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Die Netzpiloten sind Partner der Software Defined Enterprise 2017

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Die Software Defined Enterprise 2017 am 20. und 21. November nimmt sich der Notwendigkeit an, von der heutzutage nahezu jedes Unternemen betroffen ist: Wie kann man neue Technologien und die Dynamik der mobilen Verfügbarkeit gezielt für Kosteneffizienz und Kosteneinsparung nutzen?

Die Herausforderung liegt vor allem darin, Konzepte zu entwickeln, die sowohl der zunehmenden Flexibilität als auch den Anforderungen an Verfügbarkeit, Automatisierung und Sicherheit gerecht werden. Deswegen bietet das Networkingevent Software Defined Enterprise vor allem engagierten, hochrangigen Führunskräften aus der IT Branche die Möglichkeit, sich mit mehr als 150 Kollegen zusammenzufinden, sich zu vernetzen und die besten Ergebnisse mit ihnen und Visualisierunsexperten sowie IT-Strategen zu teilen.

Zu den Hauptthemen des Events gelten:

  • Trends & Perspektiven bei Desktop-, Server-, Storage- & Netzwerkvirtualisierung
  • SDe und IT-Sicherheit
  • Web – Cloud – Mobilität
  • Flexibilisierung und Automatisierung von Netzwerkinfrastrukturen
  • ROI von SDe-Projekten

Unter den Speakern werden unter anderem Marc Votteler, President der Global Technology Services der Schaeffler Gruppe, und Stephan Schilling, Global Architect bei AXA Technology Services, vor Ort sein.

Hier findet ihr weitere Informationen sowie die Tickets. Wir wünschen allen Teilnehmern viel Spaß!

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Wenn in Unternehmen nur noch Effizienz ausgeschwitzt wird

Schild 190 - Fortbildung (adapted) (Image by Thomas Reimer via Adobe Stock)

Fu?r Unternehmen bieten hochentwickelte Technologien wie Ku?nstliche Intelligenz, Big Data oder das Internet der Dinge vor allem neue Mo?glichkeiten zur Steigerung von Effizienz und Produktivita?t, sagt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (2017). Recht fantasielos. Beschränken wir uns auf die Betrachtung von Effizienz und Produktivität? Dann dürfen wir uns nicht wundern, wenn folgendes Beispiel Schule macht:

Weitreichende Vera?nderungen des Arbeitsmarktes lassen sich am chinesischen Unternehmen Changying Precision Technology verdeutlichen. Das Unternehmen ersetzte 90 Prozent der 600 Bescha?ftigten in ihrer Produktion durch 60 Roboter und erzielte dadurch nicht nur einen Ru?ckgang der Defekte um 80 Prozent, sondern zugleich gar auch eine Produktivita?tssteigerung um 250 Prozent.

Oder die viel zitierte Studie von Osborne und Frey (2013). So sollen 47 Prozent der im Jahr 2010 in den USA ausgeu?bten Berufe in den nächsten zehn bis 20 Jahren von der Ersetzung durch Maschinen bedroht sein. Die Forscher bewerteten 702 Berufe nach ihrer Automatisierungswahrscheinlichkeit.

Automatisierung statt Innovation

Brzeski und Burk (2015) berechneten ebenfalls die Automatisierungswahrscheinlichkeit ganzer Berufszweige. Sie schlussfolgerten aufgrund ihrer Befunde, dass 59 Prozent der Bescha?ftigten in Deutschland in den kommenden zehn Jahren durch moderne Technologien ersetzt werden ko?nnten. Analysen von Bonin, Gregory und Zierahn (2015) zeigen unter Verwendung eines berufsbasierten Ansatzes, dass 42 Prozent der aktuell ausgeu?bten Berufe einer vergleichsweise hohen Automatisierungswahrscheinlichkeit von mehr als 70 Prozent unterliegen. So könnte man die „Prognosen“, die in den vergangenen Jahren vorgestellt wurden, endlos fortsetzen.

Mal abgesehen von der Unfähigkeit der Forscher, wirklich belastbare Aussagen über die Zukunft über einen Zeitraum von 12 Monaten vorzulegen, sind alle Protagonisten von der Überlegung beseelt, dass es ausschließlich um die Steigerung der Produktivität und um die Senkung von (Lohn)-Kosten geht – selbst das Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Vielleicht sollten die „Forscher“ mal darüber nachdenken, was erfolgreiche Unternehmer in der Vergangenheit ausmachte und Szenarien darstellen, wie es auch anders laufen könnte.

„Gerade weil Diskussionen über Zukunftsszenarien allzu oft ahistorisch geführt werden, rutschen sie nicht selten, ohne sich dessen bewusst zu werden, in überkommene Denkmuster hinein. Vielleicht besteht der beste Gewinn des Rückblicks auf die vielen Fehlprognosen der Vergangenheit darin, das Neue der Gegenwart schärfer ins Visier zu nehmen und sich von eingefahrenen Gewohnheiten der Zukunftsschau zu befreien. Dazu gehört auch, über technische Innovationen möglichst konkret zu reden“, fordert der Historiker Professor Joachim Radkau in seinem Opus „Geschichte der Zukunft“, erschienen im Hanser Verlag.

Unternehmertum verlernt

Wir sollten uns auch mit der Frage auseinandersetzen, ob wir in Deutschland mit der Digitalisierung wirklich nur Effizienz können und bei Innovationen versagen, wie Detecon-Analyst Marc Wagner im Interview zur Kölner Fachmesse Zukunft Personal ausdrückte:

„Beim Aufsetzen von Effizienzprogrammen und bei inkrementellen Verbesserungen sind wir in Deutschland total gut. Darauf sind wir konditioniert. Da werden die letzten fünf Prozent an Effizienz herausgeschwitzt. Was Unternehmer wie Robert Bosch gut konnten, das haben wir verlernt.“

Als aktionistische Ausweichaktion gründet so ziemlich jedes Unternehmen etwas und dem Stichwort „Lab“ oder „Garage“. Davor steht dann meistens „Digital“. Beheimatet sind die Zukäufe oder Neugründungen meistens in San Francisco, Tel Aviv oder Berlin.

In den Labs ballert man Geld raus

„Man erhofft sich in einem fancy Umfeld tolle radikale Innovationen. Ausgestattet mit einem dicken Budget soll der Anschluss an Unternehmen in den USA, in Asien und Israel gelingen. Es geht aber in diesen Labs primär nur um den Anfang von Innovationen. Es geht um die Frage, mit welchen Ideen die Firmen antreten könnten. Die Umsetzung ist häufig ausgeklammert“, bemerkt Wagner im Vorfeld der Kölner Fachmesse Zukunft Personal.

Das sei abhängig vom „Rest“ der Organisation und die beäugt das Lab-Spektakel kritisch. Im Brot-und-Butter-Geschäft werden Gehälter gekürzt, Konstrukte zur Kostensenkung in Gang gesetzt und Rationalisierung im Kundenservice durchgesetzt. „In den Labs ballert man das Geld raus, pumpt den Kollegen die Finanzmittel in den Hintern, scheut keine Kosten und Mühen, wenn es um die Gestaltung des Arbeitsumfeldes und in der Stamm-Organisation geht, sitzen alle wie die Hühner auf der Stange. Solche Diskrepanzen motivieren nicht zur Umsetzung neuer Ideen.“

Chef-Controller macht die digitalen Buden dicht

Einen weiteren Grund für die mangelhafte Innovationskultur sieht Wagner im klassischen Management, die er vor allen Dingen in Konzernen feststellt. Da werde viel von Innovationen und visionären Ideen gesprochen. In Wirklichkeit gehe es um eine gnadenlose Kapitalmarktorientierung und kurzfristige Optimierungen von KPIs – also Leistungskennzahlen mit denen Mitarbeiter gegängelt werden. Da sei kein Platz für innovative Ideen. Die Hipster in den Labs sind eher Feigenblatt-Einheiten, die beim nächsten Vorstandswechsel wieder rausfliegen.

