Musik im Abo: immer neuer Stoff mit eMusic

Logo von eMusicMusikstores gibt es im Internet wie Sand am Meer. Die meisten kopieren iTunes und bieten Musik als Songs und/oder ganze Alben. Doch es gibt auch innovative Konzepte: eMusic, entstanden 1998, als alles Neue noch mit „e“ bezeichnet werden musste, bietet seit 2000 ein Musik-Abo an, dass den Kunden zu einem festgelegten Preis eine Anzahl monatlicher Downloads garantiert. So gibt es 30 Lieder für 13,99 €, 50 für 16,99 € oder 75 für 20,99 €. Wir haben den Veteranen im Markt auf Herz und Nieren getestet.

Wie funktioniert eMusic?

Die Anmeldung bei eMusic ist erwartungsgemäß einfach: anmelden, Abo wählen, fertig. Umlaute sollte man im Namen vermeiden. Ungereimtheiten gibt es allerdings bei den Abo-Modellen: betrachtet man sich nämlich seine Account-Einstellungen, kann man zwischen weiteren Paketen wählen, die einem vorher nicht zur Verfügung standen – kleinere wie größere. Anschließend darf man nach Herzenslust im Angebot surfen. Bei der Auswahl helfen Rezensionen von anderen Nutzern, Picks der Redaktion, Übersichten ähnlicher Künstler, Charts und einiges mehr. Wer keine Downloads mehr zur Verfügung hat, darf sich Musik auf eine Merkliste setzen, die dann schnell anschwillt. Zum Download benutzt man den eMusic-Download-Manager für Windows und Mac.

Screenshot von eMusic

Die Musik selber wird im Mp3-Format mit variabler Bitrate geliefert und klingt durchweg gut. Schön sind zwei Features, mit denen so nicht jeder Anbieter aufwartet: zum einen synchronisiert der eMusic-Download-Manager die Stücke automatisch mit der bevorzugten Musikverwaltungssoftware, ob nun iTunes, Winamp oder MediaPlayer. Zum anderen muss man sich keinen Kopf machen, wenn die eigene Musik beim Festplattencrash über den Jordan gegangen ist: man darf so oft herunterladen wie man möchte.

Wer schon vor der Anmeldung schauen möchte, ob es etwas Passendes für den eigenen Geschmack gibt, kann das über einen Umweg tun – es gibt kein Suchfeld, wenn man sich nicht angemeldet hat. Das erscheint erst nach einem Klick auf den eMusic-Download-Manager. Zudem gibt es zwei Promo-Angebote: wer ohne Verpflichtung reinschnuppern möchte, darf 25 Songs behalten; wer sich direkt für ein Abo entscheidet, bekommt 50 Lieder geschenkt.

Für wen ist eMusic gedacht?

eMusic richtet sich an Musikliebhaber, die sich so oder so eine große Zahl an Downloads kaufen. Zwar kann man das Abo jederzeit kündigen, aber der Gelegenheitskäufer dürfte an einem Abo wenig Interesse haben. Auch gehört ein wenig Organisation dazu, das Maximum aus eMusic herauszuholen, denn nicht genutzte Downloads verfallen nach 30 Tagen. Für den Musikliebhaber ist eMusic aber ein echtes Schnäppchen: einzelne Songs kommen, je nach gewähltem Abo-Modell, auf einen Preis zwischen 0,60 und 0,28 € und liegen damit spürbar unter den Preisen der Konkurrenz. Der Grund für die günstigen Preise: die Auswahl konzentriert sich auf Independent-Künstler. So wird man von Global Playern wie Coldplay oder den Beatles nichts finden, und auch von vertretenen Künstlern gibt es nicht immer das komplette Sortiment. Dennoch dürfte sich bei den 4 Millionen Stücken immer etwas finden, um die verbleibenden Downloads auszunutzen, und Freunde von Independent-Musik jeglicher Couleur füllen sich schnell eine Merkliste für mehrere Monate. Vorteil ist außerdem, dass es bei einem Abo leicht fällt, neue Musik kennenzulernen – man hat ja schon dafür bezahlt und kann sie dann einfach mal ausprobieren.

Blogpiloten-Urteil

eMusic ist eine Empfehlung für alle Independent-Musikfans: so große Auswahl zu einem derart günstigen Preis findet man selten. Der Dienst bietet eine Vielzahl von sinnvollen Funktionen, die die Auswahl neuer Musik spürbar erleichtern. Der Download-Manager funktioniert tadellos, und die Tatsache, dass man Musik mehrfach herunterladen darf, ist eine zusätzliche Sicherheit. Die Auswahl im Independent-Bereich ist umfangreich, wenn auch nicht mit anderen kommerziellen Anbietern zu vergleichen. Großer Pluspunkt ist allerdings der Preis und die große Auswahl an Abo-Modellen, so dass für jeden Geldbeutel etwas dabei sein sollte.

Björn Rohles

ist Medienwissenschaftler und beobachtet als Autor („Grundkurs Gutes Webdesign“) und Berater den digitalen Wandel. Seine Themenschwerpunkte sind User Experience, anwenderfreundliches Design und digitale Strategien. Er schreibt regelmäßig für Fachmedien wie das t3n Magazin, die Netzpiloten oder Screenguide. Mitglied des Netzpiloten Blogger Networks.


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