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Digitalmedia Events in Hamburg 2018 Part III: Vernetzungspotential in der Nachsaison

DigitalMediaEvents Hamburg 2018

Vom Herbst als Nachsaison zu sprechen, trifft bei Digitalmedia Events den Nagel nicht wirklich auf den Kopf. Im Gegenteil: der Herbst ist in der Branche eine sehr umtriebige Jahreszeit und voll mit Events.  Im Vergleichzu den Veranstaltungen im Frühling und den Top-Events im Sommer – allen voran die solutions.hamburg und die NEXT – waren sie höchstens kleiner, aber nicht weniger inspirierend.

Ganz im Gegenteil: Je kleiner eine Veranstaltung, desto größer ihr Vernetzungspotential und die Möglichkeiten für intensive Gespräche. Kurzum habe ich während des letzten Jahres wieder viel dazu gelernt, viele tolle Menschen getroffen und nebenbei die spannende Entwicklung der Digitalmedia-Branche hautnah miterlebt.

 

III. Herbstfäden

DDV-Kongress für Dialogmarketing

Digitalmedia Events Hamburg 2018 Teil 2
Preisträgerin Evelyne Streicher aus Mainz mit der Jury. Image by Christian Stelling

Zum 13. Mal jährte sich der wissenschaftliche interdisziplinäre Kongress für Dialogmarketing in Hamburg. Mit akademischen Gästen wie Dr. Peter Gentsch oder Dr. Johannes Daxenberger ging es hier um KI im Marketing oder eine Suchmaschine für Verbraucher-Argumente. Aber erst die Mischung aus spannenden Fachvorträgen und Preisverleihung des Alfred Gerardi Gedächtnispreises machten diesen Kongress auch zum abwechslungsreichen Event. So standen neben den Marketingexperten ebenfalls die Schirmherrin des Preises, Mary-Victoria Gerardi-Schmid und drei junge Wissenschaftler auf dem Podium. In kurzen Vorträgen durften die Preisträger ihre Arbeiten vorstellen und anschließend die Auszeichnungen mit nach Hause nehmen.

Fazit: Marketingargumente auf dem Silbertablett!
Nächster Termin: September 2019 / Hamburg

 

FinForwardHH

Acht Themen rund um Finanztechnologie bei der FinForwardHH. Image by Lena Simonis

Hamburg ist nicht nur Medienmekka, sondern zieht seit jeher auch Start-Ups an. So erlebt der FinTech-Sektor mit dem Projekt Finhavn in der Hafencity gerade eine wahre Blütezeit. Ein Event zum Thema Finanztechnologie wie die FinForward im Rahmen der FinTechWeek passt also perfekt in die Hansestadt. Rund 180 Gäste feierten hier die Premiere der Fachkonferenz im Betahaus. Auf zwei Etagen ging es einen Tag um Machine Learning, Blockchain und natürlich Payment. Dazu berichtete untere anderem Usman Sheikh von seinem Scoop mit Barcleys neuer Zahltechnologien Dash & Dine für Restaurants. Außerdem erfuhr das interessierte Publikum von Gerrit Sindermann und Aysel Osmanoglu, wie Banken mit Nutzerdaten umgehen und welche Prioritäten eine ethische Bank dabei setzt.

Fazit: Die Erfahrung ist unbezahlbar!
Nächster Termin: FinTechWeekHH 4. – 8. November 2019 / Hamburg

 

Microsoft Digitalisierungs Dinner

Digitalmedia Events Hamburg 2018 Teil 2
Dr. Hannes Pfister berichtet in kleiner Runde vom HamburgAirport. Image by Lena Simonis

Ein besonderes Format in diesem Herbst hatte sich außerdem Microsoft für Journalisten und Kunden aus dem öffentlichen Sektor überlegt. Das Unternehmen hatte zu einem Abendessen in kleiner Runde in die historische Speicherstadt eingeladen. Dort erwartete die Gäste nicht nur ein herbstliches Drei-Gänge-Menü bei Kerzenschein und gutem Wein. Zwischen den Gängen berichteten zudem die Verantwortlichen vom Hamburger Hafen, dem Flughafen Hamburg und der Hambuger Stadtreinigung, wie Organisationen dieser Größe und Komplexität sich digitalisieren. Ob es um eine erfolgreiche Service-App der Stadtreinigung, Drohneneinsätze über dem Hafenbecken, oder Experimente mit Gesichtserkennung am Hamburger Flughafen ging; der öffentliche Sektor in Hamburg schreckt vor der Herkulesaufgabe nicht zurück.

