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Assassin’s Creed: Rebellion – so geht Spaß am Smartphone!

Vor einigen Tagen berichteten wir, wie groß die Entrüstung der Diablo-Community war, als Blizzard statt eines würdigen Nachfolgers, ein Smartphone-Game zur Diablo-Reihe ankündigte. Das war zugegeben einfach schlechtes Timing und eine Fehleinschätzung des eigenen Publikums. Wie man gute Smartphone-Games richtig veröffentlicht, zeigt uns jetzt Ubsioft mit ihrem neuen Smartphone-Titel Assassin’s Creed Rebellion.

Der Hype lebt!

Zunächst muss man Ubisoft zugutehalten, dass sie das richtige Timing erwischt haben. Erst im Oktober veröffentlichte das Entwicklerstudio mit Assassin’s Creed Odyssey einen AAA-Titel, der fast überall auf positive Resonanz traf. Damit belebte Ubisoft den Hype um Assassin’s Creed ein weiteres Mal und schaffte eine gute Basis für ihr kommendes Mobile Game Assassin’s Creed Rebellion. Dieses kam jetzt am 21. November heraus und ist seitdem mein Zeitvertreib Nummer eins.

Mit viel Liebe zum Detail

Was einem sofort auffällt, sobald man sich einen epischen Namen für seine Assassinen-Gilde ausgedacht hat und seine Basis bewundern kann: Die Entwickler legen viel Wert auf schön gestaltete Settings und Features, Features, und noch einmal Features. Bei einem Test von Assassin’s Creed Rebellion bleibt es nicht aus zu erwähnen, wie vielfältig dieses Mobile Game wirklich ist.

Die sechs größten Features lassen sich vom Hauptmenü, der eigenen Basis, erreichen. Screenshot by Leonie Werner

Basis bauen per Drag & Drop

Gleich zu Beginn des Spieles wird man in die „Kunst“ des Basis-bauen eingeführt. Damit ihr all eure Assassine unter ein Dach bekommt, braucht ihr Schlafräume, Lagerräume und Vorratsräume. Um eure Helden zu trainieren, könnt ihr Übungsräume freischalten oder Bibliotheken anlegen. Mit steigender Stufe schaltet ihr immer neue Erweiterungen für eure Basis frei. Ersteht diese ganz einfach, indem ihr Rohmaterialien wie Stein und Holz bei entsprechenden Missionen ergattert. Somit wird nach und nach aus eurer kleinen Bruchbude ein prachtvolles Assassinen-Versteck.

Alle Helden in einem Game vereint

Worauf sich viele Fans der Assassin’s Creed Reihe freuen, seit das Mobile Game angekündigt wurde, ist die Vielfalt an Helden aus den anderen Assassin’s Creed Teilen, die man nun gebündelt in der App spielen kann. Insgesamt 46 Helden gibt es. Freigeschaltet werden sie entweder durch Missionen, Stufenaufstiege oder eben DNA-Fragementen, die ihr ebenfalls durch bestimmte Aufgaben bekommt. Jeder Held hat seine eigene Klasse, seine eigenen Special-Angriffe und kann auf individuelle Weise weiter ausgebildet werden. Mit Stufenaufstiegen werden weitere Fähigkeiten freigeschaltet. Das erhöht die Abwechslung im Spiel noch einmal deutlich.

Vielseitige Missionen

Wie man es auch von den AAA-Titeln der AC-Reihe gewöhnt ist, versorgt uns auch das Mobile Game mit einer Vielzahl an abwechslungsreichen Missionen. Dabei wird das Herzstück dieses Features gebildet von den Story-Missionen. Denn natürlich baut man sich nicht umsonst eine Basis auf. Das Ziel der Assassinen ist es, eine Verschwörung der Templer aufzudecken. Um den Spieler in die Welt des Franchises zu entführen, wurden keine Kosten oder Mühen gescheut. Zu jeder Story-Mission gibt es eine Beschreibung, die die Story voranbringt. Sowie eine Übersicht über die Belohnungen, die man erhalten kann und eine Team-Empfehlung, damit man in dem Dschungel aus Skills und Klassen nicht völlig aufgeschmissen ist.

Screenshot by Leonie Werner

Neben den aufwendigen Story-Missionen gibt es noch Standardmissionen oder Plündermissionen zur Beschaffung von Rohstoffen und sogenannte Vermächtnismissionen. Mithilfe dieser Missionen lassen sich DNA-Fragmente auffinden, mit denen neue Helden freigeschaltet werden können. Zudem gibt es verschiedene Regionen, in die man im Laufe des Spiels mit steigender Stufe vordringen kann.

