Fall Guys: Ultimate Knockout – Was hat es mit dem Hype auf sich?

Das Spiel Fall Guys hat seit einiger Zeit einen ziemlichen Hype. Auf der Gamescom wurde kürzlich bereits die zweite Season des quietschbunten Takeshi’s Castle-Verschnitts gezeigt. Wenn man sich Gameplay des Titels so anschaut, dürfte bei vielen allerdings die Frage aufkommen: Was soll das? Denn so richtig offensichtlich ist der Hype um Fall Guys nicht. Wir haben den Überraschungs-Hit ausprobiert und versuchen dem explosiven Erfolg des Jump ‘n’ Run Battle Royales auf den Grund zu gehen. 

Was ist Fall Guys: Ultimate Knockout überhaupt?

Bevor wir uns mit dem Hype um Fall Guys beschäftigen, wollen wir erst einmal einen Blick auf das Spiel selbst werfen. Entwickelt wurde Fall Guys von dem Studio Mediatonic Games. Publisher war der auf Indie-Games spezialisierte Publisher Devolver Digital. Der dürfte vielen durch seine ausgefallenen Präsentationen auf der E3 in Erinnerung geblieben sein. 

Auf den ersten Blick laufen in Fall Guys lediglich ein paar bunte Tick Tacks in Kostümen durch bunte Level und rennen sich gegenseitig über den Haufen. Im Wesentlichen ist das Spiel damit zwar ganz gut beschrieben. Ein bisschen mehr steckt aber doch dahinter. 

Man könnte Fall Guys als eine Art Jump ‘n’ Run-Battle Royale bezeichnen. Ein bisschen erinnert es an die ehemalige TV-Show Takeshi’s Castle. Die einzelnen Spieler müssen hier einen Parkour absolvieren. Allerdings reicht es nicht, bloß ins Ziel zu kommen. Vielmehr müssen die Spieler versuchen, dabei so schnell wie möglich zu sein, da sich pro Runde immer weniger Spieler qualifizieren, als antreten. So entsteht eine gewisse Hektik. Das ganze wird dann solange getrieben, bis es eine handvoll Spieler durch verschiedene Parkours und Spiele ins Finale geschafft hat. Hier kann sich schließlich einer die Krone und damit den Sieg sichern.

Falls ihr euch das Spiel jetzt immer noch nicht so richtig vorstellen könnt, schaut euch einfach dieses Review des Kanals GamingKlerks an: 

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Warum macht das so viel Spaß?

Fall Guys: Ultimate Knockout macht unglaublich viel Spaß. Die niedliche, beinahe absurde Optik hat daran sicher großen Anteil. Doch was im ersten Moment nach einer ziemlich stupiden Rangelei um die ersten Plätze im Rennen aussieht, entpuppt sich als überraschend anspruchsvoll. Denn hier geht es um wesentlich mehr als bloß den Zufall. Profis, die Fall Guys wirklich exzessiv spiele, lernen die Level. Sie lernen die kleinen Kniffe, die helfen, ein Level möglichst schnell zu absolvieren und gewinnen häufiger.  

Der Reiz in Fall Guys liegt aber auch ganz klar in dem hohen Aufwand, den die Spieler betreiben müssen, um zu gewinnen. Alleine die Tatsache, dass wir mehrere Runden absolvieren müssen, um überhaupt bis ins Finale zu gelangen, bedeutet Anspannung und Arbeit. Schaffen wir es also schließlich, uns gegen 60 andere “Fall Guys” bis ins Finale durchzuboxen, schmeckt der Sieg umso süßer.

Wie süß ein Sieg in Fall Guys schmecken kann, seht ihr übrigens in diesem Video. Hier hat der Streamer Donnie O’Sullivan fünf Stunden lang am Stück versucht, eine Krone zu bekommen und es schlussendlich geschafft: 

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Ein absoluter Überraschungshit

Fall Guys kam mehr oder weniger aus dem Nichts und eroberte die Twitch-Streams dieser Welt im Sturm. Alleine in den ersten 24 Stunden nach Release kam der Titel auf über 1,5 Millionen Registrierungen. Aber wie genau konnte das eigentlich passieren? Immerhin ist es nicht gerade ein Spiel, das man sich anschaut und denkt: Ja, das wird der nächste große Hit. So richtig eindeutig erklären lässt sich das zwar nicht, es lassen sich aber dennoch ein paar begünstigende Faktoren beschreiben. 