Irgendwann schlägt der Chef-Controller zu und macht die digitalen Buden dicht. In deutschen Unternehmen gibt es extrem viele Manager, die dafür exzellent ausgebildet sind. Wir finden viele Controller, Finanzexperten und Juristen, die mit dem Kapitalmarkt umgehen können und die am Reißbrett von einer Restrukturierung zur nächsten jagen. Unternehmerischer Sachverstand ist im Top-Management aber Mangelware. Wir sind im Vergleich zu den USA viel stärker auf kurzfristige Maßnahmen gepolt, um den Kapitalmarkt zu pflegen.

Planwirtschaftliche Effizienzorgien

Das ist keine Risikokultur, das sind planwirtschaftliche Effizienzorgien. Richtige Unternehmer gehen Risiken ein und kaprizieren sich nicht auf interne Kontrollsysteme. Im Ergebnis finden wir mehrheitlich Optimierer und kaum noch Erfinder, moniert der Leadership-Strategie Ralf Schwartz im ichsagmal.com-Interview.

„Erfinder sind die Leute, die etwas Neues schaffen, Märkte durchbrechen und Neues kreieren.“ Das würde immer weniger gelingen.

„Wir brauchen Menschen, die Vorbilder sind. Wir brauchen Menschen, die Dinge bewegen. Wir brauchen Menschen, die Dinge verändern. Wir brauchen nicht wirklich Menschen, die auf Konferenzen auf Bühnen stehen und um den heißen Brei herumreden, die sich selbst verkaufen und nur heiße Luft verbreiten. Das sind keine Gestalter. Seit Jahrzehnten hängen wir in der Luft und leben davon, was wir früher mal waren. Es dominiert ein fragwürdiger Vierklang: Adaption ist die neue Innovation; Taktik ist die neue Strategie; Einfalt ist die neue Vielfalt; Billig ist das neue Besser. Wir verhindern unternehmerisches Rebellentum“, sagt Schwartz.

New Work setzt zu spät an

In der Schule, Hochschule und in der Einstellungspolitik werden die Menschen zu Managern erzogen und nicht zu Führungspersönlichkeiten. „Es gibt kein Personalmanagement, um das ändern zu können. Der Rebell fliegt sofort raus. In einer reibungslos funktionierenden Organisation sind die Menschen nur das Getriebeöl“, meint Schwartz. Symptomtherapien wie New Work, Arbeiten 4.0, agile Methoden, flache Hierarchien oder sonstige Managementweisheiten überdecken die Ursachen der Fehlsteuerung. „Wenn New Work einsetzt, ist es schon zu spät. New Work setzt im Unternehmen an und da sind keine Rebellen“, resümiert Schwartz. Das Notitz-Amt verortet Klärungsbedarf bei den Live-Talks auf der Messe Zukunft Personal am 19. und 20. September.


Image (adapted) „Schild 190 – Fortbildung“ by Thomas Reimer/stock.adobe.com


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Ein Tag im Leben eines Smart-City Computers

smartwatch (adapted) (image by Free-Photos [CC0] via pixabay)

Der Alarm deines Smartphones ertönt heute Morgen zehn Minuten früher als sonst. Teile der Stadt sind abgesperrt, für die Vorbereitungen eines beliebten Sommerfestes – die Staubildung wird wohl schlimmer als an anderen Tagen sein. Du musst einen früheren Bus erwischen, um pünktlich auf Arbeit zu sein.

Die Weckerzeit ist deiner Morgenroutine angepasst, die jeden Tag von deinem Smartphone überwacht wird. Es sagt das Wetter vorher (für 7 Uhr wurde Regen angesagt), gibt Auskunft über den Wochentag (es ist Montag und der Verkehrs ist Montags immer schlimm) und sagt dir, dass du gestern spät ins Bett gegangen bist (diesen Morgen wird daher vermutlich alles etwas langsamer ablaufen). Das Telefon summt wieder – es ist Zeit, sich auf den Weg zu machen, wenn du den Bus kriegen willst.

Während du zur Bushaltestelle läufst, schlägt dir dein Smartphone vor einen kleinen Umweg zu machen – aus irgendeinem Grund ist die Straße, die du sonst immer nutzt, heute sehr voll. Du kommst auf dem Weg an deinem Lieblingskaffeeladen vorbei und obwohl dieser heute 20 Prozent Rabatt anbietet, informiert dich dein Telefon nicht – du hast es immerhin eilig.

Nach deinem morgendlichen Spaziergang fühlst du dich frisch und kraftvoll. Du kommst an der mit WLAN und Bluetooth ausgestatten Bushaltestelle an und eine Benachrichtigung wird an den Busfahrer gesendet. Er weiß jetzt, dass 12 Passagiere darauf warten, abgeholt zu werden, weshalb er ein bisschen schneller fahren sollte, wenn er allen genügend Zeit geben will, einzusteigen. Das Busunternehmen ist ebenfalls informiert und schickt bereits einen weiteren Bus los, um dem hohen Personenaufkommen auf deiner Route gerecht zu werden. Während du wartest, fällt dir ein Elternteil mit zwei kleinen Kindern auf, die sich mit dem Touch-Screen der Haltestelle beschäftigen.

Als der Bus ankommt, können alle entspannt einsteigen: fast alle Passagiere nutzten Tickets, die auf ihrem Smartphone gespeichert waren. Nur eine Person musste aufwendig mit Bargeld zahlen. Im Bus holst du ein Tablet aus deiner Tasche, um die Nachrichten und deine E-Mails über das kostenlose WLAN zu checken. Dir fällt plötzlich auf, dass du vergessen hast, dein Telefon zu laden. Du schließt es also an die USB-Buchse neben deinem Sitz an, um es zu laden. Obwohl der Verkehr sehr stockend ist, kannst du fast alle deine Arbeitsmails abarbeiten. Die Zeit im Bus ist also sehr sinnvoll genutzt.

Als der Bus dich vor deinem Büro absetzt, informiert dich dein Chef über einen ungeplanten Besuch. Du buchst daher bei einem Car-Sharing-Dienst wie Co-wheels. Du sicherst dir ein Auto für die Reise, inklusive einem Klapprad im Kofferraum.

Du musst in das Zentrum der Stadt, also parkst du das geliehene Auto in einer nahgelegenen Parkbucht (die eigentlich eine ungenutzte Auffahrt eines anderen Mitglieds ist), sobald du am Stadtrand ankommst. Du nimmst für den Rest des Wegs ein Fahrrad, um Zeit zu sparen und den Verkehr zu umgehen. Deine Reise-App gibt dir Anweisungen über deine Bluetooth-Kopfhörer – es sagt dir, wie du deine Geschwindigkeit auf dem Fahrrad anpassen sollst, je nachdem, wie es um deine Fitness steht. Wegen deines Asthmas schlägt die App dir eine Route vor, die ein Areal umgeht, das starke Luftverschmutzung aufweist.

