Sofortbildkameras – den Moment festhalten

Die Sofortbildkamera – eine faszinierende Geschichte des Retro-Charmes. Bereits seit 1947 gibt es die Kameras, die Fotos sofort nach dem Auslösen ohne große Entwicklungszeit ausspucken. Spätestens seit den 70ern und 80ern sind die Geräte zum absoluten Kult geworden und der Name „Polaroid“ festigte sich im allgemeinen Sprachgebrauch. Keine Speicherkarte, keine Bildvorschau und immer ein gewisser Spannungs- oder auch Anspannungseffekt Die Fotos waren natürlich nie die qualitativ hochwertigsten Abbildungen des echten Lebens, aber sie gaben eben das wieder, was Fotos sein sollen: festgehaltene Momente. Die Fotos, die so entstanden, hatten dann ihre eigene Persönlichkeit. Sofortbildkameras waren dadurch über dreißig Jahre lang beliebt, bis sie schließlich Anfang der 2000er Jahre verschwanden. Zu unbeliebt war das Konzept einer analogen Kamera, zu beliebt die Perspektive einer schier unbegrenzten Anzahl an Fotos auf einer digitalen Speicherkarte.

Doch wie mit vielen Retro-Geräten, setzt sich der unaufhaltsame Zwang der Nostalgie irgendwann wieder durch. Nicht falsch verstehen: die Digitalkamera oder das Handy sind und bleiben natürlich die Hauptquelle für Bilder in der heutigen Zeit. Aber wer schon einmal Tausende an Fotos in einem Urlaub oder auf einer Familienfeier geknipst hat, weiß vielleicht, wie viele Fotos sich man davon im Nachhinein wirklich anschaut. Man hält die Bilder vielleicht nie in den Händen, denn es macht zusätzlich Arbeit, die Bilder entwickeln oder drucken zu lassen. Mit Fujifilm und den eingangs bereits erwähnten Polaroid sind vor allem zwei Firmen auf dem Markt erfolgreich. Hier sind einige aktuellen Vertreter ihrer Zunft.

Fujifilm Instax Mini 9

Fujifilm Instax Mini 9 ist wohl das aktuell bekannteste Exemplar der neuen Generation an Sofortbildkameras. Das sehr klobige Gerät ist trotzdem auf eine junge, stylische Zielgruppe zugeschnitten. So ist sie zum Beispiel in so cooleren Farben wie Smoky White oder Flamingo Pink erhältlich. Die optimale Ausleuchtung und Belichtung der Bilder ist ein Fokus des bunten Kastens der Firma Fujifilm. Mithilfe mehrerer manueller Belichtungseinstellungen (Innen, bewölkt, sonnig und sehr sonnig) soll das daraus entstandene Bild tatsächlich auch am Ende gut aussehen. Mit integriertem Selfie-Spiegel und einer Close-Up-Linse ist die Fujiflim-Kamera auch etwas für Freunde des gediegenen Selbstporträts. Die Fotos an sich haben Kreditkarten-Größe und lassen sich so schön als Erinnerung an Familienmitglieder mitnehmen. Als Gruppenfoto auf einer Hochzeit eignet sich dieses Format da meist eher weniger, es sei denn man bevorzugt die Verwandtschaft in Stecknadelkopf-Größe. Die Fujifilm Instax Mini 9 (Provisionslink) gibt es aktuell zu einer UVP von um die 84 Euro.

Fujifilm Instax Mini 90 Neo Sofortbildkamera

Etwas mehr kostet dafür die Fujifilm Instax Mini 90 Neo. Für 122 Euro gibt es allerdings, neben einer Menge Nostalgie, auch gleich noch ein Film-Doppelpack à 20 Bildern dazu. Die schwarze Kamera überzeugt vor allem mit einem sehr klassischen 90er-Design. Die Sofortbildkamera wird mit einem Akkuladegerät geliefert, sodass nicht ständig neue Batterien besorgt werden müssen. Ein besonderes Feature ist vor allem die Doppelbelichtung, mit der zwei Motive auf einen Film gebrannt werden. So können ganz neue und coole Motive entstehen. Zum Beispiel kann man eine Kerze auf ein Gruppenbild drucken, und so tolle Lichteffekte erzeugen. Jedenfalls in der Theorie. In der Praxis, gestaltet sich dieses Unterfangen meist etwas schwieriger. Die Kamera hat zwar keinen Bildschirm oder Digital-Speicher, dafür aber einen Selbstauslöser. Mit aktuell 109 Euro ist die 90 Neo etwas teurer als ihr Schwester-Modell Mini 9 (Provisionslink).

Image by Tom Hart via flikr.com (CC BY 2.0).
Die Mini 90 Neo setzt voll auf den Retro-Charme. Image by Tom Hart via flikr.com (CC BY 2.0).

Die eigenen Fujifilme gibt es aktuell in der Mini- und Wide-Version, abhängig vom Gerät. 40 Mini Filme kosten im Bundle auf Amazon um die 36 Euro, die Wide-Version ein paar Euro mehr. Aber aufgepasst: manche Kameras nutzen hochkantige Vorlagen, andere wiederum nur die quadratischen.

