All posts under börse

Das Ende des Börsenkapitalismus: Thomas Sattelberger über das Design von Ökologien

Kolumnen_Gunnar_1

Wer über Transformation redet, müsse sich auch selber ein Stück transformieren, so das Credo von Thomas Sattelberger in einer Paneldiskussion mit Heinrich Arnold, Chef der Telekom-Unternehmensberatung Detecon auf der Kölner Konferenz #NectAct2020.

Das gilt auch für die neue Phase des politisch Spätberufenen ehemaligen DAX-Vorstand, der mit Ende 60 in den Deutschen Bundestag eingezogen ist. Erste Erfahrung: „Das Politiksystem ist noch ein Stück hinterhältiger als das Konzernsystem“, so Sattelberger. Letztlich haben wohl alle großen Organisationen ihre Tücken – das gilt für Parteien, Fraktionen und auch Firmen.

Shenzhen in Deutschland

Das wichtigste Ziel von Sattelberger in den nächsten Jahren: Die Schaffung digitaler Sonderwirtschaftszonen. „Ich bin fest davon überzeugt, dass wir Shenzhen in Deutschland brauchen. Der Fokus auf einzelne Startup-Unternehmen greift zu kurz.“

Das Gleiche gilt wohl auch für Hubs, Labs und sonstige kleinteilige Maßnahmen, um die Gründertätigkeit im digitalen Kontext in Schwung zu bringen. Nach den Zahlen der Kfw bewegen wir uns bei neuen Unternehmen von einem Negativrekord zum anderen. Und das liegt nicht nur an der guten Konjunktur.

„Wir brauchen kreative Ökologien, wo tradierte Firmen mit frischen und jungen Gründerinnen und Gründern zusammenkommen, wo Regelwerke im Arbeitsrecht, Baurecht und Verwaltungsrecht wegfallen, so dass man mit anderen Qualitäten auf der Grünen Wiese wieder Innovationen machen kann“, fordert Sattelberger.

Thermomix wiederholen?

Sollte man dabei dem amerikanischen Weg folgen, der global und zerstörerisch ausgerichtet sei, fragte Arnold in der Kölner Gesprächsrunde. Solle man dem chinesischen Modell folgen, der über Schutzmechanismen läuft? Oder gibt es einen europäischen Weg bei der digitalen Erweiterung des Existierenden? Könne man den Thermomix wiederholen, der eine Metamorphose hinlegte vom popligen Rührmixer zum cyber-physischen Alleskönner? Zur Zeit sieht es nicht danach aus.

„Das weltweit renommierteste Ranking, das des IMD in Lausanne, legt schonungslos offen: Bei Innovation fällt unser Land immer weiter zurück. Horst Seehofer würde sagen: Die Heimat bröckelt. 2014 lag die Innovationskraft dieser Heimat noch auf Platz 6 – heute auf Platz 13. Bei Digitalisierung gar auf Platz 17. Systematischer Sinkflug“, kritisiert Sattelberger. Deutschland laufe Gefahr, „bei Technologien wie Cloud Computing und Künstlicher Intelligenz massiv zurückzufallen“. Zudem hätten die USA und Japan bei den überlebenswichtigen transnationalen Patenten für Industrie 4.0 Deutschland abgehängt. „Im Exportanteil von Spitzentechnologie liegen Schweiz, USA, selbst Frankreich vorne. Deutschland hinkt inzwischen hinterher.“

Erfolgreiche Industrien aus der Kaiserzeit

Wir würden uns auf Industrien ausruhen, deren Ursprung in der Kaiserzeit liegt. Auch die Innovatorenquote im hochgelobten Mittelstand habe sich den vergangenen zehn Jahren fast halbiert. Dies gelte zwar nicht für die 1.600 Hidden Champions hierzulande. „Aber hunderttausende Mittelständler, oft Zulieferer im ländlichen Raum, leiden unter Fachkräftemangel, Digitalisierungsdefiziten, Investitionsschwäche“.

Immerhin bekenne sich die Große Koalition im Koalitionsvertrag zur Förderung von Sprunginnovation. Dies sei überfällig. Denn Deutschland laufe Gefahr, zur Werkbank des Silicon Valley zu verkümmern. 

Agentur für radikale Innovation

Sattelberger fordert eine Agentur für radikale Innovation, wie in der Schweiz, USA und China seit Jahrzehnten etabliert und innovative Freiheitszonen wie Sophia Antipolis in Südfrankreich: „Ich glaube an das Design von Ökologien. Es gibt wunderbare Untersuchungen, warum die Regionalförderung im Silicon Valley funktionierte und beim Projekt Route 128 scheiterte. Letzteres war vertikal und zentralistisch durchorganisiert. Es gab keine Kooperationen und keine Netzwerkstrukturen. Im Silicon Valley ist sind die Sprungkräfte über Netzwerk-Ökologien ausgelöst worden“, erläutert Sattelberger. Alles nachzulesen im Opus von Annalee Saxenian „Regional Advantage – Culture and Competition in Silicon Valley an Route 128“. [PDF]

Company Rebuilding vonnöten

Das von Detecon auf die Tagesordnung gebrachte Thema Company Rebuilding sei nicht nur für große Organisationen relevant. Das gelte auch für die mittelständisch geprägte Optikindustrie in Oldenburg, für die Feinmechanik im Schwarzwald oder für die Medizintechnik in Tuttlingen. Wenn diese Regionen sich nicht in kreative Ökologien weiterentwickeln, werden diese Unternehmen nicht überleben, meint der FDP-Politiker. Gefragt sei ein Talentmagnetismus, menschliche Begegnungsmöglichkeiten und nicht die einseitige Fixierung auf einzelne Unternehmen. Fragwürdig seien auch die Ausgründungen, die von Siemens und Bayer betrieben werden.

„Man bringt sie an die Börse und steuert sie nach der Quartalslogik des Finanzmarktes. Damit nimmt man diesen Firmen die Chance, exponentiell zu wachsen“, warnt Sattelberger. Persönlich ist er davon überzeugt, dass das Ende des Börsenkapitalismus eingeleitet sei. Wer ein junges Unternehmen an die Börse bringe, versündigt sich an der Gestaltungskraft dieses Unternehmens.

Das Notiz-Amt wartet gespannt auf die Sonderwirtschaftszonen und auf das Ende des Börsenkapitalismus :-)

Weiterlesen »

FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

Follow me
  • SXSW rp-online: Trends auf der Digitalkonferenz in Texas – Worüber die SXSW spricht: Das Ende der Smartphone-Ära, die moderne Familie mit Roboter und der große Podcast-Boom – das alles sind Themen, welche die Digitalszene auf der diesjährigen SXSW beschäftigen. Bis zum 18. März findet die jährliche South by Southwest Digitalkonferenz noch statt. Was mal als Musikfestival angefangen hat, gewinnt jährlich mehr und mehr Bedeutung im Zuge der Digitalisierung. Aber auch netzpolitische Themen werden wichtiger. Die South-by-Southwest hat sich zur wichtigsten Netzkulturkonferenz der Welt gemausert. So überraschte beispielsweise auch Tesla-Chef Elon Musk mitsamt dem befreundeten Jonathan Nolan (Westworld) bei einer Podiumsdiskussion mit seinem Auftritt.

  • HEALTHINEERS sueddeutsche: Siemens feiert an der Börse: Der Konzern Siemens hat jetzt Teile seiner Medizinsparte verkauft und ist damit am Freitagmorgen an die Börse gegangen. Der Ausgabepreis für die Aktie lag bei 28 Euro, dieser stieg zum Handelsstart aber auch gleich auf 29,30 Euro. “Healthineers” ist Weltmarktführer für Röntgengeräte sowie für Apparate für Magnetresonanz- und Computertomografie. Die Siemens Medizinsparte gilt mit Healthineers als einer der profitabelsten Bereiche des Konzerns. Die Süddeutsche beantwortet die wichtigsten Fragen zum Börsenstart der Siemenstocher.

  • WEARABLES t3n: Google tauft Android Wear in Wear OS um – diese Smartwatches bekommen das Update: Wearables wie Smartwatches sind nach wie vor ein großes und lukratives Thema. Google hat sein Projekt “Android Wear” jetzt eingestampft und as “Wear OS” neu aufgezogen. Jeder dritte nutzt Smartwtaches mit einem iPhone, weswegen Google den Schritt für sinnvoll erachtete. Die 2014 angekündigte Wearable-Plattform wird dann nicht mehr nur ausschließlich für Android kompatibel sein. Viele der auf dem Markt befindlichen Modelle sollen in den kommenden Wochen ein entsprechendes Update auf Wear OS erhalten. Dieses werde begleitet von einer neuen Smartphone-App mit entsprechenden Anpassungen. Bei t3n gibt es eine Liste mit allen Smartwatches, die in nächster Zeit das Update erhalten!

  • REDDIT zeit: Den Schreihälsen den Spielplatz nehmen: Sie ist die “Titelseite des Internets” – die Foren-Plattform Reddit steht an der Spitze der meistbesuchten Websites in den USA. Gleichzeitig befand sich die Website aber die letzten Jahre in einer Identitätskrise. Seit Steve Huffmann seit 2015 wieder Geschftsführer des Konzerns ist, soll dies aber abgewendet werden. Zuletzt wurde bekannt, dass während der letzten US-Präsidentschaftswahl auch auf Reddit die Meinungen der Nutzer durch russische Propaganda beeinflust wurde. In einem Gespräch auf der SXSW bestätigte Huffman, dass die Plattform Hunderte verdächtige Profile gesperrt habe und die Sache ernst nehme.

  • NINTENDO LABO golem: NINTENDO LABO AUSPROBIERT:Licht und Pappen: Auf einem Anspiel-Event im Hamburger Prototyp Museum konnten sich Presse, Influencer und ausgewählte Endkunden jetzt mit dem “Nintendo Labo” austoben. Wie Anfang des Jahres stellte Nintendo mit Labo eine Erweiterung zu ihrer aktuellen Galionsfigur – der Nintendo Switch – vor. Das Bastel-Konzept der Papp-Produktlinier stieß im Netz auf geteilte Meinungen. Kreativität beweist Nintendo damit aber allemal und schafft es sich gekonnt von der Konkurrenz à la PlayStation 4 und Xbox One abzusetzen. Am 27. April kommt die Nintendo Labo Linie in den Handel. Es bleibt spannend, wie das innovative Spielkonzept bei der breiten Masse ankommt!