Fazit: Intensive Gespräche ganz unkompliziert!

 

New Marketing Tech Summit

DigitalMediaEvents HH 2018
Gute Gespräche beim NewMarTechSummit. Image by Katharina Reber

Wer ein umfassendes Upgrade in Sachen Marketingtechnologie braucht, der ist bei diesem Event genau richtig. Beim Adzine MarTechSummit in Hamburg trafen sich Anfang November im Mojo Club rund 250 Teilnehmer, um über neue technische Ansätze im Marketing zu sprechen. Dazu gab etwa Kerstin Pape von OTTO einen tiefen Einblick in das selbgeschaffene Algorithmen-Universum des Versandhauses. Und wer schon mal zwei Werbe-Mails hintereinander nicht geöffnet und dann physisches FollowUp im Briefkasten gefunden hat: möglich macht’s die POST mit einer eigenen Software. Die emotionale Ebene des Marketings kam dank Karl Kratz ebenfalls nicht zu kurz. Außerdem angenehm viele Frauen im Publikum. Jetzt noch mehr Speakerinnen, und die Sache ist rund.

Fazit: Zwischen den Algorithmen das Berühren nicht vergessen!
Nächster Termin: AdTraderConference 21. Februar 2019 / Berlin

 

»Denn es ist besser, mit eignen Augen sehen als mit fremden«

Zum Schluß sei hier noch ein Abend erwähnt, der mir einfach eine ganz besondere Ehre war. Das Abendessen mit der Bischöfin Kirsten Fehrs im Herrensaal der St.Jacobi-Kirche in Hamburg gemeinsam mit rund 20 jungen Gästen aus der Hamburger Digital- und Wirtschaftsbranche. Unter dem Titel „Kätchens Kantine“ hatte die Bischöfin in alter Tischreden-Tradition der Katharina von Bora zu einer offenen Diskussion über das Menschenbild der Zukunft eingeladen. Eine sehr spannende Frage, zu der wir alle sehr unterschiedliche aber auch einstimmige Meinungen hatten.

Nämlich, dass es zukünftig wichtiger denn je sein wird, kritisch zu denken. Dazu gehört vor allem auch, sich die eigenen Grenzen immer wieder vor Augen zu führen, sie in Frage zu stellen und sich so ein Leben lang weiter zu entwicklen. Für lebenslanges Lernen gibt es in China ein altes Sprichwort: Huó dào lǎo, xué dào lǎo – Man lebt und lernt dazu, bis man alt ist. Ich hoffe also, dass euch die Zusammenfassung gefallen hat und ihr Lust bekommen habt, euch ein eigenes Bild von ein paar Events und Menschen in Hamburg zu machen. Ich freue mich darauf, euch 2019 zu treffen!


Images by Katharina Reber / Christian Stelling / Lena Simonis

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Riesenchancen: neue Geschäftsmodelle im Medienumfeld

Dirk Herzbach (Image by Next Media Accelerators)

Dirk Herzbach, CEO des Next Media Accelerators in Hamburg, spricht in einem spannenden Interview über die Chancen von Medien-Startups. Sie heißen Blendle, LaterPay oder De Correspondent und sind auf der europäischen Startup-Landkarte noch ziemlich in der Minderheit: Medien-Startups. Um das zu ändern, ist im August der Next Media Accelerator in Hamburg gestartet und hat eine ganze Reihe an großen Namen aus der Medienbranche davon überzeugen können, den ersten Fonds zu finanzieren. Mit dabei sind als Investoren bzw. Partner die dpa, Axel Springer, Gruner & Jahr, Die Zeit sowie Facebook, Google, Twitter und Amazon.