Nach dem Meeting winkst du ein Taxi heran, um zurück ins Büro zu gelangen. Du kannst auf dem Weg ein paar Mails beantworten. Mit einem Klick auf deinem Smartphone bestellst du das Taxi und in den zwei Minuten, die es bis zu dir braucht, faltest du dein Fahrrad, um es in den Kofferraum eines anderen Autos in der Nähe deines Büros zu packen. Du hast es eilig, also keine grünen Belohnungspunkte fürs Laufen heute. Wenigstens bist du pünktlich beim Meeting gewesen und hast auf dem Weg dorthin zwei Kilogramm CO2 eingespart.

Wach auf

Das mag alles wie Fiktion klingen, aber in Wahrheit werden alle notwendigen Daten dafür bereits auf die eine oder andere Art und Weise gesammelt. Dein Smartphone kann deinen Standort verfolgen, deine Fortbewegungsgeschwindigkeit und sogar die Art von Aktivität, die du ausführst – ob du fährst, läufst oder mit dem Rad unterwegs bist.

In der Zwischenzeit werden Fitness-Tracker immer besser und Smart Watches können deine Herzfrequenz und deine körperlichen Aktivität überwachen. Dein Suchverlauf und dein Verhalten auf den einschlägigen Sozialen Medien können Auskunft über deine Interessen, Geschmäcker und sogar Absichten geben: Zum Beispiel geben die Daten, die generiert werden, wenn du dir Urlaubsangebote ansiehst, nicht nur Auskunft darüber, wo du hinwillst, sondern auch wann und wieviel du bereit bist, zu zahlen.

Neben persönlichen Geräten, ist das Internet of Things mit Netzwerken unzähliger Arten von Sensoren, die von Luftverschmutzung bis Verkehrsaufkommen alles messen können, eine weitere Datenquelle. Ganz abgesehen von dem kontinuierlichen Fluss an Informationen auf Socia- Media-Plattformen zu jedem Thema, das dich interessiert.

Mit so vielen verfügbaren Daten scheint es, als sei die Erfassung unserer Umwelt fast komplett. Doch alle diese Datensätze sind in Systemen gespeichert, die nicht miteinander interagieren und von verschiedenen Entitäten verwaltet werden, die Sharing nicht gerade gut heißen. Obwohl die Technologie also bereits existiert, sind unsere Daten weiterhin bei verschiedenen Organisationen voneinander isoliert und institutionelle Hürden stehen dieser Art von Service im Weg. Ob das gut oder schlecht ist, bleibt dir überlassen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „smartwatch“by Free-Photos ( CC0 Public Domain)


The Conversation

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Wie ein Raketenmotor aus dem 3D-Drucker eine neue Ära der Raumfahrt einläutet

Raketenstart (adapted) (Image by WikiImages [CC0 Public Domain] via pixabay)

Die Rakete, die am 25. Mai von Neuseeland aus ins All geschossen wurde, ist etwas ganz Besonderes: Sie ist nicht nur die erste Rakete, die von einem Privatgelände aus gezündet worden ist, sondern auch die erste, die von einem Motor angetrieben wird, der fast ausschließlich aus dem 3D-Drucker kommt. Das mag vielleicht die Erwartungen nach Schlagzeilen erste Rakete aus dem 3D-Drucker im All, die viele Medien veröffentlicht haben, nicht ganz erfüllen, zeigt aber, wie ernst diese Technik von der Raumfahrtindustrie genommen wird.

Die Teammitglieder, die hinter der Electron-Rakete der US-Firma RocketLab stehen, sagen, dass der Motor innerhalb von 24 Stunden gedruckt wurde und dass er die Effizienz und Leistung anderer Systemen übertrifft. Es gibt noch nicht viele Informationen über die genauen Details der im 3D-Verfahren gedruckten Komponenten, aber es ist wahrscheinlich, dass viele von ihnen in Richtung minimales Gewicht bei gleichbleibender struktureller Leistung designed wurden, während andere Teile optimiert wurden, um einen effizienten Durchlauf von Flüssigkeiten aufrechtzuerhalten. Die Vorteil daran, das Gewicht zu reduzieren und komplexe Designs erschaffen zu können, sind wohl die wichtigsten Gründe dafür, dass der 3D-Druck sein wichtigstes Anwendungsgebiet in der Raumfahrt finden könnte – inklusive dramatischer Auswirkungen.

Die Technologie, die man umgangssprachlich als 3D-Drucker bezeichnet, kann höchst komplizierte Formen produzieren. Zum Beispiel waren wir in der Lage, Gitterstrukturen exakt so zu produzieren, dass sie weniger Gewicht aufweisen als zuvpr, aber genau so robust sind wie ähnliche, feste Komponenten. Das ermöglicht die Produktion optimierter, leichter Teile, die vorher nicht kostengünstig genug herzustellen waren.

Das Mikrogitter von Boeing ist ein Extrembeispiel: Das mechanische, feste Gerüst besteht zu 99,9 Prozent aus Luft. Nicht alle 3D-Druckprozesse können solch komplexe Dinge produzieren, aber auch Gewichtseinsparungen von ein paar Prozent machen in der Luftfahrt einen großen Unterschied im Spritverbrauch.

3D-Druck funktioniert meist am besten in der Produktion von vergleichsweise kleinen, komplizierten Teilen, da in der Produktion von größeren Teilen die hohen Material- und Verarbeitungskosten überwiegen. Zum Beispiel kann ein neuer Stutzen das Mischen von Treibstoffen in einem Motor optimieren, was zu einer höheren Effizienz führt. Die Oberfläche eines Hitzeschildes zu vergrößern, indem man eine strukturierte statt einer glatten Oberfläche produziert, kann dazu führen, dass die Hitze wesentlich effizienter abtransportiert und somit die Gefahr der Überhitzung deutlich minimiert wird.

Auch der Abfall kann durch die Technik reduziert werden – das ist wichtig, da besonders in der Raumfahrt teure und seltene Materialien verwendet werden. 3D-Druck kann auch ganze Systeme auf einmal produzieren, statt sie aus vielen Teilen zusammenzusetzen. Zum Beispiel konnte die NASA die Anzahl der Komponenten eines ihrer Injektoren für eine Rakete von 115 auf nur noch zwei Stück verringern. Außerdem können 3D-Drucker auch geringe Stückzahlen fertigen – was in der Raumfahrtindustrie wichtig ist – ohne gleich teure Herstellungswerkzeuge fertigen zu müssen.

Im Orbit

3D-Drucker finden auch im All ihren Platz, wo es in tausenden Kilometern Entfernung schwierig ist, viele Teile mitzunehmen und Ersatz zu organisieren. Es gibt bereits einen 3D-Drucker auf der Internationalen Raumstation ISS, der es den Ingenieuren ermöglicht, ein Design zu schicken, das die Astronauten ausdrucken können.

Der momentante Drucker arbeitet nur mit Plastik, also wird er hauptsächlich zum Werkzeugmachen verwendet oder für Einweg-Ersatzteile von Komponenten, die schnell kaputt gehen wie Türgriffen. Aber sobald 3D-Drucker auch andere Materialien unkompliziert verarbeiten können, werden wir einen weiteren Anstieg in ihrer Verwendung sehen. Eines Tages werden die Leute im All sogar ihr eigenes Essen und biologisches Material produzieren können. Recycling könnte auch die kaputten Teile wieder zu Rohstoffen für 3D-Drucker machen.

