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Quadriga CX: Gründer der Kryptobörse stirbt – und nimmt 144 Millionen US-Dollar mit

Es gibt immer wieder Betriebsgeheimnisse, die nur der Chef weiß. Im Falle eines unerwarteten Ablebens nimmt er diese Geheimnisse dann mit ins Grab. Besonders schwerwiegend trifft es nun die Kryptobörse Quadriga CX. Dessen 30-jähriger Gründer Gerald Cotten ist auf einer Indienreise unerwartet verstorben. Quadriga CX ist mit 115.000 Kunden die größte kanadische Kryptowährungsbörse.

Ist der Verlust Cottens an sich nicht schon schwer genug, erlebt das Unternehmen auch einen geschäftlichen Albtraum. Auf der Seite der Börse blicken Besucher dieser Tage nur auf eine Meldung. Unter anderem heißt es in der Nachricht: „In den vergangenen Wochen haben wir unsere Liquiditätsprobleme zu lösen versucht. Dazu gehörte, dass wir versucht haben, Zugriff auf unsere Kryptowährungsreserven zu erlangen, die in Offline-Börsen liegen.“

Das Problem: Die einzige Person, die Zugriff auf diese Reserven hat, ist der verstorbene Firmenchef Gerald Cotten.

Cold Wallets nicht erreichbar

Doch wie kann das eigentlich passieren? Der größte Teil des Digitalgeldes lagerte im sogenannten Cold Storage, einem Offline-Speicher für Kryptowährungen. An sich ist das die sicherste Methode sein Erspartes zu lagern, da Hacker sich nicht einfach Zugang verschaffen können. Zugang zu diesem Cold Storage gibt es nur über Cottens Laptop. Doch niemand außer ihm weiß das Passwort. Die Suche nach Hinweisen in Cottens Nachlass sind bislang ebenfalls erfolglos geblieben.

Bislang ist es Experten lediglich gelungen das Smartphone des Gründers zu entschlüsseln. Die darauf befindlichen rund 15 Bitcoins wurden bereits dem Hot Wallet – dem Geld für laufende Transaktionen – zugeführt. Doch die knapp 50.000 US-Dollar sind nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Schätzungsweise 144 Millionen US-Dollar befinden sich auf dem unzugänglichen Cold Storage.

Obwohl es seit 2015 Richtlinien dazu gibt, verfügt die Kryptowährungsbörse über keine Backups oder andere Sicherheitsmaßnahmen, die vor solchen Ereignissen hätten schützen sollen.

Tod nur vorgetäuscht?

Im Internet wird der Vorfall heiß diskutiert. Einige zweifeln an der Geschichte um den plötzlichen Tod Cottens. Dieser sei bereits im Dezember verstorben, was jedoch lange verschwiegen wurde. Auch hatte er erst kurz vor seiner Indienreise ein Testament verfasst, das seine Frau als einzige Begünstigte angab. Mittlerweile gibt es zumindest einen von der Regierung Rajesthans zertifizierten Nachweis für seinen Tod. Dass Cotten vor Ort eingeäschert und es zunächst keinen Nachweis gab, nährte zuvor die Skepsis.

Auf Reddit gibt es noch immer viele Zweifler. Bis Untersuchungen weitere Erkenntnisse hervorbringen, wird der Verlust des Kryptogeldes zumindest das Misstrauen in diese als so sicher beworbenen Währungen nähren – Eine Sicherheit, die in diesem Falle sogar etwas zu gut war.

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  • ANDROID t3n: Android P: Erste Developer-Preview ist da – mit „Notch“-Unterstützung und mehr: Noch dieses Jahr wird Google die nächste große Android-Version veröffentlichen. Nun wurde die Developer-Preview “Android P”, wie für den März üblich, veröffentlicht. Zu den größten Änderungen der Vorabversion, die in der Vorschau zu erkennen sind, gehören die Umgestaltung der Statusleiste zur Unterstützung der Notch, sowie eine erneute Überarbeitung des Benachrichtigungsbereiches. Außerdem gehören eine bessere Innenraum-Navigation und neue Kamera-Features zu den Neuerungen bei Android P. Mit der Vollversion wird allerdings vermutlich nicht vor August zu rechnen sein. Stattdessen kündigte Google noch fünf weitere Developer-Previews an.

  • AMAZON netzwelt: Amazons Alexa lacht euch aus: So klingt das unheimliche Gelächter: Alexa hat scheinbar einiges zu lachen – ihre Nutzer eher weniger. Seit ein paar Tagen fängt der smarte Lautsprecher nämlich an unheimlich zu lachen. Es erinnert eher an einen Horrorfilm, als an eine fröhliche Lache. Wie aus dem Nichts antwortet Alexa mit ihrem Gelächter, auch wenn sie gar nicht direkt angesprochen wurde. Während so manche Nutzer darüber ebenfalls lachen, gibt es andere, die das wiederum gar nicht so witzig finden. So wie es aussieht, weiß Amazon über den gruseligen Aussetzer Bescheid und arbeitet gerade an der Fehlerbehebung. Woher der Fehler rührt, weiß man bisher allerdings noch nicht.