Weiterlesen »

FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

Follow me
  • SPOTIFY golem: Spotify wählt einen ungewöhnlichen Börsengang: Der Musikstreaming-Gigant Spotify hat seinen Gang an die Börse nun auch offiziell angemeldet. Dafür wählt das Unternehmen allerdings einen eher unkonventionellen Weg, bei dem keine neuen Aktien freigegeben werden. Stattdessen wird Spotify bestehende Aktien durch Direktplatzierung an der New York Stock Exchange in den Umlauf bringen. In einer Mitteilung an die Börsenaufsicht werden dafür zwar stark steigender Umsatz, aber auch sehr starke Verluste für die Plattform angegeben. Der weltweite Marktfüher im Musikstreaming wird momentan mit einem Wert von über 22 Milliarden US-Dollar gehandelt.

  • SAMSUNG zdnet.de: Galaxy S9+: Kamera gewinnt DxOMark-Test: Samsungs neustes Smartphone, das Galaxy S9+, ist Testsieger. Beim DxOMark-Test erreichte das Samsung Galaxy S9+ in gleich mehreren Kategorien Bestwerte. Während das Googles Pixel 2 dem Galaxy S9+ in puncto Videos überlegen ist, führt Samsungs Flagschiff sowohl in der Kategorie Kamera, als auch bei der Gesamtpunktzahl, und erhält hier Bestnoten. Die hervorragenden Noten basierten auf zuvor erfassten und bewerteten Testbildern und Videos der DxOMark-Ingenieure.

  • MICROSOFT chip: Gegen Spectre und Meltdown: Microsoft veröffentlicht neue Updates für Windows 10: Gute Nachricht für Nuter von Microsoft Windows 10. Der Computer-Riese hat ein weiteres Sicherheitsupdate für seine Nutzer freigegeben. Das neue Update soll gegen die gefundenen Sicherheitslücken “Meltdown” und “Spectre” schützen. Außerdem aktualisiert Microsofts Update erstmals den Prozessor mit einem Microcode, welcher den Prozessor steuert. Im Vergleich zu vergangenen Software-Updates müssen sich Nutzer dieses Mal allerdings nicht durch ein kompliziertes BIOS-Update kämpfen. Der Vorgang wird für den Kunden in diesem Fall völlig unbemerkt vonstatten gehen. Wann das Update für andere Versionen verfügbar sein wird, ließen Microsoft und Intel dagegen offen.

  • FACEBOOK t3n: Kurzes Vergnügen: Facebook macht den Entdecker-Feed wieder dicht: Nach nur 4 Monaten wird Facebook den Entdecker-Feed bereits wieder abschaffen. Erst im Oktober 2017 hatte Facebook sein Tool zur Auslieferung von News mit womöglichem Interessenbezug präsentiert. In einer Mitteilung ließ Facebook verlauten, dass das Experiment, Beiträge von Freunden und öffentlicher Seiten gleichzeitig zu zeigen, nun beendet sei. Aufgrund des mangelnden Erfolges des Feeds, ist entschieden worden, dass es für eine Weiternutzung nicht effektiv genug ist.

  • E-PERSONALAUSWEIS heise: E-Personalausweis: Was den digitalen Amtsgang ausbremst: Eigentlich sollte er den Zugang zu staatlichen Dienstleistungen erleichtern, doch bis jetzt ist der E-Personalausweis ein großes Missverständnis. Zwar besitzt der Großteil der Deutschen den Person für den digitalen Zugang, nutzen tut ihn allerdings nur jeder zehnte. Dabei vereinfacht er den Alltag ungemein und erfordert nicht mehr als ein zertifiziertes Lesegerät oder oder compatibles Smartphone. Der E-Personalausweis macht beispielsweise Behördenanträge, Kontoeröffnungen oder Versicherungsangelegenheiten leicht und entspannt. In der Praxis lösen die Deutschen ihre Anliegen dennoch nach wie vor lieber persönlich.

Weiterlesen »

FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

Follow me
  • FACEBOOK Computerbild: Oculus G0: Facebook kündigt günstige VR-Brille an: Facebook sieht Virtual Reality als Geschäft der Zukunft: Durch ein neues kabelloses Modell und eine Preissenkung möchte das Unternehmen eine Milliarde Nutzer für seine VR-Brillen gewinnen. „Oculus Go“ soll die günstigere Version der Ocolus-VR-Brille heißen, die Anfang 2018 auf den Markt kommen soll. Diese soll ohne PC oder eingeschobenes Smartphone auskommen und 199 US-Dollar (circa 168 Euro) kosten. Der Blickwinkel soll dabei genauso groß sein wie bei der Roft-Brille (100 bis 110 Grad) und eingebaute Köpfhörer sollen auch vorhanden sein. Facebook erhofft sich, durch eine aggressive Preispolitik, das Geschäft mit der virtuellen Realität ankurbeln zu können.

  • AMAZON Cashys Blog: Amazon: Alexa kann ab sofort unterschiedliche Benutzer erkennen (noch nicht in DE): Fans von Alexa, bzw. dem Echo-System von Amazon, haben diese Funktion schon lange ersehnt: Durch „Voice Profiles“ kann das System nun unterschiedliche Benutzer anhand ihrer Stimme unterscheiden. Vorest werden die Profile jedoch nur in den USA verteilt, bald werden sie auch nach Deutschland kommen. Die einzelnen Nutzer müssen hierzu zehn Sätze laut nachsprechen, damit Alexa die unterschiedlichen Profile anlegen und erkennen kann. Das Ganze soll mit allen Amazon Echos, Echo Dots und Echo Shows funktionieren. Aber Achtung: Nicht alle Funktionen werden sofort mit den Profilen unterstützt werden können.

  • APPLE Chip: „Google kauft Apple für 9 Milliarden“: Falsche Sensationsmeldung schockt die Börse : „Google kauft Apple für 9 Milliarden US-Dollar“ – mit dieser Nachricht verbreitete ein Börsenticker am Dienstag die Sensation schlechthin. Ein Tech-Gigant wie Google übernimmt einen anderen Tech-Giganten wie Apple – das ist eine Meldung, die in die Geschichte eingehen wird. Wenn sie denn wahr ist: Denn schon der kleine Verkaufspreis hätte am Dienstag stutzig machen sollen – allein im Frühjahr stieg Apples Börsenwert auf 800 Milliarden Dollar. Und tatsächlich, es handelte sich bei der Meldung nur um einen Test des Börsentickers Dow Jones. Die Nachricht hätte nie an die Öffentlichkeit gelangen sollen – doch schon zwei Minuten hatten ausgereicht, um am Dienstagmorgen einen leichten Ausschlag nach unten für Apples Aktienkurs zu beobachten. Im Medienhaus Dow Jones bedauerte man den Fehler sehr.

Weiterlesen »

FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

Follow me
  • MEDIENKONSUM horizont: Deutsche verbringen erstmals mehr Zeit mit digitalen Medien als mit TV: Laut einer zentralen Studie des Marktforschers E-Marketer verbringen die Deutschen neuerdings sogar mehr Zeit mit der digitalen Nutzung, als vor dem Fernseher. Die bis jetzt benötigten 214 Minuten stiegen auf 226 Minuten pro Tag an, die Zeit, die mit TV verbracht wurde, stieg nur um eine Minute. Die Zukunftsaussichten stehen gut für die sozialen Medien, ihre Beliebtheit wird zusätzlich angetrieben durch die mobilen Endgeräte, die diese Entwicklung weitgehend verstärken.

  • RÜSTUNGSEXPORT n24: An diese Länder liefert Deutschland die meisten Waffen: Deutschland und sein Waffenexport ist ein leidliches Thema und fügt noch mehr Leid zu. Laut dem aktuellsten Rüstungsbericht war der deutsche Waffenexport nun schon doppelt so hoch wie noch im Jahr zuvor. Gerade Gebiete wie Katar, zu dem Arabien und Ägypten noch letzte Woche den Kontakt abbrachen, aufgrund der angeblichen Unterstützung von Terroristen, gehören zu den größten Kunden. Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) rief zur Transparenz auf und forderte ein Mitspracherecht des Bundestages im Rüstungsexport. Zurzeit tagt das Gremium, welches den Bundessicherheitsrat beinhaltet und neben Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Vizekanzler Gabriel sieben weitere Kabinettsmitglieder, geheim. Es bleibt abzuwarten, was der Denkanstoß über eine mögliche Transparenz zum Thema Waffenlieferungen in Zukunft bringen wird.

  • CELONIS gruenderszene: Celonis: Erst in die USA – und schon bald an die Börse: Wie es ist unterschätzt und nicht wahrgenommen zu werden, darin kennen sich die Celonis Gründer aus. 2011 gründeten sie ihre Datenanalyse-Software in München und suchten nach Investoren, die ihnen ein kleines Startkapital biete. Doch das geringe Alter und die daraus angeblich resultierende fehlende Erfahrung schreckte viele ab. Sechs Jahre später hat es das Unternehmen geschafft und will sogar an die Börse gehen und auf dem amerikanischen Markt expandieren. Ob diese Pläne realisiert werden, wird sich nach dem Celonis-Gründer Alex Rinke 2020 zeigen.

  • GESICHTSERKENNUNG wired: Terrorfahndung: De Maizière fordert Gesichtserkennungs-Software: Nach dem Bundesaußenminister Thomas de Maizière soll jetzt eine Software zur Gesichtserkennung eingesetzt werden, um gegen mögliche Terroristen schnell und effektiv vorzugehen. Zusätzlich soll die Erlaubnis des Zugriffes auf Messenger-Dienste wie WhatsApp den Sicherheitsbehörden in Zukunft die Arbeit erleichtern. Die ersten Tests mit der neuen Software sollen im Sommer am Bahnhof Berlin Südkreuz durchgeführt werden. Grundrechte werden hierbei jedoch nur minimal eingeschränkt, so De Maizière, da die Gesichtserkennungssoftware nur bei eingespeicherten Terroristen Alarm schlägt. Wie beruhigend!

  • YAHOO gruenderszene: Während du schliefst- Marissa Mayer verabschiedet sich offiziell von Yahoo: Alles hat ein Ende. Yahoo-CEO Marissa Mayer teilte nun in einem Schreiben an ihre Mitarbeiter mit, dass sie sich nach fünf Jahren an der Spitze nun verabschiedet. Grund hierfür war die Übernahme von Yahoo durch Verizon. Wohin ihre nächste Reise gehen wird, ist noch unklar. Fest steht jedoch, dass knapp 2.000 Arbeitsplätze gestrichen werden sollen.