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Astro-Drucken. Image by Barry Wilmore/NASA

Wenn man noch weiter in die Zukunft blickt, könnten 3D-Drucker sogar nützlich sein, um Kolonien zu bauen. Am Mond gibt es beispielsweise kaum traditionelles Baumaterial, aber die Europäische Agentur für Raumfahrt (ESA) hat bewiesen, dass Sonnenenergie die Produktion von Ziegeln aus Mondstaub antreiben kann – ein erster Start für ein solches Unterfangen. Forscher untersuchen nun, wie man 3D-Druck auf dieser Idee aufbauend verwenden und komplett gedruckte Gebäude auf dem Mond entwickeln kann.

Um diese Ideen in die Realität umzusetzen, wird weitere Forschung, verbesserte Materialien und Prozesse nötig sein – nur so können Komponenten den extremem Konditionen im All standhalten. Ingenieure werden auch an optimierten Designs arbeiten müssen und Methoden finden, die 3D-gedruckten Teile einer Sicherheitskontrolle zu unterziehen. Auch die Schwerkraft – oder eher ihre Abwesenheit – ist eine Herausforderung an die Technologie: Viele Prozesse verwenden aktuell Pulver oder Flüssigkeiten als Rohstoffe – daher wird bei fehlender oder geringer Schwerkraft einiges an Tricks aufgewendet werden, um 3D-Druck zu ermöglichen.

Möglicherweise werden auch neue Materialien und Technologien erforderlich sein. Aber die Forschung geht weiter und 3D-Druck wird immer mehr im All einsetzt werden – auch wenn ein komplett gedrucktes Raumfahrzeug in nächster Zeit noch nicht ins All starten wird. Da ist noch Luft nach oben.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation“ unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „Raketenstart“ by WikiImages (CC0 Public Domain)


The Conversation

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High-Tech in der Landwirtschaft: Wie wir den Krieg um das Wasser verhindern können

Bewässerung, Pflanzen, Sprossen, Sprössling, Wasser, Beregnung, Feld, Acker

Vergesst Öl oder Gas – wir sollten uns mit dem weitaus weniger diskutiertem Sachverhalt, dass die Welt eines Tages erhebliche Probleme mit Trinkwasser haben wird, auseinandersetzen. Ich habe diesen Artikel geschrieben, während ich in Kathmandu war. Nepals Hauptstadt leidet unter einer schwerwiegenden Wasserknappheit. Auch wenn alle Hausbesitzer eine Gebühr an die Regierung zahlen, um Wasser aus dem Hahn zu kriegen, werden die Haushalte lediglich einmal pro Woche für jeweils ein paar Stunden versorgt. Verzweifelte Anwohner sind daher darauf angewiesen, Wasser von privaten Anbietern zu erwerben. Während der Erwerb für wohlhabendere Menschen möglich ist, stellt dies für die untere und mittlere Schicht ein Problem dar. Für viele Menschen in den Entwicklungsländern ist Wasser gleichbedeutend mit dem Unterschied zwischen Reichtum und Armut.

Mehr als eine Milliarde Menschen weltweit hat keinen annehmbaren Zugang zu frischem Wasser. Die meisten der Krankheiten in Entwicklungsländern stehen in Verbindung mit verschmutztem Wasser,  das auch für die Millionen von Toten verantwortlich ist (es stirbt durchschnittlich alle 17 Sekunden ein Kind an den Folgen von Durchfall). Aus diesem Grund müssen wir schnell eine Lösung für die weltweite Wasserkrise finden, bevor die Wasserknappheit zu einer grundlegenden Ursache für internationale Konflikte wird.

Der größte Anteil unseres Wassers befindet sich in unseren Ozeanen. Lediglich drei Prozent ist Frischwasser und kann für die Landwirtschaft und als Trinkwasser benutzt werden; ohnehin ist der größte Anteil des Wassers in Form von Eis in Gletschern und den Polkappen vorhanden. Das bedeutet, dass nur rund 0,5 Prozent des gesamten Wassers auf der Erde zugänglich sind, und davon nur zwei Drittel im landwirtschaftlichen Bereich benutzt werden.

Wenn wir unseren Wasserverbrauch zurückschrauben möchten, müssen wir uns darauf konzentrieren, unsere Landwirtschaftsbetriebe  nachhaltiger und effizienter zu gestalten. Mit der stetig anwachsenden Population müssen wir immer mehr Erntegut auf immer weniger Agrarland produzieren.

Weltweit wird lediglich ein Drittel (37 Prozent) des Landes bebaut, das zur Kultivierung von Pflanzen genutzt werden könnte. Auch wenn potenzielles Ackerland zur Verfügung steht, fehlt oft die notwendige Infrastruktur, Waldbewuchs oder der notwendige Naturschutz. Zurzeit stellt der Mangel an Land noch kein sehr großes Problem dar – doch bei Wasser ist dies durchaus der Fall.

Über die traditionelle Landwirtschaft hinausgehen

Wie sollen Pflanzen mit weniger Wasser wachsen? Eine Option wäre es, einen nachhaltigen Weg zu finden, um das Salz aus unserem (im Grunde unendlich vorhandenen) Meerwasser herauszufiltern. Ein Hof in Australien verwendet Sonnenenergie, um Meerwasser zu gewinnen und es anschließend zu entsalzen, um daraus wiederum frisches Wasser zu gewinnen. Dieses kann anschließend dazu verwendet werden, um in großen Gewächshäusern Pflanzen zu kultivieren.

Solche Höfe liegen meist in Gegenden mit unfruchtbaren Böden und die Pflanzen werden mit Hilfe einer Hydrokultur gezüchtet, wofür keinen Ackerboden benötigt wird. Pflanzen auf diese Weise zu züchten, würde den Frischwasserverbrauch in heißen und trockenen Regionen über das ganze Jahr hinweg verringern; die Kosten zur Montage eines solchen Gewächshauses sind jedoch ein anderes Problem. Des Weiteren würde sich die Wasserknappheit signifikant verringern, wenn Bauern mit weniger Wasser die gleiche Ernte erzielen könnten. Das ist natürlich einfacher gesagt als getan. Für Regionen, die besonders anfällig für Dürreperioden sind, ist dies aber ein besonders wichtiges Thema.

Pflanzenforscher auf der ganzen Welt versuchen, Gene zu finden, die das Pflanzenwachstum unter wasserarmen, trockenen Bedingungen fördert. Wieso zum Beispiel ist es möglich, das Reis aus dem Hochland auf trockenem Boden gedeiht, während Reis, der auf dem flachen Land wächst, gut bewässerte Reisfelder benötigt?

Sind die Ursachen für Trockentoleranzen erst einmal herausgefunden, können die Pflanzen mit Hilfe der Erkenntnisse und der Gentechnik manipuliert werden (Und nein, dieser Prozess beinhaltet nicht das Spritzen von Giftstoffen, wie eine Google-Bildersuche andeuten mag).