Nie war Kämpfen in Mobile Games schöner

Besonders überzeugt hat mich persönlich aber das schöne Kampfsystem des Spiels. Ähnlich wie zum Beispiel bei Fallout Shelter beginnt man die Missionen mit der Auswahl seines Teams. Danach ist die Map der Mission in Kästen aufgeteilt. Das gewählte Team bewegt sich von Kasten zu Kasten durch das Abenteuer, bis die gestellte Aufgabe erledigt ist. Je nachdem welche Charaktere, und damit welche Klassen, man für sein Abenteuer ausgewählt hat, passen sich die Interaktionsmöglichkeiten mit der Umgebung an. So können bestimmte Charaktere besonders gut Fallen entschärfen oder Truhen plündern. Andere wiederum halten viel Schaden aus und können in direkten Konfrontationen sehr nützlich sein. Man wählt vor jedem Raum einen der drei Charaktere und kann im Interface sehen, wie hoch die Erfolgschancen für die Fähigkeiten der Figur sind und wie gut dieser sich gegen die anwesenden Gegner behaupten kann. Diese Features sorgen gemeinsam für eine große Vielseitigkeit, auch bei Standardmissionen und erhöhen somit für mich absolut die Langzeitmotivation.

Screenshot by Leonie Werner

Das Spiel kann im App Store oder im Google Play Store heruntergeladen werden.

Fazit

Assassin’s Creed Rebellion macht einfach Spaß. Gerne verfolge ich die Story-Missionen und arbeitete meine Assassinen Gilde langsam nach oben. Und das Beste: Das Spiel ist komplett kostenlos. Zwar können In-App-Käufe getätigt werden, damit man zum Beispiel mehr Rohstoffe oder mehr DNA-Fragmente hat, aber das ist nicht notwendig. Das Spiel macht auch ohne den Einsatz von echtem Geld einfach Laune. Darüber hinaus gibt es bereits jetzt einige Event-Missionen, die zum Beispiel auch in der Welt von Assassin’s Creed Odyssey stattfinden. Und Ubisoft kündigt in der App noch viele weitere Special-Missionen an. Somit ist die Unterhaltung über den Winter gesichert.


Image/Screenshot by Leonie Werner

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Diablo Immortal: Eine Fankultur in Gefahr

Starcraft, Warcraft, Overwatch und Diablo sind Marken, bei denen viele Gamer auch heute noch leuchtende Augen bekommen. Während andere Hersteller im jährlichen Rhythmus einen neuen Teil ihrer Cashcows veröffentlichen, sind Blizzard-Spiele langfristiger ausgelegt und Nachfolger etwas Besonderes.

Blizzard Entertainment ist fast schon eine Art Apple der Computerspiele. Die BlizzCon, eine Blizzard-eigene Spielemesse, ist jedes Jahr mit 26.000 Besuchern ausverkauft. Heiß erwartet sind vor allem Ankündigungen zu Updates oder neuen Spielen des kalifornischen Spieleentwicklers.

Diablo Immortal erntet Shitstorm

Dieses Jahr geriet die größte Ankündigung der Messe allerdings zum größten Debakel der BlizzCon-Geschichte. Vor einem Publikum aus eingefleischten PC-Spielern, verkündete einen Mobile-Ableger der Traditionsserie Diablo. Die sonst übliche Begeisterung blieb bei Diablo Immortal aus und beim anschließenden Diablo-Panel entlud sich die Enttäuschung auch in Buhrufen. Es kam sogar die Frage auf, ob die Ankündigung ein verspäteter Aprilscherz sei. Die Anspielstationen für das neue Spiel blieben ebenso ungewohnt leer.

Auch der Trailer ist zum Ausdruck des Entsetzens über Blizzards vermeintliche Neuorientierung geworden. Am 8. November standen auf YouTube 20.000 Likes ganzen 531.000 Dislikes gegenüber. Die Bewertung ist nicht der Maßstab für das Gezeigte – der Trailer wirkt für ein Mobile-Game tatsächlich sehr ansprechend – sondern ist vor allem ein Ausdruck der Fans über ein Studio, dass seine treusten Anhänger im Regen stehen lässt.

Blizzard hätte es wissen müssen

Eigentlich hat Blizzard ein dankbares Publikum für Ankündigungen. Die Fans zahlen viel Geld, um jedes Jahr ihre Lieblingsspiele zu feiern und freuen sich über neue Inhalte und Spiele. Entsprechend war Blizzard völlig überrumpelt von der Reaktion und selbst auf der Bühne war man teilweise völlig aus dem Konzept.