Weiterlesen »

Wie DAX-Vorstände ihre Gehälter festlegen und Martin Schulz zu kurz springt

Tresor (adapted) (Image by DasWortgewand [CC0_Public Domain] via Pixabay)

Im Kreisverkehr der Deutschland AG verlaufen die Karrieren auf C-Level wie geschmiert. Vorstände wechseln über Kamingespräche, Seilschaften und Verbindungen zu mächtigen Aufsichtsräten und finanzstarken Investoren, die seit Ende der neunziger Jahre immer mehr Einfluss auf das Geschehen von börsennotierten Unternehmen bekommen. Oder in den Worten des ehemaligen DAX-Vorstandes Thomas Sattelberger:

„Karrieren werden beim Pinkeln gemacht. Karrierepolitik findet in geschlossenen Räumen statt, wo nicht jeder Zutritt hat. Und sie findet in Räumen statt, wo nur Männer sind. Das ist dann wie im vatikanischen Konklave, das kann ich aus 30 Jahren Erfahrung sagen, denn ich war Opfer und Täter von Karriereentwicklung.“

Und das gilt nicht nur für die Kunst des Postenwechsels, sondern auch für die Festlegung der Vorstandsbezahlung.

Bullshit-Detektor der Volkswirtschaftslehre

Da ist es gut, dass es einen Ökonomen wie Martin Hellwig gibt. Von der Wochenzeitung „Die Zeit“ wurde er vor ein paar Wochen als kritisch, klug und kantig porträtiert. Er deckt immer wieder nicht nur Widersprüche in Theorien auf, sondern beschäftigt sich auch mit den zum Teil fragwürdigen Leistungen der Ökonomik in der wirtschaftspolitischen Beratung. Hellwig, der bis Ende April Direktor des Bonner Max-Planck-Instituts zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern war, ist ein Mythenjäger – ein „Bullshit-Detektor der Volkswirtschaftslehre“, schreibt die Zeit. „Er war Vorsitzender der Monopolkommission und schrieb nach der Finanzkrise einen internationalen Bestseller über die Lügen der Bankenlobby“. Sein Fazit gegenüber der Zeit: „Bei vielen großen Themen kommt mehr zusammen, als dass eine präzise Modellierung möglich wäre.“

Mathematische Modelle versagen in der wirtschaftspolitischen Beratung

Sie würden das Problem erheblich einengen. „Und diese Einengung erfordert wiederum ein Urteil darüber, was bei einem Phänomen wichtig ist und was unwichtig. Dazu fehlt uns aber die Grundlage.“ Mit Mathematik lässt sich eben nicht alles erklären. Auch nicht die hohen Managergehälter, die sich in den vergangenen 30 Jahren immer drastischer von den Durchschnittslöhnen entfernen. Viele Ökonomen erklärten das mit der neuen Macht der Aktionäre.

„Weil die Konzerne sich am Finanzmarkt finanzieren konnten, brauchten sie die Banken nicht mehr, die bei ihnen lange mitregiert hatten. Auch Gewerkschafter oder Staatsvertreter bremsten den Anstieg der Gehälter nicht mehr, so die Theorie. Aktionäre bezahlten demnach nun aus eigenen Stücken so gut dafür, dass die CEOs den Börsenwert ihrer Unternehmen nach oben trieben. Später stellte sich allerdings heraus, dass die CEOs auch dann riesige Summen verdienten, wenn der Börsenwert sank oder die Zukunft gleich ganz verspielt wurde. Und es wurde offenbar, was Hellwig schon länger erkannt hatte: Die Explosion der Chefbezahlung war nicht die Folge von Aktionärsmacht, vielmehr hatten die Manager es wohl selbst so beschlossen“, so die Zeit. Das fing in den USA an und als Daimler den amerikanischen Automobilkonzern Chrysler übernahm, war es auch in Deutschland so weit. Man erinnert sich vielleicht noch an die Exzesse des Herrn Schrempp.

Wer hat die Macht in Großunternehmen?

Die Macht lag und liegt nicht bei den Aktionären, die auf dem Papier das Sagen haben. „Die eigentliche Macht in den Großunternehmen liegt bei den Managern“, sagt Martin Hellwig im Gespräch mit der Zeit. „Die Bedeutung von ‚Shareholder-Value‘, den Börsenkursen und den Boni, ist nicht etwa von den Anlegern erzwungen, sondern von den Managern selbst gefördert worden.“ An dieser Stelle des Zeit-Beitrages kommen dann leider nur Fragen, aber keine Lösungen. Warum? Und warum gerade in den 1990er Jahren? Und ist das nun gut oder schlecht für die Lenkung einer Volkswirtschaft? Nur ein Gedankengang wird noch zur Diskussion gestellt:

„Wenn es stimmt, dass an der Spitze der Großunternehmen gerade keine Rücksicht auf die vielen kleinen Aktionäre genommen wird, dann muss man wohl deren Macht nicht schwächen, sondern stärken, um die Spitzengehälter unter Kontrolle zu halten.“

Wenn das so ist, reicht dann die Forderung von Politikern wie Martin Schulz aus, die Managerbezüge gesetzlich zu begrenzen? Die SPD hat Pläne vorgestellt, die die steuerliche Absetzbarkeit der Managergehälter von Aktiengesellschaften und vergleichbaren Kapitalgesellschaften bei 500.000 Euro im Jahr decken. Die Union will dagegen die Festlegung der Managergehälter der Aktionärshauptversammlung eines Unternehmens übertragen. Auch das greift zu kurz. Warum haben sich denn die Vorstandsbosse von den Interessen der Aktionäre abgekoppelt? Es liegt an den fundamentalen Machtverschiebungen in den börsennotierten Konzernen.

Kein Stimmrecht für Dealmaker

Am Aktienmarkt sind immer häufiger die privaten Anleger die Verlierer. Unternehmen buhlen um Ihre Gunst, um eine stärkere Streuung der Aktien zu erzielen, dann aber werden sie wieder vernachlässigt und die großen Investoren bestimmen den Takt. Inwieweit dient die Finanzwirtschaft eigentlich noch der Realwirtschaft und welche Rolle spielen dabei die Privatanleger am Aktienmarkt? Spielen dabei überhaupt noch unternehmerische Interessen eine Rolle oder geht es nur um den schnellen Gewinn an der Börse?

Es geht um das sogenannte Principal-Agent-Problem – das heißt, die Frage, wie man als Eigentümer die im Auftrag handelnden Personen so steuert und überwacht, dass man nicht systematisch betrogen oder am Nasenring vorgeführt wird. Das Shareholder Value-Prinzip hat das Unternehmertum auf finanztechnische Kennziffern reduziert. Gewinn kann man aber nicht mit wirtschaftlich-unternehmerischer Leistung verwechseln.

Heutzutage sind Shareholder keine Aktionäre mehr im Sinne des unternehmerischen Eigentümers, sie sind Dealmaker.

Die sogenannten institutionellen Anleger halten heute fast 70 Prozent der Aktien, während sie 1950 lediglich neun Prozent besaßen. Den institutionellen Anlegern geht es in erster Linie um die Turnover-Rate, also um Aktienumschichtungen und weniger um unternehmerische Belange, sonst würden diese Manager die Papiere länger halten.

Zusammenspiel von Vorständen, mächtigen Aufsichtsräten und Investoren offenlegen

Mein erster Vorschlag: Wer an der Bestellung des Aufsichtsrates und über diesen Weg an der Corporate Governance mitwirkt, sollte einer Haltefrist unterworfen werden. Wer das nicht tut, darf in der Hauptversammlung kein Stimmrecht haben. Zweiter Vorschlag: Verbesserung der Transparenz bei den Beteiligungsverhältnissen und Offenlegung von Überschneidungen zwischen Top-Management und institutionellen Anlegern.

Institutionelle Investoren und Hedge Fonds schlüpfen auch in Deutschland in die Rolle, die ehedem den Großaktionären vorbehalten war.

„Sie tun so, als wären sie langfristig denkende Mehrheitseigentümer, aber in den meisten Fällen verschwinden sie genauso schnell wieder, wie sie gekommen sind – allerdings erst, nachdem sie das Management ausgetauscht und umfangreiche Ausschüttungen an die Aktionäre, also sich selbst, durchgesetzt haben“, so die Erfahrungen von Werner Seifert, ehemaliger Chef der Deutschen Börse.

Für alle Akteure auf den Kapitalmärkten der OECD sollten Offenlegungspflichten gelten. „Es darf nicht sein, dass Fonds, die auf den Cayman-Inseln registriert sind und so gut wie keine Informationen über ihre Eigentümer oder ihre Geschäftspraktiken herausrücken, zentralen Einfluss darauf nehmen können, wie große und größte Unternehmungen in Deutschland und in anderen Industriestaaten geführt werden“, kritisierte Seifert schon vor dem Ausbruch der Finanzkrise und fand bis heute wenig Gehör. Das Mindeste, was man von diesen Anteilseignern verlangen müsse, sei die Offenlegung ihrer Beteiligungen. Auf Facebook hab ich das ausführlicher dargelegt:

Managergehälter und Allianzen mit Dealmakern #KollaborativeRecherche

Wenn also Vorstände, einflussreiche Aufsichtsräte und institutionelle Anleger in einem Boot sitzen und ihre Geschäftchen aushandeln, gehen die Vorschläge von SPD und CDU ins Leere.


