Was ist neu in Persona 5 Royal?

Update zu Persona 5 Royal

Die Neuauflage Persona 5 Royal ist ein etwas eigentümlicher Vertreter seiner Zunft. So ist sie kein wirklicher Nachfolger, da die erste Hälfte des Rollenspiels in weiten Teilen deckungsgleich zu Persona 5 ist. Es ist aber auch kein richtiges Remaster, da die hinzugefügten Neuerungen im letzten Drittel des Spiels die Story insofern stark verändern, dass das Spiel auf einer ganz anderen Note endet. Trotzdem wird Persona 5 Royal zum Vollpreis auf den gleichen Konsolen verkauft. Nach über 100 Stunden Spielzeit sage ich euch heute einmal, ob sich dieses Spiel für alle lohnt, die das Original bereits erlebt haben.

Zuerst einmal ganz schnell: wer Persona 5 noch nicht gespielt hat, MUSS sich dieses Spiel kaufen!!! Die Gründe hierfür könnt ihr euch unten durchlesen. Persona 5 Royal ist wenig überraschend die ultimative Version des J-RPGs. Das bereits vollgepackte Spiel wurde noch durch einen Haufen an nützlichen Features erweitert.

Neuer Charakter, neues Semester

Die größte Neuerung ist natürlich die neue Phantom-Diebin Kasumi Yoshzawa. Diese stößt im neuen Schulhalbjahr im hinteren Teil der Geschichte hinzu. Die Star-Turnerin kämpft mit ihrer Persona der Arcana „Glaube“ und ihrem Degen. So ist sie ein eher flinker neuer Charakter. Sie tritt im Verlauf der Hauptgeschichte immer wieder in neuen Passagen auf und kann dort bereits als Verbündeter gewonnen werden. Ähnliches gilt für den neuen Psychologen der Shujin-Academy namens Takuto Marugi. Um das zusätzliche Semester freizuschalten, empfehle ich euch, die Verbündeten-Ränge der beiden zu erhöhen. Zu viel möchte ich zu diesem ominösen neuen Semester nicht verraten, es lohnt sich aber in jedem Fall.

Die Paläste, also die Dungeons von Persona, haben sich nicht sehr stark verändert. Hier und da gibt es einen neuen Rätsel-Raum oder eine neue Persona. Neu sind aber die drei Willenssamen, die in jedem Palast versteckt sind. Meistens erreichen wir sie, indem wir Jokers neuen Greifhaken benutzen. Dieser lässt uns an kontextsensitiven Stellen über Abgründe schwingen. Die Willenssamen füllen nicht nur unsere Spezial-Punkte zum Einsatz unserer Personas auf, sondern verwandeln sich auch noch in ein sehr wertvolles Item. Auch Die Bosskämpfe haben jeweils eine neue Phase spendiert bekommen.

Images by Atlus via igdb.com. Kasumi in p5r
Kaasumi Yoshizawa ist der neue Phantom-Dieb in Persona 5 Royal.

Abenteuer in der echten und in der Meta-Welt

Ebenfalls neu ist das Diebesversteck. In diesem kleinen Museum können wir uns verschiedene Figuren mit einer Ingame-Währung freischalten, Zwischensequenzen erneut betrachten und dem tollen Soundtrack lauschen. Die Ingame-Währung lässt sich in einem Kartenspiel namens „Tycoon“ freispielen. Hier müssen wir am schnellsten unsere Handkarten ablegen.

Im Mementos, der Dimension für die Nebenmissionen von Persona 5 Royal, treffen wir nun auch auf den kleinen Jose. Dieser mysteriöse Junge mit einer Art Eierschale auf dem Kopf fährt mit seinem Buggy durch die Tunnel der Meta-Welt. Bringen wir ihm gelbe Blumen und Sternenstempel, können wir so einige Goodies für das Mementos freischalten. Im echten Tokio wiederum dürfen wir nun nach Kichijoji reisen, einem unterhaltsamen Viertel mit vielen Bars und Lädchen. Hier gibt es zum Beispiel einen Räucherstäbchen-Laden und eine Bar, in der wir mit unseren Phantom-Dieben Darts und Billard spielen können.

Lohnt sich Persona 5 Royale?

Alles in allem platzte das Hauptspiel ja bereits aus allen Nähten, so sehr war es mit Inhalt gefüllt. Persona 5 Royal setzt da nochmal einen drauf und kann sich ohne rot zu werden das ultimative Persona 5 nennen. Ich kann nur allen neuen wie alten Spielern empfehlen, sich Persona 5 Royal zu kaufen – auch zum Vollpreis. Der neue Trip nach Tokio spielt sich durch die Änderung um einiges frischer und aufpolierter und hält den Spieler sogar weitere 100 Stunden bei Stange. Zeit haben viele von uns im Moment wahrscheinlich genug!