Als Geschäftsführer fungiert Dirk Herzbach, der die Startups platzda.de, homewhere.io und UmzugEasy gründete und außerdem das YouIsNow Lab für Immobilienscout24 und den E.ON:agile Accelerator umgesetzt hat. Beim Mediencamp 2015 war Herzbach in Wien und hat TrendingTopics.at ein Interview gegeben.

Jakob Steinschaden (JS): Beschreiben Sie mal in kurzen den Next Media Accelerator, worum geht es da?

Dirk Herzbach (DH): Unser Startup-Förderprogramm dreht sich rund um mediennahe Geschäftsmodelle, wobei wir das nicht nur auf News beschränken. Es kann also auch eine B2B-Software sein, die man als Konsument überhaupt nicht sieht, oder ein Marktplatz für Influencer. Wir nehmen Startups auf, versorgen sie mit Geld, Mentoren und Kontakten in die Industrie und helfen ihnen in einem Sechs-Monats-Programm, schnell und stark zu werden.

JS: Wie viel Geld bekommen die Startups?

DH: Wir geben für zehn Prozent der Firmenanteile 50.000 Euro her, also bei einer Bewertung von 500.000 Euro. Wir vergeben das pauschal, weil wir nicht jedes Mal diskutieren wollen, ob das Startup jetzt 700.000, 500.000 oder 300.000 wert ist. Startups, die mit den 50.000 Euro nichts anfangen können , weil sie vielleicht schon Umsatz haben, aber von unserem Netzwerk profitieren wollen, können uns drei Prozent geben und trotzdem mitmachen, um das Netzwerk und die Mentoren zu nutzen.

JS: Wie sollten die Teams, die der Accelerator aufnimmt, aufgestellt sein?

DH: Ganz wichtig sind komplementäre Skills. Am besten einer, der Business kann, einer der das Produkt versteht und User Experience kann, und ein Techie. Was wir nicht gerne sehen, sind Startups, die mit externen Agenturen arbeiten. Der Idealfall ist, dass das Team das Produkt alleine am Mond entwickeln und auf den Markt bringen könnte. Die Idee ist viel weniger wert als das Team, das Team muss uns versichern, dass sie zu diesem Zeitpunkt in der Konstellation morgen die Welt rocken können, wenn sie morgen starten.

JS: Für das sechsmonatige Programm muss man nach Hamburg kommen. Was passiert dort genau?

DH: Wir suchen europaweit Startups, Pflicht ist aber, nach Hamburg zu kommen. Das Programm findet im Betahaus, also mitten in der Hamburger Startup-Szene, statt. Man kriegt ein Büro, Internet, und zu Beginn Workshops zu grundlegenden Dingen wie Firmengründung oder Urheberrecht. Dann diversifizieren wir das Programm, wir haben etwa 100 Mentoren, die von Datenbanktechnologie über Pitch-Training bis hin zu Storytelling in allen Bereichen des Startup-Lebens helfen können. Die wichtigsten Veranstaltungen sind die Demo-Days, wo man potenziellen Investoren seine Idee und seinen Fortschritt zeigt. Nach sechs Monaten geht es dann um die Wurst, nämlich um eine Anschlussfinanzierung.

JS: Welche Startups sind bis dato aufgenommen worden?

DH: Zum Beispiel Spectrm aus Berlin, die machen einen kuratierten Newsfeed über WhatsApp, wo ein Redaktions-Team zu bestimmten Themen oder sogar zu bestimmten Autoren einmal am Tag eine Nachricht mit den fünf wichtigsten Stories schickt. Das zweite ist AdTriba, die machen Attribution-Modelling als Software-As-A-Service und können Werbern damit sagen, über welche Kanäle es sich lohnt, mehr oder weniger Werbe-Budget auszugeben. Das dritte ist Spotgun aus Stuttgart, die einerseits eine Second-Screen-Quiz-App und andererseits eine Software, die Werbespots erkennen kann. Und das vierte und letzte Startup ist Nqyer, ein Marktplatz für Influencer-Marketing. Dort können Brands Instagrammer, Facebooker und YouTuber finden, die dann für die Brands als Testimonials arbeiten. Nqyer haben in Deutschland schon ein paar hundert Influencer auf der Plattform. Diese vier illustrieren ganz schön, welche Bandbreite wir haben.