Image (adapted) „Tresor“ by DasWortgewand (CC0 Public Domain)

Weiterlesen »

FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

Follow me
  • FACEBOOK heise: Facebook-Seite sammelt Kinderbilder: Eine Facebook-Seite mit dem mehrdeutigen Namen „SAsha TIschREin“ sammelt Bilder von Säuglingen und Kleinkindern. Die Bilder wurden ursprünglich von stolzen Eltern hochgeladen, die die Fotos von ihrem Nachwuchs in dem sozialen Netzwerk geteilt haben. Jedoch sind auf einigen der Bilder auch Kinder zu sehen, die fast nackt in der Badewanne oder am Strand sind. „Das Phänomen ist in unserem Fachdezernat Cybercrime bekannt“, sagt ein Sprecher des Bayerischen Landeskriminalamtes. „Eine Straftat lässt sich daraus nicht ableiten, da die Eltern in der Regel diese Bilder posten und entsprechend freigeben.“ Somit sei der Zugriff auf die jeweiligen Bilder erlaubt. Auf eine Anfrage via Facebook-Nachricht antwortet ein Administrator: „Viele FB Nutzer schmeißen ihre Informationen durchs www wie Konfetti. Genau das wollen wir aufzeigen. Besonders liegt uns der Schutz von Kinderbildern am Herzen. Das www ist voll von üblen Menschen, die diese Bilder für ihre Zwecke missbrauchen und dem wollen wir entgegen wirken.“

  • POST golem: DHL will Smart in Berlin zur Paketstation machen: In Berlin haben sich 100 Besitzer eines Smarts gemeldet, um bei einem Pilotversuch der DHL mitzumachen, wie die Berliner Morgenpost berichtet. Dabei wird der Kofferraum des Fahrzeugs zur mobilen Packstation umfunktioniert. Die Besitzer tragen dies bei der Bestellung ins C/O-Feld ein und generieren damit einen Code. Diesen muss der Zusteller über die App eingeben, wenn er sich dem Smart nähert. Dadurch öffnet sich der Kofferraum und der Zusteller kann das Paket dort hinterlegen.

  • WIRTSCHAFT futurezone.at: Deutsche Unternehmen drängen in chinesischen Online-Handel: Deutschlands Discount-Marktführer Aldi wagt den Schritt nach China – allerdings nicht mit eigenen Läden, sondern per Internet. Ab Frühjahr 2017 werden chinesische Kunden auf einem Online-Marktplatz des E-Commere-Riesen Alibaba, unter anderem Wein, Snacks und Frühstücksprodukte aus dem Aldi-Eigenmarkensortiment bestellen können. „Wir sind davon überzeugt, dass auch chinesische Kunden ein großes Interesse an der Qualität und den günstigen Preisen haben, die wir ihnen bieten können“, begründete der Aldi-Landesgeschäftsführer China, Christoph Schwaiger am Donnerstag den Schritt.

  • SNAPCHAT t3n: Snapchat-Aktie startet mit 41 Prozent Gewinn: Dank der hohen Nachfrage lag der Einstandskurs der am Donnerstag unter dem Kürzel SNAP erstmals an der New York Stock Exchange gehandelten Papiere der Snapchat-Mutter Snap mit 24 Dollar rund 41 Prozent über dem Ausgabepreis von 17 Dollar. Die Platzierung erreichte ein Volumen von 3,4 Milliarden Dollar (3,2 Milliarden Euro). Snap war zum Börsendebüt insgesamt rund 24 Milliarden Dollar wert. Schon vor dem Snap-Börsengang war die Preisspanne für die Ausgabe der Aktien wegen großer Nachfrage nach oben korrigiert worden – von 14 bis 16 Dollar auf 17 Dollar.

  • SMARTHOME Welt: Das kann die intelligente Heimbeleuchtung von Ikea: Unter dem Namen „IKEA Tradfri“ (schwedisch für „drahtlos“) vertreibt IKEA intelligente Smarthome-Produkte. Zum Sortiment gehört auch eine Leuchte, deren Farbtemperatur in drei Stufen angepasst werden kann – von kalt bis warm. Die Steuerung funktioniert dabei über eine Fernbedienung, die auch über eine Wandhalterung verfügt. Konkurrenzprodukte wie etwa die Philips Hue White Ambiance bieten zudem eine WLAN-Funktion an, sodass die Leuchte über das Smartphone gesteuert werden kann. Das ist bei der IKEA-Leuchte nicht vorgesehen, wodurch das Gerät allerdings konkurrenzlos einfach zu installieren ist.

Weiterlesen »

FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

Follow me
  • GAMES heise: Marktzahlen: Werbung ist wichtiger für Spiele als Reviews: Auf der Game Developers Conference wurden von dem Marktforschungs-Institut EEDAR die neuesten Statistiken der Spiele-Branche veröffentlicht. Während mobil vor allem Casual-Spiele genutzt werden, legen die aktuellen Konsolen den Fokus auf Actionspiele und Shooter für Männer. Gute Wertungen in Spiele-Reviews sind zwar nach wie vor wichtig für den Verkauf, sie haben aber weniger Einfluss als eine Erhöhung des Marketing-Budgets. 

  • OCULUS computerbase: Oculus Rift, Touch und Sensor ab sofort günstiger: Oculus Rift, die Controller Oculus Touch und der zusätzliche Sensor für das experimentelle 360-Grad-Setup mit drei Kameras sind nun günstiger auf dem Markt verfügbar. Die VR-Brille Rift fällt von 699 auf 589 Euro, Touch von 199 auf 119 Euro und ein Sensor von 79 auf 69 Euro. Mit der Preissenkung dürfte Oculus VR versuchen, konkurrenzfähiger zu werden. Analysten zufolge hat sich Oculus Rift nur etwa 240.000 Mal verkauft. Das HTC Vive kommt auf geschätzte 420.000 Verkäufe.
  • SNAPCHAT derstandard: Snapchat wird mit 24 Milliarden Dollar bewertet: Eine Snapchat- Aktie wird an der Börse 17 US-Dollar kosten, was über dem angekündigten Sprektrum von 14 bis 16 US-Dollar liegt. Der Ausgabepreis von 17 Dollar ergibt eine Bewertung des Unternehmens von annähernd 24 Milliarden US-Dollar. Damit gelingt Snapchat der größte Börsengang seit 2014. Angesichts der Tatsache, dass Snapchat noch nie Gewinn geschrieben hat und sich der Zustrom neuer Nutzer zuletzt geschmälert hat, verblüfft die hohe Firmenbewertung.
  • GOOGLE googlewatchblog: Google gibt Santa Tracker 2016 als Open-Source frei: Der Google Santa Tracker  ist in jedem Jahr eine große Tech-Demo, in der die Entwickler alles geben, was sie haben. In den vergangenen Jahren hatte Google den Santa Tracker erst in der Sommerzeit als Open-Source freigegeben – aber in diesem Jahr wollte man wohl doch nicht ganz so lange warten und hat diesen schon jetzt Online gestellt. Der Sourcecode kann bei GitHub eingesehen und heruntergeladen werden und steht auch zum Experimentieren zur Verfügung.

  • TECHNOLOGIE golem: Biolite Campstove 2 macht aus Feuer Strom: Biolite bietet seit Jahren tragbare Herd- und Feuerstellen an, die Wärme und Strom erzeugen. Der neue Campstove 2 zeigt an, wie viel Energie umgewandelt und im Akku gespeichert wird. Dadurch können auch USB-Geräte abseits von Steckdosen aufgeladen werden. Der Campstove 2 von Biolite nutzt ein kleines Holzfeuer, um Strom zu gewinnen und zeigt dabei mehr Energiedaten an als ein früheres Modell. 

Weiterlesen »

Twitters unsichere Zukunft

Donald Trump und Twitter – es ist eine dieser Beziehungen, ohne die der US-Wahlkampf wohl ein anderer geworden wäre. Es verging kaum ein Tag, an dem sich der künftige US-Präsident mithilfe seiner beleidigenden und beleidigten Tweets nicht wieder in die Medienberichterstattung katapultiert hat. Der Kurznachrichtendienst ist nicht nur für Journalisten ein wichtiges soziales Netzwerk – am Wahltag äußerten sich die Menschen weltweit auf Twitter.  Über 75 Millionen Tweets wurden im Laufe des 8. November bis zur Siegesrede von Trump abgesetzt.

Twitter ist aus der heutigen Zeit eigentlich nicht mehr wegzudenken und hat die Welt oft verändert, doch den Kurznachrichtendienst plagen derzeit ernsthafte wirtschaftliche Sorgen. Vor allem in den vergangenen Jahren zeigt der Trend für Twitter nur noch in eine Richtung: nach unten. Seit dem Börsengang Ende 2013 und dem Spitzenwert der Aktie einen Monat später, der bei 69 Dollar lag, sank der Wert des Papiers kontinuierlich: heute steht Twitter pro Aktie bei nur noch 18 Dollar. Hinzu kommt, dass die Umsätze von Twitter nicht mehr so schnell wachsen wie einst. Verbuchte die soziale Plattform im vergangenen Jahr noch ein Umsatzplus von 58 Prozent und im Frühjahr 2016 immerhin noch um die 20 Prozent, waren es im dritten Quartal nur noch 8 Prozent. Damit verzeichnete Twitter zwischen Juli und September das geringste Umsatzwachstum seit dem Börsengang.

Die zahlreichen Baustellen von Twitter

Weiterhin schreibt der Kurznachrichtendienst rote Zahlen – erst kürzlich entschied Twitter, den Videodienst Vine.co demnächst zu schließen. Da schwingt nicht nur der verlorene Kampf gegen Konkurrent Facebook im Video-Segment mit, sondern vor allem die große Sparkeule. Ende Oktober kamen 300 Entlassungen hinzu, im November wurde bekannt, dass Chief Operating Officier Adam Bain das Unternehmen verlassen wird. Laut der Financial Times war er der Kopf hinter dem Umsatzwachstum von Twitter.

Zwar sammelte das Unternehmen unter anderem beim Börsengang genug Geld ein, um noch bis Juni 2020 überstehen zu können, doch im Moment ist noch nicht wirklich klar, woher die Einnahmen eines Tages kommen sollen, um Twitter in absehbarer Zeit profitabel zu machen. In letzter Zeit versucht sich der Dienst auch zunehmend zu diversifizieren – beispielsweise mithilfe des Livestreamings einiger NFL-Spiele, das vor allem neue User anlocken soll. Denn das Nutzerwachstum ist eines der Kernprobleme von Twitter: in den USA stagnieren die Zahlen schon länger, während die weltweiten Wachstumsraten überschaubar sind. Seit Mitte 2015 stieg die Zahl monatlich aktiver User nur um drei Prozent. 317 Millionen Nutzer hat Twitter laut eigener Angabe derzeit, in Deutschland ist die soziale Plattform weiterhin ein Nischenphänomen.

Einnahmenquelle Nummer eins: Werbung

So ambitioniert die Suche nach alternativen Einnahmequellen auch sein mag: das Gros des Umsatzes macht Twitter immer noch mit Werbung. 89 Prozent nach aktuellem Stand – das entsprach im dritten Quartal 545 Millionen US-Dollar. Und genau in diesem Kernbereich des Geschäftsmodells irritierte der Kurznachrichtendienst im November viele User im deutschsprachigen Raum. Dubiose gesponserte Tweets sexueller Natur wurden in den Timelines vieler Nutzer angezeigt – mehrmals. Eigentlich verbietet Twitter solche Werbeanzeigen in seinen Richtlinien, doch hier scheint vieles durch das Kontrollnetz von Twitter geschlüpft zu sein. Auf eine Anfrage diesbezüglich reagierte das Unternehmen bisher nicht.

