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Kindle Paperwhite 2018 im Test: Mit dem E-Reader hören und tauchen

Kindle Paperwhite 2018 im Test

Das erste Mal seit drei Jahren hat Amazon seinen beliebten Kindle mit Hintergrundbeleuchtung grundlegend überarbeitet. Der Kindle Paperwhite ist nun wasserdicht, spielt Hörbücher ab und ist merklich leichter geworden. Klingt gut. Überzeugt das Paket auch in der Praxis? Um das zu prüfen, hatte ich den neuen Kindle Paperwhite 2018 im Test.

Leichter und aus einem Guss

Die Maße erweisen sich beim Kindle Paperwhite 2018 im Test als unverändert. Daher beträgt die Display-Diagonale weiterhin sechs Zoll, die Auflösung 300 dpi. Dennoch gibt es sichtbare Unterschiede. Wie beim teureren Kindle Oasis schließt das Display des neuen Modells nun bündig mit dem Rand ab und ist nicht mehr in das Gehäuse eingelassen. Dadurch wirkt das Design noch mehr wie aus einem Guss. Doch wegen der zusätzlichen Schicht über dem Display entsteht ein Spalt zwischen Display-Panel und Deckglas. Deswegen spiegelt das Gerät etwas stärker als sein Vorgänger. Trotzdem lässt sich das Display auch im Sonnenlicht mühelos ablesen.

Weil fünf LEDs das Display ausleuchten, kann ich mit dem Kindle Paperwhite 2018 im Test auch im Dunkeln einwandfrei lesen. Leider lässt sich, wie auch beim Vorgänger, die Helligkeit und die Hintergrundbeleuchtung nicht automatisch anpassen. Diese Funktion ist ausschließlich dem teureren Kindle Oasis vorbehalten.

Kindle Paperwhite 2018 im Test Display
Das Display des neuen Kindle Paperwhite (rechts) schließt bündig mit dem Gehäuse ab, ist nicht mehr eingelassen wie im Modell von 2015 (links). Image by Timo Brauer

Der eigentlich relativ geringe Gewichtsunterschied zum Vorgänger von 24 Gramm macht sich bei längerem Lesen positiv bemerkbar. In der WLAN-Version bringt der Kindle Paperwhite 2018 im Test 182 Gramm auf die Waage. Die LTE-Version wiegt drei Gramm mehr. Auf Tasten zum Umblättern muss man beim Paperwhite weiterhin verzichten. Um auf die nächste Seite zu gelangen, drückt man stattdessen auf den rechten Rand des Touchscreens.

IPX8: Ein kleiner Tauchgang schadet nicht

Der neue E-Reader ist mit einer IP8X-Zertifizierung ausgestattet und überlebt demnach einen Tauchgang in bis zu zwei Metern Tiefe für bis zu 60 Minuten. Damit sollte es kein Problem sein, im Bad oder Pool zu lesen. Das habe ich ausprobiert. Tatsächlich überstand der Kindle Paperwhite 2018 im Test problemlos einige Zeit in der Badewanne. Allerdings erkannte der Touchscreen unter der Wasseroberfläche Eingaben, die ich gar nicht vorgenommen hatte.

Der Schutz gilt übrigens nur im Süßwasser ohne Zusätze. Gegen salziges Meerwasser ist der E-Reader nicht abgedichtet. Nach der Benutzung im Wasser solltet ihr außerdem darauf achten, dass die USB-Buchse wieder vollständig getrocknet ist, bevor ihr das Gerät aufladet.

Mit dem Kindle Paperwhite 2018 im Test Hörbüchern lauschen

Auf dem neuen Kindle Paperwhite lassen sich Hörbücher von Amazons Hörbuch-Dienst Audible abspielen. Jedoch verfügt der Kindle über keine eigenen Lautsprecher oder einen Klinkenstecker. Die einzigen Möglichkeiten Geschichten zu lauschen, bestehen daher darin, Boxen oder Kopfhörer per Bluetooth zu verbinden.

Die Hörbücher können per WLAN vorab auf das Gerät geladen werden und stehen dann auch ohne Internetverbindung zur Verfügung. Dazu hat Amazon den Speicher des Gerätes verdoppelt. In der Basis-Variante stehen euch nun acht GB interner Speicher zur Verfügung. Wahlweise gibt es den Kindle Paperwhite jedoch auch mit 32 GB. Bei Büchern, zu denen es eine Hörbuch-Version auf Audible gibt, kann nahtlos zwischen Text und Hörbuch gewechselt werden.

Akku hält 21 Stunden ohne Aufladen durch

Der E-Reader bietet laut Hersteller eine Akkulaufzeit von sechs Wochen bei 30 Minuten täglicher Nutzung. Diese angegebenen 21 Stunden erreichte der Kindle Paperwhite 2018 im Test beinahe. Daher sind die Angaben von Amazon realistisch. Zum Aufladen setzt der Kindle leider weiterhin auf einen Micro-USB-Anschluss anstelle eines modernen USB-C-Ports. Softwareseitig unterscheidet sich der Kindle Paperwhite 2018 nicht von seinen beiden Vorgängern. Da das 2015er- sowie das 2013er-Modell per Update auf die aktuelle Version 5.10.2 gebracht wurden, laufen alle Geräte mit der gleichen Oberfläche.

Kindle Paperwhite 2018 im Test USB-Anschluss Akku
Der Akku des neuen Kindle Papierwhite aus dem Jahr 2018 (unten) lässt sich genauso wie der alte aus 2015 nur per Micro-USB aufladen, nicht per USB-C. Image by Timo Brauer

Fazit: Kindle Paperwhite 2018 holt auf

Beim Kindle Paperwhite 2018 im Test zeigt sich, dass Amazon viele Features integriert hat, welche die Konkurrenz schon länger bietet. Wasserdichtigkeit und Hörbücher per Bluetooth sind bei weitem keine revolutionären Neuerungen, bieten aber nichtsdestotrotz sehr praktische neue Einsatzmöglichkeiten für Kindle-Nutzer. Einzig die fehlende automatische Anpassung der Hintergrundbeleuchtung an das Umgebungslicht ist mir beim Kindle Paperwhite 2018 im Test negativ aufgefallen. Den Preis hat Amazon zum Glück nicht angehoben. Er liegt wie bisher bei 119 Euro.

