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Press Play! – Die Podcast-Highlights im November

Auf dem Weg zur Arbeit, beim Sport, beim Putzen oder zum Einschlafen: Es gibt fast nichts, wo Podcasts uns nicht auf Schritt und Tritt begleiten. Wir haben die spannendsten Podcast-Highlights des Monats für euch herausgesucht.

Du weißt nicht, was hier los ist? Dann schau erstmal hier rein: Podcast Basics.

Vorlesungswissen mit Spaß: Soziopod

Ohje, Dozenten vor dem Mikro? Hören die sich nicht sowieso schon gern labern? Beim Soziopod wird es zum Glück nie langweilig. Patrick Breitenbach und Nils Köbel nehmen sich soziologische und philosophische Themen oder bekannte Philosophen vor und erklären diese zunächst wissenschaftlich, danach wird der gesellschaftliche Kontext aufgerollt und verständlich erklärt, versprochen. Von Angst in der Gesellschaft über Demokratie bis hin zu Marx, Hegel und Luhmann gibt es hier das kleine Soziologen-101 unterhaltsam und verständlich für euch aufgetischt. Und mitschreiben müsst ihr auch nicht, versprochen!

Soziopod: Press Play!

Erlebte Geschichte: Staatsbürgerkunde

„Mama, Papa, erzählt doch mal, wie war das früher so?“ – Viele Kinder fragen sich im Erwachsenenalter, wieso sie ihre Eltern nicht schon längst über ihr früheres Leben ausgefragt haben. Martin Fischer hat die Chance genutzt und erst seine Eltern, später auch andere Bekannte und Experten in seinem Podcast Staatsbürgerkunde befragt. Stoff zum Nachhaken hat er genug: Martin kommt aus der DDR, war aber noch zu klein, um sich richtig zu erinnern. Also redet er über alle Alltagsthemen, die ihm so einfallen: Schule, Arbeit, Essen, Tierparks, aber natürlich auch über politische Themen wie Überwachung, Flucht und Oppression. So spannend, alltagsnah und unverstellt gibt es Geschichte selten zu hören.

Staatsbürgerkunde: Press Play!

Pechsträhne mit Mehrwert: Talk ohne Gast

Der nächste Podcast ist eigentlich ein Widerspruch: Ein Interview-Programm ohne Interview. Die Gäste, die zu Till Reiners und Moritz Neuemeier hätten kommen sollen, tauchen nämlich gar nicht auf. Das kann immer mal passieren, und meistens fällt solch ein Nicht-Termin unter den Teppich. Anders bei Talk ohne Gast. Dann müssen sich die beiden eben anders behelfen und quatschen dann eben nur zu zweit, aber nicht werniger munter darüber, was sie gern gefragt hätten. So kommen die beiden vom Hölzchen aufs Stöckchen.

Talk ohne Gast: Press Play!

Vom Kleinen ins Große: Anekdotisch Evident

Katrin Rönicke kennt ihr schon aus unseren früheren Empfehlungen, denn sie ist auch Teil des Lila Podcast. Zusammen mit der Autorin und Kulturwissenschaftlerin Alexandra Tobor färbt sie die unterschiedlichsten Themen mit persönlichen Erfahrungen ein. In jeder Folge unterhalten sie sich über ein Thema, das ihnen am Herzen liegt und sie durch den Alltagt begleitet, wie Geld, Wut oder Fotografie – so finden Anekdoten und wissenschaftliche Evidenz auf unterhaltsame Art zueinander.

Anekdotisch Evident: Press Play!

Zum Runterkommen: Einschlafen

Toby Baier sagt von sich selbst, dass er so langweilig ist, dass ihm sogar seine Kinder manchmal beim Erzählen wegschnarchen. Das können wir zwar so nicht ganz bestätigen, aber Tobys Stimme hat schon eine eher beruhigende Wirkung. Aus der Not hat er eine Tugend gemacht: Mit dem Einschlafen-Podcast bietet er entspannte Texte zum Einschlafen oder Zuhören und abgelenkt sein. Er erzählt von seinem Tag oder liest auch einfach mal aus einem (staubtrockenen) Klassiker vor – hauptsache, man kann sich entspannen. Zu Tobys Erstaunen funktioniert das Konzept so gut, dass er viele Dankes-Emails bekommt – obwohl wahrscheinlich die meisten seiner Hörer kaum je eine Folge zu Ende gehört haben dürften. Na dann: Gute Nacht!

Einschlafen: Press Play!

Podcast Tipps Oktober

Hier geht’s ums Wesentliche: Elementarfragen

Nicolas Semak, Mitbegründer des Podcast-Labels Viertausendhertz, hat Fragen. Und zwar viele davon. Trotzdem lässt der seinen Interviewpartnern freien Lauf und so kommen sie in den Elementarfragen vom Hölzchen aufs Stöckchen. Dabei wird Biografisches ebenso angesprochen wie Charaktereigenschaften, bis der Zuhörer die Gäste wirklich kennenlernt. Im offenen Podcastformat waren bereits Medienpersönlichkeiten wie Sascha Lobo, eine Astronautin, eine Seenotretterin, Politikerinnen wie Claudia Roth und Zeitzeugen wie das ehemalige RAF-Mitglied Lutz Taufer oder der Kommune 1-Mitbegründer Rainer Langhans zu Gast.

Elementarfragen: Press Play!

All überall: Sternengeschichten

Das Weltall, unendliche Weiten. Wer sich hier am Besten auskennt, ist der Astronom Florian Freistetter. Er erklärt uns unseren Nachthimmel und löst auch schonmal die eine oder andere Artikelwelle auf, die panisch durch die Medien getragen wird. Wenn also wieder mal eine angebliche zweite Erde gefunden wird, neues Leben im All vermutet oder einfach ein Meteor abstürzt (oder war es ein Komet? Florian Freistetter sagt es euch!) , wird man hier bestens und unterhaltsam informiert. Nicht nur für Physiker!

Sternengeschichten: Press Play!