Ein entscheidendes Gen identifizieren

Die Bauern haben trockenheitstolerante Pflanzen traditionell mit Hilfe des langsamen und sorgfältigen Prozesses der Selektion und Kreuzung über viele Generationen hinweg gezüchtet. Genmanipulation bleibt weiterhin eher eine Ausnahme. Eine aktuelle Studie identifiziert die unterschiedlichen Wurzelarchitektursysteme in verschiedenen Sorten von Kichererbsen. Von zukünftigen Studien erhofft man sich, dass die Gene identifiziert werden können, die Wasser und Nährstoffe effizient aus dem trockenem Boden holen können. Sobald ein genetischer Faktor identifiziert ist, können Wissenschaftler diesen direkt an die Pflanzen weitergeben, um die Wasserabsorption zu erhöhen.

Ein grundlegender Faktor für die Trockenheitstoleranz von Pflanzen ist das Pflanzenhormon Abscisinsäure (ABA), das die Wassereffizienz von Pflanzen während der Dürreperioden steigert. ABA verringert jedoch gleichzeitig die Effizienz der Photosynthese, was langfristig in einem verringerten Pflanzenwachstum resultiert und zu einer schlechteren Ernte führt.

Die Pflanzen durchlebten diesen Konflikt nicht immer: Moderne Pflanzen haben ein grundlegendes Gen verloren, das frühere Arten, wie beispielsweise Moos, vor der Austrocknung schützte. Vor 500 Millionen Jahren brachte dies die Pflanzen dazu, sich auf Böden mit frischem Wasser anzusiedeln. Moderne Wüstenmoose sammeln Wasser über ihre Blätter, was ihnen hilft, unter trockenen Bedingungen zu wachsen.

Das ist die große Herausforderung für Pflanzenforscher. Um Pflanzen zu entwickeln, die mit nur wenig Wasserzufuhr auskommen und letztendlich die Wasserknappheit eindämmen können, müssen Technologien entwickelt werden, die eine Toleranz gegen Trockenheit entwickeln, die viele  „höhere“ Pflanzen bereits verloren haben, aber von alten Arten wie Moos zwangsweise behalten wurde.

Genetische Manipulation bleibt ein kontroverses Thema, auch wenn umfassende wissenschaftliche Studien den Konsum von genetisch manipulierten Pflanzen, die frei zum Verkauf stehen, als sicher bezeichnen. Teilweise ist das auf einen Kommunikationsfehler zurückzuführen. Wir können sicher sagen, dass wir alle Techniken benutzen müssen, uns zur Verfügung stehen – und dass genetisch manipulierte Pflanzen zu viel Potential besitzen, um ignoriert zu werden.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „The Conversation” unter CC BY-ND 4.0. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image „Irrigation“ by feraugustodesign (CC0 Public Domain)


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Facebooks Trending Topics und die wachsende Macht des Trichter-Filters

All about smartphones (adapted) (Image by Denis Dervisevic [CC BY 2.0] via flickr)

Vergessen wir den Nebenschauplatz der höhnischen Empörung der Republikaner darüber, dass Facebook die Wahrheit verdreht und uns eine liberale Agenda eines unachtsamen Amerikas aufzwingt. Die echte Sensation, die die Gizmodo-Enthüllungen aufs Korn genommen haben, besteht daraus, wie einige wenige Leute darüber entscheiden, was eine größere Anzahl von Menschen ständig als „Nachrichten“ zu sehen bekommen. Es war das Jahr der Plattformen, in dem drei der größten, marktbestimmenden Unternehmen unserer Zeit – Facebook, Google, und Apple – darum gekämpft haben, eine maximale Zeitspanne für ihre Produkte zu erlangen (der Konkurrent Amazon spielt ein ähnliches, aber doch anders geartetes Spiel). Jeder Internetriese möchte mehr Nutzerzeit für sich haben – und das Spiel hat neueren Herausgebern seit Mitte 2015 das Fürchten gelehrt. Alle großen digitalen Machthaber, von der New York Times über den Dow Jones bis hin zu Atlantic Media und der BBC testen behutsam, wie viele Volltext-Artikel (und neuerdings auch Videos) die Plattformen vertragen können. Einzig und allein die Washington Post hält sich alleinig an Facebooks Instant Articles, und das bezieht sich auf Amazons eigensinnige strategische Spielweise. Während dieses neue Möchtegern-Plattform-Zeitalter bisher nur unklare Ergebnisse geliefert hat, sehen wir das größere Problem, welches es unbeabsichtigt verstärkt. Da Plattformen zunehmend an Bedeutung in unserem Leben gewinnen, gibt es weniger Gatekeeper für die digitalen Nachrichten, die die Leser erhalten. Ironischerweise sind wir aufgrund der Ausweitung der vom Internet hervorgebrachten Auswahl der (nationalen) Nachrichten von immer weniger Nachrichtenkanälen abhängig. Es ist eine Eingrenzung des Trichter-Filters und stellt eine weitere unbeabsichtigte Konsequenz der digitalen Umformung unserer Leben dar. Es ist genauso beunruhigend wie die Filter-Blasen, die uns Sorgen bereitet haben, aber diesmal wahrscheinlich nur noch stärker. Während diese Kanäle sich verengen, werden die Entscheidungen darüber, was als Nachricht und berichtenswert innerhalb der Nachrichten angesehen wird, zwangsläufig von weniger Leuten und ihren “Buddy Bots“ entschieden. Daher sind die paar liberale Kuratoren bei Facebook, die weniger starke Prioritäten bei „konservativen“ Sichtweisen setzen, kaum überraschend. Irgendjemand muss entscheiden, was die wichtigsten und unbedeutendsten Nachrichten sind — und was man wo zeigt. Herausgeber von Nachrichtendiensten, Zeitungen sowie Fernseh- und Radiostationen haben das lange Zeit übernommen. Leser haben sich lange Zeit über die Tendenz von diesem und jenem beschwert, und Politiker sind seit jeher gegen die Medien und ihre Neigung angerannt, obwohl das Tempo in den letzten Jahren an Fahrt aufgenommen hat. Der Unterschied heutzutage liegt darin, woher Nachrichtenleser ihre Nachrichten beziehen. Pew fand in einer Studie aus dem vergangenen Jahr heraus, dass 63 Prozent der jeweiligen Nutzer die entsprechenden Plattformen von Facebook und Twitter als Nachrichtenquelle nutzten. Dieser Prozentsatz wir nur noch größer werden, weil Herausgeber zunehmend in unterschiedlichster Weise mit den Plattformen agieren. Sicherlich haben diese Art von Plattform-Kriegen Herausgebern einige neue Möglichkeiten geboten – und es hat ihnen das Gefühl von mehr Kontrolle darüber gegeben, was sie auf Plattformen, wie es beispielsweise bei den Facebook Instant Articles dr Fall ist, jetzt präsentieren können. Dennoch haben die Herausgeber nun gelernt, dass nichts so veränderlich ist wie die Entscheidungen, Strategien und Algorithmen der Plattformen. Selbst wenn sie den Herausgebern etwas mehr Kontrolle in einigen ihrer neuen Programme anbieten, sind es Facebook und Apple, die entscheiden, was viele ihrer neuen Konsumenten lesen und nicht lesen werden. Dies kommt daher, weil sie die Platzierung der Nachrichtenbeiträge in ihren „Trending Topics“ (hierhe rührt der momentane Wirbel um Reince Priebus und Mark Zuckerberg) oder in den Newsfeeds kontrollieren – und von diesen beziehen noch immer die meisten Nutzer ihre Nachrichten. Darin liegt die Eingrenzung des Filter-Trichters. Wenn mehr und mehr Nachrichtenleser von den Beurteilungen der Plattformen abhängig sind, was in den Nachrichten erscheint, wird sich die Vielfältigkeit der Beurteilungen auch verschmälern. Ja, wir können uns alle an einzelne Quellen wenden und die Unterschiede auskosten, beispielsweise die Gegenüberstellung dessen, wie die New York Times und das Wall Street Journal Top-Nachrichten berücksichtigen, aber immer weniger von uns tun das auch. Wir verlassen uns stattdessen darauf, was die Plattformen behaupten. Diese Entscheidungen werden aus einer Kombination aus Mensch und Algorithmus getroffen. Und wer programmiert diese Algorithmen? Menschen. Menschliche Fehlbarkeit – und eingebaute Voreinstellungen – sind unvermeidlich. Die Neigung ist nicht nur liberal oder konservativ. Das System läuft Gefahr, noch tückischer zu werden, da das Gruppendenken das Risiko eingeht, ein unsichtbarer Allgemeinplatz zu werden. Einige, einschließlich der Plattformen, werden sagen, dass dies absolut kein Problem darstellt. Konsumenten können direkt auf die ursprünglichen Quellen zugreifen. Natürlich können sie das, aber einige werden auf diese Option verzichten, weil Nachrichtenagenturen alles auslagern, was ausgelagert werden kann. Also wieso nicht einfach den Inhalt produzieren und Facebook die Verbreitung machen lassen? Dieser Tag wird früher oder später kommen. Auf jeden Fall sind wir Gewohnheitstiere. Die Plattformen haben die Lesegewohnheiten der Nachrichten verändert. Facebook verzeichnet allein 167 Millionen amerikanische Nutzer mit jeweils 20 Minuten täglicher Nutzungsdauer – der erfolgreichste Nachrichtenriese erreicht diese Zahl nicht mal in einem durchschnittlichen Monat. Die Rechnung, die ebenso von der Industrie herangezogen wird, lautet, dass wir die Plattformen nutzen müssen, um das Publikum zu erreichen, besonders die aufstrebenden Jüngeren, und die potenzielle lebensgefährliche Bedrohung vernünftig managen müssen. Plattformen wollen die letzte Auslieferungsstelle werden, damit sie die Gafferei bestmöglich zu Geld machen können. Wenn sie hintanstehen, werden die wahren Entscheidungen darüber, was Nachrichten sind, in unsichtbare Hände und Maschinen übergeben, von denen uns Technikversierte sagen, dass sie neutral sind oder über den Dingen stehen. Unsinn. Die Maschinen werden uns – zumindest fürs Erste – das geben, was die menschlichen Lehrer ihnen angewiesen haben, dass sie uns geben sollen. Wenn Leser Nachrichten von Apple erhalten, kaufen sie die Nachrichten-Beurteilungen von Apple. Dies ist allerdings nicht nur ein digitales Problem. Da Gannett und Tribune sich gegenseitig feindlich beäugen, basiert die Begründung für Gannetts Angebot in Premiumgröße auf „Effizienzgewinnen“. Dazu gehört vor allem das Ersetzen der Beurteilungsfähigkeit vieler Redaktionsmitarbeiten (und vermutlich ebenfalls jene der L.A. Times und der Chicago Tribune) mit einer Gruppe  junger Redakteure bei Gannett HQ im vorörtlich-spießigen Virginia. Dies verengt ebenfalls den Filter-Trichter. Diese Gannett-Herausgeber wollen in der Tat identifizierbarer sein als die großen gesichtslosen Facebooks, die entscheiden, was Facebook-Leser zu sehen bekommen, aber der Effekt ist derselbe: Gannett unterstützt ebenfalls seine eigene Plattform. Macht, um es einmal frei nach Mao zu sagen, kommt aus dem Lauf eines Trichters. In dieser Angelegenheit sollten wir dem Getue der Politiker weniger Aufmerksamkeit schenken und mehr der Kraft der Plattformen. Dieser Artikel erschien zuerst auf “Nieman Journalism Lab” unter CC BY-NC-SA 3.0 US. Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.


