OwnCloud – Ich baue mir meine eigenen Wolken

OwnCloudCloud Computing ist das trendigere Speichern von Daten und aus Computertechnischer Sicht gar nicht mehr wegzudenken. Doch wem kann man wirklich vertrauen wenn es um sensible Daten geht? Natürlich traut sich jeder nur selbst über den Weg und so dachte auch Frank Karlitschek, der es uns in seinem Open Source Projekt ermöglicht eine eigenen Cloud zu generieren.

Über den Wolken

Das „mieten“ von zentralen Servern spielt eine immer größere Rolle, ob dies nun Firmen für das erfüllen von Aufträgen nach dem Extremumprinzip tun, oder aber Privatpersonen für ihre Zwecke nutzen. Was ist dieses Cloud Computing überhaupt und warum ist das Projekt „OwnCloud“ eine so wegweisende Richtung?
Wie schon erwähnt wurde, dient Cloud Computing dem Auslagern von beispielsweise Dateien auf die über eine Schnittstelle jederzeit ein Zugriff ermöglicht werden soll. Dabei handelt es sich nicht um eine schwebende Wolke prall gefüllt mit kleinen Datenpaketen, sondern um einen physischen Server, den man mieten kann oder selbst zur Verfügung stellt. Also leider nur eine schöne Metapher um abstrakte Dinge und Vorgänge ansehnlicher zu machen. Die Schnittstelle kann etwa das Internet sein, von dem immer jeder redet. Nun beauftrage ich einen externen Dienstleister damit, dass dieser doch seinen üppigen Serverpark bereitstellen soll, damit ich via Internet meine eigenen Datenpakete an den Serverpark senden kann.

cloudDiese Daten werden auf dem Server immer synchron verwaltet und ich kann also im Büro, auf Hawaii am Strand oder in der U-Bahn sitzen. Die Daten lassen sich überall mit der Schnittstelle Internet abrufen. Auch meinen Freunden oder Arbeitskollegen kann ich mitteilen woran ich arbeite, in dem diese auch einen Zugriff auf den „Mietserver“ mit meinen Daten haben. Viele nutzen Cloud Computing quasi ohne es zu merken, oder wem gehören zum Beispiel die Bilder eurer Fotoalben auf Facebook? Richtig erkannt, denn mit einer Anmeldung in einem sozialen Netzwerk wie Facebook nutzt ihr die Server von diesem Unternehmen auf dem sich eure eingegeben Daten und andere „Uploads“ befinden. Doch kann man einem externen Anbieter alles anvertrauen, eventuell auch sensible Daten? Hier kommt „OwnCloud“ ins Spiel!

Völlig losgelöst

Das Prinzip einer Cloud ist nun hoffentlich verstanden, denn nun soll man sich die eigene Cloud basteln, damit die persönlichen Daten auch das bleiben was sie sind – persönlich. Leider ist dies nur nicht so einfach, denn wozu gibt es externe Dienstleister denen man seine Probleme aufladen kann? „OwnCloud“ heißt alles selber machen und dazu braucht man einiges an technischem Verständnis.

Zuerst braucht man seinen eigenen Server, der im Prinzip zur Cloud wird. Ein Server kann gerne teuer ausfallen, wenn man etwas Vernünftiges aufbauen möchte. Nun muss man diesen Server auch irgendwie „mit der Welt kommunizieren lassen“. Als Open Source Projekt eignet sich da der sogenannte LAMP-Server und steht für Linux, Apache, MySQL, PHP. Diese vier Komponenten bilden den Grundstein für die „OwnCloud“. Linux als Betriebssystem ist grob gesagt der „Chef“ des Ganzen und kommuniziert mit dem Webserver, hier das Open Source Modell Apache. Vereinfacht dargestellt „spricht“ der Webserver mit dem Webbrowser, also beispielsweise Firefox. Was man in den Webbrowser eingibt wird also an Apache weitergegeben und dieser Webserver „guckt“ was für die Darstellung gebraucht wird. Ihr sucht zum Beispiel nach einem Foto, so lädt der Webserver etwa eine JPEG-Datei aus dem System und lässt sie im Webbrowser anzeigen. Stellt ihr jedoch die Anfrage an eine komplexere Datei, die ein Script beinhaltet, also Programmcode, kommt PHP als Scriptinterpreter zum Einsatz. Ein Interpreter liest die Codezeilen und interpretiert diese stumpf gesagt, sodass auf einer Website vielleicht im Code steht: „hole dir Datei xy aus der Datenbank“. PHP führt diesen „Befehl“ aus und fragt im Datenbankverwaltungssystem, in diesem Fall MySQL, nach der Datei.

smarter planetMan sieht also wie schwierig es ist sich seinen eigenen Server zu basteln um sich dann erst „OwnCloud“ zu widmen. Hat man das Einrichten nämlich geschafft hilft einem diese Anleitung zur Installation von „OwnCloud“ weiter. Und wozu der ganze Aufwand? Natürlich kann man sich diese Frage stellen, denn wirklich sicher sind die eigenen Dateien wohl nur auf einer externen Festplatte, einbetoniert in einem der Köpfe auf den Osterinseln. Doch wer wagt, der gewinnt. „OwnCloud“ ist kein heißes Lüftchen, sondern eine trächtige Wolke voller Möglichkeiten. Das Webinterface der Cloud lässt sich angenehm über einen Dateimanager verwalten und dank WebDAV, ein Standard zur Bereitstellung von Daten im Netz, zu einer wahren Datenbibliothek mutieren.

