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10 Jahre Google Chrome – großes Update ruft auch Kritik hervor

Benutzerfreundlichkeit, Effizienz und eine ansprechende Benutzeroberfläche. Dies waren schon immer Eigenschaften, die man mit dem Google Chrome Browser assoziieren konnte. In dem großangelegten Update zum zehnjährigen Jubiläum von Chrome wird nun noch einmal so einiges aufpoliert und verbessert. Zunächst zur Optik. Google hat das Interface des Browsers noch einfacher und bunter gestaltet und will neue Symbole etablieren. Das soll nicht nur das Äußere des Browsers ansprechender machen, sondern auch die Bedienung vereinfachen. In der iOS-Version rutscht die Symbolleiste nach unten, was ebenfalls für bessere Bedienbarkeit beim mobilen Surfen sorgen soll. Desweiteren gibt es in der neuen Version 69.0. vom 3. September 2018 über alle Plattformen hinweg Änderungen bei den Eingabeaufforderungen, Menüs und insbesondere der Adressleiste.

Tab-Messie? Kein Problem!

Eine der größten Neuerungen in Chrome betrifft die Tabs. Sie sind nicht mehr kantig sondern abgerundet und die Kontur ist weggefallen, wodurch die Icons der aufgerufenen Websites besser zur Geltung kommen. Gleichzeitig gibt es in der „Omnibox“ – eine Mischung aus Suchmaschine und Adressenfeld – eine Suchfunktion für Tabs. Verliert man sich also mal ausversehen in drei geöffneten Fenstern und 20 verschiedenen Tabs, so kann man oben in der Leiste nach dem Tab suchen und Chrome teilt einem mit, ob man diese Website bereits geöffnet hat. Ist dies der Fall, wird man zu dem geöffneten Tab dirigiert, ansonsten wird die jeweilige Adresse aufgerufen.

Chrome alte Version
Die Browsertabs in der Vorgängerversion Chrome 68 sind kantiger und konturiert. Screenshot by Lena Simonis
Chrome neue Tabs
Die runderen Browsertabs ohne Konturen sollen dafür sorgen, dass man Icons besser wahrnimmt. Screenshots by Lena Simonis

Aber noch etwas anderes fällt uns hier auf: Chrome zeigt die URL in der Adressleiste nicht mehr vollständig an. Nutzer können also nicht mehr auf den ersten Blick erkennen, auf welcher Webseite genau sie sich befinden. Das Verschwinden der URL aus der Adressleiste und Googles langjähriges Bemühungen, das URL-Prinzip zu verändern, sehen viele Experten äußerst kritisch. Mit dem letzten Update haben die Chrome-Entwickler die Location www nun zu einer trivialen Subdomain gemacht, die der Browser in der Adressbar automatisch verbirgt. Dadurch könnten User den Eindruck bekommen, dass die Location keine Rolle spiele, obwohl sie durch das tatsächliche Weglassen von www zu einem ganz anderen Ziel gelangen können, wie etwa das Beispiel http://www.pool.ntp.org vs http://pool.ntp.org zeigt.

In der alten Chrome-Version sehen wir die Location www. Screenshot by Lena Simonis
In der neuen Chrome-Version wird die Location www wie jede beliebige Subdomain behandelt und dem Nutzer nicht angezeigt. Screenshot by Lena Simonis

Erweiterung der Passwort-Speicherung

Google möchte Chrome-Nutzer außerdem dazu bringen, ihre Daten bei Google zu speichern und zu verwahren. Adressen, Kreditkartennummern und Passwörter lassen sich nun im Browser abgespeichern und im Anschluss auf das Google-Konto übertragen. Damit sollen Prozesse, etwa beim Online-Shopping oder Reise-Buchungen, noch einfacher von der Hand gehen. In der heutigen Flut an Zugängen und Passwörtern, die man nicht nur erstellen, sondern sich im besten Fall auch noch alle merken sollte, bietet Chrome an, selbstständig Passwörter mit hoher Sicherheitsstufe zu generieren und ebenfalls zu speichern. Auch das soll Geräteübergreifend möglich sein.

Personalisierungen

Wer schon immer von den eintönigen Seiten genervt war, die sich einem auftun, wenn man auf „Neuer Tab“ klickt, den wird die letzte größere Änderung im Chrome Browser gefallen. Usern ist es nun möglich, eigene Fotos als Hintergrundbild für die sonst so leeren Seiten auszuwählen. Zuletzt können Nutzer die eigenen Lieblingswebsites mit Shortcuts noch schneller über die „Neuer Tab“ Seite erreichen.