  • NINTENDO gamestar: Konsolenmarkt – Nintendo wird 2018 Microsoft schlagen, sagen Analysten: Der japanische IT-Konzern Nintendo wird seinen Erfolgskurs laut Experten auch in den nächsten Jahren fortführen. Vermutlich wird dabei sogar Microsoft im Konsolenwettkampf überholt werden. Zahlen von IHS belegen dabei, dass Nintendo einen Wachstum von acht auf circa elf Millarden US-Dollar bezüglich getätigter Ausgaben für ihre Produkte erreichen wird, wobei Microsoft von zehn auf neun Milliarden zu sinken droht. Grund dafür ist nicht zuletzt die bereits 17 Millionen Mal verkaufte Nintendo Switch als Flaggschiff. Deutlich an der Spitze thront allerdings weiterhin Sony mit seiner Playstation 4. Dennoch stehen den Japanern nach dem Flop mit der Wii U wohl wieder erfolgreiche Zeiten bevor.

  • WHATSAPP Chip: WhatsApp erweitert die Löschfunktion: Eine Neuerung wird viele Nutzer freuen: Seit September können WhatsApp-Nutzer sich nun schon über die Löschfunktion im Chat freuen. Hierbei können Nachrichten gelöscht werden, die fälschlicherweise verschickt wurden. Der Sender hat dafür neun Minuten Zeit. Andere wiederum bekommen dann zu sehen, dass eine Nachricht des Senders entfernt wurde. Mit der Neuerung können Nachrichten nun innerhalb von 68 Minuten gelöscht werden – auch wenn die Nachricht schon gelesen wurde. Damit in Zukunft nicht nur die Nutzer der Beta-Version diese Funktion nutzen können, soll es vielleicht sogar schon im Mai mit dem neuen Update möglich sein.

  • DAIMLER gruenderszene: Daimler testet Kryptowährung für ökologisches Fahren: Nach BMW und Volkswagen zieht nun wohl auch Daimler in Sachen Kryptowährung für umweltbewusstes Fahren nach. Bereits auf der MWC Barcelona im Februar stellte Daimler die neuen Mobicoins vor, welche der Fahrer unter den 500 Testern mit den meisten gegen Großevents wie das MercedesCup-Finale eintauschen kann. Die Blockchain-Technologie, großes Thema in der Autoindustrie, speichert dabei Daten wie Beschleunigung, Bremsen und Geschwindigkeit. Zwar sind Blockchain und Kyptowährung noch Zukunftsmusik, aber man darf gespannt sein, wann und wie effektiv die Technologie die Automobilindustrie erobern wird.

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  • DIGITALISIERUNG t3n: Digitalisierung à la Volker Kauder: Das kollektive Versagen der Parteien: So langsam aber sicher scheint die deutsche Politik die Digitalisierung zu verschlafen. In einem Gastbeitrag in der Zeitung Die Welt hat der Fraktions-Chef der CDU Volker Kauder am Wochenende die Digitalisierung zur Top-Priorität 2018 gemacht. Die Digitalisierung wird vom CDU-Politiker als „nächstes heißes Ding“ verkauft – was allen eigentlich schon bekannt war. Generell kann man aber von einem kollektiven Versagen der Parteien vor der Digitalisierung ausgehen. Warum also fällt es den Parteien so schwer, das nötige Geld in die Hand zu nehmen und nachhaltige Schritte für einen zeitgemäßen digitalen Wandel zu beschließen?

  • WIRTSCHAFT welt: Kurz vor der Billion droht Amazon & Co. der Crash: Seit Jahren steigen die Kurse diverser Online-Riesen unaufhaltsam. Die Aktien dieser großen Techkonzerne haben ein Rekordjahr hinter sich. Laut Analystenerwartungen könnten sich Google, Apple und Amazon einen Wettlauf um die Position als erstes Unternehmen mit einer Bewertung von einer Billion Dollar liefern. Neue Facebook-Zahlen säen jetzt allerdings Zweifel unter den Anlegern. Erstmals in der Unternehmensgeschichte gingen die Nutzerzahlen jetzt nämlich zurück, wie CEO Mark Zuckerberg berichtete. Im US-Markt gingen die Nutzer auf rund 184 Millionen zurück. Außerdem verbringen die Nutzer auch immer weniger Zeit auf der Plattform. Die Zahlen zeigen: Mittelfristig fällt es Facebook schwer, weiter zu wachsen.

  • APPLE spiegel: Apple enttäuscht trotz Rekordzahlen: Vor allem im vierten Quartal konnte der Konzern Apple neue Gewinn- und Umsatzrekorde feiern. Getrübte Stimmung herrscht trotzdem: das Flagschiff iPhone X verkaufte sich schlechter als gedacht. Während die Gewinne gegen Ende 2017 auf rund 20 Milliarden Dollar stiegen, sind die Prognosen für das erste Vierteljahr 2018 eher ernüchternd. Der Verkauf des iPhone X bleibt insgesamt eher hinter den Erwartungen zurück. Zuletzt hatte es Berichte von Medien und Analysten gegeben, wonach Apple angesichts inzwischen abgeschwächter Nachfrage die Produktion des iPhone X zurückfahren wolle.

  • KRYPTOWÄHRUNGEN zeit: Titel des Beitrags: Der Hype um Kryptowährungen halt nach wie vor an. Mit Versprechen wie einer grandiosen Rendite, geringem Risiko und einer perfekten Altersvorsorge nutzen Werbetreibende den Hype aktuell aus. Facebook möchte dem jetzt Einhalt gebieten. Zuletzt häuften sich die Betrugsmeldungen um Krypto-Projekte wie BitSequence oder Prodeum. Facebook reagirert jetzt. In den Anzeigenrichtlinien des Unternehmens heißt es jetzt, man dürfe nicht für Finanzprodukte und Finanzdienstleistungen werben, „die häufig mit irreführenden oder betrügerischen Werbepraktiken in Verbindung gebracht werden“.