Kindle Papierwhite 2018 bei Amazon bestellen (Provisionslink)


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FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

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  • WHATSAPP t3n.de: Neue WhatsApp-Funktion bringt endlich Ruhe in Gruppenchats: Jeder kennt die Masse an Informationsfluss, sobald man in mehr als einer WhatsApp-Gruppe Mitglied ist. Dem will WhatsApp ein Ende setzen. Mit der neuen Option kann der Administrator einer Gruppe manuell auswählen, welche Nutzer aktiv Nachrichten verschicken können. Dem Rest bleibt dann nichts mehr übrig, als stumm zuzusehen. Die Funktion ist bisher nur für Android-User verfügbar.

  • NETFLIX golem.de: Netflix bringt aktuell kein neues teureres Abo: In letzter Zeit sorgt Netflix für Verwirrung bei seinen Zuschauern. Bei vielen Nutzern erscheint die Möglichkeit, eine neue vierte Abo-Variante auszuwählen. Nämlich das Ultra-Abo mit HDR-Option für 17 Euro. Der Anbieter klärt auf und sagt es sei nur ein Test. Dieser soll bestätigen, dass Nutzer bereit wären noch mehr Geld für Videostreaming-Dienste bei Netflix zu zahlen. Der Streaminganbieter kommentierte die Frage einer möglichen Preisänderung nicht.

  • LG handy.de: Patent gewährt: LG plant faltbares Smartphone: LG wird mal wieder zu einem Gesprächsthema bei den Technik-Junkies. Grund dafür ist ein faltbares Handy, für welches das Unternehmen ein Patent erhalten hat. Das neue Smartphone soll über ein flexibles Full-Screen-Display verfügen. Das Gerät faltet sich nach innen, was unerwünschte Kratzer am Display verhindern würde. Der Hersteller möchte außerdem eine Fotokamera auf der Außenseite anbringen, damit man auch Bilder schießen kann, ohne das Handy vorher aufklappen zu müssen. Leider steht noch kein Datum fest, zu dem wir das revolutioäre Smartphone erwarten könnten.

  • FACEBOOK heise.de: Facebook sperrt US-Unabhängigkeitserklärung als Hate Speech: „Indian Savages“ wird von Facebook-Algorithmen als eine hassvolle Äußerung eingestuft. Aus dem Kontext gerissen: zu Recht. Nur leider taucht dieser Begriff auch in einem Teil der US-Gründungsurkunde auf, die die Tageszeitung The Vindicator im Vorfeld des Nationalfeiertages auf Facebook zitiert hat. Dieser Fehler wurde in der Zwischenzeit behoben. Facebook hat den Beitrag erneut freigegeben. Die Situation mag zwar frustrierend sein, aber man kann die Ironie nicht übersehen: Die Worte von Thomas Jefferson werden in den Staaten zensiert.

  • REVOLUTION welt.de: E-Reader-Trick bringt Werbespots auf fahrende LKW: Bewegte Bilder auf Fahrzeugen sind in Deutschland verboten. Doch das Start-Up-Unternehmen Road Ads hat es geschafft diese gesetzliche Hürde zu überwinden. Die Firma synchronisiert vier große E-Reader miteinander und setzt diese anschließend auf die Hecktüren von LKW-Fahrzeugen. Die Werbung ändert sich alle 30 Sekunden, was genau in die gesetzlichen Rahmen passt und keine Gefahr für Fahrende darstellt. Bis 2020 können wir also mit etwa 1.000 Lastwagen rechnen, die auf den deutschen Autobahnen rollen und digitale Unterhaltung mit sich tragen.

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Teuer vs. günstig: Welches Amazon Fire Tablet ist besser?

Amazon Fire Tablet Größenvergleich

Stapelweise Literatur, Serien-Streaming oder neuerdings auch Supermarkt im Netz: Derzeit gibt es kaum eine Branche, in die der Internetriese Amazon nicht hineinwächst. Und er produziert auch eigene Geräte für seine Plattform. Nachdem ich bereits den Kindle-E-Reader ausführlich getestet habe, war ich neugierig, ob die Amazon Fire Tablets des Online-Händlers halten, was sie versprechen. Zum Vergleich habe ich aus Amazons Produktreihe die günstige Tablet-Variante und das Top-Tablet Fire HD 10 genauer unter die Lupe genommen. Bei beiden handelt es sich eigentlich um Android-Tablets, die mit einer speziellen Oberfläche von Amazon angepasst sind.

Das Schnäppchen: Amazon Fire Tablet

Dieses Tablet ist das günstigste aus der Tablet-Reihe von Amazon Fire – und eben einen genaueren Blick wert. Der erste Eindruck war ziemlich gut. Das Tablet kommt mit seinem farbigen Design stylisch daher. Mit seinen 7 Zoll wirkt es klein und kompakt. Die Auflösung von 1024 x 600 Bildpunkten mit einer Pixeldichte von 171 ppi empfinde ich für das kleine Gerät mehr als ausreichend. Allerdings liegt es mit 313 Gramm etwas schwer und klobig in der Hand. Mit einer Tiefe von 10,6 mm ist es auch ganz schön dick geraten. Durch das stabile Kunststoffgehäuse ist es nicht so schmutzempfindlich wie das hochwertigere Amazon Fire Tablet HD 10. Somit passt es perfekt als kleiner Begleiter in die Tasche und kann unterwegs bestens genutzt werden.