Dabei hätte so ziemlich jeder Fan oder Gamingexperte genau diese Reaktion vorhersagen können. Außerdem ließ Blizzard schon im August verlauten, an mehreren Diablo-Projekten zu arbeiten. Fans erhofften sich daher schon ein Diablo 4 oder zumindest neue Inhalte für Diablo 3. Hätte man den Diablo Immortal-Trailer als Ergänzung zu einem neuen PC-Diablo gebracht, wäre der Aufschrei nicht so groß gewesen. Nun haben viele Fans das Gefühl übergangen worden zu sein.

Mobilmarkt ist riesig

Aus Geschäftssicht kann man Blizzard die Expansion auf den Mobilmarkt nicht einmal übel nehmen. Vor allem in China ist Mobile Gaming beliebt. Daher arbeitet Blizzard für Diablo Immortal auch mit dem chinesischen Spieleentwickler NetEase Games zusammen – die übrigens auch mit CCP an einem mobilen Ableger von EVE Online arbeiten.

Diablo Immortal wird übrigens nur der Anfang einer größeren Kampagne sein. Gegenüber dem Magazin Digitial Trends verriet Allen Adham, Mitbegründer von Blizzard Entertainment:

„Ohne zu sehr ins Detail zu gehen, kann ich sagen, dass wir große Pläne für den Mobilbereich haben. Es ist eine große Initiative für Blizzard und ihr könnt zu einem bestimmten Zeitpunkt erwarten, weitere Mobile-Spiele von uns zu sehen, die alle unsere Marken umfassen.“

Gelebte Fankultur. Fans erscheinen in teils spektakulären Kostümen | Image by Blizzard Entertainment

Auf die alten Fans nicht angewiesen

Da der Mobilmarkt ein riesiges Potential bietet und in den nächsten Jahren noch weiter wachsen wird, könnten die Mobilspiele trotz des Shitstorms ein kommerzieller Erfolg für Blizzard werden. Eine Kursänderung bedeutet aber auch eine Veränderung der Fankultur.

Blizzard Entertainment gilt als eines der wenigen Studios, die vor allem PC-Spiele entwickeln. Auch genoss das Studio bislang großes Vertrauen in die Qualität, dass die Kaufentscheidung für Fans selten von irgendwelchen Tests abhing. Blizzard ist eine Art Güte-Etikett und die Spiele verkaufen sich allein schon wegen des Entwicklers. Spieler von World of Warcraft und Konsorten lieben ihre Marken mit einer Fankultur, die wirklich beispiellos ist. Die BlizzCon selbst, stets ausverkauft und mit vielen verkleideten Fans, ist das beste Beispiel.

Mit einer Neuausrichtung Blizzards steht diese Fankultur auf dünnem Eis. PC-Spieler sehen selbst Spielekonsolen oft kritisch und haben zu Mobilspielen noch mehr Distanz. Blizzard muss es schaffen, auch die alteingesessenen Spieler wieder zu erreichen, damit diese Spieler sich nicht gänzlich abwenden.

Warcraft 3: Reforged gab immerhin für Warcraft-Fans einen Grund zur Freude. Allerdings ist es auch „nur“ ein Remake des letzten Teils – für das übrigens auch alte Karten und Mods größtenteils funktionieren sollen. Da Warcraft 3 mittlerweile mehr als 15 Jahre auf dem Buckel hat, ist das Remake zumindest ein willkommenes Lebenszeichen für Strategie-Fans.

PC statt mobil: Diablo 3 auf Amazon kaufen (Provisionslink)

 


Imagy by Blizzard Entertainment

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Zwischen Konsolen, Cosplayern und der Kanzlerin – die Gamescom 2017!

Gamescom 2017 (adapted) (Image by Sergey Galyonkin [CC BY-SA 2.0] via Flickr

Zwischen Konsolen, Cosplayern und der Kanzlerin hat vom 22. bis 26. August 2017 die nunmehr 9. Gamescom in Köln stattgefunden. Auf über 200.000 Quadratmetern öffnete die Messe unter dem diesjährigen Motto “The Heart of Gaming” ihre Tore für einen neuen Besucherrekord von über 350.000 Menschen. Meine Reise begann für viele andere Fachbesucher schon am Montag vor dem ersten Messetag. Meinen noch „jungfräulichen“ Füßen grauste es bereits vor den 123.124 Schritten, die sie in den nächsten fünf Tagen auf der Gamescom 2017 laufen würden.

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Merkel lobt die Videospielbranche als kulturell wertvoll. Image by Lisa Kneidl.