Frauen an die Mikros: Lila Podcast

Frauen in der Podcastlandschaft? Sind leider noch immer Mangelware. Das kann so nicht weitergehen, dachten sich die Autorinnen und Radiomacherinnen Katrin Rönicke, Barbara Streidl und Susanne Klingner. Zusammen senden sie als Lila Podcast und gelten seit langem als “Klassiker unter den feministischen Podcasts” (zett). Die drei Frauen berichten klischeefrei und angenehm unaufgeregt über die weibliche Sicht auf die Welt und wie sie sich verändert – egal, ob es um #metoo, den Gender Pay Gap, Familienpolitik, Frauenquote, Schminktutorials oder Kunst geht.

Lila Podcast: Press Play!

Serdar Somuncu in den Kopf geschaut: Die Blaue Stunde

Serdar Somuncu ist ein Phänomen. Der Kabarettist, Autor, Regisseur und Politiker (er trat 2017 als Kanzlerkandidat für die Partei DIE PARTEI an) ist ein hochintelligenter Hans Dampf in allen Gassen, dabei aber gern auch völlig schräg umherfantasierend. Ein Hörerlebnis ist die Blaue Stunde auf jeden Fall. Mal ist er allein im Studio und philosophiert vor sich hin, mal wird ein Gast einfühlsam abgetastet. Serdar Somuncu kommt hier innerhalb von 2 Minuten vom Lieblingsjoghurt auf die großen Fragen des Lebens und hat zu allen einen Draht.

Die Blaue Stunde: Press Play!

Was tun, wenn es zu Ende geht: The End

Fast jeder musste es in der Familie oder im Freundeskreis schon einmal miterleben, und am Ende geht es sowieso uns alle an: Der Tod ist mitten unter uns – aber reden tut niemand darüber. Sterben, was macht man da eigentlich? Wie stehen Sie zum Tod? Und was muss man eigentlich alles beachten, wenn es an die Organisation geht? Der Berliner Bestatter Erik Wrede nimmt dem Thema in seinem Podcast den Schrecken und geht einfühlsam und mit viel Interesse an die Fragen heran, die man hat, sich aber nicht zu stellen traut.

The End: Press Play!


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Press Play – Die Podcast-Highlights im August

Auf dem Weg zur Arbeit, beim Sport, beim Putzen oder zum Einschlafen: Es gibt fast nichts, wo Podcasts uns nicht auf Schritt und Tritt begleiten. Wir haben die spannendsten Podcast-Highlights für euch herausgesucht. Du weisst nicht, was hier los ist? Dann schau erst einmal in die Basics hinein.

Reingenerdet: Chaosradio Express

Podcast-Urgestein Tim Pritlove hat so mache Podcast-Reihe geprägt und viele Hörer selbst zum Podcasten angeregt. Mit seinem Chaosradio Express geht er tief in die Materie aller möglichen Themen aus Technik, Kultur und Gesellschaft. Egal, ob es ums Brotbacken geht, um das Internet oder den Mythos der 68er, hier wartet Nerd-Content deluxe auf wissbegierige Ohren.
Chaosradio Express: Reinhören!

Die Medienkritischen: Aufwachen!

Der Journalist Tilo Jung und der Soziologe und Publizist Stefan Schulz besprechen zweimal wöchentlich in ihrem Podcast die aktuellen deutschen Nachrichten. Dabei gehen sie sowohl auf die Nachrichtenlage selbst ein als auch auf die journalistische Darstellung der Themen. Oft kritisch, manchmal kontrovers und immer tagesaktuell Gern in Überlänge. Im dazugehörigen Forum wird oft rege diskutiert.

Aufwachen Podcast: Reinhören!

Die Vielfältigen: hr2 Kultur – Der Tag

Der Hessische Rundfunk bildet mit seinem Feature-Format eine Ausnahmeerscheinung in der Riege der Öffentlich-Rechtlichen. Jeden Abend wird eine Stunde lang ein Thema beleuchtet und dabei unterfüttert mit Beispielen aus der Literatur oder der Popkultur: Hier werden Experten gemacht.

hr2 Kultur – Der Tag: Reinhören!

Für Vielgucker: Das kleine Fernsehballett

Sarah Kuttner und Stefan Niggemeier, selbst ihres Zeichens Medienprofis und -beobachter, schauen sich gemeinsam, manchmal aber auch gegen den Willen des Anderen, die aktuellsten Fernsehformate an. Von der Scifi-Serie auf Netflix bis zum Trash-Format auf RTL 2 wird alles gnadenlos durchanalysiert. Witzig, pointiert und supersympathisch. Die aktuellen Folgen gibt’s bei Deezer.

Das kleine Fernsehballett: Reinhören!

Biografisch: Durch die Gegend

Und noch ein Laber-Podcast: Christian Möller macht mit seinem Format genau das, was der Name ankündigt. Er trifft sich mit MusikerInnen, AutorInnen, PolitikerInnen und vielen mehr und läuft mit ihnen – genau – durch die Gegend: Zu deren Arbeits- oder Lieblingsplätzen oder ganz einfach die Straße herunter. Was ihnen dabei einfällt, ist oft spannender als ein glatt strukturiertes Interviewformat in der angestaubten Sitzgruppe. Motto: “Die besten Gedanken kommen im Gehen.”

Durch die Gegend: Reinhören!

P.S.: Auch die anderen Produkte vom Podcastlabel Viertausendhertz sind sehr empfehlenswert. Einfach mal stöbern.


Image (adapted): Microphone by TheAngryTeddy (CC0 Public Domain), via Pixabay

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Press Play – Was ihr über Podcasts wissen müsst: Eine Anleitung

Auf dem Weg zur Arbeit, beim Sport, beim Putzen oder zum Einschlafen: Es gibt fast nichts, wo Podcasts uns nicht auf Schritt und Tritt begleiten. Wir suchen in dieser Reihe die spannendsten Podcast-Highlights für euch heraus.