  • PASSWÖRTER suedeutsche: Sieben Tipps für sichere Passwörter: Der 1. Februar ist der Welt-Passwort-Tag. Viele Nutzer haben oft für viele Anwendungen die gleichen oder sehr simple Passwörter. Da ist der Welttag des Passwortes der ideale Anlass unsichere Passwörter zu wechseln. Die Süddeutsche Zeitung gibt euch sieben Tipps gute Passwörter zu vergeben und eure Konten besser zu schützen.

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Wallets, Portfolios, Spiele: die besten Bitcoin-Apps fürs iPhone

Büro, Steuern, Geschäft, Finanzen (adapted) (Image by FirmBee [CC0 Public Domain] via Pixabay)

Während der Bitcoin sein Kursziel für 2017 längst übertroffen hat und Satoshi Nakamoto, Erfinder des Bitcoins, irgendwo in sich hinein grinst, kommen für uns Nutzer immer mehr Bitcoin-Apps auf den Markt. Das Angebot reicht von der Brieftaschen-App für virtuelle Währung über Bezahl-Anwendungen bis hin zu Spiele-Apps. Wir haben eine kleine Übersicht mit den besten Bitcoin-Apps für Kryptowährungs-Einsteiger zusammengestellt.

Für den Start: Wallet-Apps 

Um loszulegen, benötigt ihr erst einmal ein Konto für eure virtuelle Währung. Mit den sogenannten Wallet-Apps könnt ihr Bitcoin oder andere virtuelle Währungen kaufen, aufbewahren und ausgeben. Der Unterschied zu einem normalen Konto: Bitcoin-Wallets speichern die privaten Sicherheitsschlüssel, die ihr für alle Transaktionen benötigt.

Coinbase ist wohl eine der beliebtesten Anwendungen für den Handel mit virtueller Währung, auch wenn sie sich seit rund zwei Jahren nicht mehr als Wallet verstehen möchte. Die Coinbase-App hat soeben Snapchat, Instagram und YouTube als gefragteste Software im Apple App Store abgelöst. Ebenfalls sehr beliebt: Das Urgestein Blockchain, das nutzerfreundlich gestaltete Bread und Xapo.

Bitcoin-Apps überholen Snapchat und Instagram
Die App Coinbase überholt Snapchat und Instagram im App Store. Screenshot by Lena Simonis

Letzteres ist vor allem aus Sicherheitsgründen zu empfehlen, da hier unter anderem Offline-Server eingesetzt werden. „Deep cold“ nennt Xapo das. Generell sind iOS-Wallets nämlich „Hot-Wallets“, da sie sich auf einem mit dem Internet verbundenen Gerät befinden.

Tipp: Hot Wallets sind anfälliger für Angriffe, da Hacker über das Internet auf Geräte zugreifen und diese infizieren können. Am sichersten speichert ihr euer Wallet also auf einem Offline-Gerät oder auf Papier. Übrigens: Auch iPhones mit Jailbreak sind anfälliger für Hackerangriffe, hier ist besondere Vorsicht geboten.

Für Investoren: Portfolio-Apps

Nach den „Cool-Kids“ haben nun auch die Investoren angebissen und tragen fleißig zum Kursanstieg des Bitcoins bei. Mit Portfolio-Apps behaltet ihr die Übersicht über eure Investitionen in virtuelle Währungen. Einer der bekanntesten Portfolio-Checker ist Blockfolio, das vor allem mit einem Preisalarm und der Funktion “Set and Forget“ punktet. Für den fortgeschrittenen Kryptowährungs-Händler eignet sich CoinTracking. Die Bitcoin-App bietet nicht nur hübsche Tortendiagramme und Echtzeitanalyse von Gewinn- und Verlust zahlreicher Kryptowährungen, sondern sogar detailierte Reportings für die Steuererklärung.

Bitcoin-Apps
Blockfolio verschafft einen Überblick über alle Kurse zu Kryptowährungen. Screenshot by Lena Simonis

Tipp: Hierzulande fallen Steuern auf Veräußerungsgewinnen nur an, wenn ihr vor Ablauf der Spekulationsfrist von zwölf Monaten eure Gewinne einstreicht. In diesem Fall müsst ihr alle über dem Freibetrag (600 Euro pro Jahr) liegenden Gewinne mit eurem persönlichen Einkommensteuersatz versteuern.

Für Konsumenten: Payment-Apps 

Neben den Spekulanten unter uns, möchte der ein oder andere seine Coins einfach auf den Kopf hauen. Dazu laden bereits einige Anbieter wie Wikipedia (Spenden) oder Microsoft (Stores für Windows und Xbox) im Netz ein. Mit speziellen Bitcoin-Apps könnt ihr eure digitale Währung aber auch in Geschäften in der realen Welt ausgeben – sollte sich denn ein entsprechendes Geschäft in eurer Nähe befinden. Fold wäre hier als Payment-App zu nennen, die in den USA bereits mit großen Unternehmen zusammen arbeitet. So können iPhone-Nutzer schon jetzt bei Starbucks oder Whole Foods mobil mit Bitcoins bezahlen. Auch Bitpay konzentriert sich darauf, sein Bezahlsystem auf Händlerseite zu integrieren und ermöglicht Transaktionen zwischen virtueller und physischer Welt über die Wallet-App.