FIRE TABLET (2)
Image by Jennifer Eilitz

Das Amazon-Tablet ist auf dem Gerät mit eigenen Apps und Funktionen wie beispielsweise „Amazon-Angebote“ oder auch den „Amazon-Shop“ vertreten, um den Nutzer in den eigenen Amazon-Kosmos zu locken.

Bei dem Versuch, das Tablet benutzerdefiniert für mich einzurichten, gibt es die ersten Stolpersteine. Die vielen Apps aus dem Google Play Store kann ich nämlich nicht benutzen. Ab Werk ist nur Amazons hauseigener App-Store installiert. Sein Angebot ist viel kleiner. Schade!

Schwächen bei Akku und WLAN

Die Akkulaufzeit konnte mich nicht beeindrucken, da sich der Akku bei intensiver Nutzung schnell entlädt. Amazon vermerkt hier eine Laufzeit von etwa sieben Stunden – und somit eine ganze Stunde weniger als beim Fire HD 10. Mir kommt das ziemlich kurz vor – schließlich halten moderne Netbooks locker doppelt so lange durch.

Fire Tablet Startmenü
Image by Jennifer Eilitz

Die Kameraauflösung ist höchstens mittelmäßig. Eine VGA-Frontkamera und eine rückseitige Kamera mit gerade mal zwei Megapixeln sorgen für einen gewissen Retrofaktor, denn die Bilder sehen aus, als wären sie zu einer Zeit geschossen worden, als Fotohandys gerade frisch auf den Markt kamen. Für den geringen Kaufpreis überrascht mich die Qualität jedoch nicht.

Musikhören auf dem Gerät klappt besser, der Klang selbst ist deutlich und klar. Leider hat Amazon hier beim Design nicht so gut aufgepasst. Die Lautsprecher sind unten auf der Rückseite angebracht – sobald das Tablet hingelegt wird, dringt der Klang nur noch gedämpft nach außen. Es gibt noch weitere Mankos: Die Musik, die ich über die Prime-Musik-App abgespielt habe, bricht immer wieder ab, da die WLAN-Verbindung unterbricht und neu gesucht werden muss.

Das Lesen auf diesem Gerät war schon angenehmer als das ständige WLAN-Gesuche, das Gerät liegt auch nach längerer Zeit gut in der Hand. Durch die sogenannte Blue-Shade-Funktion ist das Lesen auch am Abend sogar augenschonend. Zusammen ergibt dies also ein allgemeines „befriedigend“ mit leichten Abzügen in der B-Note. Wer diesen kleinen Begleiter für Reisen, unterwegs und fürs Sofa erstehen möchte, muss immerhin nicht allzu tief in die Tasche greifen. Das Low-Budget-Tablet gibt es in verschiedenen Farben ab ca. 60 Euro.

Das Elegante: Fire Tablet HD 10

Fire HD 10 Tablet Startmenü
Image by Jennifer Eilitz

Trotz seiner Displaygröße von ganzen 10,1 Zoll liegt das schlanke Tablet mit einer Randbreite von gerade einmal 7,7 mm angenehm in der Hand. Ein Leichtgewicht ist es mit seinen 432 Gramm allerdings nicht. Die Auflösung mit über einer Million Pixeln (1280 x 800 Bildpunkte ergeben eine Pixeldichte 149 ppi) hat mir auf den ersten Blick besonders zugesagt. Sie stellt die Bilder und Hintergründe auf dem Tablet klar dar.

Allerdings zieht das Gerät im Gebrauch auch Fingerabdrücke magisch an, sodass es sich empfehlen würde, eine passende Hülle gleich mitzubestellen. Die günstige Variante mit ihrer Kunststoffverkleidung hat sich hier als robuster erwiesen.

Die Akkulaufzeit empfand ich bei diesem Gerät mit mehr als acht Stunden als durchaus langlebiger. Die rückseitige Kamera ist hier mit seinen fünf Megapixeln um einiges besser als sein Billigkonkurrent. Bei der Frontkamera handelt es sich hier genau wie bei der kostengünstigeren Variante um eine VGA-Kamera – nicht gerade der neueste Standard. Vielleicht lassen wir beim nächsten Mal die Kameras einfach weg.

(zum Vergrößern einfach auf die Bilder klicken)

Lesen: nein. Streaming und Daten sichern: ja, bitte!

Wie verhält sich das Amazon Fire Tablet im Alltagsgebrauch? Es taugt ganz sicher nicht zum regelmäßigen Lesen – ein starker Spiegeleffekt stört den Genuss zumindest bei Tageslicht. Außerdem ist es für gemütliche Daddel-Sessions auf der Couch einfach zu groß und zu unhandlich geraten.

Als schicker, externer Datenspeicher macht es hingegen eine enorm gute Figur, denn mit einer microSD-Karte kann man es um bis zu 200 GB Speicherplatz erweitern. Alternativ kann auch der von Amazon angebotene unbegrenzte Cloud-Speicherplatz genutzt werden. Wer das Tablet zum Streamen von Filmen oder Musik nutzt, den erwartet ein wirklich guter Klang. Pluspunkt: Das Gerät lässt sich schön laut stellen, der Ton ist klar und gut verständlich.

Das Shoppen und Stöbern in den Shops empfand ich ebenfalls als sehr angenehm, da der Shop genauso aufgebaut ist wie die Desktop-Version. Den Nutzer erwartet hier keine große Überraschung. Auch hier bekommen vor allem Amazon Prime-Nutzer erneut eine Menge geboten: Zahlreiche kostenlose Apps und Spiele sind freigeschaltet, zusätzlich lockt Amazon mit besonderen Angeboten, dem Amazon-Shop und regelmäßige Hinweise auf dem Startbildschirm für die neuesten Aktionen.

Fazit: Auch dieses Amazon Fire Tablet bleibt eindeutig Zweitgerät – als netter Zeitvertreib beim Streaming und als Back-up-Hilfe macht es wirklich Spaß. Für etwa 199,00 Euro kann man das Tablet bestellen.