Wer Interesse an Persona 5 Royal hat, kann es sich hier auf Amazon bestellen (Provisionslink).

 

Originaltext zu Persona 5

Ich bin kein allzu großer Rollenspiel-Fan. Also gut, ich spiele gerne Pen and Paper-Abenteuer, auch Pokémon und die Mario und Luigi Reihe machten mir durchaus Spaß. Vielleicht sollte ich es spezifizieren: JRPGs scheinen nicht unbedingt mein favorisiertes Genre zu sein. Die Kämpfe sind mir meist zu generisch, zu gleichbleibend, zu wenig ausgefeilt. Anders als eben bei einem Pen and Paper oder bei Spielen wie Undertale habe ich hier meist nicht die Möglichkeit, Kämpfe auf andere Arten als „Töte alle Gegner“ zu beenden. Wenn ich also sage, dass Persona 5 mich absolut gepackt hat, wirkt dies erst einmal sehr überraschend. Und ja, ich bin ziemlich „Late-to-the-party“.

Persona 5 überrascht im Westen

Doch was ist Persona überhaupt? Persona ist eine mittlerweile 20 Jahre alte Reihe des japanischen Entwicklerstudios Atlus. Es ist eine Spin-Off-Reihe der vor allem in Japan beliebten Shin Megami Tensei-Serie, die sich im Westen eher unter Genre-Kennern, aber nicht in der breiten Öffentlichkeit Beliebtheit genießt. Dies galt ebenfalls für die Ableger der Persona-Reihe. Jedenfalls bis 2017. Dann erschien Persona 5 auch bei uns im Westen und überraschte mit unglaublichen Verkaufszahlen und Top-Wertungen.

In der Persona-Reihe spielen wir in jedem Teil einen japanischen Highschool-Studenten. Dieser wird durch unterschiedliche Ereignisse mit dem sogenannten „Velvet-Room“ verbunden. Dieser Raum ist manchmal ein niemals endender Fahrstuhl, manchmal ein Limousine oder, in Person 5, ein Gefängnis. Hier wartet ein mysteriöser Mann namens Igor auf ihn und erklärt ihm seine neu errungenen Fähigkeiten. Denn jeder unserer Protagonisten kann sogenannte Personas beschwören. Diese Manifestationen der Persönlichkeit des Nutzers sind starke Schattenwesen mit magischen Kräften. Mit diesen Kräften muss sich unsere Hauptfigur in jedem Serienteil gegen ein bestimmtes Böses stellen.

Ein neuer Lebensabschnitt

So weit, so basic. Unsere Hauptfigur, deren Namen wir selbst festlegen dürfen, beginnt einen neuen Lebensabschnitt mit einem Umzug nach Tokio. Dies tut er allerdings nicht ganz freiwillig. Da er bei der Verteidigung einer jungen Dame auf der Straße an den falschen, skrupellosen Geschäftsmann geraten ist, wird er vorbestraft und von seiner Schule geschmissen. In Japans Hauptstadt wohnen wir auf dem unaufgeräumten Dachboden des Café Leblanc, welches von einem Freund unserer Eltern geführt wird.

Bereits an den ersten Schultagen fällt uns, neben einer merkwürdigen Smartphone-App auf unserem Handy, die düstere Atmosphäre an unserer neuen Schule „Shujin-Academy“ auf. Der Sportlehrer Kamoshida scheint zwar überall angesehen, aber auch etwas gefürchtet zu werden. Er nimmt sein Volleyball-Team extrem hart ran und geht nebenbei mit Schülerinnen aus. Ein äußerst hitzköpfiger Blondschopf namens Ryuji Sakamoto nennt ihn sogar einen „perversen Lehrer“, der die Schule als sein „Schloss“ und sich als „König“ sieht. Prompt nach dieser Aussage landen wir durch die sich aktivierende Smartphone-App mit Ryuji in einer Paralellwelt. Die Schule ist tatsächlich ein Schloss und Kamoshida, in Robe und Krone gehüllt, ist tatsächlich ein König. Und er versucht die ungebetenen Gäste umzubringen.

Persona 5
Persona 5 ist eines der besten Rollenspiele der letzten Jahre.