Tipp: Bitcoins existieren schlicht gesagt nur durch Aufzeichnungen über Bitcoin-Transaktionen. Deshalb sind und bleiben Transaktionen das Rückgrat der virtuellen Währungen. Durch sie werden zurzeit noch neue Coins geschürft. Außerdem werden sich virtuelle Währungen langfristig nur durchsetzen, wenn entsprechende Unternehmen Umsätze machen. Beachtet, dass ihr Zahlungen mit Bitcoin nicht aus eigener Initiative rückgängig machen könnt. Zahlungen können nur durch den Empfänger zurückgezahlt werden. Ihr solltet also nur mit Personen und Organisationen handeln, die ihr kennt und denen ihr vertraut. Für Händler gilt: Sofort-Transaktionen sind nicht hundertprozentig sicher. In den ersten zehn Minuten nach der Anweisung (Input) gilt die Transaktion als glaubwürdig, aber umkehrbar. Dem relativen Risiko steht allerdings ein unverhältnismäßig hohes Marketingpotential gegenüber – solange ihr noch zu den wenigen Händlern hierzulande gehören wollt, bei denen Bitcoin-Enthusiasten ihr Geld lassen können.

Für den Spieltrieb: Bitcoin-Apps fürs Gaming

Mit einigen iPhone-Apps könnt ihr virtuelle Kätzchen züchten, mit anderen spielend Geld verdienen. The Blockchain Game von Daniel Bainbridge ist seit 2016 kostenlos im App-Store verfügbar. Die App teilt sich Werbeeinnahmen mit ihren Nutzern per Bitcoin. Die einfache Aufgabe: möglichst hohe Blöcke stapeln. Alternativ könnt ihr das Spiel eure Kinder ab vier Jahren spielen lassen. Aber mindesten 17 Jahre alt müsst ihr sein, um in Bitcoin Aliens Bitcoins zu verdienen, indem ihr Außerirdische tötet. Ganz neu im App Store und für alle interessant, die dem Cryptokitties-Hype auf dem iPhone fröhnen wollen, ist Toshi für Etherum. Die Toshi-App vereint eine sichere Messaging-Anwendung, ein Ethereum-Wallet und einen Browser für das Ethereum-Netzwerk, mit dem ihr euch nun auch mobil um eure CryptoKitties kümmern könnt. Das Spiel demonstriert auf unterhaltsame Weise das Potential des Ethereum-Netzwerks. Virtuelle Katzen im Wert von rund 15 Millionen US-Dollar sollen dort brüten.

Tipp: Glücksspiel macht süchtig und so. Auf dem App-Spielemarkt finden sich auch eine Menge zwielichtiger Gambling-Apps, bei denen man seine schönen Coins viel zu leicht verspielen kann.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Applepiloten.


Image (adapted) „Büro, Steuern, Geschäft, Finanzen“ by FirmBee (CC0 Public Domain), Screenshots by Lena Simonis


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Können Kryptowährungen der Überwachung von Zentralbanken standhalten?

Bitcoin (adapted) (Image tombark [CC0 Public Domain] via Pixabay)

In der Welt der Kryptowährungen sieht die Zukunft des Geldes sehr unterschiedlich aus. Es gibt einen steigenden Konsens zwischen Unternehmen, Investoren und Ländern (insbesondere Venezuela), dass diese alternativen Formen des Geldes die Bezahlvorgänge im nächsten Jahrzehnt dominieren werden. Auch wenn bezüglich des Potenzials Einigkeit herrscht – es ist noch unklar, wie genau Regulierer und Zentralbanken darauf reagieren könnten.

Der zusammengefasste Marktwert aller sich im Umlauf befindlichen Kryptowährungen erreichte Ende August einen Wert von 170 Milliarden US-Dollar, das ist nach CoinMarketCap, einem führenden Preisrechner, um 850 Prozent höher als noch am Anfang des Jahres. Es ist nicht überraschend, dass dieses Wachstum die Regulatoren und Zentralbanken zum Schwitzen bringt, die sich immer noch nicht darüber entschieden haben, ob man die Kryptowährungen als Ware, Anlage oder Währung behandeln sollte.

Das mag nach einer etwas abwegigen Diskussion klingen. Jedoch ist eines der grundlegendsten Funktionen einer Währung, Transaktionen in einer zeitgerechten Art zu vollziehen. Und durch die Sicherung der Blockchain (die Technologie, auf der Kryptowährungen wie Bitcoin basieren), sind die Verarbeitungen der Bitcoin-Transaktionen manchmal sehr langsam.

Aufgrund der Begrenzung der Bitcoin-Transaktionen mit einem bestimmten Tageslimit kann es durchaus ein paar Tage dauern, um eine einzelne Transaktion abzuschließen. Dies lässt die Kryptowährung teilweise unfähig erscheinen, selbst die grundlegendste Funktion des Geldbegriffes zu erfüllen. Private Blockchains können Transaktionen beschleunigen, sind aber nicht sehr beliebt und weiterhin begrenzt in ihrer Verfügbarkeit.

Geldsorgen

Der Aufruf, die Kryptowährungen zu verbessern, gewann an Schwung, nachdem der Internationale Währungsfond (IWF) ein Mitarbeiter-Diskussionspapier veröffentlichte mit der Aussage, dass Banken ein Investment in Kryptowährungen erwägen sollten.

Die enorme Entwicklung im digitalen Technologiebereich verändert die Umwelt der Finanzdienstleistungen. Sie schafft Möglichkeiten und Herausforderungen für Dienstleister und Regulatoren. Jede Art großzügiger Zustimmung des Bankensektors würde ganz klar einen riesigen Markt für Kryptowährungen eröffnen, jedoch bewegt sich diese Entwicklung nicht nur einseitig. Anfang September erschütterten chinesische Regulatoren den Markt für Kryptowährungen, als die chinesische Volksbank die Beschaffung finanzieller Mittel durch die Initial Coin Offerings (ICOs) für illegal erklärte.