Letztendlich überraschen die zahlreichen aufgekommenen Übernahme-Gerüchte also kaum. Mehrere Unternehmen wie Cloud-Anbieter Salesforce oder Medien-Riese Disney sollen schon Interesse an Twitter bekundet haben, sind aber durch die Bank weg abgesprungen. Zweiterer soll sich vor allem an einer weiteren Twitter-Baustelle gestoßen haben: Hatespeech. Twitter zeichnete sich in den vergangenen Jahren nicht durch besonders engagiertes Vorgehen gegen Hass und Trolle aus, hat aber mittlerweile eine neue Leitlinie ausgegeben. Seit kurzem ermöglicht Twitter das Stummschalten bestimmter Schlüsselwörter in den Benachrichtigungen und man führte eine neue Melde-Kategorie ein, mit deren Hilfe Diffamierungen bezüglich Herkunft, Geschlecht, sexueller Orientierung oder Religion gezielter benannt werden können. Solche Maßnahmen werden das Problem nicht grundsätzlich lösen können, sind zumindest aber ein Schritt in die richtige Richtung.

Sprengt die Fesseln der Wall Street

Aber nicht nur börsennotierte Unternehmen sind an der Übernahme von Twitter interessiert. Zuletzt formierte sich eine kleine Initiative unter den Hashtags #WeAreTwitter und #WeBuyTwitter, die die „Fesseln der Wall Street“ sprengen möchte. Die Idee, angestoßen von Guardian-Autor Nathan Schneider: die Nutzer kaufen Twitter und überführen es in ein genossenschaftliches Modell, um das soziale Netzwerk von seinen wirtschaftlichen Zwängen zu befreien.

Diese Vorstellung ist zwar eine schöne Utopie, aber wohl unrealistisch. Denn die Zukunft des Kurznachrichtendienstes steht auf wackeligen Füßen – und bisher hat sich noch keine Perspektive aufgetan. Solche Initiativen zeigen aber vor allem eines: viele Menschen wollen Twitter und dessen Grundidee nicht missen, ein Scheitern wäre ein großer Verlust. Denn wo sonst sollte Donald Trump dann seine Kritiker beleidigen?


Image „Twitter“ by WDnetStudio (CC0 Public Domain)


Weiterlesen »

FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

Follow me
  • BMW golem: BMW will nächstes Jahr 100.000 E-Autos verkaufen: 2017 sollen 100.000 elektrisch angetriebene BMW verkauft werden. Dies sagte Harald Krüger, Konzernchef des Automobilherstellers, der Süddeutschen Zeitung. Damit sind allerdings sowohl reine Elektroautos wie der BMW i3 als auch Hybridfahrzeuge wie der i8 gemeint, die einen Verbrennungsmotor und einen Elektroantrieb an Bord haben. Nach dieser Lesart wird BMW 2016 etwa 60.000 Elektrofahrzeuge verkaufen. Insofern sind die Ziele für das kommende Jahr ambitioniert. Das wird auch bei einer anderen Betrachtungsweise erkennbar: Von 2013 bis 2016 verkaufte BMW zusammengerechnet etwa 100.000 elektrifizierte Autos.

  • INTERNET heise: Messenger und soziale Medien im Fokus der Zensoren: 67 Prozent der Internetnutzer leben dieses Jahr in einem von 65 Ländern, in dem Kritik an der Regierung, dem Militär oder der Herrscherfamilie zensiert wird. Im Vorjahr waren es noch 61 Prozent. Dies geht aus dem Bericht Freedom on the Net 2016 hervor, den die US-Bürgerrechtsorganisation Freedom House am Montag mit Unterstützung etwa vom US-Außenministerium sowie von Google, Facebook oder der Internet Society veröffentlicht hat. Der Status der Internetfreiheit hat sich demnach insgesamt zum sechsten Mal nacheinander in den untersuchten Staaten verschlechtert, in denen 88 Prozent der User weltweit leben sollen.

  • APPLE cnet: Apple said to be mulling new focus on smart glasses : Apple is considering an expansion into the wearables market with the launch of its own line of smart glasses, Bloomberg News reported Monday. The device would connect wirelessly to the user’s iPhone, displaying images and other information to the glasses wearer, Bloomberg reported, citing unidentified people described as familiar with the matter. The device, which the story said is still in the exploration phase, might also include augmented reality, Bloomberg reported.

  • GOOGLE digitaltrends: Google buys startup that could help convert Google Image searches to purchases : Google has made yet another acquisition — this time, the company has bought up a startup called Undecidable Labs, whose co-founder, Cathy Edwards, is head of product and engineering for Google Images. While we don’t yet know what the terms of the deal are, we do know that Undecidable Labs was creating a technology that was aimed at turning “online searches into purchases,” according to a report from Bloomberg.

  • TRIVAGO t3n: Deutscher Online-Riese Trivago strebt an die Nasdaq: Das Düsseldorfer Hotelbuchungs-Portal Trivago strebt einen Börsengang in den USA an, teilte das Unternehmen in der Nacht von Montag auf Dienstag mit. Die US-Börsenaufsicht SEC sei über den angestrebten Börsengang informiert worden. Die Website durchsucht Hotelpreise von mehr als eine Million Hotels weltweit aus über 250 Buchungsseiten und vergleicht deren Preise – darunter Expedia und Booking.com. Trivago ist aktuell in über 50 Ländern in Europa, dem Nord- und Südamerika sowie dem asiatisch-pazifischen Raum aktiv

Weiterlesen »

FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

Follow me
  • APPLE t3n: Apples Airpods verzögern sich: Die Auslieferung von Apples neuen schnurlosen Kopfhörern Airpods wird laut eines Berichts von Techcrunch nicht mehr wie geplant im Oktober möglich sein. Apple teilte dem Webmagazin mit, dass die Ohrhörer noch etwas Zeit bräuchten. Wann sie auf den Markt kämen, ließ das Unternehmen offen und nannte auch keine Gründe. Auf der deutschen und englischsprachigen Website von Apple wird weiter ein Liefertermin im Oktober angegeben. Das Interesse an den Geräten soll einer Umfrage zufolge aber hoch sein.

  • GEHEIMDIENSTE golem: Snowden hält keine Verschlüsselung für absolut sicher: US-Whistleblower Edward Snowden hat Journalisten vor einem technischen Verschlüsselungswettlauf mit den Geheimdiensten gewarnt. „Ich kann Euch Tipps geben, Eure Kommunikation zu schützen. Aber Ihr lasst Euch dabei auf ein Wettrüsten ein, das Ihr einfach nicht gewinnen könnt“, sagte Snowden in einem Videointerview mit Investigativjournalisten bei der Süddeutschen Zeitung. Der Kampf um die Pressefreiheit müsse auf den Titelseiten ausgetragen werden. „Und er muss gewonnen werden, wenn Ihr in der Lage bleiben wollt, auf dieselbe Weise wie in früheren Jahrhunderten zu berichten“, fügte der frühere CIA- und NSA-Mitarbeiter hinzu.

  • SNAPCHAT handelsblatt: Snapchat plant den Börsengang: Snapchat, die App, die verschickte Fotos verschwinden lässt, ist ein Hit bei Jugendlichen und Mitzwanzigern. Wirtschaftlich will das dahinter stehende Start-up Snap künftig aber bei den ganz Großen mitspielen.Wie das „Wall Street Journal“ berichtete, plant das Unternehmen spätestens im März an die Börse zu gehen. Mit dem Gang aufs Parkett will Snap dem Bericht zufolge eine Bewertung von 25 Milliarden Dollar erreichen. Sprecher des Start-ups erklärten, sie wollten Gerüchte nicht kommentieren.

  • CYBER-ANGRIFF datenschutzbeauftragter-info: Von der Aufdeckung bis zur Aufklärung eines Delikts : Heutzutage steigt die Anzahl an Unternehmen, die von Cyber-Angriffen betroffen sind. Auch in den Medien wird das Thema immer präsenter. Laut dem Bundeskriminalamt Wiesbaden wird das Gefährdungs- und Schadenspotenzial ausgehend von Cybercrime auch in Zukunft weiterhin steigen. Vielen Unternehmen ist nicht bewusst, dass allein schon die Aufdeckung einer solchen Tat sehr lange dauern kann. Dadurch bleibt dem Täter eine Menge Zeit Schaden anzurichten. Die Aufdeckungsdauer variiert sehr stark und ist von mehreren Faktoren abhängig. Eine große Rolle spielen hierbei die Art des Angriffs und die internen Sicherheitsmaßnahmen eines Unternehmens zur Aufdeckung von Cyber-Attacken. Laut der M-Trends Studie 2016 dauert es circa fünf Monate bis eine solche Tat aufgedeckt wird.

  • INTERNET heise: EU-Parlament beschließt Richtlinie für barrierefreies Web: Das EU-Parlament hat am Mittwoch für einen Richtlinienentwurf gestimmt, wonach vor allem blinde, gehörlose und schwerhörige Menschen barrierefrei auf Webseiten und Apps des öffentlichen Sektors zugreifen können sollen. Behörden, Krankenhäuser, Gerichte, Universitäten, Bibliotheken oder andere öffentliche Stellen müssen es demnach den rund 80 Millionen Behinderten in Europa sowie älteren Menschen einfacher machen, ihre Web-Dienste und mobilen Anwendungen zu nutzen.

