Minecraft Dungeons Test – Macht der Dungeon Crawler Spaß?

Als Fan des ursprünglichen Crafting-Survival-Games konnte ich mich der Anziehung eines Dungeon Crawlers im Minecraft-Universums nicht so recht entziehen. Allerdings bekam ich vor und nach Release nicht nur Gutes über das Minecraft Spin-Off zu hören. Da war die Rede von einem zu geringen Umfang und mangelnder Spieltiefe. Aber macht Minecraft Dungeons denn nun Spaß oder nicht? Und für wen ist es eigentlich geeignet? Diesen Fragen gehe ich in diesem kurzen Minecraft Dungeons Test nach.

Was ist Minecraft Dungeons?

Minecraft Dungeons hat mit Minecraft selbst nicht wirklich viel zu tun. Lediglich die Optik kommt dem Originalspiel sehr nahe. Wie der Name es bereits vermuten lässt: Minecraft Dungeons ist ein Dungeon Crawler. Aus der Vogelperspektive steuern wir unseren Charakter durch diverse relativ linear aufgebaute Dungeons, schnetzeln Monster wie Zombies, Creeper oder Skelette über den Haufen und sammeln dabei Erfahrungspunkte und Waffen, die uns stärker machen. Der Vergleich zu Diablo 3, Path of Exile oder Titan Quest ist hier durchaus angebracht, auch wenn ich gleich zu Beginn dieses Minecraft Dungeons Test sagen kann: Ein Ersatz für diese Spiele ist Minecraft Dungeons nicht.

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Die Gameplay-Mechaniken in Minecraft Dungeons

Minecraft Dungeons ist sehr einsteigerfreundlich und geht bei weitem nicht so sehr in die Tiefe, wie beispielsweise ein Diablo 3. Das Spielprinzip ist dennoch relativ simpel und sehr genretypisch: Wir laufen durch Dungeons und verprügeln Monster und werden immer Stärker. Dabei ist Minecraft Dungeon sehr gut auf das Spielen mit dem Controller ausgerichtet, was es für Besitzer von Konsolen attraktiv macht. Für meinen Geschmack eignen sich Dungeon Crawler wie diese perfekt für Konsolen, um sie Abends gemütlich vom Sofa aus zu spielen.   

Ausrüstung verbessern

Für das Besiegen von Gegnern bekommen wir neue Ausrüstung und Erfahrungspunkte. Immer, wenn wir nun ein Level aufsteigen, bekommen wir wiederum Verzauberungspunkte, mit denen wir unsere Ausrüstung verbessern können. Das ist wohl der größte Unterschied zu anderen Dungeon Crawlern. So verbessern wir hier nur unsere Waffen und Rüstungen und nicht den Charakter selbst. Auch das Klassensystem, wie wir es beispielsweise aus Diablo kennen, finden wir hier nicht, was mir im Minecraft Dungeons Test aber gefallen hat. So müssen wir uns nämlich nicht schon vor dem eigentlichen Spielstart für eine Klasse und damit eine Spielweise entscheiden. Stattdessen können wir diese während des Spielens entwickeln.

Indem wir Verzauberungspunkte in unsere Ausrüstung investieren, schalten wir passive Fähigkeiten frei. So zum Beispiel einen Schneeball, der alle fünf Sekunden automatisch auf Gegner geschossen wird und diese betäubt. Aber auch die Fähigkeit mit einem Schwert Feuer- oder Giftschaden auszuteilen erlangen wir so. Das Schöne: Wir können uns in Minecraft Dungeons nicht wirklich verskillen. Finden wir beispielsweise eine bessere Waffe, verwerten wir die alte Waffe einfach und erhalten die Verzauberungspunkte zurück. So können wir zwischen verschiedenen Spielstilen hin- und her wechseln.

Artefakte in Minecraft Dungeons

Auch aktive Fähigkeiten gibt es in Minecraft Dungeons. Diese erhalten wir über Artefakte, die wir, wie auch den Rest unserer Ausrüstung, durch das Looten von Kisten und das Töten von Monstern bekommen. Die Artefakte können wir nun ausrüsten und ihre Fähigkeiten aktivieren. Wie auch die passiven Fähigkeiten sind diese sehr genretypisch. Flächenschade, Waffenverstärkungen oder Heilung sind typische Artefakt-Fertigkeiten.

Artefakt im Minecraft Dungeons Test in Benutzung / Screenshot aus Minecraft Dungeons erstellt von Moritz Stoll
Artefakte können wir ebenfalls ausrüsten. Sie verleihen uns aktive Fähigkeiten wie diese hier. Über einen Knopfdruck entladen wir explosionsartig gesammelte Seelen von Gegnern und teilen so Flächenschaden aus.