Die Amazon Fire Tablet-Funktionen

Amazon ist überall: Die Amazon-Apps springen dem Nutzer ständig ins Auge. Für das Amazon Fire Tablet lohnt es sich definitiv, ein Prime-Mitgliedsabo abzuschließen, denn nur so lässt sich das Rundum-Sorglos-Paket wirklich genießen. Für Nichtabonnenten macht die Nutzung deutlich weniger Spaß – eine subtilere Vermarktung der eigenen Apps und Services wäre hier eleganter gewesen.

  • Unbegrenzt, aber nicht für immer: Amazon Drive

Wer viele Daten hat, muss auch viel Speicherplatz zur Verfügung haben – eine Platzerweiterung gibt es unbegrenzt in der Cloud von Amazon-Drive. Die Übertragungsrate ist angenehm schnell, so macht Backuppen zumindest ein bisschen Spaß. Amazon bietet hier eine dreimonatige, kostenlose Probemitgliedschaft an. Nach Ablauf der Zeit lässt Amazon sich die Nutzung der Cloud ganze 70 Euro im Jahr kosten. 

  • Ein flüssiges Prime-Erlebnis: Streaming ohne Ende

Amazon Prime Nutzer können sich entspannt zurücklehnen und Filme und Serien ohne Ende schauen. Hier eignet sich die Videofunktion ganz besonders gut, da Filme und Serien wie auf dem Fernseher geschaut werden können – und zwar geräteübergreifend. Die Streaming-Funktion eignet sich daher ideal zum Reisen oder für eine kurze Serienfolge abends im Bett. Besonders clever: Filme und Serien können auch offline auf den Geräten gespeichert werden. Der Download ist einfach zu handhaben. Dem Nutzer werden je nach Qualität des Videos verschiedene Speichervarianten empfohlen. Der Download dauert nur wenige Minuten und im Anschluss findet man den Film oder die Serie im übersichtlich gestalteten Download-Ordner der Video-App. 

  • Unendlich lesen wie auf dem Kindle

Die Fire Tablets sorgen für mehr Ordnung im Elektroregal. Sie verfügen über die gleichen Funktionen wie der herkömmliche Kindle-E-Reader, und die werden immer smarter. Dass Amazon sich Gedanken über das beste Leseerlebnis macht, merkt man: Die Seitenzahl, Positionsangabe oder aber auch die Minutenangabe für das verbleibende Kapitel kann je nach Bedarf angezeigt werden. Der Nutzer kann auch hier die Buchstabengröße, Zeilenabstand sowie die Schriftart und den Rand nach eigener Vorliebe einstellen. Die Geräte können außerdem die persönliche Nutzerbibliothek anzeigen, sodass man seine Bücher auch auf dem E-Reader lesen kann. Prime-Mitglieder können einmal monatlich ein Buch kostenfrei leihen. Will man diesen Service nutzen, um das Abo aber einen Bogen machen, kann man sich auch bei Kindle Unlimited anmelden.

Die Tablets verfügen zwar nicht über augenschonende Displays, mit der „Blue Shade“ -Funktion werden die Augen aber gerade vor dem Schlafen gehen um einiges entspannter. Die Funktion minimiert das blaue Licht, was uns am Einschlafen hindert und ein entspanntes Lesen ermöglicht, ohne die Augen zu belasten. Blue-Shade ist nicht nur zum Lesen geeignet, sondern auch für andere Funktionen wie Apps oder Spiele.

  • The Game is on: Spiele auf dem Tablet

Im App-Store gibt es zahlreiche Spiele und Apps, die sich der Nutzer herunterladen kann. Ob „Social Media“-Apps oder bekannte Games – mit einer Auswahl von über 500.000 Apps und Spiele lässt sich Amazon nicht lumpen. Auf jedem der beiden Geräte funktionierte das auch wirklich gut. Die Spielegrafik hat eher auf dem HD 10-Tablet überzeugt, für ein gemütliches Daddeln auf dem Sofa hingegen erwies sich das kleinere Amazon Fire Tablet als Gewinner.

  • Musikstreaming bei Amazon: Log dich ein

Bei Amazon gibt es nicht nur Serien und Filme, auch die Musikauswahl ist groß. Der Nutzer kann unter zwei Millionen Songs auswählen und seine eigenen Playlists zusammenstellen. Das ist weniger als bei den anderen großen Anbieter wie Spotify oder Apple Music, aber es reicht. Zudem laden verschiedene Playlists zum Stöbern und Streamen ein. Hierfür braucht der Nutzer jedoch ein neues Konto bei Amazon Music-Unlimited. Als Prime-Kunde zahlt man 7,99 Euro für den Zugang – alle Externen müssen 9,99 Euro über den virtuellen Musiktresen reichen.

Die Bedienung der Amazon-Music-App war einfach und unkompliziert und ähnlich aufgebaut wie bei den Konkurrenzdiensten Spotify oder Deezer. Und auch hier punktet die Offline-Variante: Alben, Songs oder Playlists können auf das Gerät heruntergeladen und offline wiedergegeben werden.

Fazit: Prime-Nutzer haben es besser

Die beiden Tablets passen ideal in die Zeit, denn sie sind schnell, leistungsstark und für den reinen Medienkonsum ausgelegt. Auf beiden Geräten lässt es sich angenehm und ruckelfrei Filme und Serien schauen, Musik hören, Spiele spielen und im Internet surfen. Wer ein Tablet genau dafür nutzen und nur hin und wieder mal ein Buch darauf lesen möchte, ist hier mit der günstigeren Variante gut beraten.

Der Elefant im Raum ist bei allen Funktionen die Dauerpräsenz von Amazon Prime. Dabei muss man nicht zwingend Prime-Kunde werden, um dieses Tablet zu nutzen, denn alle Funktionen – wie beispielsweise der Browserzugang bei Netflix – laufen problemlos. Dennoch bietet sich eine Mitgliedschaft an, um von den zahlreichen Vorteilen profitieren zu können. Die Apps, der Shop und die Angebote richten sich nun einmal am ehesten an Amazon Kunden.

