Konzept für mehr Privatsphäre im Smart-Home: KI-Sprachassistent von Snips verzichtet auf Cloud

Viele Anwender schwanken beim Thema Smart-Home zwischen Technik-Euphorie und dem blanken Grauen. Da sind einerseits diese vielen vernetzten, vermeintlich intelligenten Geräte, die unseren Sprachbefehlen gehorchen und unser Leben leichter machen. Kleine Technikwunder, wie smarte Rauchwarnmelder oder intelligente Türschlösser, erzeugen und sammeln andererseits einen Haufen Nutzerdaten. Verschiedene SmartHome-Anbieter verarbeiten und speichern diese Daten dann auf ihren externen Servern, oder umgangssprachlich: in der Cloud.

Snps AIR
Snips-AIR verzichtet auf Cloudspeicher. Image by Snips

Hier setzt der KI-Sprachassistent des Start-Ups Snips an. Mit Snips AIR hat das Jungunternehmen eine erste Voice-Plattform angekündigt, die Nutzern im Connected Home ihre Privatsphäre zurückgeben soll. Anstatt die Anwenderdaten in der Cloud zu speichern, verarbeitet Snips AIR alle Informationen auf dem jeweiligen Gerät und stellt damit sicher, dass sie innerhalb der eigenen vier Wände verbleiben.

Diskretion Ehrensache: Sprachassistent Snips läuft 100 Prozent lokal

Im Gegensatz zu den populäreren Sprachassistenten, die ihre Nutzerdaten in die Cloud senden, um Machine-Learning-Modelle zu verbessern, läuft hier auf Basis von Edge Computing und Ledger-Technologie die lokale Datenverarbeitung zu 100 Prozent auf dem jeweiligen Gerät. Der Sprachassistent wird also komplett on-Device laufen und ist damit “Private-by-Design“. 

Der diskrete Sprachassistent soll für Endverbraucher ab Ende 2019 verfügbar sein und dann umfangreiche Funktionen bieten; etwa zur Gebäudeautomatisierung, sowie Auskünfte zu Wetter, Uhrzeit oder Kalendereinträgen geben und Multimedia-Geräte steuern. Darüber hinaus können sich Anwender dafür bezahlen lassen, ihre verschlüsselten Daten zu einem Modell für das Maschinenlernen hinzuzufügen.

Private-by-Design-Konzept entspricht Datenschutzstandards

Weil das KI-Training auf der dezentralen Datenbank mittels verschlüsselten gemeinsamen Lernens funktioniert, können Entwickler die Anwenderdaten nutzen und neue Anwendungen der AIR-Plattform hinzufügen, während die Nutzer selbst ihre privaten Informationen nicht veröffentlichen. Das Start-up mit Sitz in New York und Paris bietet den Voice-Assistenten als White-Label-Lösung für Device-Hersteller an. Da das ‘Private-by-Design’-Konzept konform zu den Richtlinien der DSVGO ist, dürften sich wohl auch Interessenten für diese Lösung finden lassen.


Images by Snips


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Lena Simonis

Lena Simonis

ist Fachjournalistin für Interactive Design, Technologie, eCommerce, digitale Wirtschaft und Bildung. Lebt seit 2003 in Hamburg und arbeitete dort unter anderem als Redakteurin für einen Kulturverein, verschiedene Fachverlage, Agenturen und Start-Ups.

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