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iPhone 11 Leak – so soll das neue Apple-Smartphone aussehen

Es sind noch ein paar Monate hin, bis Apple wieder seine bekannte jährliche Keynote abhält und uns die technischen Neuerungen des Jahres präsentiert. Bisher ist bekannt, dass Apple das neue Betriebssystem iOS 13 vorstellen wird. Ebenso wie die Apple Watch Series 5, ausgestattet mit neuem Betriebssystem, dem watchOS 6. Am meisten dürften sich die Apple-Fans jedoch auf die Vorstellung des neuen iPhones freuen. Wie jedes Jahr entsteht schon jetzt ein riesiger Hype rund um Design, Funktionen und Neuerungen des beliebten Smartphones. Und wie jedes Jahr gibt es wilde Spekulationen, wie das fertige Gerät denn aussehen wird. Nun ist ein 360 Grad Video aufgetaucht, veröffentlicht von dem Twitter-User OnLeaks in Zusammenarbeit mit der Website cashkaro.com, welches das iPhone 11 in seinem fertigen Design zeigen soll.

Apple bleibt sich größtenteils treu

Mit der Einführung des iPhone X veränderte Apple das Design der Smartphone-Reihe noch einmal stark. Der bekannte Home-Button verschwand. Dafür breitete sich der Bildschirm an die Ränder aus und die Notch hielt in der oberen Mitte des Displays Einzug. Auch das neue iPhone bedient sich weitgehend dem iPhone X- oder auch iPhone XS-Design. Jedoch sind einige Veränderungen zu erwarten. Die auffälligste Änderung dürfte die Frontkamera sein, die laut OnLeaks nun aus insgesamt drei Kameras besteht. Die Linsen sind triangulär angeordnet und sollen für normale, Telefoto- und Weitwinkelaufnahmen benutzt werden können. Darüber hinaus kann der Mute-Knopf an der Seite des Smartphones voraussichtlich bei dem iPhone 11 von oben nach unten geschoben werden. Bei aktuellen iPhones geschieht das Muten durch das Schieben des Knopfes von rechts nach links.

Das sind die Maße des neuen iPhone 11

Im Moment ist noch nicht sicher, wie genau die Rückseite des iPhone 11 aussehen soll. Entweder wird es eine komplett glatte Oberfläche geben, die aus einem einzigen Stück Glas besteht, oder die Kamera wird wie gewohnt ein kleines Stück hervorgucken. Auch das Mikrofon an der Rückseite des Smartphones soll eine neue Position bekommen. Im aktuellen iPhone 11 Leak ist zudem die Rede von einem 5.8 Zoll Display und den Abmessungen 143.9 x 71.4 x 7.8 Millimeter. Somit ist das neue iPhone nur minimal größer als das iPhone XS mit den Maßen 143.6 x 70.9 x 7.7 Millimeter.

Dieses Jahr liegt der Fokus der Neuerungen für das iPhone 11 definitiv auf der Kamera. Bereits im Vorfeld zu den aktuellen Meldungen gab es wilde Vermutungen, wie genau die neue Kamera aufgebaut ist und was ihre Funktionen sind. Auch jetzt lässt sich nicht mit hundertprozentiger Sicherheit sagen, ob das iPhone 11 genauso aussieht, wie auf den Bildern der Leaks. Denn bis zur endgültigen Enthüllung müssen wir wohl oder übel wie gewohnt bis September dieses Jahres warten.


Image by OnLeaks and cashkaro.com

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Apple stellt iPhone Xs und iPhone Xs Max vor

iPhone Xs und iPhone Xs Max by Apple

Gestern (12. September 2018) hat Apple die neuesten iPhone Modelle vorgestellt – iPhone Xs und iPhone Xs Max. Bisher waren die iPhones mit Touch ID die beliebtesten auf dem Markt, sprich alles vom iPhone 5S bis iPhone 8 und iPhone 8 Plus. Mit dem iPhone X hat Apple zum ersten Mal Face ID vorgestellt. Für manche eine Revolution, für andere – beunruhigende News.

Gestern haben wir erfahren, dass Face ID die Zukunft des beliebten Smartphones darstellt. Sowohl iPhone Xs als auch iPhone Xs Max sind mit Face ID ausgestattet und verfügen über ein All-Screen OLED Multi-Touch Display. Im Vergleich: das iPhone 8 Plus dient dem User mit einem Widescreen LCD Multi-Touch Display. All-screen bedeutet, dass unten kein Platz mehr für einen Knopf ist – entsperren kann man das Handy schließlich mit Face ID.

Die größten Displays beim iPhone Xs und iPhone Xs Max

Apple geht in die Größe und stattet die neuen Modelle, Xs und Xs Max, mit den größten Super Retina HD Displays aus, genauso wie das iPhone X. Während das Display des iPhone 8 Plus 5,5 Zoll beträgt, geht es bei Xs bis 5,8 Zoll und bei Xs Max bis zu beeindruckenden 6,5 Zoll. Nur 3,2 Zoll weniger als das iPad.

Die fotografische Ausstattung

Genauso wie bei dem älteren Modell, haben wir bei den neuen iPhones eine duale 12-Megapixel Kamera mit Weitwinkel- und Teleobjektiv und den entsprechenden f/1.8 und f/2.4 Blenden. Xs und Xs Max verfügen über einen neuen Sensor, der schnelleren Autofokus ermöglicht. Weitere Verbesserungen am ISP, an der Neural Engine und verbesserte Algorithmen der Software bieten einen schönen Bokeh-Effekt bei Porträt-Fotos.

Die größeren Pixel, die bei Xs und Xs Max zu finden sind, verbessern die Qualität der Videoaufnahmen, auch bei schlechten Lichtverhältnissen. Mit vier integrierten Mikrofonen ist es möglich, den Ton in Stereo aufzunehmen.

Apple iPhone Xs Max lifestyle by Apple

A12 Bionic und Neural Engine

Im Gegensatz zu iPhone X und iPhone 8 Plus, finden wir bei Xs und Xs Max einen neuen Chip – den intelligentesten und leistungsfähigsten Chip aller Zeiten, laut Apple. Durch die sechskern Fusions-Architektur mit zwei bis zu 15 Prozent schnelleren Performancekernen, bis zu 50 Prozent effizienteren Effizienzkernen, bis zu 50 Prozent schnellerem Vierkern-Grafikprozessor und mehr, bringt Apple die Leistung des Smartphones auf ein neues Level.

Was viele User erfreut, ist der verbesserte, schnellere Speichercontroller, der bis zu 512 Gigabyte iPhone-Speicher bereitstellt. Doch das bedeutet nicht, dass wir ab jetzt nur noch mit einem Ladekabel in der Tasche durch den Tag kommen. Zu all den verbesserten Fähigkeiten schafft es Apple, das iPhone Xs in eine 30 Minuten längere Akkulaufzeit auszustatten als das iPhone X, das iPhone Xs Max sogar in 90 Minuten längere Akkulaufzeit.

Die Neural Engine der nächsten Generation ermöglicht dem iPhone maschinelles Lernen in allen Bereichen der Nutzung. Dank des neuen 8-Kern-Designs kommt das iPhone auf bis zu fünf Billionen Berechnungen pro Sekunde, während der A11 Bionic im iPhone X gerade mal 600 Milliarden schafft. Das Machine-Learning System, Core ML der A12 Bionic Neural Engine, ist bis zu neunmal schneller als auf dem A11 Bionic und verbraucht dabei zehnmal weniger Energie.

Dual SIM und iOS 12

Apple führt zum ersten Mal die Möglichkeit ein, zwei SIM-Karten gleichzeitig zu verwenden. Dabei handelt es sich um eine nanoSIM (wie bisher auch) und einen digitalen eSIM. Durch eine Einstellung der primären und der sekundären Nummer, ist es auch erkennbar, welche Nummer kontaktiert wird. Das neue Modell in China wurde sogar mit zwei SIM-Slots ausgestattet, die Rücken an Rücken eingeführt werden können.

iPhone Xs und iPhone Xs Max kommen mit dem neuen Betriebssystem auf den Markt, iOS 12. Laut Pressemitteilung wird es für den User einfacher, Bilder wieder zu entdecken. Die Kommunikation mit Memoji und Animoji wird noch ausdrucksstärker und unterhaltsamer. Zum ersten Mal wird es einsehbar sein, wie viel Zeit man am Handy verbringt, denn iOS 12 zählt mit. Das wiederum kann mehr Kontrolle ins Leben eines Smartphone-Nutzers einführen. Neue Datenschutzfunktionen verhindern eine Nachverfolgung im Netz.

Preise und Verfügbarkeit

Apple durchbricht mit den neuen Modellen die 1.000 Euro Grenze. Das iPhone Xs fängt bei 1.149 Euro an und endet bei 1.549 Euro, das iPhone Xs Max bei 1.249 Euro bis 1.649 Euro. Die Modelle kommen in den drei gewohnten Farben: Silber, Space Grau und Gold.

Erhältlich sind die Modelle iPhone Xs und iPhone Xs Max ab Freitag (14. September 2018) in allen Apple Stores und bei autorisierten Händlern.


Images by Apple.com

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Hart wie ein Nashorn? iPhone-Hüllen und Foto-Zubehör von Rhinoshield ausprobiert [Update]

Rhinoshield Zubehör für iPhone X

Neue Bilder mit den Rhinoshield-Aufsteckobjektiven und vertiefte Eindrücke vom Objektivadapter – wir haben den ursprünglich am 18. Juli erschienenen Text um diese Informationen aktualisiert.

Smartphones können viel, aber schon bei kleineren Stürzen werden sie zu Memmen. Gute und schicke Schutzhüllen wollen Abhilfe schaffen. Die Auswahl im Zubehörhandel reicht von unverschämt teuer bis schrottreif billig. Rhinoshield buhlt in der goldenen Mitte um die Gunst von Smartphone-Nutzern. Unter dieser Produktmarke will der Hersteller Evolutive Labs Hochwertiges zu erschwinglichen Preisen zwischen 25 und 40 Euro bieten.

Evolutive Labs schwört auf einen nach eigenen Angaben außergewöhnlich starken Fallschutz dank besonderer Kunststoffverbindungen, die die Unternehmensgründer als Materialwissenschaftler an der Universität Cambridge entwickelt haben. So hart im Nehmen wie ein Rhinozeros sollen die Hüllen sein – von diesem Gedanken leitet sich auch die Produktmarke ab. Rund um die Schutzhüllen will der Hersteller zudem ein ganzes Zubehör-Ökosystem aufbauen. Ich habe eine für das iPhone X passende Auswahl davon ausprobiert. Neben Apple-Smartphones bedient der Hersteller auch Geräte aller anderen großen Hersteller.

Hüllen und Folien: Das Smartphone mit Rhinoshield schützen

SolidSuit: Bodyguard in Gala-Garderobe

Beim Betrachten des Sturztest-Videos zur SolidSuit-Hülle ziehen sich mir die Eingeweide zusammen. Aus einer Höhe von über 3,50 Meter lässt der Hersteller das iPhone X in einer SolidSuit-Hülle auf Steinboden fallen. So hoch hinaus wage ich mich in meinem Selbstversuch aber nicht. Stattdessen lasse ich drei Stürze aus etwa einem Meter über mein privates Gerät ergehen. Dennoch zeigen weder die Hülle und das Smartphone-Gehäuse darunter noch das von einer Rhinoshield-Folie bedeckte Display Blessuren auf. Schlechter als hochwertige Hüllen der Konkurrenz ist das Rhinoshield-Modell also definitiv nicht.

Trotz seiner robusten Natur bietet die SolidSuit-Hülle etwas fürs Auge. Beispielsweise ist die Hüllenwand nur drei Millimeter schlank. Damit trägt sie nicht so dick auf wie die Alternativen der Marke Speck, die ebenfalls auf einen starken Fallschutz setzt.

Für die Rückseite können Käufer aus verschiedenen Oberflächen wählen. Mir gefallen besonders die Varianten in der Anmutung von Mikrofaser und gebürstetem Stahl sowie das Holzimitat in dunklem Nussbaum. Die Classic-Variante in mattem Kunststoff vertreibt der Hersteller in Schwarz, Grau oder Weiß. In seinem Online-Shop bietet er die weiße Hülle mit Motivdrücken an. Anhand farbiger Knöpfe könnt ihr sie optional eurem Geschmack anpassen.

Rhinoshield SolidSuit dunkler Nussbaum iPhone X
Die SolidSuit-Hülle gibt es mit verschiedenen Oberflächen, zum Beispiel die Holzoptik „dunkler Nussbaum“. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Die iPhone-X-Hülle aus weichen und harten Polymerkomponenten lässt sich im Test leicht montieren. Der Tastenschutz ist dabei flexibel genug, dass sich die Knöpfe weiterhin griffig drücken lassen. Auch die Aussparungen für Anschluss und Lautsprecher sind präzise gearbeitet. Allerdings ist die Hülle dem iPhone so eng auf dem Leib geschneidert, dass wiederum das Entkleiden mir nicht ohne Video-Anleitung fürs Entfernen gelingt.

Aufgrund der hochwertigen Optik und Schutzfunktion halte ich einen Preis von 30 bis 40 Euro je nach SolidSuit-Variante für angemessen. Wer nicht direkt im Hersteller-Shop kauft kann ein paar Euro sparen.

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CrashGuard: Bunter Bumper lässt tief blicken

Häufig sind die Rückseiten von Smartphones derart ansprechend designt, dass so mancher sie nicht mit einer Hülle verdecken möchte. Für solche Fälle gibt es von Rhinoshield das CrashGuard-Modell. Als klassischer Bumber bedeckt das Schutzzubehör nur den Rahmen des Smartphones. Mit einer Wanddicke von unter drei Millimetern bleibt der der CrashGuard dezent im Hintergrund, sofern Nutzer nicht zu einer knalligen Farben greifen. Schwarz, Blau, Pink und Weiß stehen zur Auswahl. Die Video-Anleitung zur Montage und Demontage ist zu empfehlen, weil der Bumper sehr eng anliegt.

Rhinoshield CrashGuard iPhone X Pink
Der CrashGuard-Bumper lässt den Blick frei auf die Rückseite des Smartphones. Berti Kolbow-Lehradt

Dank einer Kombination aus hartem und weichen Material soll auch der CrashGuard bei einem Sturz aus drei Metern bis zu 90 Prozent der Aufprallenergie abfangen. Sind zusätzlich zum Stoßfänger um den Rahmen je vorne und hinten eine Schutzfolie befestigt, soll ein Handy sogar einen Parabelflug aus bis zu sieben Metern Höhe unbeschadet überstehen, wie dieses Falltest-Video zum CrashGuard demonstriert. Meinen Falltest trotzt das beidseitig beklebte und in den Bumper eingefasste iPhone X ebenfalls. Allerdings habe ich mich für eine Höhe von nur einem Meter entschieden.