Der Bus will nicht kommen und ihr müsst Zeit überbrücken? Na klar: Hörer rein, Smartphone raus, Track abspielen. Wer jetzt an Musik denkt, liegt 2018 nicht zwangsläufig richtig. Wahrscheinlicher ist es, dass jetzt ein Podcast läuft. Denn Podcasts können mehr: Sie schärfen euren Blick für die Welt. Mit ihnen kann man neue Themen und Aspekte kennenlernen, tiefergehende Diskussionen zu aktuellen Debatten verfolgen oder sich ganz einfach die Zeit vertreiben.

Podcast: Die dritte Welle ist da

Die derzeitige “dritte Welle des Podcastings”, wie die der Podcast-Pionier Tim Pritlove sie in seiner Keynote auf der Subscribe9 im Herbst 2017 beschrieb, führt vor, wie vielfältig das Medium Podcast ist. Etwa seit 2016 haben sich Podcasts aus der Nische herausbewegt und sind im Mainstream angekommen. Außerdem lässt sich kein anderes Medium besser parallel nutzen.

Egal, ob beim Bügeln, Kochen, Spazieren, Reisen, Pendeln – Podcasts begleiten uns im Alltag. Die Faktoren Personality und der Promi-Status sind ebenfalls nicht zu vergessen – ähnlich wie bei Youtubern haben sich unter Podcastern bestimmte Filterblasen und eine gewisse Podcasting-Prominenz gebildet. Podcasts füllen inzwischen Kommentarspalten oder es bilden sich Communities, die über die Inhalte diskutieren.

 

Der große Podcast-Guide: Was ihr wissen müsst

Was ist das? Das Podcastformat – abonnierbare Mediendateien, meist im Audioformat, die per RSS-Feed ausgeliefert werden – hat sich seit Anfang der 2000er in der Medienlandschaft etabliert. Podcasts (ursprünglich von Broadcasting, damals noch hauptsächlich über den iPod) sind eigens produzierte Sendereihen mit regelmäßigen Episoden.

Und was passiert da? Mal spricht man miteinander über alles mögliche, mal werden Experten ausgefragt und bestimmte Themen intensiver beleuchtet – die Vielfalt ist schier unendlich. Podcasts sind also mehr als nur Radio oder Fernsehen auf Abruf, denn sie sind spezieller und oft tiefgründiger.

Wer ist alles dabei im Podcast-Universum? Es gibt nicht nur Olli Schulz und Jan Böhmermann – jeder kann Podcaster sein. Mehr als ein Mikrofon, ein Schnittprogramm und einen Webspace, auf dem die fertige Sendung schließlich hochgeladen wird, braucht man nicht. Weil der Einstieg in die Audioproduktion so niedrig ist, haben sich bereits ganze Unterkategorien von Podcast-Filterblasen gebildet.

Was gibt es für Themen? Kurz gesagt: Alles. Im Prinzip findet sich zu jedem Thema jemand, der darüber berichten kann. Hier müssen keinesfalls die Stars der Medien-Szene den Ton angeben – spannender sind oft die Spezialthemen der Nerds! 

Podcast sind sozusagen die Gegenbewegung zur Programmunterhaltung. Aber auch die Öffentlich-Rechtlichen möchten mitmachen. Das On-Demand-Plus wertet auch professionell gestaltete Features und  Radiosendungen auf, die sonst oft ungehört versanden, weil sie oft zu nachtschlafener Zeit gesendet werden. Es lohnt sich also, auch einige Feeds der offiziellen Medienhäuser zu abonnieren.

Wie lange sollte ein Podcast dauern?  Ganz einfach: Bis das Thema zu Ende ist. Das eine oder andere Thema lässt sich eben nicht in dreieinhalb Minuten umfassend darstellen und manche Diskussionen sind auch nach einer Stunde Talkshow noch nicht ausreichend besprochen.

Hier gewinnt der Podcast, denn es gibt keine Zeitbegrenzung. Das heißt noch nicht, dass alle Sendungen stundenlang dauern müssen – mache Formate sind kurz und knackig, manche nehmen sich extra viel Zeit.

Klingt gut, das will ich mir mal anschauen! Wo kann ich das alles hören?  Am Besten installiert ihr euch einen Podcatcher: Ein automatischer Feed, der euch die neuesten Folgen eurer Lieblingspodcasts anzeigt. Für Android-Nutzer gibt es AntennaPod, PodcastAddict oder Podkicker (alle drei sind kostenlos), auch der PocketCast (3,99 Euro bei Google Play) ist einen Blick wert. Bei einigen Podcatchern sind ein paar Feeds schon vorinstalliert, eure Wunsch-Sendungen könnt ihr aber ganz einfach hinzufügen.

Apple-Usern haben es hier leichter: Die vorinstallierte Podcast-Player auf eurem iPhone ist ein verlässlicher Begleiter. Reicht euch nicht? Ein paar andere Apps zum Podcast-Hören könnt ihr hier ausprobieren.

Welche Podcasts empfiehlt die Redaktion? Die August-Highlights gibt es hier.


Image (adapted): Microphone by TheAngryTeddy (CC0 Public Domain), via Pixabay

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Vero – Hype um die neue Social Media App

Wer sich viel im Netz und sozialen Medien aufhält, wird wohl kaum daran vorbei gekommen sein. Quasi über Nacht bahnte sich die neue Social Media App Vero mit einem unverwechselbaren Hype ihren Weg auf die Smartphones dieser Welt. Tatsächlich schlummert die App aber schon seit 2015 im Apple-Store. Aber was genau ist das “neue” Social Network und wird es dem Hype gerecht?

Nein zu Werbung und Datensammlerei, ja zu User-Content!

Social-Media-Plattformen wie Facebook und die Unternehmenstochter stehen vermehrt in der Kritik. Bezahlte Posts von Firmen und Influencern prägen die Feeds der User und die Algorithmen nehmen scheinbar kleinen, aufstrebenden Gewerben und Künstlern die nötige Reichweite, um ihr Following wachsen zu lassen. Vero will das ändern und hat dafür sogar ein Manifest aufgesetzt.

Wie bei jedem “Next Big Thing” war der Hype auch zu Vero anfangs groß. Auf Twitter vermuteten manche User hinter dem schlagartigen Hype schon eine Influencer-Kampagne.