Die ICO ist eine Geldbeschaffungsmaßnahme, die zukünftige Kryptomünzen gegen derzeitige Kryptowährungen mit derzeitigem liquidem Wert austauschte. Sie bekamen eine einfache Plattform für Digitalwährungsfreaks mit dem Ziel schneller Geldbeschaffung. Kurz gesagt bedeutet dies, dass die ICO eine Crowdfinanzierungsplattform für zukünftige Kryptowährung ist. Laut der Branchenwebsite Cryptocompare haben sie bereits 2,32 Millarden US-Dollar gesammelt.

China wird generell strenger. Es wurde sogar berichtet, dass die Chinesen den Handel mit virtueller Währungen auf heimischen Börsen ganz verbieten könnten. Wenn dies durchgehen sollte, könnte es den Enthusiasmus des Sektors deutlich zum Erliegen bringen- auch wenn immer wieder positive Meldungen auftauchen und eine intensivere Prüfung die Bedenken vertreiben könnte.

Das russische Finanzministerium hat es sich zum Ziel gemacht, den Gebrauch von Kryptowährungen in ihrem Land bis Ende 2017 zu regulieren – und tatsächlich arbeitet die Zentralbank schon seit Beginn des Jahres daran, digitale Währungen stärker zu regeln. Der größte Vertrauensschub für Kryptowährungen mag vielleicht von den Ökonomen der finnischen Zentralbank kommen, die die Infrastruktur, die hinter Kryptowährungen wie Bitcoin steht, als „revolutionär“ betitelte und darüber hinaus die Fähigkeit der Manipulationsumgehung lobte.

Anerkennung für Kryptowährungen gab es auch aus Ländern wie Australien und Japan, die beide Richtlinien bezüglich der Legalisierung des Handels von Kryptowährungen erließen. Japan machte es zur Pflicht, den Handel mit Bitcoin zu regulieren und sich einer jährlich von anerkannten Buchhaltung durchgeführten Rechnungsprüfung zu unterziehen.

Die Zentralbank von Singapur erläuterte, dass die Funktion von digitalen Wertmünzen ganz klar die Funktion einer digitalen Währung überschreitet – obwohl die Bank den Markt überwacht. Weiterhin sagten sie, dass ICO genehmigt beziehungsweise von Banken oder von Singapurs Wertpapier- und Termingeschäftsgesetz anerkannt werden müsse.

In den Vereinigten Staaten wurde diese Aussage von der Börsenaufsichtsbehörde mit der Ankündigung bestätigt, dass ICO als Wertpapiere reguliert werden und alle unangekündigten Transaktionen juristisch verfolgt werden können.

Zwei Optionen

Dadurch, dass die Akzeptanz – außer vielleicht in China – immer mehr zunimmt, zeigt sich, dass Kryptowährungen als Finanzinstrument immer beliebter werden. Es gibt in Zukunft also zwei Optionen:

Zunächst könnte härter durchgegriffen werden, um sicherzustellen, dass Transaktionen mit Kryptowährungen nicht in Verbindung mit dem Darknet, terroristisch motivierten Aktionen oder Geldwäsche durchgeführt werden. Alternativ könnten Zentralbanken anfangen, unter dem Stichwort Central Bank issued Digital Currency (CBDC) ihre eigene digitale Währung zu veröffentlichen. Diese Währung basiert auf der Distributed-Ledger-Technologie. Es handelt sich dabei um die gleiche Blockchain-Technologie wie sie auch hinter anderen Kryptowährungen steckt. Dies gibt ihnen die Möglichkeit, dass die CBDC den Wert aktueller Kryptowährungen zerstört.

Die Bank von England hat in der ursprünglichen Diskussion die Führungsposition übernommen, während ihre Amtskollegen in Kanada, Schweden und von der Europäischen Zentralbank alle die Umsetzbarkeit der Markteinführung digitaler Währungen analysieren.

Unklar ist weiterhin, ob es die Zentralbanken mit den Kryptowährungen wie CBDC ernst meinen. Sie könnten auch in Konkurrenz zu ihrer zunehmenden Beliebtheit stehen. Im schlechtesten Fall könnten die Zentralbanken den Handel und Besitz von Kryptowährungen verbieten. Die Durchsetzbarkeit eines solchen Verbotes wäre sehr schwer, weil es keine einzige Organisation oder Person gibt, die Kryptowährungen kontrollieren und darüber hinaus die Transaktionen nicht zentral registriert werden. Es gibt jedoch einen Präzedenzfall. Im Jahr 1933 erklärte der damalige US-Präsident Roosevelt den privaten Besitz von Goldbarren für illegal. Er forderte alle Amerikaner zur Übergabe ihrer Goldreserven zur amerikanischen Notenbank auf.