Während eine Folie für Vorne extra kostet, legt der Hersteller zum Preis von 25 Euro neben dem Bumper eine Folie für die Rückseite in den Karton. Trotz Blickfreiheit muss der Handy-Rücken also nicht ohne Schutz auskommen. Wegen der hervorstehenden Kamera des iPhone X ist die Folie aber nicht auf Anhieb leicht anzubringen. Zudem bedeckt sie nicht die komplette Fläche, sondern lässt zu jeder Seite hin ein paar Millimeter Spiel.

Hingegen der Bumper selbst ist wie auch die SolidSuit-Hülle hochwertig produziert. Lightning-Connector und Lautsprecher sind präzise ausgespart, alle Tasten lassen sich einwandfrei bedienen. Insofern sind 25 Euro für einen Bumper zwar viel Geld, aber angesichts der hohen Verarbeitungsqualität gerade noch so angemessen.

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Schützt vor Stürzen und Schlüsseln: Schutzfolie Impact Protection

Zum Sortiment von Rhinoshield gehören neben Hüllen auch Schutzfolien fürs Display aus Kunststoff oder Glas. Ich habe das klassische Kunststoffmodell Impact Protection ausprobiert. Laut der Rhinoshield-Webseite kann es das „Fünffache der Aufprallenergie aufnehmen wie es vergleichsweise das Gorilla Glass 3 kann“. Klingt imposant, relativiert sich aber, wenn man bedenkt dass Gorilla Glass 3 im Jahr 2013 auf den Markt kam und inzwischen zwei Nachfolgergenerationen kennt.

Separat getestet habe ich den Aufprallschutz der Folie nicht. Beim Falltest mit der SolidSuit-Hülle und dem CrashGuard-Bumper tat sie aber ihren Dienst. Stattdessen habe ich die Folie einem Kratztest durch eine Schlüsselspitze ausgesetzt, obwohl sie dafür eigentlich nicht gemacht ist. Trotzdem hat sie auch diesen Test mit Bravour bestanden.

Rhinoshield Impact Protection iPhone X
Die Schutzfolie „Impact Protection“ hält Schlüsselkratzer vom iPhone X fern, schützt aber nicht die komplette Displayfläche.

Negativ fällt jedoch auf, dass die Folie zu klein ist, um das gesamte iPhone-Display zu bedecken. So haben Staub und scharfkantige Gegenstände in einer Tasche dennoch die Chance, Kontakt mit dem Display aufzunehmen. Auf Nachfrage bestätigt der Hersteller, dass das gewollt ist. Demnach sind die Folien ein bisschen kleiner geschnitten und reichen nicht bis zum Rand, weil sich Folie und Hülle sonst in die Quere kommen würden.

Das Auftragen gelingt nicht leichter oder schwerer als bei vergleichbaren Folien. Fettfinger fallen zwar nicht ganz so stark auf wie bei anderen Produkten. Immun ist die Folie dagegen dennoch nicht. Auf die Bildqualität hat die Folie keinen Einfluss. Das Display bleibt scharf und klar erkennbar. Mit 25 Euro ist die Rhinoshield-Folie ambitioniert bepreist.

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Fotografieren mit Rhinoshield

Evolutive Labs baut Rhinoshield zu einem Ökosystem aus. Unter anderem bietet der Hersteller auch Aufsteckobjektive, die mittels entsprechender Adapter ausschließlich an hauseigenen Hüllen zu befestigen sind. Da immer mehr Smartphones über eine Dual-Kamera verfügen, sind zusätzliche Brennweiten nicht mehr so wichtig wie noch vor ein paar Jahren, können aber im Einzelfall den kreativen Spielraum erweitern.

Rhinoshield Aufsteckobjektive für iPhone
Rhinoshield hat drei Aufsteckobjektive im Programm, die per Adapter an einer Hülle des Herstellers befestigt werden: Weitwinkel (von links), Fisheye und Macro + Weitwinkel. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Rhinoshield-Objektivadapter

Ein passender Objektivadapter für 5 Euro ist die Voraussetzung, um die Aufstecklinsen von Rhinoshield zu nutzen. Ich habe einen im Zusammenspiel mit einer SolidSuit-Hülle fürs iPhone X ausprobiert. Er passt aber auch zu Hüllen für die Modelle iPhone 7, 7 Plus, 8, 8 Plus, sowie Google Pixel 2 und 2 XL.

Der Adapter aus Aluminium wird im Hülleninneren in die Aussparung für die Smartphone-Kamera eingesetzt. Grundsätzlich kann er dort dauerhaft verbleiben. Weil er allerdings wenige Millimeter über die Hülle hinausragt, kann das Metall bei einer unachtsamen Bewegung die Tischoberfläche zerkratzen.

Gleichzeitig ist das Adaptergewinde nicht sehr farbeständig. Bei mehrfachen Ein- und Ausschrauben der Objektive sorgt Abrieb für Farbsplitter, die in die Hülle geraten können. Außerdem wirft die Verarbeitungsqualität meines Testmusters die Frage auf, ob die Objektive auch langfristig noch sauber einrasten. Immer wieder verkanten sich die Objektive. Ich habe Rhinoshield um ein zweites Testmuster gebeten. Sollte sich dabei ein anderes Bild ergeben, werde ich diesen Artikel aktualisieren.  Update, 27.7.: Auch bei einem zweiten Testadapter für ein iPhone X verkanten sich die Objektive beim Auf- und Abschrauben. Der Farbabrieb ist ebenfalls zu beobachten. Bessere Ergebnisse erziele ich mit einem Adapter für ein iPhone 7 und iPhone 8. Verkanten und Farbabrieb sind dort kein Thema.

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Rhinoshield Fisheye

Das 25 Euro teure Aufsteckobjektiv verkürzt die Brennweite des Smartphones um den Faktor 0,28 und sorgt somit für einen kugelförmigen Bildwinkel von 180 Grad. Das 12 Gramm leichte und winzig kleine Objektiv besteht außen aus Aluminium, innen aus mehrfach beschichteten Glaslinsen. Für eine hohe Abbildungsqualität reicht das jedoch nicht. Unschärfen und Farbsäume an den Rändern stören das Bild meines Testmusters. Das Objektiv ist daher nichts für hohe Qualitätsansprüche.

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Rhinoshield Macro + 0,65 Wide Angle

Diese Aufsteckobjektiv für 25 Euro besteht aus zwei Hälften. Im Normalzustand ist es ein Weitwinkelobjektiv, das die Brennweite der Smartphone-Kamera um den Faktor 0,65 verkürzt. Mit einem Bildwinkel von 100 Grad kriegt ihr viel mehr aufs Bild als üblich. Weil neben Randunschärfen auch stark stürzende Linien den Bildeindruck trüben, macht das Fotografieren mit dem vorliegenden Exemplar aber keinen Spaß.

Auch die vermeintlich hohe Verarbeitungsqualität dank des Einsatzes von Aluminium ist nur auf dem Papier ein Vorteil. Tatsächlich ist mein Testmuster so schluderig gearbeitet, dass sich die vordere Hälfte partout nicht abschrauben ließ. Dadurch konnten wir auch die Makro-Funktion erst gar nicht ausprobieren, die die hintere Hälfte des Objektivs ermöglicht.

Update 27.7.: Ein zweites Testmuster ist besser verarbeitet als das erste, sodass sich die vordere Hälfte leichter abschrauben lässt, um die Makro-Funktion zu nutzen.  Im Zentrum ist die Linse relativ scharf, an den Seiten wird sie sehr weich. Weil bei Makro-Aufnahmen viele Bildbereiche in Unschärfe versinken, fällt das aber nicht sehr auf. Vorausgesetzt, ihr platziert das Motiv eher in der Mitte. Mit dem Makro-Linse lassen sich sehr kleine Objekte wie beispielsweise Blütenstempel. Weil die Brennweite sehr kurz und die Schärfenebene extrem schmal ist, muss man allerdings äußerst nah ein Objekt dieser Größe herangehen, was wenig Spielraum zur Bildkomposition lässt. Die Makro-Funktion bietet einen soliden Mehrwert, daher ist der Kauf des Objektivs aus diesem Grund empfehlenswert.

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Rhinoshield 0,6x HD Wide Angle

Das dritte Objektiv von Rhinoshield ist im Vergleich zu den beiden anderen Weitwinkel-Objektiven ein wahrer Lichtblick. Das Ultraweitwinkel-Objektiv kriegt dank Brennweitenverkürzung um den Faktor 0,6 mehr aufs Bild und ist dabei auch vernünftig gerechnet. Über den ganzen Bildwinkel von 110 Grad wirkt es recht scharf. Die stürzende Linien korrigiert es zwar nicht ganz so optimal wie die iPhone-Kamera selbst. Dennoch hält sich die Verzerrung im Rahmen und ist sehr erträglich. 

Rhinoshield 0,6 Wide Angle
Das Rhinoshield-Aufsteckobjektiv 0,6 Wide Angle geht in Ordnung, die anderen beiden Linsen sind ihr Geld nicht wert. Image by Berti Kolbow-Lehradt

Dafür ist das Objektiv auch vergleichsweise groß. Es wiegt 48 Gramm, ist 21 Millimeter lang und misst 41 Millimeter im Durchmesser. Für „Immer drauf“ ist das etwas zu sperrig. Dennoch ist dieses Zubehör für 60 Euro ein guter Deal.

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Fazit

Rhinoshield beeindruckt mit markiger Rhetorik und spektakulären YouTube-Beweisvideos zu dem nach eigenen Angaben außergewöhnlichen Fallschutz. Der Wahrheitsgehalt dieser extremen Schockresistenz lässt sich von mir nicht überprüfen. In einem abgespeckten Testszenario trotzen die Hüllen und Folien von Rhinoshield jedoch kleineren Stürzen und schützen das verwendete iPhone X souverän. Weil die Hüllen dennoch präzise, kompakt und schick gefertigt sind, lässt sich eine Kaufempfehlung leichten Herzens vergeben.

Mit der Qualität der Hüllen kann das weitere, von mir ausprobierte Zubehör nicht mithalten. Dass die Schutzfolie nicht bis zum Rand reicht, mag der Passform geschuldet sein. Sie schützt dann aber eben nicht vollflächig. Zwei getestete Objektive und ein Adapter erfüllen keine hohen Qualitätsstandards. Nur das 0,6-fache Weitwinkelobjektiv ist einen Kauf wert und bietet ein gutes Preis-Leistungsverhältnis. Update 27.7.: Die Makro-Funktion des kombinierten Weitwinkel-Objektivs ist auch brauchbar. Dem Angebot von Zeiss und Exolens kann das Trio aber nicht die Stirn bieten.

Unterm Strich können Rhinoshields Kernprodukte, sprich Smartphone-Hüllen, überzeugen. Das restliche Zubehör muss aber noch ein, zwei Generationen reifen. Schließlich gibt es viele Alternativen bei iPhone-X-Zubehör.

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Images by Berti Kolbow-Lehradt

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Das bringt iOS 12: Mehr Achtsamkeit beim iPhone-Einsatz

iOS 12 Nicht stören beim Schlafen

Nach dem großem Facelift seines mobilen Betriebssystems im vergangenen Jahr aktualisiert Apple die neue Version iOS 12 nur moderat. Böse Zungen könnten behaupten, dass daran offenbar kaum noch etwas zu verbessern, kaum noch eine unwiderstehliche Funktion zu ergänzen ist, die Nutzer dazu verlocken könnte, ihr iPhone oder iPad nicht aus der Hand zu legen. Denn genau genommen gibt Apple Nutzern nun sogar offiziell die Erlaubnis und die Möglichkeit, das iPhone und iPad weniger zu verwenden als zuvor. Mit der neuen Version können Nutzer nämlich ihre Gerätenutzung genauer analysieren und sich dazu auffordern lassen, das Gerät beiseite zu legen.

Vorhandene Funktionen verbessert Apple im Detail. Beispielsweise erhält die Sprachassistentin Siri mehr Freiraum und reagiert auf Anweisungen, die Nutzer selbst festlegen. Konnten Nutzer bisher schon Bilder in der Fotos-App teilen, unterbreitet iOS 12 jetzt auch Vorschläge, welche Aufnahmen es sich lohnt zu verschicken. Außerdem funktioniert Augmented Reality auf dem iPhone und iPad jetzt auch in lokalen Multiplayer-Spielen. Ferner können Nutzer in iMessages und FaceTime Videonachrichten mit neuen 3D-animierten Masken aufpeppen, die ihren Gesichtern einen Comic-Look verleihen.

Die auf Apples Entwickler-Konferenz WWDC 2018 vorgestellte iOS-Version erscheint erst im September. Teilnehmer des Beta-Programms können sie bereits im Laufe des Monats ausprobieren, wenn sie sich hier registrieren und die Datei zu gegebener Zeit downloaden. Sie wird auf bis zu fünf Jahre alten iPhones und iPads laufen. Kompatibel sind alle Geräte, die auch iOS 11 unterstützt. Damit kommen beispielsweise auch noch das iPhone 5S und das iPad Air zum Zuge. Apple will das Betriebssystem so verschlankt haben, dass Apps selbst auf älteren Geräten bis zu doppelt so schnell starten.

iOS 12 mit Activity Reports, App Limits und neuen Nicht-stören-Funktionen

Ich blicke der Funktion schon mit Unbehagen entgegen und so manch andere Nutzer dürften sich vor dem Ergebnis ebenfalls fürchten. Denn in iOS 12 erhalten Nutzer mit der neuen Funktion „Screen Time“ detaillierten Einblick darüber, welche Apps und Webseiten sie wie häufig nutzen und wie oft sie ihr iPhone oder iPad in die Hand nehmen. Suchtähnliches Verhalten wird einem durch die täglichen und wöchentlichen Berichte dann deutlich vor Augen gehalten.

iOS 12 Screen Time
„Nur noch 5 Minuten!“ Mit Screen Time will Apple euch in iOS 12 für eine bewusstere Smartphone-Nutzung sensibilisieren. Image by Apple

Damit auf die Einsicht auch Konsequenzen folgen, weist die Funktion „App Limits“ Nutzer auf das Erreichen eines Zeitfensters hin. Ist die Zeit fast bzw. ganz abgelaufen, teilt iOS 12 dies mit. Der Nutzung selbst schiebt iOS 12 aber zunächst einmal keinen Riegel vor. Die Impulskontrolle müssen zumindest erwachsene Nutzer also weiterhin selbst im Griff behalten. Ihren Kindern können sie den Hahn jedoch auf Wunsch zudrehen.