Weiterlesen »

FollowUs – Die Netzpiloten-Tipps aus Blogs & Mags

Follow me
  • FACEBOOK sueddeutsche: Facebook – ein Nachrichtensender mit 1,5 Milliarden Korrespondenten: Die Bilder von Anschlägen und Attentaten überschatten den Alltag der letzten Wochen. Smartphonenutzer kriegen Eilmeldungen direkt auf ihre Geräte geschickt und TV-Nachrichtensender versuchen so schnell wie möglich für Aufklärung zu sorgen. Während die Nachrichtendienste daran arbeiten Stimmen und Bilder zu liefern, sind Millionen schon auf Facebook unterwegs, um dort ihre Informationen zu beziehen.
  • NINTENDO theverge: Nintendo has doubled in value since Pokémon Go’s release: Es ist ein Hype der in der Welt der Apps seinesgleichen sucht. Nachdem die Interesse an Pokémon nach zehn Jahren so langsam zu verblassen schien, heißt es mit Pokémon Go nun wieder „Gotta catch ‚em all“. Der Weg von den Spielekonsolen auf das Smartphone hat dem Spielekonzern Nintendo nun eine unfassbare Wertsteigerung an der Börse beschert. Der Börsenwert konnte verdoppelt werden und Nintendo überholt Sony.
  • APP faz: Terror-Warn-App versagt im Fall Nizza: In Frankreich wurde eine App programmiert, die Menschen so schnell wie möglich warnen soll, falls es einen Anschlag in der Nähe gibt. SAIP ist der Name der App. Die App ist in Französisch und Englisch verwendbar. Während der Amokfahrt von Nizza, bei der 84 Menschen ihr Leben verloren, hat diese App total versagt und verschickte Stunden danach erst eine Warnung heraus. Es ist wieder ein kleiner Stein im Schuh der Bevölkerung Frankreichs, die App wurde nämlich von der Regierung herausgebracht.
  • TECHNOLOGIE thenextweb: Connecticut middle schoolers 3D printed a boot to help this endangered penguin walk again: In Connecticut hat es eine Gruppe von jungen Schülern geschafft, einem Pinguin etwas seinen Alltag zu verbessern. In einer Auseinandersetzung mit einem anderen Pinguin, hatte dieser sich so stark verletzt, dass er eine Einschränkung beim Gehen erlitt. Zusammen mit einem 3D-System Unternehmen und dem Zoo des kleinen Schnabeltiers haben die Schüler einen Stiefel desinged, der dem Pinguin das Laufen erleichtert.
  • WHATSAPP mashable: WhatsApp is back in Brazil after yet another ban: Während in vielen Ländern der Welt Whatsapp in den letzten Jahren wolh zum beliebtesten Messenger geworden ist, haben es die Nutzer in Brasilien nicht so leicht. Am Dienstag wurde Whatsapp wieder vom Netz getrennt. Es ist innerhalb eines Jahres der dritte Bann. Grund dafür soll die Verschlüsselung sein, die von Whatsapp genutzt wird.
Weiterlesen »

Endlich vorbei oder der Anfang vom Ende? Der Brexit aus der Sicht dreier britischer Wirtschaftsblogger

Brexit (adapted) (Image by freestocks.org [CC BY 2.0] via Flickr)

Aus und Vorbei. Der 24. Juni 2016 markiert das Ende einer turbulenten Liebesbeziehung zwischen Großbritannien und der Europäischen Union. Nach einer 59-jährigen Achterbahnfahrt ist es nun kurz vor der goldenen Hochzeit offiziell: Es ist Schluss. Großbritannien hat die Scheidung eingereicht. Dabei ist es nicht das erste Mal, dass der Brexit zur Debatte stand. Bereits 1975 gab es ein Referendum in Großbritannien über das Verbleiben in der damalig benannten Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft. Damals stimmten 67 Prozent der Wähler für einen Verbleib in der Gemeinschaft. In diesem Jahr sah es anders aus, eine knappe Mehrheit (51,1 Prozent) stimmte für den Austritt aus der Europäischen Union.  

Ein Brexit, viele Meinungen

Seitdem überschlagen sich die Ereignisse wie bei einem Dominospiel: Großbritanniens Premierminister David Cameron hat seinen Rücktritt angekündigt, das britische Pfund befindet sich an der Börse scheinbar im freien Fall, Donald Trump nutzt die Abstimmung der Briten als Beleg für seine xenophoben Parolen und andere Politiker nehmen den Brexit als Vorbild für ein eigenes Ausscheiden aus der EU. Was viele bei der lauten Polemik dabei aus dem Blick verlieren, ist die Tatsache, dass der Brexit auch mal vorrangig ein wirtschaftliches Thema war. Hier ging es weniger um polnische Einwanderer und mehr um ökonomische Argumente für und gegen den Austritt aus der EU. Wie sehen also die Reaktionen der Wirtschaftsexperten im Netz aus? Was sagen Großbritanniens Blogger zum Referendum? Um das herauszufinden, haben die Netzpiloten deshalb mit drei der bekanntesten britischen Wirtschaftsblogger über ihre Meinung zum Brexit gesprochen – und sie dabei ausführlich zu Wort kommen lassen.

Warum stimmen Menschen für eine schlechte wirtschaftliche Zukunft ab?

Den Anfang macht dabei Robert Elliott, Wirtschaftsprofessor an der Universität Birmingham und seit Jahren renommierter Blogger zu Themen der Wirtschaft und Globalisierung. Seine Sicht auf den Brexit malt eine dunkle Zukunft für sein Land und die EU, in der beide Seiten ein bedeutendes Gegengewicht verloren haben: „Die wirtschaftlichen Konsequenzen des Brexits für das Vereinigte Königreich und die Wirtschaft der EU könnten sehr ernst sein, mit einer hohen Wahrscheinlichkeit, dass diejenigen, die FÜR den Austritt aus der EU gestimmt haben, davon auch am härtesten getroffen werden. Wähler, die traditionell eher politisch links abgestimmt haben, haben nun eine Route gewählt, die zu einer eher rechtskonservativen Regierung führen wird. Das wird auch negative Auswirkungen auf das Arbeitsrecht sowie die Unterstützung der Ärmsten unserer Gesellschaft haben. Etwas weiter betrachtet ist es auch möglich, dass mit dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU, die EU sich politisch weiter nach links bewegt – was sich wiederum negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit der EU auswirken und was zu weiterer wirtschaftlicher Stagnation in den ärmeren Regionen Europas führen wird. Kurzfristig führt die Unsicherheit nach der Brexit-Abstimmung zu weniger ausländischen Investitionen, rückläufigem Konsum und einem damit einhergehenden Preisverfall sowie Jobverlusten. Der Verlust Tausender gut bezahlter Stellen im Finanzsektor, der sich wohl in anderen Orten der EU niederlassen wird (Dublin, Frankfurt oder Paris) mag viele im Norden Englands nicht großartig Sorgen bereiten. Dennoch sollte man nicht vergessen, dass der Verlust der wichtigen Steuern, die diese [Finanz-]firmen zahlen sowie das Konsumverhalten ihrer Angestellten gravierende Auswirkungen auf die Regierungsfinanzen haben werden.

Robert Elliott (Image by Robert Elliott_University of Birmingham)
Robert Elliott (Image by Robert Elliott/ University of Birmingham)

Die Vielzahl der Menschen, die jetzt eingestellt werden müssen, um die vielen Jahre der EU-Regulierung wieder aufzulösen, ist ebenfalls eine riesige Zeit- und Ressourcenverschwendung. Wenn unsere Wirtschaft so stark schrumpft wie viele es erwarten, werden wir das Geld, das wir durch die ausbleibenden EU-Beitragszahlungen einsparen, im höhren Maße durch reduzierte Steuereinnahmen wieder verlieren. Die EU-Subventionen für die ärmsten Regionen Englands werden nur sehr schwer anderweitig ersetzt werden können, sodass dies zu noch größeren Ungleichheiten im Vereinigten Königreich führen wird. Als Ökonom ist es für mich immer wieder erstaunlich, warum Menschen für eine solch schlechte wirtschaftliche Zukunft stimmen, obwohl Wirtschaftsexperten auf der ganzen Welt (IWF, Finanzministerien, Akademiker und andere) darauf vermehrt hingewiesen haben. Ich glaube, dass sowohl Europa als auch Großbritannien in naher Zukunft große wirtschaftliche Herausforderungen bevorstehen. Entgegen den Behauptungen von Michael Gove, dass Großbritannien genug von den Experten hat, vermute ich, dass Experten nun dringender als je zuvor benötigt werden, um das wirtschaftliche und politische Durcheinander zu entwirren, in das sich das Vereinigte Königreich selbst gebracht hat.

Endlich Draußen

Tim Worstall ist ein bekannter Wirtschaftsexperte und schreibt unter anderem bei Forbes über Wirtschaft und Finanzen. Anders als Elliott begrüßt Worstall den Austritt Großbritanniens aus der EU. Er erklärt gegenüber den Netzpiloten seinen Standpunkt: „Ich bin wohl am ehesten als Wirtschaftsblogger bekannt und meine Sicht auf die EU ist dementsprechend auch wirtschaftlich geprägt. Wer will schon Mitglied eines Clubs bleiben, der sich auf einen so riesigen Blödsinn wie den Euro verständigt hat? Fast jeder Wirtschaftsexperte der Welt hat vorausgesagt, dass der Euro nicht so funktionieren würde wie vorhergesagt und viele sehen das immer noch so. Dennoch scheint die allgemeine Wegrichtung zu sein, die Idee einzuprügeln bis die Moral besser wird.

Tim Worstall (Image by Tim Worstall)
Tim Worstall (Image by Tim Worstall)

Meine eigene Sicht ist von meiner Zeit in der Politik geprägt. Das bedeutet auch, dass ich mit Brüssel zusammengearbeitet habe und mich so eines Tages im Europäischen Parlament wiederfand. Als ich mich in diesem Gebäude umschaute, kam mir bei der Sicht auf die Bewohner dieses Hauses die Erleuchtung: Ich will einfach nicht, dass mein Land von diesen Idioten angeführt wird. Wir sind endlich draußen, der Job ist erledigt – und Gott sei Dank dafür!

Die Unsicherheit ist das Schlimmste

Leigh Caldwell sieht die Zukunft seines Landes und der EU dagegen alles andere als rosig. Caldwell ist Datenwirtschaftler, Autor des Buches „The Psychology of Price“ sowie Geschäftsführer der Forschungsgesellschaft INON und Wirtschaftsexperte für die Firma Irrational Agency. Auf seinem Blog schreibt er über Wirtschaft im Allgemeinen und die Psychologie dahinter im Besonderen. So sieht er auch mit Blick auf den Brexit eine wirtschafspsychologische Komponente: „Die direkten wirtschaftlichen Folgen sind klar – wahrscheinlich erhöhte Zölle und weniger Handel, eine Rezession in Großbritannien, sowie ein Umzug von Teilen der Londoner Finanzwelt nach Paris oder Frankfurt. Doch die größte Konsequenz ist die Ungewissheit. Was wird als nächstes passieren? Wir wissen es nicht! Psychologisch gesehen ist es für unser Gehirn schwerer, mit dem Unbekannten umzugehen (was entweder gut oder schlecht ausgehen kann) als mit einem garantiert schlechten Ausgang. Wenn du sicher weißt, dass etwas Schlechtes passieren wird, kannst du aufhören dir Sorgen zu machen und dich darauf vorbereiten.