Wenn ein ähnliches Vorhaben hier in die Wege geleitet werden sollte, könnte der Markt für Kryptowährungen eines Tages ganz von selbst zum Erliegen kommen. Es hängt nun alles von den Zentralbankern ab. China hat uns einen Einblick in einer schwierige Zukunft gewährt. Die Krypto-Vertreter auf der ganzen Welt hoffen, dass die Mehrzahl der Nutzer den einfacheren Weg wählen werden.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Bitcoin“ by tombark (CC0 Public Domain)


The Conversation

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  • JAMAIKA-VERHANDLUNGEN Netzpolitik.org: Jamaika-Verhandlungen: Das hätte das Ende der Vorratsdatenspeicherung sein können: Dieser Artikel von netzpolitik.org beleuchtet, zu welchen Ergebnissen die Sondierungsgespräche hätten führen können. Eine bessere Netzpolitik hätte die Jamaika-Koalition jedoch wohl nicht erreicht: So seien die Ergebnisse zu Netzpolitik und Digitalsierung kein „digital first“ und nicht wegweisend gewesen. Die selbe Themenliste von der Lobby der IT-Industrie sei verfolgt worden, wie unter der früheren Regierung Merkels: „Hier rächt es sich, dass zumindest auf Seiten von FDP und Bündnis 90/Die Grünen wohl keine Netzpolitiker in wichtiger Position mit am Tisch verhandelt haben.“

  • KRYPTOWÄHRUNG thenextweb: Trendy cryptocurrency startup pulls an exit scam after raising $375K in ICO [Update]: Die Spam-Mails von Bitcoin sind nicht genug: Eine neue Kryptowährung namens Confido hat kürzlich 374.477 USD in einem ICO gesammelt und ist daraufhin verschwunden – notleidende Händler strömen nun nach Reddit, um andere Kryptobefürworter vor dem aufstrebenden Unternehmen zu warnen. Das Unternehmen hatte versprochen, eine neue dezentralisierte, vertrauensfreie Zahlungslösung für das Online-Shopping einzuführen. Die Webseite ist nun jedoch heruntegefahren worden, ganz zufällig nachdem es einen Wertverlust von 90 Prozent hinnehmen musste, weil Anleger über ein Rechtsproblem informiert wurden, die die Entwicklung des Projekts auf unbestimmte Zeit stoppen wird.

  • BANKING-TROJANER Chip: Fünf Banken betroffen: Gefährlicher Trojaner plündert Konten: Warnung an alle Android-Nutzer: Sicherheitsforscher von Avast, Eset und SfyLab haben den Banking-Trojaner BankBot entdeckt, der über den Play Store etwa in Form von Taschenlampen-Apps und Solitaire-Spielen verteilt wurde. So fälschen die Apps nach der Installierung die Benutzeroberflächen fünf deutscher Banking-Apps, über die sie alle Eingaben wie Zugangsdaten und Kontodaten abfangen können. Unter anderem sind Apps der Banken Commerzbank, Postbank, DKB, Citibank und Comdirekt betroffen – international lassen sich jedoch rund 160 Institute zusammenrechnen.

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  • BITCOIN t3n: Bitcoin knackt 2.000 Dollar: Darum boomt die Kryptowährung jetzt: Nach dem ersten Allzeithoch Anfang Mai folgt jetzt der Nächste Meilenstein. Die Kryptowährung Bitcoin steigert erneut seinen wert. Seit Beginn des Jahres zieht das Unternehmen viele internationale Investoren an. Wenn der Wert von Bitcoin weiterhin steigt, könnte die Währung demnächst doppelt so viel Wert haben wie eine Feinunze Gold. In Japan ist Bitcoin seit Anfang Mai ein offizielles Zahlungsverfahren. Eine weitere Erklärung des Aufschwungs kann auch das Wissen über die Funktionsweise sein, welches bei Investoren zu vertrauen führt.

  • WINDOWS heise: Windows 10 S: Nur Apps, aber kein Linux: Windows 10 soll demnächst um eine Schüler und Studenten Version erweitert werden, welche nur die Installation von Apps aus dem Microsoft Store erlaubt und deutlich bessere Administrationsfunktionen aufweisen soll. Allerdings sollen unter anderem Linux-Distributionen oder andere Kommandozeilen Zugänge nicht auf Windows S laufen. Grund dafür sei, dass sich die Schülervaritante an ein nicht technikaffines Publikum wende. Wen diese Grundlage stört, muss sein Windows S auf Windows 10 Pro umwandeln.

  • Protest wired: Twitter and Tear Gas: How Social Media changed Protest Forever: Der Wandel der Protestorganisation begann 2011 mit dem Arabischen Frühling, der es schaffte sich über Soziale Medien wie Twitter zu organisieren. Proteste heutzutage haben durch die Vernetzung durch das Internet deutliche Unterschiede zu Protesten der Vergangenheit, und zeigen spannende Veränderungen auf. Zeynep Tufekci schreibt über Vor- und Nachteile des Protests mit Sozialen Medien.

  • ALEXA golem: Amazon verbietet fast alle Werbung in Alexa-Skills: Ein neues Start-Up plante die Einbindung von Werbebotschaften durch die Voice Funktion des Amazon Assistenten Echo. Burger King hatte vor Kurzem für Nachrichten gesorgt, nachdem ein Werbespot einen Befehl für sprachgesteuerte Geräte wie Alexa Echo oder Google Home beinhaltete. Amazon selbst sieht allerdings keine Notwendigkeit, Skills-Entwicklern generell die Möglichkeit von Werbeeinnahmen zu erlauben und hat nun die Richtlinien für die Zulassung zu dieser Funktion gestrafft. Strenge Regeln gibt es besonders für Alexa Skills mit Bestellmöglichkeiten.

  • DROHNEN handelsblatt: Schöne neue Pharma-Welt: Amazon erwägte bereits einen Einstieg in die Pharmaindustrie, durch Drohnenlieferung von verschreibungspflichtigen Medikamenten. Diese Neuerung wäre eine Veränderung besonders für Apotheken und weitere Ketten. Eine weitere Neuerung in der Pharmaindustrie könnten Forschungen im Bereich der Sensorenüberwachung an. Diese Sensoren würden Ähnlich wie Kontrollleuchten im Auto Patienten niedrigen Blutzucker oder Blutdruck melden.