Über die Familienfreigabe-Funktion von iCloud können Eltern den Nutzungsbericht vom iOS-Gerät ihres Nachwuchses auf dem eigenen anzeigen lassen und daraufhin die Nutzung von Apps oder App-Kategorien unterbinden. Darüber hinaus erlaubt Screen Time sogar, das iOS-Device zeitweise komplett zu sperren. Sollen bestimmte Anwendungen, wie etwa die Telefon-App, auch während dieser iPhone-Pause erreichbar sein, können Eltern dies per Filterfunktion zulassen.

iOS 12 Screen Time Activity Report
iOS 12 listet im Detail auf, welche Apps und wie lange ihr diese genutzt habt. Image by Apple

Ferner überarbeitet Apple die Funktion „Nicht stören“. Wer sein iPhone nachts nicht ausschaltet und schlaflos draufblickt, kann nun alle Benachrichtigungen auf dem Sperrbildschirm unterdrücken lassen. Erst am Morgen tauchen sie dann wieder auf. Tagsüber lässt sich die Nicht-stören-Funktion nun auf Basis von Kalender- und Standortdaten automatisch beenden. Außerdem hilft Siri in iOS 12 beim Management der Benachrichtigungen, die auf dem Sperrbildschirm landen. Sie unterbreitet Vorschläge, welche Hinweise wichtig sind und welche nicht.

Apple Fotos: Leichter Fotos von und mit Freunden teilen

Die Bildverwaltungsapp Apple Fotos wird in iOS deutlich schlauer. Ähnlich wie Google Fotos analysiert sie die Aufnahmen und verschlagwortet sie automatisch. Dadurch können Nutzer ihre Bilder anhand von Begriffen durchsuchen, ohne sie vorher aufwendig mit Tags zu versehen. Auch weitere lohnenswerte Suchbegriffe schlägt die App vor.

Dank Gesichtserkennung und Standortdaten macht die App künftig auch Vorschläge, welche Bilder es sich lohnt zu teilen – und mit wem. Hat also eine Gruppe von Freunden mit dem iPhone einen gemeinsamen Anlass fotografiert, hilft iOS dabei, die Fotos so zu tauschen, dass am Ende alle Teilnehmer über die besten Fotos verfügen.

Siri Shortcuts: Eigene Siri-Kommandos erstellen

Wie alle Sprachassistenten benötigt auch Apples Siri klare Ansagen. Umschreibungen und indirekte Anspielungen versteht sie nur in Maßen, sodass Nutzer sich die Befehlssystematik merken müssen. In iOS 12 ermöglicht Apple Nutzern, ihre eigenen Siri-Aktionen zu erstellen und entsprechende Anweisungen zu formulieren. Siri Shortcuts heißt die Funktion und die gleichnamige App, mit der iOS-Anwender Siri künftig noch stärker in ihren persönlichen Alltag einbinden können. Gleichzeitig stellt Apple auch Entwicklern eine Schnittstelle zur Verfügung, sodass sie ihre Apps mit Siri-Aktionen ergänzen können, die Nutzer auf Wunsch für iOS freischalten.

ARKit 2: Lokale Multiplayer-Spiele in Augmented Reality

Seit iOS 11 können Entwickler viel leichter Anwendungen erstellen, die Augmented Reality nutzen. Die Software-Grundlage dafür, ARKit, wird in iOS 12 noch deutlich leistungsfähiger. Mit ARKit 2 lassen sich beispielsweise lokale Multiplayer-Spiele realisieren, in denen zwei Spieler mit separaten iOS-Geräten auf einer realen Fläche künstliche Objekte steuern, ohne dass die 3D-Darstellung asynchron läuft. Außerdem soll die Objekterkennung von ARKit 2 deutlich filigraner sein, sodass es möglich ist, ein reales Objekt virtuell auszubauen. Apple demonstrierte dies anhand der App Lego Creator.

ARKit 2 iOS 12 Lego
Anhand einer Lego-App zeigte Apple auf der WWDC 2018, wie ARKit 2 in iOS 12 künstliche Objekte und reale Welt besser vermischen kann. Image by Apple

Außerdem führt Apple einen Standard für Dateien mit AR-Inhalten ein: USDZ. Dieser wurde zusammen mit den Animationsspezialisten des Filmstudios Pixar entwickelt und soll dafür sorgen, dass AR-Inhalte leichter von App zu App geschickt werden können. Ähnlich wie ein Foto, soll sich dann auch eine 3D-Animation in eine E-Mail einfügen lassen. Geht es nach Apple, wird USDZ auch im Online-Handel zum Standard und ermöglicht, Produktvorschauen von einer Webseite in die Kamera-App von iOS zu ziehen und in realer Umgebung zu platzieren.

Memojis in iMessage und Gruppenchats in FaceTime

Nutzer des iPhone X können dank der speziellen Frontkamera jetzt schon Tiergesichter mit ihrer Mimik animieren. Animojis heißen die Einblendungen. In iOS 12 ergänzt Apple dies durch die Möglichkeit, das Gesicht des Nutzers als Comic-Variante darzustellen. Die Animationen hören auf den Namen Memoji. Damit kontert Apple die AR-Emojis in Samsungs Galaxy S9 und S9+, die wiederum eine Antwort auf Apples Animojis waren.

iOS 12 Memoji
Nach Animojis bringt Apple Memojis. Image by Apple

Memojis werden Nutzer nicht nur in iMessage einblenden können, sondern auch in der Videochat-Anwendung FaceTime. Diese wird erstmals auch Videokonferenzen führen können – sowohl ohne als auch mit Memoji-Filter. Auf Skype müssen FaceTime-Nutzer wegen der Gruppenfunktion also nicht mehr ausweichen.

Neben dem neuen iOS hat Apple auch neue Betriebssysteme für den Mac, für die Apple Watch und für Apple TV vorgestellt.

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Foto-Updates von Adobe: Lightroom-Profile für Mac und Geometrie-Korrektur für iOS

Lightroom-Profile-Vergleich

Nutzer der Foto-Software von Adobe können ihre Bilder künftig etwas bequemer und präziser bearbeiten. So ergänzt eine Preset-Funktion den vor kurzem runderneuerten Raw-Entwickler und Bildverwalter Lightroom CC auf Mac- und Windows-Rechnern. Anhand dieser Lightroom-Profile nehmen Nutzer mit nur einem Mausklick eine Farbkorrektur vor. Außerdem erhält die iOS-Version von Lightroom CC einen Geometrie-Reiter, mithilfe dessen Nutzer verzerrte horizontale und vertikale Linien korrigieren können. Die Updates können alle Abonnenten eines kostenpflichtigen Creative-Cloud-Abos einspielen.

Lightroom-Profile erleichtern Raw-Entwicklung

Effekt-Filter sind bei Foto-Apps zwar gang und gäbe. Beispielsweise bei der Classic-Variante von Lightroom heißen sie Presets oder Vorlagen. Aber dem neuen Ableger dieser Programmfamilie namens Lightroom CC fehlte diese Funktion bislang. Jedoch im Rahmen der für das Frühjahr üblichen Update-Runde liefert Adobe dies nun nach. Einige Kreativ-Profile sind bereits ab Werk installiert, andere können von Drittanbietern ergänzt werden. Zum Start könnt ihr euch kostenlose Filter von Brian Matiash, Contrastly, DVLOP, Kevin Kubota, Matt Kloskowski, Nicolesy und RNI herunterladen.

Die neue Sammlung der Lightroom-Profile umfasst aber nicht nur künstlerische Looks. Stattdessen sollen sie im Kern Nutzern die Abstimmung der Farbwiedergabe bei Fotos erleichtern, die in Rohdatenformaten eingespielt werden. Wird das Bild nicht als JPG- oder TIF-Datei von der Kamera ausgegeben, bleibt viel Interpretationsspielraum bei der Darstellung. Mit verschiedenen Ein-Klick-Vorlagen können Fotografen die Farbgebung auf dem Monitor so nah wie möglich an die Anzeige im Sucher oder auf dem Display der Kamera anpassen. Die neuen Raw-Profile heißen Adobe Standard, Adobe Neutral, Adobe Farbe, Adobe Monochrom, Adobe Kräftig, Adobe Landschaft und Adobe Porträt.

Lightroom CC Profile
Raw-Profile erleichtern die Anpassung der Farbwiedergabe bei Rohdaten in Lightroom CC. Image by Adobe

In den Lightroom-CC-Versionen für Mac, Windows, iOS, Android und ChromeOS verfügen die Lightroom-Profile über einen eigenen Eintrag in der Bearbeitungsleiste. In Lightroom Classic CC sind die Profile in den Grundeinstellungen des Entwickeln-Moduls verfügbar. Wer Adobe Camera Raw im Zusammenspiel mit Photoshop CC nutzt, findet die Profile nun im Hauptbedienfeld.

Stürzende Linien in Lightroom CC für iOS korrigieren

Die mobile Lightroom-Version für iPhone und iPad erhält mit dem Frühjahrs-Update ebenfalls frische Funktionen nachgeschoben. Die wichtigste ist die Geometrie-Korrektur, die Desktop-Nutzer von Lightroom bereits sehr zu schätzen wissen. Insbesondere bei Aufnahmen mit Weitwinkel-Objektiven, wie sie bei Smartphones typisch sind, kommt es zu Verzeichnungen. Linien, die gerade sein sollten, wirken dann schief oder gekrümmt. Mit den automatischen Vorgaben und Reglern im Geometrie-Bereich könnt ihr diese fehlerhaften Abbildungen korrigieren. Vor allem bei Aufnahmen von Gebäuden wertet das die Bilder enorm auf. Mobile Lightroom-Nutzer mussten dafür bisher zusätzliche Apps wie SKRWT verwenden. Nun ist der Switch zwischen Programmfenstern nicht mehr nötig.

Lightroom CC für iOS Geometrie-Korrektur
Sehr hilfreiche Funktion, um stürzende Linien zu korrigieren: Der neue Geometrie-Bereich in Lightroom CC für iPhone und iPad. Image by Adobe

Außerdem können linkshändige iPad-Nutzer die Bearbeitungsleiste auf die von ihnen bevorzugte Seite einblenden. Ferner hat Adobe das Lightroom-Layout für den Bildschirm des iPhone X optimiert.

Das Update für die iOS-Version installiert ihr über den Apple App Store, die Desktop-Varianten lassen sich über die Creative-Cloud-Anwendung aktualisieren. Alle Details zu den Foto-Updates listet Adobe in diesem Blog-Post auf.

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Dieser Text erschien zuerst bei den Applepiloten


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Spielzeug oder Werkzeug? Samsung Galaxy S9+ im Kamera-Test

(C) Mika Baumeister

Im Rahmen eines Launch-Events in Frankfurt konnten Journalisten das Samsung Galaxy S9 und Galaxy S9+ genauer unter die Lupe nehmen. Da die Kameras bei der neunten Generation der S-Klasse im Fokus steht, gab es viele Gelegenheiten, die Foto-Qualitäten des Samsung Galaxy S9+ und S9 auszuprobieren und zu vergleichen. Wie gut die Innovationen von Samsung funktionieren, habe ich deshalb ausführlich getestet.

Samsung Galaxy S9+: Immer gute Fotos

Keine Frage, das Samsung Galaxy S9+ besitzt zwei sehr gute Kameras. Das bestätigt auch der Kamera-Benchmark DXOMark Mobile: Dieser Test setzt sich umfangreich mit dem Sensor und den Linsen auseinander und testet Faktoren wie Schärfe, Verzerrungen, Vignettierung, Tiefenunschärfe und vieles mehr. Insgesamt erreicht die Kamera dort 99 Punkte. Damit liegt sie vor denen des iPhone X und des Google Pixel 2. Das ist vor allem ihrer guten Schärfe, der bemerkenswerten Low-Light-Performance und einem hohen Dynamikumfang geschuldet.

Auch in den zwei Stunden, die ich zum Testen hatte, überzeugte die Kamera in allerlei Szenarien. Denn sowohl im Innen- als auch Außenbereich gelangen meist sehr gute Fotos. Der Automatik-Modus beleuchtet in den allermeisten Fällen gut, der Weißabgleich stimmt genau und auch der Autofokus trifft das zu fokussierende Objekt auf fast allen Bildern.

Samsung Galaxy S9+: Die Technik der Kamera

  • Hauptkamera: Weitwinkel, zwölf Megapixel, 1/2,55 Zoll-Sensor, Blende: f/1.5 und f/2.4
  • Zweite Hauptkamera: Zweifach-Zoom, zwölf Megapixel, 1/3,6 Zoll-Sensor, Blende: f/2.4
  • Optische Bildstabilisierung für beide Kameras
  • PDAF-Autofokus (Intervallfokussierung von beiden Kameras gleichzeitig)
  • LED-Blitz mit variabler Wärme
  • 4K-Video mit 60 Bildern pro Sekunde
  • Slow-Motion mit 960 Bildern pro Sekunde (720p)

Samsung Galaxy S9+ bietet viel kreative Freiheit

Im Automatik-Modus entstehen zumeist kontrastreiche und klare Fotos. Das Samsung Galaxy S9+ ist somit eindeutig für Schnappschüsse geeignet. Es passt sich schnell an verschiedenste Lichtbedingungen an und schafft es problemlos, die besten Einstellungen zu treffen. Die Kamera bietet eine große Dynamik. Das heißt: dunkle Elemente besitzen selbst dann noch einiges an Detail, wenn die Kamera eigentlich helle Bereiche des Bildes belichtet. Solltet ihr also zum Beispiel aus dem Fenster fotografieren, ist aus diesem Grund ein Baum in der Landschaft ebenso gut sichtbar wie ein Foto, das im weniger gut beleuchteten Zimmer neben dem Fenster hängt.

Für Fotografie-Enthusiasten bietet sich der manuelle Modus an. Denn hier könnt ihr theoretisch den ISO-Wert, die Verschlusszeit und Bildprofile ändern. Beim Samsung Galaxy S9+ könnt ihr dank der verbauten Dual-Kamera aus zwei Brennweiten wählen. Neben dem Weitwinkel-Objektiv steht eine Zoom-Kamera zur Verfügung, die Objekte näher erscheinen lässt.

Absolutes Novum: Das Samsung Galaxy S9+ ist das erste Smartphone, bei dem die Blende variabel ist. Damit könnt über einen Knopfdruck die Blendenzahl zwischen 1,5 und 2,4 variieren. Bei der kleineren Blendenzahl trifft mehr Licht auf den Sensor. Die größere Zahl bedeutet, dass weniger Licht pro Zeiteinheit durchfällt. Für die gleiche Belichtung müsst ihr dann die Verschlusszeit verlängern oder den ISO-Wert.

Variable Blende: Ein Marketing-Witz?

Die neue variable Blende bestimmt, wie viel Licht auf den Sensor trifft. Außerdem hat sie Einfluss auf die sogenannte Tiefenunschärfe, die man häufig auch als Bokeh bezeichnet. Samsung verbaut die variable Blende, weil bei Tageslicht Fotos in der Tiefe schärfer werden. Allerdings ist diese neue Funktion eigentlich unnötig, denn die Tiefenschärfe ist stark abhängig von der Größe des Bildsensors.