Image the digital artist via pixabay / Screenshot by Lena Simonis

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Open-Source-Software für Mac – die besten freien Programme am Apple-Rechner

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Als Technik-Journalistin ist meine IT-Ausstattung relativ heterogen. Ich kann keine teuren Software-Abos in meine Honoraren kalkulieren und interessiere mich mehr für Innovationen als bekannte Funktionen. Ich nutze daher Open-Source-Software für Mac – derzeit unter macOS High Sierra 10.13.2 – wo immer ich kann. Nicht zuletzt deshalb, weil uns die Idee der freien Software und Open Source dorthin gebracht haben, wo wir in der gesamten Software-Entwicklung stehen. Funktional stehen die kostenlosen Alternativen den Lizenzprogrammen meist in nichts nach. Folgende Software-Auswahl soll produktives und unterhaltsames Arbeiten mit dem Mac ermöglichen.

E-Mail

Apple Mail oder Microsoft Outlook sind nicht jedermanns Sache. Der Mozilla Thunderbird ist seit jeher der Mail-Client meiner Wahl – inzwischen in Version 52.5. Einer organisierten und schnellen E-Mail-Korrespondenz kommen das intuitive Interface und ein großer Funktionsumfang zugute, der sich per Add-Ons erweitern lässt. Dazu gehören neben der Kontaktverwaltung und den immer wieder notwendigen Filter-Tools seit Kurzem eine Kalenderfunktion. Noch nie gebraucht habe ich die Filelink-Funktion, mit der sich große Dateianhänge auch per Mail schicken lassen. Unter anderem nutze ich sie deshalb nicht, weil ich mich dazu bei einem Drittanbieter anmelden müsste.

Browsen

Browser sind in der Regel gratis nutzbar, sodass die Wahl der Alternative zu Safari keine Kostenfrage ist. Open Source ist aber natürlich längst nicht jeder Browser. Daher setze ich auch beim Surfen oft und gern auf die Mozilla-Entwickler. Mit Firefox Quantum haben sie gerade einen Browser präsentiert, der in Sachen Geschwindigkeit und Speicherlast alle anderen in den Schatten stellt – sogar Chrome. Auch was den Privatsphäre-Schutz angeht, war Mozilla schon immer auf der Nutzerseite und zeigt das auch im Quantum.

Dank der Vielzahl an Add-Ons kann man den Browser an die persönlichen Interessen anpassen. Zwei neue Features, die ich interessant und nützlich finde, sind Screenshots direkt aus Firefox zu teilen, und die Artikelvorschläge vom Pocket-Tool. Zu meinen Lieblings-Add-Ons gehören ferner ProxTube zum Entsperren von You-Tube-Videos und Light-Beam, ein 3rd-Parties-Tracker. Für mehr Transparenz beim Online-Shopping sorgen Preisentwicklungsgraphen. Preise bei Amazon trackt zum Beispiel die Erweiterung Keepa.

Firefox Mac
Firefox ist unter macOS eine sehr gute und schnelle Open-Source-Alternative zu Safari. Screenshot by Lena Simonis

Google Chrome, der derzeit am weitesten verbreitete Browser und größtenteils quelloffen, habe ich vor allem genutzt, um auf WebGL-Websites zu surfen, bevor der Firefox das richtig konnte. Die Chrome-Experiments sind immer wieder inspirierend. Aber den super Sicherheitsargumenten, die sogar das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik überzeugen, steht die Tatsache gegenüber, dass Google über den Browser noch einfacher Zugriff auf Daten über mein Surfverhalten bekommt.

Schreiben

Für formatierte Texte nutze ich statt Pages oder Word das Office-Paket für Mac von LibreOffice. Es ist kompatibel mit vielen Dokumentformaten wie Word, Excel, PowerPoint und Publisher. Darüber hinaus kann man Dateien im offenen und international anerkannten Dokumentenstandard OpenDocument Format (ODF) speichern. Das XML-basierte Format ist nicht nur in LibreOffice nutzbar, sondern auch in Microsoft Office und anderen Programmen, was in einer global vernetzten Welt mit einer Vielzahl unterschiedlicher Geräte nur Vorteile hat. Zu meinen Lieblingsfunktionen gehört der gelungene Thesaurus.