Grund zur Begeisterung vieler war das Versprechen der App-Entwickler. Die App wird so als „True Social“ App bezeichnet. In Vero wird deshalb (noch) auf Werbung und Bezahl-Reichweite verzichtet – der User soll nur das sehen, was er sehen möchte und in der tatsächlichen chronologischen Posting-Reihenfolge. Ein nobles Versprechen, das aber auch die Frage nach der Finanzierung der App aufwirft. Für die ersten Millionen Nutzer soll Vero daher noch komplett kostenlos sein, alle, die sich danach anmelden, dürfen dann jährlich mit einem kleinen Betrag rechnen. Das traf zunächst auch auf viel Anklang in der Netzgemeinde. Allmählich schlagen die Meinungen teilweise aber auch um. Vor allem die AGB verunsichern aber viele User, da gepostete Bilder frei weiter verwendet und bearbeitet werden dürfen – was aber auf Instagram und Co. auch nicht anders ist.

Was kann die App?

Vero lässt sich wohl am besten als Facebook mit einer Prise Instagram beschreiben. Wenn ihr die App öffnet, findet ihr im chronologischen Feed, alle Inhalte von Freunden und Seiten, denen ihr folgt. Die Suchanzeige öffnet sich mit Trends, Vorschlägen und aktuell beliebten Hashtags.

Ihr könnt Freunde hinzufügen, Profilen aber auch gleichzeitig folgen. “Freunde” können zudem in die Kategorien “Bekannte”, “Freunde” und “Enge Freunde” eingeteilt werden und eure geteilten Inhalte so auch individuell nur für bestimmte Gruppen zugänglich gemacht werden. Ähnlich wie bei Twitter und Instagram, gibt es bei Vero aber auch Hashtags.

Wenn ihr Postings erstellt, habt ihr sechs verschiedene Optionen: Kamera, Link, Musik, Film/TV, Buch und Ort. Literarische Ergüsse durch reine Text-Postings sind dadurch also gar nicht möglich, was aber auch nicht stört. Das „Empfehlungs“-Feature durch die Posting-Optionen Musik, Film/TV und Buch sind eine nette Idee sich mit Freunden gezielt zu den Themen auszutauschen.

Fazit

Heutzutage erliegen viele Dinge im Internet dem “Next Big Thing”-Syndrom. Für etwa einen Tag bis zu einer Woche müssen sich Apps, News, Memes und mehr der Feuertaufe der Langlebigkeit im Internet unterziehen. Ob wir in den kommenden Monaten noch über Vero reden, bleibt abzuwarten. Potenzial hat die App definitiv und wenn sich das Konzept des Bezahl-Algorithmus- und werbefreien Feeds durchsetzt, kann sie sich definitiv durchsetzen. Ob man sich nur noch ein Social Media Profil antun will, das ebenso wie die anderen regelmäßig mit Inhalten versorgt werden möchte, ist fraglich.

Vero ist für iOS– und Android-Geräte verfügbar.


Image by Nils Hansen

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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • CES 2018 stern: TV-Giganten und knuffige Alltags-Helfer: Das sind die Highlights der CES 2018: Die Consumer Electronics Show – oder kurz CES – 2018 neigt sich dem Ende zu – und wir waren übrigens auch vor Ort! Wie jedes Jahr stellt die Messe den Auftakt für das folgende Tech-Jahr dar und setzt die kommenden Trends. Eines lässt sich aber jetzt schon sagen: künstliche Intelligenzen und Sprachassistenten werden die Technik-Welt und auch den Alltag vieler Nutzer weiterhin beschäftigen. Aber auch die Automobil-Industrie und TV-Hersteller sorgten in Las Vegas für Aufsehen.

  • SMART HOME androidpiloten: Google Home Mini vs. Echo Dot: der große Vergleich: Kampf der Mini-Giganten: die Androidpiloten haben sich die Mini-Versionen der beiden größten Smart-Home-Hersteller mal genauer angesehen. Google Home Mini versus Amazon Echo Dot – wer hat die Nase vorn? Was viele vor ein bis zwei Jahren noch skeptisch machte, hält heute schon Einzug in viele Haushalte. Sprachassistenten in smarten Lautsprechern lagen 2017 vielerorts unter den Weihnachtsbäumen. Technik-Experte Timo Brauer hat sich die beiden Helferlein genauer angesehen und weiß, welcher sich für welchen Nutzer eignet.

  • FACEBOOK spiegelonline: Neuer Newsfeed: Facebook stuft Inhalte von Medien und Firmen zurück: Facebook führt einen neuen Feed ein. Inhalte durch Medienhäuser, Unternehmen und politische Gruppen sollen zurückgestuft werden. Dafür sollen dann Beiträge von Freunden und Familien wieder sichtbarer werden. Zuckerberg möchte, auf den Wunsch vieler Nutzer, Facebook damit wieder zum Urpsrungsgedanken zurückbringen und die Plattform zum Austausch persönlicher Verbindungen zurückführen. Inhalte von Facebook-Seiten werden zwar trotzdem noch im Feed auftauchen, der Algorithmus wird aber so geändert, dass Beiträge von Facebook-Freunden priorisiert werden. Unternehmens-Seiten müssen also künftig noch tiefer in die Tasche greifen, um sichtbar zu bleiben.

  • INFLUENCER t3n: Wenn ein Youtube-Star eine Leiche filmt: Wie viel Verantwortung haben Influencer?: Das neue Jahr hatte kaum begonnen und schon war es wohl einer der Aufreger des Jahres: Youtuber filmt Leiche. Der US-amerikanische Content-Creator Logan Paul lädt ein Video zu seinem Besuch im japanischen “Suizidwald” hoch und stößt auf einen Mann, der sich an einem Baum erhängt hat. Statt die Kamera auszumachen hält Paul weiterhin drauf, zeigt den Körper nr spärlich zensiert. Was darauf folgte war ein Shitstorm sondergleichen, warf aber gleichzeitig auch Fragen auf. Wie haben Plattformen und Influencer auf solche Fälle zu reagieren, wo liegt die Verantwortung? Influencer-Experte Simon Staib von Blogfoster weiß mehr.