Leigh Caldwell (Image by Leigh Caldwell)
Leigh Caldwell (Image by Leigh Caldwell)

Jedoch wissen wir nicht genau, ob Großbritannien die EU wirklich verlassen wird und unter welchen Bedingungen. Deshalb legen Unternehmen und Konsumenten ihre Ausgabenpläne erstmal auf Eis. Bürger der EU warten erstmal ab, bevor sie nach Großbritannien ziehen oder von hier wegziehen, wenn sie schon vor Ort sind. So kann die Angst vor einer Rezession zur selbsterfüllenden Prophezeiung werden. Es ist doch so, dass Unternehmen Entscheidungen genau so treffen wie der Rest von uns: nicht auf harten Fakten basiert, sondern sie gehen nach dem, was sich richtig anfühlt. Wenn sie nicht wissen, ob sie für ihre Exporte Zoll zahlen müssen oder ob ihre Angestellten nach Großbritannien ziehen können, ist es für sie unmöglich, die beste Entscheidung zu treffen. Die einfachste Entscheidung ist daher, stattdessen in ein anderes Land zu investieren. Ungewissheit zerstört die Wirtschaft in einem Land und das ist im Moment die größte Gefahr für das Vereinigte Königreich. Der Austritt aus der EU sendet ebenfalls ein Signal: Großbritannien ist nun auf sich alleine gestellt. Unabhängig von den objektiven, wirtschaftlichen Fakten kommt es so zur unbewussten Wahrnehmung, dass das Vereinigte Königreich nun in einer anderen Kategorie ist – und das macht es weniger wahrscheinlich, dass europäische Firmen hier einkaufen, verkaufen oder investieren. Auch für den Rest der EU besteht Unsicherheit, auch wenn nicht ganz so stark. Es scheint sogar möglich, dass der Brexit den Rest der EU näher zusammen bringt. Mittelfristig gesehen kann eine enger verbündete EU besser dastehen als im Moment, aber langfristig gesehen ist es für Großbritannien definitiv besser auf der gleichen Seite zu stehen wie alle anderen.


Image (adapted) „Brexit“ by freestocks.org (CC0 Public Domain)

 

Weiterlesen »

5 Lesetipps für den 29. April

In unseren Lesetipps geht es heute um Apple und Samsung, Drivy in Deutschland, die re:publica 2015, das Erdbeben in Nepal und Twitters Quartalszahlen. Ergänzungen erwünscht.

  • SMARTPHONES DIE WELT: Handy-Konkurrenten: Samsung stößt Apple vom Smartphone-Thron: Nachdem Ende 2014 noch Apple am meisten Smartphones verkaufte, hat nun Samsung den amerikanischen Konzern vom Thron gestoßen. Laut den Angaben der Marktforscher Strategy Analytics hat der südkoreanische Konzern mit ca. 83,2 Millionen verkauften Smartphones einen Marktanteil von 24 Prozent erreicht. Apple schafft es dagegen derzeit nur auf 18 Prozent. Begründet wird der Erfolg von Samsung mit dem Galaxy S6, welches vor Kurzem erschienen ist.

  • STARTUP Gründerszene: Drivy weitet sein Angebot auf ganz Deutschland aus: Nachdem das Pariser Startup Drivey im November 2014 in mehreren deutschen Großstädten wie etwa Hamburg oder Berlin getestet wurde, wird der Service nun bald in ganz Deutschland angeboten. Bei dem Dienst kann jeder Autobesitzer seinen Privatwagen an andere Nutzer vermieten. Die positive Resonanz in Deutschland überrascht die Firma nicht, schon nach der Gründung in Frankreich sei eine ähnliche Entwicklung zu beobachten gewesen.

  • RE:PUBLICA Netzkolumnistin: Top 5 Sessions: Meine Tipps für die re:publica 2015: Die re:publica steht mal wieder in den Startlöchern. Vom fünften bis zum siebten Mai kann man auf insgesamt 16 Bühnen Vorträge von ca. 500 Rednern begutachten. Doch bei so einer Menge kann man schnell den Überblick verlieren. Damit man nicht völlig unvorbereitet über die Messe stolpert, hat Angela Gruber in ihrem Blog fünf der Sessions vorgestellt, welche man auf keinen Fall verpassen sollte.

  • SOCIAL MEDIA Politik Digital: Erster Einsatz für Facebooks Safety Check: Das verheerende Erdbeben, welches Samstag über Nepal hereinbrach, hat die Gebirgsregion in ein Chaos gestürzt, von dem es sich noch nicht erholt hat. Die Lage sei immer noch sehr unübersichtlich. Facebook und Google wollen in der Krise Unterstützung leisten. Facebook nutzt hierbei den Safety Check, in dem man Freunde als sicher markieren kann, wenn man weiß, wo sie sich aufhalten. Google bietet mit dem Person Finder Informationen zu einzelnen Personen.

  • TWITER DIE WELT: Quartalszahlen-Panne: Twitter verliert mehr als ein Fünftel seines Wertes: Nachdem die US-Finanzanalysefirma Selerity Twitters Quartalszahlen früher als zum von Twitter geplanten Zeitpunkt veröffentlichte, fiel die Aktie des Konzerns rapide ab. Mehr als 21 Prozent soll die Aktie ins Minus gegangen sein. Grund hierfür sind die für Twitter durchaus bitteren Zahlen, welche veröffentlicht wurden. Der Social-Media-Konzern hat die erwarteten Einnahmen um ca. 23 Millionen Dollar Umsatz unterschritten.

Die morgendlichen Lesetipps und weitere Linktipps am Tag können auch bequem via WhatsApp abonniert werden. Jeden Tag informiert dann Netzpiloten-Projektleiter Tobias Schwarz persönlich über die lesenswertesten Artikel des Tages. Um diesen Service zu abonnieren, schicke eine WhatsApp-Nachricht mit dem Inhalt arrival an die Nummer +4917622931261 (die Nummer bitte nicht verändern). Um die Nachrichten abzubestellen, einfach departure an die gleiche Nummer senden. Wir werden, neben dem Link zu unseren morgendlichen Lesetipps, nicht mehr als fünf weitere Lesetipps am Tag versenden.

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten „vorgeblättert“ START.

Weiterlesen »

5 Lesetipps für den 22. April

In unseren Lesetipps geht es heute um Yahoo, den Bahnstreik, Medien, Facebook und UberPOP. Ergänzungen erwünscht.

  • YAHOO Horizont: Yahoo Quartalsbilanz: Internetkonzern mit Fehlstart ins neue Geschäftsjahr: Der US-Internetkonzern Yahoo hat im ersten Quartal 2015 Verluste zu beklagen. Der Gewinn brach im Vergleich zum letzten Jahr um ganze 93 Prozent ab. Auch der Börsenkurs fiel um ca. zwei Prozent. Gründe für die schlechten Zahlen seien wohl immer weniger Werbeeinnahmen, vor allem im Bereich der Desktop-Werbung. Aufgrund der Verluste fordern Investoren, einzelne Unternehmensteile vom Konzern abzuspalten.

  • MEDIEN Horizont: Nielsen-Studie: Jeder vierte Deutsche surft beim Fernsehen im Internet: Laut der Nielsen-Studie „Screen Wars“, welche sich mit der weltweiten Nutzung von TV- oder Videonutzung befasst, nutzt jeder vierte Deutsche beim Fernsehen einen Second Screen. Es soll immer interessanter werden, sich während des Fernsehens auch in sozialen Netzwerken zu engagieren. Doch die Deutschen stehen hinter dem europäischen Durchschnitt zurück.

  • BAHNSTREIK DIE WELT: Arbeitskampf: Millionen Bahnreisende von neuen Streiks betroffen: Nachdem die Lokführergewerkschaft GDL seit Dienstag schon den Güterverkehr bestreikt, hat sie nun in der Nacht zum Mittwoch ihren Streik auch auf den Personenverkehr ausgeweitet. Betroffen sind vor allem Fernzüge und die S-Bahnen. Während des Streiks sollen insgesamt 15-60 Prozent der Züge fahren. Grund für den Streik waren die erneut gescheiterten Verhandlungen zwischen der GDL und der deutschen Bahn. Der mittlerweile siebte Streik der Lokführer soll 43 Stunden dauern und am Donnerstagabend beendet werden.

  • FACEBOOK t3n: „Facebookgeddon“? Facebook setzt Publisher mit neuem News Feed-Algorithmus unter Druck: Facebook hat den Algorithmus für ihren News Feed angepasst. Mit diesem „Facebookgeddon“ will der US-Konzern für mehr Nutzerfreundlichkeit sorgen. Die Nutzer sollen mehr von dem sehen, was ihre Freunde selbst gepostet haben. Was den Freunden gefällt, wird in Zukunft deutlich weniger Priorität gegenüber eigenen Beiträgen besitzen. Dies ist zwar für Nutzer von Vorteil, doch für Publisher und ähnliche Betreiber von Facebook Pages ein großer Nachteil.

  • UBER heise online: Mitfahrdienst UberPOP tritt auf die Bremse: Es gibt eine neue Entwicklung im Fall von UberPOP. Nachdem das Urteil des Frankfurter Landgerichts durch eine Sicherheitsleistung von Taxi Deutschland vollstreckbar geworden ist, hat die US-Amerikanische Firma Maßnahmen ergriffen. Es wurde bundesweit der Kilometerpreis von 35 Cent eingeführt, um so die Kosten auf ein Selbstkostenniveau anzuheben. Damit wird der Dienst deutlich weniger attraktiv.

Die morgendlichen Lesetipps und weitere Linktipps am Tag können auch bequem via WhatsApp abonniert werden. Jeden Tag informiert dann Netzpiloten-Projektleiter Tobias Schwarz persönlich über die lesenswertesten Artikel des Tages. Um diesen Service zu abonnieren, schicke eine WhatsApp-Nachricht mit dem Inhalt arrival an die Nummer +4917622931261 (die Nummer bitte nicht verändern). Um die Nachrichten abzubestellen, einfach departure an die gleiche Nummer senden. Wir werden, neben dem Link zu unseren morgendlichen Lesetipps, nicht mehr als fünf weitere Lesetipps am Tag versenden.