Image (adapted) „All about smartphones“ by Denis Dervisevic (CC BY 2.0)


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Outside The Box: Absolutes Firmen-Commitment trotz miesem Briefing

Die Amazon-Bestenlisten sind voll mit Kommunikationsratgebern, Anleitungen zur Selbstoptimierung, Tipps zum Erfolgreichsein oder Management-Bibeln. Darin liest man so nichtssagende Motivations-Floskeln wie „Eine eiskalte Dusche am Morgen belebt den Geist“ oder auch „Es gibt keine Fehler, nur einen unvergesslichen Weg“. Die Crème de la Crème solcher Glückskeks-Weisheiten bekommt man in der Regel bei den einschlägigen Coachings für Führungspersonen oder sonstigen Teambuilding-Events um die Ohren geknallt. Hier heißt es ein bis zwei Mal im Jahr, die beste Version seiner selbst zu sein und den anderen den Rang abzulaufen. Regisseur Philip Koch nimmt sich diesem Business-Bullshit nun auf äußerst humorvolle Weise an: „Outside The Box“ startet mit vier High-Performern, die auf dem Weg zu einem Trainingsgelände mitten in der Pampa sind, wo ihre Leadership-Qualitäten auf die Probe gestellt werden sollen.

„Wenn das so weiter geht, sind wir erst mittags auf Führungslevel“

Zum Inhalt: Der junge, aufstrebende Angestellte (Volker Bruch) arbeitet seit mittlerweile drei Jahren als Junior Consultant und hat noch immer keine nennenswerten Karrierechancen in Aussicht, stattdessen heimsen seine sogenannten Teamkollegen (Stefan Konarske, Vicky Krieps und Sascha Alexander Geršak) stetig die Lorbeeren für seine Ideen ein. Bei einem gemeinsamen Outdoor-Firmenevent will er ihnen und den Chefs nun endgültig beweisen, was er auf dem Kasten hat. Doch da hat er die Rechnung ohne seine PR-Managerin (Lavinia Wilson) gemacht. Diese hat sich nämlich keine schnöde Exkursion in den Hochseilgarten ausgedacht, sondern eine fingierte Geiselnahme. Passenderweise wurde gleich die gesamte Presse versammelt, um das Spektakel aus der Ferne zu beobachten und die neuen Methoden zur Teamoptimierung abzufeiern.

Doch nun geht es erst richtig los: Im Wald angelangt, muss sich das Quartett zunächst im stockdusteren Tunnel-Labyrinth beweisen. Kurze Zeit später tauchen auch schon die Geiselnehmer auf und jagen den Teilnehmern einen Heidenschreck ein. Denn urplötzlich fliegt ihr Guide durch die Luft, nachdem er von einer Schrotflinte getroffen wird. Was bis dahin noch niemand weiß: Die engagierten Kidnapper/Schauspieler verfolgen eigene Pläne und haben die Farbpatronen kurzerhand durch echte Munition ausgetauscht. Die Lösegeldforderung ist also echt und wird von ihnen auch bis zum bitteren Ende durchgezogen. Während die PR-Abteilung nun damit beschäftigt ist, die Presse von der Rechtmäßigkeit der Aufführung zu überzeugen, denken die unwissenden Consultants noch immer, dass sie bei diesem Rollenspiel möglichst gut aussehen müssen – wie im echten Leben eben. Zumindest fast.