Looking cool, Joker

Doch im letzten Moment aktiviert sich in unserem Hauptcharakter eine ungeahnte Kraft: seine Persona Arsene. Mit dieser Kraft können wir uns befreien und diese neue Welt erstmals erkunden. In einer der Zellen der düsteren Burg, treffen wir auf eine ebenfalls kuriose Gestalt. Eine sprechende Katze, die auf zwei Beinen läuft, namens Morgana. Sie schließt sich uns an und klärt uns endlich auf. Wir befinden uns in einem sogenannten Palast, der Manifestation des verzerrten Verlangens einer bösartigen Person. In diesem Fall ist es der Sportlehrer Kamoshida, der die Schüler tyrannisiert, sein Team wie Sklaven behandelt und die Schülerinnen auf ekelhafte Art und Weise als sein Eigentum betrachtet.

Doch es gibt eine Möglichkeit, diese verabscheuungswürdigen Personen zu ändern. Im tiefsten Kern ihres Palastes hat sich ihr Herz versteckt, dargestellt als ihr größter Schatz. Wer es schafft, diesen Schatz zu stehlen, der verändert auch die Psyche des bösartigen Menschen und zwingt ihn zu einem Geständnis. Unser Protagonist, Morgana, Ryuji und die von Kamoshida gequälte Mitschülerin Ann Takami beschließen dies zu tun und gründen die sogenannten „Phantom Thieves of Hearts“. Eine Gruppe von Dieben, die zwischen den Welten wandelt, um die Herzen bösartiger Menschen zu stehlen und sie zu einem Umdenken zu zwingen.

The Phantom Thieves take your heart

Und hier beginnt die eine Hälfte von Persona 5s Gameplay: In einer Vierergruppe durchstreifen wir als Protagonist mit dem Codenamen Joker die Paläste verschiedener Verbrecher. Anders als in den Vorgängern sind diese Dungeons nicht mehr zufällig generiert, sondern alle kreativ und abwechslungsreich designt. Wir laufen in Third-Person durch die abwechslungsreichen Gebiete und versuchen und in echter Meisterdieb-Manier an den Wachen vorbei zu schleichen. Wir laufen durch die weitläufigen Paläste, klettern an Wänden hoch, kriechen durch Lüftungsschächte und hüpfen von Kronleuchter zu Kronleuchter.

Ab und zu lösen wir wenig komplizierte Rätsel, um Türen zu öffnen. Etwas nervig ist dabei nur, das man sämtlich Aktionen mit derselben Taste ausführt und so manchmal aus Versehen die falsche Aktion ausführt. Wir erkunden den Palast von Safe Room zu Safe Room, bis wir schlussendlich die Infiltrationsroute bis zum Schatz des Übeltäters gefunden haben. Dies muss möglichst schnell passieren, da wir für jeden Palast nur ein paar Tage Zeit haben (doch dazu später mehr).

Aus der Deckung können wir auch einen Überraschungsangriff starten. Dann kommt es zum Kampf und zum klassischen Rollenspiel-System. Rundenbasiert benutzen wir verschiedene Angriffe, um unsere Gegner möglichst schnell zu besiegen. Anders als in anderen JRPGs wählen wir unsere verschiedene Angriffe per simplen Tastendrucks ein und müssen uns nicht durch ein ellenlanges Menü klicken. Die Qualitäten des Kampfsystems liegen im Detail. Zuerst sieht alles sehr nach Standard aus. Wir können einen normalen Nahkampfangriff durchführen, oder durch SP-Punkte unsere jeweilige Persona für magische Attacken nutzen.

Doch hier beginnen die Besonderheiten. Denn jede Persona hat Angriffe eines bestimmten Typs, ähnlich wie in Pokémon. Eis, Feuer, Wind aber auch etwas speziellere wie Nuklear und Fluch sind da dabei. Jede Persona hat außerdem bestimmte Stärken und Schwächen, die es in jedem Kampf zu ergründen gilt. Doch das Angreifen mit der Schwäche sorgt nicht nur für mehr Schaden, sondern auch für einen weiteren Zug und eine kurze Paralyse des Gegners. Schaffen wir es, jeden Gegner zu Boden zu ringen, gehen wir in den „Hold-Up-Modus.

I am thou, thou art I…

Hier kann man sich nun entscheiden, wie man mit dem am Boden liegenden Gegner umgeht. Entweder können wir eine besonders starke Attacke einsetzen, um den Feind zu besiegen, oder wir können ihm Geld abknöpfen oder ein Kampfitem einfordern. Die spannendste Möglichkeit ist aber die vierte. Wir können die besiegte Persona auch um ihre Unterstützung im Kampf bitten. In einem kurzen Gespräch müssen wir sie nun überzeugen, sich uns anzuschließen. Schaffen wir dies, hat Joker nun eine weitere Persona in seiner Maske gespeichert, die weitere Angriffsmöglichkeiten und Attackentypen bereithält.

