5 interessante Einsatzbereiche für Drohnen

Es gibt unglaubliche interessante Einsatzbereiche für Drohnen. Die Multicopter sind nicht nur Spielzeug und Hobby, sondern richtige Multitalente. Ausgerüstet mit Kameras oder Sensoren können sie oft dort arbeiten, wo es für Menschen sonst viel Aufwand bedarf. In gefährlichen Situationen können sie sogar regelrechte Lebensretter sein. Wir stellen euch 5 interessante Einsatzbereiche für Drohnen vor, die euch zuvor vielleicht noch gar nicht bewusst waren. 

Dabei müssen sie sich natürlich auch an geltende Regeln halten. Wie das EU-weite Drohnenrecht seit 2021 aussieht, haben wir euch übrigens hier zusammengefasst.

Multicopter in der Meteorologie

Beim Wetter möchten wir uns gerne auf möglichst genaue Vorhersagen verlassen. Ein bisschen Rätselraten ist jedoch immer im Spiel, da sich die Entwicklung nur aus Modellen abschätzen lässt. Diese brauche eine ganze Menge Daten, um den realistischsten Verlauf zu erschließen. Zum Sammeln von Daten greift man auf unterschiedlichste Mittel zurück, kann aber nicht immer alle Höhen abdecken.

Es gibt tausende Wetterstationen, die am Boden, teils auch auf Bergen Wetterdaten sammeln. Hinzu kommen Sensoren in Schiffen und auf Bohrinseln, die auf dem Wasser Daten sammeln. Für Daten von oben sorgen unter anderem Wettersatelliten und Wetterballons. Die Satelliten Kreisen dabei in einer Höhe von gut 36 Kilometern um die Erde, die Ballons erreichen eine Messhöhe von 20-30 Kilometern.

Vor allem in den untersten 2000 Metern fehlen oft Daten. Der ideale Einsatzbereich für Drohnen. Wie gut das funktioniert, zeigte unter anderem das Vorhersagemodell SWISS1k, bei dem Drohnen schon seit Jahren zum Einsatz kommen. So sagte das Modell im April 2017 präzise einen plötzlichen Wintereinbruch voraus, der anderen Vorhersage-Modellen entging.

Auch für die Vorhersage der Nebelobergrenze oder für die Gewitterforschung sind die Multicopter ein echter Gewinn. Und gerade jetzt, wo extreme Wetterlagen sich häufen, sind präzisere Vorhersagen nicht nur wichtig, um trocken von A nach B zu kommen, sondern um tatsächlich auch Leben zu retten.

Drohnen in Katastrophengebieten

Auch andere Einsatzbereiche für Drohnen können Leben retten. Das trifft vor allem in Katastrophengebieten zu. Ob Flut, riesige Tsunami-Wellen, verheerende Wirbelstürme oder tobende Feuer: Orte, Städte oder ganze Landstriche können von der Außenwelt plötzlich abgeschnitten sein.

Wo sich Einsatzkräfte erst mühevoll Zugang schaffen müssen, kommen Drohnen viel schneller hin. Sie sind einfacher und zahlreicher zu starten als Hubschrauber und können sogar in einsturzgefährdete Gebäude fliegen, um nach Überlebenden Ausschau zu halten.

Doch nicht nur die Suche nach überlebenden ist mit Drohnen einfacher. Mit den kleinen Multicoptern lassen sich auch einfache Unterstützungen wie Nahrung, wichtige Medizin und andere Hilfsgüter an Betroffene geschickt oder eine Kommunikation bis zur Rettung aufgebaut werden.

Die größte im folgenden Video vorgestellte Drohne hat eine optische Kamera mit Zoom, eine Wärmebildkamera und kann zusätzliche Lasten bis 5kg tragen.

https://www.youtube.com/watch?v=R4zpUo_VZ8E

Trotzdem ist es schade, dass die Möglichkeiten des Drohneneinsatzes in der breiten Öffentlichkeit kaum bekannt sind und das Team noch durch Spenden finanziert ist. Multicopter für Rettungs- und Katastropheneinsätze haben ein unglaubliches Potential und können viele Leben retten. Mittlerweile können Drohnen sogar auch zunehmend mehr Aufgaben autonom, also ohne Pilot unternehmen. Damit sind sie beispielsweise auch bei der Vermisstensuche eine nochmal größere Hilfe, wenn sie selbstständig Personen erkennen und das dank künstlicher Intelligenz in manchen Fällen besser als das menschliche Auge.

Brückeninspektion und Brückenbau

In Katastrophenfällen können übrigens auch Brücken Menschenleben retten. Wenn Menschen abgeschnitten sind, kann eine von Drohnen gespannte Hängebrücke beispielsweise für rechtzeitige Rettung sorgen. Aber auch sonst sind Drohnen praktisch, um Hängebrücken zu Bauen, da durch sie viel schneller Führungsseile zwischen den beiden Enden der Brücken gespannt werden können.

Doch auch für solidere Brücken sind Drohnen wichtig – allerdings mehr für die Instandhaltung. Für Brücken ist nämlich alle 6 Jahre eine große, dazwischen eine kleinere Überprüfung nötig. Das war bislang sehr aufwendig, da man Gerüste brauchte, Arbeiter abgeseilt werden mussten und dafür oft auch eine Teilsperrung der Brücke notwendig war.

Drohnen dagegen können die äußere Inspektion viel einfacher vornehmen. Sie kommen perfekt von allen Seiten an die Brücke heran und gelangen sogar an Stellen, die für sonst kaum zugänglich sind. Nicht nur fällt dabei die Vorbereitung weg, auch ist die Drohne viel schneller bei der Inspektion und eine digitale Auswertung verkürzt die Schadenserkennung zusätzlich. Durch weitere Sensoren können auch bereits tiefgreifendere Scans der Brücke gemacht werden.