Generell geschieht das Hochladen von Dateien mittels HTTP einzeln und nacheinander, nutzt nun WebDAV dies aus und übermittelt durch den einen zulässigen Port mehrere „Uploads“. Normalerweise müsste man dazu viele Ports von der Firewall freigeben lassen, doch WebDAV benötigt nur diesen einen Kanal und so können ganze Verzeichnisse hochgeladen werden.

Aber nicht nur das, denn mit „OwnCloud“ verwaltest du anschließend Lesezeichen, Kontakte, Kalendereintragungen, Adressbucheinträge und hörst deine Musik im Livestream. Es ist ein mächtiges Tool, das nur geweckt werden muss und laut Entwicklern noch in der absoluten Alpha-Phase steckt. Man kreiert seine eigene Wolke die nur einem selbst gehört und in der nur Vertrauenspersonen herumspielen dürfen.

Wer das Projekt einfach mal testen möchte, tut dies auf der Website von „OwnCloud“, wo ihr auch alle näheren Informationen zu diesem Projekt findet. Habt ihr bis jetzt jedoch nur Bahnhof verstanden, oder animierte Videos sagen euch mehr zu als trockener Fließtext, dann kann ich euch nur die Werbung vom kommerziellen Vertreter einer Cloud ans Herz legen um die Grundsätze des Cloud Computing näher zu bringen.

Christian Porsch

studierte Informationsmanagement und beschäftigt sich für die Netzpiloten mit allem was in der Gamer-Szene passiert! Desweiteren interessiert er sich gleichermaßen für Film und Kino. Mitglied des Netzpiloten Blogger Networks.


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6 comments

  1. Mal abgesehen von der Sprache (bin wohl schon zu alt für Texte zu „modernen“ Themen) wird hier inhaltlich ettliches zusammengewürfelt, was nicht so richtig zusammen gehört. Dropbox ist klassisches Cloud und hat gar nichts mit dem Thema „owncloud“ zu tun. Der Teil mit „LAMP“ war schon mal ein guter Anfang, aber da fehlte DynDNS, damit ich auch von außen auf meinen Server zugreifen kann…
    Und vielleicht der Hinweis, dass viele kommerzielle NAS Laufwerke schon fix und fertig mit LAMP konfiguriert sind und auch von „Mädchen“ (meine Schwester!) perfekt konfigurierbar sind (Da ist neben dem besprochenen File-Server auch eine Wiki-Installation, ein Weblog usw drauf…).
    Also nochmal Hausaufgaben machen!
    nix für ungut, WiRu

  2. Owncloud ist eine feine Sache. Ein Server muss aber nicht teuer ausfallen und es muss auch kein kommerzieller NAS sein, um Owncloud zu realisieren. Bei mir läuft ein alter Aldi-PC (gibt es gebraucht für ca. 15€). Meistens ist eine 60-80 GB Festplatte verbaut. Das reicht für den Anfang. Auf dem PC habe ich Debian installiert. So schwer ist es jetzt auch wieder nicht einen eigenen Server einzurichten. Im Netz gibt es jede Menge HowTo’s dazu. Natürlich braucht man eine dynamsiche Adresse, die gibt es aber kostenlos z.B. bei DynDNS.org

    Ein Problem habe ich aber doch, das liegt aber vielleicht am Alpha-Stadium von owncloud. Nicht von jedem Windows-PC kann ich über WebDAV auf den Server zugreifen. Mal klappt es und mal klappt es nicht. Ein System habe ich noch nicht dahinter entdeckt. Vielleicht mache ich ja auch noch was falsch!? Vielleicht kennt ja jemand eine Lösung.

  3. Das Thema „Cloud“ wird bei vielen Unternehmen, wie schon früher das sonstige Outsourcing, zu bösem Erwachen führen. Da ist die eigene Wolke schon wesentlich besser. Man sehe nur, wie wenig rechtlichen Einfluss man bei Cloud-Anbietern hat und wie wenig Sicherheit, wenn der Anbieter Insolvenz anmeldet. Auch das oben verlinkte Dropbox verweist auf ähnliche Probleme: da weiss man nie, wem man alles Nutzungsrechte an persönlichen Dateien und Erfindungen oder Betriebsgeheimnisses überträgt! Nicht nur ist das „Kleingedruckte“ voller Fussfallen, es kann auch jederzeit geändert werden, und am Ende findet man sich vor der Problematik, in einem fremden Lande klagen zu müssen. Dann lieber Finger weg und „eigene Wolke“!

  4. Wir nutzen die Clouds auch, aber nur um kurzfristig Dateien abzulegen bzw. überall verfügbar zu haben. Empfindliche oder interne Daten werden weiterhin auch intern abgelegt und gespeichert. Mit dem Datenschutz und der Nichtweitergabe liegen derzeit keine Infos vor, so dass wir erstmal den Markt bzw. die Anbieter kritisch beobachten.

  5. Hallo zusammen.

    Ich habe seit vielen Jahren einen Debianserver bei mir zu Hause unter dem Schreibtisch stehen. Dafür habe ich genau so lange schon eine dynDNS Weiterleitung (bewusst nicht die kostenlose Variante) zu mir nach Hause.

    Ein Intranet/Extranet ist für meinen Verein dort auch installiert und meine VDSL 25 Leitung mit über 7K Upload sollte mehr als reichen für den Server (inkl. der zukünftigen Cloud).

    Ich frage mich, wie steht es heute um die Cloudsoftware?

    LG Patrick Popelka
    alias ramfresser
    Vereinsvorstandsvorsitzender
    vom Verein für Angehörige und Freunde von Krebspatienten

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