In Smartphones sind meist sehr kleine Chips verbaut. Im Falle des Samsung Galaxy S9+ liegt die Diagonale bei sieben Millimetern. Tiefenunschärfe ist aber eher von Kameras mit viel größeren Sensoren bekannt. So haben Vollformat-Kameras einen Sensor mit 35 Millimetern Diagonale. Dadurch kommt hier die Tiefenunschärfe viel mehr zum Vorschein. Aus physikalischen Gründen können Handy-Sensoren also nur sehr begrenzt Bokeh erzeugen.

Der Unterschied zwischen der Blende f/1,5 und f/2,4 ist für das ungeübte Auge eigentlich fast nicht zu erkennen. Bei Bildern von nahen Objekten fällt der Effekt zwar noch auf. Aber in Landschaftsaufnahmen lässt sich die Blende im Blindtest quasi nicht erkennen.

Live-Fokus: Mehr Hintergrundunschärfe durch Prozessor-Power

Samsung bietet mit dem Galaxy S9 Plus aber auch eine Funktion für künstliches Bokeh. Hierfür rechnet die Software aus den Bildern beider Kameras ein gemeinsames 3D-Bild heraus. Dadurch lässt sich die Tiefe bestimmter Objekte im Raum feststellen. Mit diesen Informationen kann der Prozessor des Samsung Galaxy S9+ den hier fotografierten Blumenstrauß klar vom Hintergrund trennen. So wird der Hintergrund verschwommen, die Front bleibt jedoch gleich scharf. Schon ist der simulierte Bokeh-Effekt fertig. Die entsprechende Funktion in der Kamera-App heißt beim Samsung Galaxy S9+ Live-Fokus, während sie beim S9 Selektiver Fokus heißt.

Allerdings gibt es hier technische Schwierigkeiten: Betrachtet beim entsprechenden Foto mal das Blatt auf der rechten Seite genauer. Es wird vom Algorithmus weg gerechnet und der Hintergrund scheint durch. Richtig fertig und optimiert ist das künstliche Bokeh also noch lange nicht. Auch bei der Hand sind an den Kanten der Finger Fehler erkennbar. Die Kante scheint sehr hart zu sein und an den Spitzen hat die Kamera Probleme bei der Entscheidung, ob es sich nun um Vor- oder Hintergrund handelt.

Mit den gleichen Problemen hat übrigens auch das iPhone X, das iPhone 8 Plus und das iPhone 7 Plus zu kämpfen: Die Smartphones von Apple rechnen ebenfalls die Tiefeninformationen heraus, um Objekte im Vordergrund besser darzustellen. Subjektiv betrachtet funktioniert der Effekt bei der Konkurrenz aus Cupertino aber besser. Verschwommene Ränder sind für beide Techniken aber problematisch.

Low-Light: meist gute Performance

Einen klaren Pluspunkt gibt es für die variable Blende des Samsung Galaxy S9+ aber: Mit einer Offenblende von f/1.5 ist die Optik des Smartphones das lichtstärkste Handy-Objektiv auf dem Markt. Es übertrifft damit die bisherigen Spitzenreiter LG V30 und Huawei Mate 10 Pro (jeweils f/1.6). Das beweist sich vor allem in dunklen Bereichen. Durch das viele Licht, welches eingefangen werden kann, bleibt die Verschlusszeit vergleichsweise klein. Das resultiert in weniger verwackelten Hintergründen.

Auch Personen, die sich bewegen, verschwimmen weniger. Für eine Smartphone-Kamera sind die Ergebnisse im Automatik-Modus recht gut. Kontrast und Schärfe bleiben trotz höherer ISO-Werte bestehen. Es lässt sich bei Dämmerungsbedingungen sogar fast kein Bildrauschen feststellen. Der Autofokus benötigt jedoch deutlich länger, um Elemente zu fokussieren. Andere Hersteller sind hier schneller, unter anderem durch Laser-Technik. LG setzt diese Technik seit einiger Zeit ein.

Zeitlupe: 960 Bilder pro Sekunde

Samsung hat die Kamera des Galxy S9+ nicht nur auf Fotos optimiert. Die beiden Sensoren können 4K-Videos bei 60 Bildern pro Sekunde aufnehmen. Diese hohe Zahl an Einzelbildern ist eine Premiere bei 4K-fähigen Smartphones. Aber die Videos können nicht nur groß, sondern auch schnell: Bis zu 960 Bilder nimmt die Kamera des S9+ pro Sekunde auf. Dann allerdings nicht in 4K, sondern nur in der geringeren Auflösung des HD-Ready-Standards (720p). Beeindruckend ist das trotzdem. Damit lässt sich die Echtzeit um den Faktor 40 verlangsamen. Nur wenige Smartphones können so eine extreme Super-Zeitlupe.

Die Ergebnisse sprechen für sich. Selbst viele gute Spiegelreflexkameras sind nicht in der Lage, dermaßen viele Einzelbilder festzuhalten. Für Aufnahmen im Freibad – etwa ein Sprung vom 5-Meter-Brett – bietet sich das Slo-Mo-Feature besonders an. Bedingung ist aber eine recht helle Umgebung. Bei so vielen Einzelbildern muss die Verschlusszeit sehr schnell gewählt werden, damit weniger Licht auf den Sensor fällt. Deswegen sind Außenaufnahmen oder gut beleuchtete Umgebungen ein Muss.

Sechs Tipps für Slow-Motion-Videos

Damit die Zeitlupenaufnahmen trotz der geringen Auflösung von 1.280 x 720 Pixeln noch scharf erscheinen, solltet ihr am besten auf ein paar Sachen achten. Falls ihr eure Videos später gerne anschauen wollt, ist einiges an Vorbereitung nötig.

  1. Genügend Licht: Wenn die Umgebung zu dunkel ist, rauscht das Bild zu stark und wird matschig.
  2. Bei Kunstlicht aufpassen: Leuchtstoffröhren und günstige LEDs flackern gerne, wodurch die Aufnahmen komisch aussehen können.
  3. Nicht zu viel Slow-Motion nutzen: Irgendwann geht der Effekt verloren. Deswegen lieber etwas weniger nutzen, es dafür aber bei guten Szenen auskosten.
  4. Vorher üben: Selten klappt es gleich beim ersten Anlauf. Weil das Samsung Galaxy S9+ nicht dauerhaft mit 960 Bildern pro Sekunde aufnehmen kann, macht eine „Generalprobe“.
  5. Interne LED aktivieren: Das bringt zwar nur ein wenig Licht, doch in dunklen Szenarien genügt schon eine kleine Menge.
  6. Kamera ruhig halten: Auch wenn Wackler in Slow-Motion nicht so stören wie bei Videos mit normaler Wiedergabegeschwindigkeit, nerven sie. Also Handy abstellen, die Hand stabilisieren oder sogar ein Stativ nutzen.

AR-Emojis: Eher Spielerei als sinnvoll

Und dann sind da noch die sogenannten AR-Emojis. Als groß angelegte Attacke gegen Apples Animojis möchte Samsung die AR-Emojis als ernstzunehmende Konkurrenz platzieren. Dafür müsst ihr die Kamera-App einmal euer Gesicht einscannen lassen. Daraus rechnet das Handy dann ein 3D-Avatar, das eurem Aussehen mehr oder weniger entspricht. Optisch erinnert das vor allem an Sims-Avatare.

Viele sind vom AR-Emoji-Rendering begeistert. Allerdings gehöre ich eher zur anderen Kategorie. Zwar erkenne ich mich wieder, aber die Performance im Live-Modus ist grausig. Immerhin könnt ihr in der Kamera AR-Emojis live auf euer Gesicht rechnen lassen. Ich habe in dieser Vorschau allerdings extreme Schlitzaugen. Außerdem erinnerte ein spaßeshalber gemachtes Duckface hauptsächlich an ein schmerzverzerrtes Gesicht. Wirklich akkurat war Samsung hier nicht. Zumal ich von einem Konzern wie Samsung bei diesem Aspekt etwas mehr erwartet hätte.

Auch die anschließend erstellten animierten GIFs überzeugen gegenüber anderen Herstellern nicht besonders. Sie gehören vielmehr in die Kategorie peinlich. Ich kann mir jedenfalls beim besten Willen niemanden vorstellen, der sie im Alltag benutzen würde. Apples animierte Emojis sind bei der Betrachtung wenigstens witzig und teils ausgefallen. Samsung kann hier nicht punkten. Hier dennoch ein paar Eindrücke von mir als Comic:

Neben dem eigenen Gesicht könnt ihr auch andere Avatare wählen. Von Teufelsfratzen über Katzen und Hasen bis hin zu Franchise-Figuren ist vieles dabei. Ganz neu: Mickey Maus und Mini Maus sind im Rahmen einer Kooperation mit Disney verfügbar.

Fazit: Für eine Smartphone-Kamera sehr gut

Kurzum ist Samsung mit dem Galaxy S9+ ein sehr gutes Kamera-Smartphone gelungen, das schöne Fotos macht. Mit der Zoom-Linse der Dual-Kamera lassen sich darüber hinaus interessante Fotos erstellen und auch die Video-Funktion schneidet sehr gut ab. Dank der gelungenen Grundfunktionen, kann man Fehler bei Spielereien wie den AR-Emojis außerdem leicht verzeihen. Die Resultate sind insgesamt schön und „Instagram-Worthy“. Samsung sollte in Zukunft aber besser noch etwas am simulierten Bokeh-Effekt arbeiten. Zwar sind die Fotos kontrastreich und bunt, haben aber ihre Problemchen mit den Kanten des Gegenstands im Vordergrund, völlig egal, ob es sich um eine Pflanze, einen Menschen oder beispielsweise Milchkaffee handelt.

Wer in seiner Freizeit Fotos macht und nur ungerne eine dedizierte Knipse mitnehmen möchte, ist mit dem Samsung Galaxy S9+ folglich gut bedient. Bessere Fotos gibt es mit keinem anderen Smartphone, dennoch können das Google Pixel 2 und das iPhone X der Kamera des Galaxy S9+ das Wasser reichen. Wenn euch die Foto-Funktionen nicht so viel bedeuten, genügt aber unter dem Strich vielleicht auch das Galaxy S9 (zum Hands-On von Jonas). Denn sein Bildschirm ist etwas kleiner und die zweite Kamera auf der Rückseite fehlt. Ansonsten ähneln sich die Geräte aber sehr und ihr spart mehr als 100 Euro.

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Dieser Artikel erschien zuerst auf Netzpiloten Android.


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OLED versus LCD: Was das neue iPhone-X-Display unterscheidet

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Beim iPhone-X-Display setzt Apple das erste Mal in der Firmengeschichte auf ein sogenanntes OLED-Panel. Es soll höhere Kontraste, dunklere Schwarztöne und buntere Farben bieten. Doch  Und warum geht Apple diesen Schritt überhaupt?

iPhone 8: Alles beim Alten mit LCD-Technik

Als Tim Cook letzten Herbst das iPhone 8 und iPhone 8 Plus präsentierte, war kaum jemand wirklich begeistert. Wenig hatte sich am Design geändert, zu klein die Unterschiede zu den Vorgängermodellen. Keine Frage, man hätte sich mehr einfallen lassen können für das Äußere der neuen iPhone-Generation, aber die Eigenschaften des verbauten LC-Displays lassen Produktentwicklern keine unendlichen Möglichkeiten. Denn: Das verbaute Display gibt den Gestaltern einige Faktoren vor, die sie einhalten müssen – den breiten Rand oben und unten – auch Bezel genannt – etwa.

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Bezel beim iPhone 8 in der goldfarbenen Variante. Image by Apple

Der im iPhone 8 verbaute Bildschirm mit einer Diagonale von 4,7 Zoll löst mit 750 x 1.334 Pixeln auf, bei einer Pixeldichte von 326 ppi. Apple setzt beim Display des iPhone 8 auf LCD- respektive IPS-Technik. Schon seit mehreren Generationen hat sich die grundlegende Technik der iPhone-Bildschirme nicht verändert.

So funktionieren Flüssigkristall-Displays

Schön und gut, dass Apple LCD- und IPS-Technik einsetzt. Aber was ist das überhaupt? Beide beschreiben, wie das Licht den Weg auf eure Augen findet. Und das ist gar nicht so einfach. Denn: „Liquid Crystal Displays“ setzen auf eine ganz spezielle Technik zum Brechen von Licht. Die unterste Schicht eines solchen LC-Displays besteht aus LEDs. Diese beleuchten den kompletten Bildschirm von hinten. Selbst, wenn ein Video ein komplett schwarzes Bild zeigt. Ihr seht deswegen vielleicht ein leichtes Hintergrundleuchten, welches durch die zusätzlichen Schichten des Bildschirms dringt.

Das ausgestrahlte Licht wird als erstes polarisiert: Das heißt, dass die Lichtwellen nur in einer bestimmten Strahlungsrichtung ausgestrahlt werden. Lichtquellen wie die Sonne oder LEDs strahlen ein ungeordnetes Licht aus, welches ein sogenannter Polfilter richtet. Das gerichtete Licht trifft dann auf die Schicht, die dafür verantwortlich ist, dass ihr farbige Bilder wahrnehmen könnt: Die Flüssigkristalle. Normale LCD-Panels besitzen eine Schicht mit dem Namen „Twisted Nematic“.

Display-Technologien im Vergleich
Die OLED-Technologie im iPhone-X-Display im Vergleich zur LCD-Technologie. Image by newhavendisplay

Durch eine Färbung der einzelnen Flüssigkristalle in den Farben Rot, Grün und Blau bekommt ihr einzelne Pixelfarben zu sehen und bunte Bilder entstehen. Eigentlich handelt es sich hierbei um eine subtraktive Farbmischung. Durch die Grundfarben kommt es euch aber so vor, als würde es sich um eine additive Mischung handeln. Die einzelnen Pixelfarben machen es möglich, alle möglichen Farben zu simulieren – um genau zu sein: Etwa 16 Millionen verschiedene. Die Farbe Lila wird beispielsweise durch eine Mischung der einzelnen Farbpixel Blau und Rot erzeugt.

Größerer Blickwinkel bei dünnen IPS-Displays

Die beim iPhone 8 und iPhone 8 Plus verbauten LC-Displays kennzeichnet ein weiteres Merkmal: Es handelt sich um IPS-Panels. IPS steht für In-Plane-Switching und beschreibt, wie das Licht polarisiert wird. Während bei normalen LC-Bildschirmen die oben genannte schraubenförmige Verzerrung zum Einsatz kommt, dreht sich bei der IPS-Technik einfach der komplette Kristall. Dadurch ist die Schicht vergleichsweise dünn.