Zum reinen Arbeiten finde ich die Tablets nicht brauchbar, es sei denn, man nutzt die von Amazon angebotene Cloud, um seine Daten dort abzulegen. Zudem lasen sich nicht alle frei verfügbaren Apps außerhalb des Amazon-Shops installieren.

Das Amazon Fire HD 10 kommt mit seinem gepfefferten Kaufpreis von 200 Euro etwas übertrieben daher, da es sich von den Möglichkeiten her kaum vom günstigeren Produkt unterscheidet. Für den Alltag reicht die günstige Variante, trotz weniger Speicherplatz, einer mittelmäßigen Akkulaufzeit, einem nicht ganz so hochwertigen Display und einer wirklich unterirdisch miesen Kamera dennoch aus. Die Basisfunktionen sind dem teureren Modell sehr ähnlich und alle Amazon-internen Service-Apps sind auf beiden Geräten nutzbar. Daher empfiehlt sich das Gerät am ehesten auf Reisen und für den Pendler-Alltag.


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Lesen, bis der Akku leer ist: Die neuesten E-Reader im Test

Lesen (adapted) (Image by Arcaion [CC0 Public Domain] via Pixabay)

Bücher sind für viele Menschen ein wichtiger Bestandteil des Alltags. So auch für mich. Habe ich ein Buch beendet, beginne ich direkt mit dem nächsten – was natürlich immer ein tolles Gefühl ist, wenn man das Bücherregal mit einem weiteren Werk schmücken kann. Da ich wegen meines Studiums viel Zeit mit vollen Taschen in Zügen verbringe, muss ich mich immer wieder entscheiden: Passt zwischen die dicken Uniwälzer noch genug Essen und die Wasserflasche – oder sollte ich lieber auf ein paar Snacks verzichten und doch noch das spannende Buch für die Rückfahrt hineinquetschen? Mein Rücken meckert auch, und ich beschließe: Es wird Zeit für eine digitale Revolution in meiner Tasche.

Natürlich ist der E-Book-Trend nicht völlig an mir vorbeigegangen, hin und wieder lese ich ein paar E-Books auf meinem zu groß geratenen Tablet. Für einen E-Book-Reader konnte ich mich nicht so sehr erwärmen – bis jetzt! Denn nachdem ich die folgenden drei E-Reader getestet habe, weiß ich, dass ich nie wieder auch nur ein Wort mehr als nötig auf meinem Tablet lesen möchte. Ich habe drei aktuelle Geräte auf Laufzeit, besondere Merkmale und Vielseitigkeit getestet: Den neuen Amazon Kindle Oasis, den herkömmlichen Amazon Kindle und den Tolino Vision 4 HD.

Der Neuling: Tolino Vision 4 HD

Am Tolino Vision 4 HD gefiel mir auf den ersten Blick sein schlichtes Design. Er liegt mit seinen 175 Gramm und seiner Gummibeschichtung sehr leicht und angenehm in der Hand. Mit einer Bildschirmgröße von gerade einmal sechs Zoll ist er zum Lesen genau richtig. Der Tolino bringt neben seiner Wasserresistenz einige coole Features mit, die mich als E-Reader-Neuling beeindruckt haben.

Tolino schläft (Image by Jennifer Eilitz)
Tolino schläft (Image by Jennifer Eilitz)

Als ich den Tolino aus der Verpackung genommen habe, fiel mir als erstes das schlafende Gesicht auf dem Display ins Auge mit der Bildunterschrift: „Psst… Tolino schläft“. Das verleiht dem Ganzen einen niedlichen Charakter und macht Tolino zu einer Art begleitendem Maskottchen, das man gerne bei sich trägt.

Das erstmalige Verbinden mit WLAN hat reibungslos geklappt und verlief ziemlich schnell. Was mir allerdings nicht gut gefallen hat, war die ständige Erinnerung an ein neues Update, was gefühlt bei jeder Benutzung aufpoppte.

Auf dem Tolino findet sich der Shop auf der Startseite, bei dem man das Gerät gekauft hat, in diesem Fall war es der Onlineshop von Hugendubel. Wollte ich meine Bücher lieber bei Thalia oder einem anderen Shop aussuchen, dann musste ich das über den Webbrowser tun. Das Scrollen und Surfen im Web über den Reader gestaltete sich leider als weniger angenehm, da die Reaktionen des Readers sehr langsam, zögerlich und flackernd waren.

Wer allerdings den Dreh raus hat und Kunde bei Hugendubel, Thalia und Co. ist, hat ein angenehmes Lesevergnügen vor sich. Denn hier hat der Tolino ein besonderes Feature, bei dem man nicht mehr zwangläufig mit dem Finger auf dem Bildschirm tippen muss, um zu blättern, sondern man kann dies bequem auf der Rückseite tun, indem man auf das Logo tippt. Allerdings muss der Nutzer hier eine Menge Fingerspitzengefühl beweisen – bei mir wollte das nicht immer auf Anhieb klappen.

Ansprechend fand ich auch die Option, Bücher über eine Leihbibliothek auf seinen Reader zu laden. Auch das geht ganz einfach, ohne dass man erst das E-Book auf den PC laden muss. Außerdem braucht der Leser auch das Buch nicht fristgerecht zurückzugeben, denn das passiert am Ende der Leihfrist ganz von selbst, indem sich das E-Book vom Reader entfernt.

Wie bei allen getesteten E-Readern kann der Leser beim Tolino seine Leseeigenschaften individuell einstellen. Ob Schriftart, Schriftgröße, Zeilenabstand oder sogar die Randbreite – die Möglichkeiten sind sehr vielseitig und können das Lesen noch angenehmer gestalten.