Polaroid Digitale Instant Snap Kamera

Für den kompletten Oldschool-Touch gibt es aber natürlich nur die Kameras von Polaroid. Das traditionsreiche Kamera-Unternehmen lässt sich den aktuellen Sofortbildkamera-Hype natürlich nicht entgehen und bringt gleich mehrere Produkte an den Start. Ein Gerät ist zum Beispiel Digitale Instant Snap Kamera. Wie es der Name schon verrät, kombiniert dieses Gerät die Vorzüge einer digitalen Kamera mit einem eingebauten Fotodrucker. Anders als in den bisher genannten Geräten, druckt die Digitale Instant Snap das geschossene Foto sofort auf ein besonderes Druckerpapier. Von diesen kleinen Zetteln können bis zu 10 Stück eingelegt werden.

Für den Druck benötigt das Gerät weniger als eine Minute. Daraufhin hat man ein frisch gedrucktes, 5,08 x 7,62cm großes Foto in den Händen. Mit der sogenannten ZINK-Technologie wird auch gewährleistet, dass die Bilder nicht im Nachhinein noch verwischen. Die Erinnerungstücke haben außerdem einen unter einer Folie versteckten Klebe-Rücken. So kann das Foto sofort ins Album beklebt werden. Die Digital-Kamera kann sich aber auch noch mit dem Internet verbinden, um etwaige Bilder sofort auf verschiedenen Social-Media-Kanälen zu verteilen. Die Snap-Kamera kostet knapp 100 Euro auf Amazon (Provisionslink).

Z2300 10MP Sofortbildkamera

Ebenfalls von Polaroid ist die Z2300 10MP Sofortbildkamera. Sie sieht wie eine herkömmliche Digitalkamera aus, bringt aber einen 3 Zoll Farb-LCD-Bildschirm mit und entwickelt die Bilder ohne Tinte und Toner innerhalb einer Minute. Der sechsfache Digitalzoom setzt Motive richtig in Szene und nimmt auch bewegliche Ziele scharf auf. Gedruckt wird bei diesem Modell was du willst. Das spart Geld, denn unbrauchbare Fotos landen im digitalen Mülleimer und nicht auf dem kostbaren Film. Natürlich können alle Bilder gespeichert und weiter verwertet werden. Die Hybrid-Technik aus Digital und Analog ist vor allem für Freunde der digitalen Fotografie geeignet. Sofortbild-Puristen sollten sich doch eher an den komplett analogen Modellen versuchen. Ein 50er-Pack des ZINK-Fotopapiers kostet auf Amazon um die 25 Euro.

Oder doch Fotodrucker, statt Sofortbildkamera?

Die Hybrid-Idees einer Digitalkamera mit Drucker haben wir bereits in der letzten Kategorie besprochen. Aber für Freunde der normalen DSLR-Kameras gibt es auch Möglichkeiten, möglichst schnell deine digitalen Fotos auf das Papier zu bringen. Guter Kandidat für solche Technik ist einer der bekanntesten Kamera-Hersteller: Canon. Der Canon Selphy ist eines dieser Geräte. Der Drucker lässt sich schnell und kabellos mit Smartphone und kompatiblen Canon-Kameras verbinden. Mit der eigenen Canon Print App oder der Selphy Photo Layout-App lassen sich die Bilder auf dem Smartphone betrachten und dann ausdrucken. Der Mini-Drucker hat einen 8,1 cm großen Bildschirm mit gut leserlicher Schrift. Unter anderem lassen sich auch nur Speicherkarten oder USB-Sticks mit dem Selphy nutzen. Im innovativen Party-Shuffle-Modus können bis zu acht Smartphones gleichzeitig Fotos drucken – ideal für große Feiern. Das Modell CP1300 ist für um die 120 Euro erhältlich (Provisionslink). Das Druckerpapier plus Patrone ist in einem Paket à 108 Blatt und drei Kartuschen für stattliche 45 Euro erhältlich. 

Wer am Fujifilm-Format besonders interessiert ist, kann man sich mit der Share SP-3 nichts falsch machen. Hier überzeugt vor allem die Bildqualität und das Fotopapier. Auch HP bietet einen mobilen Mini-Drucker an. Der Instax Share ist für 160 Euro auf Amazon erhältlich (Provisionslink). Der HP Sprocket Plus druckt auf etwas größerem Fotopapier in einer Größe von 10 x 15 cm. Die Bilder sind außerdem randlos und lassen sich in der zugehörigen HP Sprocket App individuell gestalten. Das Gerät ist mit 155 Euro etwas kostspieliger.


Beitragsbild by Michael Sheehan via flikr.com (CC BY 2.0).

Philipp Bader

ist Journalistik-Student an der Hochschule Hannover und hat seit dem unter anderem bei der N-Zone in Fürth und beim Lokalteil der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung einige Erfahrungen sammeln können. Ob Videospiele, Filme oder Serien - in diesen Bereichen fühlt er sich am wohlsten.


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