Zusätzlich hat das den Vorteil, dass der Blickwinkel sehr viel größer ist. Ihr könnt das iPhone-Display aus fast jedem Winkel betrachten, ohne dass sich Farben verfälschen oder die Helligkeit abnimmt. Deswegen kommen IPS-Panels vor allem in hochklassigen Smartphones zum Einsatz.

IPS-Displays sind im Regelfall heller als andere Displays. Zusätzlich ist die Herstellung der IPS-Bildschirme vergleichsweise günstig. Die Technologie ist schon seit vielen Jahren erforscht, dementsprechend günstig ist die Massenproduktion. Zusätzlich qualifiziert der bereits erwähnte größere Betrachtungswinkel eine große Rolle bei der Auswahl der verbauten Displaytechnik. Aus all diesen Gründen setzt Apple schon seit vielen iPhone-Generationen auf IPS-Displays.

Das neue iPhone-X-Display: Aktivmatrix-OLED-Panel

Beim iPhone X verlässt Apple aber die bekannten Gefilde und wechselt auf eine neuere Technik. Dort kommt ein OLED-Panel zum Einsatz. Organische Licht-Emittierende Dioden – so die ausgeschriebene Abkürzung – funktionieren völlig anders als LC-Displays. Hier gibt es keine Polarisationsschicht. Zudem wird nicht das ganze Display hintergrundbeleuchtet. Im Prinzip besteht jeder Pixel im iPhone-X-Display aus drei einzelnen LEDs. Auch hier kommen wieder die drei Grundfarben Rot, Grün und Blau zum Einsatz, aus denen jede erdenkliche Farbe gebildet wird. Da die einzelnen Pixel Farben von sich geben, braucht es weder einen Polarisationsfilter noch Kristalle, die das Licht zurecht biegen.

iPhone X Display OLED-Aufbau
Der OLED-Aufbau im iPhone-X-Display. Image by HowStuffWorks

Etwas technischer erklärt: Zwischen einer Matrix-ähnlich angeordneten Anoden- und einer Kathoden-Schicht befinden sich organische Polymer-Strukturen. Wird zwischen einer der Anoden- und Kathodenstreifen eine Spannung angelegt, erhellt sich das Polymer und ihr könnt Farben sehen. Abhängig von der unter Spannung stehenden Matrix bilden sich unterschiedliche Strukturen, die euer Auge schließlich als Bild wahrnimmt.

Deswegen nutzt Apple OLED statt LCD

Die schlanken Maße sind aber nicht der einzige Grund, warum Apple auf die OLED-Technik setzt. Einer der Hauptgründe ist, dass die obere Aussparung für Kameras und Lasertechnik mit einem normalen LC-Screen nicht möglich gewesen wäre. LCDs benötigen rechteckige Muster, nur OLED-Bildschirme sind in der Lage, Aussparungen zu besitzen. Apple wird die OLED-Technik mit Sicherheit aber auch nutzen, weil die Farbwiedergabe besser ist als bisher. Zwar besteht der kalifornische Konzern darauf, dass die bisher eingesetzten Displays mit der „Retina“-Bezeichnung besonders scharf und knackig seien. OLED-Screens sind aber noch einmal ein ganzes Stückchen besser.

Zudem sind OLED-Bildschirme ein ganzes Stück dünner. Das bemerkt ihr vor allem beim Fernsehern: OLED-TVs sind in der Regel weniger als einen Zentimeter dick, während vergleichbare LCD-Fernseher normalerweise um die fünf Zentimeter messen. Das lässt sich auch auf Smartphone-Displays transferieren: Das dünnste OLED-Display besitzt eine Dicke von weniger als 0,3 Millimetern – und dabei handelt es sich nicht um eine Studie, sondern tatsächlich eingesetzte Technik. Durch die Möglichkeit, nur einzelne Pixel zu beleuchten statt den ganzen Screen, sparen OLED-Displays sogar Energie.

OLED-Produktion gestaltet sich schwierig

Trotz der Massenproduktion für Smartphones wie dem Samsung Galaxy S8 und dem iPhone X – ist es recht schwierig, OLED-Panels herzustellen. Das Risiko eines Defektes ist wegen der Einzel-Ansteuerung jeder einzelnen LED höher als bei einem herkömmlichen LC-Screen. Zu Anfangszeiten der Produktion fielen rund 50 Prozent aller hergestellten Displays in der Qualitätskontrolle durch, weil einzelne Pixel nicht funktionierten.

Übrigens: Die Displays des iPhone X produziert Apple nicht selbst. Der größte Konkurrent liefert die Bildschirme: Samsung. Tatsächlich baute der koreanische Konzern extra für die iPhones ihre Produktionsstätten aus. Keine andere Firma auf der Welt ist in der Lage, ein iPhone-X-Display herzustellen. Umso ironischer ist es, dass Apple sich genau auf diesen großen Kontrahenten verlassen muss. Apple ist bereits sehr aktiv und möchte selbst OLED-Bildschirme produzieren. Eigene Produktionsstätten sind schon seit Jahren in Planung. Bis es so weit ist, wird mit Sicherheit noch etwas Zeit vergehen. Samsung nutzt diesen Vorteil und verbessert währenddessen laufend die OLED-Technik.

Viele Vorteile bei einem Nachteil

OLED ist energiesparender, dünner, kontrastreicher, farbenfroher und bietet völlig neue Gestaltungsmöglichkeiten für Telefone. In Zeiten von Displays, die über den ganzen Bildschirm gehen, sind sie eigentlich unerlässlich. In so vielen Aspekten lohnt es sich, OLEDs statt IPS-Panels zu verbauen. Und trotzdem gibt es eine Stelle – im wahrsten Sinne des Wortes – an dem OLEDs noch nicht optimiert sind.

Das große Problem nennt sich Burn-In: Bestimmte Bereiche des Displays, die immer die gleichen Bildinformationen anzeigen, bekommen bei manchen iPhones eine Färbung. Der Strich am unteren Ende des Bildschirms brennt bei einigen Bildschirmen dauerhaft ein. Das äußert sich beim iPhone-X-Display durch einen Blaustich. Auch Apps vom Startscreen könnten sich für immer einbrennen. Laut Apple ist dieses Problem nur ausnahmsweise ein Fall für den Support. Und ganz ehrlich: Sollte euer Bildschirm das Burn-In-Phänomen zeigen, fällt es in den meisten Fällen nur bei genauer Betrachtung auf. Außerdem haben nur sehr wenige Bildschirme das Burn-In-Problem und clevere Forscher werden in wenigen Jahren das Problem lösen.

Daher ist es letztlich nicht wesentlich, ob ihr euch für ein iPhone 8 oder 8 Plus mit LCD oder ein iPhone X mit OLED entscheidet. Beide Technologien bieten Spitzenleistungen und sind von Apple gut umgesetzt. Große Teile der Konkurrenz schauen im Vergleich zur Apple-Technik doof aus der Wäsche.

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ModellDisplaydiagonaleAuflösung
Pixeldichte
Max. Helligkeit
Kontrast
iPhone 84,7 Zoll

5,8 Zoll
1334x750 Pixel326 ppi
620 Nit
726 Nits
iPhone 8 Plus5,5 Zoll1920x1080 Pixel
401 ppi
620 Nit
1.300:1
iPhone X5,8 Zoll2436x1135 Pixel456 ppi726 Nits1.000.000:1

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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • DIGITALISIERUNG t3n: Digitalisierung à la Volker Kauder: Das kollektive Versagen der Parteien: So langsam aber sicher scheint die deutsche Politik die Digitalisierung zu verschlafen. In einem Gastbeitrag in der Zeitung Die Welt hat der Fraktions-Chef der CDU Volker Kauder am Wochenende die Digitalisierung zur Top-Priorität 2018 gemacht. Die Digitalisierung wird vom CDU-Politiker als „nächstes heißes Ding“ verkauft – was allen eigentlich schon bekannt war. Generell kann man aber von einem kollektiven Versagen der Parteien vor der Digitalisierung ausgehen. Warum also fällt es den Parteien so schwer, das nötige Geld in die Hand zu nehmen und nachhaltige Schritte für einen zeitgemäßen digitalen Wandel zu beschließen?

  • WIRTSCHAFT welt: Kurz vor der Billion droht Amazon & Co. der Crash: Seit Jahren steigen die Kurse diverser Online-Riesen unaufhaltsam. Die Aktien dieser großen Techkonzerne haben ein Rekordjahr hinter sich. Laut Analystenerwartungen könnten sich Google, Apple und Amazon einen Wettlauf um die Position als erstes Unternehmen mit einer Bewertung von einer Billion Dollar liefern. Neue Facebook-Zahlen säen jetzt allerdings Zweifel unter den Anlegern. Erstmals in der Unternehmensgeschichte gingen die Nutzerzahlen jetzt nämlich zurück, wie CEO Mark Zuckerberg berichtete. Im US-Markt gingen die Nutzer auf rund 184 Millionen zurück. Außerdem verbringen die Nutzer auch immer weniger Zeit auf der Plattform. Die Zahlen zeigen: Mittelfristig fällt es Facebook schwer, weiter zu wachsen.

  • APPLE spiegel: Apple enttäuscht trotz Rekordzahlen: Vor allem im vierten Quartal konnte der Konzern Apple neue Gewinn- und Umsatzrekorde feiern. Getrübte Stimmung herrscht trotzdem: das Flagschiff iPhone X verkaufte sich schlechter als gedacht. Während die Gewinne gegen Ende 2017 auf rund 20 Milliarden Dollar stiegen, sind die Prognosen für das erste Vierteljahr 2018 eher ernüchternd. Der Verkauf des iPhone X bleibt insgesamt eher hinter den Erwartungen zurück. Zuletzt hatte es Berichte von Medien und Analysten gegeben, wonach Apple angesichts inzwischen abgeschwächter Nachfrage die Produktion des iPhone X zurückfahren wolle.

  • KRYPTOWÄHRUNGEN zeit: Titel des Beitrags: Der Hype um Kryptowährungen halt nach wie vor an. Mit Versprechen wie einer grandiosen Rendite, geringem Risiko und einer perfekten Altersvorsorge nutzen Werbetreibende den Hype aktuell aus. Facebook möchte dem jetzt Einhalt gebieten. Zuletzt häuften sich die Betrugsmeldungen um Krypto-Projekte wie BitSequence oder Prodeum. Facebook reagirert jetzt. In den Anzeigenrichtlinien des Unternehmens heißt es jetzt, man dürfe nicht für Finanzprodukte und Finanzdienstleistungen werben, „die häufig mit irreführenden oder betrügerischen Werbepraktiken in Verbindung gebracht werden“.

  • PASSWÖRTER suedeutsche: Sieben Tipps für sichere Passwörter: Der 1. Februar ist der Welt-Passwort-Tag. Viele Nutzer haben oft für viele Anwendungen die gleichen oder sehr simple Passwörter. Da ist der Welttag des Passwortes der ideale Anlass unsichere Passwörter zu wechseln. Die Süddeutsche Zeitung gibt euch sieben Tipps gute Passwörter zu vergeben und eure Konten besser zu schützen.

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iPhone & Co.: Mehr Akku für alle dauert nicht mehr lange

Battery (adapted) (Image by 3dman_eu [CC0 Public Domain] via Pixabay)

Es geht in jedem Jahr weiter mit den Veröffentlichungen von Apple – und natürlich auch mit dem Medienrummel. Es ist viel über das iPhone X, das Ende des Home-Buttons, die „Face ID“-Funktion, das drahtlose Aufladen und noch über vieles mehr geschrieben worden. Irgendwo auf der Liste der Neuerungen war eine verbesserte Akkulaufzeit, zumindest für das iPhone X. Dies wird Dank seines neuen, aufgemotzten A11-Bionik-Prozessors ermöglicht.

Apple sagt, dass das neue Gerät bis zu zwei Stunden länger halten wird als das iPhone 7. Dies könnte eine Netzsession von gut 14 Stunden bedeuten. Die Akkulaufzeit auf dem iPhone 8 scheint dagegen mit der seines Vorgängers vergleichbar zu sein. Das kabellose Aufladen – eine Entwicklung, zu der Apple erst spät dazustößt – macht bei der Akkuleistung keinen Unterschied.

Verbesserungen an den Batterien sind bei neuen Smartphone-Modellen für Verbraucher enorm wichtig. Bei Samsung gab es hier viele wichtige Neuerungen, als sie im vergangenen Monat das Galaxy Note 8 auf den Markt brachten. Zwar wurde hier die Akkulaufzeit nicht wirklich verlängert, aber immerhin wurde dafür gesorgt, dass die Probleme des Vorgängermodells Note 7S, das gerne mal in Flammen aufging, umgangen werden konnten.

Doch auch die besten Produkte sind nach Jahrzehnten in der Mobile-Computing-Revolution noch relativ begrenzt in Sachen Ladung und Akkuleistung. Auch die Geräte von Apple sind innerhalb der letzten zehn Jahre nur mäßig fortgeschritten.

Bislang konzentrierten sich die Hersteller eher auf die Verbesserung der Batterietechnologie und packten immer mehr Energie auf immer weniger Raum. Das Galaxy Note 7S schreckte durch seine Entflammbarkeit eher ab. So lernten die Hersteller ihre Lektion, wenn es um die Frage ging, was schief gehen kann, wenn die Akku-Energie als Wärme freigesetzt wird. Die Hersteller bemühen sich auch um die Verbesserung anderer mobiler Hardware, die Energie verbraucht – einschließlich Display, WiFi, GPS und Zentraleinheit (CPU). Die verbesserten CPUs und OLED-Bildschirme der neuen iPhones machen sie beispielsweise batteriefreundlicher.

Ein Bereich, der erstaunlich wenig Beachtung gefunden hat, ist jedoch der Energieverbrauch von Software. Um genau zu sen, geht es um die Energie, die von der CPU verbraucht wird, wenn sie eine bestimmte Software ausführt. Weder Samsung noch Apple schienen mit ihren neuesten Entwicklungen sonderlich große Schritte in diese Richtung zu machen. Dieses Thema könnte jedoch einen großen Unterschied in der Frage ausmachen, wie lange wir unsere Geräte in Zukunft aufladen müssen.

Softwareentwicklung auf einem neuen Level

Vor Jahrzehnten, als Computer noch tausendmal langsamer waren, haben die Entwickler den Code mit der Hand nahezu perfekt abgestimmt, um jedes bisschen Leistung aus der Maschine herauszuholen. Aber weil auch die Software immer komplizierter geworden ist – dank neuer Funktionen, verbesserter Benutzererfahrung und so weiter – ist dies nicht mehr möglich.

Die Softwareentwicklung ist nun sehr weit von dem einfachen binären Code entfernt, den die CPU ausführt. Entwickler verlassen sich auch auf Sammlungen mit bereits vorhandenem Code, weil es zu lange dauern würde, jede Anweisung von Grund auf neu zu erstellen. Beide Änderungen verringern den Aufwand und beschleunigen die Entwicklungszeit erheblich. Aber der finale Code enthält oft Teile, die in einer bestimmten Anwendung redundant sind. Oder aber er könnte mit effizienteren, maßgeschneiderten Segmenten verbessert werden.