  • INSTAGRAM handelsblatt: Kein Kuscheln mit Quokkas auf Instagram: Sie zählen sicherlich zu den niedlichsten Tieren der Welt. Quokkas waren eine ganze Zeit lang ein viraler Hit, zahlreiche User posierten mit den knuffigen Tieren für Selfies, um das dann mit dem Hashtag #quokkaselfie auf Instagram hochzuladen. Tierschützer haben sich jetzt aber gegen den Trend ausgesprochen, die Selfies würden die Wildtiere zu sehr stressen. Instagram pflichtet dem zu und schaltet sich ein. Wenn dieser oder ähnliche Hashtags also gesucht werden, zeigt Instagram dem Nutzer künftig einen Hinweis zu Umweltschutz.

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  • FACEBOOK faz: Facebook spielt mit den Zeitungen Verstecken: Ganz still und leise hat Facebook jetzt einen zweiten Newsfeed eingeführt. Der „Explore Feed“ soll den Nutzern veröffentlichten Content von Seiten anzeigen und so klar getrennt vom Feed des Freundeskreises sein. Das Projekt startete Facebook zunächst in sechs Ländern, u.a. in der Slowakei. Vor allem dort trifft des die kleineren journalistischen Angebote in einer politisch heiklen Zeit besonders. Dort finden am 4. November Regionalwahlen statt und die Änderung des Feeds könnte dementsprechend die Meinungsbildung beeinflussen. Denn wer Traffic und Sichtbarkeit im Feed möchte, der müsse auch entsprechend zahlen. Ob das jetzt wirklich ein „Explore Feed“ oder doch mehr eine große Filterblase ist, bleibt abzusehen

  • DROHNEN wired: „Terroristen dürfen keinen Zugriff auf unsere Drohnen-Schwärme erhalten“: Der Staat erobert sich den Luftraum zurück! Seit Anfang des Monats gibt es im deutschen Luftraum wieder neue Regeln für Drohnen-Besitzer. Jetzt sind Plaketten vorgeschrieben und für manche Modelle sogar ein Führerschein. In den USA hingegen sind die Drohnen-Regularien etwas lockerer und dementsprechend entwickelt man sich schon hin zur vermehrten professionellen Nutzung der Flugfahrzeuge, etwa durch Lieferdienste. Der Vizepräsident der Bundesakademie für Sicherheitspolitik Wolfgang Rudischhauser sieht aber genau darin ein großes Sicherheitsproblem. So geht laut ihm eine terroristische Gefahr von autonomen Fahr- und Flugzeugen aus, die nicht unterschätzt werden und mit entsprechenden Regeln bedacht werden sollte.

  • AMAZON techcrunch: Amazon takes on office supply retailers with launch of Business Prime Shipping: Gestern verkündete Amazon für die US und Deutschland eine neue Sparte der Prime-Mitgliedschaften. Bereits seit Dezember 2016 war die Business-Plattform in Deutschland verfügbar, jetzt wird mit Business Prime Shipping auch die bereits bestehende Prime-Versandart auch für Amazon Business Accounts angeboten. Das soll Firmen ermöglichen, Bürobedarf in größeren Mengen zu bestellen. Amazon tritt damit, wie so oft, in direkte Konkurrenz mit dem Handel.

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  • KÜNSTLICHE INTELLIGENZ sueddeutsche: Vom Computer geoutet: Es gibt ja immer wieder Situationen im Internet, in denen das Hirn nicht mehr ganz mit dem Auge mitkommt. Da liest man etwas nur so halb, und wenn der Artikel, um den es geht, schon fast wieder am oberen Bildschirmrand verschwunden ist, stellen sich Fragen nach der Tragweite. „Deep neural networks are more accurate than humans at detecting sexual orientation from facial images“ lautete so eine Überschrift vor Kurzem auf dem Open-Source-Wissenschaftsportal „osf.io“. Eine künstliche Intelligenz, so die Autoren der Studie, sei also präziser darin, die sexuellen Neigungen von Menschen zu erkennen als deren Artgenossen. Die Software könne anhand eines Porträts in 81 Prozent der Fälle richtig einschätzen, ob ein Mann homosexuell ist oder nicht. Bei Frauen liege die Trefferquote immerhin noch bei 74 Prozent. Wenn mehrere Bilder der gleichen Person analysiert werden, steigen diese Zahlen sogar noch um ein Zehntel. Damit wäre der Rechner gegenüber einer menschlichen Kontrollgruppe, der die gleichen Fotos vorgelegt wurden um beinahe 40 Prozent präziser. Geoutet vom Computer.

  • GOOGLE googleblog: Ein Feed, der zu euch passt:Wir alle haben Gemeinsamkeiten, doch keiner von uns hat haargenau die gleichen Leidenschaften, Interessen und Ziele. Wir halten uns auf unterschiedliche Weise über Dinge auf dem Laufenden – über Social Media, Apps oder Gespräche mit Freunden. Es ist jedoch schwierig, einen Ort zu finden, an dem man immer die neuesten Informationen zu dem findet, was einem wirklich am Herzen liegt. Das ändert sich nun. Ab heute starten wir einen neuen Feed in der Google App. Dieser macht es euch einfacher als je zuvor, euch über die Themen, die euch wichtig sind, zu informieren – ohne, dass ihr jedes Mal einen passenden Suchbegriff eingeben müsst. Ganz gleich, ob ihr ein Tiernarr seid, gerne Nietzsche lest, Sportfanatiker seid, auf Hiphop steht oder euer eigenes Bier brauen möchtet: Euer Feed sollte zu euren ganz persönlichen Vorlieben und Interessen passen.