Jeder Charakter hat außerdem noch seine eigene Fernkampwaffe, Joker hat eine Pistole oder Morgana eine Schleuder. Diese haben eine bestimmte Menge an Munition, die sich nur beim Betreten des Palastes auffüllt. So wird jeder Kampf zu einem strategischen Vorgang, bei dem wir uns zwischen mehr Geld, mehr Erfahrungspunkten oder einer neuen Persona entscheiden können. Diese Variation hält das Kampfsystem für mich persönlich um einiges frischer und dynamischer.

Die Personas haben dabei jeder einen unterschiedlichen Typen, der auf bestimmten Tarot-Karten basiert. 21 verschiedene gibt es hier zur Auswahl, von Magier über die Liebenden bis zum Tod. Jokers bereits erwähnte Persona Arsene hat zum Beispiel den Typ „Narr“. Die Personas lassen sich sogar miteinander fusionieren. So lassen sich insgesamt 225 Personas fangen und erzeugen. Hierfür besuchen wir den „Velvet Room“ um die mächtigen Kreaturen in makaberen Exekutionen zu erschaffen. Dabei können wir immer nur Personas ausgehend von unserem maximalen Level fusionieren. Die mächtigen Dämonen unterstützen uns daraufhin im Kampf.

Kampf in Persona 5
In den Kämpfen wählen wir zwischen mächtigen Personas und versuchen, die Schwächen der Gegner auszunutzen.

Phantom Thieves brauchen Unterstützung

Die Tarot-Karten sind ebenfalls für eine der wichtigsten Features von Persona 5 wichtig: die sogenannten „Confidants“. Jeder Charakter, der uns auf unserer Reise in irgend einer Form unterstützt, ob als Kämpfer für die Phantom Thieves oder als passiver Unterstützer, bekommt eine eigene Tarot-Karte zugeordnet. Auch hier gibt es 21 verschiedene Charaktere, von welchen insgesamt neun Figuren zu euren Dieben gehören. Mit jedem der Charaktere könnt ihr in eurer Freizeit Zeit verbringen.

Bei den Treffen mit euren Freunden müsst ihr in verschiedenen Dialog-Optionen beweisen, dass ihr sie wirklich kennt und so den Rank eurer „Confidant“ erhöhen. Mit jedem Rang von 1 bis 10 erhalten wir nützliche Fähigkeiten. Von Extra-Angriffen in Kämpfen bis wohltuenden Massagen am Abend ist da alles dabei. Und auf Rang 9 erhalten wir sogar die Möglichkeit, eine romantische Beziehung mit unserem „Confidant“ einzugehen. Aber was meine ich mit „in der Freizeit treffen? Hier beginnt die andere Seite von Persona 5, die sich fast schon als Visual-Novel bezeichnen lässt.

In der realen Welt steht uns abseits der Shujin-Akademie ein Besuch der großen Stadt Tokio zur Verfügung. Denn Persona 5s Geschichte spielt sich im Verlauf eines Schuljahres ab. Freizeit ist im Leben eines Phantom-Diebs rar gesät. So beginnt ein Prozess des Micro-Managements, mit zahlreichen Aktivitäten. Wenn wir nicht gerade den ganzen Tag brauchen, um einen Palast zu erkunden, können wir eine der zahlreichen Freizeitaktivitäten nutzen. Wir können uns mit unseren Freunden treffen, in zahlreichen Läden einkaufen, ins Kino gehen, Curry und Kaffee kochen, neue Nebencharaktere finden und so unglaublich viel mehr. Jede Tätigkeit hat dabei durchaus einen Sinn, denn auch in der Freizeit lassen die Rollenspielelemente nicht nach.In der echten Welt hat Joker nämlich ebenfalls Werte, die sich durch Aktivitäten steigern lassen und für die Erkundung Tokios unabdingbar sind. Wissen, Guts (also Mumm oder Schneid), Charme, Freundlichkeit und Kompetenz gilt es im Alltag zu trainieren.

Persona 5 All-Out-Attack
Wenn wir alle Gegner mit effektiven Attacken angegriffen wurden, können wir eine All-Out-Attack einsetzen.