JS: Welche Kriterien sind die wichtigsten für eine Aufnahme in den Accelerator?

DH: Wir schauen vor allem, ob wir ihnen helfen können. Es geht gar nicht so sehr darum, ob wir an ihre Idee glauben, sondern wir haben in unserem Investorennetzwerk große Verlage wie Axel Springer, Gruner & Jahr, Spiegel oder Zeit dabei, die unterschiedlichste Interessen haben. Klar wenn ein Startup mit Hardware oder einem Health-Thema kommt, schicken wir es weiter, aber alles, was den Strategien unserer Investoren hilft, wird zumindest angeschaut.

JS: Welche Erwartungen stellen die investierten Medienhäuser an den Accelerator?

DH: Es gibt zwei Motive: Einerseits der Return of Investment, wobei denen klar ist, dass wir bei diesen Ticketgrößen nie vor das Komma bei deren Umsatzzahlen kommen werden, aber die wollen schon Geld damit verdienen. Das zweite Wichtige ist: Die wollen sehen, was geht. Wir schauen ja jedes Jahr in ein paar Hundert Startups rein und sehen neue Geschäftsmodelle und neue Ideen. Auch wichtig ist, dass Leute aus den Verlagen kommen und direkt mit den Startups zusammenarbeiten, da entstehen Kooperationen, da wird ausprobiert. Und last but not least: Die Medien kommen natürlich auch als strategische Investoren in Frage.

JS: Haben die Medienhäuser ein Vorkaufsrecht?

DH: Wir als Fonds haben ein Recht aufs sogenannte “first refusal”, wir könnten also noch eine Runde weitergehen, bevor jemand anderer einsteigen kann.

JS: Der Next Media Accelerator ist im August 2015 gestartet, also zu einem Zeitpunkt, an dem der Druck auf die Medienbranche so hoch wie selten zuvor war. Soll der Accelerator der Rettungsanker für die Branche werden?

DH: Das ist oft über uns geschrieben worden, und es würde uns freuen, wenn durch uns jemand seinen etablierten Verlag oder alte Geschäftsmodelle retten kann. Das ist aber nicht unsere Intention. Wir sehen Riesenchancen für neue Geschäftsmodelle und Produktideen im Medienumfeld, weil alle geilen Content am besten den ganzen Tag wollen. Wir haben einfach Bock darauf, in dem Bereich neue Dinge zu entdecken, und mit etwas Glück funktionieren diese Dinge dann auch. Unsere Motivation ist nicht, der Rettungsanker zu sein.

JS: Wenn Sie konkret an Digitaljournalismus denken: Welchem Geschäftsmodell geben Sie mehr Chancen, der Werbefinanzierung oder Paid Content?

DH: Schwer zu sagen. Ich würde es nicht an den Geschäftsmodellen festmachen. Ich möchte Produkte sehen, die das beste Nutzererlebnis bieten, vielleicht sogar über mehrere Geschäftsmodelle hinweg. Die müssen so gut sein, dass sie den User ownen und er sie freiwillig seinen Freunden weiterempfiehlt. Der Schlüssel ist immer die Nutzererfahrung. Wir wollen immer feststellen, ob das Produkt den Nutzer auch noch morgen fesselt und sie ständig das Handy rausholen, um es noch Mal zu benutzen.

JS: Beim Thema Freunde sind wir auch gleich bei Facebook. Online-Medien geraten immer mehr in ein Abhängigkeitsverhältnis zu dem Social-Network, weil von dort immer mehr Traffic kommt und es gleichzeitig ein Konkurrent der Medien am digitalen Werbemarkt ist. Sehen Sie das Problem als Problem im Startup-Bereich, wo es kaum mehr Ideen gibt, die nicht auf Facebook aufbauen?