Diese Nachteile versuchen die Entwickler oft dadurch abzumildern, dass sie ihren Code so schnell wie möglich durchlaufen lassen. Was allerdings in der Theorie den Energieverbrauch reduziert. In der Praxis funktioniert das aber nicht immer, da manche Anleitungen mehr Prozessorleistung verbrauchen als andere und den Nutzen letztlich neutralisieren können. Daraus folgt, dass der Energieverbrauch der Software im Laufe der Jahre deutlich gestiegen ist. Niemand kümmerte sich darum, da die meisten Programme auf Maschinen liefen, die mit Netzstrom betrieben wurden. Dies hat sich geändert, seit wir immer mehr mobile Geräte nutzen. Gleichzeitig nimmt die Besorgnis über den Zusammenhang zwischen Stromverbrauch und Klimawandel zu.

Die KIs werden es schaffen

Es gibt noch einen weiteren Grund, warum die Entwickler dieses Problem nur langsam angegangen sind. Der Energieverbrauch von jeder Software war sehr schwer zu messen. Das liegt daran, dass die Konfiguration jedes Geräts unterschiedlich ist. Der Energieverbrauch kann sich ändern, je nachdem, ob ein Programm schon einmal gelaufen ist oder ob andere Programme laufen.

In letzter Zeit gibt es jedoch Fortschritte. Sie verwenden maschinelles Lernen, um den Energieverbrauch einzuschätzen, indem sie bestimmte Codezeilen oder Softwarekomponenten analysieren und Energiedaten aus anderen Programmen, die auf vielen anderen Geräten ausgeführt werden, referenzieren. Wird dies erfolgreich ausgeführt, könnte der Computer, den schweren Teil der Arbeit erledigen. Er soll nach alternativen Programmen suchen, die die Software leistungsfähiger machen.

Willkommen beim suchebasiertem Software-Engineering. Es funktioniert so einfach wie das Auffinden von redundanten Codes oder die Feinabstimmung der Konfiguration. Es kann sich auch auf den bestehenden Quellcode erstrecken. Unsere eigene Arbeit hat sich sowohl mit der Auswahl alternativer Softwarekomponenten aus bestehenden Sammlungen als auch mit der Generierung neuer Code-Stückchen beschäftigt. Wir haben es sogar geschafft, mehrere hundert Fehler in Hadoop, einem sehr weit verbreiteten Software-Framework, zu finden und zu reparieren.

Wir haben die Vision, dass diese suchebasierten Methoden zur Verbesserung der Energieeffizienz in die sogenannte „Compiler“-Phase integriert wird, wenn Computercodes, die von Menschen stammen, in Nullen und Einsen umgewandelt werden und die die Maschine versteht. Diese Suchvorgänge würden automatisch ablaufen und Entwickler müssten nicht an sie denken – ihr Code wäre sofort effizient.

Eines ist klar: Es liegt noch ein langer Weg vor uns.

Die Hauptschwierigkeit besteht darin, den Energieverbrauch der Software richtig einzuschätzen, insbesondere für viele verschiedene Geräte gleichzeitig. Aber das Potenzial der nächsten fünf Jahre macht uns neugierig. Wir konnten eine Reduzierung des CPU-Energieverbrauchs um 40 Prozent bis sogar 70 Prozent für eine Reihe spezifischer Aufgaben aufzeigen. Und es ist nicht unvorstellbar, dass dies eines Tages über die gesamte laufende Software repliziert werden kann.

In Kombination mit besseren Batterien und mehr Verbesserungen der Hardware-Leistung, wie beispielsweise Bildschirmen, die keine zusätzliche Energiequelle benötigen, könnten wir von gravierenden Verbesserungen der Akkulaufzeit sprechen. Die führenden Hersteller sprechen in Zukunft vielleicht nicht mehr von einer schrittweisen Verbesserung der Akkulaufzeit. Sie könnte sich auch schon bald um viele Stunden und vielleicht sogar Tage erhöhen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Battery“ by 3dman_eu (CC0 Public Domain)


The Conversation

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iPhone X im Test: Wenig Neues – aber das in Perfektion

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Das gefragteste Smartphone 2017 trägt nach langer Zeit wieder den Namen iPhone. Apple hätte es sich nicht besser vorstellen können: Weltweit kaufen die Menschen die Apple Stores leer. Trotz des für Smartphone-Verhältnisse utopischen Preises scheint das iPhone X DAS It-Piece der Technikszene im Winter zu sein. Ich habe das iPhone X nun einige Tage ausführlich getestet, begutachtet und runterfallen lassen und verrate euch, warum es trotz wenig Innovation das beste Smartphone auf dem Markt ist.

Seltener Anblick: Menschen stehen Schlange vor dem Apple Store

Am 3. November stand mit dem passenden Kleingeld und voller Motivation um sieben Uhr morgens mit 300 anderen Menschen am Apple Store in Köln und schämte mich ein wenig. Es wäre mir deutlich lieber gewesen, wäre meine iPhone-X-Bestellung im Online-Store am 27.10. planmäßig verlaufen. Ich trug an diesem milden Herbst-Tag eine übertriebene Wollmütze und einen Schal, um mich vor Kamera-Teams und dem Gelächter meiner Freunde und Bekannten zu schützen. Vier Stunden und drei Kaffees später hielt ich das Objekt der Begierde dann in den Händen. Das erste, was mir in den Sinn kam: Zeit und Geld haben sich mehr als gelohnt. Aber genug gequatscht! Testen wir das Ding.

Unboxing: Der Duft von neuer Technik

In meinem iPhone-X-Hands-On habe ich euch schon erzählt, wie sehr ich auf das Auspacken neuer Geräte stehe. Irgendwann gewöhnt man sich ein bisschen an den Geruch frisch gefertigter Technik. Das iPhone X auszupacken, ist dennoch ein kleines Spektakel. Der Karton des iPhone X kommt beinahe übertrieben hochwertig daher. Apple hat das Abbild des markanten iPhone-X-Displays auf den Karton drucken lassen. Das Besondere ist der hervorgehobene Rahmen, der bei meinem silbernen Modell glitzert und funkelt und sich auch fühlbar vom Karton abhebt. Da der Karton aber ohnehin für mindestens ein Jahr im Schrank verschwindet, ist das Erlebnis nur von ganz kurzer Dauer. Wie so oft gilt: die inneren Werte zählen. Das iPhone X befindet sich mit seinem Zubehör gleich unter dem Einschubkarton für den Quick-Guide, dem SIM-Removal-Tool und kultigen weißen Apfel-Aufklebern. Apple liefert seine steinharten EarPods mit Lightning-Anschluss sowie einen Lightning-Klinke-Adapter, ein Netzteil und das Lightning-Aufladekabel mit. Das iPhone X ist sorgfältig mit einem Kunststoff-Schutz versehen. Beim Abziehen der Folie treten noch mal ganz kurz Zweifel auf, ob sich das Geld wirklich gelohnt hat.

iPhone X im Test
Das iPhone X kommt im edlen Glas-Look. Image by Julia Froolyks

Diese Zweifel lösen sich spätestens beim Einschalten des iPhone X in Luft auf. Das Gehäuse fühlt sich sehr hochwertig an. Zwar erscheint mir das iPhone X in den ersten Sekunden furchtbar schwer und klobig, was daran liegt, dass ich vorher einige Wochen ein kleines und leichtes iPhone 5 genutzt habe. Aber beim ersten Hands-On wird klar, wie makellos das iPhone X verarbeitet ist.

Design des iPhone X: Apples größte Stärke

Die Hauptmaterialien des iPhone X sind Glas, Edelstahl und Aluminium. Apple hat zwar den Alumium-Look beim iPhone X sowie iPhone 8 und 8 Plus gänzlich über Bord geworfen. Die hintere Glasplatte liegt allerdings auf einer Aluminium-Platte auf. Im Fokus steht der Edelstahlrahmen des iPhones, der beim silbernen Modell hochglänzend poliert ist und beide Glasplatten fasst. Eine kleine schwarze Kunststofflippe verbindet Rahmen und Display-Glas miteinander. Beim Drüberstreichen ist der Übergang zwischen Kunststofflippe und Display spürbar. Ein minimaler Spalt sorgt dafür, dass ganz feine Fasern darin hängen bleiben. Menschliche Haare oder dickere Barthaare sind glücklicherweise zu groß, um sich in dem kleinen Spalt zu verfangen. Dennoch bin ich mir sicher, dass man in Cupertino mit dieser Lippen-Lösung mehr als unglücklich ist.

iPhone X im Test
Im Edelstahlrahmen befinden sich Lightning-Anschluss und Lautsprecher. Image by Julia Froolyks

Das 5,8 Zoll große iPhone X ist ansonsten einwandfrei verarbeitet. Die Glasrückseite wartet mit einem ansehnlichen 3D-Effekt auf. Der glänzende Apfel liegt leicht unter dem Glas und nicht darauf. Die Rückseite ist leicht abgerundet und geht ohne Kunststoff-Übergang direkt in den hochwertig wirkenden Edelstahlrahmen über. Dieser beherbergt außerdem auf der linken Seite die Lautstärkewippe sowie den kultigen Mute-Taster. Auf der rechten Seite ist ein großer Power-Button angebracht, der aufgrund des fehlenden Homebuttons beim iPhone X neue Aufgaben bekommen hat. Am unteren Rand befinden sich der Lightning-Anschluss sowie Lautsprecher und Mikrofon.

Sofort abgestürzt: Apple Care lohnt sich beim iPhone X

Es ist kein Wunder, dass neben mir viele andere Besitzer das iPhone X wie ein rohes Ei behandeln. Vor allem, wenn es völlig nackt aus dem Karton das Licht der Welt erblickt. Es kommt zwar robust rüber. Gleichzeitig ist es aufgrund der verbauten Materialien sehr zerbrechlich, wie die ersten Tests nach dem Erscheinen des Smartphones belegen. An dieser Stelle wünschte ich, ich hätte Apple Care abgeschlossen. Denn zu der Zerbrechlichkeit des iPhone X gesellen sich enorme und übertriebene Reparaturkosten, wenn das Display oder die Glasrückseite Schaden nehmen. Immerhin habe ich ab Kaufdatum 60 Tage Zeit, mich nachträglich für die Apple-Versicherung zu entscheiden, vorausgesetzt es wird nicht schon vorher beschädigt. Nach einem Tag hat mein iPhone X leider einen Sturz aus niedriger Höhe hinter sich gebracht. Die glatte Glas-Oberfläche hat das Smartphone von meiner Jeans rutschen lassen. Man sieht die Spuren an der linken Kante nur mit viel Mühe – oder einer hochauflösenden Kamera:

iPhone X Im Test
Image by Julia Froolyks

Design-Fazit

Das iPhone X ist eine Augenweide und fühlt sich richtig gut an. Die gewählten Materialien sind hochwertig und schmiegen sich der Hand perfekt an. Ich bin froh, dass das iPhone X wieder kleiner ist als die Plus-Modelle und gleichzeitig ein größeres Display bietet. Das Smartphone passt endlich wieder einigermaßen in die Hosentasche. Hingegen die Zerbrechlichkeit des iPhone X lässt sich nicht leugnen. Das ist bei anderen hochklassigen Glas-Flaggschiffen allerdings nicht anders. Wer sein Smartphone gerne mal auf den Boden fallen lässt oder Tiere und Kinder im Haus hat, sollte die Anschaffung jedenfalls überdenken oder alternativ Apple Care für zusätzliche 230 Euro dazu kaufen.

Herzstück Display: So seht stört der schwarze Balken wirklich

Brücke, Steg, Sensorleiste – mittlerweile scheint sich international der Begriff „Notch“ (also Kerbe oder Einkerbung) für den schwarzen Balken auf dem Display durchgesetzt zu haben. Die Notch ist nicht das erste, was beim iPhone X ins Auge fällt. Vielmehr stellt sich beim ersten Einschalten ein Wow-Effekt ein. OLED-Displays sorgen bei mir oft für diesen Effekt. Apple hat es erstmals gewagt, ebenfalls ein OLED-Display zu verbauen und tauft den iPhone-X-Bildschirm Super Retina Display. Das Display nimmt beinahe die gesamte Front des Smartphones ein und bietet eine satte Auflösung von 1.125 x 2.436 Pixeln. Die Pixeldichte ist mit 463 ppi nicht die höchste auf dem Markt. Das Samsung Galaxy Note 8 bietet hier 521 ppi, und visualisiert damit noch einen Ticken schärfer als das neue iPhone X. Die OLED-Technologie (Organic Light Emitting Diode) kommt mit einigen Problemen daher, die Apple in den vergangenen Jahren komplett gemieden hat. Das neue OLED-Display im iPhone X genügt allem Anschein nach erstmals Apples Ansprüchen. Das schauen wir uns deshalb mal genauer an.

OLED-Display: Vor- und Nachteile

Ein OLED-Display kommt mit einer ganzen Reihe von Vor- und Nachteilen daher. Der erste Vorteil wird beim direkten Blick auf das Display des iPhone X deutlich: OLED-Displays sind gegenüber herkömmlichen LCD-Bildschirmen (Flüssigkristallbildschirmen) deutlich kontrastreicher, da sie ohne Hintergrundbeleuchtung auskommen. Deshalb wird Schwarz auf dem Super Retina Display des iPhone X auch wirklich schwarz und nicht grau oder bläulich dargestellt. Die schwarzen Pixel emittieren bei einem OLED-Display kein Licht. Dieser Umstand führt gleich zum zweiten Vorteil von OLED-Displays: Sie sind stromsparender, da vor allem bei der Darstellung dunkler Farben weniger Energie verbraucht wird. OLEDs sind aufgrund der nicht benötigten Hintergrundbeleuchtung außerdem sehr dünn, und hier kommt der Wow-Effekt ins Spiel: Die Displayinhalte des iPhone X erscheinen räumlich gesehen sehr dicht unter dem Glas. Videos, Games oder Fotos sind zum Greifen nah.

iPhone X im Test
Links und rechts neben der Notch befinden sich Angaben zur Uhrzeit, Akkustand und Netzempfang. Image by Julia Froolyks

Die Liste der Vorteile geht noch weiter: Die Reaktionszeit von OLED-Bildschirmen liegt aktuell bei einigen Geräten unter 0,001 Millisekunden und ist damit um das Tausendfache schneller als das aktuell schnellste LCD-Display mit einer Reaktionszeit von einer Millisekunde. Hier bewegen wir uns aber bereits in kaum greifbaren Gefilden. Niemandem wird im täglichen Gebrauch auffallen, wie „lahm“ ein LCD mit einer Millisekunde im Vergleich zum OLED-Display reagiert. Gravierender sind da allerdings die sichtbaren Nachteile von OLED-Displays.