Bereits an ihrem ersten Tag sollte die Gamescom 2017 bereits historisch sein, denn zum ersten Mal eröffnet ein deutsches Regierungsoberhaupt die Messe. Gegen 13 Uhr trifft Angela Merkel in der Messe ein, eröffnet die Messe offiziell und begibt sich nach der obligatorischen Pressekonferenz sogar auf einen offiziellen Rundgang. Neben üblichen politischen Floskeln – Frau Merkel hatte es irgendwie geschafft, im Kontext von Videospielen auch Schiller zu zitieren – und der Ermahnung zu mehr Medienkompetenz wurde aber auch beschlossen, dass Videospiele nun doch Kulturgut seien. Da dachten wir noch, das Internet wäre doch Neuland.

Gamescom 2017: Meine Presse-Premiere

Zwar bin ich seit 2012 begeisterte Privatbesucherin der Gamescom, aber erst in diesem Jahr konnte ich die “heiligen Hallen” erstmals auch mit meiner Akkreditierung um den Hals betreten. Der Consumer-Bereich ist trotz Fachbesuchertag dennoch bereits gut gefüllt, aber im Vergleich zu den folgenden 4 Tagen eine brachliegende Landschaft. Nachdem ich mir einen Überblick über die altbekannten Hallen verschafft hatte – Ubisoft, Blizzard und Co. platzieren sich meist in der gleicher Formation an den üblichen Stellen – war ich gespannt auf den Business-Bereich.

Wo der Consumer-Bereich mit Farben, Figuren und allgemeiner Reizüberflutung klotzt, hält sich der Business-Bereich eher zurück. In meiner bisherigen journalistischen Laufbahn habe  ich schon ein paar Tech-Messen mitgemacht und muss die Gamescom für ihren Elan und das tolle Feeling loben. Das Lob war allerdings auf den Consumer-Bereich bezogen. Der Business-Bereich enttäuschte mich dementsprechend ein wenig. Es lockten die immergleichen steril-weißen Messestände mit Keksen und Kaffee, die Spiele wurden in kleinen, versteckten Räumen hinter verschlossener Tür vorgestellt – alles top secret eben.  Business und professionelles Networking ist wichtig, aber es ist nicht meine Welt – zumindest nicht auf der Gamescom.

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Der Blizzard-Hit Overwatch ist auch auf der diesjährigen Gamescom ein Besuchermagnet. Image by Lisa Kneidl.

Der Reiz war für mich anderswo: Die Messe lebt von ihren extravaganten Ständen, den lauten Shows und den vielen tollen Cosplays. Würde alles exakt so wie im Business-Bereich ablaufen, hätte die Messe sicher keinen derartigen Erfolg. Bleibt nur die Frage, wieso die Messe den Consumern dann den Messe-Sonntag genommen hat und stattdessen einen Werktag mehr ins Programm genommen hat.

The Hype is real, or is it?

Vermeintliche Sensationen hatte die Gamescom einige, mit Neuankündigungen und Weltpremieren hält sich die Messe aber zurück. Dafür gibt es ja noch die circa zwei Monate vorher stattfindende E3 in Kalifornien. Blizzard hat sogar eine eigene Convention, für die sie sich die richtigen großen Happen aufheben. Maximal das neue Anno 1800 vom französischen Entwickler Ubisoft durfte in Köln jetzt Premiere feiern.

Auch Virtual Reality ist nach wie vor ein großes Thema, auch auf der Gamescom 2017 kam man kaum daran vorbei. Bei fast jedem zweiten Stand musste man in Deckung gehen, um nicht von den ausladenden Gesten eines temporär blinden VR-Spielers erschlagen zu werden. Eigentlich hatte VR seinen Durchbruch bereits, dennoch scheint es noch fast nur ein Messe-Gimmick zu sein. In den wenigsten Wohnzimmern die ich kenne liegt bereits eine VR-Brille.

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Maximale Immersion: Ein Fallout-Cosplayer beim Fallout-VR spielen. Image by Lisa Kneidl.

Außerdem regnet es Triple-A-Fortsetzungen: Far Cry 5, Assassins Creed: Origins, Call of Duty XYZ, Star Wars: Battlefront 2, Destiny 2, Uncharted: The Lost Legacy und wie sie nicht alle heißen. Davon wirkten nur die wenigsten wirklich innovativ. Weitaus mehr Spaß hatte ich dabei mit neuen, eigenständigen Titeln wie dem Open-World-Action-RPG Biomutant von THQ Nordic oder Detroit: Become Human vom Entwickler Quantic Dream, die schon Spieleblockbuster wie Heavy Rain herausbrachten.

Mehr Indie braucht das Land!