Tokio-Tour in Persona 5

So können wir im Diner lernen, um klüger zu werden oder kontinuierlich unser Topfpflanze pflegen, damit wir freundlicher rüberkommen. Diese Werte brauchen wir, um bestimmte Dinge in der Welt freizuschalten. Die nette Adoptivtochter unseres Zimmerwirtes trifft sich zum Beispiel erst ab Freundlichkeits-Level 4 mit uns. Der zwielichtige Ladenbesitzer will uns erst ab Schneid-Stufe 3 erklären, warum er uns eine echte Pistole in die Einkaufstüte geschmuggelt hat. Die Mischung aus Kämpfen und Erkunden in den Palästen und dem normalen Alltag sorgt für Abwechslung und lässt uns unserer Figuren auf einer ganz anderen Ebene besser kennenlernen.

Und wäre das nicht schon genug Gameplay für mehrere Spiele, gibt es dazu noch das Mementos. Dies ist der Palast aller Menschen. Hier spielen sich die Nebenquest des Spiels ab. In einer verzerrten Version der Tokioer U-Bahn fahren wir in einem verwandelten Katzen-Bus (Morgana kann sich nämlich in einen Bus verwandeln) durch zufällig generierte Gänge und bekämpfen auch hier Schattenwesen. Dabei verfolgen wir den Auftrag einer hilfesuchenden Person, die sich an die Phantom Thieves gewandt hat. Zum Beispiel wird eine Frau von ihrem Ex-Freund gestalkt oder ein Schüler von einem Mitschüler ständig gemobbt. Die Schattenversionen dieser Übeltäter müssen wir nun im Mementos aufspüren. In einem Mini-Bosskampf können wir sie nun besiegen und so auch hier für einen Sinneswandel sorgen.

It’s almost scary how good I am…

Im Verlauf der Hauptstory treffen wir auf immer neue skrupellose Verbrecher mit Palästen, denen ein Sinneswandel gut tun würde. Besonders spannend ist dabei, dass ein großer Teil des Spiels in der Vergangenheit spielt. Joker wird nämlich bereits im Intro des Spiels bei einem Raubzug festgenommen und von der Staatsanwältin Sae Nijima verhört. Immer wieder wird für kurze Zeit zwischen den Zeitlinien hin und her gesprungen. Das Mysterium um Jokers Vergangenheit und seine Chancen zu Entkommen sind immer wieder ein Ansporn, um weiter zu spielen. Jeder Charakter hat außerdem eine Verbindung zu den jeweiligen Verbrechern, deren Herz es zu stehlen gilt.

Paläste in Persona 5
In den Paläste schleichen wir uns an den Wachen vorbei, um den Schatz des Schattens zu stehlen.

Durch die vielen Stunden, die man im Zuge der Freizeit mit seinen Freunden verbringt, werden auch diese Konflikte noch effektiver. Die Story ist dabei an einigen Stellen durchaus düster und beschäftigt sich mit relevanten Themen wie Mobbing, Missbrauch, Depressionen und Gerechtigkeit. Vor allem letzteres spielt eine große Rolle, da wir zwar mit guten Intentionen handeln, die Übeltäter ja allerdings durch kriminelle Handlungen zum Umdenken zwingen. Trotzdem gibt es auch hier und da immer lockere und lustige Szenen, die aber nie unpassend oder anmaßend wirken. Wer schon einmal einen Anime gesehen hat, wird schnell mit der Erzählweise zu Recht kommen.

Persona 5 hat Style

Besonders herausstechend ist die Präsentation des Spiels: die knallige Farbkombination aus rot, weiß und schwarz in Kombination mit sehr dynamischen und ausgefallen Menüs und Effekten, ist ein wahres Fest für die Augen. Das Spiel an sich basiert auf der aufpolierten Engine des Playstation 3-Spiels Catherine, welches vor Kurzem in einer Neuauflage erschien. So sehen Modelle und Texturen eher in Ordnung aus, die detailverliebten Paläste, Gegner-Designs und Straße Tokios machen dies aber wieder wett. Für absolute Anime-Hasser ist dieses Spiel wahrscheinlich eher ungeeignet, aber das sollte ja logisch sein. Persona 5 läuft flüssig auf Playstation 3 und 4, auf der älteren Konsole sind lediglich die Ladezeiten etwas länger. Hinzu kommt noch ein sehr funkiger Sundtrack, der das Gentleman-Dieb-Setting des Spiels sehr gut unterstreicht. Vor allem das Kampf-Thema „Last Surprise“ wird über die gesamte Laufzeit nicht langweilig, obwohl man es wirklich oft hört.

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Images by Atlus via igdb.com und der Persona-5-Royal-Webpage

Philipp Bader

ist Journalistik-Student an der Hochschule Hannover und hat seit dem unter anderem bei der N-Zone in Fürth und beim Lokalteil der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung einige Erfahrungen sammeln können. Ob Videospiele, Filme oder Serien - in diesen Bereichen fühlt er sich am wohlsten.


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