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Blockchains: Der Fokus auf Bitcoins verhindert die wahre Revolution

Münzen (image by stevepb [CC0] via Pixabay)

Wollte man im Jahr 2008 nicht einen Koffer voll Bargeld verschicken, gab es im Wesentlichen nur eine Möglichkeit, Geld etwa zwischen den USA und Europa zu verschicken: Man musste das Geld durch einen der Hauptfinanzservices oder eine Bank überweisen. Das bedeutete, dass man hohe Kosten zahlen und bis zu mehrere Tage warten musste, bis das Geld ankam.

Eine grundlegend neue Option tat sich 2009 mit der Einführung der Bitcoins auf. Bitcoin ermöglicht es, Vermögen überall auf der Welt schnell und mit minimalen Kosten zu transferieren. Es wird auch „Kryptowährung“ genannt, da es ausschließlich digital arbeitet und Kryptographie nutzt, um sich gegen Fälschung zu schützen. Die Software, die diese Kryptographie ausführt, läuft gleichzeitig auf verschiedenen Computern weltweit. Wenn einer oder mehrere dieser Computer in dem Versuch missbraucht wird, das Bitcoin-Netzwerk zu beschädigen (um zum Beispiel Geld zu stehlen), sichert das gemeinsame Vorgehen der anderen die Integrität des gesamten Systems. Die verteilte Struktur ermöglicht es Bitcoin auch, Transaktionen ohne Gebühren, antiquierte Netzwerke und (wohl oder übel) Regeln, wie sie Zwischenhändlern wie Banken und Telegrafendiensten diktieren, durchzuführen.

Bitcoins spannende Geschichte und gesellschaftliche Wirkung hat schon desöfteren die Fantasie beflügelt. Die Summe der Marktwerte aller ausgegebenen Bitcoins beträgt heute etwa 10 Milliarden US-Dollar. Die Computer, die die Blockchains aufrecht erhalten, sind weltweit verteilt und Eigentum Tausender, so dass das Bitcoin-Netzwerk keinen einzelnen Besitzer oder Kontrollpunkt besitzt. Sogar die Identität des Gründers ist bislang ein Rätsel geblieben (trotz der Bemühungen, ihn, sie oder die Gruppe aufzudecken). Bitcoins Mangel an Regulierungen durch die Regierung machte es attraktiv für Schwarzmärkte und Malware-Autoren. Obwohl das Kernsystem gut gesichert ist, haben Menschen, die Bitcoin besitzen, eine Litanei von Raubüberfällen und Betrügen erlebt.

Mehr als die Währung selbst hat aber die vorher so nie dagewesene Zuverlässigkeit und Sicherheit des Transaktionssystems, das Bitcoin zugrunde liegt, genannt Blockchains, die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Forscher, Unternehmer und Entwickler glauben, dass Blockchains erstaunlich viele  Probleme lösen werden, wie zum Beispiel die Stabilisierung von Finanzsystemen, die Identifikation staatenloser Personen, dem Erheben von Rechtsansprüchen gegenüber Immobilien und Medien und dem effizienten Managen von Versorgungsketten.

Blockchain verstehen

Trotz seiner sehr vielfältigen Anwendungen zielt ein Blockchain wie das von Bitcom darauf ab, ein einfaches Ziel zu realisieren. Abstrakterweise kann es als eine Art öffentliches schwarzes Brett gesehen werden, oft „dezentralisiertes  Geschäftskonto“ genannt. Das Konto ist öffentlich. Jeder, ob Otto Normalverbraucher oder Neureicher, Bäcker oder Banker, kann es einsehen. Jeder kann gültige Daten hineinschreiben. Konkret kann bei Bitcoin jeder Geldbesitzer eine Transaktion zum Geschäftsbuch hinzufügen, die etwas von seinem Geld an jemand anderen überweist. Das Bitcoin-Netzwerk sorgt dafür, dass das Geschäftskonto nur autorisierte Transaktionen beinhaltet, also die, die digital durch die Besitzer des überwiesenen Geldes unterschrieben wurden.

Das Schlüsselmerkmal der Blockchains ist es, dass neue Daten jederzeit geschrieben werden können, aber niemals geändert oder gelöscht werden können. Auf den ersten Blick scheint diese in den Stein gemeißelte Regel eine unnötige Einschränkung der Konstruktion zu sein. Aber es erschafft eine permanent anwachsende Geschichte von Transaktionen, die starke Transparenz und Rechenschaftslegung erzeugt. Die Bitcoin-Blockchain beinhaltet zum Beispiel ein Protokoll aller Transaktionen des Systems seit seinen Anfängen. Dieses Merkmal ermöglicht es, Kontoinhaber daran zu hindern, Transaktionen abzusagen, sogar obwohl ihre Identitäten anonym bleiben. Sobald sie im Konto verzeichnet ist, ist die Transaktion unveränderlich. Das untilgbare Wesen ist sehr mächtig und übergreifend und erlaubt es Blockchains, Applikationen weit über Bitcoin hinaus zu unterstützen.