DH: Ich finde es schade, dass es so weit gekommen ist. Zuerst war Facebook ja so ein Ding zum Fotos herzeigen, ist dann aber zu einer Login-Maschine für alle möglichen Dienste geworden. Dadurch hat Facebook die Messpunkte bekommen, um herauszufinden, was die Leute interessiert. Ich glaube aber immer noch, dass es gelingen kann, Produkte außerhalb von Facebook zu machen, die anders als ein blau umrahmter News Feed funktionieren. Ich würde immer nach etwas suchen, dass Standalone ohne Facebook funktioniert. Schnell kopierbare Dinge werden alle zu Facebook wandern.

JS: Welche Medien-Startups finden Sie derzeit besonders spannend?

DH: Eines ist Blendle, weil die genau in die richtige Richtung gehen. Mir gefällt die Idee, für einen Artikel einen fairen Preis zu bezahlen. Die machen einiges richtig.

JS: In den USA setzen sich derzeit besonders Vice, Buzzfeed und Vox Media im Digitalbereich durch. Alle drei setzen stark auf Native Advertising und bedienen Werbekunden mit Inhouse-Agenturen. Ist das der Weg, den man heute gehen muss?

DH: Die schaffen es auf jeden Fall, den richtigen Content zu bauen, wenn der nicht gut wäre, würde ihn keiner anschauen. Ich finde es schade, dass sich ganz viele Player von so einem Weltverbesserungsmotiv leiten lassen und sagen, dass die Welt ein besserer Ort wird, wenn sie diesen total neutralen, lehrbuchartigen Journalismus machen, aber dann in vielen Fällen nur Fakten vermitteln. Natürlich ist neutraler Journalismus wichtig, aber die von Ihnen genannten Medien zeigen, dass man Themen, die komplexer sind, auch knackig hinkriegt. Dort, wo die Nutzer landen, zeigt einen, was Sache ist, und da muss man sich hin entwickeln. Ob diese rein durch Monetarisierung getriebenen Modelle das Richtige sind, glaube ich auch nicht.


Teaser & Image “Dirk Herzbach” by Next Media Accelerators .


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BuzzFeed: Journalismus für das Zeitalter von Social Media?

Vortrag von Juliane Leopold über BuzzFeed (Bild: Alexandra von Heyl/Netzpiloten, CC BY 4.0)

Fünf Monate nach dem Start von BuzzFeed Deutschland stellt sich Gründungsredakteurin Juliane Leopold im Hamburger Betahaus den Fragen eines interessierten Publikums. // von Tobias Schwarz

Vortrag von Juliane Leopold über BuzzFeed (Bild: Alexandra von Heyl/Netzpiloten, CC BY 4.0)

Der erste betaclub im neuen Hamburger Betahaus konnte gleich mit einer längst überfälligen Premiere aufwarten: zum ersten Mal sprach mit Juliane Leopold eine Frau auf der Veranstaltungsreihe. Die Gründungredakteurin von BuzzFeed Deutschland sprach über die Pläne von BuzzFeed in Deutschland und welche Unterschiede sie zwischem dem deutschen und US-amerikanischen Markt im Bereich Online Content sieht.

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Hamburg, meine Startup-Perle

Dynamisch und vielfältig zeigt sich die Hamburger Start-Up Szene auf der diesjährigen Verleihung des Webfuture Awards im neuen Betahaus 2.0 in Hamburg. // von Florian Ertel

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Wer an deutsche Startup Unternehmen denkt, denkt zu allererst an Berlin. Millionenschwere Exits sprechen eine deutliche Sprache und schnell geraten vermeintlich kleinere Metropolen ins Hintertreffen. Auch Städte wie Frankfurt, München oder Hamburg verfügen über eine junge, vielversprechende Gründerszene – man muss ihnen nur eine Chance geben. Netzpiloten.de hat sich auf der diesjährigen Verleihung des Webfuture Awards in Hamburg einmal umgesehen. Weiterlesen »

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betahaus Berlin: Coworking auf Berlinerisch

betahaus 7 (Image by betahaus, via betahaus.com).jpg

Vor viereinhalb Jahren gründete Madeleine Gummer von Mohl mit fünf Kommilitonen das betahaus Berlin. Heute arbeiten dort 280 Gründer und Freelancer auf 2500 Quadratmetern. Mit den Netzpiloten sprach sie über den Ursprung der Idee, wie das betahaus Menschen und Ideen vernetzt, was mit den Kölner und Hamburger Häusern schief lief und wie es in Zukunft weitergeht.