Blaustich des iPhone X lässt sich verkraften

Bei vielen Smartphones mit verbautem OLED-Bildschirm ist nämlich eine leichte Blaufärbung erkennbar, wenn das Gerät aus schrägem Blickwinkel betrachtet wird. Ich habe das beim Samsung Galaxy S8 bereits gut beobachten können. Auch das iPhone X schimmert leicht bläulich bei schräger Betrachtung. Apple hat es aber geschafft, die Blickwinkelstabilität des Bildschirms bis aufs Äußerste zu treiben, sodass der Effekt nur ganz leicht wahrnehmbar ist. Auch einen ordentlichen Weißabgleich schafft das Super Retina Display dank neuer True-Tone-Technologie, die auch schon beim iPad Pro 10.5 zum Einsatz kommt. Je nach Umgebungslicht nimmt das iPhone X einen Weißabgleich vor und sorgt so für eine natürliche und augenfreundlichere Darstellung der Farben. Das Funktioniert beim Bildschirm des iPhone X hervorragend und ganz im Stillen. Ein weiterer Nachteil des OLED-Displays ist jedoch eine vergleichsweise kurze Lebensdauer. Lebensdauer bedeutet die mittlere Betriebszeit, nach der die Leuchtdichte des Displays auf die Hälfte abgesunken ist. Mit jedem Einschalten und Nutzen des iPhone X nimmt das Display an Leuchtkraft ab. Erfahrungsgemäß muss man sich aber keine Sorgen machen: Das Display sollte auch nach zwei Jahren noch ordentlich visualisieren.

Super Retina Display in der Praxis: Kein X-beliebiges OLED-Display

Apple hat hier nicht das Rad neu erfunden. Das hat das Unternehmen mit dem iPhone X ohnehin nicht. Das Besondere am iPhone-X-Display ist jedoch die Perfektion, die Apple geleistet hat: Eine vorhandene Technologie so ausreifen zu lassen, dass sie deutlich verbessert wird. Denn obwohl Samsung bekanntermaßen die iPhone-X-Displays gefertigt hat – Apple hat sie entwickelt und in Auftrag gegeben. Das Display des iPhone X ist groß, scharf und reagiert unfassbar schnell. Farben werden mit einer enormen Leuchtkraft und Intensität wiedergegeben. Durch das neue iOS 11 zu scrollen macht genauso viel Spaß, wie YouTube-Videos auf dem Display anzusehen. Wäre da nicht die Notch.

Aufregerthema Notch: Alles halb so wild

Die Notch hat für viel Gelächter gesorgt. Vor allem bei Apple-Verweigerern oder sonstigen Nörglern. Wer das iPhone X allerdings mal in Gebrauch hatte, wird schnell feststellen, dass sie in das iPhone-X-Design passt. Auch hier muss ich Apple wieder loben. iOS 11 wurde so an das iPhone X angepasst, dass die Sensorleiste im Alltag überhaupt nicht stört. Befremdlich ist dennoch das Ansehen von Filmen oder Videos auf dem iPhone X. Wer hier nämlich das volle 18:9-Display ausnutzen möchte, muss per Zoom-Geste den Video-Inhalt näher heranholen. Die Notch befindet sich dann links oder rechts (je nachdem, wie ihr das iPhone X haltet) im Bild. Schön ist das nicht, aber wie bei so vielem gewöhnt man sich daran. Um ehrlich zu sein, konsumiere ich Serien oder Filme eher selten auf dem iPhone, deshalb stört mich die Notch an dieser Stelle minimal.

Nervig wird es allerdings innerhalb von Game-Apps. Noch nicht alle Entwickler haben ihre Apps auf das iPhone-X-Display samt Notch angepasst. Obwohl Apple einige Wochen vor dem Release noch mal darauf aufmerksam gemacht hat, lassen viele relevante Apps mit der Anpassung auf sich warten. So zum Beispiel mein Lieblings-Spiel Asphalt 8. Hier liegt die Notch oft ungünstig am Bildschirmrand. Ich freue mich deshalb auf die Lösung des Notch-Problems seitens der App-Entwickler.

Display-Fazit

Zum iPhone-X-Display gibt es so viel zu sagen. Letztendlich ist es Apple gelungen, eine Technologie zu verwenden, die viele Vorzüge mitbringt und ein ganz neues Nutzungsgefühl auf dem iPhone auslöst. Das Super Retina Display ist das beste Display in einem Smartphone, das ich je gesehen habe. True Tone, Leuchtkraft und Auflösung bieten hier richtig viel.

Ausstattung und Leistung: Als wäre der Home Button nie dagewesen

Apple ist für seinen Zwang zum Minimalismus bekannt. Viele Ausstattungsmerkmale der iPhones sind in den vergangenen Jahren nur notgedrungen entstanden, weil die Technik dem Ideenreichtum von Jony Ive und Co. einfach nicht nachgekommen ist. Zu diesen Ausstattungsmerkmalen gehört auch der Home Button. Apples Home Button hat einige Evolutionsschritte hinter sich gebracht, bis er nun beim iPhone X endgültig abgeschafft wurde. Aus einem mechanischen Home Button wurde beim iPhone 6 erstmals ein Touch-sensitiver Knopf, der deutlich weniger anfällig für Schäden war. Der Home Button hatte immer seine Daseinsberechtigung und hat das iPhone ausgeklügelt bedient. Ich konnte mir zunächst nicht vorstellen, wie es ohne Home Button werden sollte. Nach wenigen Stunden Nutzung hat sich jedoch herausgestellt, dass ein Home Button völlig unnötig ist. Sogar On-Screen-Taster, wie sie die Android-Konkurrenz verwendet, sind gänzlich überflüssig, wenn man sich die Leichtigkeit der iPhone-X-Bedienung ansieht.

iPhone X im Test
Der Homebutton fehlt beim iPhone X überhaupt nicht. Image by Julia Froolyks

Beim Einschalten des iPhone X werden euch ein paar Gesten als Starthilfe mit auf den Weg gegeben: Innerhalb einer App müsst ihr einfach die weiß- oder schwarz-leuchtende horizontale Linie am unteren Bildschirmrand nach oben wischen. In den App-Switcher kommt ihr auf identische Art, ihr müsst dann allerdings gedrückt halten, wenn ihr nach oben wischt. Das sind die beiden Grundgesten, mit denen ihr das iPhone schon vollständig bedienen könnt.

Der Einhandmodus ist geblieben

Eine für mich sehr wichtige Funktion ist noch der Einhandmodus, der es euch erlaubt den Bildschirm des iPhone X auf halbe Höhe zu bringen, damit ihr ohne Umgreifen auch den oberen Bereich bedienen könnt. Auch hier hat Apple ohne Home Button eine passable Lösung gefunden, indem ihr einfach den weißen unteren Balken nicht nach oben, sondern leicht nach unten wischt. Das funktioniert sogar noch besser als mit dem alten Home Button. Die Bedienung einiger anderer Funktionen hat Apple ebenfalls neu gedacht. Eine Übersicht, welche Gesten und Tastenkombinationen beim iPhone X neu sind, werde ich euch in den kommenden Tagen separat erstellen.

Kein Home Button – Kein Fingerabdrucksensor

Kommen wir zu einem weiteren Umstand, der dem Wegfall des Home Buttons zu verdanken ist: Face ID ist Apples Gesichtserkennung. Wie bei der Verwendung des OLED-Displays hat Apple das nicht selbst erfunden, aber erneut nahezu perfektioniert. Face ID scannt bei der Einrichtung eures Geräts euer Gesicht mithilfe von Infrarot und der Messung von 30.000 Punkten. Dadurch erstellt das iPhone X ein dreidimensionales Abbild eurer Gesichtszüge, die laut Apple mit einer Wahrscheinlichkeit von 1:1 Million nicht von einer anderen Person imitiert werden kann. Im Laufe der ersten Tage nach Release hat sich gezeigt: Bei eineiigen Zwillingen lässt sich Face ID überlisten.

Das ist allerdings bei näherer Betrachtung und etwas logischem Denken nicht ungewöhnlich, da die Gesichtsmerkmale bei eineiigen Zwillingen nun mal identisch sind. Die Einrichtung von Face ID auf dem iPhone X funktioniert zügig. Ich habe mein iPhone X etwas zu lahm eingerichtet und den Kopf ganz behutsam gedreht und geneigt. Ich habe dann in diversen Videos gesehen, dass das ganze innerhalb von Sekunden über die Bühne gebracht werden kann. Einmal eingerichtet, könnt ihr Face ID für viele Funktionen nutzen. Nicht nur das Entsperren des Displays ist hier möglich. Face ID lässt sich auch im App Store, innerhalb der Amazon-App und mittlerweile auch beim Online-Banking (Ich habe die Sparkassen-App dafür getestet) nutzen. Im Prinzip greift Face ID überall dort, wo euer iPhone euch vorher um die Eingabe eurer Touch ID gebeten hat.

So gut funktioniert Face ID wirklich

Eingerichtet habe ich Face ID völlig ungeschminkt und müde, nachdem ich rund sechs Stunden für die Beschaffung des iPhone X unterwegs war. Im Alltag sehe ich oft unterschiedlich aus. Manchmal trage ich eine Brille, ein Handtuch auf dem Kopf und bin mal mehr, mal weniger intensiv geschminkt. Es gibt also viele Testfälle für Face ID. Am interessantesten sind unterschiedliche Lichtverhältnisse. Tatsächlich scheint es so, als gäbe sich das iPhone X gerade in der Dunkelheit sehr große Mühe, das Display via Face ID zu entsperren, da es bisher immer geklappt hat. Mit viel Licht und direkter Sonneneinstrahlung scheinen die in der Notch befindlichen Sensoren jedoch Probleme zu haben. Im Sonnenlicht gibt es kaum eine Chance, dass das iPhone mein Gesicht entsperrt. Brille, After-Duschen-Turban und Augenringe bereiten dem iPhone X hingegen keine Probleme. Die Hauptsache ist, dass genügend Messpunkte des Gesichts sichtbar sind. Ich habe mich auch gewissermaßen auf Face ID angepasst. Man spürt, wenn das iPhone Probleme hat, das Gesicht zu verifizieren und neigt das Smartphone entsprechend ein wenig. Das funktioniert in den meisten Fällen. Face ID greift nur, wenn ihr das iPhone vertikal haltet. Im Landscape-Modus funktioniert es nicht.

Face ID ist nicht bloß eine biometrische Entsperrmethode

Doch was macht Face ID im iPhone X nun so besonders? Gesichtserkennung gibt es schon seit mehreren Jahren. Android-Smartphones boten das Feature als erstes. Doch im Gegensatz zu Apple haben viele Hersteller die Technik unausgereift verbaut, damit sie einfach als Feature da ist. Das ist auch der Grund, warum Apple so lange gewartet hat, die Technologie zu verbauen. Auch hier scheint Apple nun zufrieden mit der Entwicklung zu sein und traut seinen Premium-Geräten solche Features zu, da es wirklich sinnvoll und voll nutzbar ist.

iPhone X im Test
Mit der Kamera sichtbar gemacht: Der Infrarot-Sensor für Face ID. Image by Julia Froolyks

So ist ein weiteres Schmankerl von Face ID die sogenannte Aufmerksamkeitsprüfung. Mein persönliches Lieblingsfeature des iPhone X. Sobald Nachrichten im Sperrbildschirm erscheinen, werden sie sehr anonym nur als „Neue Nachricht“ angezeigt. Blicke ich auf das Display und kann Face ID mich erkennen, klappen die Nachrichten auf und zeigen ihren Inhalt. So ist gesichert, dass niemand private Nachrichten auf dem Sperrbildschirm lesen kann, wenn der iPhone-Besitzer gerade nicht im Raum ist. Außerdem sorgt die Aufmerksamkeitsprüfung dafür, dass euer iPhone-Klingelton leiser geschaltet wird, sobald ihr bei einem Anruf auf das Display seht. Selbiges gilt für das Abdimmen der Display-Helligkeit bei längerer Unaufmerksamkeit. Eure Gesichtsdaten werden übrigens laut Apple ausschließlich auf dem iPhone X gesichert und nicht auf Apples Servern.

Prozessor, Akku und Speicher: Gutes Energiemanagement und rasender A11-Chip

Apple hat in seinen neuen iPhones den neuen A11 Bionic Chip mit 64-Bit-Architektur verbaut, der auch im iPhone 8 Plus steckt. Der Prozessor hat in den ersten Benchmark-Tests sämtliche Rekorde gebrochen. Einerseits liegt das daran, dass dem Hexa-Core-Prozessor zwei Performance-Kerne innewohnen, die je 25 Prozent schneller arbeiten als das Pendant im Vorgänger, A10. Außerdem hat Apple dem A11 Bionic erstmals eine selbst entwickelte Grafikeinheit spendiert, die im Vergleich zum Vorgänger 30 Prozent schneller arbeiten soll. Gleichzeitig verbraucht das ganze Setup laut Apple rund 50 Prozent weniger Energie. Es stellt sich natürlich die Frage, wofür ein Smartphone so viel Power braucht. WhatsApp, Games und Co. laufen auch auf dem A10 gut. Apple leistet mit dem neuen A11 Bionic wohl Vorarbeit. Besonders in den Bereichen Virtual Reality und Augmented Reality sind leistungsstarke Prozessoren ein Muss. Immerhin wirbt Apple auch im Rahmen der iPhone-X-Kampagnen mit der Möglichkeit AR- und VR-Inhalte ruckelfrei und beeindruckend wiedergeben zu können. Im Alltag konnte ich diese Sparte noch nicht ausführlich testen. Das liegt auch daran, dass noch nicht so viele ausgereifte AR-Apps im App Store verfügbar sind. Ansonsten lässt sich festhalten, dass der A11 Bionic im iPhone X sehr gute Arbeit leistet und für ein flüssiges und reaktionsschnelles iOS 11 sorgt.

Akku: Apple verbaut erstmals zwei Akkus

Das iPhone X hat bereits einige Teardowns hinter sich gebracht. Betrachtet man die Bilder des geöffneten Flaggschiffs, fällt die seltsame L-Form des Akkus direkt auf. Apple hat beim iPhone X erstmals zwei Akkus verbaut. Das braucht das Gerät auch, wie sich im alltäglichen Umgang schnell zeigt. Obwohl der Akku mit seinen 2.1716 mAh rund 200 mAh weniger Strom fasst als das iPhone 7 Plus, hält das iPhone X in etwa genauso lange durch. In der Regel habe ich meine Smartphones jeden Abend aufgeladen. Das iPhone X habe ich in den vergangenen Tagen Abends einfach mit 15 Prozent Restenergie liegen lassen und am nächsten Morgen aufgeladen. Das Aufladen ist übrigens ein echter Segen. Einmal am Stromkabel angeschlossen, kann man beinahe zusehen, wie sich der Akku mit Strom füllt. Das iPhone X fasst in 30 Minuten rund 45 Prozent seiner Akkukapazität. Das ist ein echter neuer Luxus für iPhone-Besitzer. Auch das kabellose Laden auf einer Qi-Ladestation ist mehr als komfortabel. Das iPhone wird einfach aufgelegt und lädt auf. Das schont den Lightning-Anschluss vor Verschleiß und den relativ empfindlichen Edelstahlrahmen vor Kratzern beim reinfummeln.