Das selbe gilt übrigens nicht nur für Brücken, sondern hilft ebenso bei Fassaden von Hochhäusern und Industrieanlagen. Drohnen sind außerdem deutlich sicherer zur Schadensanalyse. Potentiell einsturzgefähredete Bauwerke, etwa nach einem Erdbeben oder Feuer, sind perfekte Einsatzbereiche für Drohnen.

Drohnenrennen

Drone Racing ist ein spektakulärer Sport. Mehrere Drohnen starten zugleich in die Luft und versuchen am schnellsten durch eine Strecke aus Toren zu kommen ohne diese zu verpassen oder zu crashen. Dabei erreichen sie Geschwindigkeiten von bis zu 200 Stundenkilometer.

Das besondere am Drone Racing ist die Perspektive von Piloten. Diese steuern ihre agilen Fluggeräte nämlich aus Perspektive der Drohne. Eine FPV(First Person View)-Brille überträgt das Bild einer Kamera an der Drohne direkt an den Piloten. Die Qualität dieses Bilds ist dabei nicht die allerbeste, da möglichst geringe Verzögerungen bei der Übertragung wichtig sind, um in Echtzeit zu reagieren. Die Drohnen sind nämlich mehr als flink, reagieren direkt auf jeden Steuerungsimpuls und verlangen von ihren Piloten unglaubliche Reaktion und Feingefühl ab.

Eher als Szene von Tüftlern begonnen, die ihre Renndrohnen selbst zusammenbauen und optimieren, Ist der Sport in den letzten Jahren deutlich professioneller geworden. Dafür sorgte nicht zuletzt die Drone Racing League, die 2015 an den Start ging. Dem Zuschauer bietet die Liga viel Action und spektakuläre Bilder, wenn die Renndrohnen durch neonbeleuchtete Football-Stadien, Biotope oder Achterbahnen rasen. Die Piloten werden von der Liga bezahlt und gehören zur Weltspitze des Drone Racing.

2019 Level 1: Miami Finals Heat 1

Etwas näher noch am E-Sports ist die Drone Champions League. Dort stehen nämlich weniger die Einzelpiloten, als die Teams im Mittelpunkt, für die sie fliegen. Erst tritt jeder der 4 Teammitglieder gegen einen Piloten des gegnerischen Teams an, dann gibt es einen letzten Durchgang mit allen 8 Drohnen. Der Sieger bekommt jeweils einen Punkt für sein Team, Extrapunkte gibt es, wenn man beim großen „Big Heat“ zum Schluss nicht nur den 1. Sondern auch weitere Piloten direkt dahinter platzieren kann.

Luftbilder im Fernsehen / YouTube

Im Fernsehen sorgen Drohnen für spektakuläre Bilder aus der Luft. Beim Sport gibt es zwar auch die Möglichkeit, Kamerafahrten über Seile laufen zu lassen, aber Drohnen haben noch etwas mehr Flexibilität, vor allem bei Ereignissen die auf großer Fläche stattfinden. Früher gab es bei der Formel 1 beispielsweise immer die beliebten Bilder aus dem Hubschrauber. Das war aber auch immer mit hohem Aufwand und Kosten verbunden.

Eine Drohne steigen zu lassen ist da deutlich einfacher. Sie fliegt zwar nicht so lange wie ein Hubschrauber, verbraucht aber deutlich weniger Treibstoff und es lässt sich problemlos ein ganzes Geschwader nutzen, um an mehreren Schlüsselstellen zugleich Luftaufnahmen zu bekommen.

Auch Landschaftsaufnahmen sind beeindruckend geworden, seit man bequem Drohnen in die Luft schickt, um Panoramen von oben einzufangen. Dabei muss es keine große Fernsehproduktion sein. Auf YouTube sorgen selbst kleinere Kanäle bereits für Bilder, die früher nur mit großen Teams möglich waren. Das macht sich gleichermaßen gut in Dokumentationen, aber auch in Extremsport-Videos. Und auch für Musikvideos gibt es kreative Nutzung, wie die Band OK Go! Bereits 2014 in ihrem Video „I Won’t Let You Down“ bewies. Die Drohne ermöglichte eine flüssige Führung durchs gesamte Video in einem einzigen Take.

OK Go - I Won't Let You Down - Official Video

Fazit: Viele interessante Einsatzbereiche für Drohnen

Mittlerweile sind Drohnen richtige Alleskönner und werden in den verschiedensten Bereichen eingesetzt. In Katastrophengebieten retten sie Leben, in der Meteorologie, Landwirtschaft und rund um den Bau und die Instandhaltung von Brücken vereinfachen sie die Arbeit. Die Multicopter sind aber auch wahre Entertainer. In Fernsehübertragungen oder auf YouTube versorgen sie uns mit spektakulären Bildern. Neben ihrem Einsatz bei Sportübertragungen, gibt es mit Drohnenrennen sogar einen eigenen spannenden Sport, der mit Drohnen ausgetragen wird.


Image by bannafarsai via Adobe Stock

Stefan Reismann

Das Internet ist sein Zuhause, die Gaming-Welt sein Wohnzimmer. Der Multifunktions-Nerd machte eine Ausbildung zum Programmierer, entdeckte dann aber vor allem die inhaltliche Seite für sich. Nun schreibt er für die Netzpiloten und betreibt nebenher einen Let's Play-Kanal, auf dem reichlich gedaddelt wird.


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