Zum Schluss möchte ich noch einmal auf eine wirklich gute Funktion des Tolino Vision 4 HD aufmerksam machen: Das smartLight. Hier verändert der Reader automatisch die Beleuchtung, um sich entsprechend des Tageslichts und des Leseverhaltens der Nutzer anzupassen. Morgens strahlt er im kaltweißem Licht, abends leuchtet er warmweiß, um den Leser nicht vom Einschlafen abzuhalten. Diese Funktion hat natürlich Einfluss auf die Akkulaufzeit, die aber mit etwa zwei bis dei Wochen für meine Bedürfnisse absolut ausreicht.

Der Tolino Vision 4 HD ist in vielen Shops erhältlich und unter anderem auch bei Hugendubel für ca. 180,00 Euro online zu bestellen.

Der Klassiker: Amazon Kindle

Ich muss zugeben, dass ich ein absoluter Amazon-Fan und Prime-Kunde bin und gerne auf die Produkte und Bücher des Onlinehändlers zugreife. Daher wollte ich es mir auch nicht nehmen lassen, den altbewährten Amazon Kindle zu testen. Dazu gibt’s jeden Monat ein E-Book gratis.

Genau wie beim Tolino war auch hier die WLAN-Anmeldung sehr einfach und schnell. Ich mochte den Kindle auf Anhieb und war gespannt, was er alles zu bieten hat. Der Startbildschirm ist sehr übersichtlich und einfach aufgebaut. Es gibt eine digitale Bibliothek, in der sich alle Bücher befinden, die ich lese oder bereits gelesen habe. Außerdem kann man eine Liste mit Büchern erstellen, die man noch lesen möchte und erhält exklusive Empfehlungen.

Amazon Kindle Startbildschirm (Image by Jennifer Eilitz)
Amazon Kindle Startbildschirm (Image by Jennifer Eilitz)

Der Kindle ist mit seinen 161 Gramm und seinem Bildschirm, der sechs Zoll misst, sehr leicht und praktisch. Allerdings würde ich eine Schutzhülle mit Gummibeschichtung empfehlen, da dieser E-Reader – anders als der Tolino – durch die Plastikhülle hin und wieder mal aus der Hand rutscht. Was ich allerdings zu bemängeln habe, ist, dass die Beleuchtung nicht reguliert werden kann. Sobald es dunkler wird, wird es also auch schwieriger mit dem Lesen und man muss wie in analogen Zeiten eine Leselampe zu Hilfe nehmen.

Ich habe mir zum Test ein E-Book auf den Reader geladen, was als Prime-Kunde sehr einfach und schnell ging. Auch das Lesen hat mir sehr viel Spaß gemacht, da ich in verschiedenen Situationen getestet habe: Im Wartezimmer beim Arzt, als Beifahrer auf einer längeren Autostrecke, gemütlich auf dem Sofa, oder im Bett kurz vor dem Schlafengehen. Er hat mich immer überzeugt. Sowohl mit der langen Akkulaufzeit, die mit eine Länge von mehr als drei Wochen beachtlich ist, als auch mit der riesigen Auswahl an E-Books, die Amazon seinen Kunden bereitstellt.

Ich hatte jedoch zu Beginn ein paar Probleme, mit der Funktionsweise der Seitenanzeige. Anfangs wurde mir immer wieder die Positionsangabe aufgezeigt, die ich nicht praktisch fand. Ich weiche zwar mit einem E-Reader von einem physischen Buch ab, möchte aber dennoch das Buch-Gefühl, so gut es eben geht, nachempfinden. Kurz: Mich interessieren Seitenzahlen einfach mehr als Daten. Ich fand schließlich heraus, dass ich für die Darstellung auf die linke unterste Ecke tippen musste. Die Option, erfahren zu können, wie viele Minuten für ein Kapitel noch benötigt werden, hat mir gefallen – solange es eine Option bleibt.

Den klassischen Kindle kann man schon für kleines Geld kaufen und so ist er bei Amazon für ca. 69,99 Euro in schwarz und weiß erhältlich.

Der Luxuriöse: der Amazon Kindle Oasis

Der wohl wichtigste Punkt des großen Bruders von Amazon ist das optische Erscheinungsbild: Er liegt durch seine ergonomische Haltefläche, in die der Akku integriert ist, bequem in der Hand. Der Kindle Oasis lässt sich sowohl per Berührung als auch anhand von zwei Knöpfen umblättern, was das Lesen und Halten des Readers noch einfacher macht. Der Kindle Oasis ist der bislang leichteste und dünnste Reader des Anbieters und hat mich optisch angenehm überrascht

Oasis ergonomische Form (Image by Jennifer Eilitz)
Oasis ergonomische Form (Image by Jennifer Eilitz)

Auch er mit einem Bildschirm von sechs Zoll ausgestattet, jedoch ist er mit seinem einmaligen Design kaum mit dem Tolino Vision 4 HD oder dem herkömmlichen Amazon Kindle vergleichbar. Der Menüaufbau gleicht dem Kindle in beinahe allem, nur dass ich hier zusätzlich an der Helligkeit stellen kann, was ich mir beim klassischen Kindle gewünscht hätte. Daher testete ich überwiegend den klassischen Kindle am Tag und den Oasis abends im dunklen Schlafzimmer – und ich muss sagen, dass es meine Augen nicht im Geringsten angestrengt hat.

Besonders gefallen hat mir hier die Idee, die Anzeige drehbar zu gestalten – solche Features sind wir mittlerweile vom Smartphone gewöhnt, bei den E-Book-Readern suchte man sie allerdings bisher vergeblich. Das macht es auch für Linkshänder oder Bequemlichkeitsfanatiker gut nutzbar, denn so kann die Knopfleiste sowohl links als auch auf der rechten Seite genutzt werden.