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten „vorgeblättert“ START.

Weiterlesen »

Apples Marktkapitalisierung als Risiko

Apples Gesamtwert beläuft sich auf 700 Milliarden US-Dollar. Könnte dieser „Reichtum“ zum Verhängnis werden? // von Philipp Biel

apple, börse, aktie, kurs, symbol

Mit knapp 700 Milliarden US-Dollar ist derzeit der Gesamtwert aller Apple-Aktien beziffert. Somit ist Apple mehr wert als jedes andere börsennotierte Unternehmen weltweit. Zum Vergleich: Der Zweitplatzierte Exxon Mobil ist derzeit 403 Milliarden US-Dollar wert und Platz drei belegt Microsoft mit etwa 394 Milliarden US-Dollar. Apple hat sich einen weiten Vorsprung verschafft, doch Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall. Steht Apple deshalb kurz vor einem Crash?

Weiterlesen »

Weiterlesen »

5 Lesetipps für den 6. Mai

In unseren Lesetipps geht es heute um die Huffington Post, Twitter und Amazon, Social Media im EU-Wahlkampf und das Werbegeschäft auf Tumblr. Ergänzungen erwünscht.

  • HUFFINGTON POST 140z.de: Beginn eines neuen Journalismus oder Anfang vom Ende?: Ein halbes Jahr nach dem Start der Huffington Post in Deutschland stellt sich ihr Chefredakteur Sebastian Matthes den Fragen der Nachwuchsjournalisten von der Kölner Journalistenschule. Im Gespräch äußert er sich zuversichtlich, dass die deutsche Ausgabe der Huffington Post in den nächsten Monaten ihren 1000. Gastautor begrüßen kann und erklärt, warum die Plattform für Blogger attraktiv ist, obwohl sie ihnen nichts für ihre Beiträge bezahlt.
  • TWITTER I Slate: Twitter is not dying. It’s on the cusp of getting much bigger.: Wallstreet und Silicon Valley sind zwei sehr unterschiedliche Charaktere, die sich aber nun einmal, wenn es ums große Geld geht, gerne zusammentun, aber sich dann meist nicht richtig verstehen. Se verwundert es nicht, dass an der Börse das baldige Ende von Twitter herbei geschrieben wird. Eintreten wird das deshalb noch nicht. Was die Wallstreet verstehen muss ist, dass Twitter nicht wie Facebook ist und wenige aktive Nutzer hier wertvoller sind als viele inaktive Nutzer.
  • TWITTER II Business Insider: Amazon + Twitter = #AmazonCart: Jetzt wo wir wissen, dass Twitter wohl doch nicht bald am Ende ist, verkündet der Microblogging-Dienst eine Kooperation mit dem E-Commerce-Riesen Amazon. Der von beiden initiierte Service „#AmazonCart“ lässt Nutzer Produkte, die sie in ihrer Timeline auf Twitter gesehen haben, leicht in den Warenkorb bei Amazon zu schieben. Das geht natürlich nur, wenn es sich um einen Link zu Amazon handelt, aber der nächste Schritt in dieser Partnerschaft lässt sich bereits erahnen.
  • SOCIAL MEDIA Hamburger Wahlbeobachter: Übertragung der politischen Debatte der EU in Soziale Medien: In einem gesponderten Gastbeitrag schreibt Elizabeth Linder, Politics & Government Specialist bei Facebook für Europa, den Mittleren Osten & Afrika, wie sich politische Themen und Debatten im Europawahlkampf auf soziale Netzwerke übertragen lassen. In den letzten Jahren haben sich die traditionellen Barrieren zwischen Wählern und Politikern dank Social Media stark verändert. Der Beitrag ist natürlich auf Facebook ausgelegt, aber sehr interessant, wie schon heute europäische Politiker in den sozialen Netzwerken Kontakt zu den Bürgern suchen.
  • TUMBLR Business Insider: Mark Coatney Says Tumblr Ad Revenue Struggling: Mit der Übernahme der Blogging-Plattform Tumblr durch Yahoo zogen auch Werbeformate auf die Seite, doch mehr als 10 MOnate hörte man nichts von Marissa Mayer, wie sich denn mit dem für mehr als 1 Milliarde gekauften Dienst Geld verdienen lässt. Laut einem Bericht der New York Times, die sich mit aktuellen und ehemaligen Mitarbeitern unterhalten hat, läuft das Werbegeschäft auf Tumblr schlecht. Die zündende Idee ist noch nicht gefunden worden.

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten „vorgeblättert“ START.

Weiterlesen »

5 Lesetipps für den 12. September

In unseren Lesetipps geht es heute um ein bisschen Netzneutralität, wie mit Twitter 4 Milliarden US-Dollar vernichtet wurden, eine Bitcoin-Prognose, Apples Chart und Facebooks neuer Newsfeed. Ergänzungen erwünscht.

  • NETZNEUTRALITÄT Zeit Online: EU-Kommission einigt sich auf etwas Netzneutralität: EU-Kommissarin Neelie Kroes will den Telekommarkt regeln und mit ihm auch die Netzneutralität. Ihr von Aktivisten stark kritisierter Entwurf war selbst bei Kollegen umstritten, hat sich aber trotzdem durchgesetzt.
  • TWITTER Egghat: Ein Tweet und seine Geschichte: Ein 26-jähriger Analyst würfelt ein paar schon bekannte Fakten über ein Öl-Unternehmen zusammen und kündigt seine „kritische“ Studie auf Twitter an. Was macht die Börse? Sie reagiert panisch, der Kurs der Firma sinkt und 4 Milliarden US-Dollar Wert sind vernichtet.
  • BITCOIN TechCrunch: How Bitcoin Is Following In The NASDAQ’s Footsteps: Auf der TechCrunch Disrupt in San Francisco nahm Alex Wilhelm an einer Diskussion über die Zukunft von Bitcoin teil und stellt dabei eine interessante Parallele zu NASDAQ-Kurs in den 90er Jahren fest,.
  • APPLE Quartz: The chart Tim Cook doesn’t want you to see: Auf der Präsentation des neuen iPhone zeigte Tim Cook ein seltsames Chart ohne viel Aussagekraft. Das auch dieses Bild mehr zu sagen hat als Cook lieb ist, zeigt die lesenswerte Interpretation von David Yanofsky.
  • FACEBOOK Clothesline: Facebook’s About to get a Whole Lot Prettier: Facebook bastelt mal wieder am eigenen Newsfeed-Design. Jeremy Leon findet, dass das soziale Netzwerk dadurch hübscher wird und stellt auf seinem Blog die wesentlichen Verschönerungen genauer vor-

Nutze Netzpiloten 1-Klick: Mit nur einem Klick werden dir bequem alle 40 Sekunden die hier besprochenen Seiten „vorgeblättert“ START.

Weiterlesen »

Infografik: Facebooks Q2 Kennzahlen im Überblick

Gestern wurden ja die Quartalszahlen von Facebook veröffentlicht. In unseren Lesetipps hatte ich dazu bereits einen lesenswerten Link gepostet von Businessinsiders. Natürlich schwirren jetzt auch einige Infografiken zum Thema herum. Die aufschlussreichste ist wohl die von Statista, die wir euch nicht vorenthalten wollen. Fazit der Zahlen? Der große Crash blieb wohl aus, aber Grund zum Feiern hat das Zucki-Boy-Team dennoch nicht.

Weiterlesen »

Weiterlesen »

Vertrau mir, ich verarsch Dich! – Beobachtungen zur Reduktion sozialer Komplexität

Am 24. Oktober hat die Börsenaufsicht in den Vereinigten Staaten von Amerika festgestellt, dass der angebliche Herzanfall von Steve Jobs von einem Jugendlichen lanciert wurde (Focus berichtete). Nach Aussagen der US-Sicherheitsbehörden und der Börsenaufsicht gab es keine Hinweise auf ein finanzielles Motiv. Dennoch wirft der Vorfall zwei Fragen auf: Aus welchen anderen Gründen lancieren Menschen Falschmeldungen? Und was bringt andere dazu, diese zu glauben? Weiterlesen »

Weiterlesen »

XING: Schnell an die Börse!

Erst am neunten November hatte der Social Network-Anbieter XING (ehemals OpenBC) angekündigt, „binnen der nächsten sechs Monate“ an die Börse gehen zu wollen.
Nun ist es bereits soweit:

Am Freitag wurde unser Emissionsprospekt von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gebilligt und wir planen, noch in diesem Jahr an die Börse zu gehen. Die Notierung der Aktie der OPEN Business Club AG soll noch in der ersten Dezember-Hälfte an der Frankfurter Wertpapierbörse aufgenommen werden.

Das teilte XING seinen Mitgliedern soeben per E-Mail mit und dürfte damit durchaus einige überraschen; die Hamburger legen mit ihrem Börsengang ein erstaunliches Tempo an den Tag.
[tags]xing,openbc,börse[/tags]

Weiterlesen »

OpenBC/XING geht an die Börse

Das Social Network OpenBC/XING will – so versprach man bereits bei der Ankündigung des Namenswechsels – international tätig werden. Dazu will man nun die Kriegskassen offenbar füllen und tut in sechs Monaten den Schritt an die Börse: “Wir sind das erste Web-2.0-Unternehmen, das an die Börse geht“, sagte der erst 29 Jahre alte Unternehmensgründer Lars Hinrichs der F.A.Z.

Hoffen wir einmal, dass es nicht das erste Unternehmen einer Web 2.0-Börsenblase ist. Die Börse Stuttgart hatte erst am Dienstag einen „S-Box Web 2.0 Performance-Index“ eingerichtet, der sog. „Web 2.0 Unternehmen“ erfasst und derzeit Amazon.com, Ebay, Yahoo, Google, Murdochs News Corp. und noch einige kleinere japanische Firmen beinhaltet.

OpenBC will darüber hinaus ab 2007 einen Marktplatz für Dienstleistungen, Aufträge und Jobs anbieten: “Wir begeben uns damit in eine direkte Konkurrenz mit Jobbörsen“, sagte Hinrichs. Derzeit hat OpenBC laut seiner heutigen Aussendung 1,45 Mill. Mitglieder, wovon 13 Prozent das kostenpflichtige Angebot nutzen und monatlich 5,95 Euro zahlen.

[tags]börse,web 2.0,openbc,xing[/tags]

Weiterlesen »