Denken Sie zum Beispiel an die Organisation des Rechtsanspruchs auf ein Stück Land oder Grundstück. Liegenschaftsregister sind in vielen Teilen der Welt heute aufgeteilt, unkomplett, schlecht gewartet und schwer zugänglich. Die rechtliche Unsicherheit, die das Besitztum von Grundstücken umgibt, ist ein großen Hindernis für den Wachstum in Entwicklungsländern. Wenn Rechtsansprüche auf Grundstücke autoritativ und öffentlich in einer Blockkette erfasst wären, könnte jeder sofort erfahren, wer den Rechtsanspruch auf einen Teil eines Grundstücks  hat. Sogar legitimes anonymes Besitztum – wie zum Beispiel einer Privatstiftung – könne in einer Blockchain erfasst werden.

Solch eine Transparenz würde dabei helfen, rechtliche Mehrdeutigkeiten aufzulösen und rechtswidriges Verhalten zu erhellen. Befürworter malen sich ähnliche Vorteile davon aus, Medienrechte in Blockchains zu erfassen – wie das Recht, Bilder oder Musik zu verwenden – und darüber hinaus Identitätsdokumente und Ladungsmanifeste. Außerdem stärkt diese dezentralisierte Natur der Datenbank die Widerstandsfähigkeit nicht nur gegenüber technischem Versagen, sondern auch politischem – gescheiterten Staaten, Korruption und Gaunerei.

Intelligente Verträge

Blockchains können gefördert werden, um nicht nur Transaktionen, sondern auch Stücke von Codes, die als intelligente Verträge bekannt sind, zu unterstützen. Ein intelligenter Vertrag ist ein Programm, das Kapital auf der Blockkette kontrolliert – alles von der Kryptowährung bis hin zu den Medienrechten – und zwar so, dass vorhersagbares Verhalten garantiert wird. Ein intelligenter Vertrag kann als vertrauenswürdiger Dritter angesehen werden: Für welche Arbeit auch immer er programmiert ist, er wird sie sorgfältig ausführen.

Stellen Sie sich zum Beispiel vor, dass eine Nutzerin ein Landstück versteigern will, für das die Rechte des Nutzers auf der Blockchain repräsentiert sind. Sie könnte einen Auktionär beauftragen oder eine Online-Auktionsseite nutzen. Das würde aber bedeuten, dass sie und der potenzielle Käufer dem Auktionär ohne Beweis vertrauen, die Auktion ehrlich durchzuführen.

Um größere Transparenz zu Erlangen, könnte die Nutzerin stattdessen einen intelligenten Vertrag erstellen, der die Auktion automatisch ausführt. Sie würde den Vertrag mit der Möglichkeit programmieren, den zu verkaufenden Posten auszuliefern und Regel über Mindestgebote und Angebotsende festlegen. Sie würde außerdem spezifizieren, was der intelligente Vertrag am Ende der Auktion machen soll: Die Summe des Höchstangebots vom Höchstbietenden auf das Konto der Verkäuferin zu schicken und den Rechtsanspruch auf das Land an den Gewinner zu übertragen.

Nachdem der Blockchainvorgang öffentlich sichtbar ist, kann jeder mit geeigneter Expertise überprüfen, dass der Code in dem intelligenten Vertrag eine faire und valide Auktion umsetzt. Teilnehmer an der Auktion müssten nur noch der Richtigkeit des Codes vertrauen. Sie müssten sich nicht mehr darauf  verlassen, dass ein Auktionär die Auktion ehrlich ausführt – und als zusätzlichen Vorteil müssten sie nicht mehr hohe Auktionärsgebühren bezahlen.

Der Umgang mit der Vertraulichkeit

Hinter dieser überzeugenden Vision lauern viele technische Herausforderungen. Die Transparenz und Rechenschaftslegung eines vollständig öffentlichen Geschäftsbuches hat viele Vorteile, widerspricht aber dem Konzept der Vertraulichkeit. Stellen Sie sich vor, die oben erwähnte Verkäuferin würde gerne eine Auktion mit verdeckter Bieterrunde ausführen oder das Höchstangebot verbergen. Wie sollte sie dies auf einer Blockkette, die jeder lesen kann, tun? Sowohl Transparenz als auch Vertraulichkeit auf Blockchains zu erreichen ist tatsächlich möglich, benötigt aber neue Techniken, die von Forschern entwickelt werden.

Eine andere Herausforderung ist es, sicherzustellen, dass intelligente Verträge die Absicht des Nutzers reflektieren. Ein Anwalt, Schiedsrichter oder Gericht kann Mängel beseitigen oder unvorhergesehene Umstände in geschriebenen Verträgen ansprechen. Intelligente Verträge sind aber ausdrücklich als unveränderliche Codes erstellt worden. Diese Inflexibilität verhindert Mehrdeutigkeit und Betrug und stellt eine vertrauenswürdige Ausführung sicher, kann aber auch Zerbrechlichkeit verursachen. Ein anschauliches Beispiel ist der kürzlich erfolgte  Diebstahl von etwa 55 Million Dollar in Kryptowährung von einem intelligenten Vertrag. Der Dieb nutzte einen Softwareprogrammfehler aus und die Urheber des intelligenten Vertrags konnten diesen nicht mehr beheben, sobald der Vertrag in Kraft gesetzt war.

Bitcoin ist ein Wirksamkeitsnachweis der Realisierbarkeit von Blockchains. Wenn Forscher und Entwickler die technischen Herausforderungen von intelligenten Verträgen und anderen Innovationen von Blockchains überwinden, wird das Staunen über Geld, das über den Atlantik hinwegschwebt, eines Tages fast schon altmodisch wirken.

Dieser Artikel erschien zuerst auf “The Conversation” unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image „Münzen“ by stevepb [CC0]


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