Christina zur Nedden (CzN): Das betahaus ist ein bekanntes Co-Working Space in Berlin. Wie kam es vor viereinhalb Jahren zu der Idee?

Madeleine Gummer von Mohl (MGvM):: Wir waren sechs Studenten, und die Hälfte von uns hat damals in der studentischen Agentur für politische Kommunikation, Politikfabrik, gearbeitet. Dort haben wir viele Kampagnen für junge Erstwähler durchgeführt. Während der Arbeit störte uns, dass unser Büro immer viel zu groß war – zum Beispiel wenn wir zu dritt auf 150 Quadratmetern Konzepte schrieben – oder zu klein, als dann 30 Volontäre dazu kamen. Zusammen mit unserer Freelancer-Community suchten wir uns daraufhin ein neues Büro und fanden es im heutigen Gebäude des betahauses. Wir mieteten 250 Quadratmeter des alten Gewerbehofs an und hatten zu Anfang nicht mehr als einen Tisch, vier Stühle, einen alten Drucker aus dem Bundestag und ein Regal. Schreibtische und Stühle musste jeder selbst mitbringen. Ein halber Monat Miete kostete 50 Euro, ein ganzer 100. Das war dann unsere Berliner Interpretation des amerikanischen Konzepts Coworking.

Am Anfang wussten wir gar nicht, wie wir die Miete bezahlen sollen. Glücklicherweise gab es so viel Interesse, das wir nach drei Monaten gleich die nächste Fläche mieteten. Mittlerweile arbeiten 280 Coworker auf 2500 Quadratmetern im Berliner betahaus. Das Konzept ist also aufgegangen. Das sieht man auch daran, dass wir betahäuser in Hamburg, Köln (mittlerweile wieder geschlossen), Sofia und Barcelona gegründet haben.

CzN:Das betahaus ist mehr als nur ein Bürogebäude. Was tut ihr, um Menschen und Ideen miteinander zu vernetzen?

MGvM: Das betahaus teilt sich in vier größere Bereiche: Mitgliedschaften, Veranstaltungen, Gastronomie und Education. Unter Mitgliedschaft fallen unsere Member, bzw. alle Menschen die bei uns arbeiten. Veranstaltungen haben wir sowohl eigene – z.B. Startup Pitches und Community-Events,wie das wöchentliche Startup Frühstück, um die Szene kennenzulernen – als auch externe, denen wir unsere Räume zur Verfügung stellen. Fast jedes DAX-Unternehmen war bereits bei uns um zu schauen, wie die kreative Branche so arbeitet. Der dritte Bereich, die Gastronomie, ist unser öffentliches Café mit freiem WLAN-Zugang im Erdgeschoss. Der Bereich Education wird gerade erst aufgebaut. Wir bieten Weiterbildung speziell für unsere Zielgruppe an. Startups und Freelancer können zum Beispiel lernen, wie man seine eigene Website programmiert oder Kurse zum Management eines kleinen Teams belegen. Diese Art von Angebot ist an den Universitäten noch nicht angekommen.

CzN: Im vergangenen Jahr schloss das Kölner betahaus und das in Hamburg meldete Insolvenz an. Funktioniert das Konzept betahaus nur in Berlin, der Stadt der Freelancer und Kreativen?

