickets könnt ihr am Veranstaltungstag den lokalen Nahverkehr HVV kostenlos nutzen. Zudem erhaltet ihr vergünstigte Konditionen, wenn ihr euch für eine Übernachtung in einem der Partnerhotels entscheidet. Dafür müsst ihr euch ganz einfach unter dem Kennwort „New Work Experience“ anmelden. Außerdem gibt es den New Work Award. Hier werden innovative Ideen, die die Arbeitswelt von morgen bereichern, ausgezeichnet. Tickets erhältst du hier. Wir sehen uns lässig-arbeitend in der Philharmonie!

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