64 GB Speicher können ausreichend sein

Das Speichermanagement im iPhone X ist durch Apple verbessert worden. An vielen Stellen wird interner Speicher eingespart. So hat Apple beispielsweise das HEIF-Format mit .heic-Dateiendung für Fotos eingeführt, das die Größe der Aufnahmen bei besserer Qualität um bis zu 50 Prozent reduzieren soll. Da die kleinste Variante des iPhone X gerade einmal mit 64 GB daherkommt, und Apple in alter Manier keinen Micro-SD-Slot verbaut hat, war das ein wichtiger Schritt. Fotos und Apps fressen den meisten Speicher auf den iPhones dieser Welt. Die größere Speichervariante mit 256 GB ist für diejenigen interessant, die wirklich viele Apps nutzen, 4K-Videos drehen und keinen Zusatzspeicher innerhalb der iCloud gebucht haben. Ansonsten kommt man mit 64 GB auf dem iPhone X ganz gut aus.

Die Kameras – The Sky is the Limit

Über die Kameras des iPhone X könnte ich einen eigenen Testbericht schreiben, deshalb erkläre ich euch an dieser Stelle die technischen Details und meine ersten Eindrücke. Fangen wir mit der rückseitigen Dual-Kamera an. Die technischen Daten in der Übersicht:

  • 12-Megapixel-Kamera mit Weitwinkel- und Teleobjektiv
  • Weitwinkel: ƒ/1.8 Blende
  • Teleobjektiv: ƒ/2.4 Blende
  • Optischer Zoom, bis zu 10x digitaler Zoom
  • Hybrid IR Filter
  • Autofokus mit Focus Pixel

Nette Features, die ausbaufähig sind

Die Dual-Kamera ist anders als beim iPhone 7 Plus und iPhone 8 Plus nicht horizontal, sondern vertikal ausgerichtet. Insgesamt nimmt sie Fotos mit einer Auflösung von 12,2 Megapixeln auf. Die ersten Tests verliefen sehr beeindruckend. Die Aufnahmen sind glasklar und farbgetreu. Die Farben wirken dabei nicht zu übertrieben, wie ich es bei einigen Android-Smartphones des Öfteren gesehen habe. Generell schafft die Dual-Kamera realistische Aufnahmen, die sehr hochwertig aussehen. Schärfe, Farbe und Auflösung stimmen beim iPhone X. Eine Besonderheit ist das neue Porträtlicht. Eine Funktion, die sich noch in der Beta befindet. Das merkt man auch sehr.

Mein Kollege Berti-Kolbow-Lehradt hat die Porträtlicht-Funktion mit dem iPhone 8 Plus bereits ausführlich getestet und hat ähnliche Ergebnisse erzielt, wie ich mit dem iPhone X. Die Berechnung des Licht-Effekts ist noch nicht perfekt und sieht an manchen Stellen richtig unschön aus. Was beim iPhone X hingegen sehr gut funktioniert, ist der Bokeh-Effekt. Hier entstehen tolle Aufnahmen mit verschwommenen Hintergrund, die sehr nah an echte Spiegelreflex-Ergebnisse kommen.

TrueDepth-Kamera überzeugt auf ganzer Linie

An der Front des iPhone X wird es noch interessanter. Hier wurde die neue TrueDepth-Kamera in die Notch integriert. Sie löst mit 7 Megapixeln auf und bietet erstmals ebenfalls den Porträtmodus sowie den Porträtlicht-Modus. Die Bilder wirken ebenso scharf und farbgetreu. Die TrueDepth-Kamera ist auch für den größten Spaß am iPhone X verantwortlich: Animojis. Das ganze Internet ist voll mit singenden Kackhaufen. Die TrueDepth-Kamera scannt dabei euer Gesicht, um Emojis mit eurer Mimik zum Leben zu erwecken. Gleichzeitig könnt ihr singen oder einen blöden Spruch raushauen. Meine Animojis sind jedenfalls der Renner im WhatsApp-Familienchat. Ihr könnt die Animojis, nachdem ihr sie via iMessage erstellt habt, in der Galerie eures iPhone sichern und als Video über alle anderen Chat-Dienste verbreiten.

Fazit: Das iPhone ist im Jahr 2017 angekommen

So viel gab es in den vergangenen Jahren nicht über neue iPhones zu sagen. Auch die Neuheiten, die Apple im Jubiläums-iPhone verbaut hat, halten sich zahlenmäßig in Grenzen. Das liegt vor allem daran, dass Apple vorhandene Technologien weiter verbessert und auf seine Ansprüche angepasst hat. Obwohl also wenig Neues passiert, ist das iPhone X ein rundherum großartiges und auch wegweisendes Smartphone für Apples Produktpolitik. Es war allerhöchste Zeit, dass Apple ein grunderneuertes iPhone präsentiert. Dabei wäre kein Jahr passender gewesen als 2017, dem zehnjährigen Jubiläum des iPhones.

Das iPhone X kann mit der Android-Konkurrenz endlich auch in Sachen Features mithalten. Natürlich hat Apple längst nicht alle Technologien im iPhone X verbaut, dafür funktioniert das, was nun da ist, einwandfrei. An Face ID wird Apple noch arbeiten müssen. Dennoch funktioniert die Entsperrung so zuverlässig und schnell wie in keinem anderen Smartphone auf dem Markt. Das Kamera-Setup ist beeindruckend und macht richtig viel Spaß. Außerdem ist das iPhone X schnell aufgeladen und das dank Wireless Charging auch ohne Kabel. Die Investition von 1.149 Euro bzw. 1.319 Euro lohnt sich für Apple-Jünger, die ohnehin jedes Gerät kaufen, sowie für anspruchsvolle Smartphone-Nutzer, die nicht sehr viel personalisieren wollen, sondern einfach ein leistungsstarkes, hochwertiges und funktionstüchtiges Smartphone im Alltag brauchen.


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  • INTERNET süddeutsche: Der leise Internet-Revolutionär: Blaise Ndola hilft Kongolesen beim Start im Internet. Der 25-jährige Lehrer will Jugendlichen zeigen, wie sie einen Blog gestalten können – die digitale Revolution braucht ihn. Schon wieder bricht die Internetverbindung ab. Zehn Kursteilnehmer schauen auf ihre Bildschirme und hoffen, dass die Seite irgendwann lädt. „Willkommen im Ostkongo“, murmelt Blaise Ndola vor sich hin. Der 25 Jahre alte Lehrer für Online-Medien und Marketing will den Jugendlichen zeigen, wie sie einen Blog gestalten können. Sie arbeiten für eine Hilfsorganisation und sollen Teenager aufklären, damit sie Kondome benutzen.

  • IPHONE X applepiloten: iPhone X vorbestellen – 5 Tipps, wie ihr das neue iPhone schnell bekommt: Kurz nach der Präsentation des neuen iPhone X kam die Ernüchterung: Das revolutionäre Apple-Flaggschiff wird zunächst in geringer Stückzahl verfügbar sein. Bereits in den vergangenen Jahren herrschte nach der Präsentation neuer iPhones eine Knappheit innerhalb der ersten Wochen. Böse Zungen behaupten immer wieder, dass Apple diese Knappheit bewusst provoziert, um das Objekt der Begierde noch begehrenswerter zu machen. Zumindest für dieses Jahr sind allerdings konkrete Gründe und Informationen bekannt, warum Apple das neue iPhone X tatsächlich vorerst nicht in ausreichender Stückzahl produzieren kann. Wenn ihr das iPhone X vorbestellen wollt, geben wir euch Tipps an die Hand, wie ihr dabei erfolgreich vorgehen könnt.

  • GENTECHNIK heise: Gentechnik macht Früchte haltbarer: In den USA kommt demnächst eine Packung mit Apfelspalten auf den Markt, die erst in drei Wochen braun werden – ohne dass Konservierungsmittel notwendig wären. Die Arctic-Früchte wurden dazu genetisch verändert, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Die Äpfel sollen geschnitten in Tüten verkauft werden – und zwar in 400 Läden im Mittleren Westen der USA sowie im Süden Kaliforniens. Der Verkaufsstart ist der erste größere Test gentechnisch veränderter (Genetically Modified Organism, GMO) Lebensmittel seit den Neunzigerjahren, die den Endkunden direkt ansprechen sollen. Damals scheiterte eine langsam reifende Tomate namens Flavr Savr leidlich krachend. Seither konzentrierten sich die Biotechnikkonzerne vor allem auf GMO-Produkte, die Bauern helfen, ihre Ernte zu optimieren.

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  • FACE ID sueddeutsche: Gesichtserkennung und Privatsphäre sind kein Widerspruch – sagt Apple: Erst vor etwa zwei Wochen wurde das neue Flagschiff von Apple auf der alljährlichen Keynote vorgestellt – das iPhone X. Das neue Smartphone wird per Face ID das Gesicht des Nutzers scannen und soll als Sicherheitsmechanismus und für Transkationen dienen. Aber wie sieht es mit der Privatsphäre bei diesem Feature aus und wo landen die darauf bezogenen persönlichen Daten? Erstens ist das Feature optional und zweitens hat Apple jetzt eine detaillierte Anleitung zur neuen biometrischen Technologie – aka Face ID – veröffentlicht, die genau erklärt, wie der Konzern das Gesicht scannt.

  • SMARTBENCH wired: Diese Londoner Parkbänke laden Handy-Akkus auf: Statt auf die Vernetzung von Fahrzeugen oder autonome Autos setzt der Konzern Ford jetzt auf Fußgänger in London. Dort wurden jetzt erstmals smarte Parkbänke aufgestellt, die die Passanten mit kostenlosem WLAN und Strom versorgen soll. Der Autohersteller hat zusammen mit dem Unternehmen Strawberry Energy jetzt 20 smarte Parkbänke in London aufgestellt. Die Bänke sind mit einem Solarpanel ausgestattet und laden Geräteakkus sowohl kabelgebunden via USB als auch drahtlos auf.

  • 5G golem: Hamburger Hafen und Venedig testen das Giganetz: Die Stadt Hamburg hat jetzt eine große Chance in Sachen Digitalisierung gesehen und genutzt. Am Hamburger Hafen soll bald, wie zuvor schon in Venedig, ein 5G Giganetz ausgebaut werden. Das Netz soll zunächst getestet werden und die Testphase dazu wird bis voraussichtlich Juni 2019 weiterlaufen. Wie auch Venedig ist auch der Hamburger Hafen ein Touristenmagnet, deswegen die Entscheidung für diesen Standort. Die EU-Kommission stellt für beide Standorte um die 7,7 Millionen Euro bereit. 5G soll Daten um ein Vielfaches schneller transportieren als LTE. Der Mobilfunkstandard sei eine Alternative zum Glasfasernetz, „die uns erlaubt, auch kritische Anwendungen per Funk anzubinden – wie beispielsweise die Steuerung einer Schleuse“, berichtet der Chef der Hafenbehörde HPA Jens Meier.

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  • IPHONE X t3n: Samsung reagiert auf iPhone X mit faltbarem Smartphone – 2018: Gestern erst fand die Keynote zum neuen Apple-Smartphone – dem iPhone X – statt. Da der Markt der smarten Mobiltelefone nicht schläft, gibt es jetzt schon dir Antwort von Samsung. Denn für das nächste Jahr will der südkoreanische Hersteller, genau genommen der Mobile-Chef DJ Koh, ein Smartphone der Note-Serie mit faltbarem Display auf den Markt bringen. Bisherigen Gerüchten zufolge plant Samsung unter dem Codenamen „Project Valley“ die Veröffentlichung zweier Modelle frühestens 2018.

  • WLAN heise: EU-Parlament stimmt für kostenloses WLAN an öffentlichen Orten: Überall unbegrenztes und kostenloses WLAN ist noch ein eher utopischer Gedanke für die digitalisierte Gesellschaft. Die EU will diese Vision jetzt aber mit einem millionenschweren Programm fördern. Bis zu 8.000 kostenlose Hotspots sind an öffentlichen Orten wie Bibliotheken, Krankenhäusern oder ähnlichem angedacht. Das Projekt nennt sich WiFi4EU und soll mit rund 120 Millionen Euro unterstützt werden. Die Gemeinden und öffentlichen Einrichtungen sollen sich über ein Online-Portal für Internet-Gutscheine bewerben können, mit denen die Anfangskosten gedeckt werden sollen.

  • DMEXCO horizont: Das war der erste Dmexco-Tag: Gestern und heute trifft sich die Branche des digitalen Marketings wieder in der Kölnmesse zum größten deutschen Branchen-Event des Jahres – der dmexco! HORIZONT-Chefredakteur Volker Schütz fasst einige Höhepunkte von Tag 1 zusammen und kommt zum vorläufigen Fazit, dass sich die digitale Transformation irgendwo zwischen „digitaler Besoffenheit und neuem Realismus“ befindet. Zumindest um das Buzzword „Transformation“ scheint man am 1. Konferenztag kaum herumzukommen.

  • KI wired: Warum zur Hölle wollen Forscher homosexuelle Menschen am Gesicht erkennen?: Oftmals hört man von diversen US-Studien, die einfach nur lächerlich oder unnötig wirken. Diese neueste Studie setzt dem Fass jetzt aber die Krone auf. Michal Kosinski und Yilun Wang von der Stanford University hatten eine Studie vorgestellt, bei der sie mehr als 130.000 Portraits von einer Dating-Website von einer Software für Gesichtserkennung hatten analysieren lassen. Diese KI soll dann angeblich mit 83-prozentiger Wahrscheinlichkeit erkannt haben, ob die abgelichtete Person homosexuell ist. WIRED-Kolumnist bringt auch unsere Gedanken dazu auf den Punkt: Warum zur Hölle fertigt jemand so eine Studie überhaupt erst an?

  • TESLA golem: Teslas „Autopilot“ trug zu tödlichem Unfall bei: Autonome Fahrzeuge sind die Zukunft, dass früher oder später aber etwas passieren würde, ist fast traurige Gewissheit. Im letzten Jahr führte eine Fahrt mit dem Tesla-Autopiloten zum Tod des Fahrers. Das National Transport Safety Board – kurz NTSB, also die US-Behörde für transportsicherheit – ist nun zum Schluss gekommen, dass der Tesla zumindest eine Teilschuld trägt. Für die Unfallermittler vom NTSB war der tödliche Crash ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren.

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