MGvM: Coworking lohnt sich nur in großen Städten mit einer internationalen, kreativen Community, die flexibel arbeiten will. Für die erfolgreiche Umsetzung unseres Angebots muss eine Startup -Kultur vorhanden sein. In Köln hatten wir Probleme mit der Immobilie und dem Team und mussten das dortige betahaus aus diesen Gründen schliessen. Auf die anderen Häuser wirkte sich dies zum Glück nicht aus. Insgesamt haben wir das Gefühl viel gelernt zu haben: wir wissen jetzt wie man ein Haus aufmacht, aber auch wie man es wieder schliesst. Das Hamburger betahaus hat übrigens nie zugemacht. Die Immobilie war einfach von Anfang an zu klein. Unter 1000 Quadratmetern lohnt sich das Konzept nicht. Jetzt haben wir endlich ein neues Gebäude und ziehen voraussichtlich zum 1. April um.

CzN: Was plant ihr für die Zukunft?

MGvM: Wir fokussieren uns im Moment darauf, dass die existierenden vier Häuser gut laufen. In Sofia suchen wir uns demnächst eine zweite Immobilie, weil die erste schon aus allen Nähten platzt. Das Haus in Barcelona ist noch eine halbe Baustelle und nicht offiziell eröffnet. Trotzdem arbeiten dort schon 100 Co-Worker. Natürlich überlegen wir auch, wo man weitere Häuser eröffnen könnte. Ich hätte Lust auf etwas Exotisches, wie Südosteuropa. Das reizt mich mehr als London, Paris oder München.

Eines unserer aktuellen Projekte ist der Hardware-Accelerator. Wir waren ein wenig von den ganzen Software Erfindungen gelangweilt und wollen mit dem Programm vermehrt Startups, die physische Produkte entwerfen, unterstützen. Der Accelerator wurde letztes Jahr zusammen mit Hardware Berlin und hy! Berlin ins Leben gerufen und das wollen wir dieses Jahr wiederholen.

CzN: Was war für dich persönlich in den letzten 10 Jahren eine entscheidende Entwicklung oder Erfindung, vielleicht auch von einem Startup?

MGvM.: Ich sehe hier sehr viel kommen und gehen. Mein aktuelles Lieblings-Startup ist Luuv. Die Gründer haben eine Stativ Action Kamera entwickelt, mit der man zum Beispiel, während man auf dem Snowboard steht, einen Film drehen kann. Mir gefällt, dass man das Produkt anfassen und verkaufen kann. Ein anderes Projekt, welches mir immer noch sehr am Herzen liegt, ist Coffee Circle, eins unser ersten Startups im Haus. Das sind die drei Jungs von Roland Berger, die guten Kaffee aus Äthiopien kaufen, ihn in Hamburg rösten, über das Internet verkaufen und einen Teil der Erlöse in soziale Projekte reinvestieren. Sie haben mittlerweile 20 – 30 Angestellte und sind weitergezogen; wir sind aber noch im regen Kontakt mit ihnen. Im Prinzip interessiert mich jedes Startup, und ich versuche jedes Projekt zu unterstützen, indem ich die Gründer mit Investoren und Journalisten in Kontakt bringe.

Die spannendste Erfahrung der letzten Jahre war für mich der Besuch des Silicon Valley im Mai 2013. Wir haben uns Facebook, Google und andere Unternehmen angeschaut und die Teilnehmer der Delegationsreise sagten öfters: “Hätte man doch in der Garage von Bill Gates oder dem Studentenzimmer von Mark Zuckerberg mit drin sitzen können!”. Da ist mir aufgefallen, dass das betahaus meine extra große Garage ist und ich in 20 Jahren erzählen kann, bei welchen großen Ideen ich überall von Anfang an dabei war. Dieser Gedanke motiviert mich jeden Tag aufs Neue.