Fall Guys schlägt in die richtige Kerbe

Das Battle Royale-Genre ist nun seit einigen Jahren ziemlich beliebt. Den letzten wirklich großen Hype haben wir mit Fortnite erlebt. Das hatte dem Genre damals mit der Mechanik des Bauens ein innovatives neues Element gegeben. Zwar versuchten viele Entwickler auf den Battle Royale-Zug mit aufzuspringen und Titel wie Apex und Warzone sind durchaus erfolgreich, doch so richtig innovativ waren diese nicht. Fall Guys gelingt nun ein ähnlicher Geniestreich wie damals Fortnite. Hier ist es die Jump ‘n’ Run-Mechanik, die es so in anderen Battle Royale-Titeln nicht gibt. Obgleich das Genre dasselbe ist, unterscheidet sich Fall Guys extrem von anderen Titeln und ist einfach etwas völlig neues. 

Fall Guys wurde von den richtigen Leuten gespielt

Dank diverser bekannter Streamer erlangte Fall Guys einfach eine unfassbare mediale Aufmerksamkeit. Unzählige Streamer und YouTuber wie PewDiePie, Ninja oder Montana Black spielten und spielen Fall Guys in ihrem Streams und Videos. Das hat sich in der Vergangenheit als recht verkaufsfördernd für solche Titel gezeigt.

Fall Guys war für PS Plus-Abonnenten Gratis

Normalerweise kostet das Battle Royale immerhin 19,99 Euro. Im August gehörte Fall Guys jedoch zu den Gratis-Titeln für Playstation-Plus Abonnenten. Das bedeutet, wer online auf der Playstation spielen möchte und dafür ohnehin Geld bezahlt, hatte automatisch Zugriff auf das Spiel. Kombiniert man diesen Fakt nun mit der hohen Präsenz auf Twitch, wird noch deutlicher, wie dieser rasante Start zustande gekommen ist.

Fall Guys ist ein riesiger Hype, aber davon gibt es viele

Ich kann nicht mit Sicherheit sagen, ob hier meine persönliches Empfinden spricht oder ob auch andere dieses Phänomen betrachten. Seit dem Erfolg des Battle Royale-Titels Playerunknown’s Battlegrounds vor einigen Jahren, jagt in der Gamingbranche ein Hype den nächsten. Fortnite – der wohl größte Hype, gefolgt von nicht ganz so innovativen und dennoch erfolgreichen Spielen wie Apex oder Warzone – immer mal wieder dominierte eines dieser Spiele die Twitch-Streams und wurde als “der nächste große Hit” deklariert. All diese Spiele sind und waren erfolgreich und so ist es auch mit Fall Guys. Bei Fall Guys ist es aber eben doch etwas anderes. Es ist eben kein Shooter, sondern ein Jump ’n‘ Run. Es ist nicht cool, es ist nicht dirty, es ist ein Kinderspiel. Wenn so ein Titel plötzlich alle Thumbnails auf YouTube dominiert, dann ist das schon etwas Besonderes. Das Spiel wird wohl noch eine ganze Weile da sein und das ist auch gut so. Es macht nämlich wirklich viel Spaß und ist erfrischend anders. Und wie schon bei seinen Vorgängern wird dann auch wieder ein anderes Spiel kommen, das mit einem wieder ganz anderen, ebenso innovativen Konzept um die Ecke kommt und den nächsten Hype abgrast! Wir bleiben gespannt. Bis dahin arbeite ich weiter daran, endlich eine Krone zu bekommen (das ist nämlich schwieriger als es aussieht).  


Bild von Devolver Digital und Mediatonic via IGDB.com

Moritz Stoll

kann ALLES, aber nichts so richtig. Hat außerdem Medieninformatik studiert, ist als Redakteur fester Bestandteil der Netzpiloten-Redaktion, macht den Netzpiloten-Podcast Tech und Trara und arbeitet nebenbei als freiberuflicher Programmierer. Die Digitale Welt ist für ihn ein Ort voller Möglichkeiten und spannender Technologien, um damit Neues zu erschaffen, ganz viel auszuprobieren und sich in den vielen Ideen manchmal auch etwas zu verheddern.


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