Red Dead Redemption 2: Rockstar Games verklagt Pinkerton

In Red Dead Redemption 2, werdet ihr unter anderem von den Pinkertons gejagt. Pinkerton ist eine 1850 gegründete Detektei, die maßgeblich an der Bildung des militärischen US-Geheimdienstes beteiligt war. In der Rolle eines Gesetzlosen, kommt Pinkerton im Western-Epos von Rockstar Games nicht sonderlich gut weg. Nun droht ein tatsächlicher Rechtsstreit zwischen Pinkerton und dem Entwickler.

Pinkerton gegen die Verwendung des Namens

Das heutige Tochterunternehmen des schwedischen Sicherheitskonzerns Securitas AB meldete sich im Dezember bei Rockstar Games, um gegen die Verwendung ihres Namens zu protestieren. Die Agentur möchte nicht mit Pinkerton aus dem Spiel in Verbindung gebracht werden – zumindest nicht ohne davon zu profitieren.

Laut US-Medien fordert Pinkerton eine Entschädigung in Form einer einmaligen Zahlung oder sogar eine Beteiligung an den Einnahmen des Spiels. Obwohl keine genaue Zahl bekannt ist, dürfte sich die Forderung um eine nicht gerade unbescheidene Summe handeln. Red Dead Redemption 2 ging seit Release bereits mehr als 20 Millionen Mal über die Theke.

Rockstar Games kontert mit Klage

Öffentlich wurde die Forderung, nachdem sich Rockstar Games mit einer Klage gewehrt hat. „Die Referenz zur historischen Pinkerton National Detective Agency und ihren Agenten ist nur eine von vielen Wegen, mit denen Red Dead 2 die historische amerikanische Landschaft des 19. Jahrhunderts präzise wiedergibt“, wehrt sich Rockstar Games.

Zusätzlich verweist das Studio auf Filme und andere künstlerische Werke, in denen Pinkerton eine Rolle spiele. So findet man Verweise auf Pinkerton in der HBO-Serie Deadwood oder dem Film The Long Riders. Sogar in Elton Johns „Ballad of a Well-Known Gun“ finden die Pinkertons Erwähnung. Allgemein lässt sich die historische Bedeutung Pinkertons nicht verleugnen.

Nicht die erste Klage

Das US-amerikanische Unternehmen hat übrigens eine weitreichende Vergangenheit mit Klagen. Die sogenannte „Hot Coffee“-Mod für GTA: San Andreas sorgte für einen sehr langen Rechtsstreit. Die Mod aktivierte explizitere Sexszenen, die bereits im Code des Spiels enthalten waren. Die Mod rief zahlreiche Politiker auf den Plan, darunter sogar die ehemalige First Lady Hillary Clinton.

Der jüngste Ableger der Reihe sorgte für eine Klage der Schauspielerin Lindsay Lohan. Diese fühlte sich persönlich von der Figur „Lacey Jonas“ angegriffen, die ihr ziemlich ähnlich sah und nicht gerade positiv im Spiel dargestellt wurde. Die Schauspielerin verlor das Verfahren jedoch. Der Richter äußerte sich zur Entscheidung wie folgt:

„Die abgeänderte Beschwerde wurde korrekterweise abgelehnt, weil die künstlerischen Darstellungen unkonkrete, satirische Repräsentationen des Stils, Looks und der Persönlichkeit einer modernen, an den Strand gehenden jungen Frau sind, die sich nicht begründeterweise der Klägerin zuordnen lassen.“

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Image by Rockstar Games

Stefan Reismann

Das Internet ist sein Zuhause, die Gaming-Welt sein Wohnzimmer. Der Multifunktions-Nerd machte eine Ausbildung zum Programmierer, entdeckte dann aber vor allem die inhaltliche Seite für sich. Nun schreibt er für die Netzpiloten und betreibt nebenher einen Let's Play-Kanal, auf dem reichlich gedaddelt wird.


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