Image betahaus 7 by betahaus


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#SMWHH: Diskussion über Startups in Hamburg

Was macht Startups aus Hamburg aus und wie steht es um das Gründertum in der Hansestadt? Diese Fragen diskutierten die Netzpiloten mit Gästen auf der Social Media Week Hamburg. // von Lara-Louisa Vöge

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Unter dem Titel „Hamburger Startupkultur. There, I’d said it.“ fand auf dem Start-Up-Day der Social Media Week Hamburg eine spannende Podiumsdiskussion statt, zu denen die Netzpiloten geladen hatten. Sina Gritzuhn von Hamburg Startups, Lars Brücher vom Hamburger Betahaus, Ana Cristina Agüero Murillo von Brightup und Adrian Korte von Stuffle gaben unter der Moderation von Netzpiloten-Projektleiter Tobias Schwarz einen spannenden Einblick in die Hamburger Startup-Kultur.

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#SMWHH: „Hamburger Startupkultur. There, I’d said it.“

Auf der Social Media Week Hamburg haben wir Netzpiloten unter dem Titel „Hamburger Startupkultur. There, I’d said it.“ eine Diskussion über die Startups in Hamburg organisiert. // von Tobias Schwarz

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In Hamburg gründet man wieder. Hier hat man aber auch schon immer gegründet. Doch Hamburg ist nicht in Berlin und fernab der Aufmerksamkeitshysterie um den nächsten Hype haben sich in der Gründerstadt an der Elbe namhafte und interessante Unternehmen gegründet und niedergelassen, die auf ihre ganz eigene Art und Weise Geschäfte betreiben. Steckt dahinter System? Funktionieren hanseatische Tugenden im Digitalen? Wie funktioniert das Startup-Ökosystem Hamburg? Wie tickt die Startupkultur und was denken die Protagonisten der hiesigen digitalen Kreativwirtschaft über sich selbst? In der Diskussion auf der Social Media Week Hamburg mit Ana Cristina Agüero Murillo von Brightup, Adrian Korte von Stuffle, Lars Brücher vom Hamburger Betahaus sowie Sina Gritzuhn von Hamburg Startups haben wir diskutiert, was ein Hamburger Startup heutzutage ausmacht und wieso nicht jeder gleich nach Berlin oder ins Silicon Valley zieht.

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Destination Check: Wie war’s @Webfuture Award?

Veranstaltung verpasst, verworfen oder vorgemerkt fürs nächste Mal? Die Netzpiloten fragen Gäste, Mitwirkende und Macher wie es diesmal für sie gelaufen ist.

Webfuture Award

Zum sechsten Mal fand in Hamburg der Webfuture Award statt, der das beste Startup aus der Metropolregion der Hansestadt kürte. Die besten drei traten in der Schlussrunde gegeneinander vor einem großem Publikum und einer ausgewählten Jury im betahaus an. Wir Netzpiloten waren dabei und fragten zudem mal wieder Gäste, Mitwirkende und Macher nach deren Event-Fazit. Heute im Gespräch: Sarah Schlifter, Serhat Kaya und Sina Gritzuhn.

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Lissabon: betahaus goes southwest

Coworking – kaum eine andere Idee hat die Cafés hierzulande so schlagartig von Laptop-Freiberuflern gesäubert wie diese. Gemeint ist jene Form des Zusammenarbeitens, bei der sich verschiedene Freiberufler im Prinzip ein öffentliches Gemeinschaftsbüro mit der dazugehörenden Infrastruktur namens Internet, Telefon, Kopierer, Kaffeemaschine und gemeinschaftlich gepflegter Akquise teilen. Da jedoch heutzutage der frisch gebrühte Filterkaffee ebenso der Vergangenheit angehört wie das Wörtchen „Gemeinschaftsbüro“, gibt es mittlerweile überall auf der Welt ´Coworking-Spaces´, die auf die Arbeitsanforderungen der heutigen, frei arbeitenden Digital- und Kreativszene ausgerichtet sind. Dem Wort „flexibel“ fällt hierbei eine tragende Bedeutung zu: flexible Arbeitszeiten, flexible Schreibtische und flexibler Austausch mit anderen Coworkern gehören zum Programm. Ein Arbeitsplatz in einem Coworking-Space kann schon ab einem Tag gemietet werden, Schnupperplätze gibt´s in der Regel gratis. Eine neue Form der Arbeit? Ein Audio-Interview mit Daniela Marzavan vom Betahaus Berlin nach dem Klick…

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