„In der Business-Welt wird nicht mit Rosen geworfen“

Tiefergehende Inspiration für diese irrwitzige Geschichte fand Filmemacher Koch – wie sollte es anders sein – in den bunten Weiten des Internets. Die Recherche zu absurden Team-Events ließ ihn nämlich direkt auf eine Liste mit fünf Vorfällen stoßen, die extrem eskalierten. Das Vorbild zu „Outside The Box“ wurde im Jahr 2001 von der schwedischen Firma Ericsson veranstaltet (kurz bevor der Zusammenschluss mit Sony bevor stand), bei dem man tatsächlich einen Vermummten mitsamt Schrotflinte einen Bus stürmen ließ, um die Reaktionen der Teilnehmer zu überprüfen. Zum Ärgernis der Veranstalter riefen andere Autofahrer auf der Autobahn aber die Polizei – und somit endete das fingierte Horror-Erlebnis schließlich auf dem Revier.

20160526 Outside The Box 01

„Survival of the Fittest“

Eins ist klar: An den Vorurteilen, dass man es in Führungspositionen oftmals mit Blendern, Egomanen oder Halbwahnsinnigen zu tun hat, ist schon etwas dran. „Outside The Box“ hält der selbsternannten Business-Elite den Spiegel vor. Hier bekommt jeder sein Fett weg – vom Chef mit völlig überzogener Erwartungshaltung über die Presse mit ihrem unstillbarem Kaffeedurst bis hin zum kleinen angestellten Techniker (gespielt von Frederick Lau), dessen Bedenken am korrupten Vorgehen seiner Vorgesetzten schnell mit einem besseren Job-Titel besänftigt werden können.

Und die Kritik am Leistungsdenken von Firmen sitzt. Daran ändert auch der in der Gesellschaft weit verbreitete Wunsch nach einer gesunden Work-Life-Balance nichts für Koch. Er sieht den Ansatz zur Gehirnwäsche vielmehr in jedem kommerziell-agierenden Unternehmen. Der Drang nach permanentem Wachstum ist das eigentlich Ungesunde im System:

Wenn alle das wollen, wird oben die Luft eng, bleibt die große Masse auf der Strecke. Das merkte man auch bei den letzten Wahlen: Die Existenzängste werden größer, und die Geschu?tze, die man auffährt, auch…

Sobald Mitarbeiter auf Effizienz getrimmt werden, übertragen sich letztlich die Denkmuster des Konkurrenzdrucks und der Existenzangst auf das eigene Handeln. Man verinnerlicht diese also ganz automatisch – frei nach dem Motto: Wenn ich heute die Quote von gestern nicht steigern kann, gelte ich als faul.

Das Fazit dieser filmischen Marktbeobachtung lautet also: Jetzt kann auch mal Schluss mit dem grenzenlosen Firmen-Commitment sein!


Images by Wild Bunch Germany


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Schöne neue Arbeitswelt: Arbeiten wir smarter oder doch nur mehr und schneller?

NEC-ext-39 (adapted) (Image by NEC Corporation of America [CC BY 2.0] via flickr)

Wie unsere digital gestützte Arbeitswelt aussieht, liegt ganz allein in unserer Macht. Umso wichtiger sind heute und morgen die digitalen Kompetenzen des Einzelnen, sowie ein durchdachtes digitales Konzept des Arbeitgebers. Kritiker stehen der Fülle an digitalen Werkzeugen, neuen kollaborativen Arbeitsmethoden und der Ort- und Zeitentkoppelten mobilen Arbeit skeptisch gegenüber. Arbeiten wir am Ende smarter oder doch einfach nur mehr und schneller? Einer in vielen Teilen durch Angst, Skepsis und Fehlinformation gekennzeichneten Debatte möchte ich ein paar Aspekte beisteuern, die meines Erachtens wichtig sind in der Suche nach Lösungen dafür, unsere Arbeitswelt der Gegenwart und Zukunft optimal zu gestalten.


Dieser Beitrag ist Teil einer Artikelserie, die sich im Vorfeld der Konferenz MSFT Explained mit Fragen der Digitalisierung unserer Gesellschaft auseinandersetzt.


Ich bin der Meinung, wir können sehr wohl intelligenter (“smarter”) arbeiten. Das hat erstmal mit dem Arbeitsvolumen und der Geschwindigkeit nicht unbedingt etwas zu tun. Man muss es aber auch nicht völlig getrennt voneinander betrachten.

Wovon ist eigentlich die Rede?

Ob “New Work” oder Arbeit 4.0, jeder hat seine eigene Vorstellung dessen, was unter der “Neue Arbeit”-Debatte gemeint ist. Allen Definitionen, Studien und Diskursen sind gleich, dass wir uns sehr schwer damit tun, zum einen abzugrenzen wann die alte Arbeit endet und die neue beginnt oder begann. Zum Anderen wird auf verschiedenen Ebenen diskutiert, die einen auf arbeitsrechtlicher Ebene, die anderen auf volkswirtschaftlicher Ebene. Wiederum andere denken in Berufsbildern, Industrie 4.0 oder sozioökonomischen Machtverschiebungen. Es gibt bedrohliche Untergangsszenerien, genauso wie heile Welt Szenarien.

Irgendwo dazwischen steht die Frage der aktuell existierenden digitalen oder vernetzten Werkzeuge, die uns Menschen heute oder in naher Zukunft zur Verfügung stehen und wie wir uns diese zunutze machen, um unsere Arbeit zu verbessern. Die technophobe Fraktion macht auch hier Angst vor einer Dominanz der Gadgets, sieht sich durch “always on”-Mentalitäten bedroht und befürchtet. Dass das Individuum einfach mehr und mehr Arbeit zu schultern hat, weil die Technologien vieles an Prozessen und Kleinkram wegrationalisieren hilft. Die technophile Fraktion stürzt sich hingegen auf jedes neue Tool. Das auf den Markt kommt, erfreut sich der Möglichkeiten, vom Schlafzimmer heraus ein Firmenimperium aufbauen zu können und schickt lieber um Mitternacht noch Mails. Anstatt morgens mit einem Emailberg zu frühstücken.

Kompetenzen und Konzepte für smartes Arbeiten

Dem Dickicht an digitalen Tools, vernetzten Arbeitsprozessen und neuen Eigenverantwortungen gilt es, eine Stärkung des Einzelnen entgegen zu setzen. Nur wer dazu technisch und intellektuell in der Lage ist, wird sich in der neuen digitalen Arbeitswelt wohl fühlen und sich die Digitalisierung zu Nutze machen können, statt von ihr getrieben zu werden. Auf der anderen Seite sind die Arbeitgeber gefragt, beziehungsweise die Arbeitsumfelder selbst. Auch dort braucht es digitale Konzepte, die optimale Zusammenarbeit in neuen Teams und Hierarchien clever definieren, technische Hilfestellungen ermöglichen, für Weiterbildung, Sicherheit und Motivation sorgen und Mitarbeiter konkret in die Auswahl von Hardware, Software und Prozessen miteinbeziehen, die Individuen stärken und Arbeit besser machen.