Amazon Oasis mit Ladehülle (Image by Jennifer Eilitz)
Amazon Oasis mit Ladehülle (Image by Jennifer Eilitz)

Ein sehr praktisches Feature ist die Ladefunktion über die Hülle, die man mit durch Magnete am Kindle befestigen kann. Dadurch kann die Laufzeit des Kindle Oasis, die in anderen Produkttests bereits deutlich kritisiert wurde, ordentlich verlängert werden. Der Trick steckt in der Verpackung: Solange die Lederhülle, die man in verschiedenen Farben erhält, am Kindle befestigt ist, wird der Akku darüber verbraucht und das eigentliche Gerät wird nicht in Mitleidenschaft gezogen.

So kann der Leser den Reader laut Hersteller über mehrere Monate benutzen, ohne ihn aufladen zu müssen. Ganz so viel Zeit hatte ich leider nicht zum Testen, aber drei gute Wochen hielt das Gerät ohne Probleme durch. Wie handlich das Ganze dann mit Hülle noch ist, daran scheiden sich die Geister. Mich hat es nicht so sehr gestört, die Idee geht aber auf Kosten des Gewichts.

Die Hülle kann aber noch mehr: Da sie den Reader wie ein richtiges Buch verschließt, wacht der Reader auf, wenn man sie aufklappt. Das Gerät wird in den Ruhemodus versetzt, wenn man die Hülle wieder schließt.

Dem Nutzer wird noch mehr geboten – und das fand ich genial: Man kann sich wie auch bei den anderen beiden E-Readern über WLAN anmelden, aber hier wird von Amazon zusätzlich 3G bereitgestellt, sollte man sich nicht direkt über WLAN anmelden können. Die Kosten für die Drahtlosverbindung übernimmt Amazon, dem Nutzer entstehen so keine zusätzlichen Kosten oder Verpflichtungen. So kann das Lesen und Herunterladen von Büchern direkt beginnen. Der einzige Nachteil dabei ist, dass das Gerät beim Kauf teurer ist, als wenn man nur auf die herkömmliche WLAN-Funktion zurückgreift.

Für den Kindle Oasis muss der Leser schon etwas tiefer in die Tasche greifen: Zu einem Preis ab 289,99 Euro kann er bei Amazon bestellt werden. Die mitgelieferte Ladehülle ist in drei verschiedenen Farben erhältlich: Walnuss, Schwarz oder Bordeaux.

Fazit

Nachdem ich also drei Wochen damit verbracht habe, auf den verschiedensten E-Readern zu lesen, bin ich wirklich positiv überrascht. Die Tests haben mir gezeigt, wie praktisch diese Reader sind und wie bequem man sie zu jeder Zeit nutzen kann.

Am besten haben mir die Kindle-Modelle gefallen. Die Funktionen, wie beispielsweise die Leseflatrate Kindle Unlimited für zehn Euro im Monat, fand ich ziemlich überzeugend. Prime-Nutzer können sich sogar monatlich ein Buch kostenlos ausleihen. Zudem verlief das Durchstöbern der Bücher auf der Amazon-Plattform viel schneller und auch die Reaktionen waren sowohl beim klassischen Kindle als auch beim Oasis besser als beim Tolino.

Aber muss der Leser nun in jedem Fall auf das teurere Produkt zugreifen? Für meine Zwecke reicht der klassische Kindle vollkommen aus. Wenn ich mit dem Zug unterwegs bin, kann ich dort auf die Beleuchtung zurückgreifen, die mir beim Kindle am Abend oder wenn es dunkel wird, fehlt.

Die Luxus-Variante Kindle Oasis hat zwar auch vieles zu bieten, dennoch ist er mir schlichtweg zu teuer – und auch wegen des Preises würde ich ihn nicht überall mitnehmen. Von den Leseoptionen unterscheiden die beiden Geräte sich bis auf die Beleuchtung nicht. Der klassische Kindle erscheint mir sehr robust – und selbst, wenn er einmal in meiner Tasche zwischen all den Uniwälzern landet und vielleicht auch mal einen Kratzer abbekommt, wäre das zwar ärgerlich und schade, aber bei Weitem nicht so schlimm wie bei einem Gerät, für das ich knapp 300 Euro bezahlt habe und das ich mit Samthandschuhen anfassen muss.

Da ich auch in Zukunft viel in Zügen unterwegs sein werde, wird in mein Regal und vor allem in meine Tasche demnächst der klassische Kindle einziehen, denn hier stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis auf jeden Fall.


Image (adapted) „Lesen“ by Arcaion (CC0 Public Domain)


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E-Books werden beliebter – die Buchpreisbindung nicht

Laut einer Studie des Marktforschungsinstitut Ipsos sind E-Books voll im Trend – die Mehrheit der Deutschen will sie aber deutlich günstiger als gedruckte Bücher. Für die von der Gutscheinplattform Deals.com beauftragten Studie hat das Marktforschungsinstitut Ipsos über 1.005 Studienteilnehmer nach ihren Lesegewohnheiten gefragt. Interessant ist, dass im Vergleich zum Vorjahr 10 Prozent mehr Deutsche E-Books lesen, dass ihn aber der durch die Buchpreisbindung festgelegten Preis dafür zu teuer ist. In Deutschland wird sich dieser Preis nicht ändern, denn die Buchpreisbindung ist ein von den Verlagen hart verteidigtes Politikum.

 


 

  • 2 von 5 der Deutschen haben bereits ein E-Book gelesen – rund 10 Prozentpunkte mehr als 2012.
  • E-Reader und Tablets als E-Book-Medien stark im Kommen, dennoch: Jeder Vierte findet E-Books zu teuer.
  • Doch das Politikum Buchpreisbindung wird preiswertere E-Books auch in Zukunft verhindern.