  • STARTUP gruenderszene: Worauf Gründer bei Acqui-Hires achten müssen: Acquisition und Hiring in einem Vorgang, also ein sogenanntes Acqui-Hire, ist die gezielte Übernahme von Mitarbeitern eines Startups, um diese im eigenen Unternehmen anzustellen. Das ist an sich nicht neu. Doch da technisches Know-how für die Digitalisierung größerer Unternehmen immer wichtiger wird, rückt der einzelne Mitarbeiter als wesentlicher Faktor in den Vordergrund – und damit auch Acqui-Hires.

  • APPLE heise: Apple-Event: iOS-11-Leak soll Hinweis auf iPhone X geben: Am Dienstag stellt Apple neue iPhones vor, und die Gerüchteküche brodelt vorab wieder mächtig. Jetzt haben einige Nutzer bereits den angeblichen finalen OS 11 GM (Golden Master) in die Hand bekommen. Darin finden sich der Mac-News-Seite 9to5Mac zufolge allerlei Hinweise auf die neuen iPhones und auf eine neue Apple Watch. Demnach soll sich das neue iPhone wie vermutet per Gesichtserkennung entsperren lassen, der neuen Firmware zufolge heißt das Feature wie erwartet „Face ID“. Ein Tutorial-Video fordert den Nutzer dazu auf, seinen Kopf vor dem Smartphone in alle Richtungen zu drehen.

  • RE:PUBLICA wdr.de: #rpDUB: Die Highlights der re:publica in Dublin: Leere Sessel? So würde es auf der re:publica in Berlin nie aussehen. Doch auch die zweite Ausgabe der Konferenz in Dublin ist eine völlig andere Hausnummer als die Mutterkonferenz. Oder wie re:publica-Chef Andreas Gebhard es zur Closing Session in Dublin formuliert hat: „Menschen erzählen mir, dass sie an dieser Veranstaltung schätzen, dass es privater ist, dass es kleiner ist. Das stimmt. Es ist eben ein leicht anderes Format.“

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  • CEBIT gruenderszene: Die Cebit will zum hippen Tech-Festival werden: Noch ist die CeBit in vollem Gange – da wird schon ein Paradigmenwechsel für das nächste Jahr angekündigt: die CeBit 2018 wird in den Sommer verlegt. Grund dafür ist das Bedürfnis der Veranstaltung sich neu zu erfinden, die Besucherzahlen gehen seit Jahren nach unten und die Messe steckt in der Krise. Ob es die verstärkte B2B-Ausrichtung des Events oder die internationale Konkurrenz ist (bspw. Findet der Mobile World Congress kurz vor der CeBit statt) – fakt ist, es muss sich etwas ändern. Nur ob die neue Ausrichtung daran etwas ändert, ist fraglich.

  • FACEBOOK zeit: Facebook führt Anfechtungstool für Falschmeldungen ein: Facebook gegen Fake News. In der US-amerikanischen Facebook-Version ist jetzt ein Warnfeature gegen Fake News eingeführt worden. Ein Warndreieck markiert Facebookinhalte, die im Verdacht stehen, Fake-News zu sein. Facebook-Nutzer können fragwürdige Inhalte melden und diesen so „anfechten“. Auch in Deutschland könnten die Faktenchecks bald eingeführt werden.

  • WORKFLOW appgefahren: Automations-App von Apple übernommen & jetzt kostenlos: Apple hat jetzt die ehemals kostenpflichtige App Workflow gekauft und jetzt kostenlos im App Store erhältlich gemacht. Workflow geht aus einem kleinen Entwicklerteam hervor und der Deal mit ihnen wurde nun gestern finalisiert. Mit Workflow lassen sich Makros erstellen, die komplexe Arbeitsabläufe auf Knopfdruck ausführen. So können beispielsweise Termine aus dem Kalender abgefragt oder auch neue Termine eingetragen, Fotos automatisch bearbeitet oder sogar der Akkustand des Geräts abgefragt werden.

  • LET’S PLAY golem: Medienanstalten drohen mit Einstellung von Piet Smier TV: Für die Streamer von PietSmiet TV könnte es jetzt teuer werden. Die fünf Let’s Player senden rund um die Uhr Inhalte auf Twitch. Die Landesmedienanstalten drohen jetzt mit Strafe beziehungsweise Verbot, denn nach Ansicht der Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) der Medienanstalten ist der 24-Stunden-Stream ein zulassungspflichtiges Rundfunkangebot. Die ZAK will PietSmietTV daher untersagen, wenn die Betreiber bis zum 30. April keinen Zulassungsantrag stellen.

  • LINKEDIN t3n: Trending Storylines: LinkedIn startet kuratierten Zweit-Newsfeed: LinkedIn möchte jetzt eure neue go-to Quelle für kuratierte News sein. Die Plattform für Fachpersonal führt jetzt die sogenannten „Trending Storylines” ein. Der kuratierte Newsfeed wird zuerst in den USA und mit Fokus auf Themen wie Technologie, Finanzen und Gesundheitswesen operieren. Trending Storylines nutzt machine learning und andere Algorithmen, um Cluster für die User zu erstellen.

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Vom Gefühl zur Nachricht: Was tun gegen Fake News?

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Barack Obama glaubt, dass Fake News eine Bedrohung für die Demokratie darstellen. Der scheidende US-Präsident sagte, er sei besorgt über die Art und Weise, wie „so viele Fehlinformationen sehr gut verpackt“ und in den Social-Media-Feeds der Menschen als Tatsachen dargestellt werden können. Auf einer Konferenz in Deutschland sagte er:

Wenn es uns nicht ernst ist mit den Tatsachen und damit, was stimmt und was nicht, wenn wir nicht unterscheiden können zwischen ernsthaften Argumenten und Propaganda, dann haben wir ein Problem.

Aber wie unterscheiden wir zwischen Tatsachen, legitimer Debatte und Propaganda? Seit der Brexit-Abstimmung und dem Wahlsieg Donald Trumps ist sehr viel darüber geschrieben worden, inwiefern die Auswirkungen sozialer Medien und der Verbreitung von Fake News auf den politischen Diskurs, das Funktionieren der Demokratie und den Journalismus zu erklären sind. Detaillierte sozialwissenschaftliche Forschung ist noch im Entstehungsprozess begriffen, doch es kann bereits eine Menge aus bestehenden Studien zu Online- und Offline-Verhalten gelernt werden.