Gemeinsam Minecraft Dungeons spielen mit Crossplay

Etwas, das schon vor meinem Minecraft Dungeons Test ein echtes Pro-Argument für das Spiel darstellte, ist die Crossplay-Funktion. Das ist etwas, womit Diablo 3 nicht aufwarten kann, obwohl das Spiel ebenfalls für PC, PS4, Xbox One und Nintendo Switch erschienen ist. Die Tatsache, dass Minecraft Dungeons über mehrere Plattformen hinweg gespielt werden kann, tröstet mich über einige negative Aspekte hinweg. Auch macht es das besonders für die Zielgruppe attraktiv, die nicht zu den etwas anspruchsvolleren PC-Gamern gehört. Auch kann Minecraft Dungeons im Couch-Koop vor einem Gerät gespielt werden. 

Der Umfang von Minecraft Dungeons

Nach meinem Minecraft Dungeons Test musste ich etwas ernüchtert feststellen, dass das Spiel doch etwas kurz ist. Das ist schade, da ich mit dem Spiel wirklich viel Spaß hatte und mir noch mehr Inhalte gewünscht hätte. Allerdings kündigt Microsoft auch im Spiel selbst bereits weitere Inhalte in kommenden DLCs an, auf die ich sehr hoffe. Wer diese sofort freischalten will, muss allerdings die zehn Eure teureren Hero Edition kaufen.

Auch wenn die Welt in Minecraft Dungeons bisher noch etwas überschaubar ist, ist es Teil des Spielprinzips, diese mehrfach zu durchlaufen. So sind wir als Spieler dazu angehalten, die Abschnitte in unterschiedlichen Modi und mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgeraden durchzuspielen. Das macht auch wirklich Spaß, da sich hier ein ähnlicher Sog wie bei Diablo 3 ergibt. Das Ziel ist weniger das Vollenden der Story, die ohnehin nicht gerade ein Kracher ist, sondern das „immer stärker werden“ und das Sammeln besserer Items.

Performance und Optik von Minecraft Dungeons im Test

Optisch macht Minecraft Dungeons echt was her und hat mich in meinem Minecraft Dungeons Test wirklich überzeugt! Dabei ist der Dungeon Crawler seinem Klötzchen-Look dankenswerterweise treu geblieben. Allerdings hat man hier auf die Unreal Engine gesetzt und mit Licht- und Partikeleffekten nicht gegeizt. Trotz klassischer Minecraft Pixelgrafik sieht Minecraft Dungeons im Test einfach super aus und schafft eine tolle Atmosphäre.

Screenshot aus dem Minecraft Dungeons Test / Screenshot aus Minecraft Dungeons erstellt von Moritz Stoll
Minecraft Dungeons sieht dank der „Klötzchen-Ästhetik“ und schönen Partikeleffekten wirklich ansprechend aus.

Die Performance von Minecraft Dungeons ist fast(!) immer super. Ich habe das Spiel auf der Nintendo Switch nun einmal durchgespielt (das hat nicht sonderlich lange gedauert, aber wie gesagt: Minecraft Dungeons hat eben nicht den größten Umfang). Die Framerate war dabei immer ziemlich konstant. Doch hin und wieder sind mir in meinem Minecraft Dungeons Test kleine Ruckler aufgefallen. Das seltsame: Diese Framedrops sind für mich nicht immer „logisch“. Ich könnte verstehen, wenn das Spiel bei größeren Gegner-Horden ruckelt. Stattdessen ruckelt es aber teilweise in Situationen, wo gar kein Gegner zu sehen ist.

Auch ist mir Minecraft Dungeons im Test zweimal komplett abgestürzt. Ich hoffe aber, dass sich diese kleinen Fehler mit kommenden Updates erledigen.

Fazit: Ein Dungeon Crawler für Zwischendurch

Minecraft Dungeons macht Spaß! Es ist nicht das tiefgehendste Rollenspiel und sicher auch nicht das längste. Es ist Dungeon Crawling für zwischendurch. Eine gemütliche Runde, ob alleine oder mit Freunden. Diablo 3 oder Spiele mit vergleichbarer Tiefe ersetzt der Titel aber keinesfalls, das will er auch gar nicht. Casual-Spieler oder Jüngere Minecraft-Fans kommen hier aber auf jeden Fall auf ihre Kosten. Die 20 Euro für die Standard-Edition sind fair. Wer 30 Euro ausgibt bekommt bei Release sofort Zugriff auf die geplanten DLCs mit weiteren Inhalten. Hier lässt sich streiten, ob das dem Spieler gegenüber fair ist. Ich kann das Spiel allerdings für diejenigen, die einfach entspannt ein paar Zombies, Creeper und Skelette wegknüppeln wollen, auf jeden Fall empfehlen.


Titelbild von Mojang Studios via IGDB.com Screenshots aus Minecraft Dungeons erstellt von Moritz Stoll

Moritz Stoll

kann ALLES... solange er googlen kann. Hat außerdem Medieninformatik studiert, ist als Redakteur fester Bestandteil der Netzpiloten-Redaktion, macht den Netzpiloten-Podcast Tech und Trara und arbeitet nebenbei als freiberuflicher Programmierer. Die Digitale Welt ist für ihn ein Ort voller Möglichkeiten und spannender Technologien, um damit Neues zu erschaffen, ganz viel auszuprobieren und sich in den vielen Ideen manchmal auch etwas zu verheddern.


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