Zu meinen persönlichen Highlights zählt in jedem Jahr der Indie Arena Booth. Die Idee stammt vom Entwickler Oliver Eberlei und das Ganze wird heute vordergründig von dem Hamburger Entwicklerstudio THREAKS auf die Beine gestellt. Was im Jahr 2013 noch gerade mal bescheidene 40 Quadratmeter Fläche umfasste, hat sich bis zum Jahr 2017 geradezu exponentiell vergrößert und nimmt nun mit über 1.000 Quadratmetern etwa ein Viertel einer Gamescom-Halle ein. Hier präsentieren internationale und unabhängige Entwicklerstudios ihre Titel – eine Möglichkeit, die sie anderweitig oder alleine auf der Messe mit den entsprechend hohen Standpreisen nicht hätten.Bleibt nur die Frage, ob das nun noch Indie ist.

Wem die zum Teil bis zu sechs Stunden Wartezeit an den Triple A-Titeln in den anderen Hallen zu anstrengend sind, ist auf der Gamescom 2017 in der Indie-Arena bestens aufgehoben. Kurze Wartezeiten, clevere und charmante Spiele und ausgedehnte Gespräche mit den erklärfreudigen Entwicklern wirken um einiges ansprechender als stundenlanges Warten für wenige Minuten immergleiche Balllerei!

Gamescom_Indie Arena Booth
Ein kleiner Teil des Indie Arena Booth. Image by Lisa Kneidl.

Mein persönlicher Favorit: Rite of Ilk, ein Co-op Titel aus dem niederländischen Hause der Turtleneck Studios, der bei den Indie Arena Booth Awards auch direkt doppelt ausgezeichnet wurde. Nach einem kurzen Plausch mit dem Game-Designer Jori Kamp entpuppte sich das Game als Notlösung und Ersatz für das Abschlussprojekt des Entwicklerteams. Das Gameplay erinnert stark an den Videospiel-Klassiker Ico – die beiden Spielfiguren sind das gesamte Spiel hinweg mit einem Seil verbunden. Das stellt die Spieler vor einige Schwierigkeiten, bietet aber manchmal auch eine genial Lösung für Probleme in dem Puzzle-Plattformer.

 

Mehr als 80 Entwickler-Teams aus 26 Ländern waren in diesem Jahr vertreten – und der Trend nimmt nicht ab! Ein paar sehenswerte Stellvertreter aus der deutschen Indie Szene sind “Orwell” von Osmotic Games, “The Inner World” von Studio Fizbin und “All I Have Is Time” von THREAKS.

“The Heart of Gaming” lässt Gamer-Herzen höher schlagen

Immer gern gesehen sind auf der Gamescom zudem die Cosplayer, also kostümierte Fans, die in liebevoller Handarbeit ihre Verkleidungen herstellen, um so einen fiktiven Charakter nachzustellen. Umso erfreulicher ist es dabei, dass auch die Gaming-Branche langsam Wind von dieser Subkultur bekommt und sie fürs Marketing entdeckt. Langsam aber sicher lösen die kostümierten Fans die sogenannten “Booth Babes” an den großen Ständen ab. Eine Win-Win-Situation für beide Parteien: Cosplayer erhalten die verdiente Anerkennung für Ihre Arbeit und Publisher erhalten für Marketing begeisterte und zum Produkt informierte Werbe-Models.

Auch wenn gerade von den großen Entwicklern meiner Meinung nach die Innovationen ausblieben, ist die Gamescom ein Erlebnis, das ich Jahr für Jahr nicht missen möchte. Ich gehe schon lange nicht mehr nur für die Spiele zur Gamescom. Ich gehe für das Feeling, die Leute, darunter vor allem auch die Rocket Beans, die dieses Jahr erstmals die offizielle TV-Berichterstattung der Messe übernommen haben – kurz: Für das Gesamterlebnis. Fünf geballte Tage mit Hunderttausenden gut gelaunten Nerds an einem Fleck – die Gamescom 2017 war das Woodstock der Nerds!


Header (adapted) „Gamescom 2017“ by Sergey Galyonkin (CC BY-SA 2.0)
Images by Lisa Kneidl


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Was macht eigentlich…? – Diablo

Diablo LogoJeden Monat gibt es in der „Was macht eigentlich…?“-Reihe ein neues Goldstück der Videospielgeschichte. Was mit dem ersten bekannten Computerspiel „OXO“, heute vielleicht besser bekannt als „Vier gewinnt“, begann, wurde zu hochauflösenden und realistischen Spielewelten. Passend zur dunklen Jahreszeit gibt es für euch ein absolutes Meisterwerk, welches in keiner Fleischerei fehlen darf – „Diablo“.

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