Vertrauenssache

Beginnen wir mit einer allgemeinen Definition von Fake News als Informationen, die über ein Medium verbreitet werden – oft zugunsten bestimmter sozialer Akteure – und sich dann als unüberprüfbar oder im Wesentlichen falsch erweisen. Wie bereits erwähnt, hat man Fake News bislang als Propaganda bezeichnet. Und es gibt umfangreiche sozialwissenschaftliche Literatur über Propaganda, ihre Geschichte, Funktion und Verbindungen zum Staat – sowohl zu demokratischen als auch diktatorischen.

Tatsächlich ist Russland, wie die Untersuchungen aus den USA und Italien zeigen, eine der wichtigsten Quellen der Fake News. Full Fact, eine Website aus Großbritannien, untersucht die Quellen der Medienberichte, die es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen – und an solchen mangelt es nicht.

Man könnte argumentieren, dass die „Mainstream“-Medien in den Augen ihres Publikums als weniger vertrauenswürdig (ob gerechtfertigt oder nicht) wahrgenommen werden, und es dadurch schwerer geworden ist, zwischen Medien zu unterscheiden, die vermeintlich ein echtes Interesse daran haben, die Wahrheit zu sagen, und solchen, die nicht unbedingt dieselbe ethische Grundlage haben. Wie kann der Mainstream-Journalismus, der von allen Seiten politisch voreingenommen ist, die moralische Deutungshoheit behalten? Dieses Problem geht sicherlich noch auf die Zeit vor der digitalen Technologie zurück.

Filterblasen und Echokammern

Hier stellt sich die Frage, ob Social Media das Problem noch schlimmer macht. Fast ebensoviel wurde über die Diskussionen der sogenannte „Filterblasen“ in den sozialen Medien geschrieben – wir neigen alle dazu, uns eher mit Menschen zu umgeben, die unsere Perspektive teilen. Das gilt nicht unbedingt nur für das digitale Zeitalter und funktioniert auf zwei verschiedene Weisen:

Filterblasen sind ein Produkt der Klasse und der kulturellen Position. Eine aktuelle britische Studie über gesellschaftliche Schichten geht weiter darauf ein. Ein wichtiges Detail ist hierbei, dass sich diejenigen mit einem höheren sozialen Status sehr wahrscheinlich am ehesten zusammenfinden, dabei aber dennoch vielfältigere soziale Kontakte haben werden als diejenigen, die sich in den niedrigeren Einkommens- und Statusgruppen befinden. Sie werden wahrscheinlich auch eine größere Vielfalt von Medien, vor allem Internet-Angebote, nutzen. Nicht alle Blasen sind gleich groß oder gleichartig und unsere Social-Media-Blasen spiegeln unsere alltäglichen „Offline“-Blasen wieder.

Und tatsächlich können Social-Media-Blasen für Interaktionen zwischen Journalisten und Politikern sehr relevant sein, denn eine der am klarsten definierten Twitter-Blasen ist die, die Politiker und Journalisten umgibt. Damit werden ältere Modelle von Medieneffekten in den Fokus gerückt, wie etwa das Kommunikationsmodell nach Lazarsfeld, demzufolge wichtige „Meinungsführer“ – einflussreiche Knotenpunkte in unseren sozialen Netzwerken – einen beträchtlichen Einfluss auf unseren Medienkonsum haben. Analysen eines Fake-News-Artikels deuten darauf hin, dass es nicht um Social Media an sich geht, sondern darum, wie Geschichten, die in den sozialen Medien kursieren, von führenden Seiten und Akteuren mit vielen Anhängern aufgegriffen und verbreitet werden können.

 

 

Eine falsche Annahme in einem Tweet von einer Einzelperson wird zu Fake News auf einer ideologisch motivierten Nachrichten-Website oder ein Tweet von einem Präsidentschaftskandidaten wird für viele automatisch zu einer „Tatsache“. Wir sorgen uns heute mehr denn je darüber, da die sozialen Medien sowohl die Nachricht an sich als auch die Art und Weise ihrer Verbreitung sehr sichtbar machen.

Fake News aufdecken

Was ist hilfreich und wie können wir da herangehen? Erstens, die Ökonomie der sozialen Medien favorisiert Klatsch, Neues, Geschwindigkeit und „Teilbarkeit“. Sie verwechselt Belustigung mit sozialem Wert. Es gibt Hinweise darauf, dass Fake News, die bestehenden Vorurteilen in die Hände spielen, eher geliked werden und somit mehr Umsatz für die Schöpfer erzeugen. Das ist das gleiche Prinzip wie bei den sogenannten Promi-Magazinen. Hier ist es unwahrscheinlicher, dass man mit gut recherchierten und dokumentierten Nachrichten eine vergleichbare Reichweite erreicht.

Der andere wichtige Punkt ist hier, dass es – auch laut Obama – schwierig ist, die ‚Fakes‘ von den echten Nachrichten zu unterscheiden, und viele Leute scheinen ihre Schwierigkeiten damit zu haben. Wie meine Kollegen und ich bereits vor fast 20 Jahren argumentierten, machen digitale Medien es schwieriger, die Wahrhaftigkeit von Inhalten einfach durch das physikalische Format zu unterscheiden (Printzeitung, qualitativ hochwertige Nachrichtenübertragung, Lehrbuch oder Boulevardzeitung). Online-Nachrichten sind schwerer zu unterscheiden.

Das nächste Problem besteht darin, dass die Rücknahme von Fake News in den sozialen Medien derzeit von der Technologie eher unzureichend unterstützt wird. Obwohl Beiträge gelöscht werden können, ist dies ein passiver Akt, sogar noch weniger wirksam als die aus einem kleinen Absatz bestehenden Richtigstellungen in Zeitungen. Um eine Wirkung zu erzielen, wäre es notwendig, nicht nur Beiträge zu löschen, sondern sie sichtbar zu markieren und zu verlangen, dass Nutzer bestimmte Elemente als Fake News erkennen und dies bestätigen.