Grafik- und Web-Design

Dem Mac fehlt ein eigenes einfaches Malprogramm. Um Bilder aus der Zwischenablage einzufügen,  funktioniert am besten Paintbrush für Mac. Mit der bitmap-orientierten Open-Source-Software für Mac, die an Microsoft Paint und Apples MacPaint aus den 80ern erinnert, lassen sich die meisten gängigen Bildformaten wie BMP, PNG, JPEG, TIFF und GIF öffnen, bearbeiten und speichern. Bei PNGs und GIFs werden auch Transparenzen unterstützt. Als Alternative zu Photoshop kommt hier für anspruchsvollere Aufgaben GIMP für macOS für Mac zum Einsatz.

Um Vektorgrafiken zu erstellen oder zu bearbeiten empfehle ich Inkscape. Ein interessantes Open-Source-Projekt für Publisher ist die Layout-Software Scribus. Für kleinere HTML-Projekte empfehle ich (1.11) Brackets als Pendant zu Adobes Dreamweaver. Der quelloffene Code-Editor für Mac bietet unter anderem eine praktische Live-Vorschau.

Audiobearbeitung und Musikverwaltung

Zu meinen Must-haves gehört Audacity. Die Audioschnitt-Software unterstützt alle gängigen Audioformate und bietet neben den grundlegenden Funktionen und Effekten eine intuitive und konsistente Bedienoberfläche für alle Betriebssysteme.

Zur Audiowiedergabe nutze ich – ehrlich gesagt – Apples eigenes iTunes. Als technisch elegantere Alternativen kann ich Clementine empfehlen. Der relativ neue, plattformübergreifende Player gibt alles, um iTunes bei der Performance blass aussehen zu lassen. Man spürt das Herzblut, das die Entwickler in Clementine stecken. Der Funktionsumfang und die Anwendungsqualität suchen ihresgleichen: Ob einfach zu benutzende Oberfläche auf allen Betriebssystemen, Internetradio über eingebundene Musikdienste wie Spotify und Soundcloud oder Fernsteuerung mittels Android-Gerät, Wii-Fernbedienung, MPRIS oder Befehlszeile.

Clementine Mac
Clementine ist eine elegante Alternative zu iTunes. Toll sind die Schnittstellen zu Streaming-Diensten. Screenshot by Lena Simonis

Videoplayer

Muss ich den VLC Media Player vorstellen? Kein Open-Source-Player spielt mehr Formate und verschiedene Streaming-Protokolle ab. Das einzige, was gegen den VLC-Player spricht ist, dass er derzeit noch nicht optimal auf Mac läuft. Mit IINA hat deshalb der Entwickler Collider LI einen schicken Open-Source-Medienabspieler für macOS in Swift entwickelt, der sich zur Zeit in Version 0.0.14.1 befindet. Sollten Dateien immer noch nicht laufen, lässt sich mit der Open-Source-Software für Mac namens HandBrake ebenfalls fast jedes Video-Format in einen abspielbaren Codec umwandeln.

FTP-Clients und Dateimanagement

Weil die Oberfläche von FileZilla einfach unsagbar hässlich ist und ich auf eine Doppelansicht beim Hochladen verzichten kann, nutze ich inzwischen Cyberduck für Mac als FTP-Client. Schnell genug sind beide. Um meine Datenablage möglichst sauber und über verschiedene Geräte hinweg kongruent zu halten, brauche ich außerdem FreeFileSync. Die Open-Source-Software für Mac analysiert Verzeichnisse und findet zuverlässig unterschiedliche Dateien und Datei-Versionen im Netzwerk.

Fazit: Große und gute Auswahl an Open-Source-Software für Mac

Für macOS gibt es eine große Bandbreite gut gepflegter Open-Source-Software: In der Regel kommt man mit ihrem Funktionsumfang aus. Neben dem Kostenfaktor sprechen aber noch weitere Argumente für ihren Einsatz: Große Initiativen wie Mozilla aber auch einige Unternehmen stellen ihre Projekte quelloffen zur Verfügung und tragen damit zu deren Verbreitungsgrad und ständigen Weiterentwicklung bei. Dazu verfügt die Open-Source-Community über weitaus größere Man-Power an Entwicklern als jeder proprietäre Software-Hersteller. Quelloffener Code ist sehr gut dokumentiert und wird außerdem naturgemäß öfter von Experten getestet. Sicherheitslücken und -probleme werden also oft schneller entdeckt, als dies bei kommerzieller Software der Fall ist. Wenn ihr weitere Open-Source-Software für Mac sucht, dann empfehle ich euch Freesmug als Anlaufstelle.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Applepiloten.


Ribkhan/stock.adobe.com, Screenshots by Lena Simonis


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