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Bewegtbild-Studie: Ein Streaming-Dienst reicht aus

Vor kurzem berichteten wir über das vermeintliche Ende des linearen Fernsehens. Wir bezogen uns dabei auf den ersten Teil der von nextMedia.Hamburg beauftragten Bewegtbildstudie. Die Studie zeichnet im Vorfeld des anstehenden NewTV-Kongresses in Hamburg schon ein erstes Bild über unser aller Medien-Nutzungsverhalten.

Soeben ist der zweite Teil der Studie erschienen. Dieser widmet sich vor allem den kostenpflichtigen Streaming-Diensten. Wie viel Geld sind wir bereit, für Streaming-Dienste auszugeben? Und wie hilfreich empfinden wir überhaupt die algorithmusbasierten Programmempfehlungen? Wir nennen euch wichtige Erkenntnisse aus der Bewegtbildstudie.

Wie viel ist uns das Streaming wert?

Mittlerweile haben sich Streamingdienste schon breit durchgesetzt. Das Wort netflixen hat es in der jüngeren Generation längst in die Alltagssprache neben „twittern“ und „googeln“ geschafft (mitunter sogar mit einer gewissen sexuellen Konnotation). Die bequeme Unterhaltungsform, Filme, Dokumentationen und vor allem zahlreiche Folgen einer der vielen gut gemachten Serien zu verschlingen, hat sich längst breit gemacht im deutschen Privatleben. Doch so verführerisch die schöne neue Welt der Digital-Dienste auch ist, sie kommen natürlich auch mit Kosten für ihre Nutzung daher. Wie viel Geld geben wir aus für Amazon Prime, Netflix und Co?

Für den Media Innovation Report gaben 46 Prozent der Befragten an, monatlich nicht mehr als fünf Euro für Streaming-Services ausgeben zu wollen. Immerhin 36 Prozent sind bereit, bis zu 15 Euro fürs Streaming zu berappen. Bis zu 25 Euro findet nur noch bei 13 Prozent der Befragten Zustimmung. Lediglich vier Prozent wären bereit bis zu 40 Euro zu zahlen.

Verglichen damit, dass einzelne Filme im Handel in der Regel mehr als fünf Euro kosten, eine neuere Serienstaffel meist sogar die 25 Euro übersteigt, erscheint die Zahlungsbereitschaft für die Nutzung einer schier unerschöpflichen Mediathek vergleichsweise gering. Auch wenn die gekauften Filme natürlich den Mehrwert bieten, immer im eigenen Besitz zu bleiben und nicht etwa wieder aus dem Angebot verschwinden.

Knapp die Hälfte der Befragten möchte nicht mehr als fünf Euro im Monat für Streaming-Services investieren. Image by nextMedia.Hamburg

Mehr als einer muss nicht sein

Netflix, Amazon Prime, DAZN, Crunchyroll und Maxdome. Es gibt zahlreiche Video-On-Demand-Anbieter, einige davon sind spezialisiert auf Sportarten und Zielgruppen. In den USA sind beispielsweise Spezial-Angebote der Wrestling-Liga WWE oder der bekannten Football-Liga NFL populär.  

In der Bewegtbildstudie gaben 59 Prozent der Befragten an, nur einen einzigen kostenpflichtigen Dienst zu nutzen. 32 Prozent nutzen zwei Streaming-Services. Nur acht Prozent können sich für drei Dienste erwärmen.  

Mehr als die Hälfte der Befragten nutzt nur einen einzigen Streaming-Dienst. Drei oder mehr sind dagegen Seltenheit. Image by nextMedia.Hamburg.

Programmempfehlungen sind hilfreich

Wer Netflix, Prime oder ähnliche Anbieter nutzt, kennt auch deren automatisierten Programmempfehlungen. Anhand der eigenen Vorlieben oder aktuellen Trends, bekommt man Vorschläge zu Filmen und Serien, die einen interessieren könnten. 59 Prozent der Befragten gaben an, diese Programmempfehlungen hilfreich zu finden – 13 Prozent davon sogar sehr hilfreich. Immerhin 35 Prozent finden diese Empfehlungen nicht hilfreich – zwölf Prozent sogar überhaupt nicht hilfreich.  

Auffällig ist, dass deutsche Streaming-Nutzer eine starke Abneigung gegen Werbung zeigen. Für mehr als ein Drittel kommt Werbung bei bezahlpflichtigen Streaming-Diensten nicht in Frage. Weitere 41 Prozent könnten sich Werbung nur bei einer Vergünstigung von mindestens 50 Prozent vorstellen. Bei einer Vergünstigung von nur zehn Prozent gaben 98 Prozent der Befragten an, dass sich ihre Haltung zur Werbung nicht ändern würden.

Die meisten Nutzer empfinden die Programmempfehlungen als hilfreich. Zwölf Prozent finden sie allerdings auch „gar nicht hilfreich“. Image by nextMedia.Hamburg

Am besten günstig und alles aus einer Hand

On-Demand-Dienste genossen lange Zeit ein Nischendasein. Die Zeiten sind vorbei! Deutsche Nutzer wollen die neuen Dienste nutzen. Am liebsten nicht von vielen verschiedenen Anbietern, sondern alles aus einer Hand. Preislich soll es unter fünf Euro und ohne Werbung bereitgestellt werden.  

Über die Studie

Bei der Bewegtbildstudie handelt es sich um eine online-repräsentative Studie von Statista, die im Auftrag von nextMedia-Hamburg zwischen dem 7. und 12. Januar 2019 durchgeführt wurde. Bei den Befragten handelt es sich um 1.000 Personen zwischen 18 und 65 Jahren, zu 50,4 Prozent männlich, zu 49,6 Prozent weiblich. Sie wurden nach Geschlecht, Alter und Bundesland quotiert.


Image by nextMedia.Hamburg

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