Ob Fake News nun eine Erscheinung des digitalen und sozialen Medienzeitalters sind oder nicht – es ist zumindest wahrscheinlich, dass soziale Medien dazu neigen, die Verbreitung von Fehlinformationen zu verstärken. Ihre Ökonomie begünstigt Teilbarkeit gegenüber Wahrhaftigkeit und Verbreitung gegenüber Richtigstellung. Dabei handelt es sich nicht um technologische „Gegebenheiten“, sondern um Entscheidungen – und zwar seitens der Systemdesigner und ihrer Regulatoren, wo immer es dann solche gibt. Darüber hinaus haben Mainstream-Medien ihren eigenen Ruf durch „Falschmeldungen“ und sichtbar ideologische Berichterstattung getrübt und somit die Tür für andere Nachrichtenquellen geöffnet.

 

 

Das Verständnis dieser komplexen Mischung von Faktoren ist die Aufgabe der Sozialwissenschaften. Aber vielleicht ist die eigentliche Botschaft hier, dass wir uns als Gesellschaft und als Individuen der Frage zu stellen haben, wie wir die Menschen zum verantwortungsvollen Nachrichtenkonsum erziehen können – und ob wir nicht die Wahl haben, unser eigenes Verhalten zu ändern, statt die sozialen Medien zu regulieren, wie wir es mit Printmedien und Fernsehen tun. Fragen Sie sich doch einmal: Wie oft prüfen Sie die Faktenlage einer Nachricht, bevor Sie sie verbreiten?

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-NC-SA 3.0 US. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image „Fragezeichen“ by qimono (CC0 Public Domain)


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Tools und Feeds für Content Curation

Time To Break From Work (adapted) (Image by Nana B Agyei [CC BY 2.0] via Flickr)

“Wo finden Sie nur immer diese guten Links, die Sie im Social Web empfehlen?” werde ich oft gefragt. Nun, zum einen habe ich mir über die Jahre ein gutes Netzwerk aufgebaut, das mich mit Posts, Tweets etc. auf relevante Inhalte aufmerksam macht. Aber wer kann schon alles lesen? Zum Glück gibt es Tools und Feeds, die für das Kuratieren von interessanten Inhalten nützlich sind. Wer im Social Web regelmäßig Inhalte posten möchte, macht sich mit Content Curation das Leben leichter und vernetzt sich gleichzeitig mit anderen Content-Produzenten. Was genau unter Content Curation zu verstehen ist, können Sie kurz im 2. Tipp des Blogposts 5 Tipps für den Content Plan nachlesen.

Das dynamische Duo meiner Lieblingstools

Meine Star-Tools für jeden Tag sind Buffer und HootSuite (siehe mein Blogbeitrag zu 5 Tools fürs Social Web). Sie helfen beim Entdecken passender Inhalte, die dann gleich in Posts verwandelt werden können.

Bei HootSuite können zusätzlich zu den News von verknüpften Kontakten auch die Posts von Twitter-Profilen, die in Twitter-Listen organisiert wurden, angezeigt werden. Darüber hinaus können wir beispielsweise nach bestimmten Stichwörtern in allen Twitter-Meldungen suchen und als Nachrichten-Stream anlegen.

Der Service Buffer bietet zu jedem Profil an, Feeds anzugeben, aus denen Posts für die verwalteten Social Media-Profile erstellt werden können. Ich weiss aus meinen Workshops, dass nicht jeder weiß, was Feeds denn eigentlich genau sind. Daher hier ein kleiner Exkurs:

Feeds / Newsfeeds / RSS-Feed

Es klingt vielleicht völlig retro oder ‚Web 1.0ig‘, aber Feeds oder Newsfeeds oder auch RSS-Feeds sind einfach sehr praktisch. Mit Blogs und ganz besonders mit Inhalte-sammelnden (mobilen) Apps hat diese Technologie enorm an Bedeutung gewonnen. Stellt eine Website bestimmte Inhalte aus dem Content, der dort veröffentlicht wird, als Newsfeed bereit, so kann dieser Content an anderer Stelle angezeigt werden. Zum Beispiel als Kurznachricht mit Link zur Originalseite in einer Nachrichten-App. Feedly, Flipboard oder News Republic – um nur einige beliebte Beispiele zu nennen. Diese so genannten News Aggregatoren stellen nach unseren ausgewählten Vorlieben unseren Nachrichtenstrom zusammen, der dann von passenden Newsfeeds automatisch “gefüttert” wird.

Mit diesen Apps abonnieren Nutzer sehr einfach Feeds, und merken es nicht. Und genau solche Feeds von Webseiten, Blogs oder Nachrichtenseiten können wir auch in Buffer integrieren. Aus der automatisch aktualisierten Liste können dann passende Inhalte mit individuellem Empfehlungstext in unsere Veröffentlichungen einreihen.

Noch ein cooles Tool: Nuzzel

Der Service Nuzzel sammelt die Link-Empfehlungen von Kontakten, mit denen wir per Twitter und/oder Facebook verknüpft sind. Zu jedem Link mit Titel und Kurzfassung liefert Nuzzel per Miniatur-Profilfoto die Information, welche meiner Kontakte diesen Link empfohlen haben.

Neben der Häufigkeit kann ich die Link-Liste auch nach der Zeit sortieren lassen. Sehr schön finde ich die Auswahl “News From Friends of Friends” – so werde ich daran erinnert aktiv aus der so genannten Filterblase herauszutreten und mich inspirieren zu lassen. Die Links kann ich sofort über die verknüpften Profile (Twitter und/oder Facebook) veröffentlichen oder auch an Buffer weiterreichen.

Was können Sie empfehlen?

Das sind meine persönlich favorisierten Tools. Welche Lösungen setzen Sie ein, um ihr Content Curation nachhaltig zu erleichten?

Dieser Artikel erschien zuerst auf DoSchu.com.


Image (adapted) „Time To Break From Work“ by Nana B Agyei  (CC BY 2.0)


 

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