Wenn neue Technologien einzelne Personen überfordern, Druck erzeugen, belasten oder rein aus ökonomischen Optimierungsgründen eingesetzt werden, dann ist das ein Problem. Ein großes Problem daran ist aber auch der oder die einzelne Arbeitnehmer/in, wenn entsprechende Kompetenzen nicht vorhanden sind. Um sich digitale, vernetzte Hilfsmittel genau zu dem zu machen. Wozu sie gedacht sind (zur Hilfe), bedarf es eines gewissen Grads an digitaler Kompetenz, die zwar zu einem Großteil technischer Natur ist, aber auch oft nur Einarbeitungszeit, Aufklärung oder Information erfordert. In vielen Kontexten ist daran aber nicht gedacht. Mitarbeiter werden, was neue digitale Arbeitsumgebungen anbelangt, oft vor vollendete Tatsachen gestellt und damit sind manche berfordert. Andere fühlen sich wiederum in die Vergangenheit transportiert, sobald sie im Büro angekommen sind.

Eine Stärkung individueller digitaler Kompetenzen ist Kernbaustein einer smarten “neuen” Arbeitswelt. Die digitale Transformation reduziert schnell aber schrittweise mehr und mehr Routinetätigkeiten, Prozessarbeit und administrative Komponenten der Kernarbeit. Gleichzeitig aber landen immer mehr scheinbar banale Aufgaben, von der Terminverwaltung bis zur Reisekostenabrechnung, beim Mitarbeiter. Vor allem neue digitale Unternehmen, auch in Konzerngröße, haben sich längst von “Sekretärinnen” verabschiedet. Ein Relikt aus dem Industriezeitalter. In der Arbeitswelt von morgen wird jeder einzelne zu einer selbstorganisierenden Projektzelle, der oder die Arbeitnehmer/In sind nicht mehr länger ein kleines Rädchen, sondern jeweils ein Unternehmen im Unternehmen. Jeder ist sein eigener Projektleiter.

Durch die genannte Reduzierung entsteht aber gleichzeitig oft der Druck, mehr Kernarbeit auf sich zu nehmen. Wer nun sein digitales Arbeitsumfeld nicht so weit im Griff hat, sich dadurch die Arbeit zu erleichtern, steht plötzlich vor mehr Belastung, statt weniger. Daher ist es essentiell, dass sich Mitarbeiter sowohl selbst, als auch organisiert durch Arbeitgeber, digitale Kompetenzen aneignen. Es muss begonnen werden, die Technologien im Ansatz zu verstehen und in Teams zusammen optimale Arbeitsprozesse zu entwickeln. An deren Ende muss ein Arbeitsumfeld stehen, bei dem die digitalen und vernetzten Werkzeuge natürlicher Teil des Arbeitsverhaltens oder fast unsichtbare Helfer werden. Quasi digitale Erweiterungen der natürlichen Personen und Prozesse. Das zu erreichen ist schwer, vor allem in technologiefernen Branchen oder bei entsprechend ungünstigen Demografie- oder Arbeitsstrukturen. Wenn Mitarbeiter aber erst einmal diverse Tools und neue Prozesse voll im Griff haben, redet auch niemand mehr davon, dass diese nur eine Last wären.

Lösungsebene 2: Digitale Konzepte auf Arbeitnehmerseite

Arbeit für alle smarter zu gestalten beginnt schon auf IT Ebene. Ein modernes “IT Landscape Management” sollte auch für kleine Unternehmen oder Projekte kein Fremdwort sein. Welche Tools setzen wir ein, welche Geräte stehen zur Verfügung, wer ist für die Technik verantwortlich, wie steht es um die Akzeptanz bei den Mitarbeitern? Ebenso wichtig, vor allem in größeren Organisationen, ist eine durchdachte BYOD(“bring your own device”)-Strategie, die ein sinnvolles Zusammenspiel mit der Konzerninfrastruktur ermöglicht, Sicherheitsfaktoren bedenkt und Mitarbeiter aber nicht in ihren kreativen Freiräumen einschränkt.

Beides zusammen sollte dafür sorgen, dass sich die Mitarbeiter von einem digitalen Arbeitsumfeld mit Hand und Fuß unterstützt fühlen. Viele Unternehmen lassen ihre Mitarbeiter größtenteils alleine, überfordern sie mit IT-Prozessen und Vorschriften oder verweigern wichtige oder motivierende Tools, was wiederum zu Demotivation und Effizienzverlusten führt. Eine Einbeziehung von Mitarbeitern in die Bedarfsanalyse bei Tools und Geräten hilft dabei, jenseits der Geschmäcker von Abteilungsleitern die Technologien zum Einsatz zu führen, mit denen Mitarbeiter nachher auch gut und gerne arbeiten können und wollen.

Viel wichtiger aber ist es, dass all dies Teil einer kohärenten digitalen Strategie oder zumindest projektbezogener digitaler Konzepte ist, mit denen die Organisation für sich und seine Mitarbeiter einen Weg vorzeichnet. Er bestimmt wie mit Entwicklungen der digitalen Transformation umgegangen wird. Dort sollten sich Fragen nach dem Einsatz von Technologien, der Veränderung von Rollen im Unternehmen, der Anpassung von Hierarchien und Prozessen, sowie der Innovation oder möglicher Disruption ökonomischer Aspekte der Organisation wiederfinden. Wie steht das Unternehmen beispielsweise zu flexiblen Arbeitszeiten und -orten? Wie ist das Verhältnis von festen und freien Angestellten? Welche Rollen spielen Diversität und Familienfreundlichkeit? Will das Unternehmen digital eine Führungsrolle einnehmen? Zu viele Organisationen empfinden heute nach wie vor “IT” im weitesten Sinn als Klotz am Bein, als Kostenfaktor oder Thema, das man auf eine “IT Abteilung” abschieben kann, wenn man eine hat. Solange diese Denkweise nicht Platz macht für ein systemisches Verständnis von Digitalisierung und Vernetzung im Arbeitsalltag von Unternehmen, wird es weiterhin kein positives Bild von neuer Arbeit geben.

Smartere Arbeitswelt

Es klingt wie eine arrogante Aussage technologieverwöhnter “mobile Worker” aus der Berliner Blase. Aber nüchtern betrachtet gibt es viele strategisch gesehen logische Lösungsansätze für neue Arbeit. Neben den kulturellen Umwälzungen in unserer Arbeitswelt gibt es eben viele Hindernisse, die mit gutem Management in sinnvollem Aufwand doch überwindbar sind. Wenn ich das nächste Mal von jemandem zu hören bekomme, dass all die Apps, Tools und Plattformen nur das Arbeitsvolumen erhöhen und die Geschwindigkeit im Unternehmen hochdrehen, werde ich fragen: Warum ist das denn so? Wird das im Unternehmen thematisiert? Wer gibt die Regeln vor? Kommst Du mit den Tools zurecht? Vielleicht sollten sich mehr Manager an die eigene Nase fassen und sich fragen, wie in der eigenen Organisation gearbeitet wird und sich als nächstes Projekt erst einmal eine Strategie erarbeiten. Zusätzlich sollte sich gefragt werden, wie mit dem digitalen Wandel umzugehen ist, bevor wieder irgendjemand neue Tablets einkaufen will oder die ganze Abteilung zum dritten Mal im Jahr ins nächste Projektmanagement-Werkzeug einlädt.

EXPLAINED von Microsoft Berlin


Image (adapted) „NEC-ext-39“ by NEC Corporation of America (CC BY 2.0)


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