E-Books werden immer beliebter

Das Portal für kostenlose Gutscheine und Rabatte, Deals.com, hat bereits zum zweiten Mal das E-Book-Leseverhalten der Deutschen unter die Lupe genommen. Fazit: E-Books werden immer beliebter. Während noch vor einem Jahr nur jeder dritte Deutsche schon mal ein E-Book gelesen hat, liegt die Zahl der Nutzer mittlerweile bei 41 Prozent. Auch wenn elektronische Bücher weithin bekannt sind, werden sie dennoch wenig gelesen: Nur ein Drittel (32 Prozent) der E-Book-Nutzer liest E-Books mehrmals die Woche oder sogar täglich – 42 Prozent nur einmal im Monat oder seltener. Jeder Zehnte behauptet allerdings, mehr zu lesen, seitdem er E-Books nutzt.

Was die Wahl des Mediums angeht, so geht der Trend ganz klar zu spezialisierten E-Readern. Vor allem die Beliebtheit von Notebooks und PCs als Medium für den Lesestoff sank im Vergleich zum Vorjahr: Nur noch 26 Prozent lesen E-Books auf diesen Geräten (49 Prozent 2012). Der Amazon Kindle wird von jedem vierten E-Book-Leser genutzt (Anstieg gegenüber 2012 von 16 auf 25 Prozent 2013). Auch iPads (12 Prozent) und andere Tablets (17 Prozent) erfreuen sich großer Beliebtheit. Das mobile Lesevergnügen scheint bei den Deutschen vor dem Zugang an sich zu E-Books entscheidend zu sein.

Politikum Buchpreisbindung

Die noch relativ geringe Nutzung von E-Books ist vor allem auf die zu hohen Geräte- und E-Book-Preise zurückzuführen. Jeder Vierte behauptet, dass ihm E-Books und E-Reader zu teuer sind (je 23 Prozent). Ganze 59 Prozent sagen ganz klar: E-Books sollten im Vergleich zum gedruckten Buch deutlich günstiger sein. Mehr als jeder Dritte behauptet, er würde sich eher für ein E-Book entscheiden, wenn es nur halb so viel kosten würde wie ein gedrucktes Buch (38 Prozent). Jeder Siebte liest derzeit sogar ausschließlich kostenlose E-Books (14 Prozent). Rund 60 Prozent der Deutschen fordern also deutlich günstigere Preise bei E-Books. Doch dazu wird es nicht kommen.

Die Buchpreisbindung sorgt dafür, dass von den Verlagen festgelegte Preise für sämtliche in Deutschland verlegten Bücher einzuhalten sind. Außerdem gilt die Buchpreisbindung für „Produkte, die Bücher, (…) reproduzieren oder substituieren und bei Würdigung der Gesamtumstände als überwiegend verlags- oder buchhandelstypisch anzusehen sind sowie kombinierte Objekte, bei denen eines der genannten Erzeugnisse die Hauptsache bildet“, wie zum Beispiel E-Books. Still und leise wird deshalb bei den laufenden Koalitionsverhandlungen von CDU/CSU und SPD auch über die Buchpreisbindung geredet. Gegenüber Deutschlandradio Kultur nannte der frühere Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin (SPD) auch „die Zukunft der Buchpreisbindung“ als ein Thema der laufenden Verhandlungen in der Arbeitsgruppe. Eine Änderung ist nämlich kaum zu erwarten.

Der Erhalt der Buchpreisbindung ist eine fast unumstößliche Forderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, für den „der feste Ladenpreise zum Erhalt einer intakten Buchhandelslandschaft“ beiträgt. Die Bundesregierung hat bisher, besonders unter dem scheidenden Kulturstaatsminister Bernd Neumann, daran auch nichts ändern wollen. Auch auf Europa-Ebene ist keine Initiative zu erwarten, wie die französische Kulturministerin Aurélie Filippetti im Interview mit der FAZ bekräftigt. Laut Filippetti steht die Buchpreisbindung beim geplanten USA/EU-Freihandelsabkommen nicht zur Debatte: „Das ist nicht verhandelbar„.

Mauern statt Windmühlen?

Ein chinesisches Sprichwort sagt: „Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Mauern, die anderen Windmühlen.“ und der Wind stürmt regelrecht im Buchhandel, denn die Branche befindet sich im Umbruch. Die Buchpreisbindung stellt dabei eine Mauer dar, ein gesetzlicher Schutzmechanismus, der scheinbar den Kunden immer mehr ein Dorn im Auge wird, aber auch Internethändler, allen voran Amazon. Das die für das Unternehmen wertvollen E-Books in Deutschland trotz wachsender Verbreitung des eigenen E-Readers noch nicht wie in den USA die Verkaufszahlen gedruckter Bücher überholt haben, liegt vor allem an dieser ganz besonderen Mauer. Bisher um geht Amazon die Schranke mit der Veröffentlichung verlagseigener Bücher, bei denen Amazon die Preise selber festlegen kann.

Doch politisch ist die Sache wohl erst einmal nicht zu ändern. Zwar erkennt die EU-Kommission E-Books nicht als Kulturgüter an, sondern bewertet sie als Software-Dienstleistungen (weshalb übrigens in Deutschland der normale Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent gilt), doch Deutschland und Frankreich zeigen beim Thema Kulturpolitik keinerlei Sympathien für marktliberalere Vorstellungen. Eine fortschrittliche Veränderung ist zur Zeit nur denkbar, wenn Bücher in erster Linie als E-Book erscheinen, die Verlage dem Preiskampf gegen Amazon verlieren oder es eine Reform des Urheberrechts geben wird, die den Handel mit gebrauchten E-Books, ähnlich wie bei gedruckten Büchern, ermöglicht, denn so könnte die Preisbindung offiziell aufgehoben werden. Interessant wird zu beobachten sein, ob die Kunden auf unautorisierte Filesharing-Plattformen ausweichen, mehr fremdsprachliche E-Books kaufen oder Amazons niedrigen Preisen folgen. So oder so, der deutsche Buchhandel wird ohne eine alle Interessen berücksichtigenden Regelung wahrscheinlich hinter seiner Mauer ausgehungert werden.

 

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